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Montag den 25. November 1929

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* Polizei- und Schuhhundeverein. Der Hanauer und Langenselbolder Polizei- und Schutzhunde­verein hielt am Sonntag, 17. November, in Lan­genselbold die diesjährige Wanderpreisprüfung ab. Trotz ungünstigem Wetter und starker Konkurrenz gelang es Hanau mit 1046 gegen 1032 Punkten den Wanderpreis für sich zu erringen. Die Resul­tate für Hanau waren: Vorzüglich für die Dober- inann-Hündin Senta v. d. Häfnerruhe, Besitzer und Führer Herr Max Bachmaier, und dem Airedale- Terrier Wampe v. d. Riedburg, Besitzer Reichs­bahnverwaltung, Führer Herr Ad. Eymer. Sehr gut für den Schäferhund Lord v. Mittelgründau, Besitzer und Führer Herr Franz Bache und die Dobermann-Hündin Dora v. Wörtherberg, Besitzer und Führer Herr Fritz Stappeltom. Als Richter fungierten der 1. Vorsitzende des Rhein.-Main.- Landesverbandes, Herr Polizeikommissar Meiners, Frankfurt, und Herr Polizeikommissar a. D. Theo Wagner, Frankfurt. Prüfungsleiter waren die Herren Lauser-Hanau und Fuchs-Langenselbold. Die Prüfung nahm in allen Teilen einen harmonischen Verlauf. Nach der Prüfung fand ein gemütliches Beisammensein statt.

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Der westliche Tiefdruckwirbel ist in Auffüllung begriffen, doch hat er einen kräftigen Ausläufer südostwärts vorgetvieben. An dessen Vorderseite strömt mildere Luft nordostwärts und führte auch in unserem Gebiet durch Aufgleiten auf der über SWdeutschlond noch lagernden Kaltluft zu Trü- bung und Niederschlägen. Da über Frankreich und England der Luftdruck sehr frostig ansteigt, dürfte die eingetretene rege Niederschlagstätigkeit nur vor­übergehend bleiben und auch späterhin wieder Auf­heiterung einsetzen. Bei südwestlicher bis westlicher Luftzufuhr bleibt es ziemlich mild und feucht, so daß vielfach Nebelbildung wahrscheinlich ist. Bor« hersage bis Montag abend: Stellenweise neblich, sonst zeitweise aufheiternd, wieder meist trocken, tagsüber ziemlich mild, südwestliche Winde.. Witterungsaussichten für Dienstag: Nach Früh­nebel vielfach Aufheiterung, trocken, für die Jahres­zeit mild.

Dörnigheim, 23. Nov. Gemeindevertre­terwahl. Bei der am 17. November stattgefun­denen Gemeindevertreterwahl wurden 1265 gültige Stimmen abgegeben. Es entfielen davon auf die Unpolitische Arbeitnehmergruppe 101 Stimmen (1 Sitz), Bruno Kahl; Wirtschaftliche Vereinigung 392 Stimmen (4 Sitze), Peter Fliedner, Adam Manns, Peter Mankel, Karl Gruber; SPD. 273 Stimmen (2 Sitze), Karl Lapp 15., Wilhelm Rauch 10.; KPD. 499 Stimmen (5 Sitze); Peter Rauch 10., Bernhard Alt, Karl Rauch 4., Jakob Roth, Martin Steinhäuser. Neugewählt wurden 7 Vertreter.

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> )( Gelnhausen, 24. Nov. Die auch in diesem Winter hier veranstaltete Staatsbürgerliche Bil-

sprach von wirtschaftlich und politisch interessierten Persönlichkeiten aus dem Kreisgebiete zu verzeich­nen und fand unter der Leitung des Vorsitzenden der Landesabteilung Hessen, Dr. Steuber- Frankfurt a. M., am gestrigen Sonnabend im Kreishaussaale zu Gelnhausen statt; als Vertreter der Kreisbehörde nahm Herr Landrat Delius an der Tagung teil. Der erste Referent, Oberstudien­direktor" Dr. Weiner-Offenbach behandelte in einem längeren, aktuellen Vortrag die Frage:Paneuropa oder Mitteleuropa", nach der Mittagspause behan­delte Professor Dr. Bergsträsser aus Frankfurt a. M., in sachlicher und anschaulicher Weise die Materie der verschiedentlichen Reformen im Staats­und Verwaltungswesen unter dem Motto:Wahl­reform Parlamentsreform Verwaltungs­reform Verfassungsreform Reichsreform". Als letzter Redner der Tagung kam mit einem außerordentlich wertvollen, umfassenden Vortrag, der mit Recht den vollen Anklang der versammelten landwirtschaftlichen Interessenten fand, Universitäts- Professor Dr. W. Röpke-Marburg a. L. zu Wort über das Thema:Die gegenwärtige Lage der deutschen Landwirtschaft". Der Redner entwickelte in seinen, von großem landwirtschaftlichem Ver­ständnis getragenen Ausführungen, ein getreues Bild der Gestaltung der Lage des deutschen Nähr­standes vom Kriegsende ab, beleuchtete insbesondere die Ursachen der landwirtschaftlichen Krisen und betonte, daß die Verschuldung der Landwirtschaft bis dato einen Stand von 12,2 Milliarden RM er-

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der über vier Stunden dauernden Sitzung wurden eine große Anzahl Zeugen und zwei Sachverstän­dige vom Gericht gehört. Es ergab sich jedoch kein klares Bild über den Vorfall. Von den Angeklag­ten wurde jede Schuld entschieden bestritten mit der Behauptung, daß sie allen Vorschriften des Fahrdienstes Beachtung geschenkt hätten und ledig­lich der stark« Nebel und die dadurch bedingte mangelhafte Sicht an dem Unfall die Schuld tra­gen. Weiter standen die Aussagen der mistigsten Zeugen, nämlich eines Rangierers des Material­zuges und des Fahrdienstleiters auf der Station Dutenhofen, in striktem Gegensatz zueinander. Nach den Gutachten der Sachverständigen konnte den Angeklagten gleichfalls eine unmittelbare Schuld nicht nachgewiesen werden. Unter diesen Umständen sprach der Gerichtshof im Einverständnis mit dem Antrag des Staatsanwalts beide Angeklagte frei und betonte in der Urteilsbegründung, daß eine völlige Klärung des Vorgangs auch durch das Ge­richts nicht möglich gewesen sei.

Todessturz im Holzschuppen

Grünberg (Oberh.), 24. Nov. Einen tra- Sn Tod fand der 46 Jahre alte Landwirt Karl n I. in Göbelnrod. Der Mann war auf dem Boden des Holzschuppens mit dem Herabschaffen von Holz beschäftigt, als er einen Fehltritt tat und dadurch in den Schuppen hinabstüzts. Hierbei brach er das Genick und bkeb auf der Stells tot liegen. Seine Frau fand ihn erst einige Zeit später tot" im Schuppen liegend vor.

Eine Flugzeugaufnahme des VulkansSanta Maria" während des Ausbruchs

der 400 Menschenleben forderte und blühende Plantagen und Siedlungen in weitestem Umkreis vernichtete.

reicht habe, die einer Vorkriegsschuld von insgesamt 14 Milliarden gegenüberstände. Während aber für den letzteren Schuldbetrag die Zinsenlast nur etwa 900 Millionen Mark betragen hätte, müßten heute 1,2 Milliarden Mark an Zinsen aufgebracht werden. An der sehr lebhaften Aussprache beteiligten sich maßgebende Vertreter der Landwirtschaft des Krei­ses, darunter Oekonomierat Knauer-Altenhaßlau, Geschäftsführer Semmel von der Kreisbauernschaft

u. a. m.

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Rektoratswechsel an der Frankfurter Universität.

: In der Aula der Universität fand am Sams­tag Dormitiag der feierliche -Rektoratswchefel statt. In Anwesenheit von Vertretern der städtischen und staatlichen Behörden, der gesamten Professorem- fchast, der Korporationen in Wichs und mit den Fahnen sowie einer großen Anzahl von Gönnern und Förderern der Universität erstattete der schei­dende Rektor Professor Dr. jur. Heimberger den Tätigkeitsbericht des Rektorats für bas abgelaufene Jahr, das, wie er sagte, groß an Sorgen und Arbeit, aber auch reich an Erfolgen und Fortschrit­ten gewesen sei. Trotz aller Neuerwerbungen und Erweiterungen innerhalb der Universität im ver­gangenen Jahr sei aber noch immer^das größte

nicht behoben worden, und auch die Zeit fei noch sehr fern, wo der langgehegte Wunsch, genügend große Hörsäle zu besitzen sowie eine Aula, die min­destens die Hälfte der jetzt über 4000 Köpfe be« tragenden Studentenschaft fassen könne, in Erfül­lung gehen werde. Der Konrektor dankte sodann allen beteiligten Personen für die ihm gewährte Unterstützung und übergab seinem Amtsnachfolger Professor Dr. Küntzel die goldene Amtskette. Der neue Rektor dankte Dr. Heimberger für bis Be­grüßung versprach, das Amt des Rektors im neuen Jahre im gleichen Sinne wie dieser zu führen. Dr. Küntzel hielt sodann seinen Einführung so ort rag über das Thema:Aus der Werkstätte der Ge­schichtswissenschaft" Musikalische Vorträge gaben der Feier einen schlichten Rahmen.

kleine Frankfurter Rundschau.

: Die Nationalsozialisten hatten für Frestag abend auf dem Börsenplatz eine Protestkundgebung geplant. Diese Kundgebung wurde polizeilich ver­boten. Trotz des Verbots sammelten sich die Nationalsozialisten am Hessendenkmal zu einer Demonstration, dix von der Polizei aufgelöst wurde. Drei Teilnehmer wurden festgenommen. Jm Stadtteil Oberrad wurde der Fuhrwerksbesitzer Buhl von seinem eigenen Fuhrwerk überfahren und schwer verletzt. Er mußte sich im Krankenhaus einer sofortigen Operation unterziehen, bei der er jedoch verstorben ist. Auf der Nioderräder Land­straße wurde der Schüler Hildtmann von einem Lastkraftwagen überfahren. Er trug hierbei eine

schwere Schad elverletzung davon und mußte dem Krankenhaus zugeführt werden. Jm Monat September betrug die Zahl der in Frankfurt als amgskommen gemeldeten Fremden 40942. Bei den Frankfurter organisierten Hotels waren 36 208 Fremde gemeldet, darunter 5933 Ausländer.

Aus MA m»d Seen.

Rabeneltern.

Gießen, 24. Nov. Das Martyrium eines Kin­des entrollte eine Verhandlung, die vor der Klei­nen Strafkammer in Gießen als Berufungsinstanz ftattfanü. Ein Ehepaar war vom Amtsgericht in Lauterbach wegen furchtbarer Kindesmißhandlung zu je vier Monaten Gefängnis verurteilt worden. Es handelte sich dabei um ein elf Jahre altes eige­nes Mädchen der Eheleute, das von den Raben- elterm schrecklich geschlagen, auf den Fußboden ge- schleudert und getreten worden war, das heftig an den Haaren gezerrt wurde, oft Hunger leiden mußte, nicht die ertorderliche Körperpflege genoß und trotz des strengen Wärters ganz unzulänglich bekleidet wurde Den beiden Verurteilten war di« Strafe für ihre Ungeheuerlichkeiten gegenüber dem eigenen Kinde aber zu hoch, und sie legten deshalb Berufung an die Strafkammer zu Gießen ein. Vor­sorglich hatte aber auch die Staatsanwalts chaft-

flichtvergessenheir w verstärkte die angeklagte Frau durch ihr undiszip-- liniertes Verhalten vor Gericht und gegenüber den Zeugen noch den Eindruck, daß sie von besseren Gefühlen keine Spm in sich hat. Das Berufungs­gericht sah unter diesen Umständen keine Beran- lassung, von der Strafe von je vier Monaten Ge­fängnis den Angeklagten etwas zu erlassen, sondern bestätigte in vollem Ausmaß das erstinstanzliche Urteil. Leider hatte die Berufung der Staatsanwalt­schaft nicht den E^olg, für das pflichtvergessene Ehepaar eine wohlbegründete höhere Strafe her­beizuführen.

Der Risenbahnunfall bei Dutenhofen vor Gericht.

Wetzlar, 23. Nov. Am 9. Oktober 1928 vor­mittags ereignete sich während mehrerer nebel­reichen Stunden am Ausgang der Station Duten­hofen der Strecke WetzlarGießen ein Zusammen­stoß zwischen einem Materialzug und einem Güter­zug wobei eine Anzahl Güterwagen zertrümmert wurde und ein Bahnbeamter ziemlich erhebliche Verletzungen davontrug, während die übrigen Eisenbahner noch 'rechtzeitig abspringen konnten. Mit diesem Vorfall hatte sich gestern das erweiterte Schöffengericht in Wetzlar zu beschäftigen, vor, dem sich der Lokomotivführer Hoffmann aus Gießen und -der als Zugführer des Materialzuges fungie­rende Oberschaffner Schneider aus Steinberg bet Gießen wegen Transportgefährdung und fahrlässi­ger Körperverletzung zu verantworten hatten. In

Eine Bestie in Menschengestalt

Reu mied, 24. Nov. Das Erweiterte Schöfsen- gericht verurteilte den Portier Becker aus Hönnin­gen wegen fortgesetzten Sittlichkeitsverbrechens in drei Fällen zu einer Gesamtstrafe von acht Jahren Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Eh­renrechte auf die Dauer von zehn Jahren. Der Ver­urteilte, der mit unglaublichem Terror seine Familie beherrschte, hatte seine drei teilweise noch schul- vflichtigen Töchter mit Gewalt und Brutalität zu leinen Verbrechen gezwungen. Zwei Kinder waren die Folge dieses Niederen Treibens. Auch vor Ge­richt zeigte er keine Reue. Nur unter den gefähr­lichsten Drohungen war es möglich, daß die Ver­brechen so lange verborgen blieben.

Immer noch keine Spur von den Koblenzer Zahnärzten

Koblenz, 24. Nov. Auch am heutigen Sonn­tag ist es trotz aller Bemühungen der Polizei nicht gelungen, eine Spur von den seit Mittwoch ver­mißten drei Koblenzer Zahnärzten zu entdecken. Die Polizei vermutet nach wie vor, daß die drei Vermißten mit ihrem Auto im Nebel in den Rhein gefahren sind. Man hat deshall> besonders die ge­fährlichen Stellen bei Aßmannshausen durchsucht, ohne indes auch nur die geringste Feststellung machen zu können. So bildet das Verschwinden der drei Koblenzer nach wie vor ein Rätsel. an denen Lösung die Polizei nach wie vor fieberhaft arbeitet.

Eine Frau vom Auto totgefahren.

Rheindiebach, 23. Nov. Gestern nachmittag ereignete sich ein schweres Autounglück mit töd­lichem Ausgang. Der Sohn des Ortsvorstehers aus Breitscheid kam in schnellem Tempo mit einem Personenwagen aus der Richtung Bingen nach Rheindtebach gefahren. An der Wegebtegung nach Oberdiebach hielt ein beladenes Fuhrwerk. Wäh­rend das Auto das Fuhrwerk überholte, wurde eine 35 Jahre alte Frau aus Lorchhausen, die sich auf dem Wege befand, von dem Auto erfaßt und meh­rere Meter in die Luft geschleudert. Mst zer­schmetterten Gliedern blieb die Unglückliche tot auf der Straße liegen. Als der Vater der Getöteten

herbeieilte, brach er an der ter broußtlos zusammen.

Ein neuer Raubüberfall

Mannheim, 23. Nov.

Leiche seiner Toch-

in Mannheim.

Bei der Modizinal- kass« der katholischen Vereine erschien Frettag nach-

mittag ein etwa Mjähriger Mann. Sein Benehmen ließ das Kassenpersonal die Absicht eines Raub- überfalls vermuten. Einige weibliche Angestellte

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