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Selke 2

Freftag den 30. August 1929

Nr. 203

unsere Zustimmung da das außerhalb unserer Kompetenz steht. Deutscheresits wird anstelle der degressiven Sachlieferungen an Italien eine dem Gesamtwert entsprechende gleichmäßige Jahresliefe­rung festgelegt, die im Anfang auf eine Verminde­rung der deutschen Kohlenlieferungen um etwa 1,5 Millionen Tonnen hinausläuft. Doch bleiben die Gesamtquoten er hasten, und Frankreich übernimmt, sei es in Kohle oder anderen Gütern, die italienische Quote, die anfangs durch diese Verminderung frei wird, so daß ein Nachteil der deutschen Volkswirt­schaft in ihrer Gesamtheit durch diese Verein­barungen nicht eintreten wird.

Bkukskett auch in der ^oftettkvase

Deutschland zahlt 30 Millionen

Haag. 29. Aug. heute nachmittag wurden die Verhandlungen über die Frage, wie die Kosten für die Besatzung aufgebracht werden sollen, fortgesetzt. Es kam eine Vereinbarung dahin zustande, daß die Reichsregierung sich zur Zahlung eines einmaligen Betrages von 30 Millionen Mark verpflichtet, wo- ür die Kosten für die Besetzuna bis rum Abschluß der Räumung abgegolten sein sollen.

Dieser Betrag dürfte die gesamten Kosten der Besetzung nicht decken, wenn man in Rechnung stellt, daß der Dawessche Plan eine monatliche Zahlung von 11 Millionen Mk. vorsah. Nähere Einzelheiten über den genauen Inhalt und die Bestimmungen dieses Abkommens wird erst morgen erfahren können.

Oke VeeUuev greife zum Haager Begebnis

" Von den Berliner Blättern nimmt bisher nur ein Teil zu den im Haag getroffenen Abmachungen Stellung.

Unter einer RiesenüberschriftDer Erfolg vom Haag" sagt derVorwärts": Die Haa­ger Konferenz schließt mit einem dreifachen Ergeb­nis. Erstens, der HounAplan tritt vorbehaltlich der Ratifizierung durch "die Parlamente ab 1. September in Kraft. Zweitens, das besetzte Gebiet wird geräumt. Die Räumung wird Mitte Sep­tember beginnen und spätestens am 30. Juni näch­sten Jahres beendet fein. Drittens, durch die Ini­tiative der Arbeiterregierung hat sich das Verhältnis zwischen England und Frankreich fundamental ge­ändert. Die Entente hat zu bestehen aufgehört. Ge­genüber diesem dreifachen Ergebnis ist die Bedeu­tung gewisser Nebenfragen, über die großer Lärm vèwejen ist,, nahezu gleich Null. Was die Haager Konferenz, so schließt das Blatt seinen Artikel, an Verworrenheiten und Unerfreulichkeiten im ein­zelnen gebracht hat, wird man bald vergessen. Ihr Ergebnis eröffnet einen neuen Abschnitt der euro- päiichen Geschichte.

DieGermania" schreibt: Wir lieben den Foungplan nicht Aber mir ziehen ihn als das klei­nere Uebel vor und als das Mittel, Deutschlands territoriale und finanzielle Souveränität wieder­herzustellen und dadurch auf dem Wege zur Kon­solidierung Europas und zur Wiederherstellung der Gleichberechtigung Deutschlands einen großen Schritt vorwärts zu tun. In diesem Sinne und mit diesem Vorbehalt begrüßen wir das Haager Ergebnis als einen opferreichen, entsagungsvollen, aber positiven Schritt zum Frieden.

DasB. T." verzeichnet die Befreiung des Rheinlandes von den fremden Truppen und von dem Gespenst einer ausländischen Kontroll­kommission als ein erfreuliches Ergebnis. Das Wirtschaftlich-finanzielle Resultat der Konferenz und das Ergebnis der ersten Besprechungen über die Befreiung des Saargebietes dürften jedoch nach Ansicht des Blastes noch Anlaß zu deutlicher Kri­tik geben. Trotzdem, so fährt das Blatt fort, be­steht aller Anlaß, das, was hier erreicht worden ist, als Erfolg anzuerkennen. Zum Schluß zollt die Zeitung der Leistung des deutschen Außenministers hohe Anerkennung. Dr. Stresemann hat seine ge­schwächte körperlichen Kräfte mit einer so beispiel­losen Energie und einem so vorbildlichen Führer­willen in den Dienst der deutschen Sache gestellt, daß niemand ihm die aufrichtige Bewunderung versagen kann. Ein Volk, in dem menschliche Lei­stungen etwas gelten, muß die politischen Taten eines solchen Mannes doppelt und dreifach prüfen, ehe es verurteilt. Stresemann hat eine neue Basis geschaffen, und diese Tatsache ist der Lohn für die Aufopferung, mit der er hier gearbeitet hat.

DieD. A. Z." erklärt unter der Ueberschrift Deutschland gibt nach!": Wir haben den Poung- Plan mit seiner Belastung für zwei Generationen und seiner Entlastung für die nächsten paar Jahre. Wir müssen sein Inkrafttreten teuerer bezahlen, als es bei geschickterer Verhandlungstaktik und ohne die Vorbelastung durch die deutsche Demarche nötig gewesen wäre.

DerL o k. - A n z." sagt ähnliches: Man hat in einer Weise nachgegeben, die man vor vier Tagen noch öffentlich als unmöglich bezeichnet hat, und hat dafür einen französischen Räumungstermin be­kommen, der kaum anders hätte ausfallen können, wenn man überhaupt nicht verhandelt hätte, weil ja schließlich die Engländer unter allen Umständen aus dem Rheinland gehen wollten und die Belgier zu dem gleichen Versprechen bewegt hatten. Die deutsche Delegation hat vermieden, daß der Boung- plan in Scherben geht aber sonst hat sie nichts vermieden.

/ DieDeutsche Ta g e s z e i t u n g" nennt den Räumungstermin vom Juni nächsten Jahres eine neue Herausforderung Deutschlands und sagt: Jetzt bezahlen wir von neuem für einen erst nach vielen Monaten in Aussicht gestellten Abzug der Franzosen, und wir stimmen auch der ewigen Ein­setzung derVergleichkommission" zu. Die Lo­carnokommissionen erhalten setzt ausdrücklich eine bestimmte Aufgabe: Ueberwachung des Rhein- landes zugewiesen. Zugleich wird ihre Kompetenz auf die gesamte entmilitarisierte Zone, also auch auf die längst geräumte Kölner Zone und auf das entmilitarisierte Gebiet rechts des Rheins au-ge­dehnt.

EttgMGe und frramSMche Stimmen

London, 30. Aug Die Blätter geben ihre große Befriedigung über das erzielte Uebereinkommen zum Ausdruck.

Time s" schreibt: Das Ende der Haager Ver­handlungen nach den etwas erhitzten Erörterungen

Oie Landung kn Lakehuvft

Lake hurst, 29. Aug. Um 7.30 Uhr (13.30 Uhr MEZ.) war der Bug desGraf Zeppelin" in der Halle. Die Bodenmannschaft stand unter dem Kommando des Marineleulnants Peck und arbeitete musterhast. Schritt für Schritt schob sich der Riesen­leib des Luftschiffes in die Halle, die derGraf Zep- pelin" diesmal ganz für sich Hal, da sich sein Schwe­sterschiffLos Angeles" auf dem Flug nach der pazifischen Küste befindet. Die Passagiere sahen aus den Fenstern und winkten der Menge zu, die die Grütze jubelnd erwiderte. In der Halle drängten sich Zeitungsleute, Photographen und Kurbelleute, Marineoffiziere und Zollbeamte bunt durcheinander.

Newyork, 29. Aug. Das Ereignis der Zeppelin­landung hatte wieder Zehntaufende von Menschen nach dem Flugplatz in Lakehurst gezogen. Vielfach hatte man sich nicht gescheut, die Nacht hindurch auf dem Flugplatz zu wachen, um die Ankunft des Luft­schiffes nicht zu verpassen. Die Landung des Luft­schiffes bot bei klarem, blauem Himmel und strah­lender Morgensonne ein selten schönes Schauspiel, so daß die begeisterten Kundgebungen und die fort­währenden Hochrufe auf Dr. Eckener und seine Mannschaft kein Ende nehmen wollten. In den Jubel der Menschen mischte sich der Lärm der Auto­hupen und der «irenen der in der Nähe des Flug­platzes befindlichen Fabriken. Die Landung selbst ging vollständig glatt oonftatten. ßangfam wurde das Luftschiff von bey Hllfsmannfchaften in die richtige Lage gebracht und dann in die Halle ge­zogen, die demGraf Zeppelin" ganz allein zur Verfügung stand, da dieLos Angeles" erst am nächsten -lag zurückerwartet wird. Anscheinend hat das Luftschiff bei feinem Welfflug keinerlei Schaden erlitten. Nur das Gerüst des Schiffskörpers war deutlich zu erkennen, da das Lufffchiff auf seiner Fahrt viel Gas verbrauchte, so daß die Außenhülle an verschiedenen Stellen etwas schlaff wurde. Die beim Start in Los Angeles erfolgte Beschädigung des Steuerruders war ebenfalls deutlich erkennbar. Die Passagiere konnten das Luftschiff erst verlassen, als es in die Halls eingebracht war. Als erster wurde Rosendahl sichtbar, der erklärte,es war wundervoll!" Sämtliche Passagiere machten mit ihren glückstahlenden Gesichtern keineswegs den Eindruck, als ob sie eins beschwerliche Fahrt hinter sich hätten. Während verschiedene Mitglieder der Zeppelin-Besatzung am Mikrophon Ansprachen hiel­ten, überwachte Dr. Eckener persönlich die Arbeiten der Hilfsmannschasten. Zur offiziellen Begrüßung waren neben Staatssekretär Meißner und Bot­schaftsrat Dr, Kiep Admiral Moffett erschie­nen.

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Ov.

Lakehurst, 29. Aug. Dr. Eckener wurde von der begeisterten Menge förmlich bestürmt. Auf die Frage, wie lange er im ganzen in der Luft war, erklärte Dr. Eckener: 288 Stunden. Er sprach seinen Dank für den wunderbaren, herzlichen Empfang aus, den er in Amerika gesunden habe. Das Luftschiff durch fuhr glatt jedes Wet­ter, nicht ein einziges Mal auf dem ganzen Fluge setzten die Motoren aus. Von den 89 Stunden des Pazifikfluges flog das Luftschiff 60 Stunden durch so dicken Nebel, daß man nur selten Himmel und Wasser sah. In Zukunft ist für Langstreckenflllge von Luftschiffen eine Verbesserung des Wetterdienstes notwendig. Richardson und Commander Rosendahl wechselten sich in der Unterstützung der Zeppelin-Navigatoren während der Amerikafahrt ab.

Dr. Eckener nahm die Einladung der Stadt Newyork zum Empfang und Lunch am Freitag an. Er flog um 1 Uhr nach Washington, wo ihn Prä­sident Hoover empfangen wird; er kehrt morgen nach Newyork zurück.

Die sieben Mitglieder der Besatzung, die zur Er­leichterung des Luftschiffes in Los Angeles aus­gestiegen waren, trafen in Lakehurst mittags ein. Sie waren zwei Tage im Flugzeug und zwei Nächte in der Eisenbahn gefahren.

Wie hier verlautet, wird derGraf Zeppelin" nach seiner Rückkehr nach Friedrichshafen eine neue Hülle erhalten, da Dr. Eckener mit der jetzigen nicht mehr ganz zufrieden ist.

Washington, 29. Aug. Dr. Eckener und Dr. Kiep landeten heute um 14.00 Uhr aus dem Landungs­feld der Marineluffftotion, eskotiert von einem zwei­ten Flugzeug mit Marineoffizieren. Dr. Eckener wurde vom Adjutanten des Marineministers und vom Kommandanten der Flugstation herzlich be­grüßt. Er erklärte dem Vertreter des WTB., er werde zehn Tage in Amerika bleiben, um in Akron mit der Goodyear-Zeppelin Company zu verhan­deln.Graf Zeppelin" wird am Samstag oder Sonntag früh hesmfliegen. Dr. Kiep und Dr. Eckener fuhren sodann nach der Begrüßung mit einer Polizeieskorte zum Weißen Haufe, wo "Prä­sident Hoover den Kommandanten des Weltrund­fluges bealückwünschts. Es folgte sodann der Be­such des Marineministers, dem Dr. Eckener für die weitgehende Unterstützung des Fluges durch die Wetterberichte und für di« Bereitstellung der Halle und der Mannschaften seinen Dank aussprach. Im

der letzten drei Wochen wurde am Schlüsse sehr erleichtert durch die persönliche Haltung der deutschen Delegation. Das Blatt begrüßt das Ab­kommen über das Rheinland und begrüßt es wei­ter, daß die gemeinsam von den Alliierten begon­nene Besetzung auch durch eine gemeinsame Aktion beendet wird. Das Blatt bemerkt weiter, von den territorialen Vereinbarungen des Versailler Vertrages bleibe nur bie Saarfrage zurück, die nur durch eine beson­dere Vereinbarung zwischen Deutschland und Frank­reich geregelt werden könne, diese Vereinbarung müsse von den übrigen Unterzeichneten der Ver­sailler Vertrages ratifiziert werden. Auch hier sind Fortschritte gemacht worden. Es verlautet, daß

Sn 21 Lasen um die Bede

Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist gestern mittag 13.14 Uhr in Lakehurst gelandet. Es hat für den Flug um die Erde, gerechnet von der Ueberfliegung der Freiheitsstatue am 8. August bis zur gestrigen Ueberfliegung des Denkmals 21 Tage fünf Stunden und 3 1 Minuten gebraucht. Der Flug über die Vereinigten Staaken von Los Angeles nach Newyork dauerte 51 Stunden. Das Luftschiff hat somit die letzte Etappe, 4840 Alm., mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 95 Stundenkilometern bewältigt. Dabei ist zu bedenken, daß das Luftschiff infolge der hohen Gebirgszüge und der zeitweise heftigen Gegen­winde nicht immer direkten Kurs nehmen konnte

Staatsdepartement wurde Dr. Eckener in Anwesen­heit Stimsons von Unterstaatssekretär Cotton emp= fangen und begab sich, da er der Ruhe bedürftig war, in die Prioatwohnung des deutschen Geschäfts­trägers, wo er bis morgen früh bleibt, um gegen 7 Uhr nach Newyork zu fliegen. Die Flugzeuge von Lakehurst nach Washington und morgen nach Nnwyork wurden von der amerikanischen Marine­leitung kostenlos zur Verfügung gestellt.

ÄWus des âa? IevNekkn Gamftag um Mèiiermachi

Newyork, 29. Aug. Vor der Abfahrt nach Washington erklärte Dr. Eckener in Lakehurst noch, er möchte besondere Dankesworte aussprechen für die Unterstützung, die ihm die amerikanische Regie­rung, besonders das Marineamt, gewährte. Biese1 Unterstützung bedeute mehr, als in Worten auszu­drücken sei. Er habe einen tiefen Eindruck empfan­gen von dem intensiven Interesse das das amerika­nische Volk jetzt der Leichter-altz-Luft-Frags ent­gegenbringe. Vor zwei Jahren sei dieses Interesse noch nicht so stark gewesen. Damals waren noch viele skeptisch, aber nach diesem Weltflug sei das Luftschiff zur Geltung gekommen. Der Abflug werde am Samstag um Mitternacht erfolgen.

Leutnant Richardson erklärte, die Höchst­geschwindigkeit des Zeppelins auf dem Pazifik-Fluge habe 176,765 Kilometer betragen, und das Lufffchiff habe den größten Teil der Pazifikstreke in 2000 Meter Höhe zurückgelegt.

Oev srelchsvSLSehVsmknkfieV an Ov. Gänerr

Berlin, 29. Aug. Reichsverkshrsminister Dr. Stegerwald richtete anläßlich der Landung des Graf Zeppelin" in Lakehurst folgendes Telegramm an Dr. Eckener:

Nach glücklicher Ueberquerung des nordameri­kanischen Festlandes haben Sie die nördliche Halb­kugel in einzig dastehendem Fluge umkreist. Zu diesem großen Erfolge spreche ich Ihnen und Ihren Gefährten wiederum herzliche Glückwünsche aus. Das deutsche Volk erwartet mit Begeisterung die Beendigung der Fahrt und Ihre Rückkehr in bie Heimat., Gott mit Ihnen!"

Eine Voilchaft KssVSVs an Ov. EBenev

Lakehurst, 29. Aug. Der amerikanische Unser-

lssekretär für das Flugwesen. Vic kreichte nach der Landung vèsGral

Cracke:

in

dem Führer des Luftschiffes, Dr. Eckener, ein Schreiben des Präsidenten Hoover, in dem es heißt:

Es bildet für mich und meine Mitbürger eine große Genugtuung, Sie, die Bssatzuna und die Passagiere desGraf Zeppelin" nach der Vollen­dung des denkwürdigen Weltfluges willkommen zu heißen. Der Weltflug war ein großes Ereignis, das den Geist und das Interesse aller Manner und Frauen aufs neue angeregt hat. Der Weltflug stellt einen weiteren Fortschritt des Flugwesens dar. Das deutsche Volk ist zu diesem Beweis der Förderung seiner Fkugkunst zu beglückwünschen, ebenso wie Sie zu Ihrem Mut und Ihrer Geschick­lichkeit. Auch Herr Hearst, der, wie ich höre, den Weltflug finanziell in weitgehendem Maße unter.

stützt hat, ist zum erfolgreichen Abschluß des ternehmens zu beglückwünschen.

SsSiche GssKchLe um ^raf Zevverr«'*

Un-

Lokehursi, 29. Aug. Nach der Landung des Graf Zeppelin" gingen in der Lufthalle allerlei Gerüchte über angebliche Beschädigungen um, die das Luft­schiff erlitten haben sollte. Man wollte wissen, daß das Steuer bei dem kleinen Unfall in Los Angeles stark beschädigt worden sei und daß die Aüsbesse- rung mindestens zwei Wochen in Anspruch nehmen werde. Alle diese Gerüchte sind durch die Ankün­digung Dr. Eckeners, daßGraf Zeppelin" am Sonnabend die Rückfahrt nach Friedrichshafen an­treten werde, widerlegt worden.

Der Vertreter der Associated Preß berichtet: Nachdem das Luftschiff in der Halle untergebracht ist, kann man deutlich sehen, daß die elektrischen Drähte, die derGraf Zeppelin" bei seinem Abflug von Los Angeles berührte, den unteren Rand des Steuers verbogen, aber keine Brandspuren zurück­gelassen haben. Dr. Eckener erklärte Pressevertre­tern gegenüber, daß während des ganzen Welt­fluges nur zwei leichte Unfälle zu verzeichnen ge­wesen feien. In Tokio habe man den Schaden inner­halb von acht Stunden ausbessern können und über Los Angeles sei er mühelos ohne ernsten Schaden von der Hochspannungsleitung abgekommen. Dr. Eckener dementierte schließlich die angeblich in Friedrichshafen umgehenden Gerüchte, daß er dem­nächst zurücktreten werden und daß der Weltflug seine letzte Reise als Führer desGraf Zeppelin" gewesen sei. Dr. Eckener erklärte nachdrücklichst, daß er nicht die Absicht habe, zurückzutreten.

Briand und Stresemann im Begriff stehen, in ernste Verhandlungen einzutreten.

Daily Expreß" brMt ihre Genugtuung über die Zurückziehung der Truppen vom Rhein­land aus.

Paris, 30. Juni. DasOeuvr e" schreibt, bie Liquidierung des Krieges findet ihren Abschluß in der Räumung des Rheinlandes. Die deutsch-franzö­sische Annäherung kann dadurch nur gefördert wer­den. Der Friede und die Solidarität Europas können nur gewinnen.

DieRepubiquc" schreibt: Die Rechts­parteien haben ihren Licblingsge- danken der territorialenPfänder auf­

geben müssen. Sie wünschten den Abbruch, um die Besetzung aufrecht erhalten zu können. Man muß die Einigung begrüßen, weil sie die Räumung zur Folge habe.

Quoditien" schreibt: Man müsse missen, was man will. Wir wollen den Frieden, und der Friede mache die Beendigung eines Zustandes des Mißtrauens notwendig.

ImP o p u l a i r e" schreibt Lëon Blum: Briand hat sich nicht auf den Standpunkt des Prestiges gestellt. Er hat sich unbedenklich dem Vorwurf der Schwäche ausge­setzt, aber er war nicht schwach, sondern er hat großen M u t gezeigt, der darin besteht, sich für den Frieden Angriffen auszusetzen.

Knndsebungen gesetzt Den Konnsvlan

Nürnberg, 29. Aug. Am Mittwoch abend fand hier eine große Kundgebung der Deutschnationalen Volkspartei statt, in der gegen den Uoungplan Stellung genommen wurde. General Lettow- Vorbeck betonte zu Beginn seiner Rede, daß die Gleichgültigkeit der großen Masse des deutschen Volkes in der Frage der Außenpolitik geradezu katastrophal sei. Es sei höchste Zeit, den deutschen Männern und Frauen endlich einmal die unge­heure Wirkung des Foungplanes darzutun. Der Einfluß des Poungplanes auf die deutsche Wirt­schaft werde sich bald bemerkbar machen. Ein ehr­liches Nein sei viel besser, als das Eingehen auf Kompromisse.

Nach General Lettow-Vorbeck ergriff Geheim­rat Dr. Hugenberg das Wort. Er führte u. a. aus: Das Reparationssystem richte Deutschland und andere Staaten zu Grunde. Das System, dessen Krönung der Uoung-Plan sei, bedeute die Vernichtung des Kreditwesens der ganzen Welt. Wie könnten England und Italien den Bestimmun­gen des Tributplanes zustimmen? Man wolle uns durch die Erfüllung des Aoung-Planes politisch zu Schuldnern machen. Man bemühe sich, eine Furcht. Psychose in Deutschland zu erwecken. Man spreche von Vernichtung des Mittelstandes, von Sanktio­nen und von Sperrung der Auslandskredite bei Nichtannahme des Uoungplanes. Es handele sich nicht um die Frage des Houng- und Dawesplanes, sondern um den Boung- und Dawesbankerott. An- : chließend ergriff Pfarrer Traub das Wort, der eine Genugtuung darüber zum Ausdruck brachte, daß eine Front Hitler-Hugenberg gefunden wor­den sei. Dr. Traub sprach weiterhin über die Un­annehmlichkeit des Doung-Planes und forderte auf einig zu fein in dem Bestreben, die Knechtschaft Deutschlands endgültig abzulehnen.

VeNNViekkuns eines Lsmmuu-fièßchen

IsBßsMsrgsMttAiHttâVs

Leipzig, 29. Aug. Vor dem Ferienstrafsenat des Reichsgerichts wurde heute gegen den Maurer Bludsl aus Königsberg i. P. verhandelt, der als Zersetzungsfunktionär der K. P. D. wegen Vorbe­reitung zum Hochverrat in Tateinheit mit einem Vergehen gegen das RepublikjchutzgMtz angeklagt war." Eine im JanUär d. I. bei ilTm-vorgenomwene , Haussuchung hatte erhebliches belastendes Material zu Tage gefördert, darunter über 200 Exemplare von inzwischen beschlagnahmten, für die Reichswehr und Schutzpolizei bestimmte Zersetzungsschrtjjiten. Der Ferienstrafsenat erkannte auf Festungshaft von einem Jahr sechs Monaten sowie Geldstrafe von 150 RM. Die Geldstrafe und sieben Monate Haft , gelten als durch die Untersuchungshaft verbüßt. *

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wie der demokratische Ieikuugsdienst erfâhrk, sind die Verhandlungen des preußischen Staates m>> der evangelischen Kirche in vollem Gange. Die gegenwärtigen Besprechungen behandeln vorwie­gend die Frage der Dotationen, der politischen Klausel und der Gewährleistung der Glaubensfrei­heit. Angesichts des beiderseitigen Einigungswillen ist mit einer baldigen Erledigung der schwebenden Fragen zu rechnen.

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3 f t u f a I e m, 29. Ang. Sie Anwefenh«« o°- Truppen hat die Ordnung in Palästina rasch der hcrgeftell!. Ueber«« da, wo Truppen fmo. herrscht Ruhe. Es heißt, daß Banden von VW - derer« in abgelegenen Ortlchaflen noch tätig fmi , aber in den meisten Fällen sind sie zerstreu worden.

London, 29. Aug. Das Kolonialamt vcrösfen' licht ein Kommunique über die gestrige ollgemei Lage, wonach in Palästina die letzre Nacht Ruy geherrscht habe. Die Anwesenheit der Trupp habe auf die Ausständigen beruhigend gewirkt, u Dienstag dieser Wache hätte sich in " Jerusalem ein aufgeregter Trupp von Moya mebanérn gesammelt und von Groß-Mufdi w i fen gefordert. Die Regierung begegnete dieser orohlichen Lage, indem einer der Vertreter et mohammed. Deputation empfing und ihr " sicherte, die Regierung habe den Juden * , Waffen geliefert. Auf diese Versicherung hin b sich die Lage in Jerusalem gestern bedeuteno g bessert. Es wurden insgesamt getötet: 52 W Hammedaner, 6 Christen und 96 Juden; verwunoe liegen im Hospital: 103 Mohammedaner, 9 Eyr sten, 161 Juden.

Ein weiteres Todesopfer des Buirer Eisenbahnunglücks.

Köln, 29. Aug wie wir erfahren, G Gatlin des estnischen Generalstabsosfizicrs wall ' die bei dem Eisenbahnunglück in Buir fd>roer o lebt worden war, heute srüh gestorben. Dam» Y sich die Zahl der Toten aus 15 erhöht. Die ^ei« der bisher noch unbekannten Ausländerin H als die der Dänin Britta Seir Hanse aus Kopm aen festgestellt worden. Nach Wilteilung

chsbahndirektion hat sich das Befinden der r letzten wesentlich gebessert. Wie uns von Teilen Post mitgeteilt wurde, wurden bei der Du Eisenbahnkatastrophe sämtliche zehn beamten mehr ober weniger schwer verletzt, v denen sich acht im Marienhospital in Köln befinde - Einer liegt wegen Transporlunfählgkell lm h'0 kenhaus von Buir und einer ist in seine Dohnu 9 entlassen worden.