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Nr. 293

Samstag den 14. Dezember 1929

"eite 9

Missen. Er ist dann nach längerer Krankheit im Jahre 1926 gestorben und war, wie er Herrn Gar« ftenfen mitteilte, damals 74 Jahre alt. Diese Mit- teilung ist richtig, denn tatsächlich ist Johann Orth als jüngster Sohn des Großherzog Leopold II. von Toskana in Florenz am 25. November 1852 ge­boren, wäre also im Jahre 1926 74 Jahre alt ge­wesen.

Diese neue Nachricht unterscheidet sich von den vielen»Legenden, die sich bisher um das Sehen und bas eigentümliche Verschwinden des Erzherzogs ge­bildet haben, durch die Bestimmtheit, mit der sie austritt. Es sind jetzt fast 30 Jahre her, daß man von dem Erzherzog nichts mehr gehört hatte. Die letzte von Johann Orth selbst stammende Nachricht ist ein vom 12. Juli 1890 aus Porto La Plata da­tiertes Schreiben an den Rechtsanwalt Dr. von Haberer in Wien. Daraus geht hervor, daß er an diesem Tage mit seinem Schiff Santa Margaretha die Ausreise unternommen hatte und zwar nach Valparaiso. Von diesem Tage an fehlt sowohl von ihm als auch von seiner Lebensgefährtin Milliy Stubel, die aus Berlin stammte, jede Nachricht, einer' der Schiffsoffiziere Johann Orths ist am Tage vor der Abreise der Santa Margaretha aus den Diensten Johann Orths geschieden, weil er die Fahrt um das Kap Horn tollkühn nannte. Aber Jo­hann Orth bestand darauf diesen Weg zu nehmen. Nun trat während der Reise der sehr selten und ge­fürchtete Kambyser-Sturm auf, in denen nach An­nahme der Schiffssachverständigen die Santa Mar­garetha umgefommen ist. Hin und wider wurde von Reisenden berichtet, daß sie den ehemaligen Herzog irgendwo in Südamerika getroffen und ge- sprocken hatten. Beglaubigte Nachrichten darüber 'konnte aber niemand beibringen. Wenn auch Jo­hann Orth durch seine ganze Lebensweise bewiesen hatte, daß er an dem bürgerlichen Leben in Eu­ropa keinen Gefallen fand und darum die Möglich­keit besteht, daß der in Amerika als Einsiedler und unerkannt leben wollte, so liegt doch kein Grund vor, der ihn gezwungen hätte, niemals wieder das geringste von sich hören zu lassen. Bald nach seinem Verschwinden wurden mehrfach Hilfsexpeditionen ausgerüstet. Aber merkwürdigerweise wurde auch vom Schiff nicht die geringste Spur gefunden, so daß die Vermutung immer mehr durchdrang, daß tatsächlich das Schiff nicht zugrunde gegangen fei. 20 Jah^e nach seinem Verschwinden wurde von dem Neffen und Erben des Verschollenen, dem Erzher­zog Joseph, dem österreichischen Oberhofmarschall der Antrag unterbreitet, dieSeeverschollenheit" des Erzherzogs auszusprechen. Tatsächlich wurde er im Jahre 1911 für tot erklärt. Schon im Jahre 1924 kam aus Newyork die Meldung, daß er dort am 2. April gestorben sei. Nach den neuesten Nachrich­ten scheint sich also auch dies nicht zu bestätigen, da er danach als Einsiedler in Paraguay im Jahre 1926 verschieden ist.-

«Esche «achvichten

#eett6if*ee Landtag

Der Ostbank-Krach.

Dez. Der Preußische Landtag setzte

Hamburg evbLtt einen neuen O-evbüvgevme^fiev

Der bisherige Präsident der Hamburger Bürgerschaft Roß soll Oberbürgermeister werden.

Oberbürgermeister Dr. Petersen

will zum nächsten Jahr sein Amt ' niederlegen.

Zusammenfassend kann gesagt werden: Weder die Dresdner Bank noch die preußische Staats­regierung haben Hugenberg saniert, sondern Hu­genberg hat eine seiner stärksten wirtschaftlichen Positionen verloren, und die ostpreußische Wirt­schaft ist durch das Eingreifen des Staates vor schweren Verlusten bewahrt worden. (Beifall links und in der Mitte.) Die Staatsregierung kat keinen Anlaß, Hugenberg zu schonen. Im Gegenteil, man soll einen politischen Gegner mit allen Mitteln be­kämpfen. Hört, hört! rechts.) Gewiß wäre die Niederlage Hugenbergs noch größer gewesen, wenn wir ihn ohne Hilfe gelassen hätten. Aber die ost­preußische Wirtschaft hätte den Preis zahlen müssen Und dieser Preis schien der preußischen Staats­regierung zu hoch. (Beifall links und in der Mitte).

Die vom Reichskanzler befürwortete Schaffung eines beweglichen Faktors für das Gemeindesteuer­system decke sich mit dem Plan der preußischen Fi­nanzverwaltung. Wie dieser Faktor in den Einzel­heiten gestaltet werden solle, werde sich bei den Be­ratungen ergeben. Im Rahmen der Neuordnung der Realsteuern wolle Preußen vor allem auch zu einem für die Gemeinden besseren Polizei- und Schullastenausgleich gelangen.

Der Haushalt wird dem Hauptausschuß über­wiesen. Das Haus vertagt sich auf den 21. Januar.

«uuttus «a-rm an den ReiwÄvräsidententen

Berlin, 13. Dez. Der scheidende Nuntius Pacelli

den

bat aus Kut'rein folgendes Telegramm an Herrn Reichspräsidenten gerichtet:

Dev neue wsStSiche MzeNvSMsm des Evause- lif$en ObevArchenvats

Berlin, 13. Dez. Zum weltlichen Vizepräsiden­ten des Evangelischen Obevkirchenrats der altpreu­ßischen Landeskirche als Nachfolger des verstorbe­nen 2. Duske wurde vom Kirchemenat Geheimer KonMorialrat D. Hundt gewählt. Der neue Vize­präsident gehört der Obersten Kirchenbehörde seit dem Jahre 1908 an, seit 1916 als Mitglied, seit 1928 als Dirigent. In seinen Händen liegt das Finanzreserat.

^ontmnnifien erschießen einen Kati-naiforiaiMsn

Berlin, 14. Dez. Rach einer nationalsozia­listischen Versammlung in Wilmersdorf wurden Hier kurz nach Mitternacht verschiedene Teilnehmer aus der Straße von Kommunisten überfallen und angegriffen. Es fielen sechs Schüsse, der 19jährige Nationalsozialist Walter Fischer aus Friedenau wurde getroffen und so schwer verletzt, daß er aus dem Transport zum Krankenhaus starb. Ein an­derer Versammlungsteilnehmer wurde durch Schüsse in den Rücken verletzt. 2 Kommunisten wurden feft- genommen, da sie im Verdacht stehen. die Schüsse abgegeben zu haben.

Die rn»-dka»s Betteei vor «Seviwt

gegen 678 Meilen zurück. Zer Kapitän erklärte, es sei die schwerste Sturmreife aesen, die er je er­lebt habe. Gegenüber Gerüchten wonach dieBre­men" ourch den Sturm beschädigt worden sei, er­fährt der Vertreter des W. T. B, da^ diese Be­hauptuna völlig unbegründet ist. Kein Passagier wurde schwer verletzt, einer erlitt einen Armbruch und einige wurden unbedeutend verletzt. Ein Passa­gier derBremen", der Marinearchitekt Gibbs, sagte, dieBremen" habe sich bei der schweren See außerordentlich gut gehalten.

Obermagistraksrat Schalldach plötzlich verstorben

Berlin, 13. Dez. Der volksparteiliche Oberrna- giftratsrar S ch a l l d a ch ist heute am Spätnach­mittag während der Vernehmung beim Oberstaats­anwalt Tapolski in der Sklarekafsäre einem Herz- schlao erlegen. Obermagistratsrat Schalldach haben wahrscheinlich haben wahrscheinlich die ganzen Ver­nehmungen derartig in Aufregung gesetzt, daß sein Gesundheitszustand darunter litt. Das Disziplinar­verfahren stand bereits vor der Niederschlagung, da sich herausgestellt hatte, daß Schalldach die 1000 - Mark, die man ihm anfangs als Bestechungsgelder zur Last legte, auf Beschluß des Aufsichtsrates mit Wissen des Oberbürgermeisters Böß gezahlt wor­den waren.

Rückkehr des KreuzersEmden".

Wilhelmshaven, 13. Dez. Nach einjähriger Weltfahrt ist der KreuzerEmden" heute nach­mittag wieder in feinen Heimathafen Wilhelms- Haven eingelaufen, wo er von einer vieltausend­köpfigen Menschenmengen stürmisch begrüßt wurde.

Männer-Ouartell 1925. Heute abend Zusammen­kunft mit Damen. Morgen vormittag pünktlich 10 Uhr Singstunde. 6171

Bayern-Verein Hanau. Heute abend 9 Uhr Mo­natsversammlung. Morgen von abends 7 Uhr an Treffpunkt bei Landsmann Wölflein 6165

Rhönclub, Zweioverein Hanau e. V. Heute Samstagabend 8 Uhr, Monatsversammlung im Gartensälchen Rest. Krieg, u. a. Festlegung des Wanderprogramms für 1930. Nach Schluß des ge­schäftlichen Teils, Erscheinen St. Nicolaus. Um zahlreichen und pünktlichen Besuch bittet

1469 Der Vorstand. Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr. Sonntag nachmittag 2 Uhr Ständchen im Diakonissenheim, abends 8 Uhr Konzert in der Turnhalle Jahnstr. Alles in Uniform.

Deutsche Volksparkei. Frauengruppe. Unsere Weihnachtsfeier findet am Dienstag, 17. ds. Mts, nachm. 4 Uhr, im Bürgerverein statt.

Sportklub Eiche 01. (Ligamannschast.) Allen Sportfreunden zur Kenntnisnahme, daß am Sonnt tagmorgen um 8.45 Uhr ein großes Auto nach Ar­heilgen zum Ligakampfe mit unseren Kämpfern fährt. Wir hoffen auf starke Beteiligung unserer Sportanhänger. Fahrpreis 1.30 RM. 1473

Turngemeind« 1837. Die Spiele der 2. und 3. Mannschaft gegen .Zahn Grünweitz" Frankfurt am Sonntag fallen aus, da Frankfurt abgeschrieben hat. Es spielen nur die 1. und Jugend-Mannschaft und zwar: Jugend um %2 und 1. Mannschaft um 3 Uhr.

1 Finanzminister Dr. Höpker - Aschoff führt m den Verhandlungen wegen der Stellungnahme Rr Preußischen Staatsregierung beim Zujammen- Mlch der Ostbank u. a. aus: Die Ostbank konnte Kan schon mit Rücksicht auf die Lage der ostpreu- Mchen Wirtschaft unter keinen Umständen fallen Men. Unter den rund 40 Millionen Depositen­geldern befanden sich 26 Millionen, die kleineren Einlegern gehörten. Das Kapital der Ostbank, das 4 Millionen RM betrug, ist im Verhältnis 4:1 gegen Dresdner Bank-Aktien umgetauscht worden. Es ist dabei so verfahren, daß für die Abschreibung etwaiger Verluste 3,5 Millionen bereitstehen. Au­ßerdem haben die Großaktionäre, darunter Herr Hugenberg, ihre Umtauschaktien der Dresdner Bank zur Verfügung stellen müssen, damit etwaige wei­tere Verluste durch Verkauf dieser Aktien verhin­dert werden können. Wenn auch das noch nicht ge­nügt, kommt die Bürgschaft in Frage, die auf der einen Seite Geheimrat Hugenberg, auf der anderen Seite die Preußische Staatsbank bzw. das preu­ßische Finanzministerium übernommen hat. Herr Hugenberg hat die Uebernahme der Bürgschaft auch für die Anteile der übrigen Großaktionäre ab« gelehnt, obwohl er nach meinem Dafürhalten als Aufsichtsratsvorsitzender die Verpflichtung gehabt hätte, hier einzuspringen. (Lebhafte Zustimmung links und in der Mitte.) Wir haben aber vor Uebernahme £er Bürgschaft durch die Staatsbank zur Bedingung gemacht, daß die Konten der Hu- genbergschen Unternehmung bei der Ostbank glatt­gestellt würden, und daß Hugenberg und seine Ver­trauensleute ihre Aemter sofort zur Verfügung stellen. Beide Bedingungen sind erfüllt worden.

Ew. ELAe.-enz und der Reich- -gierung in d barer Erinnerung ergebenste Abschiedsgrüße

Au

fen - - nd Sie und das deutsche Volk meines dau­ernden Gedenkens zu versichern.

gez. Pacelli."

Die Tettuabme

VS« SOMAttKSLtt an SevfaWnsskekev«

Berlin, 13. Dez. In einer Kleinen Anfrage führten einige deutschnationale Landtagsabgeord­nete aus: Bei den anläßlich der Verfassungsfeier veranstalteten öffentlichen Umzügen der Schulkinder seien ungeeignete Flugblätter in die Hände der Schulkinder gekommen Das Staatsministerium wurde deshalb geiftagt, ob es angesichts dieser Vor­kammnisse nicht auf die Verpflichtung der Kinder an derartigen Veranstaltungen verzichten wolle. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, weist der Kultusminister in feiner Antwort darauf hin, -die Verpflichtung der Schulkinder zur Teil­nahme an Verfasiungsseiern werde durch gelegent­liche unzulässige Verteilung von Werbezetteln nicht berührt. Weiter war in der gleichen Anfrage um Auskunft gebeten worden, wie das Staats- ministerium, falls die Drohungen auf Schulver­weisung der Kinder im Wiederh olung sfalle wahr gemacht würden, dafür zu Jorgen gedenke, daß die bestraften Kinder ihrer Schulpflicht weiter ge­nügen können. Diese Frage wird vom Minister mit dem Hinweis auf die Möglichkeit einer Ein­schulung in die Volksschule beantwortet.

Lanügerichtsdircktors Dr. Siebert begann heute vor dem Frankfurter Schwurgericht die Verhand­lung gegen den Landwirt Paul Deitert aus Grünow, der unter der Anklage der vorsätz­lichen Tötung seines Vaters steht. Es sind 38 Zeugen und 3 Sachverständige geladen. Der Angeklagte, der 37 Jahre alt ist, gab in der Ver­handlung eine Schilderung des Herganges der Tat. Nach einer der häufigen Streitigkeiten zwischen Vater und Mutter habe der Vater das Gehöft ver­lassen. Die Mutter schickte den Angeklagten nach, um den Bater zurückzuholen. Dabei kâm es zu einem Ringkampf, bei dem beide in den Ehaussee- graben fielen. Plötzlich blieb der Vater leblos lie­gen. Der Angeklagte glaubte nach seiner Behaup­tung an einen Krampf und ging nach Hause. Spä­ter holte er den Vater in die Häckselkammer und brachte ihn am anderen Morgen weg. Der Vor­sitzende machte den Angeklagten auf den Wider­spruch gegen seine früheren Aussagen aufmerksam, nach denen die Tat selbst in der Häckselkammer ge­schehen sein sollte. Der Angeklagte blieb trotzdem bei seiner Darstellung. Die Mutter soll geäußert haben: Gott sei dank, daß er weg ist. Der Ange­klagte bestätigte diese Angaben.

Sie fiüvmische «sbevfahvi dev'Seemen*

Rewyork, 13. Dez. Der S^nelldampfer . Bre­men , der hier mit einer Verspätung von zwei Ta­gen und zehn Stunden eingetroffen ist, hatte eine außerordentlich schwierige Ueberfahrt. Das Schiff legte am 7. ds. Mts. nur 120 Meilen, am 12. da-

ewt VeSatmtnrachuusen.

Sitzung der Sladkverordneken-Versammlunq am Dienstag, den 17. Dezember 1929,-17 Uhr

1 Ein mal

(nachmittags 5 Uhr).

Tagesordnung:

Mg und Verpflichtung von neuge- Stadtverordneten.

2. Beschlußfassung über die Gültigkeit der

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Stadtverordnetenwahl vom 17. November 1929.

Vervollständigung des Büros der Stadtv» Vers.

Wahl der Stadtvervrdneten-Miiglieüer der Kommissionen und Ausschüsse.

Mitteilungen des Magistrats.

Erhöhung des städt. Zuschlags zur Grund­vermögenssteuer.

Erhöhung der Gewerbesteuern für das Rj. 1929.

Erhöhung der Wcrktarife ab 1. Januar 1930.

Einführung einer örtlichen Biersteuer.

Antrag der komm. Fraktion 3. Int. best. Gewährung einer Winterbeihilfe an Er- lverbslose, Sozial- und Kleinrentner.

Antrag Dr. Wagner und Gen. betr. die Be­schäftigung städt. Beamten, Lehrern und An-

gestellten, die den städt. Körperschaften an- gehören.

Hieran anschließend: Geheime Sitzung. Hanau, den 13. Dezember 1929.

Der Stadtverordnetenoorsteher: gez. Srinttn.

Bei Ihrer Weihnachtsbescherung soll ein Möbelstück nicht fehlen.

Da ich keine Preisfragekarten ausgegeben «EIHOl Huhlltfi 9 habe, gewähre ich bis Weihnachten noch AW^ Q ÄWÄBÄMCli»»

Josef Strauss, Hanau

Marktstrasse 26/30 Am Altstädter Markt

Silberne Sonntag von 2 bis 6 Uhr geöffnet.