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FreUag den 27. September 1929
Nr. 227
Gustav Ädvlf-Srver«
A«M Iahresfest des Bezirksvereins Hanau der evangelischen Gnslav-Adolfstiftvnq in Niederrodenbach am 6. Oktober
Uns wird geschrieben: Der Bezirksvcretn Hanan genannter Stiftung will am 6. Oktober fern diesjähriges Jahresfest in Niederrodenbach mit einem Festgottesdienst nochm. %2 Uhr und einer Rachversammlung um 4 Uhr feiern. Die Fest- predigt wird Herr Pfarrer Boos aus Kesselstadt hallen, im Festgotiesdienst werden der Posaunenchor und der Kirchenchor aus Großauheim mitwirken. In der Rachversammlung werden verschiedene Redner über die Arbeit der Gustav-Adolf-Vereins berichten und es wird Rechenschaft über die Tätigkeit des Bezirksvereins und die Verteilung der eingogangenen Mitgliederbeiträge an die bedürftigen Diafporagemeinden des In- und Auslandes gegeben werden.
Der Gustav-Abolf-Verein trägt seinen Ramen noch dem Verteidiger der evangelischen Sache im Dreißigjährigen Kriege, dem iLchweüenkönig Gustav Adolf. Zu seinem Gedächtnis, zu seiner Ehre und in seinem Geiste hat sich der nach ihm benannte Verein zur Aufgabe gemacht, der evan- gerischen Sache zu dienen und das besonders an den Brennpunkten des Kampfes um die Sache des Evangetiums, den evangelischen Gemeinden in der Diaspora (Zerstreuung unter Andersgläubigen). Er will die evangelischen Glaubensgenossen sammeln, zusammenhalten und stärken in den oft recht schweren Kämpfen um di« Erhaltung der evangelischen Glaubensgüter. Sein Dienst ist -also ein rechter Liebesdienst dem Wahlspruch Gottes: „Lasset uns Gutes tun an jedermann, zu allermeist an des Glaubens Genossen!" Seine Arbeit ist welrweit, in seine Fürsorge sind diè Evangelischen der ganzen Welt eingeschlossen, die der Hilfe und Stärkung bedürfen.
Deutschland ist das Land der Reformation. Hier hat Gott durch feinen Knecht, den Reformator Dr. Martin Luther, das helle Licht des Evangeliums von dem Welthelland Jesus Christus wieder auf den Leuchter gestellt. Besonders von evangelischen deutschen Auswanderern ist es wieder hinausgetragen worden in die weite Welt. Diese evangelischen Deutschen sind es gewesen und sind es heute noch, die mitten in andersvölkischer unä andersgläubiger Umgebung sich zu eoange- liichen Gemeinde» zusammengeschlossen haben und schließen und oft unter schwerster Bedrückung durch die feindselige Umwelt und in erbittersten geistigen und seelischen Kämpfen nicht nur ihre evangelischen Glaubensgüter, sondern auch ihr deutsches Volkstum verteidigen müssen. Das tun sie oft mit bewundernswertem Mut und staunenswerter Zähigkeit unter großen Opfern eben in dem vollen Bewußtsein des hohen Wertes dieser oft von denen daheim gering geschätzten Glaubens- und Volksgüter, deren Wert gerade sie da draußen unter fremden Völkern erst recht erkennen und über alles schätzen ^lernten — in Polen, Rußland, der Ukraine, Siebenbürgen, Rumänien, jenseits des Meeres in Argentinien, Mexiko, Brasilien usw. So sollte eigentlich jeder evangelische deutsche Mann und jede evangelische deutsche Frau aus Hochachtung und Dankbarkeit und auch aus echt christlicher Barmherzigkeit ein reges Interesse haben und dewestemAr die Glau- ssM» ___bens- und Volksgenossen an der Kampffront -für Glauben und Volkstum, sich mit ihnen innerlich verbunden fühlen und sich verpflichtet wissen, sie zu ermutigen, zu stärken und zu stützen. Darum gehören alle evangelischen Männer und tyrauen in Sen Gustav-Adolf-Verein hinein! Das sollten alle als ihre selbstverständliche Pflicht empfinden, durch ihre Mitgliedschaft und eine Beitragszahlung nach eigener Einschätzung den Gustav-Ädolf-Der- ein in den Stand zu setzen, seine Arbeit getreu feinem Wahlspruch erfolgreich tun zu können.
Die Beteiligung an der schönen und wertvollen Arbeit des Gustav-Adolf-Dereins bietet zudem eine gute Gelegenheit, sein Interesse einmal hinaus zu erheben über die gewöhnlichen, alltäglichen, oft nur rein materiellen Interessen, die uns Menschen und Christen leider zu unserem persönlichen Schaden mit unserem Denken, Wollen, Sorgen und Streben zu sehr in Anspruch nehmen. Dadurch kommen wir innerlich zurück und verlieren an
Perjönlichkeitswert. Dieser wird aber immer gewonnen und erhöht, wenn wir uns für eine gute Sache, die außerhalb und über den notwendigen Alltagsinteressen liegt, gewinnen lasten und einsetzen. Das gehört mit zu der von dem Erlöser Jesus Christus gewollten und gewirkten Erlösung. Das meinen viele in den materiellen und egoistischen Interessen gefangene Menschen nicht. Es ist aber tatsächlich wahr, und die praktische Probe für die Wahrheit kann jeder evangelische Christenmensch machen, indem er einmal sein Interesse der Gustav-Adolf-Veretnssache zuwenden läßt.
Der Bezirksverein Hanau läd alle Evangelischen Hanaus und der Umgebung herzlich ein zu seinem Jahresfest nach Niederrodenbach und hofft im Interesse feiner guten Sache aus einen recht zahlreichen Besuch.
Hlelnisketten aus dem Gevichts- fMl
Hinter den Kulissen eines Rechtskonsulenten
Ein aus Danzig gebürtiger Maschinenschlosser etablierte sich vor einiger Zeit ohne die erforderliche Genehmigung als Rechtskonsulent iin Hanau und erhielt auch prompt Zulauf. Besonders Leute, die Rentenansprüche geltend zu machen hatten, zählten zu seinen Kunden und zahlten ihm für feine angeblichen Bemühungen und Spesen Beträge in Höhe von 6—120 RM aus. Hinterher gab es anscheinend auf der ganzen Linie lange Gesichter, denn nicht weniger als 7 Leute fühlten sich durch den Konsulenten um insgesamt 414 RM betrogen. Schließlich wurde Strafanzeige erstattet, nachdem ein weiterer Kunde denn doch Bedenken gehabt hatte, dem Rechtsvertreter für ein angebliches Te- lephongesprüch mit dem Senat in Kassel 20 RM auszu kündigen. Vor Gericht behauptete der Angeklagte, sich in allen Fällen für die Leute bemüht zu haben, so daß Betrug in keinem Falle in Frage kommen könne. So ohne weiteres glaubte ihm das Gericht aber nicht und beschloß die Verhandlung zwecks weiterer Zeugenladungen zu vertagen.
Ein Mokorradzusammenstotz und feine Folgen
Am 6. Juni ereignete sich an der Straßenkreuzung Herrn- und Langstraße ein Zusammenstoß zwischen zwei Motorradfahrern mit Beisitzern, bei denen ein Metzgermeister von hier einen Beinbruch davontrug. Schuld an dem Unfall trug der Motorradfahrer, der in zu schnellem Tempo von der Langstraße in die Herrnstraße eingebogen war dabei den die Herrnstraße entlang fahrenden ^Mctzgermsister angefahren hatte.. Der schuldige ^Fahrer wurde zu 100 RM Geldstrafe verurteilt.
Die beste Lösung.
Ein Motorradfahrer hatte den Fußpfad nach Wilhelmsbad mit feiner Maschine befahren und war dessentwegen in einen Strafbefehl von 10 Mark genommen, gegen der er Einspruch erhob. Auf Anraten des Richters zog er den Strafbefehl aber noch rechtzeitig zurück. — Auch ein Werkmeister aus Kesselstadt bequemte sich zur Zurücknahme seines Einspruches gegen eine Strafverfügung von 1 Mark wegen Schulversäumnis feines Sohnes. Der Jung« hatte an einem Nachmittag keine Luft zur Schule zu gehen und tummelte sich fahren nicht sonderlich miteinander vertragen, kam es dann zu dem Strafbefehl..
Das übergangene Halkezeichen.
Ein Motorradfahrer aus Langemelbold fuhr in der Nacht vom 24. Juni mit seinem Freunde die Kaftanieallee in Richtung Wilhelmsbad hinunter. Wegen chrer zu stark blendenden Scheinwerfer gebot eine Polizeistreife den beiden Motorradfahrern Halt. Während der Freund auch sofort anhieU, fuhr der Setbolder Kraftfahrer noch zirka 60 Meter weiter, um dann zurückzukommen. Es kam dann zwischen ihm und dem Poltzeibeamten zu einem kleinen Disput und als die Motorradfahrer nach Feststellung ihrer Personalien ihren Weg wieder fort- ^'stzèn konnten, soll der Selbolder mit übermäßigem Knattern verschwunden sein. Es folgte ein Strafbefehl über 20 Mark, gegen den der Kraftfahrer gestern erfolglos Einspruch erhob.
Rekonfivu evisÄovgeschlchie Vev Kremchhett
o Stephan C. Simms, der Direktor des Museums von Chicago, darf das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, als erster die prähistorische Geschichte der Menschheit plastisch veranschaulicht zu haben. Er hat die berühmte im französischen Departement Dordogne gelegene Grotte Le Mou- sliec in Chicago wieder ausgebaut und mit einer Gruppe von Menschen bevölkert, die eine Familie der Leandertalratze verkörpern, bet' ältesten Men- schenmsse, deren Spuren man gesunden hat. Um die Ausführung der originellen Idee haben sich der Berater^ und Sachverständige Arthur Koith und Elliot-Smith von der medizinischen Fakultät der Londoner Universität, sowie der Professor am Muieum in Paris, Marcel Boule, und der Abbè Breuil, der auf dem Gebiet vorgeschichtlicher Archäologie, als besondere Autorität gilt, sehr verdient gemacht. Der aus Europa gebürtige Bildhauer Frederick Blaschke aus Newyork, der der von Professor Field geleiteten Expedition des Museums von Chicago angehörte, hat die Gruppe, die die berühmte französische Grotte der Steinzeit belebt, entworfen und modelliert. Aus den Wänden des Saals, in dem die Grotte steht, hat der Maler des Museums von Chicago, Corwin, in vortrefflich gelungenen Freskobildern die wilde, primitive Felfenlandfchaft dargestellt, die die an der Grotte vorüberfließenLe Lèzère überragt. Die prähistorische Familie in der Grotte von Moustier, die jetzt die von Chiago geworden ist, besteht aus dem etwa fünfundfunfzigjährigen Vater, einer dreißigjährigen Frau mit einem Säugling im Arm, einem Knaben von zwölf Jahren und einem Greis. Der Vater ist gerade von der Jagd heim- gekehrt und hält noch die primitive Steinwaffe in der Hand, mit der er das zu seinen Füßen liegende Renntier erlegt hat. Der Knabe nagt mit sichtlicher Gier an einem Knochen, und der vor dem «euer kauernde Greis ist damit beschäftigt, ein Tierfell durch Entfernung der Fettschicht zur Decke herzurichten. Es wäre, zumal nach den in Glozel gemachten Erfahrungen, gewagt, in diesem Modell eine unbedingt zuverlässige Rekonstruktion einer prähistorischen Familienszene erblicken zu wollen, die auf runb ,50 000 Jahre zurückblickt. Zum mindesten aber sind die von Blaschke mo»
dellierten Figuren nach genauen Messungen der Abgüsse von Schädeln aus Knochenresten der Ne- andertalrasje hergestellt. Man wird beim Anblick der das Chicagoer Bildwerk veranschaulichenden Illustrationen gewiß nicht zu behaupten wagen, daß unsere Vorfahren geschmeichelt sind. Mit ihren tierischen Gesichtern, den affenähnlichen Armen und den halslosen, tief in den Schultern eingesunkenen Köpfen geben sie sich als Vertreter einer Menschheit zu erkennen, die bei Beginn des Diluviums. sich noch' nicht von der Erdscholle loszu- löfcn vermocht hatte, die noch „von den Wassern der Sinslur durchweicht war."
L» as Geheimes um Nvuâev
o Das Geheimnis um Ferdinand Bruckner ist nicht gelüftet. Der Prozeß des Intendanten Hartung "gegen den Verlag S. Fischer um die Option des neuen Werkes Bruckners „Kreaturen" hat kein Ergebnis gebracht, wer sich hinter dem Pseudonym Ferdinand Bruckner verbirgt. Weder der Vorsitzende noch der Vertreter des Klägers, der im ersten Termin Theodor Taoger, den früheren Direktor des Theaters am Kurfürstendamm als Ferdinand Bruckner be,zoichnet hat, hat an Taggers Gattin, die als Zeugin vor dem Autoren-Bühnen- schiedsgericht erschienen war, die Frage gerichtet, ob Theodor Tanger mit Ferdinand Bruckner identisch sei. Aber JMzien dafür, daß Tagyer Bruckner oder dessen Mitarbeiter ist, haben sich nicht verhüllen lassen. So will man am Gerichtstisch in der Majorität den Eindruck gewonnen haben, daß die Schriftzüge Theodor Taggers und Ferdinand Bruckner, sehr ähnlich sind. Ferner wurde festgestellt, daß Frau Dr. Tagger die mündlichen Verhandlungen mit dem Verlage geführt habe und daß ihr Mädchenname Pollack ist. An eine Frau Dr. Pollack in Wien ging aber die für Ferdinand Bruck»er bestimmte Korrespondenz. Man erfuhr schließlich in der Verhandlung, daß Bruckner nach dem Stück „Verbrecher" noch zwei weitere Stücke vollendet hat, „Der Herr von Nani" und „Schaf", die aber von Bruckner nicht reif für eine Ausführung gehalten werden, und daß er den ersten Akt eines großen Schauspiels „Elisabeth von England" geschrieben hat, das für ein
Eine interessante Entscheidung.
Ein in Berlin tätiger Landwirt aus Langenbergheim sollte am 7. März in einer Zivilprozeßsache gegen den Landgrafen von Hessen vor dem hiesigen Landgericht als Zeuge austreten, erschien aber nicht, da er angeblich am Tage zuvor einen Termin in Belgard (Pommern) hatte. Diese Entschuldigung sollte auf unwahren Tatsachen basieren, da der Termin in Belgard bereits am 27. Februar aufgehoben worden war und das Entschuldigungsschreiben-des-Zeugen am gleichen Tage von Berlin abgeschickt wurde. In der Tat hatte der Landwirt am gleichen Tage am Belgarder Gericht angerufen und die Aufhebung des Termines in Erfahrung ge bracht, nachdem ihm zwei Tage vorher auf Anfrage hin mitgeteilt worden war, der Dermin sei im Aufheben begriffen. Anstelle von 1 Tag Gefängnis war der Landwirt zu 5 Mark Geldstrafe verurteilt worden, wobei er sich nicht beruhigte, da er angenommen hatte, der Hanauer Termin sei auf sein Schreiben hin aufgehoben worden. Mit seinem Einspruch erzielte er denn auch einen Freispruch, da ihm nicht nachgewiesen werden konnte, daß er das Entschuldigungsschreiben nach Bekanntgabe der Aufhebung des Belgarder Termins abgeschickt hatte und ihm offiziell die Aufhebung des Termines- erst später zur Kenntnis gelangte.
* Der lliieterverein Hanau hält heute (Freitag) abend 8 Uhr im Restaurant „Zum Schlltzenhof", Nürnbergerstraße 14 seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab.
* Fahrraddiebslahl. Gestohlen wurde am 23. September ein Herrenfahrrad, Marke Phänomen, Fabriknummer 71967, Torpedo-Freilauf, schwarzer Rahmenbau, schwarze Felgen, Kling-Klang-Glocke, elektr. Lampe, Dynamo-Lerko. — Vertauscht wurde ferner am 24. September, gegen 24 Uhr ein Fahrrad, Marke und Nummer unbekannt, schwarzer Rahmenbau gelbe Felgen, graue Bereifung (Negro- Extra), elektr. Boschlampe. — Stehengeblieben ist weiterhin ein Fahrrad, Marke Original-Wittelsbach, Fabriknummer 317 308, schwarzer Rahmen, gelbe Felgen. Glocke mit Aufschrift Karl Nagel, Görzig. Sachdienliche .Mitteilungen werden bei der Polizeidirektion, Zimmer 190 entgegen« genommen.
* Verzeichnisse der Hausarbeiler. Im Amtsblatt von 1929 Nr. 27 Seite 168 der Regierung Kassel ist eine Polizeiverordnung erschienen, die anordnet, daß die Verzeichnisse der Hausardeitcr alljährlich zum 1. September j. I. der Polizeidirektion und dem Gewerberat vorzulegen sind und daß Zuwiderhandlungen gegen diese Polizeiverordnung mit Geldstrafe zis zu 150 RM oder im Unvermögensfalle mit entsprechender Haft bestraft werden. Ueber den Inhalt der Negierungs-Polizeiverordnung wird auf Zimmer 195 der' Polizeidirektion entsprechende Aufklärung gegeben.
* Kennzeichnung vorbestellter Plätze in D-Zug- rvoyen. Seit einiger Zeit werden die vorbcstellten Plätze in den D-Zugwagen nicht nur am Nummernschild der Abteiltür, sondern darüber hinaus noch durch einen Zettel gekennzeichnet, der am Gepäcknetz über dem reservierten Platz angebracht wird und, die Aufschrift „Reserviert für einen Rei- send;n mit PlaWarte" trägt. Die Peichsbahn hat en, d-n -
lögleich Mch 7er ’ßhiW'g Fahrkarten während der Fahrt wieder abgenommen werden, um eine Irreführung anderer Reifender beim Freiwerden eines reservierten Platzes zu vermeiden. Bei dieser Gelegenheit ist besonders darauf hingewiesen, daß auch der Reisende mit Platzkarte beim Verlassen des Sitzplatzes zur Einnahme von Mahlzeiten usw. seinen Platz mit Gegenständen (z. B. Hut oder Mantel, nicht Zeitung!) belegen muß, um sich den Anspruch auf diesen Platz während der ganzen Fahrt zu sichern.
* Tauben als Wetterpropheten. Schon seit alten Zeiten stehen die Tauben im Rufe, verläßliche Wetterpropheten zu sein. Wenn sie auf den Dächern mit den Schnäbeln nach Osten spitzen, so soll das den Eintritt von regnerischem Wetter anzeigen, der spätestens am nächsten Tage zu erwarten sein soll. Gleichfalls deutet es auf schlechtes Wetter, wenn die Tauben sich nicht weit von ihrer
Eosra
Aroßes.Theater mit zwei Drehbühnen gedacht ist. Der Prozeß selbst endete mit einem Vergleich.
o Lladslheaker. Aus dem Theaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend 7.30 Uhr findet die erste Vorstellung im Freitag-Abonnement statt. Zur Aufführung gelangt die hi«r mit größtem Erfolg gegebene Oper „Traviata" v. sizuifeppe Verdi. Morgen Samstag, abends 7.30 Uhr wird zum ersten Male „Friedericke" Operette in 3 Akten von Franz Lehar wiederholt. — Am Sonntage abends 7.30 Uhr geht zum ersten Male der größte Lustspiel-Erfolg des letzten Jahres „Olympia", ein Spiel in 3 Akten von Franz Molnar, dem Verfasser von „Spiel im Schloß" in Szene. Die Handlung dieses ganz entzückenden Werkes ist reich an Effekten und im Dialog mit glitzernden, witzigen Worten gespickt., so daß dem Publikum eine glänzende Unterhaltung garantiert ist.
o Das Sladkthealer Görlitz unter neuer Leitung. Das Görlitzer Stadttheater eröffnet seine Winter- spielzeit am 9. September mit einer Inszenierung des neuen Indendanten Walter O. Stahl von Kleist's „Käthchen" mit- der Pfitzner'schen Musik. Am 1. Oktober folgen die „Meistersinger"; damit wird zugleich der Wiederaufbau der großen Oper 'm Görlitzer Spielplan begonnen. Das Abonnement hat sich um mehr als 1000 wöchentliche Abonnenten (um 35 Prozent) erhöht, so daß von den rund 800 pro Vorstellung abonnierfähigen Plätzen nur noch etwa je 35 an der Kasse verkauft werden können. Die Spielzeit wurde um einen halben Monat verlängert.
o München erhält Me modernste Bühne der West. Der Umbau des Münchener Staatsthsaters, mit dem bekanntlich schon vor zwei Jahren begonnen wurde, hat durch den Beginn der Winter- Spielzeit eine neuerliche Unterbrechung erfahren. Man hofft jedoch, ihn 1931 sertiggestellt zu haben. München hat dann die modernste Bühne der Welt. Die neue Bühne wird als versenkbare Doppel- bühne Hergestelltz die außerdem eine große Hin- terbühne hat, die durch einen eisernen Vorhang von der eigentlichen Spielbühne getrennt ist. Die ausnubbare Gesamttiefe der Bühnen wird sich aus 60 Meter belaufen. Auf zweien von den vier ziemlich gleich großen Bühnenslächen, die in zwei 'aufeinanderliegenden Stockwerken vorhanden sind
Behausung entfernen, in der Nähe auf Zäunen L oder am Dachgiebel sitzen oder ungewöhnlich früh [ fn den Schlag zuruckSehren. Fliegen sie jedoch ; weiter aus und kommen erst später heim, so wird dies als ein ganz sicheres Zeichen für ein fort- | dauerndes gutes und beständiges Wetter ange- i sehen.
* Riefen- und Gistschlomgen Zuchlen im Frank- i surfet Zoo. Bei den seltenen Paraguay-Anacondas e im Aquarium des Zoologischen Gartens, die im E Januar 1927 erstmalig Junge gebracht haben, gab | es neuerdings wieder Familienfreuden. Die rei« | ; zenden jungen Riesenschlangen gehen bereits vor- | s züglich ans" Futter. Auch bei den giftigen euro- l' paischen Aspis-Vipern ist Nachzucht zu verzeichnen. I j Als Neuheiten find im Reptibienhause zwei der I j giftigen, hier seit vielen Jahren nicht mehr gezeig- : ] ten, prachtvoll kupferroten Knpferkopfschlangen ein- f , getroffen. Die jungen fübamerifartifchen Pampas- I , Strauße haben sei ihrem Schlüpfen am 29. August | , ihr Gewicht ungefähr verdreifacht. Der weiße Pam- passtraußenhahn, auch Nandu genannt, hat nicht ; nur die Erbrütung der Eier allein bewerkstelligt, | ; sondern ist den Jungen ein sorgsamer Führer. Das s i vorstehende Familienbild findet das größte Inter- i j esse der Besucher. , I ;
Msiievbevksbt ' '
Trotz des fast allgemein eingetretenen Luftdruckfalls und des Abbaus des kräftigen Hochdruck- | gebiets wird letzteres auch weiterhin in überwiegendem Maße die Witterung unseres Gebiets beherrschen. Die Wirbeltätigkeit über . Nordeuropa setzt , sich fort. — Vorhersage bis Freitag abend: Stellenweise Frühnebel, sonst meist heiter und trocken, I , nachts frisch, mittags warm, östliche Winde. — Witterungsaussichten für Samstag: Heiter bis > • wolkig, trocken bei südlichen Winden etwas ausge- j glichenere Temperaturen. ;
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Lattdrvers Kamm ;'
Niederrodenbach, 26. Sept. Ernteschau. j Wenn schon die Landwirtschaft in der Niederroden- bacher Gemarkung in normalen Jahren recht minimale Erträge abmirft und die Landwirte im all- f gemeinen um die Erhaltung ihrer Existenz schwer zu ringen haben, so hat die Witterung in diesem Jahre die Sorgen dieser Kreise noch um vieles .j vermehrt. Die lange Trockenheit hat nach dem harten Winter die Vegetation in den sandigen Lagen , sehr ungünstig beeinflußt. Die .Halmfrucht blieb im j Wachstum zurück und die Ausbildung der Körner j war äußerst mangelhaft; und wenn man den Er- - trag der Heuernte noch als genügend bezeichnen ' - konnte, so blieb die Grummeternte infolge der , Dürre weit hinter den Normaljahren zurück. Durch i das Ausbleiben des Regens setzten auch die Fut- j terwiesen nur spärlich an, und die Landwirte wa- ' j ren schon im Hochsommer gezwungen, den Heuvorrat der neuen Ernte in Angriff zu nehmen. ' Kommt noch hinzu, daß die Kartoffeln und RL- ,
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reinigt Jhr Kochgeschirr gründlich und hygienisch ohne es zu zerkratzen'
kann abwechselnd gespielt und auf den jeweils zwei freien die Dekorationen ausgebaut werden. Die Gcsamtkosten des Umbaues werden auf zirka 1K Millionen Mark veranschlagt.
o Max Daulhendey soll nc^en Walther von der Vogelweide ruhen. Die Gebeine des auf Java verstorbenen und dort auch begrabenen Dichters Max Dauthendey sollen, wie der Deutsche Verkehrs- -bienst meldet, nach seiner Heimatstadt Würzburg überführt und im sogenannten Lusamgärtlein beb gesetzt werden. Das Lusamgärtlein birgt bekannt- lid) auch die Ruhestätte Walters von der Vogel- weide, dessen 700. Todestag Würzburg im nächsten Jahre feiern will. Die 'Ueberführung wird im nächsten Jahre erfolgen.
o Die Wcttbücherproduklion. Die von der „Internationalen Union zum Schutz künstlerischer und literarischer Werke" herausgegebene Zeitschrift „2e broit d auteur" bringt eine Statistik über die Bucherproduktion der verschiedenen Länder. Nach diesen Ziffern hat die jetzige Produktion fast überall den Vorkriegsstand erreicht. Es erschienen in ;K^cm^ 1027: 36 680, in Deutschland 31 d26 (1912:
'n 3apan 19967, in Großbritannien 13810 (1912: 12 067), in Frankreich 11 922 t»643), in den Sereimgtcn Staaten 10 153 (10 903), in Polen 6888 (3436), Italien 6533 (11 294), in Holland 6103 9), in Ungarn 4424 (2063), in Dänemark 3293 (3532), in Schweden 2552 (1474), in Bulgarien' 2379 (2778), in Belgien 2375 (2403), in der Schweiz 1909 (3294), in Norwegen 1238 (1342), in Luxemburg 138 (137). Die russischen Produktionen er- folgen aus Staatskosten. Dieser Staatsverlag hat in den zehn Jahren seines Bestehens 21 500 Bücher und Broschüren herausgeben lassen mit insgesamt 430 Millionen Exemplaren verschiedener ' Zeit- schriften. Die Werke Stalins sind in 3 800 000 Exemplaren verbreitet, die von Lenin in 13 000 000 Exemplaren.
o Fritz Korler gehl unter die Dichter. Fritz Kortner schreibt zusammen mit Leo Lania ein Drama, dessen Held der serbische Oberst Dimi- trijèvic, der Anstifter des Königsmordes im Belgrader Konak ist. Die Uraufführung soll nach dem Wunsche Kortners, der die Hauptrolle spielt in Berlin ftattsinden.