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Dienstag den 18. Oktober 1929

Nr. 242

kleinen Choranbau und die Sakristei wieder zur Landschaft übergeleitet wird. Durch diesen origi- Gesamtaufbau wirkt die kleine Kirche geradezu mo­numental. Die Kirchenbesucher treten durch eine dreibogige Vorhalle in den eigentlichen Kirchen­raum, dessen Querschnitt ein hochgestelltes Rechteck ist Der ganze Jnnenraum ist einfach und schlicht gehalten, lediglich eine schöne, schwere Balkendecke und der Altar mit Kanzel und im Hintergrund drei hohe Wandnischen mit gemauerten Kreuzen, das ganze in hübscher, moderner Farbgebung, bilden die Schmuckpunkte.

Zur Erzielung einer stimmungsvollen, feier­lichen Wirkung im Innern haben die Architekten den hauptsächlichsten Lichteinfall durch hohe, seit­liche, bunt verglaste Fenster auf den Altar kon­zentriert. Der eigentliche Kirchenraum ist in mildem Dämmerlicht gehalten, nur Altar und Kanzel er­strahlen in hellstem Licht, so daß die Aufmerksam­keit der Zuhörer voll und ganz nach dort gelenkt wird.

In fast allen gehaltenen Festreden hörte man großes Lob für diese Leistung moderner Archi­tektur.

Riesenbesuch auf der Kochkunstausstellung.

: Die Internationale Kochkunstausstellung scheint den Veranchaltern einen vollen Erfolg zu bringen. Die Ausstellung hatte am Sonntag' rund 15 000 zahlende Besucher zu beherbergen, und auch am heutigen Momag war der Andrang außerordent­lich stark. Die Aussteller sind schon jetzt mit dem geschäftlichen Erfolg zufrieden, obwohl die auslän­dischen Gäste erst in diesen Tagen erwartet wer­den.

radfahrer und einem Personenauto zu einem Zu­sammenstoß. Dabei wurden der 34jährige Mecha­niker Karl Bregler und seine Begleiterin, die 22- jährige Kontoristin Marie Spieß, beide aus Frank­furt a. M., schwer verletzt. Die Verletzten wurden allen Fällen den verschiedenen Krankenhäusern Mainz bzw. Wiesbaden überwiesen.

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Aus Ateiubeim und Ämsebuus

= Klein-Auheim, 14. Okt. Auto und Motorrad zusammengestoßen. Am Samstag abend kurz nach dem Dunkelwerden stießen auf der Seligenstädter Landstraße, nahe bei der Einmündung der Schön­felder Straße, das Auto des Schuhfabrikanten Laster aus Hainstadt und der Motorradfahrer Ebert aus Klein-Steinheim in voller Fahrt zusam­men. Das Motorrad wurde von dem Auto zer­malmt und der Motorradfahrer schwer verletzt an den Rand der Straße geschleudert. Der rasch her­beigerufene Arzt ordnete die Ueberführung ins Krankenhaus an. Das Auto erlitt nur geringe De- thäbigunaen. Das Unglück geschah, als das Auto ein vorn Felde Heimkehrendes Fuhrwerk überholte.

kleine Frankfurter Rundschau.

: Die Zahl der Frankfurter Schulen, die in ihrem äußeren wie inneren Aufbau sowie in ihren Einrichtungen den Geist der neuen Zeit erkennen lassen, ist jetzt um eine weitere vermehrt worden. Am Donnerstag wird die im Zuge der Eschers- Heimer Landstraße errichtetehötzhausen-schule" <eig«ntümlicherweis-e ist die Inschrift über dem Portal klein geschrieben) ihrer Bestimmung über­geben worden. Die nach dem Entwurf von Pro­fessor Elsässer und Daurat Körte vom Hochbauamt erbaute 22klasftge Schule ist dreigeschossig und ent­hält eine Werkstatt, einen Raum für Naturkunde, Fest- und «ingfa-al, Turnhalle und Gymnastikplatz, «chüler-Arbeits- und Lehrgarten sowie eine Be­ratungsstelle des Stadtgelundheitsamtes und eine schuI-Zahnklinik. Wie in der Fr-eiflächenschule in der Römerstad» enthalten die Klassen Stahlrohr- möbel. Die Baukosten einschließlich Geländeevwerb belaufen sich auf 1250 000 Mk. Die Beschluß­kammer des Landgerichts hat am Montag im Haft- prüfungsoerfahren die Haftentlassung des Arb-eiters Grün, der kürzlich in feiner Wohnung in der Eüeisenaustraße seine Ehefrau erstochen hat, a-bge- lehnt. Die Kammer will aber Schritte unter­nehmen, daß dieser Fall noch in dieser Schwur­gerichtsperiode zur Bvrhandlung kommt. Beim Rangieren im Osthaf-engelände geriet der 26jährige Eisenbahnangestellte Kamphausen mit dem Fuß in rin Loch, aus dem er sich nicht schnell genug be- Teien tonnte. Er wurde von einem Güterwagen erfaßt und geriet unter di« Räder, die ihm beide Beine abfuhren Der Verunglückte wurde ins Kran-

Zugunfall

Duisburg, 15. Okkober. Gestern gegen 20% Uhr stieß kurz vor dr Ausfahrt aus dem hiesigen Personenbahnhof Personenzug 260 mit einer Ran­gierlokomotive zusammen. Hierbei wurde eine Reihe von Fahrgästen, deren Zahl nicht genau sestgestellt werden konnte (man spricht von etwa 15) verletzt. Sämtliche Reisenden konnten nach Anlegung von Rotverbänden ihre Reise fortsehen. Der Zugverkehr wurde nur unbedeutend beeinträchtigt.

Aus Srankiuvt a. SL

Schütz fveiseivvocheu

: Rach fünftägiger Verhandlung ging heute der Fall Schütz zu Ende. Das Gericht sprach den Ange­klagten, gegen den drei Jahre Gefängnis beantragt waren, frei.

In der Urteilsbegründung führte Landgerichts- direktor Kisimg u. a. folgendes an: Trotz aller Mühe, die sich das Gericht zur Klärung des Sach­verhalts machte, fei zu bedauern, daß der Fall nicht aufgeklärt werden konnte. Einige starke Belastungs­momente sprächen gegen den Angeklagten, aber ein Beweis seiner Schuld sei nicht geführt. Einige Zeugen bekunden, daß sie in der Hand des Ange­klagten ein Messer gesehen haben, andere sprechen von einem blinkenden Gegenstand. Die Zeugen­gruppe, wozu Richtberg und Münch gehören, un­terläge zu leicht politischen Beeinflussungen. Ihre Auslagen können nicht voll bewertet werden. Dazu gehöre auch der Zeuge Neuburger, der zwar keiner

:rei angshort, aber b' ' r Gruppe .nahesteht.

kenhaus gebracht, wo er alsbald seinen schweren Verletzungen erlegen ist. Zwei verkleidete Räu­ber drangen Samstag abend nach Geschäftsschluß in die Räume einer Verkaufsstelle in Bocken heim des Konsumvereins ein und überfielen den Lager­halter, dem sie mit einem harten Gegenstand einen festigen Schlag auf den Kopf versetzten. Ihre Ab­icht, die Kasse an sich zu bringen, wurde durch die Hilferufe des Ueberfallenen vereitelt. Die Täter konnten noch nicht ermittelt werden. In der Maschinenfabrik Mayfarth u. Co. fiel dem Arbei­ter Philipp Rebus eine schwere Eisenftange auf den Leib. Trotz einer sofort vorgenommenen Operation

't der Verunglückte an den Folgen der schweren nneren Verletzungen gestorben.

Aus «ab und Seen.

Kein Anschluß des verbands-Elekkrizilälswerks an die Kasseler A.-G.

Kassel, 14. Okt. In einer am Freitag nach­mittag stattgefundenen Sitzung des Verbands-Elek­trizitätswerkes Waldeck im Saale des Landrats­amts zu Corbach wurde die Beteiligung an der Zündung der Kasseler A.-G. vorläufig abgelehnt.

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4. jKuvheM rhev Land- semetttvetas m GMwese

Eschwege, 14. Okt. Der 4. Kurhessische Land­gemeindetag wurde am Samstag vormittag in An- wesenhoit zahlreicher Vertreter der Reichs- und Staatsbchörden von Bürgermeister Bickel, Ihrings­hausen, mit einer Ansprache eröffnet, in der er vor allem von den staatlichen Aufsichtsbehörden eine größere Selbständigkeit für die Landgemeinden forderte und die Erwartung aussprach, daß die nun seit langem den Landgemeinden gegebenen Versprechen endlich ihre Erfüllung finden werden. Ueber das ThemaLandvolk und Arbeit" sprach als erster Redner Oberregierungsrat Dr. Billerbeck vom Landesarbeitsamt Hessen. Der Redner legte in erster Linie die Bestrebungen bar, die das Landesarbeitsamt unternommen habe, um den landwirtschaftlichen Betrieben Arbeitskräfte zu­zuführen. Gegen die Landflucht gebe es bisher noch kein wirksames Mittel, hingegen habe die Zurück­führung von Arbeitskräften aus der Stadt auf das Land sich als zweckmäßig und erfolgreich erwiesen. Ueber das die Siedlungsprobleme berührende Thema Landvolk und Raum" erstattete sodann Dr. Böhlef.ahr, Berlin, ein sehr interessantes Referat. Er beschäftigte sich vor allem mit der Not­wendigkeit, deutsche Landwirte, die in ihrer Heimat unter der Raumnot litten, im gefährdeten deutschen Osten anzusiedeln. Das Hauptreferat hielt der Prä­sident des Deutschen Landgemeindetags und des Vor­landes der preußischen Landgemeinden Landrat a. D. Dr. ©erste über die FrageLandvolk und Politik". Er behandelte vorwiegend die aktuellen Probleme der Finanzreform unb" hob da­bei die Notwendigkeit hervor, die beabsichtigte Sen­kung der Einkommen- und Realsteuern durch einen den'Landgemeinden gerecht werdenden Ausgleich zu ergänzen. Es gehe nicht mehr an, die Landgemein­den immer wieder auf den endgültigen Lasten­ausgleich zu vertrösten. Es müsse jetzt endlich etwas geschehen, wenn nicht die Entwicklung der Land­gemeinden in gefahrbringender Weise gehemmt wer­den soll. Die Regelung der Polizeilasten habe man in Preußen bereits vorweg genommen, jetzt müsse man neben der Einführung des gerechten Ver­waltungskostenbeitrages auch die schleunige Rege­lung des Schullastenausglsichs verlangen. Denn

Aufmerksamkeit und bei besserer Stellung hätte Sonnrein dieses Tor verhüten können. Weiter Der, siebt Narbe in der 14. Minute eine sichere SaA( die unbedingt den Ausgleich hätte herbeifüh^ müssen. Nach schöner Vorlage von Karl schießt et 3 Meter vor dem Tore stehend daneben. Das SM selbst schon mit flottem Tempo begonen, wird im, wer forscher und Offenbach versucht stark, sich einen größeren Vorsprung zu sichern. Die Hanauer Än, M teidigung wehrt sich jedoch tapfer und es kann ein mal Schales einen gefährlichen Angriff unterbin, den, zum anbernmal Sonnrein den Ball auf U Linie halten. Die Hanauer fallen keineswegs 2 und nach wiederholtem Angriff kann Krause in d» lässi 35. Minute ausgleichen. Aber leider dauerte ^jfidfe Freude ob des Ausgleiches nur 1 Minute, beruf sofort nach Anstoß wird der Ball vom rechten Osse» bacher Flügel gut vorgetragen, präzise hereinge^ ben und eingelenkt. Auch die linke Seite der Off» bacher leitet gefährliche Angriffe ein, wozu sie umji besser in der Lage war, als Romeis mehr brütet Verteidiger als Läufer spielt. Eine schöne Leistu^ vollbrachte der Außenstürmer Mathes, indem «hohl aus 35 Meter Entfernung den Ball scharf auf d« ' Tor gibt, wo er von Sonnrein nicht mehr meistert werden kann. Bis Halbzeit ändert sich dem Stand von 3:1 für Offenbach nichts mehr, bei muß erwähnt werden, daß Dorn mit aller E»

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walt von dem körperlich schweren Verteidiger (Sri» del gelegt wurde und für kurze Zeit vom M mußte. Auch der Beginn der zweiten Hglfte ist Hanau 93 wenigverheißend. Nachdem Krause ein Vorlage von Philippi verschossen, kommt der Sa! wiederum zu dem ungedeckten Außenstürmn Mathes, dessen Flanke von Dünker eingeköpft wich Es war das vierte Tor in der 4. Minute nach halt zeit. Das Spiel wird nach wie vor schnell durch geführt und die Angriffe wechseln auf beiden 6«. ten schnell ab. Kaum kann Wigidahl einen placier­ten Schuß von Dorn nur noch zur Ecke lenken, ob auch Sonnrein vor dem Tore, durch ^erauslaufti wirr eine heikle Situation schafft, aber schließlich noj im letzten Moment durch Fußabwehr rettet Komm bringt später im Strafraum einen generischen Spit« ler, ohne daß derslbe den Ball hatte, zu Fall uni der Schiedsrichter verhängt Elfmeter. Bock tritt im Ball scharf, doch Sonnrein pariert. Der Ball gch hoch an die Latte und wird von Sonnrein end­

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gültig gebannt. Hanau versucht mit aller ©ematt «w aufzuholen und kann auch in der 11. Minute wie berum Krause zum 2. Erfolg kommen. Auch ferner« st ' hm bleiben die 93er im Angriff, haben überbaut jetzt mehr vom Spiel, ohne daß sie das ResulWä verbessern können. Glücklicher sind die OffenbachkiWen denen vom Schiedsrichter ein weiterer EMM Meter zugesprochen wird, vevursacht durch SchramstMbsc wer, von hinten angegangen, mit der Faust auf diikhrc Ball schlägt. Der Strafstoß wird biefesmal sichâbkc verwandelt. Trotz alledem kämpft Hanau mit felbWusi ner Energie weiter, bas Spiel wird härter unb folgen eine Reihe von Strafstößen, sowohl fWini Hanau als für Offenbach. Krieger bringt einen Freiest stoß wegen foul gut vors Tor, ein Mißverständnis^ § zwischen Wigidahl und Grundel, und Philippi hat zum dritten Erfolg eingelenkt. Trotz aller Bemühun­gen bis zum Schluß können beide Mannschaften ch nichts Zählbares mehr erringen. Das Eckenverhält- D nis 4:4 zeigt auch, daß der Kampf ausgeglichen

frei her

Zeugnis nicht un angen e politisch nicht beteiligte Zeuge Loser könne mcht überzeugen, weil er der Urheber der Schlägerei sei. Die Zeugen R-chrberg und Münch, die^die Schläge­rei beobachteten, bekundeten, daß Schütz und Koch sich allein gegenübergestanden hätten. Neuburger sagte, daß er Schütz nur habe beobachten können, weil sich der Menschenhaufen, in den er verwickelt gewesen sei, geteilt habe. Man sehe, wie leicht man sich täusche. Das gehe aber auch besonders aus der Tatsache hervor, daß eine Krankenschwester mit Be­stimmtheit behauptet habe, daß vier Leute den Koch ins Krankenhaus hereingetragen hätten. An der Richtigkeit der Aussage der Schwester aber könne nicht gezweifelt werden. Wie vielmehr könnten den andern Zeugen Irrtümer unterlaufen. Im allge­meinen gelte das gleiche auch für die parteipoli­tischen Freunde des Angeklagten. Alle aber hätten gesagt, daß Schutz kein Messer bei sich hatte und daß er zur Ruhe mahnte. Steinhilber und Diehl, die politisch nicht beteiligt seien, hätten das gleiche bekundet. Der parteipolitische Freund des Ange­klagten, der Zeuge Ludwig, habe auf das Gericht aber den Eindruck gemacht, als habe er besonderen Eifer gezeigt, um die Wahrheit zu sagen. Es kämen zwei weitere unparteiische Zeugen: Hahn und ^Schle­singer, hinzu. Hahn habe kein Meffer bei Schutz ge­sehen und seine Personenbeschreibung von dem Tä­ter passe nicht auf Schütz. Die Möglichkeit sei nicht von der Hand zu weisen, daß ein anderer den töd­lichen Stich führte.

Das Gericht habe aber auch zu prüfen gehabt, ob der Angeklagte nicht am Raufhandek beteiligt ge­wesen mar Do sei zu sagen, daß Schütz von' den Reichsbannerleuten angegriffen worden sei, die in der sicheren Annahme, daß die Nationalsozialisten vorher Reichsbannerleute angegriffen hätten, am Tatort erichunen, nachdem Loser sie alarmierte.

Es müsse als festgestellt erachtet werden, daß sich Schütz in Notwehr befanb und diese nicht über­schritt. Schließlich müsse auch di« Persönlichkeit des Angeklagten bei der Beurteilung eine Rolle spie­len. E» handle sich um einen 49jährigen, ruhigen und schwächlichen Mann, der bisher unbestraft sei.

Waldeck und zum Stellvertreter Landrat v. Trotha in Bad Wildungen durch Zuruf einstimmig gewählt.

Das Auge ausgeschossen.

Offenbach a. 2H 14. Okt. In Offenbach-Bür­gel hat am Samstag mittag ein Junge beim Bogen- spiel mit einem Pfeil das rechte Auge eines Mäd­chens getroffen. Das Auge ist verloren. Das Kind wurde sofort in die Augenklinik nach Frankfurt Main gebracht, wo es jetzt noch darniederliegt.

a.

Schwere Auto- und Mokorradunfälle in und um Mainz.

Mainz, 14. Okt. Am Samstag abend wurde der radfahrende 21jährige Arbeiter August Elbert aus Gonsenheim dort an einer Straßenkreuzung von einem Lastauto erfaßt und überfahren. Er er­litt schwere Kopf-, Bein- und Schulterverletzungen, sowie einen Bruch des rechten Armes. Als am Sonntag vormittag der auf der Wanderschaft be­findliche 19jährige Handlungsgehilfe Rudolf Leon­hardt hinter einem Lastauto die Landstraße zwischen Guntersblum und Alsheim überschritt, wurde er von einem entgegenkommenden Personenauto aus Worms erfaßt und überfahren. Außer anderen Ver­letzungen schwerer Natur wurde dem Unglücklichen fast die ganze Kopfhaut abgerissen, so daß er förm­lich skalpiert wurde. Der 36jährige Reisende Karl Haßler aus Chemnitz hielt am Sonntag abenb auf der Fintherstraße sein Personenauto an, um etwas nachzusehen. Beim Aussteigen wurde er von einem anderen vorüberfahrenden Personenauto erfaßt, eine Strecke mitgeschleift und schwer verletzt. Zwischen Kiedrich und Walluf kam es am Sonntag nachmittags zu einem Zusammenstoß zweier Motor­radfahrer. Der Arbeiter Andreas Wilhelm aus Kostheim stürzte und zog sich einen schweren Schä- delbruch zu. In Amöneburg stießen am Sonntag ebenfalls zwe! Motorradfahrer zusammen, wobei die 25jährige Verkäuferin Käthe Hammes aus Amöneburg vom Soziussitz geschleudert wurde und den linken Oberschenkel brach. Auf der Finther Straße kam es am Sonntag nachmittag beim Ueberholen eines Lastautos zwischen einem Motor-

nächteiligt worden. An die mit großem Beffa aufgenommenen Referate schloß sich eine Aus­sprache an, in der besonders von den Landbürger­meistern zum Ausdruck gebracht wurde, daß die neue Regelung der Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung viele Mängel auhueü» die un­bedingt, abgestellt werden müßten. Im Sinne die­ser Ausführungen nahm der Landgemeindetag dann auch nachstehende Entschließung einstimmig an.

Die Reform der ' Arbeitslosen- fürsorge ist notwendig, insbesondere zur Be­seitigung der zu Tage getretenen Mißstände. Keinesfalls darf pber die Reform zur finanziellen Entlastung der Reichsanstalt für Arbeitslosen­versicherung und Arbeitsvermittlung auf Kosten der Gemeinden erfolgen, da das nicht zu der von der Regierung geforderten Senkung der Realsteuern, sondern zu deren Erhöhung führen muß. Bei der Verteilung der Mittel der wertschaffenden Arbeits- losenfürsorge darf ein Unterschied zwischen Stadt und Land "nicht gemacht werden. Bei der Arbeits­vermittlung dürfen die Fürsorgeunterstützungs­empfänger nicht gegenüber den von der Reichs­anstalt unterstützten Erwerbslosen zurückgesetzt wer­den. Die Befreiung der Gemeinden von der Krisen­fürsorge erscheint angesichts der Entwicklung der Arbeitslosigkeit notwendig.

SvoetâckiSGten.

Kickers Offenbach Hanau 93 5:3 (3:1).

Das letzte Verbandsspiel der Vorrunde, zugleich ein Treffen von großer Bedeutung für beide Ver­eine, konnte Hanau 93 trotz großer Anstrengung nicht für sich entscheiden und muß somit weiterhin den Schluß der Tabelle bilden.

Der Kampf beginnt insofern äußerst deprimi- rend für die Hanauer, als bereits in der ersten Mi­nute nach zu kurzer Abwehr Schramm, der Offen­bacher Mittelläufer Müller einen Flachschuß von zirka 16 Meter anbringen kann. Bei einigermaßen

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LuF[«r UCHHUU7 lumpfren me vnenOTren* »Spiele mit größerem Elan. Sonnrein hatte, wie schon s ost, neben. sehr guten Momenten, auch einig schlechte, wie es der Spilverlauf bewies. Schram brachte immer' Befreiung vor dem Tore und wa noch besser im Unterbinden der Angriffe. Schal ließ reinen Abschlag vermissen und war auch so» nicht wendig genug. Romeis drückte sich stets in d Verteidigung herum, vernachlässigte den gegneo schen Flügel abzudecken und den eigenen Sturm zi unterstützen. Klingler, nicht besser und schlechter el! in den früheren Spielen, wurde von Krieger stet unterstützt. Dieser alte Kämpe hat sich in bemui' derungswürdiger Weise aktiv betätigt und bit Mannschaft gut dirigiert, doch mußte er seinen 21» ßsnstllrmer besser bewachen. Der Sturm hatte durch Philippi eine Verstärkung erfahren, der überhaupt die treibende Kraft war und feine alte Form baß wieder erreicht haben düfte. Karl, wie immer Mi im Ballverteilen, spielte etwas defensiv. Narbe fiel nicht gerade ab, muß aber die Situation schneller erfassen, wenn er ein erfolgreicher Innenspieler wen den will. Die beiden Außenstürmer hielten sich im g bezug auf Leistung die Waage. Krause, besser als in den letzten Spielen, muß unbedingt beweglicher werben Dorn ist zwar nicht mehr so gefährlich vor dem Tor wie früher, konnte sich aber doch wieder- k holt durchsetzen. Die Offenbacher Hintermannschaft H war gut aufgelegt und das ist ein Plus für die ganze Mannschaft. Wigidahl zeigte zwar Nervosi­tät, Bock und Grundel aber waren gleich gut i» der Abwehr und Stellungsspiel. Von den Außen­läufern war Baier der Bessere. Müller 2. als Mit­telläufer war hervorragend und bediente feine L Flügel stets mit Vorlagen. Die Flügelstürmer Glück und Mathes waren der eigentliche Angriff, aber auch die Innenstürmer kamen besser als sonst zur Geltung. kq

Liga Kickers Offenbach 3:5, ReserveOffen« f bach Reserve 2:3, 2. Mannschaft Sportverein H Klein-Steinheim Res. 2:3, Junioren Hailer | 7:0, B-Jugend 60/94 8:0, Schwarz-Weiß " I Kickers Offenbach AH. 1:1.

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Hanau den 15. Oktober 1929.

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