Nr. 189
Mittwoch den 14. August 1929
Sette If
HANDEL UND
MM1fSCȉk1f
Sl«ev!kanksche NeovteNuns dsv deutschen Wirtschaftslage
X Washington, 13. Aug. Das Handelsakt gibt ’ den Bericht des amerikanischen Handelsattaches in Berlin Allport bekannt, in dem dieser die deutsche : Wirtschaftslage wie folgt beurteilt:
Ende Juli und Anfang August war die deutsche i Wirtschaftslage durch eine gewisse Geschäft-stille gc= I kennzeichnet, die zumeist der Saison entsprach, aber in gewissem Grade aus die, Ungewißheit über den 1 Ausgang der Haager Konferenz zurückzuführen war. l Dies trage dazu bei, die mäßige Aufwärtsbewegung I der letzten Monate aufzuhalten. Die Finanzlage sei I jetzt weniger angespannt als im Mai und Juni. Die k Staatsfinanzen befänden sich allgemein in einer bcf= I seren Lerfassung.
SvattL-uvtov Növis
Frankfurt a. 211., 13 Aug. Tendenz: freund- lich. Angeregt durch die feste Haltung der gestrigen Newyorker Börse und des flüssigen Geldmarktes am dortigen Platze eröffnete die heutige Börse in freundlicher Haltung. Das Geschäft konnte aber kein größeres Ausmaß annehmen, da Orders kaum Vorgelegen haben dürften. Nur Spezialwerte traten etwas ,nehr hervor. Gegenüber der gestrigen Abendbörfe traten ihn allgemeinen Besserungen von 1—2 Prozent ein. Am Eiektramarkt gewannen AEG. mir % Prozent, während Licht u. Kraft, Felten, Schuckert und Siemens von 1^ bis 2 Proz. fester tagen. Die bessere hiesige Geldmarktversas- sung bat eine gewisse Anregung, doch verhielt sich die Spekulation ziemlich abwartend, nur m einigen Werten, in denen noch ein besonderer ausschlaggebender Faktor vorhanden war, nahm sie vereinzelt einige Jntcressenkäufe vor.. Dies wirkte sich ' erster Linie am Montanmarkt aus. Hier boten
in
je % Prozent anziehen. Etwas fester, bei aller-l abgenommenen Beträge werden zu W Prozent zur dings geringem Umsatz lagen ferner I. G. Farben Zeichnung aufgelegt. Die Entgegennahme von Um-
dings geringem Umsatz lagen ferner J. G. Farben und Glanzstoff, während Aschaffenburger Zellstoff 1 Prozent verloren. Deutsche Anleihen waren wei-
ter etwas gefragt, ausländische Renten geschästslos.
Mannesmann 11914, Rheinstahl 125, Phönix 106)4, Stahlverein 115, I. G. Farben 224X, Glanzstoff 416, Zellstoff Aschaffenburg 15514, Reichsbant 29814, Siemens 385, AEG. 203.
Zeichnung aufgelegt.
tausch- und Zeichnungsanträgen erfolgt durch ein
Schlechieve Abschlüsse infolge ^oniunkluvvüEgong
Die deutschen Atliengesellschasten Ende 1928.
X Von den Börsen- und1 Millioncngesell- F schaften, deren Kapital zusammen rd. 21 Milliarden [ RÄ (mithin 91,8 Prozent des. Kapitals aller I Aktiengesellfchastèn) beträgt, schließen 2256 mit I einem Kapital von 13 158 Mill. RM zwischen dem I 1. Oktober und dem 31. Dezember ab. In einer I in „Wirtschaft Und Statistik" veröffentlichten Ueber sicht sind insgesamt 1526 (für 1927 1540) Gesell- tz schaftèN mit einem Nominalkapital von 10 999 Mill. RM (10 462) erfaßt.
Die Geschöstsergebnisse aller Gewerbegruppen ; I lassen eine Abschwächung der Konjunktur erkennen, 1 wenn diese auch durch die günstigen Ergebnisse ein- : seiner Gewerbegruppen gemildert erscheint. Der s - s Saldo aus dem Jahresreingewmn betrug in Pro- : zentèn zum bilanzmäßigen Eigenkapital 1927: 7,53 : Proz. und 1928: 7,14 Proz. Die durchschnittliche ■ Dividende stellte sich auf 7,50 Proz. im Jahre 1927 ‘ und 7,42 Proz. im Jahre 1928. Die Anlagekonten ' sind insgesamt um rd. 0,6 Mrd., die Vorräte um rd. 0,3 Mrd., die flüssigen Mittel um rd. 5,9 Mrd. RM gestiegen. Die im Verhältnis zur Anlage- bewegung hohe Vorratssteigerung läßt darauf schließen, daß der Absatz stockte: auch die Erhöhung der flüssigen Mittel kann auf Schwierigkeiten bei der Eintreibung der Forderungen deuten. Die Finanzierung erfolgte überwiegend durch fremde Mittel in Höhe von 6349 Mill. RM gegen 772 Mill. RM Eigenkapital. Das Verhältnis von lang- und kurzfristiger Finanzierung ist ungefähr 3:4 (2983 Mill. RM langfristig und 4138 Mill. RM kurzfristig). Läßt man Banken, VersicherungS- unb Beteiligungsgesellschaften außer Betracht, so ergibt sich eine Steigerung der flüssigen Mittel um 627 Mill. RM, bei einer Zunahme der Anlagen rd. 600 Mill. RM. Die Finanzierung erfolgte mit 598 Mill. RM eigenen und 1060 Mill. RM frem- Mitteln. Die langfristige Finanzierung über- ik&^^
Kiesenfussiott itt des amevikan. vstvoleuminduttvie
Abschluß der Verhandlungen zwischen der Standard Dit und Vacuum
X Einer Newyorker Kabelmeldung zufolge, sollen die zwischen der Standard Oil Company of New- yrt und der Vacuum Oil Company schwebenden busionsoerhanülungen, über die bereits mehrfach berichtet wurde, in'den letzten Tagen zum Abschluß gebracht worden sein. Mit einer offiziellen Ankün- diMing des Zajammenschlusses der beiden Petro- leumaesellschaften rechnet man in Newyork nach der Rückkehr des in Europa weilenden Präsidenten der ^acuum Oil und des Aufsichtsratsvorsitzenden der Standard Oil. Die beiden Gesellschaften, die zu- i^mmen über rund 1 Milliarde Dollar disponieren, werden durch den Zusamnienschluß eine überragende Gleitung im Schmierölgeschaft erlangen.
höheren Kohlenpreife in England und der gestrig, Kohlenabsatz im Ruhrgebiet einen Anreiz.' Gels
die jerte lsen-
kirchen, Harpener und Phönix, lagen je 2 Prozent fester. Stahlverein gewannen auf bie Verlängerung des ErzliescrungsoertraFes mit Grängesberg 2% Prozent. Glanzstoffaktien konnten, nachdem dieses Papier gestern mittag schon stark gesucht war, aber nachbörslich ihren Gewinn wieder hergeben mußten, erneut wieder 6 Prozent anziehen. Dt. ’ Linoleum logen 2^ Prozent gebessert. Am Chemiemarkt eröffneten I. G. Farben nur behauptet; eine Crftnotiz kam erst spät zustande. Die heute etwas mehr bevorzugten Papiere sollen teilweise auf holländische Rechnung aus dem Markte genommen worden sein. Sonst lagen die übrigen Marktgebiete vernachlässigt. — Renten still, schlossen sich aber der etwas besseren Marktlage an.
Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft wieder stark ein; auch bie anfangs etwas stärker hervorgetretenen Werte traten in den Hintergrund, doch blieben die Kurse im allgemeinen gut behauptet.
Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6^ Prozent unverändert.
Am Devisenmarkt blieb das Pfund auf dem internationalen Tiefstand fast unverändert. Die Mark kannte sich dagegen etwas bessern. Man nannte Mark gegen Dollar 4.1997, gegen Pfunde 20.36. London-Kabel 4.8479, Paris 123,98, Mailand 92,75, Madrid 33.00, Holland 12.10X.«
An der Abendbörse war das Geschäft zwar im allgemeinen nicht umfangreich, die Stimmung blieb jedoch freundlich. Nach Montanwerten bestand weiter etwas lebhaftere Nachfrage. Mannesmann, Phönix, Rheinstahl und Stahlverein konnten gegen den bereits erhöhten Berliner Schluß erneut
X Maschinenfabrik Moenus A.-S., Frank- furt a. 2R. Die GV-, in der 3,50 Mill. RM Aktien vertreten waren, genehmigte den dividendenlosen Abschluß (i. V. 4 Prozent Dividende). Wie mitgeteilt wurde, hat sich das Geschäft in der letzten Zeit weiterhin etwas gebessert, die Beschäftigung sei aber immer noch ungenügend.
X Gründung der hau« Neuerburg G. m. b. H. Mit dem Hauptsitz in Köln wurde die als OHG. bestehende Zigarettenfabrik Haus Neuerburg unter Anglivderunq.des Fabrikbetriebes der Zigarettenfabrik Zuban A.-G., München, und anderer Vermögenswerte des Konzerns Neuerburg in eine G. m. b. H. fnit hinein Kapital von 15 Mill. RM eingebracht. Die sämtlichen Anteile bleiben im NeuerburgscheN FamiltenbSsitz gebunden.
X 3t. S. 21. vereinigte Fahrzeugwerke A.-G^ Neckarsulm. Für 1928 ist ein kleiner, etwas über 100 000 RM hinausgehender Reingewinn erzielt worden, der vorgetragen werden soll, so daß keine Dividende verteilt werden kann. Der derzeitige Geschäftsgang wird als befriedigend bezeichnet. Die Zusammenarbeit mit den Wandererwerken in Chemnitz entspreche den gehegten Erwartungen und habe bereits zu befriedigenden Ergebnissen geführt. (GB. 2. 9.)
X Goldkäufe der Bank von England. Die Bank von England kaufte Lst. 311100 Barrengold. Exportiert wurden dagegen nur Lst. 2000 Münzgold. Von den heute zur Versteigerung gelangten Lst. 860 000 südafrikanischen Goldes sicherte sich die Bank von England Lst. 311000. Lst. 500 000 wurden dem Vernehmen nach von einem unbekannten Käufer erworbem •
X Neue Sproz. Braunschweigische Schatzanwei- fungen. Zum Umtausch der am 1. Oktober fälligen RM 8 Mill. 7proz. Braunschweigische Schatzanweisungen von 1926. werden lt. Berliner Drahtmeldung neue 8proz., Schatzanweisungen, fällig am 1. Oktober 1932, zu 96 Prozent ausgegeben. Die Umtauschenden erhalten 4 Proz. Barvergütung, die nicht
unter Führung der Sehandlung stehendes Konsortium, dem weiterhin Commerzbank, Danatbank, Deutsche Bank, Dresdner Bank, Braunschweigische Staatsbank, sowie M. M. Warburg u. Co., Hamburg, angehören.
X Kabelwerke Rheydt A.-G. in Rheydt. Für das Geschästsjahr 1928/29 sollen wieder 12 Prozent Dividende verteilt werden. Bei gesteigerten Umsätzen wirb der Geschäftsgang im abgelaitfcnen Jahre als befriedigend bezeichnet.
Frankfurter Getreidebörse vom 13. August (Amtlich).
Je 109 kg in Goldmark:
Weizen 1. Qualität
Roggen (inländisch.), fester. . . Sommergerste für Brauzwecke . Hafer linländischer) . . . . . Mais (gelb)...... .
Weizenmehl (südd. Spezial) . . (Niederrhein. Spezial)
Roggenmehl, fester.....
Weizenkleie . . . . , , , . Roggenkleis , ■. . . ^ . . ,
26.25 6
21.25 ,
23.00 ,
21.50 ,
21.50 ,
41.00 .
41,00 ,
29,75-31.00 ,
10.50 „
11.75
Tendenz: schwach
Berliner Metallinaxkt. (Asm 18. Au ugst)
Kupfer
Mai . , Juni . .
August.
Sept.. .
Oktober Novbr..
Dezbr. .•
0
B
Blei
G
B
Frankfurter Kursbericht (13. August).
Schutzgebiete.....
6 °!»Retchsanleihe v. 1927 Ablösungsschuld o. 51. .
do. m. A. .
S »/o Pr. Eentr.. Bod.-
4.85 87.50 1150 51.80
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‘ do. «...,. Bagdad i......
do. II...... Zolltürken..... Schantungbahn . . . Ldka .... . . . Barmer Bank . . . . BeilinerHandelsgesellsch. Commerz- u. Privatbank Darms! äbt. u. Nationalb. Deutsche Bank . . . . Deutsche Vereinsbank . Diskonto-Gesellschaft . . Dresdner Bank. . .
Metallbank . . . . , MitteldeutscheCrcditbank Reichsbank..... Defterr. Creditanstalt . Wesibanl ...... Hapag .......
94
1805 19.80
7.55
7 55 7.60
3.50 126— 127.75 207.50 181.25 278—
136.25
152—
157.50
297.50
80.80
38—
120—
141 — “146— 146.75 148— 148.50 119.75-
141.— 147.50 147.75 149— 149,50 150—
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Juni. .
Juli . ..
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Sept. . . .
Oktober . Roobr. . . Dezbr. . .
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46 50 46.50 46.50
46.25 47— 46.75 46.75 46 75
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101—
155.75
235—
2'2.90
110.50 74.50
56—
83— 21)0.25 227.50 437—
209—
167— 136.50 209—
. 170.50 . 106.50 , 15! — . 227.50
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