Nr. 259
Montag Öen <, Noormder 1929
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HANDEL UM© WO MS C EU AIF T
BerchsbankauSwekS
X Nach dem Ausweis vom 31. Oft. hat sich die Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, > Lombards und Effekten in der Uitimowoche um 619.8 (i. D. 448.3) auf 2741.3 (2537.0) MW. RM erhöht. Die Bestände an Wechseln und Schecks haben um 468.5 (384.5) auf 2450.0 (2348.3) Mill. 5: Reichsmark, die Lombordbestände um 64.6 (64.3) auf 106.6 (95.2) Mill. RM und die Bestände an ; f Reichsschatzwechseln um 86.7 (—) auf 92.2 (—) MW. RM zugenommen. An Reichsbanknoten und ' Rentenbankjcheinen zusammen sind 762.5 (681.4) MW. RM in den Verkehr abgefloffen, und zwar hat sich der Umlauf an Reich-banknoten um 722.5 ■K637.3) auf 4833.0 (4672.0) Mill. RM derjenige 5 an Remenbankicheinen um 40.0 (44.1) auf 407.1 f (542.7) Mill. RM erhöht. Dsmcnrlprechend sind die Bestände der Reichsdank an Rente nbonkfcheinen um 14.2 (155) MW. RM zurückgegangen. Die è fremden Gelder zeigen mir 454.0 (493.9) MW RM i eine Abnabme um 1005 (235-4) MW RM. Die I Bestände an Gold und deckung-fähigen Devisen zu- I fammen haben sich um 15.2 (22.2) auf 2588.1 I (2696.1) MA. RM erhöht, und zwar haben die Goldbestände um 10.2 (—) auf 2229.1 (25325) I MW. RM die Bestände an dsckuagsfâhigen Devisen um 5.0 (—) auf 359.0 (1635) MW. RM zugenom- k men. Die Deckung der Noten durch Gold allein be- I trug 46.1% (54.2) gegen 54.0% (62.2) in der Dor- ' woche, diejenige durch Gold und deckungsfähige De- I vifen 53.6% (57.7) gegen 62.6% (66.3).
Gelinde* -klernerfeurndufivte
X Die Eisen- und Stahlwaren-Industrie des Solinger Bezirks hat nach dem Bericht der Industrie- unü Handelskammer im Oktober eins gewisse Belebung erfahren. In der Schneiüwaren-Inüustrie hat das Weihnachtsgeschäft eingesetzt. Wie zu erwarten war bleibt es jedoch in seinem Umfang weit Hinter dem des Vorjahres zurück. Das Inland beweist große Zurückhaltung, da ebi den Detaillisten ^allenthalben das Gefühl vorherrscht, dast die Kaufkraft der breiten Masse sich in diesem Jahr als käußerst niedrig erweisen wird. Nur bei wenigen kWaren sind die Auftragseingänge wirklich besriedi- f gend, so z. B. bei Alpakabestecken. Auch aus dem Musland find in den letzten Wochen die Aufträge Lzahlreicher eingegangen, jedoch erreichen sie nach ^Zahl und Umfang nicht die des Vorjahres. Unbe- f friedigend sind nach wi« vor die Preise und der Zahlungseingang.
In der Haarschneidemaschinen-Industrle kann i bon einer Belebung des Marktes nicht gesprochen werden, es ist im Gegenteil die Nachfrage für Haar- fchneidemaschinen sehr gering: die Uebersättigung .vieler ausländischen Märkte macht sich nach wie vor
GvmSßiguns des BeichsbanS- diSSontS um ^ Oeoreni
X wie von uns angekündigl, hat die Reichsbank heule den Wechseldiskont um % Prozent auf 7 Prozent und den Lombordsatz um % Prozent auf 8 Prozent ermäßigt.
In der heutigen Zentralausschußsitzung der Reichsbank begründete Reichsbankpräsident Dr. Schacht die Diskontsenkung wie folgt: Die Beunruhigung, die im Frühjahr im Zusammenhang mit dem Verlauf der Pariser Verhandlungen in Deur-chland entstanden und durch das Verhalten geminer ausländischer Kreise noch verschärft worden war, haue damals zu einer starten Verminderung des Gold- und Devisenbestandes der Reichs- bonk geführt. Die Bank harre sich daher veranlaßt gesehen, trag verminderter Aktivität der Wirtschaft ihren Diskont- und Lombardsag am 25. April um 1 Prozen- zu erhöhen und außerdem im Kredit- gesthas: starke Einschränkungen eintreten zu lassen.
der Zwischenzeit haben sich die Dsrhälrnisis des Markts und der Reichsbank grundlegend geändert. Es war der Bank möglich, ihren Gold- und Devisenbestand wieder aukzumklen; er betrug am 31. Oktober 1929 2588 Mill. RM gegenüber 1991 Mill. RM am 30. April 1929 und 2696 MW. RM am 31. Oktober 1928. Die Inanspruchnahme der Reichsbank im Kreditgeschäft ist zurückgegangen, der Bestand an Inlandswechssln senkte sich von 27.34 Mill. RM am 30. April auf 2119 Mill. RM am 31. Oktober d. I. Sowohl der Umlauf an Noten- und Rentenbankscheinen als auch der gesamte Zohlungsumlauf bewegen sich etwa in Vorjahrshöh«. Die Deckung der um« laufenden Re ichs Banknoten durch Gold und deckungsfähige Devisen besserte sich von 43 Prozent am 30. April 1929 auf 53,6 Prozent am 31. Oktober 1929.
Vom Standpunkt des Statuts der Reichsbank bestehen daher keine Bedenken, der nach wie vor schwer kämpfenden Wirtschaft durch Senkung' des Diskontsatzes entgegenzukommen. Daß dieser Schritt nicht eher getan werden konnte, war in der Hauptsache in den angespannten Verhältnissen an den ausländischen Geldmärkten begründet. Da sich indessen neuerdings an den meisten Auslandgeld
unangenehm bemerkbar. Auch die Industrie der blanken Waffen ist unzureichend beschäftigt. Außerordentlich ungünstig liegen wie bisher die Verhältnisse in der Fahrrad- nub Fahrradteile-Industrie. Die meisten Firmen dieses Industriezweigs arbeiten mit einem Bruchteil ihrer früheren Bele^chaft in
plätzen mit Zinssenkungen verbundene Erleichterungen durchzusetzen beginnen, hat das Reichsbank- direktorium sich entschlossen, den Diskont- und Lombardsatz der Reichsbank um % Prozent zu ermäßigen. Bei der Bemessung der Herabsetzung mußte auf die internationalen Geldmarktverhältnisi«, die relative Höhe der Seme des Berliner offenen Markts und die zum Jahresschluß zu erwartenden Mehramsprüche di« gebotene Rücksicht genommen werden.
Der Diskont der Deutschen Golddir- f ontbanf ist nicht herabgesetzt, sondern unverändert auf 6 Prozent gelassen worden.
JinSermätzisnns See Seedanbiung
5n Anpasiung an die Entwicklung der Geld- marktlage und mit Rücksicht auf die von der Reichsbank vorgenommene Diskontermäßigung hat die Preußische Staatsbank (Seehandlung) ihre im Der- kehr mit den Banken und Bankiers gehenden sämtlichen Haben- und soll-Zinssätze um % Prozent herabgesetzt. Die Abgabe der Preußischen Schatzanweisungen mit sechsmonatiger Laufzeit erfolgt an dis Banken zum Diskontsatz von 8 Prozent nom., d. h. wegen der Vorauszahlung der Zinsen effektiv $U 8% Prozent.
SWSevmSMsuris des Banken
In Auswirkung der Ermäßigung des Rsichs- bankdiskont- und Lombardsatzes um % Prozent haben auch die der Stempeloereinigung Berlin angeschlossenen Banken vereinbart, den Satz für Habenzinsen für täglich fällige Guthaben in provisionsfreier Rechnung von 4% auf 4 und in pro« visionspflichtiger Rechnung von 5 auf 4% Prozent herabzusetzen. Der Satz für Sollzinsen wurde gleichfalls um % Prozent ermäßigt. Es ist anzunehmen, daß auch die Lankieroereinigungen der Provinzplätze, also auch in Frankfurt a. M. dem Berliner Beispiele folgen und die Bankzinsen für Soll und Haben um je % Prozent herabsetzen.
verkürzter Arbeitszeit. In der Schirmgestell-In- dustrie war die Lage im allgemeinen im Monat Oktober ebenso ungünstig wie in den Vormonaten. Erst in der zweiten Hälfte des Monats sind Aufträge aus dem Ausland eingegangen, die die Hoffnung auf eine Belebung des Geschäfts, wenn auch
nur in geringem Umfang, aufkommen lassen. — In der "Taschen- und Kofferbügel-Jndustrie sind Peränderungen nicht zu melden.
Schlachtvredmavkt Vorbericht
X Frankfurt a. M^ 4. Nov. Austrieb: 1483 Rinder, darunter 338 Ochsen, 60 Bullen, 625 Kühe, — Färsen; ferner 379 Kälber, 118 Schafe, 4965 Schweine. Preise: Ochsen: al) 58—61, a2) 54—57, b) 49—53; Bullen: a) 56—59 b) 50—55; Kühe a) 48—51, b) 44—47, c) 39—43, d) 30-38; Kälber: b) 82—85, c)76—81, d) 70—75; Schweine: b) 84 bis 87, c) 84—87, b)S4—87, e) 80—83. Marklverlauf Rinder: mäßig rege, nahezu ausverkauft; Kälber: mäßig rege ausverkauft; Schweine: ruhig, Ueberstand.
Oon den Mamaute «mSekie»
(Wochenbericht unseres Sonderberichterstatters)
X Amsterdam, 1. Roo. Der ge'chli'ftne Markt tenbierte ruhig. Die Zahl der ausländischen Käufer war roi^ierum gering. Mitteleuropa war nur von Psorchenn und Wien vertreten. Pari- zeigte aber großes Interesse. Die Zahl der Käufer aus der Neuen Del: war erneut sehr klein. Der öffentliche Handel hielt sich zurück, und tatsächlich ließ der Umsatz auch viel zu wünschen übrig. Melee und Emerauden wurden vorübergehend begehrt. Weiter war Kauflust für Quarten in eilbercape zu verzeichnen. Schließlich wurde Mittelqualität Stofen gehandelt. Am Rohmarkt war der Umsatz gleichfalls kleiner; die geforderten greife blieben unverändert hoch.
X Antwerpen, 1. Nov. Der geschlissene Markt tendierte sehr lustlos; fast alle Preise neigen zur Abbröcklung. Auch am Rohmarkt herrschte eine weniger lebhafte Tendenz, obwohl die Preise noch fest sind.
X Amtlicher Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 30. Oktober berechnete Großhandels- indexziffe: des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber der Vorwoche (137.0) um 0.4 Prozent auf 136.5 zurückgegongen. Don den Hauptgruppen ist dis Indexziffer für Agrarstoffs um 08 Prozent auf 130.2 (i-31.2) gesunken. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat um 0,2 Prozent auf 130.6 (130.8) nachgegeben. Die Indexziffer für industrielle Fertigwaren weist mit 156.5 keine Peränderung auf.
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