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M. 253

Monkag den 28. Oktober 1929

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behauptet Geza von Horvath

Prozeß eines Arbeitslosen gegen das sächsische Königshaus

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IV.

Aus Sachsen ausgewiesen

Im weiteren Verlaufe feiner Aufzeichnungen behauptet Geza von Horvath, daß die sächsische Poli­zei ihn zwingen wollte, auch diesen adligen Namen ebzulegen und sich unter einem anderen, ürgerlichen Namen in Sachsen naturalisieren zu lassen. Als er ; Koß mehrerer Strafmandate und Löschung des Adelsprädikats in den Kirchenbüchern von Potsdam und Görlitz, wo fein Sohn und sein Enkel geboren wurden, sich immer wieder von Horvach nannte, j da ihm der österreichische Gesandte in Dresden, Ba- ' ron Lederer, sagte, daß er zur Führung dieses Na- - mens berechtigt fei, erhielt er am 21. Dezember 1907 ' [eine Ausweisung aus Sachsen.

Horvath ließ sich nun in Görlitz nieder. Auch hier wurde er wegen unbefugter Führung eines Adelsnamens von der Polizei verfolgt. Von Görlitz aus sandte er den dortigen Detektiv Robert Knoth nach Ungarn, um dort Nachforschungen in seiner Angelegenheit vorzunehmen. Dieser stellte fest, daß der am 26. August 1853 in Deszprim geborene und in die Geburtsmatrikel eingetragene Geza Horvath als drei Wochen altes Kind verstorben war. Alte Leute machten ihn ferner darauf aufmerksam, daß Sega nicht der Sohn der Eheleute Horvath sei und daß der Taufschein des verstorbenen Kindes ihm unterschoben wurde.

Ferner stellte Knoch fest, daß in Jemesbecly ein früherer sächsischer Oberst von Petrikowski, ein Sohn des verstorbenen Oberst v. Petrikowski des 108. Schützenregiments in Dresden, lebt, der mit dem Dormherrn Esterhuber verwandt war und zur Zeit, als König Albert noch Prinz war, bei diesem als Adjutant fungierte, und durch welchen die Ueber« jührung des Kindes nach Ungarn bewerkstelligt wurde.

Hier erwähnt Horvath in seinen Aufzeichnungen die voniihm als bekannt vorausgesetzte Bestimmung im Hausgesetz - der Wettiner, wonach das erstge­borene Kind eines sächsischen Königs oder Thron­solgers, wenn es ein Sohn ist, im evangelischen Glauben erzogen werden müsse.. Prinz Albert ver­mählte sich am 18. Juni 1853 mit Carola von Wasa. Am 9. August wurde er infolge des Todes Fried­rich August I. Kronprinz. In dieser Zeit erwartete man, wie Geza von Horvach erkundet haben will,

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eine Niederkunft der jungen Kronprinzessin. Eines Tages aber habe es geheißen, Kronprinzessin Carola habe ein totes Kind zur Welt gebracht. M dies scheint ihm in dem Glauben an seine königliche Ab­stammung so bestärkt zu haben, daß er von nun an auf den ihm so bestrittenen Namen von Horvath verzichtete und sich fortanPrinz von Wettin" nannte.

Prinz Wettin" am Grabe des Prinzen Lehmann

In Görlitz machte mich" fährt Horvath in seiner Erzählung fort ein dort lebendes altes Ehepaar namens Schneider darauf aufmerksam, daß in Hoyerswerda ein vor etwa 100 Jahren verstor­bener (in Wirtlichkeit verstarb Lehmann 1856) und verstoßner Sohn des damaligen sächsischen Königs, welcher den VolksnamenPrinz Lehmann" erhalten hatte, begraben liege, daß dessen Schicksal genau das meinige gewesen ist und daß er dort als armer Maurergeselle starb. Die Stadt Hoyerswerda erhält bis heutigen Tages auf ihre Kosten das Grab, wel­ches von Fremden viel besucht wird. An dem Ge­burtstag legen alljährlich preußische Offiziere Kränze nieder.

Auf die Aufforderung des alten Ehepaares reifte ich in Begleitung des Detektivs Knoch nach Hoyers-, werda, woselbst ich meinen Leidensgenossen auf dem Friedhof besuchte und einen Kranz auf sein Grab niederlegte. Eine tausendköpfige Menge empfing mich Ahnungslosen; die Stadt hatte mir auf ihre Kosten einen Wagen zur Verfügung gestellt. Nach­dem ich einen Kranz auf das Grab niedergelegt hatte, war ein Photograph zur Stelle. Ein Herr bat mich darauf, am Grabe Aufstellung zu nehmen und mich photographieren zu lassen. Nachdem dies geschehen, ging ich zu Fuß, ohne den Wagen zu be­nutzen, in das dortige Hotel, wo das Mittagessen eingenommen wurde. Das Lokal war sehr mit Be­amten besetzt, welche mich schon erwarteten. Gegen Abend fuhr ich wieder nach Görlitz, von einer viel­köpfigen Menschenmenge bis zum Bahnhof begleitet, zurück.

Ich erwähne nachträglich, daß der von mir mei­nem Leidensgenossen gewidmete Kranz in einem Blumengeschäft in Görlitz im Schaufenster ausge­stellt war. Er trug auf der Schleife die Inschrift: Gewidmet von Deinem vom gleichen Schicksal be«

troffenen Geza v. Weitin, Prinz von Sachsen. Görlitz, den 30. Mai 1909.

Nach Ungarn abgeschoben

Es ist begreiflich, daß eine solche Demonstra­tion den preußischen Behörden sehr unangenehm war. Acht Tage nach Weihnachten wurde ich ver­haftet, nach 14 Tagen wieder freigelassen, dann wieder feftgenommen, dem Landgericht oorgesührt und dort zu 21 Wochen Gefängnis verurteilt.

Dem Untersuchungsrichter" erzählt Horvath wurde ich mit Handschellen vorgeführt wie ein Schwerverbrecher. Aus meiner Tafel im Gefäng­nis ich war allein in einer Zelle untergebracht stand der Nam« Prinz v. Wettin, genannt Hor­vath. Zu der Gerichtsverhandlung, zu der sich viele Leute eingefunden hatten, ließ ich mir meine beiden aus Ungarn stammenden Dokumente, welche eidlich bekräftigte Aussagen meines Pflegebruders Ferry Horvath, des Josef Cseh und Derency Bornemiasze Deczprim enthielten, bringen, die der Richter stumm las und darauf verfügte, ohne die Verhandlung zu Ende zu führen, mich wieder ab-

zuführen.

Das erste dieser Dokumente lautet, nach legalv fiert er deutscher Uebersetzung:

Das Kind eines Königs und einer Königin".

Z. 48rl910.

Legalisierte Ausgabe Nokariaksurkund«.

Dor mir, Moricz Kennessy, Köm Off. Notar in Deczprim, erschienen am unten verzeichneten Platze und Tage die mir persönlich bekannten Tagelöhner in Deczprim Josef Cseh und Derency Bornemissza. Nachdem ich mich über ihre Verfügungsfähigkeit überzeugt habe, ersuchten sie mich um Ausnahme der folgenden Urkunde:

Erklärung: Wir, Josef Cseh und Franz Bornemissza, erklären hiermit einstimmig und sind auch bereit, nötigenfalls eidlich zu bestär­ken, daß die verstorbene Frau Witwe Frenzy Horvath, geborene Magüolna. Arvay, die in Deczprim wohnhaft war und mit welcher wir mehrer« Jahre in einem Hause wohnten, vor uns erklärt hat, daß Geza Horvath nicht ihr eigenes Kind ist, sondern das Kind eines aus­ländischen Königs und einer Königin fei, daß letztere ihr den Geza Horvath noch als Säugling zur Erziehung übergeben habe. Ferner hatte sie oftmals erwähnt, daß die Mutter des Geza Horvath chr zeitweilig gewisse Summen zukom-

men ließ. Wir bitten, über diese Urkunde an Geza Horvath eine legalisierte Ausgabe aus« zufolgen.

Hierüber habe ich diesen Notariats-Akt ausge­nommen, den Parteien vorgelesen und, nachdem die Parteien diesen mit ihrem Willen als gleichstimmig erklärten, mit ihnen unterfertigt.

Deczprim, am 25. Jänner Eintausendneun- hunderrundzehn.

Josef Cseh mp. Bornemissza Derenzy wp. Kennessy, Moricz mp.

Kön. off. Notar.

In dem zweiten, von demselben Notar ausge­stellten Dokument, der eidesstattlichen Erklärung des Bruders von Horvath, heißt es:

Ich, Franz Horvath, erkläre hiermit und erkläre mich bereit, dies auch unter Eid zu bekräftigen, daß meine Mutter, die verstorbene Magdalena Arvay, vereh. Franz Horvath, oft erklärte, und ich unzäh­lige Male gehört habe, daß der mit dem Namen Geza Horvath genannte und lange Zeit hindurch als mein leiblicher älterer Bruder mit mir erzogene Knabe nicht ihr natürliches Kind fei, da ihr natür­liches Kind, welches von der durch chr mit Franz Horvath geschlossene Ehe im Jahre 1853, in Dez- prim geboren ist und bei der Taufe ben Namen Geza bekommen hat, noch als Säugling gestor­ben ist und daß nach Absterben dieses ihres Kindes im Jahre 1854 man zu ihr aus Sachsen zur Pfleg« und Erziehung einaus hoher Familie stammen­des Kind gebracht hat, welches sie zu sich genom­men und "unter dem Namen ihres verstorbenen KindesGeza Horvath" bis ungefähr zu seinem 22. Lebensjahr in ihrem Hause gehalten, erzogen und es immer und überall als ihr eigenes Kind er­wähnt hat, infolange, bis sie ihn, Franz Horvath, für reif genug erachtete, ihm den wahren Sachver­halt bekanntzugeben."

Ohne feine Freiheit wiedererlangt zu haben, wurde Geza von Horvath nach Ungarn abgeschoben. Mit Läusen bedeckt und halb erfroren und verhun­gert kam er in Decprim an. Er gab dort Biolin- unterricht und studierte Zigeunerkapellen ein, aber der Krieg raubte ihm diese Existenz, und er wurde ins Armenhaus ausgenommen, wo er die ganze Zeit des Krieges zubrachte. Durch die politische Um­wälzung nach dem Kriege wurde es ihm möglich, nach Deutschland zurückzukehren. (Forts. folgt).

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Die Verlobung unserer Tochter Elisabeth mit dem Zollass'stenten

Herrn Willi Mundry

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iermit anzti stheim, 29. Oktober 1929 |anau Land)

Bücherrevisor

Heinrich Höf u, Frau

Elisabeth geb. Clarius

Meine Verlobung mit Fräulein Elisabeth Höf in Ostheim (Hanau Land) beehre ich mich hiermit anzuzeigen.

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Willi Mundry

Zollassistent

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Ehrliches fleißiges

wit nur guten Zeug­nissen in besseren tzaus- dall, wegen Erkran­kung des jetzigen Märchens per sofort keucht. 4258a .Borzustellen zwischen 2 uns 8 Uhr Fried- »chstraße 85.

Wt* Lheaier Sanau. Dienstag, 29. DIL,

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Ihre Vermählung

geben bekannt

Rechtsanwalt

Dr. Gottfried Zirkel u. Frau

Hanna geb. O h I

Kirchliche Trauung Dienstag, 29. Oktober

3 Uhr Matina fiele Mittwoch, 30. Oltbr. 7*f, Uhr

neuer Ausstattnng Madame Butterfly

Donnerstag, 3L Okt. 8 Uhr

^mnatiges Gastspiel Agnes Straub 8°in Staatstheater

Berlin

^i eigenem Ensemble

Die Flucht nach

Venedig ^>a»w'el von Georg ^ . «aller 11700t

L»de»a«rekse.

Samstag früh erlöste nach langem, schweren Leiden, ein sanfter Tod meine liebe Schwester, Tante ' Auguste Lucht

im 69. Lebensjahre.

Hanau, den 28. Oktober 1929.

Heraeusstraße 14, 2. St.

Im Namen der Hinterbliebenen:

MM Betet? Schmidt.

Die Beerdigung findet am Dienstag, den 29. Oktober, nachmittags 3X Uhr von her Friedhofs- kapell« aus statt.

Mev Mi ^yvvlhek. Darlehen, «auf- und Sau*

I (auch privat), der wend« sich petf. an

^"kbng, Frankfurt a. BL. Bahn- lofsniatz 2. Sprechzeit 101, 36. Sam»- Jag 101, Sonntag 111 Uhr. 11491X «christlichen Anfragen Rückporto betfügen.

Geld träten

mit Nebtnräumen Marktplatz 5 ist zu ver­mieten. Näheres Geschäftsstelle 4108g

Lenttal-Lheatev

Statt Karten.

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Ab heute bis einschl. Mittwoch

Statt Karten

und Geschenke .

4252x

danken Herzlichst

MI klemm Mi FM

Für die uns anläßlich unserer silbernen Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten

Für die uns anläßlich unserer

Sttbevbochrett

in so reichem Maße erwiesenen

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Ein spannender Wildwestfilm in

fünf Akten.

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danken bevrltchft

Am Sather uni grau

DieEltrprelse neigen aber auch die Gewinne der Geflügel-Halter, so­fern Muskator-Eler- mehl verfüttert wird Der Eierertrag wird , durch Muskator - Futter selbst im Herbst und Winter noch erhöht. Drudeschriften u Proben kosienlos von ihrem Händler oder dem Her­steller:

/ iWe Düsseldorf-Hafen.

Verkaufsbüro Mr Süd- deutsdiland: Robert Kleinhenz, Ludwigs­hafen a. Rn Hafenstr. 52

Korbweidenverkauf.

Am Dienstag den 8. November 1929, nachmittags 3 Uhr, werden auf dem Bürger­meisteramt in Somborn zirka 34 Morgen 8» tährige erstklassige Korbweiden verkauft.

Somborn den 26. Oktober 1929.

Der Bürgermeister.

Meine Sprechstunden fallen vom 28, Oktober 1929 bis zum 3. Mov.1929 einschließlich aus Dr. med. Roeper

Chefarzt des St Vlneenzkrankenhauses Facharat für Chirurgie u. Frauenkrankheiten

Hanau

11701t

holt mit Schönheitspreisen aus­gezeichnete Filmschauspielerin IWarceiSa Albani sowie

Hans Adalbert von Schlettow der berühmte Darsteller aus Wolga, Wolga, in den Hauptrollen des deutschen Großfilmes:

Das Schicksal einer großen Liebe. Sechs Akte mit tiefer, erschüttern­der Handlung und herrlichen Auf­nahmen 1. d. österreichischen Alpen.

BEIFILME:

Big Boy Williams in Der falsche Sheriff

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