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^doxerweise anderen grünen und schattigen Län­dern jenes kostbare Produkt, das den Boden ver- jüngt und seine Fruchtbarkeit steigert. Aber hier itnb da erweist sich doch der Wüstenfluch stärker als alle Naturgesetze. Dann beschreitet der Salpeter, statt den Weg zu Wiesen und Feldern siuzuschla- gen, den Kriegspfad und überträgt, in Pulver und Sprengstoff verwandelt, den unerbitterlichen Fluch seines Heimatlandes auf andere Erdstriche.

Die Fabrikation künstlicher Nitrate hat zwar die Monopolstellung Chiles als Salpeterlieferant der Welt erschüttert; gleichwohl liefert auch heute noch die Wüste von Atacama ein rundes Mertel des gesamten Weltbedarfs. Chile besitzt noch immer unermeßlich reiche Salpeterlager und läßt sich an­gelegen fein, durch fortgesetze Verbesserung und wirtschaftlichere Gestaltung des Gewinnungspro­zesses der Konkurrenz der chemischen Fabriken Stand zu halten. Das Zentrum des wichtigsten Produktionsgebietes ist jener Teil der Wüste von Atacama, der zwischen Tarapaca und Antofagasta liegt, und der sich in einer Ausdehnung von 500 Meilen längs der Küste hinzieht. Die mittlere Jahreserzeugung schwankt auf der Grundlage von 25 Millionen Zentner. Die Wüste von Atacama liefert darüber hinaus, aber noch etwa die Hälfte der Weltproduktion an Iod. Kupfer, Eisen und SWer sind weitere Reichtümer dieses ebenso er- tragsröichen wie abschreckenden Gebietes, ganz zu schweigen von dem Schwefel, der in Millionen Tonnen in den erloschenen Kratern der Vulkane ruht, dem Mangan, dem Borax, dem Salz, dem Blei, dem MumiAum, dem Graphit, dem Wismut, dem Kobalt, dem Quecksilber, der Pottasche, dem Zink und Glimmerschiefer Die Wüste von Ata­cama ist ein Hexenkessel, der bis zum Rand, mit Bodenschätzen gefüllt ist Aber den größten Reich­tum stellt doch noch immer der Salpeter dar, das Weiße Gold", das von Chile aus den Weg nach allen Teilen des Erdballs findet.

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Lache, Bajazzo!" Me ich Caruso kennen lernte. Freundschaft. Ada Giacchetti.

Leiden.

Von Marciale Sisca.

Die Ehe des 4Sjührigen Caruso mit Dorothy Benjamin, der Tochter eines besonnten Newyorker Rechtsanwalts, wurde in der ganzen Welt für das Hohelied seines Lebens gehalten.

Möglich, daß ein Mann zweimal in feinem Le­ben oder auch mehrere Male lieben kann. Aber das Erlebnis der ersten Liebe, ihre flammende Leidenschaft das, was wir in späteren Jahren unsereErfahrung" nennen, kann niemals wieder­holt und niemals vergessen werden.

Nicht anders war es im Leben Carufos, der nur deshalb so unzeitgemäß eine Ehe einging, weil er bereits gebunden war an die Erinne­rung! An die Erinnerung, die einen größeren Einfluß auf seine Kunst ausübte, als irgend etwas in der Welt, eine Erinerung, die es uns auch ver­ständlich macht, warum derBajazzo" Carusos Glanzrolle war.

Dieser trauervolle Clown mit dem gebrochenen Herzen reizte zum Lachen, um die Menge zu Amüsieren! Und dieser vom Wahn erlöste Genius,

uenswert verneigte, wenn ihn der Beifallssturm nach jedem Finale umtoste, wußte es dennoch, daß weder Ruhm noch Reichtum die Leiden und Er­niedrigungen feiner Seele lindern konnten, weil er nur eine Marionette, ein wehrloses Werkzeug in den Händen einer wankelmütigen Frau war.

Ein unerwartetes Ereignis, ein Zufall fast machte mich zu Carusos Freund, der dazu auser­sehen sein sollte, einen tiefen Einblick in das Eigenleben eines großen Künstlers zu gewinnen, wie es eben nur einem vertrauten Freunde ver­gönnt ist. Es war am 23. November des Jahres 1903 anläßlich feines amerikanischen Gastspiels, als ich Caruso zum ersten Male fingen hörte. Wie gut erinnere ich mich jenes ersten Eindrucks! Könnte er je in meiner Erinnerung »erblassen?

Carusos Stimme strömte durch das Theater in

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Dem Steger* Krummhübel 1930

Die Rückseite der beiden Plaketten

Der siegreichen Mannschaft" Breslau 1930

Der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen HA soeben die Entwürfe der Siegesplaketten für die deutschen Kampfspiele genehmigt, die für den Wintersport in Krummhübel, für die üb­rigen Sportarten in Breslau ausgetragen werden. Die Entwürfe stammen von Prof. v. Gosen von der Staatlichen Akademie in Breslau.

Sind GieDmrchschniiès Deutscher?!

97 Pfund Fleisch, 80 Liter Bier im Zahr verbrauchen Sie 2000 Zündhölzchen Statistik des Deutschen

Eine amerikanische Statistik gab kürzlich den von Chemikern errechnetenDurchschnittswert" des Menschen mit wenigen Mark an. Es wurde be­rechnet, daß gerade soviel Phosphor im Körper enthalten fei, um ein Dutzend Zündhölzchen davon anfertigen zu können und soviel Eisen, um einen kleinen Nagel davon herzustellen.

Ein Beweis also, wie wenig Wert eine Statistik besitzt, wenn man nur mit angenommenen Werten arbeitet. Es kann und soll deshalb hier auch nicht festgestellt werden, wieviel der Mensch als solcher, rein materiell angesehen, wert ist, sondern es wird nur der Beweis geführt, wieteuer" der Mensch ist, gemessen an seinem Verbrauch und seinem Auf­wand. Die Unterlagen liefert die amtliche Statistik selbst, das Ergebnis ist sozusagen derDurchschnitts- Deutsche".

Rechnet man ein Lebensalter von fünfzig Jah­ren als Durchschnitt, so ergibt sich, daß der Mensch in dieser Zeit mehr an Kartoffeln konsumiert, als der Acker manches Kossäten in einem Jahr zu tra­gen imstande ist 763 Pfund Kartoffeln gibt die Statistik als Jahresverbrauch an, das sind wäh­rend eines Menschenlebens, die ersten Iugendjahre nicht ganz voll gerechnet, mehr als 360 Zentner! Als nächstgrößter Posten erscheint das Brot auf dem Budget des statistisch erfaßten Deutschen: Jährlich rund 140 Pfund Brot, im halben Jahr­hundert also siebzig Zentner Brot. SeWistverftänd- lich wird ein Schwerarbeiter mehr, etwa 300 Pfd. Brot im Jahre, verbrauchen, was allerdings von der Statistik des Durchschnitts-Deutschen nicht be­rücksichtigt werden kann.

gen eines einzigen Menschen. Eingewaltiges Raubtier" ist doch der Mensch! Ein ganzer Kar­pfenteich voll der verschiedensten Fische reicht ge­rade aus, um den Bedarf eines Menschen wäh­rend einer Zeit von fünfzig Jahren zu decken. Der einzige Trost angesichts dieser gewaltigen, über­trieben hoch erscheinenden Ziffern ist es, daß man die Segnungen des Ackers und der Weide ja nur halbpfundweise zu sich nimmt . . .

Ob die amtlichen Statistiken weiterhin recht haben, prüfen Sie bitte selbst nach! Es wird be­hauptet, daß Sie, immer durchschnittlich gerechnet, pro Jahr vierzig Pfund Gemüse, dreißig Pfund Obst, davon vierzehn Pfund Südfrüchte, und bei­spielsweise drei bis vier Pfund Heringe, zweihun­dert Eier und zwanzig Pfund Butter und andere Fette jährlich vertilgen sollen. Weiterhin wird be­hauptet, daß Sie diese Mengen mit achtzig Liter Bier, sieben Liter Wein und dem Ertrag von vier Pfund Kaffee, zwei Pfund Kakao und achtzig Gramm Deeanfeud)ten*. Drei Liter Likör und Weinbrand pro Kopf und Jahr sollen außerdem noch die Summe der zahlreichenkleinen Gläschen" Üarstellen.

Welche Werte die Ausgaben für Genußmittel darstellen, geht daraus hervor, daß pro Kopf und Jahr vierhundertsechzig Zigaretten und hundert Zigarren inblauen Dunst" aufgehen. 126 Mil­liarden Zündhölzer werden im Jahre in Deutsch­land gebraucht, was Ivar Kreuger sicher noch zu wenig sein wird. In der statistisch angegebenen Menge von vierzig Zentnern Kohle pro Kopf und Jahr sind zweifelsohne auch die von den Fabriken verbrauchten Mengen drin.

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daß in Deutschland gegenwärtig im Jahre fünf­zehn Millionen Zentner Rindfleisch, fast vierund­zwanzig Millionen Zentner Schweinefleisch, drei­einhalb Millionen Zentner Kalbfleisch, eine drei­viertel Million Zentner Hammelfleisch und eine halbe Million Zentner Pferdefleisch verzehrt wer­den. Auf den Kopf der Bevölkerung entfallen da­nach pro Jahr 97,8 Pfund Fleisch. Während seines Lebens wandern etwa zehn ausgewachsene Ochsen, zwanzig Schweine, zwölf Hammel und etwa fünf­zehn Kälber, ungerechnet eines ganzen Geflügel­hofes voll Hühner, Gänse und Enten in den Ma-

au

>er einzelne Bürger dem Staate , beweist die Tatsache, daß feder Deutsche rund

370 Mark Einkommensteuer jährlich zahlt. Tausen­den erscheint diese Besteuerung zu hoch: Unter tausend Deutschen befindet immer einer, der aus­wandert.

Bedenklich stimmt es, daß immer noch auf 28 bis 30 Deutsche ein Arbeitsloser entfällt, und daß rund fünfzehntausend Deutsche jährlich Pleite (Konkurs" nennt es die Statistik höflich) machen. Aber das gehört ja nicht mehr zur StAistik des Durchschnittsdeutschen".

sonorer Pracht dahin, und sie ergriff mich un-1 ich, noch von der Erinnerung trunken, zu Hause mittelbar mit ihrer vollen Gewalt und Schönheit, angelangt mich sofort niedersetze und einen langen So überwältigt war ich von ihrer Vollendung, daß I Brief an Caruso schrieb, in dem ich die höchste Be-

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rvunderunq für feine Stimme und feine Kunst in warmen Worten zum Ausdruck brachte und ihn dann bat, mir sein Bild zu überlassen.

Mit der nächsten Post erhielt ich einen herzlich gehaltenen Brief von Caruso, geschrieben in jener großen, ich möchte fast sagen gläubigen Handschrift, die sein Wesen charakterisierte. Er sprach seinen tiefempfundenen Dank für die Bewunderung sei­ner Kunst aus, aber er bedauerte aufrichtig, mei­ner Bitte um ein Bild nicht willfahren zu können. Anstelle einer Photographie indessen sende er mir eine Schreibfeder und eine von ihm selbst ent. worfene Skizze.

Ich blickte mit Staunen darauf.Kann dies eine Arbeit von Caruso sein?" fragte ich mich. War Caruso als Künstler des Zeichenstiftes ebenso groß wie als Sänger?

Bald aber kam ich zu der Ueberzeugung, daß nur Caruso selbst eine so lebendige Karikatur des Meistersingers entworfen haben konnte. Ich zeigte die Skize meinem Feulletonschristleiter und fragte bei Caruso bescheiden an, ob er mir gestatten wolle, die Karikatur in der nächsten Ausgabe meiner Zei­tung zu veröffentlichen. Unverzüglich sandte er mir einen Boten und ließ mir sagen, es wäre eine Ehre für ihn, wenn ich von der Skizze den gewünschten Gebrauch machte. In dieser Stunde begann das wundervolle Erlebnis unserer Freundschaft, die bis zu seinem Todestage währte

In jener Zeit war er von Schicksal sfchlägen und Ungemach aller Art Heimgejucht. Sein Verhält­nis mit der Frau, die sein ganzes Unglück werden sollte, bestand damals noch. Aber sie hielt sich in Europa auf, und Caruso, als Fremder in dieser großen, lärmenden Stadt, fühlte sich verlassen und heimwehkrank. Er wünschte jemand um sich zu haben, mit dem er über feine schöne Heimatstadt plaudern könne, die sich an die blaue, träumende Bucht von Neapel schmiegt. Obwohl er so grausam ausgezischt worden war, als er zum ersten Mal dort auftrat, weilte seine Seele noch immer in dem Land, in dem er das Licht der Welt erblickt.

Caruso war der Typ eines heute nicht mehr zeitgemäßen Gentleman, der es liebt, bei einem guten Male zu plaudern, und oft besuchten wir das damals sehr bekannte und volkstümliche Re­staurant Del Pezzo und tauschten Gedanken aus. Bei solchen Gelegenheiten sprach Caruso oft über sein Privatleben, und so erfuhr ich auch von seiner großen Liebe zu Ada Giacchetti, die er niemals ver« gessen konnte, selbst nachdem er der Gatte von Park Benjamins Tochter geworden war.

Vielleicht war es die Tatsache, daß sie die Mut­ter seiner einzigen Söhne war, daß die Erinnerung an sie in seinem Gedächtnis nie verblaßen konnte. In seinem Vermächtnis bedachte er seine Söhne so reich, daß seine Tochter aus zweiter Ehe, Gloria, das Testament anfocht. Die Söhne Carusos waren unehelich geboren, aber Caruso teilte, bevor seine Tochter Gloria zur Welt gekommen war, nicht den Enthusiasmus seiner Frau für einen Sohn, und er erklärte ihr eines Tages:Ich würde viel lieber eine Tochter haben, denn ich habe bereits zwei wundervolle Söhne."

Ada Giacchetti war eine ausgebildete Pianist® und eine bekannte Sopranistin. Caruso begegnete ihr zum ersten Male im Ausland, als er mit ihr inBoheme" auftrat. Er war Rudolf und sie- Mimi. Seine Leidenschaft für sie wurde bald mehr

als nur zog ihn

re Kunst .... Sie ähre währte dieses

Verhältnis. Um immer wieder an ihre erste Be­gegnung inLa Boheiste" erinnert zu werden, tauf­ten sie das erste Kind, das dieser Liebe entsprang. Rudolph, während das zweite Kind Enrico ge­nannt wurde.

Ada war Ater As Caruso und wirkte As eine Art Ratgeber und Geschäftsleiter für ihren Gelieb­ten. Silber trotz ihrer Intelligenz und ihrer Be­gabung, ja trotz ihrer Ddutterfchaft gehörte Madame Giacchetti nicht zu jenen Frauen, die Treue, Kameradschaft und Ergebenheit zu schätzen wissen, noch fragte sie viel danach, als sie Caruso durch ihren Mangel an Sympathie für ein ruhiges, be­hagliches Heim nach altem bitter enttäuschte. Er liebte die schlichten Dinge des Lebens, Fest­mahle waren seiner einfachen Natur zuwider, und wenn öffentliche Bankette und Ansprachen erwähnt

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