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Nr. 2Z9

ZTiontag ven 30. septmver 1929

iSKUC 41

HANDEL UND WIRTSCHAFT

Die Sedsutuns des Nanken- zusammsnirbiusteS

X Berlin, 28. Sept. Der Pressereferent der Deutschen Bank Dr. Müller-Iabusch hielt heute abend im Rundfunk einen Vortrag über den Zu­sammenschluß der Deutschen Bank und der Dis- contogesellschaft. Einleitend betonte er die Bedeu­tung des Zusammenschlusses, der ein deutsches Bankinstitut schaffe, das sich durchaus neben den großen Instituten des Auslandes sehen lassen könne, ^enn zwei Institute wie die Deutsche Bank und bie Disconto-Gesellschaft sich zusammenschlössen, sei das Ansehen, kaufmännisch gesagt, der Kredit, des gemeinsamen Unternehmens nicht eine Addition des asten Ansehens, sondern eine Multiplikatidn. Der Redner beschäftigte sich sodann mit den Folgen dieser Fusionierung, die auch Opfer erfordere. Die Opfer der einzelnen beginnen, so führte er aus, an der höchsten Stelle. Drei Direktoren treten in den Ruhestand, obwohl ihre Schaffenskraft und Schaffenslust noch ungebrochen ist. Bei den anderen Herren in führender Position wird das eintreten, was schon in den Jahren nach der Inflation der Fall war, nämlich die Verzögerung des Auf- rückens. Selbstverständlich wird aber aud)' eine große Anzahl von Beamten einfach überflüssig wer­den, und hier erwächst uns eine soziale Aufgabe von größter Verantwortung. Das Personal, das die Banken heute haben, ist durchweg wieder erlesenes Personal. Wer also frei wird, hat es verhältnis­mäßig leichter, Arbeit zu finden. Wir werden syste­matisch bei unseren Geschäftsfreunden und Kunden

herumfragen: bildete Leute wir in vielen ter normalen würden. Und

Wo sind tüchtige, bankmäßig ausge- zu gebrauchen? Und dann werden Fällen Beamte abgeben, die wir un- Umständen nur ungern gehen lassen schließlich denken Sie an den natür-

I lichen Abgang. Wir haben unsere Pensionskasse wie- I der aufgebaut, und wenn die Herren, die sich zur I Ruhe setzen wollen, das in Zukunft ein bis zwei I Jahre früher tun werden, so ist das auch sicher hart, ! aber das Beispiel dazu ist von Vorstandsmitgliedern I gegeben worden.

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen be- I schäftigte sich Dr. Müller-Jabusch mit den Hoff- f nungen, die an den Zusammenschluß geknüpft wer­den. Deutschland habe nicht Raum genug für die gewinnbringende Betätigung der jetzt existierenden Bankunternehmungen. Die Konkurrenz "und dazu die steuerlichen und sozialen Lasten und Sonder- lemungen wie die Aufwertungsarbeiten hätten die Kosten des Kredtts, den die Wirtschaft nötig habe, so verteuert, daß die Entwicklung nicht so weiter­gehen könne. Man hoffe, daß der Zusammenschluß diese unheilvolle Entwicklung verlangsame und viel­leicht sogar zur Rückbildung bringe. Heute komme zu wesentlichen Teilen Geld für teuren Zins und

zum grol Die bei

:oßen Teil nur kurzfristig aus dem Auslands, mische Kapitalbildung komme der Wirtschaft

nicht so zugute, wie es möglich wäre, wenn man auch hier rationell verführe. Es werde dafür Sorge getragen werden, daß jeder Kunde nach seinen Wünschen individuell bedient werde. Deutschen Ban­ken müsse Deutsches Geld zugeführt werden. Auch in kleinen Beträgen. In dieser Zeit wirtschaftlicher Not müsse jede gesparte Mark in der Wirtschaft ar­beiten. Zum Schluß wies der Redner auf die Er­sparnisse der Fusion hin, die im Laufe der Zeit außerordentlich groß sein werde. Der Grundbesitz stehe jetzt mit rund 97 Millionen zu Buch, daß er tatsächlich viel mehr wert fei, sei allgemein bekannt. Man werde ihn nur langsam verwerten, aber er werde einen erheblichen Zuwachs der Reserven bringen.

«ene öffeniriGo ^apiial- vedüviniste

Zu den GeAbeschaffungsschwierigkeiten öffentlicher Verbände

X In diesem Jahre ist eine Anzahl von 1926 aufgenommenen öffentlichen Schatzanweisungen u. Hypothekenbankenmissionen fällig geworden, deren Rückzahlung den Schuldnern Schwierigkeiten ge­macht hat. Während ober die Bodenkreditinstitute durch sukzessiven Absatz von Konversionspfandbrie­sen ihren Hypothekenschuldnern Aufschub gewähren konnten oder selbst in der Lage.waren, infolge von Heimzahlung von Darlehen die Pfandbriefe ein­zulösen, mutzten zur Tilgung der öffentlichen An­leihen mit nur einer einzige Ausnahme unbedeu­tenden Umfanges neue Serien begeben werden, die dabei noch um ein beträchtliches über den zur Rückzahlung der Anweisungen erforderlichen Be­trag hinausgingen. Die Unterbringung ist aber, je mehr es ins Jahr hineinging, immer ungünstiger und vor allem kostspieliger geworden, was ja all­gemein bekannt sein dürfte.

Angesichts dieser Schwierigkeiten, denen sich die öffentlichen Verbände bei der Kapitalmarktver­knappung gegenübersehen, muß schon jetzt unter der Voraussetzung, daß die Derhältnisse fürs nächste Jahr nicht weitgehend sich bessern, auf die Gefahr hingewiesen werden, in die der Kapital­markt kommen muß durch die Fähigkeit weiterer öffentlicher Anleihen in 1930. Um was es sich da­bei handelt, ist unter Errechnung der Rendite im jagenden erwähnt:

1. 1 30, 4 562 200 RM Lproz. Rheinpr.

Ldsbk. Pfdbr. (102 Proz.) ....

1. 7 . 30, 15 000 000 RM 7proz. Sachsen, Staat ...........

1. 10. 30, 150 000 000 RM 6,5proz.

Reichspost ..........

1. 10. 30, 70 000 000 RM 6,5proz Preuß.

31. 12. 30, 5 500 000 RM 7proz. Pomm.

%

11.9

10,9

%

% % %

10,9

9,7 . 9,2

Reben dieser Biertelmilliarde sind ferner am 1. 4. 30 noch 7 Millionen 6proz. Dollaranleihe der Bank der Ostpreußischen Landschaft zurückzuzah­

len, wovon schon jetzt gesagt werden kann, daß es bei der Aufnahmeunlust für landwirtschaftliche Pfandbriefe sehr schwer sein wird, an 30 Mill. RM neue Konversionspfondbriese, gleich weichen Zins­fußes, unterzubringen.

Snsto« vaievlSndstche - Vovdftev«

X In der Aufsichtsratssitzung der Vaterländische und Rhenania Vereinigte Versicherungsgesellschaf­ten AG. am Samstag in Elberfeld ist das Fusions­angebot der Nordstern Allgemeine Versicherungs AG. genehmigt worden. Zum gleichen Zweck ist eine Sitzung des Aussichtsrates der Nordstern All­gemeine Versicherungs AG. auf den 5. Oktober ein­berufen worden. Die 00. Generalversammlungen, die über den Fusionsantrog beschließen sollen, wer­den am 30. Oktober in Berlin stattsinden.

Gestiegene SlnsnstÄmiStze im Tezettt-Einzelhandel

X Noch der Umsatzstatistik des Reichsbundes des Textil-Einzelhandels betrug der wertmäßige Umsatz des Textileinzelhandels im August im Gesamtdurch­schnitt für das deutsche Wirtschaftsgebiet 101,8 Pro­zent des Umsatzes im August 1928. Schaltet man die Preisschwankungen aus, so entspricht diesem Ergeb­nis bei Umrechnung über den Großhandelsinderfür Textilien eine Zunahme des Umsatzes von 2,8 Pro­zent. Der aus die einzelnen Verkaufskräfte ent­fallende durchschnittliche Umsatz liegt 9,4 Prozent über den für den Monat August 1928 errechneten Ziffern. Bei der Beurteilung dieses Ergebnisses muß die in. einer großen Zahl von Wirtschaftsgebie­ten vorgenommene Späterlegung der Saisonausver- taufe berücksichtigt werden. Für die von der Aus­verkaufs-Verlegung nicht betroffenen Firmen, die also in dieser Beziehung unter den gleichen Be­dingungen wie im Vorjahre gearbeitet haben, ist ein Rückgang des wertmäßigen Umsatzes von durch­schnittlich 0,7 Prozent gegenüber August 1928 fest- gestellt. Diese Firmen erzielten im Juli und August 1929 zusammen einen Umsatz, der sich durchschnitt­lich auf 100,9 Prozent des in der gleichen Zeit des Vorjahres erzielten Umsatzes beläuft.

Schlackivishmarkt Vorbericht.

Frankfurt a. IN., 30. Sept. Auftrieb: Rinder 1646, darunter Ochsen 369, Bullen 98, Kühe 612, Färsen 490; ferner Kälber 502, Schafe 120, Schweine 4264. Preise: Ochsen a 1) 5862, a 2) 5457, b) 4853; Bullen °) 5-356, b) 4852; Kühe a) 4649, b) 4145, c) 3540, d) 3034; Färsen a) 5862, h) 5457, c) 4853; Kälber b) 7276, c) 7275, ü) 6470; Schweine b) 90 bis 93, c) 9093/ d) 9093, e) 8891. Markt- verlauf: Rinder ruhig, geringer Ueberstand; Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft; Schweine flott, ge­räumt.

Von den DtamanteumSvrien

(Wochenbericht unseres Sonderberichterstatters).

X Amsterdam, 27. Sept. Sie Lage am ge- schliffenen Markt ist wenig verändert, man besam den Eindruck, daß Käufer sich anläßlich des Stur­zes an der Effektenbörse etwas zurückhielten. Prima Melees waren begehrt; Fantasieartikel ten­dierten dagegen träge. Namentlich Senale waren ungünstig disponier:. Erwähnt sei noch, daß na­mentlich Bürger- und Mittelqualitäten Melee prima Farbe sich größerer Nachfrage erfreuten. 4 bis 6 Karat waren begehrt; Silvercape wurde bevorzugt. Von Anziehung der Preise war noch keine Rede. Der Rohmarkt tendierte ausgespro­chen fest; namentlich für Melee und Small guter Qualität war die Nachfrage befriedigend. Jnfè- rieurer Spaltzel tendierte etwas besser.

Antwerpen. 27. Sept. Von einer September- belebung war noch keine Rede, obwohl der Um­satz etwas größer war. Es lag Nachfrage für Ba­guettes vor; der Preis dieses Artikels änderte aber kaum. Französische, englische, italienische und spanische Käufer interessierten sich für runde Ar­tikel und Silvercape */« per Karat. Brillant per Karat konnte gleichfalls Käufer finden. Auch Achtkant wurde vorübergehend ziemlich lebhaft ge­handelt. Der Rohmarkt tendierte fest; der Preis neigte zum Anziehen. Erwähnt sei, daß Boort aus­gesprochen fest tendierte, und zwar anläßlich Ge­rüchte, laut welchen der amtliche Boortpreis er- höht werden soll.

X Amtliche Grotzhandelsindexzisser. Die auf den Stichtag des 25. September berechnete Groß- Handelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 138 gegenüber der Vorwoche (183,3) um 0,2 v^H. zurückgegangen. Von den Hauptgruppen ist die In­dexziffer für Agrarstoife auf 132,7 (133,2) oder um 0,4 v. H. gesunken. Die Inderziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist um 0,3 v. H. auf 131,4 (131,8) zurückgegangen. Gleichzeitig hat die Indexziffer für industrielle Fertigwaren auf 156,9 (157,1) weiter nachgegeben.

X Gülerwagenskellung der Reichsbahn. Dom 8. bis 15. September sind bei der Teutschen Reichs- bahngesellichaft (6 Tage) 962 755 Güterwagen ge­stellt worden gegen 960 888 in der entsprechenden Woche 1928 (6 Tage) und 936 462 in der Dorwoche 1929 (6 Tage). Für den Arbeitstag im Durch­schnitt berechnet, lauten die enrsprechenden Ziffern 160 459, 160 148, 156 077.

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