Nr. 274
Arettag den 22. November 1929
Selke 11
HANDEL UND
WIRTSCHAFT
KaprialevhShttns beim 2t« $$$♦<$♦
Um bis zu 60 Mill.
X Wie der Kölner Korrespondenz der „Frkf. M," hört, wird eine auf den 23. November nach Mn einberufene A.-R.-Sitzung des Rheinisch- Westfälischen Elektrizitätswerks sich über die ge- piante Kapitalerhöhung schlüssig werden. Beabsichtigt ist, das gegenwärtige A.-K. um bis zu RM 60 Mill, zu erhöhen, woben den Aktionären voraus- glich ein Bezugsrecht von 3 zu 1 gewährt werden
fte. Der Ausgabekurs liegt noch nicht fest. Die neuen Mittel dürften u. a. zum weiteren Ausbau des Stromverteilungsnetzes der Gesellschaft Verwendung finden.
In der letzten Bilanz (30. 6.) setzte sich das A.-K. zusammen aus RM 175,60 Mill. St.-A. und RM 5,40 Mill. Namensaktien (im Besitz der Kommunen). Ban den St.-A. waren übrigens damals noch nicht alle begeben; ein unbekannter Teil war als Options- aftien für die letzte An ^rikaanleihe noch unter Effekten enthalten. Gleichzeitig hatten sich aber Anleihen auf 185,89 (103,71) Mill, erhöht; das Verhältnis der eigenen zu den fremden Mitteln war also damals schon nicht mehr so günstig wie in früheren Jahren, zumal wenn dabei die Steigerung der Konzernschulden auf 80,29 (22,13) Mill, berücksichtigt wird. Dieses Mißverständnis soll also offenbar die neue Emission beseitigen; eine andere Form der Finanzierung dürfte wahrscheinlich, wenigstens im Augenblick, auch weniger leicht durch- zuführen sein. Daß Geldbedarf für den Ausbau der eigenen Werke und Netze und für die Bedürfnisse der nahestehenden Unternehmungen vorhanden war, ging schon aus dem letzten Bericht hervor. Die Einzelheiten der Begebung sollten bald mitgeteilt werden (Berliner Kurs 204% Proz.).
net damit, daß die Passiven mehrere Millionen betragen. Allein ein Schweizer Hauptgläubiger hat ein Guthaben von rund 2 Millionen Reichsmark bei der Bank, um dessen Rückgabe er sich seit an»
nähernd zwei Jah wieder zur Belasst
nähernd zwei Jahren bemühte. Er ließ sich immer wieder zur Belassung der Einlage bewegen, bis er sich jetzt endgültig zur Zurückziehung der Einlage entschloß. Das scheint der Anstoß zum Zusammen-
bruch gewesen zu sein. Eine Stützungsaktion kommt nicht in Frage. Gegen die beiden verhafteten Inhaber ist die Voruntersuchung wegen Depotunterschlagung eröffnet worden.
Äukweeitt^s bett Erlebest des NsruMtven M<mddvieße
Eine Relchsgerlchksenkscheidung
X Leipzig, 21. Nov. Die Darlehen der Preu- ßffchen Pfandbriefbank beschäftigten heute das Reichsgericht. Es handelt sich zunächst um ein Darlehen in Höhe von 200 000 Mark, das die Preuß. Psandbriefbank an die katholische Kirchengemeinde St. Marien in Berlin-Reinickendorf gegeben hat, om« um weitere Darlehen an die Stadtgemeinden Düren und Glogau und die Synagogengemeinde in Dortmund. In den Schuldscheinen kommt zum Ausdruck, daß die Darlehen in der jeweiligen Höhe legen eine bestimmte Verzinsung gegeben werden ollen. Später sind Quittungen über die erhaltenen Beträge ausgestellt worden. Die beklagten Dar- ehnsnehmer betrachten die Darlehen als Schuld- cheindarlehen im Sinne des Anleiheablösungs- jèsetzes und verweigern deshalb die von der Preußischen Pfandbriefbank begehrte Aufwertung. Das «knmeroericht zu Berlin und das Reichsgericht Kien jedoch in der Sache gegen die katholische »-Marien-Kirchengemeinde die Beklagte zur Auf
Weitere EvÄöhtms des VesMaÄMèrgszwattses
X Durch Verordnung vom 4. Oktober 1929 ist ber Vermahlungssatz für Jnlandsweizen für die Zeit vom 1. August bis 30. November von 40 Proz. auf 45 Proz. und für die Monate Oktober und November außerdem auf mindestens 50 Proz. erhöht worden. Diese Maßnahme hat sich in deutlich fühlbarer Weise für die Stützung des Jnlandsmarktes ausgewirkt. Allerdings liegt auch jetzt die Notierung für Jnlandsweizen immer noch erheblich unter der Preisgrenze, die auch die Verbrauchervertreter seinerzeit in dem von der Reichsregierung eingesetzten Ausschuß zur Untersuchung der Getreidefrage als unerläßlich für die Landwirffchaft und erträglich für die Verbraucherschaft bezeichnet haben. Um für die kommenden Monate, in denen erfahrungsgemäß ein fühlbarer Druck der überseeischen Weizenernte zu befürchten ist, einen weiteren starken Preisrückgang für Jnlandsweizen zu vermeiden, beabsichtigt der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, mit Zustimmung des Reichskabtnetts eine Verordnung zu erlassen, wonach der Vermahlungssatz für Jnlandsweizen für die Monate Dezember und Januar auf 50 Proz. festgesetzt wird. Der zuständige Reichsratsausschuß und der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstages sollen hierzu noch angehört werden.
âÄsMWâs WZ-Vss
Frankfurt a. M., 21. Nov. Tendenz: freundlich.
Auch nach der Unterbrechung des Börsengeschäftes durch den gestrigen Feiertag blieb die Umsatztätigkeit an der heutigen Börse minimal. Die Stimmung war aber allgemein freundlicher, da erneute Hoffnungen einer evtl. Diskontsenkung in London und Amerika auftauchten. Eine Anregung bot noch die aktive Handelsbilanz des Monats Oktober. Der Auftragsmangel hielt aber weiter an, und die Spekulation zeigte nur geringe Unternehmungslust. Doch genügte schon geringste Nachfrage, um ein Anziehen der Kurse herbeizuführen. Die feste gestrige Newyorker Börse konnte sich nicht voll auswirken; denn die in Schwierigkeiten geratene Frankfurter Bankfirma Rudolf R. Bauer mahnte zur
nachten, sondern als Darlehen im Sinne des Ifwertungsgefetzes. Die Aufwertungspflicht wankt dann zwischen 12% und 25 Prozent. In r Sache der Stadtgemeinde Düren, in welcher * Kammergericht zu ungunsten der Preußischen ...... ..... "i das Urteil auf
MMN
uhr hierdurch eine weitere nbuße Au in Insolvenz geratene Freiburger Bankhaus Bürkle
Mir Kammergericht zu ungunsten 6 Mandbriefbank entschieden hatte, ist die Revision der Klägerin vom 4.
Reichsgerichts aufgehoben und die Sache selbst z— anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an "M, Kamenergericht zurückverwiesen worden. Da somst die Klägerin in grundsätzlicher Beziehung mit Wer Auflassung durchgedrungen ist, werden die "eitern Streitigkeiten wahrscheinlich durch Mich erledigt werden. (Aktenzeichen IV 82/2
Zivilsenat des
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Freiburg. 20. Nov. Die hiesige Privatbank Otto «ürkle u. Co., die sich seit einiger Zeit in Schwie- rigteiten befindet, hat ihre Zahlungen eingestellt. Die beiden Inhaber Herling und Bürkle haben die Hoffnung des Konkursverfahrens beantragt und M) der Staatsanwaltlschaft gestellt, die sie wegen ^epotunterschlagung verhaftete. Die beiden Bankiers ^ben an, daß sie umfangreiche Depots unterschlage» und auch die Spareinlagen angegriffen haben.
hoffen, ihre Gläubiger mit 40 bis 50 Prozent w Forderungen befriedigen zu können. Zu den hauptgeschädigten gehören der Deutsche Caritas- i’erbanb, das Kloster St. Trudbert sowie Geschäfts- Mte, Handwerker und Privatcinleger. Die Polizei "Wüte einschreiten.
Fresburg, 20. Nov.. Zu dem Millionenkonkurs w Bürkle-Bank wird weiter mitgeteilt: Man rech-
Die glückliche Geburt eines
zeigen in
Chadeaktien kräftig anziehen (plus 14% Mark). Am Elektromarkt eröffneten Gesfllrel 2, Schuckert 4% Prozent und Siemens 4 Prozent fester. AEG. und Licht und Kraft lagen gut behauptet. Am Chemiemarkt waren I. G. Farben 1% Prozent und Deutsche Erdöl 1 Prozent gebessert. Montanwerte vernachlässigt und durchweg eine Kleinigkeit schwächer. Am Bankenmarkt traten einige Anteile etwas mehr hervor. Besonders Reichsbank, lagen gefragter und 5 Prozent höher. Die übrigen Werte dieses Marktes gewannen bis zu 1 Prozent. Westeregeln 2 Prozent fester. Etwas Interesse bestand noch für Daimler mit plus 1% Prozent. Am Variablen Markte konnten Junghans 2 Prozent gewinnen. Von Kunstseidewerten eröffneten AKU- Aktien 3 Prozent höher. — Renten still, aber durchweg etwas gebessert.
Im Verlaufe wurde das Geschäft auf die Ermäßigung des Londoner Diskontsatzes um % Proz. etwas lebhafter und es traten kleine Besserungen ein. Später aber schritt die Kulisse zu Realisationen, so daß die im Verlaufe erzielten Gewinne wieder eingebüßt wurden.
Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7% Prozent etwas gesuchter.
Am Devisenmarkt war das Pfund erneut etwas fester. Man nannte Mark gegen Dollar 4.1815, gegen Pfunde 20.399. London-Kabel 4.8740, Paris 123.87, Madrid mit 35.10, schwächer, Mailand 93.15, Molland 12.08%.
An der Abendbörse herrschte wieder große Lustlosigkeit. Infolge des andauernden Ordermangels kam kaum Geschäft zustande. Gegenüber der schwächeren Stimmung an der Mittagsnachbörse war die Stimmung jedoch nicht unfreundlich, da etwas festere Newyorker Anfangskurse eine Stütze boten. Im Vergleich mit den Berliner Schlußkursen konnten J. G. Farben, Metallgesellschaften und Commerzbank bis %% höher eröffnen. Zellstoff Waldhof gewannen 1%%. Westeregeln lagen gedrückt. Im Verlaufe kam etwas Material heraus, und die Kurse lagen eine Kleinigkeit unter Anfang. Renten ruhig. J. G. Farben 178.—, AKU 133.—, Zellst. Waldhof 189%, Siemens 291%, Gelsenkirchen 122%, Danatbank 237.—.
12.30 Uhr in RM pro 100 Kilo wagganfrei Mannheim: Weizen inl. 26.50, ausl. 26.7.5—32, Roggen inl. 19, Hafer inl. 17.50—18.50, Braugerste badische, württembergische und rheinhessische 20—20.50, pfälzische Braugerste 20.50 bis 21.75, Futter- gerste 17 bis 18, Mais mit Sack 19.25, südd. Weizenmehl Spezial Null 38, besgL 2. Sorte 36.50, südd. Weizenauszugsmehl 42, südd. Weizenbrotmehl 28, südd. Roggenmehl 27.25—31.75, feine Weizenkleie 9.50, Biertreber mit Sack 16—17, Lein- saat 47 RM.
X Diskontherabsetzung der Bank von Non- wegen. Die Bank von Norwegen hat den Wechseldiskont von 6 auf 5% Prozent herabgesetzt.
X Diskontermätzigung der Bank von England. Die Bank von England hat den Diskont von 6 auf 5% Prozent ermäßigt.
X Zahlungseinstellunq der Bank für Handel und Gewerbe, Lübeck. Die Bank für Handel und Gewerbe Lübeck (Kapital 1 Mill. RM) hat gestern ihre Zahlungen eingestellt. Vom Aufsichtsrat der Bank wird mitgeteilt: Seit einiger Zeit gingen für die Bank ungünstige Gerüchte um, die veranlaßten, daß die Abhebungen in immer wachsendem Maße die Einzahlungen bei der Bank überstiegen. Dadurch trat Jlliquidät in einem Maße ein, das die ordnungsmäßige Fortführung der Geschäfte ausschloß. Es ist zu erwarten, daß für die Gläubigerforderungen und für die Spareinlagen und Depositen keine Gefahr besteht. Der Aufsichtsrat ist in Verhandlungen mit den hiesigen Banken getreten und versuckst, zu einem Abkommen zu gelangen, das die Wiederaufnahme der Zahlungen ermöglicht.
X Braunkohlenpreiserhöhung. Das Rheinische Braunkohlensyndikat hat die von den amtlichen Organen der Kohlenwirtschaft beschloffene Erhöhung der Verkaufspreise mit Wirkung ab 1. 12. in Kraft gesetzt. Die Erhöhung beträgt bis 1 RM pro Tonne.
Gch!aÄiv?ehmavitt
X Frankfurt a. M., 21. Nov. Ai der, 884 Kälber, 760 Schafe, 307 S
ieb: 94 Rin. »eine. Markt-
verlauf: Kälber rege; Schafe ruhig, ausverkauft; Schweine wegen des geringen Auftriebs nicht notiert. Preise für 1 Ztr. Lebendgewicht: Kälber: b) 82—86, c) 76—81, d) 70—75; Schafe: a) 40 bis 44, b) 34—39, c) 27—33. — Fleischgroßmarkt: a) Frisches Fleisch: Ochsen- und Rindfleisch I 90 bis 98, do. II 80—90, Bullenfleisch 88-92, Kuhfleisch n 65—75, do in 50—65, Kalbfleisch II 100-110, Hammelfleisch 90—95. Schweinefleisch I 108—112, ausl. 100—105; b) Gefrierfleisch: Rindfleisch, Dor- derviertèl 66, Hinterviertel 65 RM. Geschäftsgang des Fleifchgrohmarktes: langsam.
wurde jetzt mehr diskutiert, und machte einen un- qünftlpen Eindruck. Gegenüber der Dienstag-Abend-1 börse konnten bei etwas mehr Nachfrage besonders»
Schutzgebiete . . . . " •)» Nerchsanleihe v. 1927 Ablölungsschuld o. 2L
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Anatolier I .... .
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do. II . , . . . Zolltürken . . , . . Schantungbahn.... ■Abta..... .
armer Bank .... Berliner HandelsgeseNsch. Commerz- u. Privatbank Darm übt. u. Nationalb. Deutsche Bank . . .
Deutsche Vereinsbank Diskonto-Geieüschaft. . Dresk ner Bank. . ,
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Heute verschied unerwartet mein herzensguter stets treuforgenber Mann 12732
Kssv Gesvg Müll«!
im 66. Lebensjahre.
Hanau a. M, den 20. November 1929.
Nordstraße 4/6
Maria Müller geb. Schlingloff.
Die Beerdigung findet am Samstag, vormittags 10 Uhr, von der Friedhofskapelle aus statt.
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Dienstag den 3. Dezember anschließend an die Singstunde
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Tagesordnung:
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Um zahlreich«« Besuch wird gebeten.
Der Vorstand.
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Freitag, 22. November
8—10*1, Uhr
9. Vorst, t. Freil.-Ab. Morlna Snie Samstag, W. Novbr.,
8 Uhr
Einmalige» Ensemble» Saflipiel der Frank- surierSchausptelhause» In der Franlfurier
Ortginalbeietzung DarWerk jeder Kriegsteilnehmer» !
Sie andere Seile
Sonntag, 24. Novbr^ 7st, Uhr 12780t
Operetten-Welterfolg
Friederike