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Land Manns Gonntagsvtatt

Allgemeine Zeitung für Landwirtschaft, Gartenbau und Hauswirtschaft

1929

Echnftleitungr Oekonomierat Grundmann, Neudamm Jeder Nachdruck auS dem Jnhaü dieses BlatteS wird gerichtNch verfolgt (Gesetz vom 19. Juni 1901)

Der Gbstbaumkrebs und seine sichere Bekämpfung. Von Karl Beppler. (Mit 3 Abbildungen.)

In meinen Obstanlagen führe tch jabraus, jahrein einen steten Kampf mit zwei der schlimmsten Feinde des Obstbaues: der Blutlaus und der noch gefâhr- licheren Krankheit als des genannten Schäd- lings, dem Obst, b aumkrebs. Jchdarf Wohl mit gutem Ge­wissen behaupten, daß ich der einzige Obst- bauer tn der ganzen Gemeinde bin, dir ge­rade gegen den Baum- krebs mit allen Mitteln und allem Hochdruck arbeitet und eben des­halb, weil ich immer wieder scbe, wie ge­fährlich eroenBäumen innerhalb ganz kurzer Zeit werden kann.

Man kann ihn in allen Obstarten finden, zu­meist aber ist sein Vor­kommen auf die Apfel­bäume beschränkt und Miüdmlg L Offener arebs. ^stillt auch nur die holzigen Teile Ich beobachtete ihn in zweiFormen: als offener Krebs (Abbildung l)unb als knolliger,geschlossener Krebs (Abbildung2). DerErregerdiesersehransteckenden Obstbaumkrankheit ist ein Pilz, nectria galligena genannt, dessen Vermehrung durch Sporen und seine Verbreitung durch den Wind, den Regen und Insekten geschieht. Die Sporen können nur verletzte Rindenteile angreifen, in denen sie sehr rasch ein Fadengeflecht treiben, das die Rinde kreisförmig durchsetzt und sie in kurzer Zeit zum Absterben und Vertrocknen bringt Manche Apfelsorten sind gegen den Krebs Widerstands- fähig und heilen so geschlagene Wunden selbst bald aus. Ändere aber fallen in einem Sommer schon dieser furchtbaren Krankheit zum Opfer. Wie bekämpft man am fichersten den Krebs? Bekanntlich ist es leichter, einer Krankheit vor-

Abbildung * ««schioffener Krebs.

zubeugen als eine zu heilen. Diefes Sprichwort gilt auch hier. Beim Aussuchen von Jungbäumen zwecks Pflanzung achte man schon aus krebs- feste Sorten. Als solche gelten Roter Eifer- apfel, Gravensteiner, Fürstenapfel, Boiken, Bos- koop usw. Empfindlichere Sorten sind: Kanada- und Champagner-Reinette, Goldparmäne Ge­flammter Kardinal, mitunter auch Goldreinette von Blenheim usw Sehr ost ist Mangel an Kalk, stauende Nässe oder übermäßige Düngung an Stickstoff die Ursache obiger Krankheit; aus ganz trockenen, wie sehr schweren Böden be- vbachte ich ihn ebensoviel Ich habe im Laufe der Jahre versucht, aus alle mögliche Weise dem Krebs an den Obstbäumen habhaft zu werden Junge, vom Krebs befallene Triebe schneide ich kurzerhand ganz heraus und verbrenne sie Wie das am richtigsten geschieht, veranschaulicht Abbildung 3 Bei älteren und stärkeren Baum­teilen verfahre ich folgendermaßen: Ich schneide mit einem scharfen Messer unbarmherzig die erkrankten Stellen so weit aus, bis das weiße Holz und die grüne gesunde Rinde zum Vorschein kommt. Man achte hierbei aber auf glatte Schnitte! Alsdann bestreiche ich mit einer acht- bis zehn prozentigen Karbolineumlösung die Wunde. Und zwar geschieht. dies in der Zeit, wenn der Baum wächst; also tm Frühjahr und durch den Sommer hindurch Gewöhnlich wiederhole ich das Bestreichen im Sommer Ich habe statt des Obstbaumkarbolineums auch schon erwärmten Steinkohlenteer, Baumwachs, ver- dünnteS gewöhnliches Karbolineum und einen Brei aus Lehm und Kuhkot zum Ausstreichen der Wunden benutzt, aber mir scheint eine ver­dünnte Obstbaumkarbolineumlösung die günstigste Arznei zur befriedigenden Heilung zu sein. Die gesunden Zellen der Rinde werden nämlich durch letzteres zu neuem Wachstum angeregt und ge­

reizt. Meine Krebsbekampfirngsarbelten an, dieser geschilderten Grundlage sind immer von dem Erfolg gekrönt, daß jedesmal bis zum Herbst schon die neue Rinde rundum in der Krebswunde hervorquoll und von Jahr zu Jahr weiterhin zuheilte Ein Bestreichen im nächsten und über­nächsten Jahr trug immer zum rascheren und vollständigen Auswachsen der abgeheilten Krebs­stelle wesentlich bet

Neue Wege in -er Bekämpfung -er Aufzuchtkrankheiten.

Von Dr. W. Lentz.

Unter Aufzuchtkrankheiten verstehen wir alle Krankheiten, die in der Lage sind, die Zucht zu schädigen und die Aufzucht zu behindern. Man rechnet besonders hierzu alle Säuglingskrankheiten, die Erkrankungen nach dem Absehen und auch noch die Erkrankungen in vorgeschrittenem Alter bei Jährlingen. Die Verluste, welche durch die Auf­zuchtkrankheiten bet Tierzucht zugefügt werden, sind verhältnismäßig hoch, so daß die Bekämpfung dieser Krankheiten ein größeres Interesse verdient. Eine besondere Gefahr droht der Aufzucht, wenn

Abbildung 3. Richtiger n»6 falich« Vaumschnitt.

) falsch auSgeführte Wegnahme einer Astes, b) zu tief aus- geführter Saget djititt c) richtig auSgeführter Sägeschnitt.

die Krankheiten seuchenartigen Charakter an­nehmen, d. h. wenn die Ursache bakteriellen Ursprungs ist. Welche Bedeutung den Bakterien bei der Entstehung und Verbreitung von Tier­seuchen zukommt, ist jedem Tierzüchter bekannt. Besonders empfänglich für Bakterien und für die Entfaltung ihrer krankmachenden Wirkung ist der jugendliche Organismus, da er nicht über die dem erwachsenen Tiere innewohnende Widerstandskraft pawB HäWßM bewirkt, die bei erwachsenen Tieren keine schädigende Wirkung auszulösen vermögen, vielmehr als ständige Begleiter dieser Tiere anzutreffen sind. Die bekanntesten und häufigsten Bakterien dieser Art sind die Erreger der Ruhr bei Fohlen, Kälbern, Lämmern, Ferkeln usw. Der wenig widerstands­fähige jugendliche Organismus ist in der über­wiegenden Mehrzahl der Fälle nicht in der Lage, eine derartige Infektion zu überstehen. Er fällt ihr entweder zum Opfer, oder das betreffende Tier wird in seiner Entwicklung erheblich geschädigt, so daß die spätere Nutzung des TiereS gemindert wird. Dadurch wird die während der Trächtigkeit der Muttertiere aufgebrachte Arbeit illusorisch und die Aufzucht unrentabel, teilweise sogar voll­kommen in Frage gestellt. Da es sich um lebende Krankheitserreger handelt, die ihren Eingang in den Tierkörper nehmen, gelangt man im allgemeinen durch die Beachtung hygienischer Maßnahmen allein nicht zum Ziel. Regelmäßige gründliche

Reinigung und Desinfektion der Stallungen und der Stallgerätschaften sind unbedingt erforderlich. Dadurch wird die Zahl der Krankheitserreger vermindert, sie werden abgetötet oder in ihrer krankmachenden Wir-

kung geschwächt. In ähnlicher Weise ist es auch möglich, eine innere Desinfektion

zu bewirken, und zwar indirekt durch daS Muttertier oder direkt im jugend- lichen Organismus. Neben unbedingter

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Hübscher, «clistgebauter Laubengang.

Wirksamkeit des Prä­parates sind Ungif­tigkeit und Unschäd­lichkeit Borbedin- gung. Ein Präparat, X-v das diesen Ansorde- AlU , Gingen in vollem V- w Umfange entspricht, ist das Chinocarbon, : ein Kombinations- 'MW Produkt deS schqn seit Jahrzehnten bekann- ten Cbinosols mit Kohle. Neben der '^g unbedingten Wirk- samkeit und Unschäd- lichkeit besitzt das

Chinocarbon noch den Vorzug berbequemen Verabreichung und

Billigkeit. - Ganz besonders in den letzten Jahren sind umfangreiche praktische Ber- suche mit Chinocarbon bei der Bekämpfung der Aufzuchtkrankheiten durchgeführt worden, durch die, bis aus wenige Ausnahmen, Gesundung und gleichzeitig schnelle und erhebliche Gewichts­zunahmen erzielt werden konnten. Selbst in Fällen, in denen durch das Auftreten von Kom­plikationen in Stillstand in der Entwicklung bzw. völliges Siechtum erwartet worden war, wurden

Tellhellungei- ersten. Durch täglich zwei- bis dreimalige Verabfolgung von Chinocarbon für die Dauer von fünf bis acht Tagen je nach Lage des Krankheitsfalles konnten Fiebererscheinungen in kurzer Zeit behoben, Durchfälle zum Stillstand gebracht und Gesundung und Entwicklung gesichert werden. Die Futteraufnahme und damit auch die Gewichtszunahme werden gesteigert, so daß sich die Zucht rentabel gestaltet.

Im Gegensatz zur Mehrzahl der üblichen Desinfektionsmittel, die in der Regel starke Gifte darstellen und sich deshalb für die innerliche An­wendung nicht eignen, kann das Chinocarbon praktisch als ungiftig bezeichnet werden, da es selbst in der vielfachen Menge der zur Behandlung er­forderlichen Dosis keine Vergistungserscheinungen auslöst. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorzug des Chinocarbons besteht darin, daß das Fleisch der behandelten Tiere im Geschmack, Geruch und Aussehen keine Veränderung erfährt, so daß im Falle einer erforderlich werdenden Schlachtung keine Gefahr für eine eventuelle Beanstandung des Fleisches in sanitätspolizeilicher Hinsicht besteht, wie z. B. im Gegensatz hierzu bei der Anwendung farbstoffhaltiger oder stark riechender Präparate.

Die Anwendung des Chinocarbons ist äußerst einfach, da es sich im Wasser leicht löst und in dieser gelösten Form dem Futter bequem durch einfaches Umrühren zugesetzt wird.

Die Behandlungskosten müssen im Vergleich zu den erzielten Erfolgen als gering bezeichnet werden und richten sich nach Art und Alter des Tieres und nach der Schwere des Krankheitssalles.

Die umfangreiche Anwendungsmöglichkeit des Chinocarbons und seiner Grundsubstanz, des Chinosols, machen das Präparat unentbehrlich in jedem landwirtschaftlichen Betriebe. Die inneren und äußeren Verwendungsmöglichkeiten sind derart vielfältig, daß es nicht möglich ist, hierauf näher einzugehen. Aufschluß geben in dieser Hinsicht die wissenschaftlich und praktisch begründeten, aus­klärenden Druckschriften der Chinosolfabrik A.-G., Hamburg.

Ein hübscher Laubengang.

Von Erich Selbmann. (SDtit Abbildung.)

Ein weißgestrichener Laubengang im Garten sieht stets schön aus. Einmütig belebt das schlichte Weiß das grüne Bild der Natur. Unsere neue Zeit mit ihren geradlinigen Zweckformen verbietet jeden Schnörkel und unnötigen Zierrat. Dadurch ist es sehr leicht, sich einen Laubengang selbst zu bauen.

Die Abbildung zeigt einen solchen, der einfach aus 3 m langen Pfosten, welche sich 50 cm in der Erde befinden und etwa 5x5 cm stark sein sollen, besteht. Diese Pfosten werden in horizontaler Richtung mit Latten (etwa 3x1 cm stark) be­nagelt, aufi denen schließlich ebensolche Latten in senkrechter Richtung befestigt werden. Die Höhe

eingegraben sind, 250 cm. Die Breite wird sich natürlich nach der Breite deS Weges richten. Im allgemeinen dürften aber etwa 150 cm gerade richtig sein. Der Länge des Ganges ist natürlich keine Grenze gesetzt. Nur ist zu beachten, daß etwa alle 150 cm wieder zwei Pfosten kommen müssen. Die Latten werden mit einem Abstand von 20 cm in Höhe und Breite einfach angenagelt. Auch oben wird durch ein solches Lattengerüst eine Verbindung geschaffen. Schließlich wird der ganze Laubengang mit weißer Ölfarbe angestrichen. Man verlange aber ausdrücklich Ölfarbe für Außenanstrich. An Möglichkeiten, den Lauben­gang mit rankendem Grün zu bepflanzen, wird es nicht mangeln. Die Art der Pflanzen können sich ganz nach den besonderen Wünschen des Gartenbesitzers richten. Man denke da anWilden Wein",Kletterrosen",Efeu",Clematis" und viele andere schöne Schlingpflanzen.

Das Einmachen der Birnen.

Von Hacker.

Um Birnen in Dunst einzumachen, wie der Fachausdruck lautet, schält man besonders saftige,

schöne Birnen und halbiert sie, entfernt den Stiel und das Kernhaus, legt sie so dicht als möglich in weithalsige Gläser, bestreut sie lagenweise dicht mit Zucker, legt auch einige Stücke ganzen Zimt da­zwischen, legt oben batauf ein mit feinem Rum getränktes Papier und überbindet die Gläser fest mit feiner Leinwand und Blase, falls man nicht Gläser mit Patentverschluß benutzt. Nun stellt man sie in einer großen eisernen Kasserolle aus eine

Lage Heu und umbinbet sie mit Heu oder Stroh, so daß sie fest stehen und einander nicht berühren. Hieraus füllt man an der Seite die Kasserolle so weit mit kaltem Wasser, daß die Gläser 2 cm hoch daraus hervorragen, bringt das Wasser langsam zum Kochen und läßt es etwa eine Viertelstunde lang sieden, während man das verdampfende Wasser durch anderes, kochendes ersetzt. Dann nimmt man die Kasserolle vom Feuer, läßt die Gläser in dem Wasser bis zum andern Tage erkalten, trocknet sie ab und bewahrt sie aus.

Das Einmachen der Birnen tn Essig ist eben­falls recht beliebt. Nicht zu weiche Blankbirnen oder Bergamotten schält, halbiert und putzt man, während aus 2,5 kg Birnen ein Liter feinet Wein­essig mit 875 g Zucker verkocht und der Zucker in dem Essig geklärt wird. Dann legt man die Birnen hinein, fügt eine Stange ganzen Zimt, einige Gewürznelken und die Schale einer halben Zittone hinzu, füllt die Birnen, nachdem sie weich gedämpft sind, in einen Steintopf oder in Gläser, kocht den Essig zu einem dünnen Sirup ein, seiht ihn durch und gießt ihn auf die Birnen. Nach einigen Tagen kocht man den Essig nochmals auf, schüttet ihn nach dem Erkalten über die Früchte und wiederholt dies nach Verlaus einer Woche abermals, woraus man die Töpfe oder Gläser gut verwabrt und mit Blase überbindet.

Will man Birnen mit Ingwer einmachen, so werden I bis 1,5 kg reife, aber noch nicht weiche Blankbirnen geschält, halbiert, vom Kernhaus be­freit und einigemal mit Wasser aufgekocht, bis sie fast weich sind. 20 g Ingwer schneidet man in kleine Stücke und kocht ihn mehrere Stunden in Wasser, bis er völlig weich ist. In das Wasser, roorin er gekocht wurde, taucht man 1 kg Raffinade­zucker ein, läutert denselben, gibt hierauf die Birnen mit den Jngwerstückchen hinein, läßt sie vollends weich kochen, füllt sie in die Gläser, läßt den Saft dick einkochen und gießt ihn darüber. Nach vier Tagen kocht man den Saft nochmals auf, dann verbindet man bie Gläser und bewahrt sie an einem kühlen Orte auf. Der Ingwer bewirkt zugleich eine viel größere Haltbarkeit der ein» gemachten Früchte, deshalb ist es sehr ratsam, zu allem Obst, das leicht beschlägt, namentlich allen feinen Obstsorten, beim Einmachen ein Stückchen rohen oder eingemachten Ingwer hinzuzufügen.

Ganz vorzüglich sind rot eingemachte Birnen. Gut gelesene und gewaschene Preiselbeeren, von denen man etwa drei bis vier Liter nimmt, werden über raschem Feuer mit wenig Zucker weich gekocht und der Saft durch ein aufgespanntes Tuch geseiht, ohne die Beeren zu pressen. Inzwischen hat man etwa 1 kg saftige aber noch feste Birnen in Hälften geteilt, geschält und ausgeschnitten, die man dann mit dem Preiselbeersast, 750 g Zucker und einer halben Stange Zimt unter fleißigem Abschäumen langsam weich kochen läßt, woraus man sie heraus­nimmt, nach dem Auskühlen in die Gläser füllt, den Saft dick einiiebet und darübergießt. Auch Himbeersaft läßt sich hierzu verwenden, zu dem mambann etwas weniger Zucker nimmt.

Zu Senfbirnen werden die Birnen ungeschält in Wasser so lange gekocht, bis sie sich leicht durch­stechen lassen. Sind sie dann in dem Wasser, worin sie gekocht wurden, wieder ausgekühlt, so legt man sie in einen Steintopf, bestreut sie lagenweise mit Meerrettichscheiben, Lorbeerblättern, Pfeffer­körnern, Neugewürz und Nellen, zuletzt übergießt man sie mit Essig, bet mit gemahlenen Senf­körnern angerührt ist (auf drei Liter Birnen nimmt man etwa 180 g Senfkörner), so daß die Birnen damit bedeckt sind, bindet den Topf zu unb stellt ihn in den Keller. Solche Senfbirnen schmecken zu kaltem Fleisch ganz vottrefflich.

Macht man Birnen mit Zucker etn, so rechnet man auf jedes 500 g reifer, aber noch fester Birnen, am besten Muskateller-Birnen oder Blankbirnen, 500 g Zucker, schält und halbiert die Früchte, läßt sie in Wasser ziemlich weich kochen, wirft sie dann in kaltes Wasser, läutert den Zucker zu einem dünnen Sirup, siedet die Birnen Parin vollends weich, legt sie in Gläser, kocht den Saft dick ein und gießt ihn nach dem Erkalten darüber, was man am britten Tage wiederholt, bevor man bie Gläser zubindet.

Für kandierte Birnen wählt man besonder- seine, feste, nicht zu große Früchte, schält sie, schneidet sie in Hälften, entfernt das Kernhaus und kocht sie mit Wasser und Zucker zwei bis drei Stunden lang, nimmt sie aus der Soße, läßt sie aètropfen, legt sie in ein tiefes Gefäß und übergießt sie mit ausgekühltem, geklärtem Zucker, deckt sie zu und läßt sie zwei bis drei Tage damit durchziehen. Dann gießt man den Zucker ab, kocht ihn zu Sirup­dicke ein und schüttet ihn nach dem Erkalten aber­mals über die Birnen, stellt das Gefäß mit den Früchten in den mäßig warmen Ofen, bis bet Zucker oben daraus erstarrt, nimmt die Birnen heraus, trocknet sie aus einem Sieb oder Blech, taucht sie noch einmal in den Zucker und trocknet sie aufs neue, woraus man sie in einer Glas- oder Blechbüchse aufbewahrt.

Will man Birnen backen, läßt man sie nicht zu weich werden, wählt aber gute, süße und saftige Sorten dazu, schält sie, teilt sie in Halsten, schneidet das Kernhaus heraus, läßt aber den Stiel daran, legt sie gleich nach dem Abschälen auf Horden oder Bretter, die man mit Papier bedeckt, falls Obst­darren nicht vorhanden sind und bringt sie in eine warme Ofenröhre. Noch besser ist freilich der Backofen, nachdem bas Brot herausgekommen ist, doch muß man sehr achtgeben, daß die Hitze nur noch ganz gelinde ist, da der Saft sonst herausläuft oder die Birnen verbrennen. Nachdem sie aus bei einen Seite so ziemlich durchgetrocknet sind, Wendel man sie um und läßt sie so lange backen, indem man sie mehrere Tage hintereinander in den Ofen bringt, bis sie völlig zäh und trocken sind. Sehr hatte Birnenarten kocht man vor dem Abbacken einmal in Wasser aus, läßt sie abtropfen und legt sie dann auf Horden. Viele dörren die Birnen ungeschält, sie verlieren dann sehr anWohlgeschmack.

Neues aus Stall und Hof.

Das Beweiben der Wiesen nach der Heu­ernte durch Schafe kann unter gewissen wirt«