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Religiöses WscheMM

KW, den 17. Zrnuar 1926.

für die katholischen Gemeinden Kassels.

ErsÄât jr-«a Sonntag und tostet monatlich Ausgabe ASiS jlbpeoij 3 43 Gold-seaalg (frelM.) Rsdaktions» schlug Montag Anzrlzra-Prrise: Colonrlzrllr im Anzrizentell 9,15 Goldmark, Colonrlzrilr im otiklametelt 0,53 Goldmark Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porta extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein.

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wschrnkalender.

Sonntag, 17, Januar. 2. Sonntag nach Epiphanie. Antonius, Einsiedler, j- 356.

Montag, 18. Januar. Petri Stuhlfeier zu Rom. Ged. des hl. Paulus und der hl. Priska, Jgfr., Mart, im 1. Jahrhundert.

Dienstag, 19. Januar. Marius und Gen., Mart. Kanut, König von Dänemark, Mart., f 1086.

Mittwoch, 20. Januar. Fabian, Papst, f 259, und Se­bastian, Soldat, f 288, Mart.

Donnerstag, 21. Januar. Agnes, Jgfr., Mart., f 304.

Freitag, 22. Januar. Vincentius, Diakon, f 304, und Anastasius, Mönch, f 618.

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Zweiter Sonntag nach Epiphanie.

(Ev. Joh. 2, 112.)

In jener Zeit ward eine Hochzeit gehalten zu Kana in Galiläa: und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit ge­laden. Und als es an Weine gebrach, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein. Jesus aber sprach zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde i|t noch nicht gekommen. Da sagte seine Mutter zu den Dienern: Was er euch sagt, das tuet. Es stanoen aber daselbst sechs steinerne Wasser- krüge zu den bei den Juden üblichen Reinigungen, wovon ein jeder zwei bis drei Maß hielt. Jesus sprach zu ihnen: Fallet die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis oben. Und Jesus sprach zu ihnen: Schöpfet nun, und bringet es dem Spetsementer! Und sie brachten s ihm. Als aber der Speisemeister das Wasser kostete, welches zu Wein geworden war, und nicht wußte, woher das wäre (bie Diener, welche das Wäger geschöpft hatten, wußten es), rief der Speise- meister den Bräutigam, und sprach zu ihm: Jedermann fest zuerst den guten Wein auf, und dann, wenn sie genug getrunken haben, den geringern: du aber hast den nuten Wein bis jetzt aufbewahrt. Diesen Anfang dec Wunder machte Jesus zu Kana in Galiläa- und er offenharte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaub, ten an ihn.

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Die Sprache der ßarben.

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bei-

^enn wir einer Leichenfeier wohnen und die Angehörigen und

X Freunde des Verstorbenen sowie die sämtlichen Leidtragenden in schwarzen Kleidern gemessenen , . - Schrittes einhergehen sehen und

selbst die mitgetragenen Fahnen in schwarzer Ver- MUung erblicken, so macht das auf unser Gemüt enun ernsten schwermütigen Eindruck. Wenn wir r,tner Festlichkeit teilnehmen und so manche - belle und weiße Kleiber gewahren, so fühlt oHAUh,»^ öm Freude angeregt. So haben 'hre Sprache, die nicht durch die! dring- üi>er ^^^ 5)16 Augen zu unsern Herzens

Unsere katholische Kirche, vom hl. Geist erleuch­tet, macht sich diese Wahrnehmung zu Nutzen und sucht nicht bloß durch den Schnitt, den Stoff und den Stil der Paramente, sondern sogar durch ihre verschiedene Farben eine heilsame Wirkung aus- zuüben.

Wenn du z. B. heute, am zweiten Sonntag nach Dreikönig, der hl. Messe beiwohnst, und in der be- treffendenKirche nicht gerade einPatrozinium began­gen wird, so siehst du den Priester in grünem Meß­gewand, grüner Stola, grünem Manipel und grüner Kelchbedeckung die hl. Funktionen ausüben. Ein ander Mal erscheint der Priester in roten, in âüttW^ in weißen, in schwEkt Meßkleidern. Ist das Willkür, Laune oder Spielerei? Nein; das ist Berechnung, das ist Erziehung, das ist litu... gische Einstellung und Bedeutung; das alles soll deiner Seele Stimmungen vermitteln, dir Auf­schluß geben für den Charakter des Festes oder der Festzeit.

Weitz ist die Farbe der Reinheit und geistlichen Freude. Um anzudeuten, daß die Heiligen des Him­mels und insbesondere die Jungfrauen auf dieser Welt sich vor aller Befleckung bewahrt und ihre kleinen Unvollkommenheiten in Christi Blut getilgt haben, liebt es die hl. Schrift, sie mit weißen Klei­dern vorzustellen.In weiße Kleider eingehüllt folgen sie dem Lamme, wohin es geht". Da feiern sie die Hochzeit des Lammes und fingen das Alle­luja auf den goldenen Straßen der Himmelsstadt. Da die katholische Kirche eine Gemeinde der Hei­ligen ist, die sich freuen im Besitz der Wahrheit um Gnade, so ist bei den heiligrn Funktionen die weiße Farbe die Regel. Insbesondere wird ein weißes Meßgewand genommen an allen Festen des Herrn, sofern sie nicht gerade Feste seines bittern Leidens sind, also an Weihnachten, Ostern, Himmelfahrt, Fronleichnam, Dreifaltigkeit; ferner an sämtlichen Festen der lieben Mutter Gottes, Mariä Empfäng­nis, Geburt, Opferung, Himmelfahrt; an allen Fe­sten der Engel und Heiligen, sofern sie leine Mär­tyrer gewesen sind, also an den Festen der Bischöfe, Bekenner und Jungfrauen.

Rot ist die Farbe des Feuers und des Blutes und darum auch die Farbe der Liebe. Rot wird deshalb an Pfingsten gebraucht zu Ehren des hl. Geistes, der ein Geist der Liebe ist und in Gestalt feuriger Bungen herabkam; ferner an den Festen der hl. Märtyrer, die aus Liebe zu Christus ihr Blut vergossen haben; also an den Festen des hl. Stephanus, der Apostelfürsten Petrus und Paulus, an den Festen der übrigen Apostel, am Feste eines hl. Laurentius, Sebastianus, Blasius, einer hl. Agatha, Dorothea, Cäcilia.

Grün ist die Farbe der Hoffnung, wie ja die grünen Fluren im Frühling die Hoffnung einer gesegnete Ernte in uns erwecken. Grün wird ge­braucht an den meisten Sonntagen des Kirchen­jahres, indem dieselben die Hoffnung und Erwa».

tung der Kirche darstellen, es möchten all ihre Kin­der durch den Glauben an Jesus und durch die Liebe zu ihin dereinst zu den ?u ig grünen Auen des Paradieses übergehen. So siehst du also ein grü­nes Meßgewand am heutigen Sonntag, dem zweiten nach Dreikönig, sowie an den übrigen Sonnt- 'n nach Dreikönig, deren es Heuer nur drei sind, oa schon Platz gemacht werden muß für Ostern und seine Vorbereitung. Außer an den Sonntagen nach Dreikönig wird grün noch gebraucht an den Sonn­tagen nach Pfingsten, während die Sonntage von Ostern bis Pfingsten das weiße Meßgewand haben.

Violett ist die Farbe des Veilchens, das so ver­borgen und doch so schön und wohlriechend im Grase blüht. Es ist ein passendes Sinnbild der Demut, mit welcher wir gering von uns denken, unsere Sünden bereuen und Gott gefallen. So ist violett die Farbe der Demut und der Buße und wird deshalb gebraucht an den Sonntagen des Ad- vent zur Vorbereitung auf die Ankunft des Herrn, und an an den Sonntagen der Fasten- und Vor- faftenzeit zur Vorbereitung auf die Auferstehung des Heilandes; ferner findet Violett Verwendung an manchen Vigilien, besonders an den Vigilien der Apostel, sowie an den Ouetembertagen, wenn sie nicht durch das Fest eines Heiligen verdeckt werden. Rührend ist die Verwendung der violetten Farbe am Fest der unschuldigen Kinder, 28. Dezem­ber. da diese Kindlein für Christus wie Lämmer hingeschlachtst wurden und ihr unschuldiges Blut vergossen, sollte man nicht meinen, an ihrem Feste müßte uns das Rot ihres Blutes oder das Weiß ihrer Unschuld entgegenstrahlen? Und doch, weder rot noch weiß wird genommen, sondern violett. Wozu diese merkwürdige Ausnahme? Um das Mit­leid der Kirche auszudrücken, das sie den Müttern dieser Kinder entgegenbringt, die so unbarmherzig ihren Armen entrissen und vor ihren Augen nieber» gemetzelt wurden.

Bleibt noch die schwarze Farbe übrig, die Farbe des Todes und der Trauer. Schwarz wird gebraucht am hochheiligen Karfreitag, dem Todestag des Herrn sowie bei allen Seelenämtern und Seelen­messen oder beimRequiem".

Seht, Freunde, das ist die Sprache der Farbe durch den Mund unserer hl. Mutter, der Kirche. Dein erstes, wenn du die hl. Messe besuchest, sei in Zukunft ein Blick auf den Priester und seine Ge­wänder. Schon daraus kannst du einen Schluß ziehen auf den Charakter des Festes oder der Zeit. Noch besser schaust du schon zu Hause nach in einem liturgischen Kalender. Das ist eine gute Vorberei­tung auf die hl. Messe. Der Burgpfarrer.

Der Segen des Rindes.

Einsam und öde, so lesen wir in der Winter­thurerHochwacht" vom 13. August 1924, ist es im schönsten Hause, wenn das Lächeln und LalleH