Wochenkalender.
Sonntag, 3. Jan. Fest des hl. Namens Jesu. Ged. der Oktav des hl. Johannes Ev.
Montag, 4. Jan. Oktavtag der hl. Unschuld. Kinder. Dienstag, 5. Jan. Vigil des Festes Epiphanie. Teles- Phocus, Papst, Mart., f 139.
Mittwoch, 6. Jan. Fest der Erscheinung des Herrn. Kollekte für dre afrikanischen Missionen.
Donnerstag, 7. Jan. 2. Tag in der Oktav von Epiph. Freitag, 8. Jan. 3. Tag in der Oktav von Epiphanie.
SamStag, 9. Jan. 4. Tag in der Oktav von Epiphanie.
Das Fest Epiphanie.
(ESSMalth/Z, 1^12J--~-
Als Jesus geboren war zu Bethlehem (im Stamme Juda) zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenlande nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Morgenlande gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten. Als der König Herodes dies hörte, erschrak er, und ganz Jerusalem mit ihm. Und er versammelte alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes, und erforschte von ihnen, wo Christus geboren werden sollte. Sie aber sprachen zu ihm:-Zu Bethlehem (im Stamme Juda); denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du, Bethlehem im Lande (des Stammes) Juda, bist keines, wegs die geringste unter den Fürsten-Städten Juda's; denn aus dir wird hervorgehen der Fürst, der mein Volk Israel regieren soll. Da berief Herodes die Weisen heimlich, und erforschte genau von ihnen die Zeit, da der Stern ihnen erschienen war. Dann sandte er sie nach Bethlehem, und sprach: Gehet hin und forschet genau nach dem Kinde: und wenn ihr es gefunden habet, so zeiget mir's an, damit auch ich komme, es anzubeten. Als diese den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Orte, wo das Kind war, ankam, und still stand. Da sie aber den Stern sahen, hatten sie eine überaus große Freude. Und sie gingen in das Haus, fanden das Kind mit Maria, seiner Mutter, fielen nieder und beteten es an. Sie taten auch ihre Schätze auf und brachten im Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und als sie im Schlafe durch eine Offenbarung gewarnt wurden, daß sie nicht mehr zu Herodes zurückkehren sollten, zogen sie auf einem andern Wege wieder in ihr Land zurück.
Ein gMMiches Vorzeichen.
Neujahr fällt in der katholischen Kirche zusammen mit der Oktav von Weihnachten, und sie beginnt das neue Jahr mit einem glücklichen Vorzeichen. Dieses herrliche, wunderbare, glückverhel- ißende Vorzeichen ist aber Maria, die liebe Mutter Gottes. Nachdem die Kirche dem neugeborenen Gotteskind an Weihnachten und den darauf folgenden Tagen ihre Huldigung und Anbetung dargs- bracht, stellt sie heute in der Oktav die Mutter Jesu auf den ihr gebührenden Ehrenplatz und setzt auf ihr würdiges Haupt eine Krone mit fünf Edel
steinen; es sind die Antiphonen des Breviers, welche die Priester in der Neujahrsvesper beten oder singen.
1, „O wunderbarer Tausch! Der Schöpfer des Menschengeschlechtes hat einen beseelten Leib an genommen» ndsichherabgelassen.voneiner Jungfrau geboren zu werden. Ohne Mann hat er als Mensch seinen Ursprung genommen und hat uns seine Gottheit geschenkt".
Wahrhaftig, ein wunderbarer Tausch, ein geistlicher Handel zum Nachteil Gottes, zum Vorteil der Menschen. Wir haben dem Helland etwas ge- chheMksllknS er uns. Wir schenkten ihm Fleisch von
Allen lieben Lesern
und Mitarbeitern wünschen wir ein
Gesegnetes neues Jahr.
Schriftleitung und Verlag.
unserm Fleisch und eine Seele von unserer Seele; wir schenkten ihm das Kleid der Menschheit. Er aber in seiner unermeßlichen Freigebigkeit, in seinem unbegrenzten Großmut schenkte uns seine Gottheit. Und die erhabene Frau, die diesen geglichen Tausch vermittelt hat, — sprich ihren Namen mit Ehrfurcht aus — ist Maria.
2. Als du auf unaussprechliche WeisevonderJungfraugeborenwur- dest, da hatsichdieSchrifterfüllt: wie Regen auf das Vließ so bist du vom Himmel niedergestiegen, umdas Menschengeschlecht zu erlösen; wir loben dich, unsern Herrn und Gott".
Was hat es mit diesen, »Vließ" für eine Bewandtnis? Gedeon hatte, um sich von den Ver- Heißungen Gottes zu überzeugen, ein Fell oder „Vließ" auf freiem Felde ausgebreitet und an Gott die Bitte gerichtet: „Laß rings die Erde trocken sein, das Vließ allein aber naß". Und es geschah. Am andern Morgen war die Erde ringsum trocken, das Vließ aber so naß, daß Gedeon eine Schale Flüssigkeit daraus hervorpreßte. Ist dieses Vließ nicht ein wunderschönes Vorbild der immerwährenden Reinheit der gebenedeiten Gottesmutter?, Während die Jungfräulichkeit durch den
Willen Gottes und nach dem Lauf der Natur zur Unfruchtbarkeit verurteilt ist, hat sie bei Maria durch den Willen Gottes und du-ch ein ~” ' ^^‘>^• der Allmacht eine herrliche, götlliche Frucht gen, den Erlöser. Und wie der 5' as
Vließ herabkam, ohne es im ger letzen, so hat her Sohn Gottes au» . " menschliche Patur angenommen ohne ihrer vre». Heit aüch nur den geringsten Eintrag zu tun.
3. „Im Dornbusch, den Moses unverbrannt sah, erkennen wir deins unversehrte, lob wüthige Jungfrauschaft; Gottesmutter, bitte für uns".
Ueber diesen Dornbusch weißt du Bescheid, Lichterloh brannte er in der Wüste, und Moser schaute zu und machte sich seine Gedanken: denn der Dornbusch brannte zwar, wurde aber nicht verbrannt, hat nicht abgenommen, wurde nicht in Asche aufgelöst. So hat Maria dem Sohne Gottes das Dasein geschenkt, ohne daß ihre Jungfräulichkeit Schaden gelitten hätte.
4. „EssproßtedieWurzelJesse;ausi gegangen ist der Stern aus Jakob, die Jungfrau hat den Erlöser gebo« ren. W i r l o b e n d i ch, u n s e r n G o t t".
Damit wird aus eine Weissagung des Propheten Jsaias angespielt: „Ein Reis wird aufgehen aus der Wurzel Jesse, und eine Blume wird aufsprossen aus seiner Wurzel". (Js. 11). Diese Wurzel ist Jesse, der Vater Davids. Das Reis aus der Wurzel ist Maria, die arme, bescheidene Jungfrau aus Nazareth, die aus dem Hause Davids stammte. Die Blume aber, die aus diesem Reis aufsproht, ist Jesus Christus, der Menschheit nach Davids, der Gottheit nach Sohn Gottes. Der „Stern aus Jakob", ist Christus, der hellglänzende Morgenstern, dis Sonne der Gerechtigkeit; Maria aber ist die Morgenröte, die diesen Stern hervorbrachte.
5. „Siehe, Maria hat uns denErlö » ser geboren, bei dessen Anblick Johannes ausrief: „Siehe das Lamm Gottes, welches hinwegnimmt bie Sünden der Welt; Alleluia."
In welcher Würde strahlt doch Maria! Ihr Kind ist das Lamm Gottes, von den Propheten aus weiter Ferne geschaut, von den Priestern vorbildlich im Tempel geschlachtet, von den Israeliten alle Ostern gegessen, und in Christus persönlich erschienen, um für unsere Sünden zu büßen, zu leiden und zu sterben in der harten Krippe und am blutigen Kreuzesstamm. In Christus allein ist Nachlassung der Sünden, Friede mit Gott und ewige Seligkeit. Und diesen herrlichen Erlöser, ohne den kein Heil zu finden ist, haben wir durch Maria und nur durch Maria!
Und darum ist es für alle ein Glück und ein gutes Vorzeichen, Maria zu kennen, sie in ihrer hohen Würde zu schätzen und sich ihrer Fürbitte zu vergewissern. Im Buck der Richter wird eine