Nr. 199
Montag den 26. August 1929
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HANDEL UND
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vLvèfchlands GoldkevnwSbvttns
Der Zahlungsmikielumlauf
X Der Unterausschuß des Enquete-Ausschusses, [ der sich mit Fragen des Geld-, Kredit- und Finanzwesens befaßt hat, legt einen Bericht über t die Reichsbank vor.
Dieser Bericht, der bei E. S. Mittler und Sohn, I Berlin, verlegt ist, gibt auch einen Ueberblick über I die neue Währung und über den Zahlungsmittel- I umlauf. Darin heißt es u. a.:
Als das Dawes-Komitee seine Untersuchungen begann, war nach Einführung der Rentenmark I der Außeiiwert der deutschen Währung feil etwa 1 zwei Monaten stabil geblieben. Die Sachverstän- ß Ligen vertraten jedoch die Auffassung, daß die I eigentliche Stabilisierung der Währung noch nicht I Lurchgeführt sei, da die Grundbedingungen einer dauernden Stabilität noch gefehlt hätten. Nach I ihrem Urteil war in dieser Uebergangsperiode I nur von einem „labilen Gleichgewicht", aber noch I nicht von einer eigentlichen Stabilität zu sprechen. I Durch die Rentenbank sei zwar eine Stabilität I für einige Monate erreicht worden, jedoch auf I einer Grundlage, die beim Fehlen anderer Maß- f nahmen nur vorübergehend sein könne.
In der Auffassung, daß die Rentenmark weder I ein wirkliches gesetzliches Zahlungsmittel im In- I land, noch für irgendwelche Zwecke des Außen- L Handels zu verwenden fei, schlug das Komitee I die Schaffung einer Währung vor. die in einem I wertbeständigen Verhältnis zum Gold erhalten i und — sobald es die Umstände erlaubten — ein- I lösungsfähig gemacht werden solle. Eine solche I Währung war nach Ansicht des Komitees sowohl I für die Sanierung der deutschen Finanzen wie I für den Ausgleich des Haushalts und die Wieder- I Herstellung des ausländischen Kredites notwendig. [Sie Liquidierung der Rentenmark, die Wiederaufrichtung der Goldwährung und die Auffüllung der Gold- und Devisenreserven bildete deshalb : einen Bestandteil des Dawesplanes. Das hatte, von der reparationspolitischen Seite aus gesehen, die Bedeutung, die deutsche Kreditfähigkeit zu j stärken und ein für internationale Zwecke geeignetes Mittel zur Schuldentilgung zu schaffen, was die Rentenmark tatsächlich nicht gewesen ist. iSas schließt jedoch nicht aus, daß die Wiederauf- , ridftung einer mit Gold fest verbundenen Währung in Deutschland und die Anpassung der deutschen Währung an die Währungssysteme anderer Länder nicht auch aus anderen Motiven erfolgt wäre, historisch lagen jedenfalls die Dinge so, daß dieser Weg von Deutschland beschritten werden mußte.
Die Wiedereinführung der Goldwährung erfolgte in § 1 des Münzgesetzes vom 30. August 1924 und Len Bestimmungen des neuen Bankge- setzes über die Einlösungsverpflichtungen von Banknoten in Gold und Devisen (§ 31) und über die Verpflichtung. Gold gegen Noten einzutauschen (§ 22). Das Münzgesetz bestimmt in § 3, daß aus 1 Kilogramm Feingold 2790 RM in 10 oder 20 Reichsmarkstücken ausgeprägt werden sollen. Nach ß 22 des Vankgesetz^s ist die Reichsbank ver-
Reichsbankpräsidenten vor dem Enquete-Ausschuß ausdrücklich betont. Der Zeitpunkt für das gesetz- llche Inkrafttreten der Einlösungsverpslichtung wird nach Auffassung des Reichsbankpräsidenten erst gekommen sein, wenn ein gemeinsamer internationaler Schritt der für den Weltwirtschaftsver- kehr in Frage kommenden Völker" erfolgt ist.
Die gegenwärtige deutsche Währung ist eine Goldkernwährung und wird es auch bleiben, wenn Me Einlösungsverpflichtung gesetzlich geworden ist. Ein charakteristèschesMerkmal der Goldkernwährung ist nämlich die Möglichkeit, gegen Noten — abgesehen von Goldmünzen — auch Goldbarren und Devisen auszuliefern, die beide nicht zum inneren Umlauf, sondern nur für die Zahlungen im internationalen Verkehr geeignet sind. Dadurch wird es der Reichsbank möglich sein, auch bei Geltung der Einlösungsverpflichtung die deutsche Goldreserve im wesentlichen bei sich zu konzentrieren. Der Reichsbankpräsident hat vor dem Enquete-Ausschuß erklärt, daß die Reichsbank im Falle der Goldabgabe nur Goldbarren aushändigen werde.
Der deutsche Zahlungsmittelumlauf hat seit 1924 ständig zugenommen. Er stieg durchschnittlich gegenüber dem jeweiligen Vorjahre:
digkeit des Geldes sowie die Entwicklung der Zahlungssitten, insbesondere des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, zu verfolgen.
Om den OiamantenmSvkten
(Wochenbericht unseres Sonderberichterstatters.)
Amsterdam, 24. Aug. Obwohl die Zahl der Fremden größer war, blieb es sehr still. Von einer Herbstbelebung ist noch wenig zu bemerken. Prima Senalen konnten untergeb rocht werden, obwohl die Kauflust entschieden geringer als im Juni und Juli war. Auch pikierte Senaten wurden vorübergehend gefragt. Weiter lag Nachfrage für 'gÄchlisfenes Material von 20 bis 30-per Karat vor. Gleichfalls wurden Quarten um. 2 Gramm Silveroape .verlangt. Ausdrücklich sei chxmerkt,, daß Däuser, aus alle Artikel einen Druck ausübien. Am Rohmarkr nichts Neues. ‘ ‘ ‘ ‘ 1 • •
im Jahre 1925 um etwa 1400 Millionen RM „ „ 1926
„ » 1927 „ „
„ „ 1928 * „
sodaß er im Jahre 1928 Milliarden RM betrug.
450
540
390
durchschnittlich etwa 5,8 Diese fortlaufende Zunahme ist im wesentlichen auf die zu nähme des Umlaufs an Reichsbanknoten, zum Teil aber auch auf die Steigerung des Umlaufs an Scheidemünzen zurückzuführen, der im Jahre 1928
Antwerpen, 24. Aug. Auch in Antwerpen sind die Ferien nunmehr ' Vorüber; trotzdem herrschte noch Stille. Die Nachfrsige für Baguettes und Industrielle befinden sich setzt . in . einer .schwierigen Sage, weil ihnen die Finanzkraft sel>ch dem kräftigen Druck, der seitens der Käufer äusgeübt wird, Widerstand zu leisten. Einige' Artikel, welche irr den letzten Monaten kaum Beobachtung fanden,, ziehen setzt dagegen größere Ausgiepksnuz'keit.. Man.nimmt an, daß nicht weniger als 6000 Schleifer in den letzten Monaten ausschließlich Fantasie bearbeiteten, so daß es begreiflich ist, daß eine Ueberproduk- tion in Baguettes entstanden ist . Man erwartet nicht, daß die Nachfrage nach .Fantali«, rvieder zunehmen wird; dagegen wird 'je^t' wieder alle Hoffnung auf Meloes,
3.45:
2.15: m".
mit 890 Millionen RM ungefähr die Höhe der Vorkriegszeit erreichte. Nach Auffassung der Reichsbank war schon im Jahre 1926 eine Sättigung des Verkehrs durch Scheidemünzen ' eingetreten. Diese von der Reichsbank angenommene Sättigung des Verkehrs fand ihre Bestätigung darin, daß sich bei der Reichsbank erhebliche Bestände an Scheidemünzen ansammelten, und zwar durchschnittlich: im Jahre 1925 65 Millionen RM, im Jahre 1926 104 Millionen RM, im Jahre 1927 93 Millionen RM und im Jahre 1928 83 Millionen RM.
Diese Beträge stellen, wie der Reichsbankpräsident ausführte, soweit einen unverzinslichen Kredit an das Reich dar, wie der Nennwert den Metallwert der Scheidemünzen übersteigt.
Wenn sich seit 1924 der Zahlungsmittelumlauf dem von der Reichsbank für 1913 auf etwa 6 Milliarden geschätzten Zahlungsmittelumlauf allmählich annähert, so darf daraus noch nicht geschlossen werden, daß eine Erhöhung über das gegenwärtige Maß hinaus bereits unzulässig wäre bezw. inflationistische Gefahren mit sich bringt. Um auf Grund eines Vergleichs mit der Vorkriegszeit solche Schlußfolgerungen ziehen zu können, wäre eine eingehende Prüfung aller für ober gegen diese Erhöhung sprechenden Momente erforderlich und ein Vergleich, der sich auf die absoluten Zahlen beschränkte, würde nur zu Fehlschlüssen iübren. 5b r Reurteiluna des _ie.meilist.cn Bahlungs- ■■^^
MnbrMünt ü. Achtkant gesetzt.
Aus der südafrikanische« Diamankindustrie.
Amsterdam, 24. Aug. Aus Johannesburg wird gemeldet, daß dort mit einem Kapital von'76 ME § eine neue Gesellschaft' Ld Souvenir (Van- tret' Hoven) Diamonds Ltd. zur-Ausbeutung der Diamant- Terrains in der Nähe ,der Phönchminen im Oranje- Freistaat gegründet worden ist. Sehr wertvolle Funde sollen bereits erfolgt sein. — Aus Kapstadt wird gemeldet, daß wieder eins nèuè Diamant- gsssllschajft, die Nâaqualands- Diamonds Cutting Works, mit einem Kapital, von 20 000 £ gegründet worden ist. Dr. Perow, Oberingenieur des Bergbau-Amts der südafriikanischen Union, erklärte, daß seines Erachtens die 32 Rândminen noch zu einem- Werte von einer Milliarde P Diamanten aufliefern werden. — Die Diamantproduktion in. Süd-West- Afrika 'betrug im Mai 50,553 Karat (im April 50,663 Karat). In den ersten fünf Monaten dieses Jahres betrug die Produktion 221,476 Karat.
SchlackivrehmavSt
• (Vorbericht)
Frankfurt a. 21t., 26. Aug. Rinder 1714, darunter Ochsen 385, Bullen 74, Kühe 745, Färsen 498, Kälber 534, Schafe 110, Schweine 4377. Preise: Ochsen: a) 59-61, b) 54—58, c) 50—54. Bullen: a) 53—57, b) 48—52, Kühe: a) 45—48, b) 40 bis
X Die amtliche Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 21. August berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 138,0 gegenüber der Vorwoche (137,9) nahezu unverändert. Aon den Hauptgruppen stellten sich die Indexziffern für Agrarstofse auf 132,4 (132,3), für Kolonialwaren auf 129,7 (129,1), für industrielle Rohstosse und Halbwaren unverändert auf 131,4 und für industrielle Fertigwaren auf 157,5 (157,6).
X Die neue Zellstoff-Fabrik in Kexholm. Nach Mitteilung der Verwaltung soll diese von Waldhos- Mannheim in Finnland errichtete Fabrik eine Kapazität von insgesamt 120000 Tonnen erhalten, doch sollen zunächst erst 60 000 Tonnen hergestellt werden. Von der bisher größten Zellstofffabrik in Finnland die sich in Enso befindet, werden jährlich 45 000 Tonnen produziert. Die gesamte Produktion soll nach Deutschland England und Italien abgesetzt werden. Das Rohmaterial wird hauptsächlich aus Rußland bezogen werden, was indessen von der finnischen Holzveredelungsindustrie bezweifell wird. Die Fabrik wird Anfang 1931 in Betrieb gesetzt und zirka 800 Arbeiter beschäftigen. Die Stromversorgung wird durch ein eigenes Kraftwerk erfolgen, da sich dadurch der Strom billiger stellen wird, als wenn er vom Imatra- Kraftwerk bezogen werden würde.
X Ruhrkohlenförderung. In der Zeit vom 11. bis 17. August wurden im Rulrgebiet in sechs (wie Vorwoche) Arbeitstagen 2 441343 Tonnen (Vorwoche 2 442119) Tonnen Kohle gefördert. Die Kokserzeugung stellte sich auf 645 202 (635 875) Tonnen, die Prehkohlenherstellung auf 73 481 ,(72 245) Tonnen. Die arbeitstägliche Kohlenförderung betrug 406 891 (407 020) Tonnen, di« tägliche KükSerzetlgung 92172 (90 839) Tonnen, die arbeitstägliche Preßkohlenherstellung 12 247 (12 042) Tonnen.
Xkapiialerhöhung der Lommercial Investment Trust Lorp. Bei der Commercial Investment Trust Corp., Amerikas bedeutendstes unabhängiges Kreditfinanzierungs-Unternehmen und Muttergesellschaft der Citag (Berlin), beantragt der Aufsichtsrat, wie aus Newyork gekabelt wird, die Stammaktien auf der Basis 1:2% neu zu stückeln. Zu diesem Zweck wird eine Genehmigung zur Erhöhung des jetzt 2 000 000 Stück betragenden Stammaktienkapitals auf 7 500 000 Stück beantragt, wobei die überschüssigen Aktien zur zukünftigen Ausschüttung von Aktiendividenden bereitgestellt werden sollen. Vom 1. Januar 1930 an wird die Akttendividende aus die neuen Aktien auf 6 Prozent anstatt der jetzt gezahlten 4 Prozent festgesetzt, während gleichzeitig eine Bardividende von 1,60 Dollar per Stück entsprechend den bisher auf die alten Aktien gezahlten 4 Dollar gewährt wird. Der. Aufsichtsrat genehmigte ferner den Verkauf von 50 000 alten Stammaktien an Dillon, Road u. Co.
Die Einlofungs'verpflichtung der Reichsmark i ...________, ...... ... ....._________ rd) § 52 des Bankgesetzes suspendiert. Daß die liche Lage der Wirtschaft, die sich ächsbank trotzdem praktisch bereit ist, Gold oder sätzen ausdrückt, richtig zu beurtä
konjunktorclle und jahreszeit-
in den Güterum
ifen in dem zur Regulierung des Wechselkurses förderlichen Maße abzugeben, wurde von dem
beurteilen und dabei die
jeweilige Preisentwicklung zu berücksichtigen. Ebenso wichtig wird es fein, die Umlaufsgeschwig-
d) 61—68. Schweine: b) 87—89, c) 85—90, d) 88 bis 90, c) 84—87. Schafe nicht notiert. Marktverkauf ruhig, Ueberstand, Kälber und Schweine langsam, etwas Ueberstand.
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Los VIII
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I sämtlich« Fleisch-und Wurstwaren
" sämtliche Backwaren
Stöftrifier Schwarzbier, Flaschenbier
am 7. September 1929 11 Uhr vorm.
folgende Lebensmittel vergeben werden:
Die Verdingung hat zu Festpreise« zu erfolgen.
Bedingungen sind bei der Kaffs des Versorgungskrankenhauses täglich einzuseheu.
Letzter Zeitpunkt für Einreichung der Angebote: 7. 9. 1929 10 Uhr vormittag».
Äerdmgung r
Für die Zeit vom 1. September 1929 bis 31. März 1980 sollen im Wege des öffentlichen Verdingungsverfahrens
Todesamskse
Heute verschied nach kurzem Leiden, wohlversehen mit den hl. Sakramenten, meine herzensgute unvergeßliche Frau, unsere stets treusorgende Mutter, Schwester, Tante und Schwägerin
Los Los Los
Los Los Los Los
IV V
VI VII
Mineralwaffer Geflügel Friichgsmüse Obst und Südfrücht« Milch
Eier, Butter, Käse.
MoroMsMenta
Verdingung.
Die Küchenabfälle für die Zeit vom 1. 10.29 bis 81. 8. 80 sollen im Wege Des öffentlichen Verdingungsverfahrens am 7. September 28, 11 Uhr vorm., vergeben werden.
Die Bedingungen lönnen im Gelchäfts- ztmmer der Kasse täglich eingefehen werden.
Verforgungskrankenhaus.
In das Handelsregister, Abteilung A, ist bei der Firma Fritz Reuhl & Co. in Bischofsheim (Nr. 88 bes Register») am 20. August 1929 folgendes eingetragen worden:
Die Gesellschaft ist aufgelöst. Liquidatoren sind Die beiden Gesellschafter: Mechaniker Fritz Reuhl und Bauunternehmer Johannes See, beide in Bischofsheim bei Hanau. Jeder, Liquidator kann einzeln handeln. 8500t
Bergen, Kreis Hanau, den 20. August 1929.1
Das Amtsgericht. 1
Frau Angela Rech
im 49. Lebensjahre. 8501o
Hanau (Nordstr. 30) den 24. August 1929.
Sie liestrauemSen Sinlerbliebenen
Jakob Rech und Kinder
Die Beerdigung findet Dienstag den 27. August, nachmittags 4 Uhr von der Friedhofskapelle aus statt.
Heute früh entschlief sanft meine innigstgeliebte herzensgute Frau, unsere treue Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante
Frau Anna Nicolaus
geb. Kunzmann
Frankfurt (Main)-West (Leipzigerstr. 'S?), 24. August 1929 Hanau a. M.
In tiefer Trauer:
Familien Wilhelm Nicolaus u. Henerlette Launhardt Ww.
Helene Kunzmann
Familie Karl Farr
Die Beerdigung findet statt: am Mittwoch den 28. August 1929, vorm. 9’/, Uhr, vom Portale des Hockenheimer Friedhofs. 1257
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