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Nr. 301

Dienstag den 24. Dezember 1929

äéiU 11

HANDEI UND WIRTSCHAFT

LahLesdetVachLrrnÄL« dss veutMen ^»KLrswsrSs r X Vom Reichsverband des Deutschen Hand­werks wird uns folgendes mitgeteilt:

Die Konjunktur im Handwerk ist für das Jahr 1929 allgemein betrachtet, nicht zufriedenstellend gewesen. Saisonmäßige Belebungen in einigen Zweigen vermochten keinen Ausgleich zu schassen In allen Gruppen blieb die Beschäftigung bis zum Jahresende hinter der des Borjahres zurück. Auch das Weihnachtsgeschäft erfüllte nicht die Hoffnun­gen.

Die drückenden Steuer - und Sozial­lasten trugen dazu bei, daß eine wirtschaftliche Erleichterung im Jahre 1929 nicht eintreten konnte. Die Vorstände des Reichsverbandes des Deutschen Handwerks und des Deutschen Handwerks- und Ge- werbekammettages haben ihre Einstellung zur Fi­nanz- und Steuerreform dahin zusammengefaßt, daß unbedingt das Gleichgewicht des Reichshaus­haltes in Gegenwart und Zukunft sichergestellt werden muß. Im einzelnen fordert das Handwerk die Beseitigung des steuerlichen Unrechtes der un­terschiedlichen Regelung der Familienermäßigung für Lohnsteuerpflichtige und verlangt Senkung her stark ansteigenden Belastung der mittleren Einkoinmen, sowie eine als­baldige fühlbare Herabsetzung der Gewerbesteuer.

Auch das stete An st eigen der sozialen Lasten hat zu einer Beunruhigung im Hand­werk geführt. Nach vorgenommenen Berechnungen stiegen die Lasten der Sozialversicherung einschließ­lich Erwerbslosenfürsorge in den Jahren 1924 bis 1928 von 2,6 Milliarden Reichsmark auf 5,9 Mil­liarden Reichsmark.

Grundsätzlich seien noch die Wünsche des Hand­werks an den Gesetzgeber für das Jahr 1930 dahin zusammengefaßt, daß es von ihm eine entschiedene Wandlung seiner bisherigen Wirtschafis-, Finanz- und Sozialpolitik erwartet. Das Handwerk wünscht keine Sonderbehandlung, es will nur, daß die ge­setzgebenden Faktoren vor der Verabschiedung neuer Vorlagen Rücksicht auf alle Valkskreise nehmen und daß nicht etwa das Handwerk im Widerstreit der Interessen zwischen der Macht der Industrie und den straff organisierten Gewerk­schaften unberücksichtigt bleibt, .sondern daß viel­mehr jeder Akt des Gesetzgebers Rücksicht nimmt auf den Stand, der die Brücke schlägt zwischen Ka­pital und Arbeit.

bfe 1% Prozent gedrückt, gut gehalten waren Gel­senkirchen. Etwas Interesse bestand für Metall, sellschaft und für Zellstoff Aschaffenburg, bl. ... zu % Prozent anzogen. Zellstoff Waldhof lagen da­gegen vernachlässigt. Am Kunstseidemarkt eröff­neten AKU. 2 Prozent schwächer.

X Die Verschmelzung der Oftbant für Handel

ietallge- und Gewerbe mit der Dresdner Bank. Die außer- die bis j ordentliche Generalversammlung der Ostbank für

Renten still aber überwiegend gehalten.

Nach den ersten Kursen traten infolge der Ge­schäftslosigkeit Rückgänge bis zu 1% Prozent ein, doch erholte sich die Tendenz später wieder, so daß die zwischendurch eingetretenen Abschwächungen fast vollkommen wieder ausgeglichen werden konn­ten.

Am Geldmarkt war Tagesgekd mit 6% Pro­zent leicht.

Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dol­lar 4.1744 gegen Pfunde 20,367, London-Kabel 4.8825, Paris 123.92, Mailand 93.26, Madrid 35.30, Schweiz 25.09%, Holland 12.10%.

An der Abendbörse herrschte im Hinblick auf die Feiertage weiter Geschäftsstille. Außerdem veranlaßten schwächere Newyorker Anfangskurse größere Zurückhaltung. Die Kurse waren gegen den Berliner Schluß meist behauptet. I. G. Far­ben und Schuckert lagen geringfügig schwächer. Im Verlaufe hörte fast jede Umsatztätigkeit auf. Rheinstahl 100%, Gelsenkirchen 123%, A. E. G. 149%, Schuckert 168%, J. G. Farben 167%, Aku 118..

Mmmhskmös VssdriSienbövse

X Mannheim, 23. Dez. Beeinflußt durch die starke Aufwärtsbewegung an den amerikanIchen und Liverpooler Märkten sind di« Cif Forderungen des Auslandes stark erhöht. Der Konsum ist aber weiter zurückhaltend. Tendenz stetig. Im nicht- offiziellen Verkehr nannte man gegen 12% Uhr in

RM per 100 Kilogramm waggonfrei Mannheim: Weizen inländischen 27%, ausländischen 28%32. Roggen inländischen 19.2519.75, Hafer inlän­dischen 1717.75, Braugerste badische, würOem- bergische und rheinhessische 2021, pfälzische 20.75 bis 21.75, Futtergerste 16.5017.50, Ws mit Sack 18.50, Südd. Weizenmehl, Spezial Rull 39, Südd. Weizen-Auszug sm ehl 43, Südd. Weizen­brotmehl 29, südd. Noggenmehl, je nach Ausmah­lung u. Fabrikat 29.2533, Weizenkleie 9.259.50, Biertreber 14.7515.25.

Handel und Gewerbe, Königsberg i. Pr., hat ge­stern den bekannten Berschmelzungsvertrag mit der Dresdner Bank, demzufolge das Vermögen der Bank unter Ausschluß der Liquidatton mit Wir­kung vom 1. Januar 1929 auf die Dresdner Bank übergeht, gegen 106 Stimmen unter Protest ge­nehmigt. Den Aktionären der Ostbank werden im Verhältnis 4:1 Aktien der Dresdner Bank, divi­dendenberechtigt ab 1. Januar 1929, angeboten. In der Versammlung vertraten 25 Aktionäre ein Kapital von 3 437 640 RM mit 171882 Stimmen.

X Adler n. Oppenheimer A.-G., Berlin. Di« Gesellschaft war 1928/29 zufriedenstellend beschäf­tigt. Der Absatz der Fabrikate konnte weiter ge­steigert werden. Das Schwanken der Konjunktur und das ständige Steigen der Steuern und son­stigen Unkosten übte aber einen ungünstigen Ein­fluß auf das Geschäftsergebms aus. Die sinkende Tendenz auf dem Markt der Großoiehhäute und Kalbfelle hatte zur Folge, daß die Verkaufspreise für Fertigleder vielfach nicht zur Deckung der Ge­stehungskosten ausreichten. Die inländischen Betei­ligungen der Gesellschaft hatten unter ähnlich schwie­rigen Verhältnissen zu leiden, während die Ergeb­nisse der Ausländsbeteiligungen besser waren. In der Bilanz (in Mill RM) hat sich der Posten Grundbesitz und Gebäude infolge der Erweiterungs­bauten des Werkes Neustndt-Glewe i. M. auf 8.37 (7.55) erhöht. Wesentliche Veränderungen zeigen ferner Warenvorräte mit 10.80 (12.32), Außen­stände mit 15.76 (16.13), andererseits Bankschulden mit 11.78 (10.17), Verrechnungen mit Tochtergesell­schaften mit 11.53 (12.27), während Gläubiger mit 1.50 (1.53) sich wenig veränderten. Erträgnisse aus Beteiligungen und Wertpapieren erhöhten sich auf 0.16 (0.12), während der Warengewinn auf 4.73 (5.06) zurückging. Da gleichzeitig die Handlungs­unkosten einen Zuwachs auf 3.99 (3.51) und die

Abschreibungen 0.68 der Reingewinn ai

das AK. von 15

(0.60) zeigen, verminderte sich ins 333 892 (1 190 775) RM. Auf Mill. RM gelangt keine Divi- rozent) zur Verteilung; der G«-

(feine)

Rheinischen Metallwaren, und Maschinen A.-G. in Düsseldorf, und damit deren Quote im Röhrenver-

band in Höhe von etwa 3 Prozent erworben haben. Die Verhandlungen hierüber können als praktisch abgeschlossen gelten. Ferner haben die Mannes­mannwerke eine erhebliche Blechquote in Grob-, Mittel- und Feinblech erlangt und zwar von der Storch- und Schöneberg-A.-G., die bekanntlich von einem Stahlwerkvertragskonsortium erworben wor­den ist. Die Mannesmann-Röhrenwerke find weiter­hin mit einer entsprechenden Beteiligung dem Halbzeugvertrag beigetreten. Der Uebergang der Blechquote von Storch und Schöneberg auf Man­nesmann bedeutet übrigens nur eine interne Um­gruppierung, da Storch und Schöneberg bereits zum Mannesmannkonzern gehören.

X Diskontermäßigung in Schweden. Die schwe­dische Reichsbank, die erst am 12. Dezember Oeich- zeitig mit der Bank von England ihren Diskont­satz von 5% Proz. auf 5 Proz. herabsetzte, hat gestern eine neue Diskontermäßigung um % Proz.

' "" Proz. vorgenommen. In Schweden ist Ibe Rate wie in Holland und Belgien

auf 4J4

jetzt dieselbe ____

in Kraft. Unter diesem Satz hätt sich nur noch der Diskont in Frankreich und in der Schweiz, in bei­den Ländern besteht ein Satz von 3% Proz.

Frankfurter Getreidebörse

vom 18. Dezember (Amtlich).

Je lOU kg in Wolhmarh

Weizen 1. Qualität

Roggen (inländisch.), fester. . . Sommergerste für ^rauzwecke . Hafer (inländischer).....

Mais (gelb) . .

26.75 Dm

19.-

20.-

18

18

Weizenmehl (südd. Spezial) . . 38.7539.25 (Niederrhein. Spezial) 78.7539.2p

Roagenmehl, fester..... 27.7528.75

Weizenkleie...... - 9.60

Roggenkleie . ..... 10.

LIvWsbtMÄ dss tSitt- «Zrd Äus§srtzsvSLhois

OMachivkebmaE

X Paris, 23. Dez. Das Protokoll der Inter­nationalen Konferenz für die Aufhebung der Ein­und Ausfuhrverbote, die, wie bereits berichtet, am 20. d. M. zum Abschluß gekommen ist, wurde von Deutschland, Oesterreich, Belgien, Dänemark, den Vereinigten Staaten

__________, , igten, Dänemark, den Vereinigten Staaten "von Amerika, Frankreich, (Entrinnt^ Arland. llnanrn. Japan Luxemburg, Nor-

X Frankfurt a. 21t, 23. Dez. Auftrieb: Rinder (darunter: 244 Ochsen, 43 Bullen, ko Kühe, 240 Färsen), 754 Kaliber, 122 Schafe, 1586 Schweine, Marktverlauf: Rinder schleppend, Uöber- stand; Kälber, Schafe und Schweine lebhaft, aus- verkaust; beste Kälber über Notiz. Preise für 1 Zentner Lebendgewicht: Ochsen: a) 1. 5558, 2.

1079

478

winn soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Im neuen Geschäftsjahr ist die Beschäftigung der Betriebe gut. Falls kein« unvorhergesehenen Er­eignisse eintreten, dürft« für das laufende Jahr mit der Wiederaufnahme der Dividendenzahlung gerechnet werden.

X Bank für Indusirlewerke A.-G., Bersin. Die Gesellschaft, von den ihr nahestehenden Großbanken bisher im wesentlichen nur zur Verwaltung eines Portefeuilles von Vorzugsaktien verschiedener Jn- dustriegesellschaften benutzt, neuerdings bekanntlich für besondere Aufgaben im Rahmen des Jnter- ventionskonsortiums ausersehen, weist für 1928/29 Reichsmark 166 573 (143 698) Reingewinn aus; die Dividende aui RM 2 Mtl. A.-K. wird n« der

Erbsen, je nach Qual., f. Speisezw. 31.00-44.00

Linsen do. 55.00100.00

Heu, südd., gut, gei. trocken . .

Weizen- u. Roggenstr., drahtgepr. gebündelt

Dievcr, getrocknet ... ... 13.7515.25

Tendenz: sehr ruhig

10.50

5.80

5.80

Berliner Metallmarkt. (23om 23. Dezember)

Kupfer

Dezdr. . Januar Febr. . .

März April. . Mai ..

Juni.. .

.132. . 132.50 . 132.50 . 132.- . 132.-

132.- . 132.

b 134.- 133.50 133.- 131. 133.- 133 133.

Blei

Dezbr.

Januar

Febr.. .

März. April.

Mai . .

Juni. .

G

41 -

4 1.25

41.75

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42.50

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42, a0

B 43.- 42 42. 12.50 4275 43. 43.-

lien, Rumänien und Schweden haben sich das Recht vorbehalten, später zu unterzeichnen. Die Staaten, die das Protokoll bedingungslos unter­zeichneten. setzen es am 1. Januar in Kraft. Sie müssen nach den Vereinbarungen binnen sechs Mo­naten alle Verbote für die Ein- und Ausfuhr mit Ausnahme der im Abkommen zugelassenen Ein­schränkungen außer Kraft setzen.

MS 52; Kälber: 6) 9496, c) 9093, 6) Schweine: b) 8284, c) 8385, d) 8385. Fleischgroßmavkt: a) Frisches Fleffch: Ochsen- und Rindfleisch 1 90100, do. 2 8090, Vullenfleisch 8590, Kuhfleisch 2 6070, do. 3 5060. Kalb­fleisch 2 130140, Schweinefleisch 1 108112, do. 2 holl. 106110, do. 3 95100: 6) Gefrierfleisch: Rindfleisch Vorderviertel zollfrei, 50, do. Hinter­viertel zollfrei 65 RM. Geschäftsgang flott.

TU

ge Brutto tau 95

(261 Oll) vereinnahmt. Aus der Bilanz (in RM): unoer. 600 000 Reserve, 16 394 (22 906) Kreditoren und außerdem noch nicht eingelöste Papiermark­obligationen im Werte von 62 424 (80 885) gegen­über 139146 (140 919) Guthaben und RM 2,70 Mill. Effekten (wie L B.).

X Mannesmann kauft Rheinmekall-Röhrenwerk. Don Verwaltungsseite wird bestätigt, daß die Mannesmann-Röhrenwerke das Röhrenwerk der

m reiverkl) .Ingcfchm. Zink . alummium. .

do. Barren Nickel. .

Antimon Rg. . Silber 900 j. 1 kg

(Mk. für 100 kg) G B

. 190

. 194

. 350

, 6367

. I 6567

Amtliche GinbeitSfUrfe

Mertin Frankfurt a.M. ,Pom 23 Dezember)

^<ut!ftt«^ NdM'?

X Frankfurt a. M., 23. Dez. Tendenz geschäfts- lW. Zu Beginn der neuen Woche verkehrte die Börse in stillster Haltung. Die eingetroffenen Auf­träge beschränkten sich auf ein Minimum, auch dürfte dies zum Teil die Folge der bevorstehenden Weihnachtsfeiertage jein. Die Grundstimmung war über trotz verschiedener Vorfälle nicht unfreund- ich. So machte vor allem der Rücktritt des Reichs- hnangminifters Hilferding den denkbau wenigsten Eindruck, da auf der anderen Seite die Erledigung vfs Finanzprogramms befriedigend wirkte. Auch "le zum Schluß fest gewordene Newyorker Börse W Samstag wirkte tendenzanregend, ohne daß

Geschäft jedoch eine Belebung auch später er» Mm konnte. Ueber den Ausgang des Bolksent- Miüs war man geteilter Meinung. Gegenüber den Mlußkursen vom Samstag blieben im allgemei­nen Li« Veränderungen sehr klein. Nur einige ^pezialwerte machten eine Ausnahme, und lagen eiwaz stärker unter Druck. Die Abschläge waren Rcr größer, obwohl Angebot nur wenig heraus- doch genügte dies bei einer stark überhand Ahnenden Aufnahmeunlust, um Abschläge bei «aizdetfurth und Dt. Linoleum von 5 bis 6 Pro­pst herbeizuführen. Der bevorstehende Jahres- mmo löste immer noch Zurückhaltung aus. Gut Huptet eröffneten am Chemiemarkt Deutsche : und J. G. Farben. Am Elektromarkt lagen

! " knapp behauptet, wi

' U°bent abgeschwächt waren.

Schutzgebiete . . . . - °|o Neichsanleihe v. 1927 Ablösungsschuld o. A.

do.

M. A.

UranMurfer Kursberichl f23 Dezember)

(Lelo

während Schuckert 1% . Montanwerke von %

8 °/o Pr. Eentr. ° Bod.» Psandbr. 28 . . . . ö% Pr. Centr.-Komm.»

Obl. 28......

Anatolier I .... .

ko. U . . . . .

Bagdad I. ..... do. . . . . .

Zolltürken..... Schantungbahn . . .

dla ....... armer Bank .... BerlinerHandelsgesellsch. Commerz- u. Privatbank Darm ad:, u. Nationalb. Deutsche Bank . . .

Deutsche Dereinsbank Dislonto-Geiellschaft. . Dresdner Bant. . .

Metallbank..... Mitteldeutsche Creditbank Reichsbant . . . Oester,. Creditanstalt Westbant..... Hapag .

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Berantwortll» für Berfa« und Drucken!: Pool Saft für den Nda'non-Nen K-i-mttnhâ Richard S'N'tch Kir Innigen undR-Namen:^r.«i ed-«h ühne, -lU inSmau. Rota«on«druck der WaUendaockbuchdruckere: Sonau. ^eM'pmSanich-uu 8r. 3056, 3951, 395S. Postscheck Srontfurt a. M. Ur 26659. ÄanNontv' <5fdnbi<Âe feibban' eonav

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