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Nr. 187

Montag den 12. August 1929

Seife 7

Otte Levtra-Susel kn der GüDfee

In bot Mitte der Fidschi-Inseln in der Südsee

liegt die kleine Insel Makogai, die eine Station für Leprakranke ist. Zu ihr werden nicht nur die Er­krankten der Inselgruppe selbst, sondern auch aus vielen anderen Teilen der Südsee geschickt. Zu Ende des Jahres 1927 waren 439 Patienten in der Sta­tion. Zwei leitende Aerzte, 13 europäische Kranken­schwestern, acht eingeborene Pflegerinnen, 18 Diener und 3 Konstabler bilden das Pflegepersonal, dem die Unglücklichen anvertraut sind. Die Hauptniederlas­sung in dem Dorfe Dalici enthält die Krankenhäuser, die'Verwaltungsgebäude und die Quartiere . für weibliche Patienten und Kinder; ferner gibt es hier eine Kirche, eine Schule und das Lagerhaus. Auch die Quartiere der Krankenschwestern und alle euro­päischen Patienten sind im Dorfe untergebracht. Längs der Küste sind andere Dörfer, in denen die männlichen Leprakranken leben, die nicht im Hospi-

tion.

tal zu bleiben brauchen. Sie sind voneinander ge- ' trennt und die verschiedenen Rassen sind möglichst . in verschiedenen Dörfern untergebracht. Zu jebem Dorfe gehört ein Stück Land, das die Patienten für ihren eigenen Bedarf bebauen. Die Insel kann, außer daß sie die Nahrung für die Patienten liefert, jährlich etwa 20.000 RM an Produkten ausführen. I Eine der Schwierigkeiten der Station ist immer die E Beschaffung des Wasservorrats, besonders während k der trockenen Jahreszeit; auch die Verbindungswege s bedürfen noch sehr der Verbesserung. Jeder Ve- I sucher von Makogai wird jedoch feststellen, wie se- 2 gensreich die Arbeit an den von einem so surcht- I baren Leiden Befallenen wirkt. Die allgemeinen I Bedingungen, unter denen sie leben, machen den besten Eindruck. Die Sauberkeit der Hospitäler und I anderen Gebäude, der freundliche Eindruck der Dör- I ser und ihrer Gärten, die Herzlichkeit, mit der jeder I Besucher begrüßt wird, und die Fröhlichkeit, mit der I die von so schwerem Leid Betroffenen sich auch t Spielen hingeben, legen beredtes Zeugnis ab für I den hingebenden Eifer, mit dem Aerzte und Pfleger I ihre Aufgabe erfüllen. Es wird auch sonst alles I getan, den Patienten zu helfen. So wird in Fidschi I jedes Jahr ein Fonds zusammengebracht, um die I Kranken mit Festgaben zu Weihnachten und zu I Neujahr zu beschenken, und wenige Tage vor Weih- I nachten verläßt die Regierungsyâcht-die Hauptstadt, I beladen mit Geschenken, die die Bewohner von

Fidschi und Neuseeland für jeden einzelnen Pa- 1 tienten besorgt haben.

i Die Oppelner Theakervorfälle in der Berufungs­instanz.

Oppeln, 9. Aug. Unter großem Andrang fand j heute von 9 Uhr bis 19.45 Uhr vor der Großen Strafkammer die Berufungsverhandlung wegen ( der Zwischenfälle anläßlich der polnischen Theater- j aufführung statt. Die Verhandlung stand unter . dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Gospos. Die j Anklage vertrat Oberstaatsanwalt Wolf. Die An­geklagten, acht Nationalsozialisten und zwei Stahl- ' Helmleute, wurden u. a. auch von Rechtsanwalt Dr. . Frank-München verteidigt. Als Vertreter des als »-Nebenkläger zugelassenen polnisch-katholischen Schul- kl Verbandes fungierte Rechtsanwalt Simon-Breslau. "Zur Verhandlung waren 18 Zeugen geladen. Die

nicht nachgewiesen werden, daß sie gemeinschaftlich vorgegangen sind und die Stinkbomben im Theater­raum geworfen haben.

Nach elnstündiger Beratung erfolgte die Urteils­verkündung. Danach wird die Berufung der Staatsanwaltschaft auf Kosten der Staatskasse ver­worfen, die Berufung des polnisch-katholischen Schkuilvevbandes auf deren Kosten mit der Begrün­dung, daß sie wegen einfachen Hausfriedensbruchs zu je 50 Reichsmark Geldstrafe, im Nichtbeitrei­bungsfalle zu entsprechender Hast, verurteilt wür­den. Ein Angeklagter erhielt wegen. Widerstandes gegen die Staatsgewalt eine weitere Geldstrafe von 20 Reichsmark. Den Angeklagten wurde gestattet, den Betrag in monatlichen Raten von 10 Mark ab= zuzahlen. In der Urteilsbegründung heißt es, daß dem polnisch-katholischen Schulverband das Haus- recht an der gesamten Räumung an dem betreffen­den Tage zugestanden worden sei. Die AngeAagten seien widerrechtlich eingedrungen. Man habe ihnen jedoch ein gemeinschaftliches Vorgehen nicht nach­weisen können.

Ehrenbegräbnis für Zille

Berlin, 9. Aug. Die Stadtverwaltung Berlin beabsichtigt, die Bestattungskosten Prof. Heinrich Zilles zu übernehmen, falls sich die Angehörigen des Meisters damit einverstanden erklären. Dieses Einverständnis wird noch eingeholt. Der Ober­bürgermeister hat an die Angehörigen Zilles im Namen der Stadtverwaltung ein herzliches Bei­leidstelegramm gesandt.

Ein Hund als Lebensrekker

Aus Kopenhagen wird gemeldet: Als ein Häus­ler aus Hoborn in Jütland mit Arbeiten in einer Sandgrube beschäftigt war, wurde er plötzlich von niederstürzenden SanLmassen begraben, so daß nur ein Teil des Gesichts frei lag. Sein Hund begann als er sah, daß sein Herr verschüttet war, den Sand fortzuscharren, um ihn zu befreien. In kurzer Zeit gelang es dem treuen Tier, den Kopf und den Arm des Verschütteten freizulegen. Der Verun­glückte hatte inzwischen das Bewußtsein verloren. Das Bellen des Hundes wurde jedoch von einem Knaben gehört, der Hilfe herbeiholte, so daß die Rettung des Häuslers möglich war.

Die Wahrsagerinnen von Paris

Ein Pariser Steuerbeamter hat sich die Mühe ge­macht, die Zahl der Wahrsagerinnen in Paris sta­tistisch zu erfassen. Nach der Steuerveranlagung für 1929 gibt es nicht weniger als 34 600 Wahrsager­kabinette in Paris, wo man sich aus der Hand, den Karten und aus dem Kaffeesatz und vielleicht noch aus der Luft seine Zukunft wahrsagen lassen kann. Die Einnahmen dieser Wahrsagerinnen veranschlagt der Steuerstatistiker auf 200 000 Franken pro Ar­beitstag oder 73 Millionen pro Jahr.

Das Glas des Nachbarn als Scheidungsgrund

Das Zivilgericht zu Paris hatte wieder einmal einen sehr problematischen Fall zu' entschsiüen. Ein eifersüchtiger Mann hatte auf Scheidung geklagt, weil seine Frau, als er mit ihr und einem Freunde zum Abendessen gegangen war, beständig aus dem Glase des Freundes getrunken hatte. Das Gericht billigte dem Kläger die Scheidung zu. Denn, so führte es aus, hätte die Frau nur einmal aus dem Glase ihres Tischnachbarn getrunken, so wäre das jedenfalls eine Geste der Zerstreuung gewesen. Da

digung und Geringschätzung ihres Gatten dar. Das Tribunal der Seine hat ein salomonisches Urteil gefällt.

Wilhelm Greif, Berger u. Schmelzer, C. W. Slime»

Schlacktviebmaekt

tvorberichk)

Frankfurt a. M., 12. Aug. Auftrieb: Rinder 1462, darunter 290 Ochsen, 106 Bullen, 633 Kühe, 422 Färsen, 516 Kälber, 57 Schafe, 3870 Schweine. Preise: Ochsen a) 6164, b) 5458, c) 5054; Bullen o) 5458, b) 4953,; Kühe a) 4548, b) 4044, c) 33-39, e) 2932; Färsen a) 6164, b)5458, c) 5054; Kälber a), b) 7679, c) 70 bis 75, d) 6269; Scheue a) 50-459, b) 4249; Schweine a), b) 90R, c) 9196, ü) 9196, e) 8994, Marktverkauf: schleppend, Ueberstand, Kälber und Schafe ruhia ausverkaust, Schweine rege, geräumt.

Die amtliche Großhandelsindexzisfer vom 7. Aug.

X Die auf den Stichtag des 7. August berech- nte Großhandelsindexzisfèr des Statistischen Reichswmtes ist mit 138,1 gegenüber der Vorwoche (138,4) leicht zurückgegangen. Von den Hauptgrup­pen ist die Indexziffer für Agrarstoff um 0,8 v. H. auf 132,6 (133,7) gesuuken. Die Indexziffer für Kolonialwaren mar mit 129,1 unverändert. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halb­waren hat sich leicht auf 131,7 (131,5) erhöht, wäh­rend diejenige für industrielle Fertigwaren mit 157,5 keine Veränderung aufweist.

Don der Mainschiffahrl.

X Gegenüber der letzten Berichtswoche hat der Verkehr auf dem Main stark nachgelassen. Der fort­während fallende Wasserstand des Mains hatte zur Folge, daß die Kähne mit 200 Tonnen Tragfähig­keit nur noch 80 Tonnen und solche mit 400500 Tonnen Größe nur 120130 Tonnen Ladung auf- nehmen konnten. So zeigte der Würzburger Pegel in den letzten Tagen einen Durchschnittsstand von 50 Zentimeter. Die Frachten haben bereits stark an­gezogen und es ist mit einem weiteren Steigen zu rechnen. Infolge des geringen Wasserstandes erlit-. ten einige Fahzuge auf der Berg- und Talfahrt Havarie, ihre Ladungen mußten teilweise in andere Fahrzeuge überladen werden.

Kentnevhttfe

Eingänge für Iuli 1929.

W. C. Heraeus G. m. b. H., Dunlop Co., H. u. A. Brüning, je 100 Mk.; G. Siebert, C. A. Traxel, Dr. Heraeus, Quarzlampsn-Ges., je 50 Mk.; H. C. Deines, Berlizheimer Söhne, je 30 Mk.; Kreuter u. Co. 15 Mk.; Dr. Canthal, Dr. Gebelschus, Morin, Mainzer u. Bruchfeild, L. A. Pelisster, Wronker A.-G., Tietz A.-G., je 10 Mk.; W. Kellermann, Apocheker Krug, W. Franz, Dr. Heip, je 5 Mk. vierteljährliche Beiträge für das 3. Quartal 1929.

K. J. Cahn 50 Mk., Hofbrauhaus Nicolay 25 Mk.; Weber u. Co., Dr. Nußbaum u. Dr. Nelken­stock, Otto Bernges, Gebr. Stern, je 20 Mk.; Gebr. Schaurer, Otto Klein u. Co., Schädel u. Wal, J. L. Schtingloff, Gebr. Hauser, I. D. Schleißner Söhne, Carl Winkler, F. Sauerwein, Eisengießerei Wilhellna, J. Sachsenweger, Gebr. Gourdin, Just.- Rat Eberhard, Wilh. Weinranck, Friedr. Mng>.

roth, Just.-Rat Malknus, Der. >Sii beraxirmchabriken, , Heinr. Brachmann, Leopold Wetzlar, fe 5 Mk.; M. Bacharach, Theodor Escher, 'Max Schwob, Max Obersüt.

Rapp, I. Louis Wörner, Wilhelmi 2 Mk.

Spende »Hilfe Eingänge für den

je 3 Mk.;

in Not".

Monat Juli.

Firma W. C. Heraeus 100 Mk.

Dr. W.

Heraeus, Firma H. C. Deines, je 50 Mk.; Firma Fr. Kreuter, J. G. Kalb, Mainzer u. Bruchfeld, S. Wronker u. Co., J. D. Schllsißner Söhne, L. A. Pelissier, H. Zwernemann, Leonhard Tietz, je

10 Mk.; Berlizheimer Söhne 10 Mk. (Gutschein); Stück A.-G., Nicolay u. Dunker, E. F. Döring, Sachsenweger u. Co., Schädel u. ®M, Backes u. Co., Eisengießerei Wichelma, je 5 Mk.

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Eingänge für das 3. Quartal.

Firma G. Siebert u. Co., Hch. u. A. Brünürg, je 150 Mk.; K. I. Cahn 50 Mk.; C. A. Traxel 30 Mk.; Hofbrauhaus Nicolay 25 Mk.; Otto Bemges 20 Mk.; Bankhaus Stern 15 Mk.; Eisen­handlung Sauerwein, Otto Weber u. Co., je 10 Mk.; Kaujel u. Jacobi, Jean Bernges, Hch. Brachmann, F.r.Eckhard, Schuhhaus Herpel, J.Rasenbeng, Gebr. Rabe, Speiers Schuhwaren, Ludwig Speikel, Sponfel-Lsvano, Drogerie Zentner, Färberei Boltz, Möbelhaus Schllltheiß, Klein u. Co., Chr. Peter, Ferd, Schlingloff, Jean Schlingloff, Hch. Henrich BuRerh., Drogerie Müller, je 5 Mk.; W. Gyfe Nachf. Escher, Louis Jodry, je 3 Mk.

Kun-ßunk-Vvosvamme

Montag, den 12. August

6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetter­bevicht und Zeitangabe. 12.30: Schallplattenkonzert: Aus Richard Wagner:Der Ring des Nibelungen", 15.1515.45: Stunde der Jugend. 15.5516.05: Hausfrauendienst. 16.1518: Von Stuttgart: Kon­zert des Rundfunkorchesters. 18.1018.40: Für die Jugend: Kinderlieber aus aller Welt. 18.4019.10:; Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volks­bildung. 19.1019.40: Fußballschiedsrichter spre­chen sich aus, 19.4020.05: Englische Literatur­proben. 20.0520.15: Englischer Sprachunterricht. 20.1521.30: Von Stuttgart: Unterhaltungskonzert von Ferdy Kaufmann und sein Orchester.. 21.30: Vortragsstunde von Ludwig HardtDer Haupt­treffer" von Tscholom Bleichem.

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ewigen Heimat eingegangen.

Eichen, Berlin den 11. August 1929

In tiefer Trauér:

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Minna Castendyck geb. Meyer Regierungsrat Wilh. Meyer Pfarrer Castendyck.

Die Beerdigung findet Mittwoch den 14. August, nachmittags 3 Uhr, vom Pfarrhaus aus statt.

Danksagung

Für die überaus zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem jähen Hin- scheiden meines innigstgelicbtcn Gatten, un­seres herzensguten Vaters. Schwieger­vaters, Großvaiers, Bruders und Onkels Mn M. Ml mal

Gastwirt und Mctzgermeistcr sagen auf diesem Wege herzlichsten Dank.

Die trauernden Hinterbliebenen:

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fürdjendjor der Iohanneskirche. Heute abends wieder Singstunde. Wichtige Vorbereitungen. Des­halb vollzähliger Besuch dringend erwünscht. 904

Gesangverein Fröhlichkeit. Morgen abend Sing­stunde .für die Bässe. Mitiwoch: Tenöre. Um püntt».

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