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Ausgabe B

Kassel, den 2^ Januar 1(925

6t. NWeth-AM

Religiöses Wochenblakl für die kalholischen Gemeinden Kassels

Zeschsint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A35 Zoldpsenniz 3 49 N»ldpfeaniz(fcsidl.) Redaktions» ich lug Montag Anzsizen-Peeise: Colonelzsilr im Anzeigenteil a,1S Goldmark, Eolonelzeile im Reklameteil 9,30 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Ojf.-Gsb. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer ActisndruckersI in Fulda sein.

Druck und Verlag Der Fuldae Aclleudmcksrei. BerlagsortZjsulda.

Nr. 4

Wocheâalender.

Sonntag, 24. Ian. 3. Sonntag nach Epiphanie, Timo­theus, Apostelschüler, f 97.

Montag, 25. Ian. Bekehrung des hl. Paulus. Grd. des hl. Petrus.

Dien^tag^ 26. Ian. Polykarp, Apostelschüler, Mart.,

Mittwoch, 27. Jan. Iohannes Chcysostomus, Kirchen­lehrer, t 407.

Gonnerètag, 21 Ian. Agnes, Jgfr., Mart., zweite Festfeier.

Freitag, 29. Ian. Franz von Sales, Kirchenlehrer,

Samstaa, 80. Ian. Martina, Jqfr., Mart., f 222.

Messe vom 4. Sonntag nach Epiphanie.

Dritter Sonntag nach Epiphanie

(Eo. Matth. 8, 113.)

hin.

In jener Zeit, als Jesus vom Berge herabstieg, folgte ihm eine große Menge Volkes nach, und siehe, ein Aussätziger kam, betete ihn an, und sprach: Herr, wenn du willst, so kannst du mich reini ien. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an, und sprach: ^ch will, sei aereinigtl Und sogleich ward er gereinigt von dem Aussätze. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, daß du es niemanden sagest, sondern geh hin, zeige dich dem Priester, und ovfere die Gabe, welche Moses befohlen hat, ihnen zum Zeugnisse! Da er aber in Capharnaum eingegangen war, trat ein Hauptmann zu ihm, bat ibn, und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause aichtbrüchig und leidet große Qual. Und Jesus sprach zu ihm: Ich willkommen und ihn gesund machen. Und der Hauptniann antwortete uno sprach: ^F*' tch bin nicht würdig, daß du eingehest unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gemnd. Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit unterworfen, und habe Kriegsleute unter mir- und wenn ich zu einem sage: geh! so geht er; und Su dem Andern: komm her! so kommt er, und an meinem Knechte: tu das! so tut er's. Da nun Jesus das horte, wunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm folgten: Wahrlich, sag' ich euch, solch großen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden! Aber ich sage euch, daß Vie:e von Aufgang und Niedergang kommen, nnd mit Abraham, Isaak und Jakob im Hiinmelreiche zu Tische sitzen werden: die Kinder des bleiches aber werden in die äußerste Finsternis hinaus, geworfen werden: da toird Heulen und Zähneknirschen sein. And Jesus sprach zu dem Hauptmanne: Geh "" und wie du geglaubt hast, so soll dir geschehen. in derselben Stunde ward sein Knecht gesund.

Und

^ÄF^' èer Hohepriester! «z^^^^Alccce sacerdos magnus Siehe. der Hohepriester!» fingt der Chor, wenn Bischof oder Abt Einzug hält in sâe Kathedrale oder sonst eine Kirche.

Van^ \. ,^ Die Würde des Bischofs, die -k.ollgewalt seines Amtes zur Regierung der Kirche fAKI '^^ ®röfje aus. Eine besonders reichliche, lchone und feierliche Kleidung bringt diese Größe

und Würde auch nach außen nachhaltig zum Aus­druck. »

Auf dem Haupte trägt der Bischof die Mitra, eine hohe Mütze aus Seide in reicher Verzierung. Sie erweckt die Vorstellung eines Helmes zum Schutze der Seele, worauf sich das Gebet bezieht, das der Bischof beim Anlegen derselben spricht: »Die Mitra und den Helm des Heils setze mir aufs Haupt, damit ich den Nachstellungen des alten Feindes und aller meiner Feind« unverletzt ent­komme".

In der Hand des Bischofs wie auch Les Abtes siehst du den Stab. Er ist aus Metall gefertigt, mannshoch, an der Spitze mit einer Krümmung versehen, welche mit künstlerischem Blätterschmuck oder mit Figuren oder Symbolen geziert ist. Von dieser Krümmung wird der Bischofs- bezw. Abts­stab auchKrummstab" genannt, und heute noch legt das Sprichwort Zeugnis ab von der milden Regierung, die ehemals manche Bischöfe und Aebte in ihrer Eigenschaft als Fürsten und Standesherren geführt haben:Unter dem Krummstab ist gut wohnen." Der Hirtenstab ist ein Hinweis auf die Hirtenpflicht, die der Bischof mit den entsprechen- den Tugenden ausüben soll, worauf ihn die Worte hinweisen, die der Konsekrator bei Ueberreichung desselben zu ihm spricht:Nimm hin den Stab des Hirtenamtes; gehe bei Ausrottung der Fehler mit milder Strenge vor, halte ohne Rachsucht Ge­richt, sporne die Herzen der Zuhörer zur Pflege der Tugenden und gib in der Ruhe das Maß der Strenge nicht auf."

Auf der Brust trägt der Bischof über den Klei- Lern ein Kreuz, das den Schutz des Heilandes vor­stellt und verbürgt und das Leiden Christi verm aenwärtigr. Beim Anlegen desselben spricht der Bischof die Worte:Durch Los Zeichen deines hl. Kreuzes, Herr Jesus Christus, beschirme mich vor den Nachstellungen aller Feinde; wie ich dieses Kreuz mit den darin geborgenen Re- liauien deiner Heiligen auf der Brust trage, so laß mich gewähre mir, deinem unwürdigen Diener, diese MW im Geist- stets vor mir halun das Andenken an das Leiden und die Siegestaten der hl. Märtyrer".

Der Papst, die Primaten, Patriarchen und Erz- bischöfe haben das Recht, sich außerdem ein Kreuz vorankragen zu lassen.

Als Schmuck und zum Sinnbild der Treue trägt der Bischof ferner über den Handschuhen am vierten Finger der rechten Hand einen goldenen Ring, mit Edelsteinen besetzt. Die Anlegung geschieht unter folgendem Gebet:Schmücke o Herr, die Finger meines Herzens und meiner Hand mit Tugend und umgib sie mit der Heiligung des siebenfältigen Geistes."

So ist der Bischof, wenn er in seiner Amtstracht dahinschreitet oder am Altar, umgeben von der

Geistlichkeit, das Meßopfer feiert oder die hl. Fir­mung spendet, eine wahrhaft königliche Erscheinung, die mit Ehrfurcht erfüllt und das Herz erhebt. In Fulda sah ich im Jahre 1905 beim Bonifatius- jubiläum eine Prozession der Bischöfe, wie sie da­hinschritten mit Mitra und Stab und mit pracht­vollen Pluvialien, die Rechte erhoben zum Segen an die knieende Menge. Sie erschienen wie Wesen aus einer anderen Welt und flößten unwillkürlich Hoch­achtung ein von ihrer Würde und vor der katho­lischen Kirche, deren Fürsten und Diener sie sind.

Dem Papst und den Erzbischof» st-ht »ufeorhem das Pallium zu. Es ist ein weißer Wollstreifsn, der sich ringförmig um den Hals legt und über Rücken und Brust herabfällt und mit sechs schwarzen Kreuzen durchsetzt ist. Draußen vor der ewigen Stadt liegt das uralte, traute Heiligtum der hl. Agnes, das ich bei meiner Pilgerfahrt besucht habe. Bekanntlich wird diese liebenswürdige Märtyrin mit einem Lamme dargestellt, wie denn auch die Sprachforscher den NamenAgnes" mitLamm" übersetzen. Daher kommt es, daß dort alljährlich am Feste der hl. Agnes (21. Jan.) Lämmer ge­opfert werden, und die Wolle dieser Lämmer wird zur Anfertigung der Pallien benützt. Bis zum Ge­brauch werden die Pallien über dem Grab des hl. Petrus ausbewahrt und dann den Erzbischöfen aus deren Bitten übersandt als Zeichen ihrer höheren Gewalt und als Sinnbild der Einheit mit dem Apostolischen Stuhl.

Weil wir nun an der Spitze der Hierarchie, beim Papsttum angelangt sind, so erwähne ich noch, daß der Hl. Vater als Kopfbedeckung die Tiara trägt, eine Krone mit drei Reisen, welche das dreifache Amt des Papstes sinnbilden, das oberste Lehr-, Prie­ster- und Hirtenamt. Die Hand des Papstes ist mit dem Fischerring geschmückt, auf dem das Bild des hl. Petrus zu sehen ist, wie er vom Schiffe aus das Netz zum Fange auswirft. Der Papst trägt die Tiara nur bei feierlichen Funktionen, vor allem beim Einzug in die Peterskirche, wenn die tausend- köpfige Menge sich vor ihm niederwirft und jene begeistertenEviva" undHoch"-Rufe erklingen, die ein so beredtes Zeugnis ablegen von der Liebe gegen den Stellvertreter Christi.

Ecce sacerdos magnus" Siehe. der Hohe­priester!". Schon durch die Kleidung spricht er zu uns: der Bischof und Abt als Haupt der ihm an- vertrauten Diözese oder des ihm anvertrauten Klo- sters, der Papst als Oberhaupt der gesamten katho­lischen Kirche mit ihren 300 Millionen Bekennern. Erweisen wir unsern Hirten und Oberhirten stets Ehrfurcht und willigen Gehorsam, damit wir einst von Christus, dem ewigen Hohepriester und gött­lichen Hirten, unter seine getreuen Schäslein gezahlt und in die ewig grünen Auen feines Paradieses ausgenommen werden.

Der Burgpfarrer.