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Nr. 2.
Naffel, den P. Januar 1926
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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels
Zrscheint jeden Sonntag und kostet monattichjAusgabe â 35 Äsldofeanig 3 49 Goldpfe»niz(freib!.) Redaktions» jchlutz Montag Anzeigen-Preise: Colonelzelle im Anzeigenteil 9,15 Goldmark, Colonslzeil« im Reklameteil 0,69 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Gsd. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeige« müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda fein.
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Wochendalender.
Sonntag, 10. Jan. Fest der hl. Familie. Weihe an die hl. Familie. Sonntag in der Oktav von Epiphanie.
Montag, 11. Jan. 6. Tag in der Oktav von Epiphanie. Hyginus, Papst, Mart., f 142.
Dienstag, 12. Jan. 7. Tag in der Oktav von Epiph.
Mittwoch, 13, Jan. Oktav von Epiphanie.
Donnerstag, 14. Jan. Hilarius, Bisch., Kirchenlehrer, t 336.
Freitag, 15. Ja«. Paulus, Eremit, t 342. Maurus,
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'Eamsfag, lerSan. Marzellus 1„ Papst, Mart., f 310.
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Erster Sonntag nach Epiphanie.
(Ev. Luk. 2, 41-52.)
Als Jesus zwölf Jahre alt war, reisten seine Eltern, wie gewöhnlich, zum Feste nach Jerusalem. Und da sie am Ende der Festtage wieder zurückkehrten, blieb der Knabe in Jerusalem, ohne daß es seine Eltern wußten, Da sie aber meinten, er sei bei der Reisegesellschaft, so machten sie eine Tagereise, und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn. Und es geschah, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel, sitzend unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte, und sie fragte. Und es erstaunten Alle, die ihn hörten, über seinen Verstand und seine Antworten. Und als sie ihn sahen, wunderten sie sich, und seine Mutter sprach zu ihm: Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht! Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wußtet ihr nicht, daß ich in dem sein mutz, was meines Vaters ist? Sie aber verstanden die Rede nicht, die er zu ihnen sagte. Und er zog mit ihnen hinab, und kam nach Nazareth, und war ihnen untertan. Und seine Mutter bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnave bei Gott und den Menschen.
Der neue Mensch.
MMDWR achdem die großen Feste der Weih- nachtszeit vorüber sind, wollen -L^MMMâ w'r unsern liturgischen Unterricht AdMHGA' wieder aufnehmen und uns heute mit den Kleidern und Para- menten beschäftigen, die vom Priester beim Gottesdienst getragen werden.
Kleider machen Leute, ist ein altes Sprichwort. Durch eine eigene, dem Profangebrauch entzogene Kleidung, soll der Priester gleichsam in einen neuen Menschen" umgewandelt werden. Mr und die Gläubigen sollen daran erinnert werden, daß er gleichsam das rein Menschliche auszieht Und zum Stellvertreter Gottes erhoben wird.
Beim gewöhnlichen Gottesdienst außerhalb der Hs Messe trägt der Priester das „Supers", auch i egen seiner Gestalt und Farbe „Chorhemd" ge-
nannt, da es bei Funktionen gebraucht wird, die im „Chor" der Kirche stattfinden. Es ist eine Art Hemd, das über den schwarzen Talar angelegt wird, und etwa bis zu den Knieen reicht. Am Rand und an den Aermeln ist es meist mit Spitzen oder farbigen Verzierungen versehen. Bei und in Deutschland ist es üblich, daß die Pfarrgeistlichen einen schwarzen Kragen darüber ziehen. Bei amtlichen Funktionen, wie Andachten, Vespern, Beichthören, Kommunionausteilen, wird die Stola darüber gelegt, das Zeichen der priesterlichen Gewalt. Auch Meßner und Ministranten bekleiden sich bei ihren Altardiensten mit einem derartigen Chorhemd, damit auch sie „neue Menschen" werden, indem sie als Engel dem Stellvertreter Gottes dienen. Wenn der Priester das Chorhemd anzieht, soll et folgende Worte beten: „Bekleide mich, o Herr, mit oem neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in Gerechtigkeit und Heiligkeit der Wahrheit".
Besondere Kleider sind für die Feier der hr. Messe vorgeschrieben. Es sind folgende sechs: Das Schultertuch, die Albe, der Gürtel, der Manipel, die Stola und das Meßgewand.
Das Schullerkuch oder Humerale ist ein viereckiges Leinenstück, das an Schnüren um Hals und Schulter gebunden wird. Es erinnert an jenes Tuch, mit dem unserm Heiland das Gesicht verhüllt wurde. Für den Priester wie auch für die Teilnehmer der hl. Messe ist dieses Kleid eine Mahnung zur Abtötung. Wir sollen die Augen nicht neugierig im Gotteshaus umherschweifen lassen, sondern nur auf zum Altar und zu den Dingen wenden, die auf den Gottesdienst Bezug haben. Die Neugier der Augen ist ja nichts anderes als eine Abkehr von Gott und eine Hinkehr zu den Geschöpfen. Als Veronika von Binasco noch ein Kind war, schaute sie einmal während der hl. Messe zu ihrer Schwester, die neben ihr kniete, um zu sehen, was sie bete. Doch weh, im selben Augenblick gewahrte sie ihren Schutzengel, der sie drohend anblickte. Drei Tage lang mußte Veronika weinen wegen ihrer Unehrerbietigkeit. Und die hl. Elisabeth schaute einmal während der hl. Messe zu ihrem Gemahl, um sich an seinem stattlichen Anblick zu erfreuen. Als sie dann wieder den Blick zum Altar wandte, sah sie den Heiland bluten!
zu wirken. Durch seine weiße Farbe ist es eine Mahnung zu vollständiger, allseitiger Reinheit. Es muß der Priester im Stands der Gnade sein, er muß das hochzeitliche Gewand besitzen, wenn er das Geheimnis der Messe feiert. Würde er, was Gott verhüte, in einer Todsünde sich befinden, so würde zwar die Messe dennoch zustandekommen, aber zu seinem Verderben. Auch du sollst beim Anhören der hl. Messe im Gnade " - dich befinden. Hat ja ein gutes Werk, im C der Todsünde vollbracht, keinen Anspruch aus Himmelslohn. Das Gebet, das der Priester beim Anlegen der Albs foéra^hmwi. „Giv mit, D Herr, ein weißes, ein reines Herz, damit ich, im Blute des Lammes geweißt, die himmlischen Freuden genießen möge.
Die Albs wird mit dem Gürtel oder Zingulum zusammengehalten. Er ist aus Leinwand oder Hanf und besitzt an den Enden Quasten. Eine Erinnerung an die Stricke, mit denen Jesus gebunden wurde, ist er zugleich eine Mahnung zur Keuschheit, die nur durch Bezwingung und Eindämmung der Leidenschaft erworben und bewahrt wird. Deshalb beim Anziehen desselben das kräftige Gebet: „Umgürte mich. o Herr, mit dem Gürtel der Reinheit, damit in mir verbleibe die Kraft der Enthaltsamkeit und Keuschheit".
Der Manipel ist das kleinste der liturgischen Gewänder. Er wird unter folgenden Worten in den linken Arm gestreift: „Laß mich, o Herr, den Manipel der Trauer und Tränen tragen, damit ich einst mit Frohlocken den Lohn der Arbeit empfange". Er sinnbildet das Schweißtuch der Veronika und mahnt die Diener der Kirche, jede Mühe und Anstrengung im Dienste Gottes und der Seelen bereitwillig auf sich zu nehmen.
Die Skala ist ein langer, schmaler Streifen aus Seide und wird um den Hals gelegt, so daß die Enden nach vorn herabfallen, wo sie kreuzweise über einander laufen und mit dem Gürtel befestigt werden. Sie sinnbildet den Mantel, den die Soldaten zum Spott dem Heiland angelegt haben. Wie oben bemerkt, ist die Stola das Zeichen der Priestergewalt und wird deshalb nicht bloß bei der hl. Messe, sondern auch bei andern kirchlichen Diensten getragen. Beim Anlegen derselben hat der Priester folgendes Gebet zu sprechen: „Gib mir, o Herr, das Kleid der Unsterblichkeit zurück, das ich in der Uebertretung des ersten Adam verloren habe, auf daß ich, so unwürdig ich auch zum hl. Opferdienst hintrete, doch die ewige Freude verdiene".
Das eigentliche Meßkleid, daß für den Ovferdienst reserviert bleibt, ist das Meßgewand oder die Ka- sula. Sie umschließt die übrigen Gewänder und sinnbildet deshalb die Liebe, die alle andern Tugenden überragt und deren Prüfung und Bewäh
Von manchen Ordensleuten wird das Schultertuch über den Kopf hochgezogen wie eine Art Helm. Darauf bezieht sich das Gebet des Priesters beim Anlegen des Schultertuches: „Setze mir auf, o Helm des Heiles, um abzuschlagen die â^iffe des Teufels.
aM--n ’ft das bekannte weiße Kleid, das den und bis 3u den Knöcheln bedeckt, faltig
aern mir £,Tmen- Aermel und Saum sind oder Spitzen verziert. Er-
Herodes in seinem uT5 ^e Narrenkleid das
Wâ er ihm ü. uermut dem Heiland anlsgèNjist leicht/ taß Mich Dieses wen er ^ den Gefallen tat, Wunderlich deine Gnade verdiene.
rung das Kreuz ist. Deshalb das Gebet: „Herr, der du gesagt: mein Joch ist süß und meine Bürde
ist leicht/ laß mich dieses Gewand so tragen, daß '' 1 ~ " . Der Burgpfarrer.