Einzelbild herunterladen
 

Settel

Mittwoch den 27. November 1929

Nr. 278

Dev Svkesel

ein Dekoratious- oder Nutzgegenfkand?

Ju vielen Rumpelkammern finden sich wohl heute heute noch die großen Spiegel mit den schweren, verzierten Holzrahmen, die hoch über dem Sosa angebracht wurden, so hoch gewöhnlich, daß der toptcgel als Gebrauchsspiegel gar nicht in Frage kam, weil kein Mensch sich darin sehen konnte. Aber der Spiegel gehörte nun einmal zur Zimmereinrichdlng, paßte zur©aruitur", und niemand hätte an seine Anrechte auf dem Ehren­platz der guten Stube zu tasten gewagt. Heute hängt sich natürlich niemand mehr einen Spie­gel, der prakijch nicht zu benutzen ist, ihs Zimmer; die schweren Rahmen sind ganz abgekom­men, es gibt nur noch einfache Gebrauchsspiegel, und jeder "vernünftige Mensch sieht darauf, daß sie nicht nur der Aushängehöhe nach, sondern auch in bezug auf die Beleu-Kung so angebracht sind, daß sie ein klares, deutliches Spiegelbild abgeben. Wenn der Spiegel aber noch so günstig zum Tageslicht hängt, so ist damit noch nicht für seine richtige Be­leuchtung am Abend und in der Dämmerung ge­sorgt. Serade das von der Mittelleuchte des Zim­mers kommende künstliche Licht ist zur Beleuchtung des Spiegels ganz unzulänglich, da der vor dem Spiegel steheiDe Beschauer mit seinem eigenen Schlagschatten das Spiegelbild verdunkelt. Der Spiegel braucht daher, um ein gleichmäßig Helles Bild zu gewährleisten, unter allen Umständen seine Sonderbeleuchtung, die durch je rechts und links, ein wenig über Augenhöhe ungeordnete Leuchten mit gut lichtstreuenden Hüllen erzielt wird. Eine einzelne, oberhalb des Spiegels angebrachte Leuchte erfüllt den Zweck der Aufhellung des Spiegelbildes deshalb nur sehr mangelhaft, weil das von obn strahlende Licht das Auftreten von Schlagschatten unterhalb der beleuchteten Teile des Kopfes, wie Nase und Kinn, gerade begünstigen würde. 0

* Iubilarfeier des Gesangvereins Tonblüthe. Am vergangenen Samstag hatte der Gesangverein Tonbiüthe seine Mitglieder und Freunde zur Ehrung seiner diesjährigen Jubilare in das Veroins- lokalZu den drei Schwanen" geladen. Unter Füh­rung des Vorsitzenden Herrn Ferdinand Rehbein wurden die Jubilare in das Versinslokal geleitet und von den Mitgliedern und Gästen mit dem Sängergruß empfangen. Der Vorsitzende ergriff hierauf das Wort zu einem Willkommgruß. Von den Sängern wurde sodann der C^rHeilig" stimmungsvoll vorgetragen. Hiermit die eigentliche Feier ewffnend beglückwünschte Herr Rehbein die Jubilare, hob die Verdienste eines jeden einzelnen in längeren Ausführungen gebührend hervor. Dis Herren Adolf Gröbener, Stephan Menge und Heinrich Wagner ernannte der Verein in An­betracht ihrer 40jährigen treuen Mitgliedschaft zu EhrenmitgliÄern und überreichte ihnen als sicht­bares Zeichen der Anerkennung je eine Ehren- urkunde. Die Herren Karl Eberhardt, Ernst Schäfer und Ernst Rechkämmer erhielten für 25jährige Mitgliedschaft ein künstlerisch ausgeführ- tes Diplom. Es folgte noch die Ehrung der 20jährigen Herrn Georg Krieger und Christian Gödde, welche die goldene SängernadA erhielten, sodann die Herren Friedrich Farr, Heinrich- Maul. Max Peteler, Jean Schneider, Christian Weber und Willi Weigelt, welche als die jüngsten für 10- jährige Mitgliâschaft mit der silbernen Sänger­nadel geehrt wurden. Herr Storch als Vertreter der Hanausr Sängervereinigung widmete den Jubilaren beherzigende Worte und überreichte den Herren Eberhardt, Schäfer und Rechkämmer für aktive 2Ziährige Mitgliedschaft je eine Ehrentafel. Herr Schäfer dankte im Namen aller Jubilare für die erwiesene Ehrung mit dem Gelöbnis der Treue für alle Zeit. Nachdem nun die Weihestunde vorüber, wurde noch eine besondere Ueberroschung in der nun folgenden Unterhaltung geboten, indem Herr Karl Schäler aus Bergen-Enkheim als Gcht, durch Geiangssolis mit glänzend schöner Stimme, sich rasch in die Herzen aller Anwesenden eingesungen, und reichen wohlverdienten Beifall erhielt. Es folg­ten noch heitere Vorträge unseres Beben Jubilares Herrn Stephan Menge, in bekannter guter alle

Zweries

» Das zweite Kaminermusikkonzert (Veranstalter Dr. F. Kimbers) am Montag abend im Kammer­musiksaal der Stadrhalle vermittelte die Bekannt­schaft mit einem ganz vorzüglichen Cellisten, Aaurits Frank aus Frankfurt. Dieser junge Künstler wirkte in der Setofolnfonate von Zoltan Kodaly so überragend und gemalrig, daß cr mit diesem schönen Werke der modernen Celloliteramr sich in den Mittelpunkt des Konzertes stellte, das hierdurch seinen kammermufikalischen Charakter, der in den ersten drei Vorträgen sehr gut gewahrt blieb, fast verlor. Dr. Limbert begleitete den Künstler in der Cellownate von Mendelssohn (D-dur) mit Schwung und großem Können und erzielle so ein einheitliches Klangbild des dankbaren und effett- rotlen Werkes.

Der erste Teil des Konzertes, der ausschließlich alte Musik brachte, wirkte im Vergleich zu dem lebensprühenden Kodaly schlicht und askettsch. Dr. Freund spielte die dritte Flötensonate von Händel in G-dur mit warmer flüssiger Tongebung, ohne solistisches Virtuosentum, schlicht, natürlich, ganz dem Charakter der Komposition entsprechend. Gleiches gilt auch für die Gambensonate in D-dur von I. S. Bach, die Maurits Frank ansprechend ge­staltete. In einem h-moll Trio von Leclair vereinig­ten sich die drei Künstler des Abends zu einem freundlich wirkenden Musizieren des hübsch geform­ten Werkes.

Der überaus herzliche Beifall feierte den unbe­strittenen Erfolg dieies hochbedeutenden Konzertes auf der ganzen Linie. Dr. E H.

Zu seinem 100. Geburtslage am 28. Nov. 1929. Dom $sul Witfto.

© Sie lltzteu Mrâ- md ersten Jvnltteioc des Jahres 1895 bra ebnen Bremen ein owßeröirâ. 64« (Ereignis. Ds HerSeftadt M m* schenkte Subfitism der DevMdc-. NuLstOâ» Christus", eineze-MÄbe Sp«*, 1h dernaf- ^c äMt* jo q«s»e HsLâsck das ausser

Die GrßWMOSeèt ettres Dvevân

Mutz der Arzt den Patienten vorher aufftären?

In einem Rechtsstreit, der sich jüngst zwischen einem Berliner Krankenhaus und einem seiner In­sassen abspielte und der jetzt rechtskräftig erledigt worden ist, war das Krankenhaus aus angeblich schilldhaftem Verhalten bei Ausführung einer Al­koholinjektion zur Abtötung des Trigeminusnervs und zur Beseitigung der Schmerzen auf Schaden­ersatz in Anspruch genommen worden. Der Kläger, der nach der Operation das rechte Augenlicht und das Gefühl auf der rechten Kopfseite verloren hat, behauptet, daß

der Arzt ihn vor der Operation nicht auf die Gefährlichkeit des Eingriffs aufmerksam ge- macht hätte.

Wenn er vorher darüber belehrt worden wäre, daß die Gefühllosigkeit dauernd sein würde und daß mit einer wenn auch nur entfernt liegenden Mög­lichkeit des Augenlichtverlustes gerechnet werden mußte, hätte er niemals in die Operation einge- willigt.

Die Klage ist abgewiesen worden. Das Gericht hat ein schuldhaftes Verhalten des behandelnden Arztes nicht feststellen können. Von besonderem Interesse sind dabei die Ausführungen, die das Ge­richt zur der Frage gemacht hat, wie weit die Pflicht des Arztes geht, den Patienten vor der Operation über die Gefährlichkeit aufzuklären. Grundsätzlich, so heißt es in den Entscheidungs- gründen, besteht die Pflicht des Arztes, den Patien­ten auf die Folgen einer Operation aufmerksam zu machen. Verletzt ein Arzt diese Pflicht, so würde die Zustimmung zur Operation nicht das schuldhafte Verhalten des Beklagten ausschließen. Abgesehen davon würde das Einverständnis die Rechtswidrig­keit der Verletzung des Körpers oder der Gesund­heit nicht ausschließen und die Operation wäre eine unerlaubte Handlung, für die eine Schaderr- erfatzpfiicht bestände. Dabei ist aber nach der herr­schenden Rechtssprechung zu bedenken, daß der Arzt den Patienten nur auf die Folgen aufmerk­sam machen muß, die im sicheren Bereich der Mög- lichkeit liegen.

Sind bestimmte Folgen nur in Ausnahme- fällen zu erwarten, so erstreckt sich auf diese

Folgen die Delehrungspflicht nicht.

erfreuender Weise. Auch die Mitglieder Kaspar Veitsch und August Lamy sorgten für recht heitere Stimmung. Die Kapelle Stock brachte einwandfreie Musikstücke zu Gehör.

* Die Bestimmungen über Drucksachen. Der Reichspostminrster veröffentlicht eine Verordnung über Aenderung der Postordnung, der die Deutsche Veamtenbund-Korrespondenz folgende Bestimmun­gen entnimmt: Als Drucksachen werden zugelassen alle auf Papier, Pergament, Steifpapier oder pa- pierähnlichen Stoffen, die von Papier nicht ohne matteres zu unterscheiden sind, durch Buchdruck oder ein ähnliches Verfahren, Umdruck oder Be­lichtung hergestellten Vervielfältigungen, die nach forderung mit der Brie^os^eeigne^mS^oe^to- sender hat auf Verlangen Ler Post nachzuweisen, daß es sich um Vervielfältigungen handell. Pa- pierâhnliche Stoffe tm Sinne der Postordnung sind solche Stoffe, bei denen nur durch eingehende Prüfungen, die Lie Stoffe chemisch verändern, z. B. durch Ansengen oder durch Uebergießen mit heißem Wasser festzustellen wäre, ob es sich um Papier handelt oder nicht. Zu diesen Stoffen gehören z. B. Cellophan- und Gelatine-Folien, ferner die unter der Bezeichnung Glashaut, Transparit usw. in den Handel gebrachten durchsichtigen Stoffen. Drucke oder Verfielfältigungen auf anderen Stoffen, die sich ohne weiteres von Papier unterscheiden, z. B. Leder, Leinen, Holz, Metall usw. bleiben von der Beförderung gegen die Drucksachengebühr ausge- schloffen. Ein Nachweis, daß es sich um Verviel­fältigungen handelt, soll vam Absender nur in Aus­nahm efällen verlangt werden, wenn begründete

einmal als das Hauptwerk seines Sehens be- zeichuere, kam zur ersten TheaterauMhrmig in Bremen unter Leitung von Dr. Muck.

RubiuslLin meinte, daß Oratorien auf der Bühne im Ausstattung- prunk mit voller Darstel- lu regst ras' packender und wahret wirken müßten. Zwei Jahrzehnte opferte er der Verwirklichung einer hieraus sich entwickel râeri Idee, entsagte so­gar um ihretwillen feiner von Dsbruhm gekrön- :en Laufbahn als Lavierkünstker.

Die hohe Meinung Rubinsteins von feinen geistlichen Opern erweckte in ihm den Wunsch nach einem eigenen Kuntlbau in der Art des Bay- raucher Festspielhauses. Und er hatte die Genug- ßtung, daß sich in Dresden ein Ausschuß zur Er­richtung eines solchen Festspielhauses bildete, der indes wegen der unerwartet hohen Kosten fein Ziel in unabsehbarer Fern« sich. Da er Bärte sich Dr. Th. Löwe bereit in dem von chm geleiteten Breslauer Etadftheater sämtliche geistlichen Opern Rubinsteins aufzuführen. Zur selben Zeit plan­ten in Bremen Aeynlichss dortige Rubinstein- Verehrer unter Führung Professors Heinrich Bull- Haupt, des Textdichters desChristus". Verhand­lungen zwischen Breslau und Bremen führten zu dem Beschluß, die ersten Lheater-AiMühviMg-en desChristus" in Bremen unter Dr. Löwes Oberleitung zu veranstalten. Während dieser Vorbereitungen legte am 20. November 1894 der Tod seine Hand auf die Stirn Rubinsteins. Das war für das Vorhaben ein schwerer Schlag. Bremen aber hiett dem Toten, was es dem Leben­den versprochen hatte.

Die Begeisterung in Bremen während der zehn mit großem Gepränge in Szene gesetzten 4%ftün= digen Ausführungen desChristus" war groß. Doch drarnalijche Wrkung wird nicht durch Doko- rationen geschaffen. Da dem Werke muftfeuifd) wie dichterisch echtes dramatisches Leben fehlte, war der Bremer Theotererfolg in erster Linie durch die chonzvEe Bührreneinrichtuna erzielt.

Sluf dem erbiete der Oper hat Rudinstein überbau pt kein Lorbeer geblübt. Wenn er trotz der Fruchtbarkeit feiner Phantast«, der einer sanft« gerechten Schulung des Vcrtt ander das Gleich» qemicht geb, « nicht erreichte, daß ferne Opern, such nicht Sw wâichkm. , Gramere*.Der Oärtnsn*.Nero" i. a, dauernd sich bnnâchrtzSe», '0 lag das an fernen dvomorLchrr Il-wrrrnäge».

Ls Dpatrapoa* *»e s inft »4 «s-

Eine interessante Gerichtsentscheidung.

Im vorliegenden Falle hat das Gericht darin, daß der Kläger auf die Gefahr einer Erblindung nicht aufmerksam gemacht worden ist, eine Verletzung der Belehrungspflicht nicht erblickt. Nach den über­einstimmenden Gutachten der hinzugezogenen Sach­verständigen gehören Erblindungen nach einer Al­koholinjektion bei Trigeminusneuralgie zu den allergrößten Seltenheiten. Der eine Sachverstän­dige hat in seinem Gutachten sogar ausgeführt, daß nach einer Zusammenstellung seit dem Jahre 1913 in der Berliner Chirurgischen Universitäts-Klinik nicht ein einziger Fall einer Erblindung nach Al- koholinjektton aufgetreten ist. Ist also die Erblin­dungsgefahr so gering, so braucht sich auf diese Folge die ärztliche Belehrungspflicht nicht zu er­strecken.

Daß der Kläger, wenn'man seine Angaben als wahr unterstellt, auf die zu erwartende Gefühl­losigkeit der rechten Gesichtshälste nur insoweit aufmerksam gemacht worden ist, als diese als ein vorübergehender Zustand bezeichnet worden ist, so könnte darin nach Ansicht des Gerichts

eine Verletzung der ärztlichen Velehrungspflichk liegen, denn die Gefühllosigkeit ist nicht nur eine mit Sicherheit zu erwartende Folge der Operation, sondern sogar eine beabsichtigte Wir- kung des Eingriffs.

Das Gericht kommt aber auch in diesem Falle dazu, daß der Arzt seine Pflicht nicht verletzt hat. Es sei zu bedenken, daß der Kläger an überaus hef­tigen Schmerzen seit langer Zeit litt und daß der­artige Schmerzen zu den unerträglichsten gehören, denen ein Kranker ausgesetzt sein könnte. Unter diesen Umständen sei, zumal andere Mittel versagt hätten, mit Sicherheit anzunehmen, daß der Pa­tient auch dann sein Einverständnis erteilt hätte, wenn er gewußt hätte, daß die rechte Gesichtshälfte dauernd gefühllos wird. Das Gericht folgert dar­aus, daß dem Arzt in solchen Fällen, wo er mit Sicherheit annehmen kann, daß der Patient auch dann sem Einverständnis erteilt haben würde, wenn ihm die bestimmt eintvetenden Folgen be­kannt gewesen wären, keine Fahrlässigkeit in der Befolgung der ärztlichen Belehrungspflicht vorzu­werfen ist.

Zweifel über die Art der Herstellung der Schrift­stücke bestehen.

* Achtung, Paletokmarder» Gestern nachmittag Zwischen 4% und 5 Uhr wurde einem Patienten aus dem Wartezimmer eines hiesigen Zahnarztes heraus ein schwarzer Paletot gestohlen. Beschrei­bung des Mantels: schwarzgraues Kammgarn, schwarzes Futter, 2 Innen- und Außentaschen, beide Aermel vorn repariert (Nähte). Allem An­schein nach treibt wieder ein Paletotmarder fehl Unwesen, sodaß größte Vorsicht geboten ist. Sach­dienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei.

* Die Schalkerstundeu der Relchsbanknebenstelle werden ab 2. Dezember geändert. Siehe Inserat.

* Eine HchBène-Korkettichcm der Thalysia-Werkef Leipzig, findet am Freitag, 29. November, im Sängerheim (kl. Saal) bei freiem Eintritt 3.30 und 7.30 Uhr, statt. Siehe auch Anzeige im Inseraten­teil.

*Auler der kritischen Lupe." Wir verweisen nochmals auf die unter obigem Motto am Sonn­tag, 1. Dezember, abends 7.11 Uhr in der Central­hall« stattfindende große FamMen-Sitzung der Neuen Hanauer Carnevalgesellschaft 1910". Un­ter zahlreichen bewährten Büttenrednern wird auch der weit über Hanaus Grenzen bestbekannte Kappenbruder Chr. Kressebuch wieder mit einem Vortrag auswarten. Chorlieder mit aktuellen Tex­ten und Melodien werden ebenfalls für die echt carnevalistische Stimmung sorgen. Nicht zuletzt sei auf die WanderkapelleRochenbuch" verwiesen, die ebenfalls ihre Mitwirkung zugssagt hat. Alles in Allem stehen den Besuchern wieder einige recht genußreiche Stunden bei denNeuen" in Aussicht.

iprechenÄ, oft mit genialer Erfindungskunft ein« zufttzen, um dann stufenweise abzufullen. Die erste Begeisterung war bald verrauscht, dem Ton­dichter die Lust und die Selbstkritik geschwunden. Nur zwei orientalisch farbenprächtige Klavierkon­zerte von rhythmischer Sinnfülle und ein paar LiÄer von ihm haben sich erhalten.

Als Klavierspieler dagegen sah die Welt seit Franz Ldzt nicht mehr femesgleichen. Ganz Europa nannte ihn den Größten, ob der nie wie­der erreichten Tiefe und Fülle überwalle oder Seslenbeweguna. Als ganz groß gearteter Doll- blutkürstler war peinlich notentreue Sorgfalt nicht seine Sache Musiker und Laien aber riß er hin durch die Gewalt seiner leidenschoftsgroßrn Per- : änlich? eil In seinem Beethoven ähnlichen Aeu- ßeren ein Mann der wuchtigen Kraft, befähigt ihn der Reichtum fernes Herzens auch zum Nochfühlen und Ausprägen schieierzarter Seelanstimmungen, .zu gleich erschöpfendem (Erfassen mit kristallklarem Feinichliff von Werken der Klassiker wie der Ro­mantiker und der SÄonkomponiften. Vollends be­zaubert« die Weichheit seines singenden Anschlags.

Anton Rubinstein kam In einem besiarabischen Dorf« zur Welt. Als er sechs Jahre alt war, zogen feine Eltern nach Moskau. Schon als Sechs- lährlger konzertierte Anton in Petersburg, Äs Elf­jähriger in Paris. Nach einer Konzerttsife durch den Nordwesten Europas wurde er als Fünfzehn­jähriger ein Schüler des Kontrapunttiften Dehn in Berlin. Nach dem frühen Tode des Vaters mußte sich der achtzehnjährige einstige Wunderknabe in Wien als kleiner Klavierlehrer mühselig durchschla­gen. Enttäuscht ging er nach Petersburg. Dort er­langte er die Gunst einer Großfürstin. Sie stellte ihm die Mittel zu einer vierjährigen Konzertreise durch Europa zur Verfügung, auf der er Ruhm und Reichtum erntete. Er wurde Hoftnanist, dann HofkapÄlmerster in Petersburg. Zur Belebung der rusftschen Musik begründete und leitete er in Petersburg eine Musikgefelllschoft, die sichkaffer- $4* nennen durfte, und dann des aus Dr her- vongehende KonsennatoviuM. Jechrânge wettere Konzertreift r serichoGte» èhm auch Triumphe M Amerika. Er baut dsrm seinen Wohnsitz m Wien, â paar Zsh:e « Dresden, batwr wieder m PmerÄmra Nur semioe Mewstt Meo» er in sârr 3SLc_ e: Deârrdns «yurrinpft. Dort, hn »r»v ds SsE« cceüte am Case «büschr»

Das Programm wird so frühzeitig abgewickelt seht, daß auch die Jugend beim Tanz voll und ganz aus ihre Kosten kommen wird.

Wssèesbevrckè

Europa steht ganz unter dem Einfluß eines Tiefwirbels nördlich Schottlands, der mit seinen Randstörungen in Deutschland wiederholt Nieder­schläge verursacht und an den Küsten auch vielfach stürmische Winde hervorruft. Zur Zeit bedingt star, fer Druckanstieg über Westeuropa ein Nachlassen der Wirbeltätigkeit und vorübergehend wird ein hoch- üruckausläufer bis Mitteleurpa vordringen, in dessen Bereich Abnahme der Regentätigkeit, Auf. klaren und Nebelbildung auftreten werden. Der sehr lebhafte Luftaustausch zwischen Süd und Nord bedingt aber wahrscheinlich bald eine neue Kräfti­gung des Wirbels, so daß die Beruhigung des Wetters nur vorübergehend bleibt. Vorhersage bis Mittwoch abend: Vielfach Frühnebel, später zeit­weise ausheiternd und meist trocken, bei südwestlichen Winden mild. Witterungsaussichten für Donners­tag: Zunächst noch trocken, aber wieder Bewölkungs­zunahme und später auch Regenneigung.

LandSirsks Sana«.

Bruchköbel, 27. Nov. Das Fest der sil­bernen Hochzeit feiert heute der Landwirt Phil, Engelhaupt und seine Ehefrau Katharina geb. Weber in Bruchköbel.

Bischofsheim, 27. Nov. Lichtspielabend. Am Dienstag, 3. Dezember, abends 8 Uhr, veran­staltet der hiesige Vaterländische Frauenverein im Kellerschen Saale einen Lichtspielabend. Vorgesühij wird der Film,Wanderung durch die Arbeit des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz" zusammengestellt von Studienrat Kuck. Der Eintritt beträgt 20 Pfg. Der Turnverein Bischofs­heim veranstaltet am Sonntag, 1. Dezember, in seiner Turnhalle ein Konzert, ausgeführt vom Ver­ein ehemaliger Militärmusiker Frankfurt a. M. un­ter Leitung des Musikdirigenten C. Eyrich. Aus den vorliegenden Kritiken über die im Sommer 1929 in Königstein, Bad Homburg, Bad Nauheim und anderen Kurorten gegebenen Konzerten wird ein erstklassiges, reichhaltiges Programm geboten. Der Beginn des Konzertes ist abends 7.30 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 60 Pfg.

Großkrotzenburg, 26. Nov. Saalsportfe st Die Radsport-VereinigungMaintal" veranstaltete am vergangenen Samstag im GasthausZum Anker" ein Saalsportfest. Den Auftakt bildete ein schöner Begrützungsreigen des Radfahrer-Vereins Cito" Großkrotzenburg. Nach einer kernigen An­sprache des Vorsitzenden des hiesigen Vereins, Herrn Trageser, fand ein Schulreigenwettbewerb statt, der dem Radfahrer-Club Somborn den ersten Preis brachte. Das Hauptinteresse lenkte sich so­dann aus die Austragung der Kunstreigen- Meisterschast im Bunde zwischenCito" Groß­krotzenburg und Somborn. Mit einigen Pimiim Vorsprung blieb die bessere einheimische w.sw

^$w

kV

LU*

MANNHEIM^

UNLICHT GES. AG

russischen Adel und dem preußischen Orden pcmr le mèvite ausgezeichneten Fünfuiwsechgigjährigen der Tod. .

Er war ein Mensch von hoher Geistigkett be-llpielhaiter Uungangsfähigkeit, der 21bigott vieler schöner Frauen, fast ebenso leidenschaftlich als Kar­ten- wie als Bavierjpieler. Seine Freigebigk« kannre keine Grenzen.

Rubinstem nannte die Musik eine aristokratische Kur.fr, In der Musikgeschichte lebt er als Kèaorer- künsüer von höchster Ariftokraüe.

o Stadl!Heater. Aus dem Theaterbüro wird uns geschrieben: Mr machen nochmals auf di« heute Mittwoch, abends 7.30 Uhr, als 10. Vor» Stellung im Mittwoch-Abonnement statt finden» Erstaufführung vonFigaros Hochzeit" komische Oper von W. A. Mozart aufmerksam. Donners­tag bleibt das Theater geschlossen. Am FrettaL abends 7.30 Uhr wird zum vorletzten MaleRosen aus Florida" Operette in 3 Akten von Fall-Korn­gold wiederholt. Am Samstag, abends 8 Uyc gelangt als Volksvorstellung zu kleinen Preisen von 30 Psg bis 2 RM zuzüglich Garderobenge­bühr zum letzten MaleLeinen aus Irland", ein Lustspiel aus dem alten Oesterreich in 3 Akten von Stefan Somare zur Aufführung.

o Das zweite Städtische Konzert findet ant Montag, 2. Dezember, 19.45 Uhr im großen Saal der Stadthall« unter Leitung von Herrn General» Musikdirektor Professor Ernst Bn«he mit dem Landes-Symphonie-Orchester für Pfalz und Saar- gebiet statt. Das Orchester und Führer Professor Boehe haben bei ihrem erstmaligen Auftreten an 1. Städtischen Konzert in Hanau einen durchsin­genden Erfolg auf der wanzen Linie erzielt, stur das 2. Konzert wurde Kurt Wichmann, Hal« (Bariton) gewonnen. Das Programm enthält außer Gesängen: Chr. W. Gluck: Ouvertüre zur Oper Jphigen« in Aulis": W. A. Mozart: Symphonie chwoli Nr. 40 und Rich. Strauß:Tod und Ver­klärung". Interessenten können noch Abwroe» z ments für die refttichen Konzerte oder Einzelkarteri , im Piano haus Ed. Schaaf, M arktplatz 15, erhalte11- J Bemerkt iet noch, daß noch Schluß des Ssr.zcr- t« genügerch Satte ruhe nach Reffefftad: nitt , Stef sie im Mr Derftigune heben werden. Dir- s dr L^rsdurserkebr wird'auch Lei aSM acie» i Sa.rcjaP-TTc^ «M^EikÄL^ -^L^/'D