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den 7. März 1926
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ReNgiSses Wochenblakl für die katholischen Gemeinden Kassels
Lcscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A35 Zaldpfennig 3 40 Dsldpfenniz (freibl.) Redaktionschluß Montag. Anzelzen.Prsise: Tolonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmrrk, Lolonelzeile im Reklam»teil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Irb. 6,19 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen Spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerek In Fulda fein.
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Wochenkalender.
k-ltNtag, 7, März. 8. saften.Sonntag. Thomas b. Liquin, Kirchenlehrer, f 1274.
Montag, 8. März. Johannes von Gott, Stifter der Barmherzigen Brüder, f 1550.
Dienstag, 9. März. FranziSkana Romana, Witwe, t 1440.
Mittwoch, 10. März. Vierzig Märtyrer zu Sebaste f 320.
Donnerstag, 11. März. Vom Tags.
Freitag, 12. März. Gregor 1., der Große, Kirchenlehrer, Papst 590-604.
Samstag, 13. März. Vom Tage.
Dritter §asten-Zonntag.
(Ev. Luk. 11, 14—28.)
In jener Zeit tri-b Jesu? einen Teufel aus, der stumm war. Und als er den Teuret ausgetrieben hatte, redete der Stumme und das Volk verwunderte sich. Einige aber von ihnen sagten: Durch Beelzebub, den Obersten der Teufel, treibt er die Teufel aus. Andere versuchten ihn, und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Als er aber ihre Gedanken sah, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das wider sich selbst uneins ist, wird verwüstet werden, und ein Hau^ wird über das andere fallen. Wenn nun auch der Satan wider sich selbst uneins ist, wie wird dann sein Reich bestehen, daß rhr saget, ich treibe durch Beelzebub die Teufel aus? Und wenn ich durch Beelzebub die Teufel austreibe, durch wen treiben denn eure Kinder sie aus? Also werden sie selbst eure Richter sein. Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Teufel austreibe, so ist ja wahrhaftig das Reich Gottes zu euch gekommen. Wenn der Starke bewaffnet feinen Hof bewacht, so ist alles sicher, was er hat. Wenn aber ein Stärkerer, als er, über ihn kommt, und ihn überwindet, so nimmt er seine ganze Waffenrüstung, auf welche er sich verließ, und verteilt seine Beute. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, wandert er durch dürre Orte und suchet Ruhe; und weil er sie nicht findet, spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, von dem ich aus- gefahren bin. Und wenn er kommt, findet er es mit Besen gereinigt, und geschmückt. Dann geht er h,n, nimmt noch sieben andere Geister mit sich, die ärger find, als e.; und sie gehen hinein und wohnen daselbst: und die letzten Dinge dieses Menschen werden ärger, als die ersten. Es geschah aber, als er dies redete, er» hob ein Weib unter dem Volke ihre Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getreuen hat, und die Brüste, die du gesogen hast! Er aber sprach: Ja, freilich sind selig, welche das Wort Gottes hören, und dasselbe beobachten.
Introitus und Uyrie.
ich dem Staffelgebet steigt der Priester unter Gebet die Stufen empor, küßt in der Mitte den Altar zum Zeichen der. Ehrfurcht gegen Christus, „den lebendigen Eckstein", und ruft die Heiligen um ihre Fürbitte an. deren Reliquien in den Altar
eingemauert sind. Dann begibt er sich auf die rechte Seite zum aufgeschlagenen Buch, bezeichnet sich mit dem großen Kreuzzeichen und spricht mit halblauter Stimme den
Introitus", schreitet darauf zurück in die Mitte und verrichtet dort abwechselnd mit Herr Ministranten das „Kyrie eleison".
Mit diesen zwei kleinen Teilen der „Dormesse" wollen wir uns heute etwas beschäftigen.
„Introitus" heißt „Eingang" oder besser Einzug. An, wuto. âchew oe^l^ ^.ftni^ det sich oder befand sich ehemals die Sakristei ziemlicher Entfernung vom Hochaltar. Es dauert mithin eine Zeit, bis der Bischof oder Priester, von Diakonen, Akolyten und Meßdienern begleitet in gemessenen Schritten den Altar erreicht hat. Dieser „Einzug" geschah und geschieht jetzt noch — zumal in Kathedralen und Abteikirchen — sehr eindrucksvoll und feierlich. Und damit auch Ohr und Gemüt nicht zu kurz kommen, ruft die Kirche die Musik zu Hilfe. Nach kurzem Vorspiel auf der Orgel trägt der Chor einen Psalm vor, der ursprünglich in seinem ganzen Umfang, mit sämtlichen Versen vorgetragen und oft in reicher Melodie, mit zahlreichen Neumen gesungen wurde. Später wurde der Psalm verkürzt, und es blieben nur noch wenige Verse übrig, die im allgemeinen den Jntroitu- in seiner heutigen Gestalt bilden. So ist es erklärlich, daß er mit wenigen Ausnahmen aus Psalmversen besteht. Mit großem Verständnis sind dieselben aus dem Buch der 150 Psalmen ausgewählt und enthalten gleichsam das Thema der ganzen Meßfeier. Der Introitus gibt dem gan- zen Meßformular feine eigentümliche Note und drückt ihm feinen Charakter auf. Daher kommt es, daß ganze Meßen, ja ganze Sonntage allgemein nach den Anfangsworten des Introitus benannt werden, und zwar nicht bloß bei den Katholiken, sondern auch bei den Protestanten, obwohl diese schon vier Jahrhunderte die hl. Messe abgeschafft haben. So heißen zum Beispiel die Sonntage der jetzigen Fastenzeit: 1. Jnvocabit, 2. Reminiscere, 3 Oculi (schau heute im Kalender nach), 4. Laetare, 5. Judica. Nur der sechste macht eine Ausnahme und heißt „Palmarum", das heißt Palmsonntag, weil eben die Palmweihe diesem Tag seine Gepräge gibt. Desgleichen tragen auch die Sonntage nach Ostern die Namen des Introitus: 1. Quasi modo, 2. Misericordia, 3. Jubilate, 4. Cantate, 6. Exaudi. Hier macht der 5. eine Ausnahme, der wegen der Bittwoche „Rogate" heißt, zu deutsch: „Bittet".
Bleiben wir nun einen Augenblick beim Introitus des heutigen Sonntags stehen, der folgenden Wortlaut hat:
„Oculi mei femper ad Dominum — Meine Augen find allzeit zum Herrn gerichtet; denn er befreit aus dem Stricke meine Füße; schau auf mich
und erbarme dich meiner, denn verlassen bin ich und arm. Zu dir, o Herr, erhebe ich meine Seele, auf dich vertraue ich: ich werde nicht ~’._Sd)anben werden. Ehre sei dem Vater und de ?ohn und dem hl. Geiste; wie es war im Anst j, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. A' n. Meine Augen sind allzeit auf den Herrn chtet; denn er befreit aus dem Stricke meins Fuße; schau auf mich und erbarme dich meiner, denn verlassen bin ich und arm; zu dir, o Herr, erhebe ich meins Seele, auf dich vertraue ich, ich werde nicht zu Schanden werden".
- _ !?-»> gâ^nnt->n Ä^sto ftilÄ-fll^, Psalm 24. Es folgt der bekannte Lobspruch aus die heiligste Dreifaltigkeit Gloria patri (Ehre sei dem Vater) und die Wiederholung des Psalmes. Das ist der Aufbau des Introitus während des ganzen Jahres. In der Passionszeit, also vierzehn Tage vor Ostern, und in allen Requiemsmessen bleibt das Gloria Patri weg, während am Karsamstag und Pfingstsamstag der ganze Introitus ausfällt, da der vorhergehende Gottesdienst mit Wasserweihe und Litanei als Introitus angesehen wird.
Auf den Introitus folgt das Kyrie. Der vollständige Wortlaut ist dieser:
Kyrie eleison — Herr, erbarme dich unser
Kyrie eleison — Herr, erbarme dich unser Kyrie eleison — Herr, erbarme dich, unser. Christe eleison — Christus, erbarme dich unser Christe eleison — Christus, erbarme dich unser Christe eleison — Christus, erbarme dich unser Kyrie eleison — Herr, erbarme dich unser Kyrie eleison — Herr, erbarme dich unser ... Kyrie eleison — Herr, erbarme dich unser.
Ausnahmsweise sind diese Anrufungen nicht der lateinischen, sondern der griechischen Sprache entnommen. Sie bilden einen erschütternden Hilferuf zur heiligsten Dreifaltigkeit um Erbarmen. Die drei ersten Anrufungen gelten dem Vater, die nächsten drei dem Sohne, die letzten drei dem hl. Geiste. Introitus und Kyrie, wenigstens aber das letztere werden bei einem Amte gesungen, und die berühmtesten Komponisten haben sich zur Ehre gerechnet, die ganze menschliche Armseligkeit und Sündhaftigkeit auf der einen und die ganze göttliche Herrlichkeit und Barniherzigkeit aus der andern Seite in ihre Musik hineinzulegen.
Und die Nutzanwendung, die wir aus der heutigen Lesung ziehen wollen, soll darin bestehen, bei aller Armseligkeit unser Vertrauen unentwegt auf Gott zu richten. Zwei Legenden sollen uns in diesem Gedanken bekräftigen. Als die hl. Scholastika I wenige Tage vor ihrem Tod eine Unteredung hatte mit ihrem Bruder Benedikt, wollte letzterer, als es dunkel wurde, nach Hause zurückkehren. Vergebens bat ihn die Schwester, das Gespräch über die himmlische Herrlichkeit noch länger auszudehnen. Da neigte sich Scholastika und flehte unter Thränen zu Gott. Auf einmal brach ein solches Gewittert