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Wochenkalender.

Sonntag, 14. Febr. Sonntag Quinquageiima. Valen- tinuS, Bisch. Valeiitinus, Priester, Mart.

Montag, 15. Febr. Faustinus und Jovita, Mart,, f 122.

Dienstag, IG. Febr. Vom Tage.

Mittwoch, 17. Febr. Aschermittwoch.

Donnerstag, 18. Febr. Vom Tage.

Freitag, 19. Febr. Von: Tage.

Samstag, 20. Febr. Vom Tage.

Sonntag Gumquagesima.

......... (Ev. Luk. 18, 3143.)

3» jener Zeit nahm Jesus die Zwölfe zu sich, «nd sprach zu ihnen: Siehe, wir gehen hinauf nach Jeru. stiem, und es wird alles in Erfüllung gehen, was durch die Propheten über den Menschensohn geschrieben worden ist. Denn er wird den Heiden überliefert, mitzhindelt, gegeißelt und an gespieen werden: und nachdem sie ihn werden gegeißelt haben, werden sie ihn töien, uns am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber verstanden nichts von diesen Dingen: es war diese Rede vor ihnen verborgen, und sie begriffen nicht, was damit gesagt warb. Und es geschah, als er sich Jericho näherte, saß ein Blinder an dem Wege und bettelte. Und da ec das Volk vorbeiziehen hörte, fragte er, was das wäre? Sie aber sagten ihm, daß Jesus von Nazareth votbeikomme. Da rief er und sprach: Jesu, Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und die voran- gingen, fuhren ihn an, daß er schweigen sollte. Er aber schrie noch vielmehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner! Da Hieb Jesus stehen, und befahl, ihn zu sich zu führen. Aird als er sich genäbert hatte, fragte er ihn, und sprach: Was willst du, daß ich dir tun soll? Er aber sprach: Herr, daß ich sehend werde. Unü Jesus sprach Mihm: Ser sehend! Dein Glaube hat dir geholfen! Und sogleich ward er sehend, und folgte ihm nach und pries Gott. Und alles Volk, da es solches sah, lobte Gott.

Eine Kostdare Medizin.

enn die Narrenzeit vorüber ist, die bei anständigen Christen, zumal in dieser Zeit wirtschaftlicher Not, nur auf dem Papier steht, so treten wir mit dem Aschermitt­woch über die Schwelle der hl.

Fastenzeit, und die Kirche schart ihre Kinder um sich, um ihnen eine kostbare Medizin zu verabsol- gen: die geweihte Asche.

Wie wird diese Arznei gewonnen? Ist sie ein Eeheimmittel? Stammt sie etwa von arabischen Kräutern und, indischen Gewürzen? Nein. Ge­wonnen wird sie aus Palmen, die im vorigen Jahr am Palmsonntag geweiht wurden, mögen cs nun wirkliche Palmen oder Zweige von Buchen und Tannen, Pflanzen aus Feld und Garten sein. Steckt Da vielleicht schon eine Bedeutung dahinter? Ohne .Zweifel. Die Palmen wurden nämlich im Alter- Lk^^ vornehmlich bei Siegesfeiern getragen und ; ,mr deshalb ein Symbol des Sieges und der H ewigen .,luhe. Und das will auch die geweihte Asche Indem sie dich an den Tod erinnert, wird

sie dir helfen, deiner Leidenschaften Herr und Mei­ster zu werden und dadurch zum glücklichen Frieden

zu gelangen. ; l. i i U H

Besagte Palmzweige werden also verbrannt und in Asche verwandelt. So bekommen wir das Material zu unserer Arznei. Ist sie an sich schon ein prächtiges Heilmittel gegen Hochmut und Sünde, so wird diese Wirkung noch verstärkt durch die Weihe. In violetter Stola begibt sich der Prie. ster zum Altar, auf dem ein Gefäß mit Asche auf­gestellt ist. Dort spricht er über die Asche einige Verse aus dem Psalm 68 und vier Orationen, die du in deinem Meßbuch nacyleien mögest, wenn du im glücklichen Besitz eines solchen bist. Auf alle Fälle will ich wenigstens eine dieser Orationen hier mitteilen, um dir einen Begriff zu geben von ihrem ergreifenden Inhalt:

Lasset uns beten! O Gott, der du nicht den Tod, sondern die Buße des Sünders willst, schaue gnädig her auf die Gebrechlichkeit der menschlichen Natur und segne gütigst diese Asche, die wir wollen auf das Haupt legen lassen, um Demut zu üben und Verzeihung zu verdienen. Wir wissen ja, daß wir Asche sind und zur Strafe unserer Sünden zur Asche zurückkehren werden. Mögen wir denn Ver­zeihung unserer Sünden und die Belohnungen der Buße gnädig erlangen."

Nach Schluß der Orationen legt der Priester Weihrauch auf die Glut und segnet den Weihrauch. Dann sprengt er Weihwasser auf die Asche mit den bekannten Worten:Besprenge mich, o Herr, mit Hysop und ich werde rein; wasche mich, so werde ich weißer als der Schnee." Jetzt wird die Asche noch mit dem geweihten Weihrauch incensiert, wobei nichts gesprochen wird.

Nun folgt die Uebergabe der Medizin, aber nicht einfach und formlos, sondern mit würdigem Ernst. Zuerst wird die Asche der Geistlichkeit aufgelegt. Siehe die Weisheit der Kirche. Ihre Priester er­innern nicht bloß die Gläubigen an das Sterben, sondern sie schreiben sich das Todesurteil zuerst auf die eigene Stirne. Ist nur ein einziger Priester da, so legt er sich die Asche selber auf. Dann kommen die Laien an die Reihe, die Kinder und Erwachsenen, die Männer und die Frauen. Nie­mand soll sich dies köstliche Medizin entgehen las­sen. Es streut dir aber der Priester die Asche in Form eines Kreuzes über das Haupt, um anzu- deuten, daß Christus durch seinen Tod unsern Tod bezwungen hat und daß wir durch denGlauben an Jesus trotz Tod und Verwesung zum ewigen Leben eingehen werden. Außerdem ruft er dir beim Auf­streuen der Asche folgende Mahnung zu:Devenke o Alensch, daß du Staub bist und wieder zu Staub werden wirst."

Unterdessen singt ein Chor einige Worte der Buße und Ermahnung aus dem Propheten Joel und aus dem Psalmbuch. Andernfalls rezitiert der

Priester am Schluß der Aschenausteilung selbst die Worte. Ich will dieselben zu deiner Erbauung hier» hersetzen:

Laßt uns unsere Gewänder mit Asche und Strick tauschen; fasten und weinen laßt uns vor dem Herrn; denn er ist gar gnädig, unser Gott, unsere Sünden zu erlassen. Zwischen Vorhof und Altar sollen weinen die Priester, die Diener des Herrn, und sprechen: schone, o Herr, schone deines Volkes und verschließe nicht den Mund derer, die dir lob­singen, o Herr. Verbessern laß uns, was wir im Unverstand gesündigt, daß wir nicht, vom Tode überrascht, Zeit zur Butze suchen und nicht finden können; merke auf, o Herr, und erbarme dich, denn wir haben dir gesündigt. Hilf uns, Herr, unser Heiland, und um der Ehre deines Namens willen rette uns, o Herr. Merke auf, o Herr, und er­barme dich, denn wir haben dir gesündigt. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem hl. Geiste, wie es war im Anfang, so auch jetzt und allzeit und in Ewigkeit. Amen. Merke auf, o Herr, und erbarme dich, denn wir haben dir gesündigt."*

Die Aschenausteilung wird abgeschlossen durch die folgende Oration, die uns als Kämpfer für die. Fastenzeit einweiht:

Gewähre uns, o Herr, auf den Posten unseres christlichen Kriegsdienstes mit heiligem Fasten auf* zuziehen, damit wir für den Kampf mit den bösen Geistern mit der Waffe der Enthaltsamkeit aus­gerüstet feien."

So viel über die Bereitung und Uebergabe un­serer köstlichen Medizin. Die Anwendung aber, lieber Freund, muß ich dir selbst überlassen Sie besteht darin, daß du öfter den Gedanken an den Tod durch den Kopf gehen lassest, daß du dich nicht festbeißest in die Güter der Welt wie ein Blut­egel in die Adern, daß du nicht unzufrieden bist mit deinem Schicksal: denn der Tod macht alles gleich. Höre darüber noch zum Schlüsse die kräf­tigen Worte des hl. Kirchenvaters Augustinus:

Magst du prangen in Reichtum und dich brü­sten mit dem Adel deiner Ahnen; magst du dir etwas einbilden auf dein Vaterland, auf die Schön­heit deines Körpers und auf die Ehren, die dir von den Menschen dargeboten werden: schau auf dich selber und bedenke, daß du sterblich bist, daß du Erde bist und zur Erde zurückkehrst. Schau auf die, welche vor dir in solchem Glanz gestrahlt haben! Wo sind die unüberwindlichen Kaiser, wo die Kon­suln, die Senatoren, die Ritter, die Tyrannen? Alles ist jetzt Staub und Asche. Unterscheide, wenn du kannst, welches die Asche eines Königs und wel-. ches die Asche eines Bettlers ist."

Benützen wir fleißig unsere Medizin und streuen davon auf die Speisen, auf die Vergnügungen, auf die Ehren, auf die Krankheiten, aus die Sorgen, auf die Plagen und Mühen und alles wird vor dem Angesicht des Todes zu Dunst.

- - - f v Der Burgpfarre^, ^