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Nr. 272

Dienstag den 19. November 1929

Seite 13

HANDEL UND

WIRTSCHAFT

UeWsbarrkattSweiS

Stärkere Rückflüsse

X Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. M. hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank y Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten in der zweiten Oktoberwoche um (alles in Mill. M) 207,1 (i. V. 267,6) auf 2287,2 (2041,4) ver­ringert. Im einzelnen haben die Bestände an Wech- Mn und Schecks um 259,2 (303,7) auf 2060,2 (1879,1), die Bestände an Reichsschatzwechseln um 29,2 () auf 2,5 () abgenommen, während die Lombardbestände um 81,3 (36,1) aus 132,0 (69,9) oogewachfen sind.

An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 197,0 (237,6) in die Kassen der Bank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Um­lauf an Reichsbanknoten um 204,0 auf 4346,4 (4172,7) verringert, derjenige an Rentenbankschei- M um 7,0 (1,5) auf 384,4 (514,3) erhöht. Unter Be­rücksichtigung, daß in der Berichtswoche Rentenbank­scheine in Höhe von 10,9 getilgt worden sind, haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbank­scheinen auf 26,0 (43,9) ermäßigt. Die fremden Gel­der zeigen mit 495,2 (569,5) eine Abnahme um 2,2 (15,7). Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 7,4 (41,1) auf 2603,0 (2749,1) erhöht. Im einzelnen haben die Goldbe­stände um 5,0 (23,62) auf 2234,0 (2563,5) und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 2,4 (17,47) auf 369,0 (185,6) zugenommen. Die Deckung der Noten durch Gold allein besserte sich von 49,0 Prozent (57,6) in der Vorwoche auf 51,4 Prozent (61/4), diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 57,0 Prozent (61,4) auf 59,9 Prozent (69,9).

liche Abschwächungen. Die sich wieder bemerkbar machende Anspannung des internationalen Geld­marktes verstimmte. Stärker angeboten waren von internationalen Werten Chade-Aktien mit minus 20 Mark. Von den sonstigen Elektropapieren ver­loren Siemens 8 Proz. Schuckert 5 Proz. und AEG. 2 Proz. Am Kunstseidenmarkt lagen AKU 5 Proz. niedriger. I. G. Farben eröffneten 354 Proz. und Deutsche Erdöl 2 Proz. schwächer. Mon­tanwerte bis 2% Proz. ab geschwächt. Am Banken­markt büßten Reichsbankanteile 5% Proz. ein. Commerzbank verloren 3% Proz . Schiffahrts- akdien bis 114 Proz. niedriger. Zellstoffwerte und Vauunternehmungen büßten bis 214 Proz. ein. Dt. Linoleum minus 4 Proz. Renten fast ge- fchäftslos und durchweg etwas schwächer.

Im Verlaufe nahm die Verstimmung weiter überhand. Enen ungünstgen Eindruck machte der Zusammenbruch der Haldy-Vank in Saarbrücken. Der günstige Reichsbankausweis Ler heute zur Veröffentlichung gelangte konnte kaum einen Ein­druck machen. Es kam von Auslandsseite etwas Material heraus, so daß sich zumeist erneute Ab­schwächungen ergaben. Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld mit 7 Prozent etwas leichter. Am Devisenmarkt war die Mark etwas schwä­cher. Man nannte Mark gegen Dollar 4.1825, ge­gen Pfunde 20.402 London-Kabel 4.87%, Paris 123.86, Mailand 93.17, Madrid mit 34.80 etwas schwächer, Holland mit 12.09 etwas fester.

An der A b e n d b ö r s e kam zwar die Abwärts­bewegung der Kurse ziemlich zum Stillstand, doch blieb die Stimmung lustlos und zurückhaltend. Die Umsatztätigkeit war gering, zumal die aus New- york gemeldeten unregelmäßigen Kurs« keine An- regung bieten konnten. Die Kurse waren gegen den Berliner Schluß kaum verändert. Aku und Siemens gaben leicht nach, Renten blieben ver- nachläßiat.

daß eine Befriedigung eines einzelnen Gläubigers oder mehrerer Gläubiger zum Nachteil anderer Jntereffentengruppen erfolgt. Die Tätigkeit der von der H.-V. am 30. September gewählten Re­visoren wird durch diese Anordnung nach keiner Richtung berührt.

Bei dem Zahlungsoerbot handelt es sich um eine vorübergehende Zwangsstundung. Die wei­tere Entwicklung, die wie gemeldet, durch die wei­ter ablehnende Haltung der Inkassobank in Amster­dam bedroht ist, wird nun ergeben, ob das Zah­lungsverbot der Favag vor dem Konkursver­fahren bewahren kann. Die Versicherten der Favag werden infolge des Einspringens der Allianz und Stuttgarter Verein A.-G. durch das von der Auf­sichtsbehörde erlassene Zahlungsoerbot insofern matereill nicht berührt, als sie sich beim Eintritt des Versicherungsfalls an den Garanten halten können.

Wie auch das weitere Schicksal der Favag sich gestalten wird, sicher ist, daß der Erlaß des Zah­lungsverbots eine höchst bedauerliche, keineswegs den engeren Fall Favag allein angehende Maß­nahme ist.

Sie Sevlufte dev Gtt e-DmMattiwevke

X Dresden, 18. Nov. Eine dreistündige H.-V. befaßte sich mit dem Zusammenbruch der, Gesell- schost. Der Vorstand teilte mit, daß die Gesellschaft einen Verlust von 4,91 Mill. RM bei einem Kapi­tal von 6 Mill. RM erlitten habe. Er sei entstan­den durch Auslösung der Autofabriken und durch große Verluste im Fahrradgejchäft usw. Durch die Zahlungsunfähigkeit seien die Bewertungsgrund­lagen stark beeinträchtigt worden. Die Verwaltung schwg vor, das Kapital im Verhältnis von 10 zu 1 von 6 auf 0,6 Mill. RM zujammenzulegen und es auf bis 2 Mill. RM wieder zu erhöhen. An diese knappe Mitteilung schloß sich eine lange Aussprache an. Zahlreiche Aktionäre verlangten Austlärung über die Ursachen ds Zusammenbruchs und gaben ihrem Unmut deutlich Ausdruck. Rechtsanwalt Dr. Jacusiel (Berlin), Vertreter des Deutschen Aktionär­oereins, beantragte die Bestellung von Revisoren jur Prüfung der Bilanz und der Geschäftsführung, «t der Verträge mit Opel und General Motors, der Opferungen, der Kalkulationen und der Erhebung ft Zpaiger Regreßanjprüche gegenüber Vorstand und Ä'Msichtsrat. Der von den Gläubigern eingesetzte â MinullüsauLlchuß, der ebenfalls vertreten war, ,er- JKwW' daß, er noch keine Auskunft über das Ec- AMâris feiner Arbeit geben könne. Er weigerte sich HM), einen Aktionär in diesen Ausschuß aufzuneh- eiL Es dauerte eine volle Stunde und bedurfte -./Mancher Zurede, ehe sich der Vorsitzende Fritz ' Opel endlich bereit fand, wenigstens einige Auf- Ä Märung zu geoen. Er teilte mit, daß Opel ine Zeich- nuiig auf die jungen Aktien (3 Mill. RM) bar ge- leistet habe. Opel habe an Elite vom Dezember 11928 bis Mai 1929 Lieferungen in Hohe von 1,5 ÄilL Reichsmark gemacht und die Schulden SeftunbeL Im Frühjahr habe die Commerz- M Privatbank den Kredit von 3 auf 1 Mill. RM herabgesetzt und die Diskontmöglichkeit von einem Tag auf den andern gekündigt. Darauf habe Opel selbst die Diskontierung übernommen and bis September fortgesetzt, hieraus 14 Tage unterbrochen und noch einmal damit begonnen. Kr Opel sei eine Forderung von 1,5 Mill. RM an zweiter und dritter Stelle hypothekarisch ein­getragen: man habe aber darauf verzichtet. Direk­tor Sohre teilte mit, daß die Commerz- und Privatbank eine Sicherheitshypothek von etwa 975 000 RM, die Sächsische Landespfandbricf- anstalt von etwa 396 000 RM habe, außerdem die sächsische Staatsbank und die Disconlo Sicher­heiten in Höhe von etwa 70 000 bzw. 80 000 RM. Die Rentabilität von Elite sei durch technische Maß. "ahmen gesteigert worden. (Warum die Gesell­ichast trotzdem zahlungsunfähig wurde blieb un­geklärt. Entweder muß Opel hohen Diskont be­rechnet ydcr General Motors Opel jede weitere «rebitierung untersagt haben. Die Red.).

Fritz von Opel erklärte, er übernehme persön- ich die Verantwortung für jede Maßnahme des ge­samten Aufsichtsrats, eine Bemerkung, die proto­kolliert wurde. Opel habe jedes bei Elite hergestellte Fahrrad bezahlt. Die Firma habe bei Elite für etwa 5 Mill. Lieferungen abgenommen bei einem Gesamtumsatz von 17 Mill. RM von Elite. Dies habe hieran annähernd 700 000 RM verdient. Rach weiterer Aussprache die zum Teil reckst leb­haft war, aber nichts Wesentliches mehr erbrachte, Ourbe der Antrag Dr. Jacusiels, eine Revisions- £ Emission einzusetzen, mit 491004 gegen 6910 Stimmen bei 1748 Enthaltungen abgelehnt. Auch Venn die 450 660 Stimmen Opels nicht mit ge- skiinint hätten, wäre der Antrag abgelehnt worden. Rerfchiedene Aktionäre gaben Protest zu Protokoll, ueber die Zusammenlegung der Aktien konnte nicht gestimmt werden, da der Antrag nicht rechtzeitig Wanntgegeben worden war.

Aku-Aktien 128%, I. G. Farben 176%, AEG. 160., Siemens 290., Phönix 102., verâ 103., Dresdener Bank 148%.

Stahl-

GMaOivkötzmaE

X Frankfurt a. UL, 18. Nov. Austrieb: 1499 Rinder (baruhter 324 Ochsen, 70 Bullen, 652 Kühe, 405 Färsen), 389 Kälber, 255 Schafe, 4287 Schweine. Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberftanb; Schweine schleppend, geringer Ueberftanb; Kälber und Schafe ruhig, ausverkäuft. Preise für 1 Ztr. Lebendgew.: Ochsen a) 1. 5860. 2. 5557, b) 1. 4854; Bullen: a) 5759, b) 5256; Kühe: a) 4850, b) 4347, c)3442, d) 2833; Färsen: a) 5861, b) 5557, c) 4854; Kälber: b) 82 bis 85, c) 7781, d) 6876; Schafe a) 4446, b) 3843; Schweine: a) 8386, b) 8386, c) 84 bis 87, d) 8386, e) 8094. Fleischgroßmarkt: a) Frisches Fleisch: Ochsen- und Rindfleisch 1 90 bis 100, bo. 2. 8090, Bullenfleisch 8892, Kuh­fleisch 2 6575, bo. 3 5065 Kalbfleisch 2 105 bis 115, Hammelfleisch 9095, Schweinefleisch 1 110 bis 113, ausl. 100106; b) Gefrierfleisch: Rind- fleito^3orbemerteMi6^

X Helios Allgemeine Rückversicherungs-A.-G. Frankfurt a. RI. Eine a. o. H.-V. wird letzt auf den 9. Dezember d. I. nach Frankfurt einberufen. Auf der Tagesordnung stehen als Anträge der Verwaltung Bericht des Auffichtsrates und Vor­legung eines vorläufigen Statuts, ferner Beschluß­fassung über die Liquidation und die Bestellung der Liquidatoren. Die weiteren Punkte der Tages­ordnung betreffen die bereits gemeldeten Anträge der Opposition.

X Zahlungseinstellung im Süddeutschen Eisen- Handel. Die Eisen- und Metallgroßhandlung Rosen­feld & Co. in Karlsruhe hat sich genötigt gesehen, ihre Zahlungen einzustellen.

X Der Schweinebestand in Hessen-Rassau. In der Zeit vom 1. Juni 1929 bis 2. September 1929 sind im heimischen Schweinebestand einschneidende Veränderungen eingetreten. Die Zahl der Ferkel hat sich von 114 000 auf 161000, also um rund 40 Prozem erhöht gegenüber nur 29 Prozent im Reichsgebiet. Dagegen hat sich die Zahl der Jung­schweine unter % Jahr von 303 000 auf 282 000, b. h. um 7 Prozent vermindert. Diese Verminde­rung erscheint umso bemerkenswerter, als sich im gesamten Reich-gebiet eine leichte Erhöhung um 2 Prozent feststellen läßt. Ganz gewaltig hat der Bestand der halb- bis einjährigen Schweine zuge­nommen, nämlich von 123 00Ö auf 198 000, also um über 60 Prozent (gegen 40 Prozent im Reich). 1 Jahr alte Schweine wurden 53 000 gegen 44 000 am 1. Juni gewählt, sodaß auch hier eine nicht unbedeutende Vergrößerung des Bestandes einge­treten ist. Es ist ganz klar, daß sich diese Ver­schiebungen demnächst auch im Preis auswirken müssen.

X Feist- Sektkellerei A. G., Frankfurt a. M. Das Geschäftsjahr 1928/29 zeigte in seiner ersten Hälfte einen Ansatz zur Besserung, die aber im

IaNkMOssssSsi MB d?e Favas Vorübergehende Zwangsskundung

XDie Verschlechterung der Lage der Frank­furter Allgemeinen Versichèrungs-A.-G., über die wir laufend berichtet haben, hatte bereits die Wahr­scheinlichkeit eines Zahlungsverbots erkennen lassen. Der Senat des Reichsaufsichtsamts für Privatversicherung hatte, wie erinnerlich, am 8. November den Entscheid über das Zahlungsver­bot vertagt mit der Begründung, daß bis zum 15. November ein neuer Satus der Gesellschaft fertig» gestellt und dem Reichsaufsichtsamt vorgelegt wer­den sollte. Nachdem sich inzwischen die Lage offensichtlich verschlechtert hat, hat nun am Sams­tag der Semit des Reichsaufsichtsamts die erwar­tete Entscheidung getroffen. Danach werden der Favag auf Grund bes § 669 des Versicherungs­aufsichtsgesetzes mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres alle Arten von Zahlungen verboten. Aus­genommen von diesem Zahlungsverbot sind solche Zahlungen, die wesentlich sind für die Erhaltung des Gesellschaftsvermögens, insbesondere der Rechte aus der Rückversicherung, ferner Derwal- tunaskosten, Steuern und öffentliche Abgaben. Weiter sind ausgenommen Versicherunasprämien für Versicherungsgeschäfte, die auf die Allianz und Stuttgarter Verein Versicherungs-A.-G. überge­leitet sind, an die Allianz. Schließlich sind aus» genommen Versicber ngsleistungen auf Grund von Geschäften die an die Allianz übergeleitet sind. Das Verbot mit der Absicht, der Verwaltung eine ruhige und ungestörte Abwicklung der Geschäfte zu ermöglichen, insbesondere auch, um zu verhindern,

_______________,^_,___,____________ ^, ^________ , ,_________^ -,______1 WH^VIKVlUkn Rückgangs im Verbrauch von Weinen wie auch von Marken-Sekten herbeigeführt. Aus dem nach Ab­zug von 737 630 (i. V. 703 991) RM Unkosten und 13171 (13 571) RM Abschreibungen einschl. 19 65b RM Vortrag verbleibenden Reingewinn von 23 293 (21656) RM sollen 2000 (2000) RM der Reserve überwiesen werden, die damit auf 90 000 RM anwächst. Die restlichen 21293 RM sollen norgetragen werden. Das AK. von 1.40 Mll. RM bleibt daher wieder dividenlos. Die Bilanz ver­zeichnet 837 753 (839 544) RM Verbindlichkeiten, 240 625 (246 875) RM Paffivhypotheken, anderer­seits gingen Außenstände auf 531096 (631 664) RM zurück, während Vorräte sich auf 1461 447 (1 352 290) RM erhöhten. Anlagen stehen mit 591 480 (600 910) RM zu Buch.

X Gebrüder Stollwerck A. G. in Köln. Die Bilanzsitzung der Gesellschaft wird, wie wir hören, voraussichtlich in der nächsten Woche stattfinden. Entsprechend unseren Ankündigungen ist, wie im Vorjahre, mit der Verteilung einer Dividende von 9 Proz., jedoch ohne Bonus, zu rechnen. Dieser Beschluß ist seitens der Verwaltung deshalb gefaßt worden, weil die zunehmende, besonders aus» ländische Konkurrenz in der Schokolademndustrie bedeutend höhere Anforderungen für Reklame er­fordert. Trotzdem wird uns von maßgebender Seite bestätigt, daß die Umfäfje im laufenden Ge­schäftsjahr weiter gesteigert werden konnten.

X Der Bamag-Meguin-Abschluß. Bei der Bamag-Meguin A.-G. in Berlin hielt sich der Um­satz im Geschäftsjahr 1928'29 auf der gleichen Höhe wie im Voriahre. Der Auftragseingang war da­gegen seit Mitte 1928 nicht weiter rückgängig. Das Programm der ModernPsrung der Werke ist,

soweit es erhebliche Investitionen vorsah, im we­sentlichen zum Abschluß gelangt Im übrigen wird das Umstellungsprogramm weitergesührt. Anderseits sind die Unkosten der Hauptverwallung (einschließlich Zinsen und Steuern) von 1,84 (mit den Kosten der Kapitalechähung) Mill. RM auf 1,32 Mill RM zurückgegangen. Aus dem nach 0,76 (0,75) Mill. RM Abschreibungen verbleiben­den Reingewinn von 0,27 (0,24) Mill. RM sollen wie im Vorjahre 200 000 RM dem gesetzlichen Re­servefonds zugeführt und der Rest von rund 65 700 (39 000) RM vorgetragen werden. Nach der Be- lanz zeigen die Beteiligungen eint Verringerung von 1,3 auf 0,01 Mill. RM und zwar dadurch, daß die Aktienmehrheit der Büttnerwerk« A.-G. in Her» hingen im Berichtsjahr abgestoßen worden ist. Der Erlös hat einen bescheidenen Buchgewinn erbracht, der zu weiteren Abschreibungen auf andere Beteili­gungen verwandt worden ist. Weiter ist der Rück­gang der Vorräte von 7,84 Mill. RM (darunter 2,89 Mill. RM Roh- und Betriebsmaterial) sowie 4,94 Mill. Reichsmark Halb- und Fertigfabrikate) auf 6,35 Mill. RM hervorzuheben. Hier kommt das Bestreben zum Ausdruck, die Liquidität des Unternehmens durch möglichste Verringerung der Lagerhaltung zu verbessern. Im Zusammenhang hiermit erflärc sich auch der Rückgang auf dem Konto der Schuldner von 11,1 auf 10,1 Mill. RM, erhaltener Anzahlungen von 4.65 auf 3,71 Mill. RM und der sonstigen Gläubiger von 7,18 auf 5,38 Mill. RM. Während sich Wechsel von 0,42 auf 0,86 Mill. RM erhöhten, nahmen Akzept« von 1,99 auf 1,09 Mill. RM ab. Ueber die Aussichten des laufenden Jahres können zurzeit noch kein« Voraussagen gemacht werden. Es schweben sowohl im Inland als auch besonders im Ausland« Dsr- handlungen über Projekte großen Ausmaßes. In­wieweit sie zu endgültigen Erfolgen führen, muß abgewartet werden.

X Protest holländischer Exporteure gegen die deutsche Umsatzsteuer. Von einigen Exporteuren an der holländischen Grenze sind Beschwerden ge­gen Zahlung der deutschen Umsatzsteuer erhoben worden, welche Ende 1928 mit rückwirkender Kraft bis Oktober 1928 eingeführt worden ist. Diese rückwirkende Kraft wird als ungerecht empfunden, da es den Exporteuren nicht möglich war, bei den Verkäufen von Oktober bis Dezember 1928 die Umsatzsteuer in die Preise einzukalkulieren. Die Hauptbeschwerde gegen die Umsatzsteuer hat ihre Ursache jedoch darin, daß die Steuer lediglich die Grenzexporteure trifft, während Waren, die per Bahn versandt und durch einen deutschen Spediteur dem Käufer zugestellt werden, von der Umsatz­steuer befreit sind. Die Handelskammer von Lim­burg hat dieserhalb eine Eingabe an den nieder­ländischen Außenminister gerichtet, während eine Exportfirma in Oldenzaal den Prozeßweg durch einen Rechtsanwalt in Nordhorn eingeschlagen hat.

X Amerikanische Handelbilanz. Der Monat Oktober zeigt einen Ausfuhrüberschuß von 138 Mill. Dollar gegen einen Ausfuhrüberschuß von 89 Mill. Dollar im September d. I. und einen Aus­fuhrüberschuß von 198 Mill. Dollar im Oktober des Vorjahres. Der Wert der Einfuhr wird mit 392 Mill. Dollar angegeben gegen 353 Mill. Doll, im September und 357 Mill, im Oktober des Vor­jahres, wahrend ber Wert der Ausfuhr 530 Mill, betrug gegen 442 Mill, und 555 Mill. Für Gold lauten die entsprechenden Zahlen wie folgt: Gold­einfuhr 21 321 000 Doll, gegen 18 891000 Doll, und 15 310 000 Doll., Goldaü-fuhr 3 805 000 Doll, gegen 1205 000 Dvll. und 990 000 Doll.

Die Siamanftrife

X Brüssel, 18. Nov. Die Christliche Bereini­gung der Diamantindustriellen in Herenthale, Zen- trum der belgischen provinziellen Diamantindustrie, hat sich entschlossen, bk Produktion angesichts der Krise am Diamantmarkt für eine noch festzu­stellende Zeit einzustellen.

Frankfurter Getreidebörse vom 18. November (Amtlich).

Je 100 kg in Go!"mar: Weizen 1. Qualität

Roggen (inländisch.), fester. . . Sommergerste für Brauzwecke . Safer (inländischer) . . . Mais (gelb) ...... Weizenmehl (südd. Spezial) . .

(Niederrhein. Spezial) Roogenmehl, fester..... Weizenkleie . .....

Roggenkleis . ...

24.51"25.50 Em

18.15

19.50

18-

19.25

37.25-38 00 ,

3 7.25-38 00 .

26 0027.50 ,

9.75

9.75

Nrankk»xker KnrsHerichi fl8. November).

Schutzgebiete . . . . 6 »I« Reichsanleihe v. 1927 Ablösungsschuld o. A.

bo.

8"/, Pr. Cent Piandbr. 28 .

8% Pr. Lentr.

Obl. 28. .

Anatolier I . do. II .

m. A

Bod.-

3.80

87 25

8.6

50.-

Komm.»

97.-

tvvKrMuvSo« WS«§s

Frankfurt et. 7N., 18. Nov. Tendenz schwächer. Zu Beginn der neuen Woche fehlte vieder jede Unternehmungslust. Das Geschäft war $r klein, zumal Anregungen nicht vorlagen. Die Rewyorker Börse war am Samstag geschlossen, viel besprochen wurde das Ergebnis der Stndtoer- ordnetenwahlcn, die Ansichten waren geteilt. Das Aohlungsverbot bei der Frankfurter 2lUgemetnen Versicherungs A -G. blieb nicht ohne Einfluß und je Tendenz wurde hiervon nachteilig beeinflußt. Material kam aber trotzdem nur wenig an den Markt, doch ergaben sich gegenüber den Schluß- M^^N WM C5ötUödU(J Ul ^pcy^^^^N AEK

Bagdad I......

bo. II .....

Bolltürten . . . . . Schantungbahn . . . . Adta ... , . .

armer Bank . . . . BerlinerHandelsgesellsch. Eonnnerz- u. Privatbank Dariuxädn u. Nationalb. Deutsche Bank . . .

Deutsche Bereinsbank Diskonto-Gesellschaft . . Dresdner Bank.

94.

18.

17.75

8.45

8.40

1165.

118.75 177.50 156. 235.5U

151,

. 151. . 147.75,

Metallbank.....

MitteideutscheGreditbank

Reichsbant . . . 248.

Gestern Creditanstalt iso.25

Westbant ...... 94.

Hapag, » . , . . . 104.50

Rordd. Lloyd . , . .

Buderus .....

Gelsenkirchen, . . .

Harpen er ......

Ilie Bergbau . . . . Klöckner . . , . .

Mannesmann . . , . Mansfelder Bergbau Oberbedarf . . . .

Oktavl 'Dänen . . Phönix. . . , .

Rhein. Braunkohlen . . Rheinstahl..... Riebeck Montan . . , Laurahütte . . . .

Ber. Stahlwerke A.-G.

Aschersleben.....

Salzdetfurth. . » . , Westeregeln . . . . . Kleyer ...... Brown, Boveri. . . . Daimler . . . . frankf. Maschinenfabrik.

Miag.....

Voigt © Häffner .

Metallges. Frankfurt a.

Bungbaus . .

Cement Heidelberg

Hoch- und Tiefbau

Di.

100.-

64.25

125. 131.50

2 8.

9 .25

95.-

106 75

55.50

102.90

1C2. 103.-

57.- 105,50 201. 325. 19.).

12\- 40.50 45

121.59

222 - 114.50

52- 121 50

76.-

Ph. Holzmann . . Wayß © Freitag . . Zellstoff Aschaffenburg Zellstoff Waidhof . . F. G. Farben . . . Scheideanstalt . . Holzver ohlung . . . Dt. Erdöl . . . . Th. Goldschmidt . . Montecatini . . . , Rütgerswerke . . A E. G..... Bergmann-Werke , . Ehade . . , . . Licht und Kraft . .

86.25

83.-

140- 193.75 176.10 137.-

79.-

96.5' 65.50

54.50

74 50 160.- 206 75 844.- 169.-

Elektrische Lieferungen , Fellen © Guilleaume US.

Gessürel . . ,

Lahmeyer. . , , Lechwerle. . , , Rhein. Elektr. . , Schuckert . . . , Siemens & Halske Mainkrastwerke. . St. Linoleum. . , Sarita t . , . Svenska . ^ . , Sädd. Zucker Per. Glanzstoff ,

163.- 15 1.75 103.50 1 8- 183.50 303.50 105.7.- 245. 135.50 295.- 156.50 178.-

Erbsen, je nach Qual., f. Speisezw. 81.00-44 00

Linsen do. 55.00-100.00

Heu, jübb., gut, gei. trocken . . 11.50

Weizen- u. Roggenstr., drahtgepr. 6. -

gebündelt 6.

Treber, getrocknet...... 16 2517.50

Tendenz: fester

18. November)

Berliner MetaUinarkt. (Vom

Kupfer

3lc

Novbr.. . Dezbr. . Januar . Febr. . . - März

April. . .

Akai .. .

(.1 131.50 135. 1'5.25 185.5' 135.50 135.50 135.50

b

135.50 I8v25 135.75 136 135.75 135,75 136.-

Novbr.

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Januar . Febr . . . vkälz.

April. . . Mai . . .

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42 50 42.50

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44 12.75 42.75 43. 43.25 43 25 43.50

Elektrolyt

(Mk. 0 170.2.

für

)

100

kg) B

Rohzink (Freiverk.)

.

üngcfdjm. Zink .

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190.-

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Barren

194.-

Nickel. .

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Antimon lila.

64-68

Silber 900

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66 68

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Brrantworttid) iui Urttag an» DrvSerri: Paul Ji a<; tut een rrMhlontnce »ttamhnbain Richer» freitf* für «nwfgtn unü NeNamen: 3r. © i « » e n & ü b n tr alte tu Sana». nafaHmlbrud ber 2Balt«n»«»<b'u®br udert' fonau. Strnfpreibanfiblui St 3956, 3951. 395$. Postscheck stranksuN a. M. vir. 24 959 25«nKi>nt«; SttotitSe ÜÄÈ«i AiB6b