Einzelbild herunterladen
 

-tr. 186

Samstag den 10. August 1929

Seite

HANDEL UND

WIRTSCHAFT

MâafMche LVorbenübevsrcht

I (Von unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter)

wachsende Ziffer der Zahlungseinstellungen - SenfationsfäUe der letzten Zeit keine Aussicht i nur Sonjunklurumschwung Das Eindringen des

Auslandes in das deutsche Wirtschaftsleben H j. und General Electric Umschwung der Geldlage in London

: ; X Die Zahlungseinstellungen und Geschäftszu­sammenbrüche nehmen im deutschen Wirtschafts- ' eben einen Umfang an, der zu denken gibt. Die ^Zahlen der Insolvenzen sind auch im Juli weiter | gestiegen, eine Erscheinung, die besonders deshalb I bemerkenswert ist, weil in den Sommermonaten : au? diesem Gebiet eine Entspannung einzutreten i pflegt. Einige Zusammenbrüche haben in der letz- Kn Zeit besonderes Aufsehen erregt. Der Selbst- ; mord des Geheimrats Dr. Eduard Simon zeigt die kSchwierigkeiten, mit denen eine alte und angesehene - Eroßhandelsfirma zu kämpfen hat, in grellem f Lichte. In den letzten Tagen haben zwei angesehene Berliner Kunstauktionsfirmen ihre Zahlungen ein- f gestellt. Man hofft, die Baumwollfirma der Ge- Brüber Simon aufrecht erhalten zu können, und es spielen sicher in jedem einzelnen dieser aufsehen- I erregenden Fälle auch persönliche Gründe mit, die ! zu dem geschäftlichen Niedergang beigetragen haben, k Aber es fehlt doch auch nirgends der Zusammen- / hang mit den allgemeinen wirtschaftlichen und f finanziellen Schwierigkeiten, mit denen alle Ge- Whäftsunternehmungen zu kämpfen haben. Der b Großhandel gerät ins Stocken, weil überall Absatz- l schwierigkeiten sind, unmittelbar bei den Produzen- Hen einzukaufen, um die Kosten des Zwischenhandels i zu sparen. Der Boden des deutschen Wirtschafts- I lebens ist eben immer noch schwankend, und wenn er hier und da nachgibt und ein Zusammenbruch -linvermeidlich wird, so sollte man daraus wenig- Wens den einen Schluß ziehen, daß alle diejenigen, Wie unser Wirtschaftsleben durch die Brille eines Rosenroten Optimismus betrachten, mit ihrem Urteil Moch allzu sehr an der Oberfläche haften.

Man kann schon heute mit ziemlicher Sicherheit Mgen, daß die Saisonbelebung der Geschäftslage Mscht in einen Konjunkturaufschwung übergehen, Wendern im Herbst wieder abflauen wird. . Man klömmt an, daß der Rückgang der industriellen und I festigen Beschäftigung schon mit dem September Reinfetzen wird. Die Bautätigkeit ist in diesem Jahre /infolge der Schwierigkeiten der Kapitalbeschaffung i hinter dem Stand der früheren Jahre zurückge- ; sieben. Die Landwirtschaft nimmt für die Ernte Mr Zeit noch viele Arbeitskräfte in Anspruch, die - aber nach ein paar Wochen dem Arbeitsmarkt auch wieder zur Last fallen werden. Dabei hat die Ent­lastung des Arbeitsmarktes in diesem Jahre im (Vergleich mit den Vorjahren auch während der Maisontätigkeit zu wünschen übrig gelassen. Wir Ktoen zur Zeit rund 150 000 Arbeitslose mehr als C der gleichen Zeit des Jahres 1928. Schon feit Wochen hat auf dem Arbeitsmqrkt die Aufwä Hwegung einer Stagnation Platz gemacht. D Mier allgemeinen Belebung der Wirtschaft kann Mr keine Rede sein, vielmehr ist damit zu rechnen, H die Schwäche der Konjunkturlage weiter an-

RerGSbankanswekS

X Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. August hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechsel und Schecks, Lombards und Effekten in der ersten Augustwoche um 324,6 (i. B. 254,0) auf 2566,2 (1425,1) Mill. RM verringert. Im einzel­nen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 207,7 (206,7) auf 2413,6 (2309,8) Mill. RM, die Lombardbestände um 65,3 (47,2) auf 43,8 (29,7) Mill. NM und die Bestände an Reichsschatzwechseln um 51,4 auf 16,1 Mill. RM abgenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusam­men sind 282,5 (243,0) Mill. RM in die Kassen der Bank zurückgeflossen. Der Umlauf an Reichsbank­noten hat sich um 253,4 (220,8) auf 4472,1 (4384,4) Mill. RM, derjenige an Rentenbankscheinen um 29,1 (22,8) auf 405,0 (537,7) Mill. RM verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 37,7 (43,3) Mill. RM erhöht; die fremden Gelder zeigen mit 490,4 (588,5) Mill. RM eine Abnahme um 25,5 (i. V. Zunahme um 46,9 Mill. RM. ,

Die Bestände an Gold und deckungsfähigen De­visen zusammen haben um 3,2 auf 2479,9 (2446,6) Mill. RM abgenommen. 3m einzelnen haben sich die Goldbestände um 15 000 RM, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 3,2 Mill, auf 330,7 Mill. RM. verringert. Die Deckung der Noten durch Gold allein besserte sich von 45,5 (48,1) Proz. in der Vorwoche auf 48,0 (51,3) Proz., diejenige durch Gold und deckungssähige Devisen von 52,5 (52,2) Proz. auf 55,4 (56,3) Proz.

Getveide- und VvoduStenmSvkie

X Mannheim, 8. Aug. Die Stimmung an den überseeischen Getreidemärkten war in den letzten acht Tagen vorwiegend flau und die Preise haben unter dem Einfluß besser lautender Ernte- und Wetter­berichte und unter dem Druck von Abgaben Preis­einbußen in ganz gewaltigem Ausmaße erfahren. An der Chicagoer Börse erlitten die Preise für die Monate September, Dezember und März eine Ein­buße von 12%, 12% und 12% c. Noch stärker war der Rückgang am Winnipeger Markte, woselbst Ok­tober 15, Dezember 13% und der Maitermin 13% e. nachgaben. Der kanadische Weizenpool hat sich in­folge des gewaltigen Preisrückganges feit zwei Tagen vollkommen vom Markte zurückgezogen. Auch die freien kanadischen Ablader sind mit Offerten zu­rückhaltend. Hardwinter II per August-Abladung war billigst zu 12% hfl. cif Rotterdam angeboten und es sollen darin besonders Antwerpener Firmen größere Posten aus dem Markte genommen worden sein. Die heutige Forderung stellt sich auf 13 hfl., doch fanden diese Angebote zunächst keine Beach­tung. Plata-Weizen ist ebenfalls stark im Preise zu­rückgegangen und für 79 Kg. Barusso, per August- Abladung, verlangt man 12,60, für 79 Kg. Bahia

gegenüber dem Juli fast unverändert ist. Außer Sommerroggen, der mittel beurteilt wird, und bei Winterweizen und Wintergerste, die unter mittet begutachtet werden, bezeichnen die Berichterstatter den Stand des Getreides im Durchschnitt besser als mittel. Es ist also voraussichtlich mit einer zufrie­denstellenden Mittelernte zu rechnen. Deutscher Weizen aus neuer Ernte wird bei einem Natural­gewicht von 7576 Kg. von Norddeutschland zu 28 RM cif Mannheim angeboten und zu diesem Preise wurden für niederrheinische Rechnung an­fangs der Woche einige Partien aus dem Markte genommen. Alter deutscher Weizen wird von Bayern zu 28,50 RM franko Mannheim offeriert, doch fanden sich zu diesem Preise keine Abnehmer. Für hierländischen Weizen stellte sich die heutige Notiz an der Mannheimer Börse auf 28 RM und für Auslandsweizen, je nach Qualität und Herkunft, auf 2934 RM waggonfrei Mannheim. Roggen lag bei kleiner Nachfrage ebenfalls schwächer. Man offeriert neue Ware zu 22,75 RM franko Mann­heim, doch kamen zu diesem Preise keine Umsätze zustande.

An der hiesigen Börse notierte man heute hier­ländischen Roggen mit 22 und Auslandsroggen mit 26 NM waggonfrei Mannheim. Hafer war aus vorjähriger Ernte, aus hiesiger Gegend, billiger erhältlich. Die Umsätze blieben klein. Für Inlands- Hafer forderte man 22,7523,50 und für Auslands­hafer 22,7524 RM waggonfrei Mannheim. In G e r st e kommt das Geschäft allmählich in Fluß. Die Qualitäten der diesjährigen Ernte fallen aber in unserer Gegend sehr verschiedenartig aus und die Interessenten zeigen zunächst nur für die besseren Qualitäten Interesse. Das Geschäft in Brauware ist aber noch ganz unbedeutend und eine zuverlässige Preisbasis ist noch nicht vorhanden. Futtergerste ist unverändert mit 20,7522 RM offeriert. Auch in Mais blieben die Umsätze auf Deckungen des notwendigen Bedarfs beschränkt. Für rheinschwim­menden Plata-Mais verlangt man 10,60 hfl. cif Mannheim. Für in Mannheim greifbaren Plata- Mais stellt sich der heutige Preis auf 22,25 RM einschließlich Säcken, waggonfrei Mannheim.

Futtermittel hatten ruhigen Markt. Die Nachfrage seitens des Konsums ist kleiner gewor­den. Für feine Weizenkleie verlangt man heute 10,5010,75, für grobe 11,5011,75, für Malz­keime 1717,75, Biertreber 1819, Trockenschnitzel 12,75, Soyaschrot 20,5020,75, Rapskuchen 18,50 bis 19, Erdnußkuchen 22,2522,50 und für Melasse­futter 10,7511 RM waggonfrei Mannheim.

Mehl. In Weizenmehl war der Absatz, wie auch der Abruf, schlecht. Die Mühlen haben ihren Großmühlenpreis für süddeutsches Weizenmehl, Spezial Null, von 41,7541, für süddeutsches Wei­zenauszugsmehl von 45,75 auf 45 und für süd­deutsches Weizenbrotmehl von 33,75 auf 33 RM waggonfrei Mühle ermäßigt. Umsätze kamen zu diesen Preisen aber nicht zustande und selbst die "keieeie"'!« ' rin

recht zuversichtlich in die Zukunft zu sehen glaubte. Aber dieses Vorkommnis drückte stark auf die Stimmung und ganz erhebliche Kurseinbrüche wa. ren dis Folge. Die Spekulation blieb aber abwar­tend; kam aber doch später mit Material in dem Markt, so daß die Rückgänge beschleunigt wurden. Die Nachwirkung auf die allgemeine Lage läßt sich bis jetzt noch schwer überblicken, zumal trotz­dem die gestrige Newyorker Börse fest schloß. Die Baissepartei ha-tte einen Grund einem Vorstoß zu unternehmen; was sich in den sonst bevorzugten Werten stärker auswirkte. Abschwächungen bis zu 8 Prozent gegenüber der gestrigen Abendbörse wa- ern keine Seltenheit. Eine besondere Unruhe war aber doch nicht zu erkennen. Das Geschäft bewegte sich in kleinem Rahmen. Größere Verkaufsorders waren noch nicht eingetroffen, was aber scheinbar barauf zurückzuführen war, daß die außenstehenden Kreise von diesem Vorkommnis noch nicht infor­miert zu sein scheinen. Stärker unter Druck lagen Glanzstoffaktien bei einem Spitzenverlust von 16 Prozent. Aber auch Elektrowerte hatten stärker unter der neu geschaffenen Situation zu leiden. AEG., Licht u. Kraft, Bergmann und Gesfürel gaben bis 5 Prozent nach. Siemens eröffneten so­gar 7 Prozent schwächer. Am Chemiemarkt lagen J. G. Farben 4 Prozent schwächer. Stark ermä­ßigt waren noch Dt. Linoleum mit minus 10% Prozent und Kaliwerte, die bis 6 Prozent ein­büßten. Am Montanmarkt waren die Rückschläge nicht so umfangreich, die Verluste gingen kaum über 1% Prozent hinaus. Zellstoff Waldhof ver­loren 4% Prozent, während Aschaffenburg knapp gehalten. Renten still und Anleihen leicht nach- gebend.

Im Verlaufe war eine geringfügige Beruhi­gung festzustellen. Vereinzelte Rückdeckungn führ­ten zu Besserungen um Bruchteile eines Prozentes, Glanzstoff konnten sich 5 Prozent erholen.

Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld mit 7% Prozent etwas angespannter.

Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.1968, gegen Pfunde 20.366. London-Kabel 4.8500, Paris 123.94, Madrid 92.80, Mailand 33.16, Holland 12.11%.

An. der Abendbörse herrschte große Ge­schäftsstille. Die Stimmung war weiterhin ziem­lich unsicher und zurückhaltend, da die durch die Newyorker Diskonterhöhung geschaffene Lage weiter im Mittelpunkt des Interesses stand und von der Newyorker Börse erhebliche Kursein­brüche gemeldet wurden. Die Kurse waren gegen den Berliner Schluß überwiegend knapp gehalten. Neue kleine Kurseinbußen erlitten AEG. und I. G. Farben. Glanzstoff konnten sich dagegen 3 Prozent erholen. Am Anleihemarkt lagen Ab. lösungsschuld Neubesitz etwas freundlicher. AEG. 201%. Chade 439, Linoleum 301, Licht u. Kraft 207, J. G. Farben 222%, Siemens 381%, Glanz- stoff 409%, Reichsbank 300%, Harpener 143, Rhein. Braunkohlen 285%, Rheinstahl 122%.

UTHeiß-BaNÄ-WeiIen find weniger drängend die Forderungen hierfür stellen sich bei einem turalgewicht von 79/80 Kg., 2 Proz. Besatz

und

Ra­per

' Für die Schwäche der deutschen Wirtschaft ist es bezeichnend, daß das Ausland immer mehr mit 'mittelbaren Beteiligungen in deutsche Jndustric- Mnd Geschäftsunternehmungen eindringt. So ist tuerbings" die A. E. G. mit der amerikanischen Wcneral Electric eine engere Verbindung einge- ongen. Auch hier wird ausländische Kapitalkraft, Wnerlei für welche Zwecke immer, zur Hilfe geholt, Wcil in Deutschland selbst die notwendigen Kapital- Mferven nicht mehr vorhanden sind. Es handelt sich schon nicht mehr um Einzelfälle, sondern um MUèn Prozeß, der weite Gebiete der deutschen Wirt- pjaft ergriffen hat. Englische Beteiligung ergreift pon der deutschen Papierfabrikation Besitz und Dringt auch in die Herstellung von Grammophonen pn. So bringt fast jede Woche einen neuen Ein- Brttd) ausländischen Kapitals in die deutsche Pro- I"Ilion, zweifellos eine Folge der Kapitalschwäche, ;t man in Deutschland immer noch nicht mit den chligen Mitteln entgegenarbeitet. Besondere Be­achtung verdient unter diesen Umständen die Kredit- |'fnaljrrte auf den ausländischen Kapitalmärkten.

e Beratungsstelle für ausländische Anleihen muß snentlich als Kontrolle der öffentlichen Hand auch ttlfr aufrecht erhalten werden, damit die fort- rcitènde Verschuldung an das Ausland in den beoingf notwendigen Grenzen gehalten werden ®s ist unbedingt löblich, wenn jetzt die Länder Verbindung mit dem Städtetag Maßnahmen er« °llen wollen, um für die Regelung des kommu- Kreditbedürfniffes überhaupt eine Beratungs« er Kontrollstelle zu schaffen. Denn die öffentliche m° Phß angesichts der Kapitalsschwäche der beut« °? Wirtschaft nicht nur auf dem ausländischen, > "uch auf dem inländischen Kapitalmarkt iv ^ung üben, zumal sie bei den günstigen Urteil j^ die sie bieten kann, sowieso im starke Anspannung, unter der der Geld- rQ 'n ^ubon zu leiden hatte, hat in den letzten So'm "^Mlassen. Die Bank von England, die seit Wons "übliche Goldmcngen namentlich an , 'M abgeben mußte, hat sich in Newyork («nix ° ^frebite gesichert, die sich jederzeit leicht o umwandeln lassen. Sie ist dadurch wieder o,k m'°^.Lage geworden, und die Rückwirkung ' W denn auch sofort in die Erscheinung

frans/ ®l^cb!icf)e Goldankäuse, die die Bank von Ihterhr r *n ^""don noch tätigen wollte, sind 8 iic m cn> und Man wird annchmen können, daß ' ^Ugland jetzt gegen weitere Angriffe

ft tzj^^u Goldbestand gesichert' ist. Für Deutschland 11 U Entwicklung deshalb von Bedeutung, weil 8 S'tt fbH Wochen immer mit der Möglichkeit iw Wchchen Diskonterhöhung gerechnet werden W teJc^ nach der Festigung des englischen j tonn M Ul ui ehr besteht. Die deutsche Geologe '"ft ziemlicher Zuversicht beurteilt ®o[b,'.£lc Deckung der Reichsbanknaten durch hub h«; ?"uffn hat mit 52,5 Prozent den Höchst- ' ^tten ^?^uhres wieder erreicht, so oaß von der W^M sind &CS Frühjahres Spuren nicht mehr

August-September-Abladung auf. 12.3012.35 hfl. cif Rotterdamm. Roggen hatte unter denselben Einflüssen wie Weizen starke Preisrückgänge zu ver­zeichnen. In Chicago büßte der Septembertermin 6%, Dezember 53/s und in Winnipeg die Termine Oktober und Dezember 4% c. ein. Western-Rye II loko war zu 10,75 und La-Plata-Roggen 74/75 Kg. per August-Verschiffung 11,30 hfl. cif Rotterdam zuletzt offeriert. G e r st e lag ebenfalls ruhig bei kleinem Geschäft und konnte seinen Preisstand etwas besser behaupten. La-Plata-Gerste 62 Kg. August- Abladung war zuletzt zu 9,509,55 und in 65 Kg. schwerer Ware zu 9.9510 hfl. cif Rotterdam offeriert. Für Donaugerste 60/61 Kg. per August forderte man 9,60 und für Kanada Western 10,50 hfl. cif Rotterdam. Hafer lag ruhig. Für Plata- faq-Hafer 46/47 Kg. schwer per August forderte man j 9,50 und für Plata-Clipped-Hafer 51/52 Kg. 9,80 hfl. cif. Rotterdam. Mais lag unter dem Druck der Preisrückgänge in Chicago von 6%7 c. schwächer. Für seeschwimmenden Plata-Mais ver­langt man heute 10,60 und auf Abladung per August-September 10,30 hfl. cif Rotterdam.

An unseren süddeutschen Getreidemärkten mach­ten die flauen überseeischen Meldungen keinen be­sonders starken Eindruck, da in Interessentenkreisen die Meinung vorherrschte, daß der diesmalige Preisrückschlag genau wie die vorangegangene Haussebewegung auf spekulative Machenschaften be­ruhe. Der Verkehr an unseren Märkten blieb klein, zumal der Stand der Hauptgetreidearten nach Mit­teilung des preußischen statistischen Landesamtes

Allem Anscheine nach hat sich der Konsum vor der Zollerhöhung gut versorgt. Für slldd. Roagenmehl, 70 OOprozentige Ausmahlung, stellten sich die heu­tigen Forderungen auf 30,7533,75 RM waggon- frei Mühle. Vom Niederrhein wird Roggenmehl zu 30,75 und von den norddeutschen Mühlen zu 30,25 Reichsmark offeriert und zu diesen Preisen war in Roggenmehl auch einiges Geschäft.

Hopfen lagen weiter ruhig. Für Hallertauer­und Württemberger Hopfen zahlte man zuletzt 100 bis 110 RM per Zentner. Das Wachstum der nei^n Pflanzen macht gute Fortschritte. In den badischen Anbaugebieten dürste, bei günstiger Witte­rung, bereits nächste Woche mit der Pflücke des Frühhopsens begonnen werden.

Tabak. In unserer Gegend kamen etwa 150 bis 200 Zentner bauernfermentierte 1928er Tabake zu Preisen oon 4649 RM per Zentner zum Ver­kauf. Für Schneidegut-Tabake zahlte man, je nach Beschaffenheit, 98105 RM per Zentner. Zigarren- tabakc sind vernachlässigt. Rippen hatten unver­änderten Markt. Die Berichte über die Entwick­lung der Ernte lauten weiterhin günstig; die Blätter sind bereits recht breit und bei weiter günstiger Witterung erhofft man einen guten Ertrag.

Lvankfttvtev VSvse

) .Frankfurt a. M^ 9. Aug. Tendenz: schwach. Die plötzliche und unerwartete Erhöhung des Dis­kontsatzes der Federal Reserve Bank von Newyork stellte die Börse vor eine Tatsache, die einen nach­teiligen Einfluß ausübie. Man hatte die Befürch­tungen einer Diskonterhöhung der Bank von Eng­land in den Hintergrund gestellt, so daß man schon

Frankfurter Kursbericht (9. August)

Schutzgebiete..... 6 °| o Rcuhsanleihe v. 1927 Ablösungsschuld o. A. .

do.

M. 91,

8 % Pr. Centn Bod.- Psandbr. 28 . . . .

8'/o Pr. Centr.-Komm.-

Obl. 28......

Anatolier I . . , , .

4.85

87.50

10.60

52.20

97.-25

do.

II

Bagdad I......

do. II. . . . . . Zolltürken..... Schantungbahn. . . . Adka .... . . . warmer Bank . . . . BerlinerHandelsgesellsch. Commerz- u. Privatbank Darmsiädt. u. Nationalb. Deutsche Bank . . . . Deutsche Bereinsbank . Diskonto-Gesellschaft. . Dresdner Bank . . .

Metallbank . . . . , MitteldeutscheCrcditbanl Reichsbank ..... Oesterr. Creditanstalt . West bank ...... Hapag . » ... . .

94,25

18 25

19.80

7.55

7 55

7.60

3.50

127

216 181.50

274 186.50

152.50

158

305.50 30,80 98

120.

Nordd. Lloyd , e , » Buderus . . .... Gelsenkirchen. . . Zarpener ...... Ilie Bergbau .... Klöckner...... Mannesmann . . , . Mansfelder Bergbau . Oberbedarf . . . . . Oktavi Minen . . » . Phönix....... Rhein. Braunkohlen . , Rheinstahl..... Riebeck Montan . . , Laurahütte..... Ver. Stahlwerke A.-E. . Aschersleben. . . » .

Salzdelfurth. . . . .

Westeregeln . . .» .

Kley er . . . » . .

Brown, Boveri. . . .

Daimler..... Frankf. Maschinenfabrik. Miag....... Voigt D Häffner . . . Dietallges.Franksurt a. M. Junghaus......

Cement Heidelberg . . Hoch- und Tiefbau » .

113.50 73.-

133.50 143.25 212.50 110 117.50

139 83 65.25

101.50 283 123.75 136,50

67.25

111.75 228 386 231.50

186.5G

51.-

55 122.50 221 124.25

64.25

131,50

98

VH. Holzmann . . . Wayß D Freitag . . Zellstoff Aschaffenburg Zellstoff Waldhof . . J. G. Farben . . < Scheideanstalt . .« Holzverkohlung. . Dt. Erdöl . . . . Th. Goldschmidt . . Montecatini. . . Rütgerswerke . . . A. E. ....... Bergmann-Werke , . Ehade ...... Licht und Kraft . . Elektrische Lieferungen Felten D Guilleaume Eesfürel . . . . . Lahmeyer..... Lechwerke. . ', . . Rhein. Elektr. . , . Schuckert ..... Siemens & Halske . Mainkraftwerke. . . Dt. Linoleum.... Karsta >t ..... Svenska . . . « « Südd. Zucker . « Ver. Eianzstog. . .

X Fusion im süddeutschen Dracker elgew erbe. Die Verlagsanstalt norm. S. J. Manz Buch- und Kunstdruckerei A.-G. in München-Regensburg schlägt Kapitalerhöhung um RM 150 000 auf RM 706 000 vor zur Fusion mit der Der. Druckereien und Kunstanstalten A.-G. in Dillingen-Donau (Kapital RM 300 000). Offenbar ist also ein Um­tausch 2 zu I vorgesehen. Allerdings zahlte die München-Regensburger Gesellschaft zuletzt 10 Proz. Dividende, während die Dillinger Gesellschaft divi- dendenlos blieb und seit der Goldumstellung bereits zweimal saniert wurde. Beide Gesellschaften gehören zum Jntcressenkreis des Dr. Georg Heim (Regens­burg) bzw. seiner Organisation.

X Lokomolivbeslellungspläne bei der Reichs­bahn. Wie aus Kassel gemeldet wird, beabsichtigt die deutsche Reichsbahn, nach Abschluß der Der- Handlungen im Haag zunächst kleinere Bestellungen auf Bau moderner Lokomotivtypen zu vergeben- Auf den Beschäftigungsgrad der deutschen Lokomo- tivindustrie dürften aber, wie es heißt, die zu er­wartenden Reichsbahnaufträge in den nächsten Mo­naten noch keinen Einfluß haben, da sie wahrschein, lich erst Anfang 1930 zur Ausführung gelangen sollen. Ueber den Umfang der Bestellungen sei z. Zt. noch nichts Näheres bekannt.

Berliner Metallmarkt. (Vom 9. August)

Blei

Kupfer

Mai ...

G

b

Mai . . .

G

B

Juni . . .

__

'

Juni. . .

Juli . ..

141

141

Juli . ..

46-

46 25

August. .

145

147

August. .

46

46.75

Sept... .

146.50

147.50

Sept. . . .

46.75

47

Oktober .

147.75

14875

Oktober .

46 75

46.75

Ncobr.. .

148

143.75

Novbr...

46.75

47.

Dezbr. . .

119

149.75

Dezbr. . .

46.75

47

(Mk. für 100

G 170.75

101.25 101 155 236 223 153.50

87 113.10

74.25 56.25

83 200.75 230 439 207. - 169.75 136.50 209 171 106.25 151 227 388 106.25 304 179 405 152

409

Elektrolyt . . .

Rohzink (Freiverk.) llngeichm. Zink .

Aluminium . . .

do. Barren

Nickel. .

Antimon Rg. . .

Silber 900 f. 1 kg

190.

194

350

66-70

7173

Frankfurter GctreidebSrf»

vom 9. August (AnMich).

Je 100 kg in Goldmark:

Weizen 1. Qualität

Roggen (inländisch.), fester. . . Sommergerste für Brauzwecke , Hafer (inländischer) . . . Mais (gelb) ........ Weizenmehl (stidd. Spezial) . .

Weizenkleie , , . , *

Roggenkleis . ,

Tendenz: ruhig

Berantworffl® für Verl« rkdaNiomNen ®efam«nf>al und Hefte men: $r. e i e 6 der WaK,nhan«du 3t 395» 39», 9958. - BmkkMd:

Paul Ss* ffr tat Mittln»««: für tiiuefaai In Sanaa. IRofaffiWtai# Lonau. Semfl>rt»anWel krankkuN a. X Sr 76(55» nhbank Hanau.

27.50

21.50

23.00

22

22

41.25

41.25

30.0031.30

10.50

12

Ew