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W Kassel, den r. Zedruar MH. M 56. Zahrg.

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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonntag und kostet manatlich Ausgabe A35 Solbafennig 3 10 Äsldpfennig (sceib!.) Redaktions' schluz Montag Anzeizen-Preise: Co'onelzeile im Anzeigenteil -3,15 Goldmirt, Eolonekzrlle im ReNamrteil 0,69 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.» Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda fein.

Drulk und Verlag der Fuldae KcticnbrulereL Verlagsart Fulda.

wochenkalenser.

Tsnntog 7. Febr. Sonntag Ssxagesima. Romuald, Abt, f 1027, Gedächtnisfeierder Krönung unseres hl. Vaters Pius XI.

Montag, 8. Febr. Johannes von Matha, Bek., f 1213. Dienstag, 9. Febr. Cyrillus von Alexandrien, Kirchen- lehrer, f 444. Apollonia, Jgfr., Mart, f 248.

Mittwoch, 10. Febr. Scholastika, Aebtissin, L>chwester des 1)1. Benedikt, f 543.

Donnerstag, 11. Febr. Gedächtnisfeier der Erscheinung der sei. Jungfrau Maria in Lourdes.

Freitag, 12. Febr. Sieben Stifter des Servitenordens 1?' Jahrh. 4. Jahrestag der Krönung unseres

Samstag, 13. Febr. Gregor IL, Papst, Bek. 715731. wr sandte den hl. Bonifatius nach Deutschland.

Sonntag Lexagesima.

(Ev. Luk. 8, 416.)

<)U jener Zeit, als sehr viel Volk zusamlnen- getommen und aus den Städten zu Jesu herbeigeeilt war, ipracu er nteichnistveise: Ein Säemann qing aus feinen Samen zu säen, und da er säete, fiel einiges an den Weg, und wurde zertreten, und die Bögel des Himmels tragen es. Ein Anderes fiel auf steinigten Grund, und da es ausging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Ein anderes fiel unter die Dörner nnLrJa kV"61'- d'e Mltaufwuchse», erstickten es. Ein anderes frei auf gute -Erde, und ging aus, und nab bunberfralhge raucht. Als er dies gesagt hatte, rief er: Wer Oyren hat zu hören, der höre! ES fragten itV?Ä'T jünger, was dieses Gleichnis bedeute. Und er spra.q zu ihnen: Euch ist gegeben die Gebeim- nme des Reiches Gottes 8« berste â wäg Gle-chii-sse gegeben, 'damit sie sehen und

*0!ntnt der Teufel, unb nimmt das Wort aus ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und fei«

A dem steinigten Grunde, das sind die welche das Wort mit Freuden aufnehmen, wenn sie e« hören; aber sie haben keine Wurzeln- sie'glauben eine Seit lang und zur Zeit der Versuchung fallen sie ab Das, wa» unter die Dörner fiel, das sind die, welche ^r^an» ââshen, und in den Sorgen rUn& Wollüsten des Lebens ersticken, und das^ bimsten. Was aber auf gute Erde fiel, und w-lZe das Wort hören, und IN dem guten, in Vr & H"^n behalten, und Frucht bringen

Die 2nsel der Glücklichen.

Aus der Rückreise von der Rompil- gerfahrt machten wir eine Ruhc- pause in dem Städtchen Stress, bas auf der einen Seite anmutig an den Berg sich schmiegt, auf der de-i qa sm .anderen in den grünen Gewässern blaumi, ^^ V siegelt. Bei wolkenlosem, zieSt^^16 mo**ten wir eine herrliche Spa- £ !er SmnT ^ Maiensonntag. Ein L 9Lr ^âwpfer nahm uns in seine luftigen

Räume und munter fuhren wir über die plat-l schernden Wogen des Sees hinüber zurIsola Bella", zur schönen Insel, auf der wir nicht bloß die alten Kunstwerke, Bilder, Statuen und Tep­piche, sondern auch den Schmuck der Palmen und Blumen, dèr Bäume und Pflanzen anstaunten und bewunderten.

Siehe, mein Christ, auf dem Meer dieser Zeit­lichkeit, auf dem nur unter Mühen und Plagen hinüber fahren, landen wir alle in regelmäßigen Abständen auf einer schönen freundlichen Insel. Und diese Insel ist allen erreichbar, auch den ge­ringsten und ärmsten; allen ist sie von Gott zur Erholung und Ruhe zugewiesen; und diese3nfel der Glücklichen" ist der Sonntag.

In der Liturgie und im Sprachgebrauch der Kirche, der auch in sämtliche romanische Sprachen Sprachen übergegangen ist, heißt dieser Tagder Tag des Herrn": dies bominica. Ist ja dieser Tag dem dreieinigen Gott geweiht: dem Vater, der an diesem Tag begonnen hat, die Finsternis der Welt aufzuhellen mit den mächtigen Worten:Es werde Licht". Dem Sohn, der den ersten Wochentag, den Sonntag, wählte, um fein größtes Wunder zu voll­bringen, der Erlösung den Schlußstein einaufügen, indem er machtvoll dem Grabe erstieg; dem hl. Geist, der am ersten Wochentag auf die Versamm- lung der Apostel Herniederkam im Saale zu Jerusa­lem. Diese Tag ist der Lieblingstag der allerheilig­sten Dreifaltigkeit, die von Ewigkeit her diesen Tag bestimmt hat für große Geschehnisse. Auf bieten Tag wendet daher die Kirche das Wort des Psal- miften an:Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat; lasset uns frohlocken und fröhlich sein an ihm". Ist aber nicht ursprünglich der letzte Tag der Woche, also unser Samstag der Ruhetag gewesen? Gewiß; und das war sogar Anordnung Gottes. Das dritte Gebot des Dekaloges erinnert daran: Gedenke, ^ du den Sabath heiligest". Eigent­lich heißt SabathRuhetag". Bei den Israeliten wurde der siebente Tag als Ruhetag beobachtet und wurdeSabath" genannt, und so ist es bei ben orthodoxen Juden bis zum heutigen Tag geblie­ben. Bei uns Christen aber hat sich der Ruhetag verschoben auf den ersten Wochentag, den Sonntag. Wie ist das wohl gekommen? Durch die Anord­nung des göttlichen Heilandes, der gerade dadurch den wesentlichen Unterschied ausdrücken wollte zwi­lchen seiner und der jüdischen Religion, zwischen dem dem alten und dem neuen Bund. Die Apostel haben im Auftrag und nach der Absicht ihres Mei­sters diese Umstellung vorgenommen. Wohl haben sie zunächst auch noch den Samstag geehrt und sind mit Vorliebe amSabath" in die Synagogen gegangen, um dort zu predigen, weil eben die Juden Mu Gottesdienst versammelt waren. Aber gleich­zeitig habei, sie dem Sonntag seinen Patz einqe- raumt und haben damit den Trennungsstrich zwi­schen Christentun, und Judaismus strengstens qe- zogs^ .....

In der Bibel findest du eine Anzahl von Stel­len, die als Anspielungen auf den Sonntag ge­deutet werden. So sammelte der hl. Paulus die Christen von Troasam ersten Wochentag zum Brotbrechen". (Apg. 20, 7). Den Christen von Korinth empfiehlt er, jeweils am Sonntag ein Al­mosen zurückzulegen für die Heiligen von Jeru­salem. In der Geheimen Offenbarung finden wir sogar den AusdruckTag des Herrn". (1, 10). So früh und so tief ging der Sonntag in das Bs- Buhtsein und in die Praxis der Christen über, daß sogar die ältesten Sekten, wie die Ebioniten, auch nach ihrer Trennung von der katholischen Gemein­schaft die Sonntagsfeier beibehielien. Der Sonntag wurde als Freudentag betrachtet. Deshalb betrach­tete es Tertullian geradezu als Unrecht und Sünde, am Sonntag zu fasten. Aus dem gleichen Grund haben die damaligen Christen dem Sonntagsgottes- dienst stehend beigewohnt und nicht wie sonst knieend.

Den Mittelpunkt der Sonntagsfeier bildete die Darbringung der hl. Messe, verbunden mit Liebes­mahl und Kommunion.Wir Angehörige des neuen Bundes, nähren uns beständig mit bem Leib Christi, nehmen stets teil am Blute des Lammes und feiern allwöchentlich am Sonntag die Mysterien des wahren Lammes, durch das wir erlöst sind", schreibt ier KirchenschriftstelUc ßu^btus. Selbst als die Edikte blutrünstiger Ka ser die Zusam.neu- kunst der Christen unter Todesstrafe verboten. Je» ßen sie sich nicht Leren abbrngm, den Somstcgs- gottesdienst obzuhalten.Di- Sonntagsfeier darf nicht unterlassen werden", riefen die Helden und verstanden es, für ihre Sache zu kämpfen, zu stre ten, zu siegen und zu sterben.

So hat derSonntag" sich durchgesetzt bis zuM heutigen Tag. Wenn wir anstattTag des Herrn" in der UmgangsspracheSonntag sagen, so gibt das auch einen schönen, gediegenen Sinn. Oder wird nicht Christusdie Sonne der Gerechtigkeit" genannt? Und steht nicht geschrieben, daßGott Licht ist und keine Finsternis in ihm?" So ist Sonntag wesentlich das gleiche wie Herrentag oder Gottestag. Aber noch einen anderen Sinn hat Sonntag". Nicht bloß ist er Gottes Tag, son­dern auch der Menschen Tag, der ihnen Sonne, Freude, Glück und Ruhe bringen soll gegenüber der Hast und dem Trubel des Werktags.

Der Sonntag soll Gott Ehre, den Menschen aber Erholung bringen. Deshalb die Feier der hl. Messe, deshalb Andachten, deshalb Predigt, deshalb Gebet, deshalb Enthaltung von Arbeit. Hätten wir den Sonntag nicht, wir müßten ihn auf den Knien er­bitten, müßten ihn aus dem Boden stampfen, müß­ten ihn mit Seilen vom Himmel herabziehen. Haben wir ihn aber bereits, und ist er von Gott uns gegeben nicht bloß als Gesetz und Pflicht, sondern auch als Recht und Wohltat, ist es dann nicht unver­antwortlich, den Sonntag zu schänden durch un­nötige Arbeit, durch Versäumnis des Eottesdien-