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Selfe 2

Frettag den 2. August 1929

Nr. 17g

endgültige Reparationsregelung scheitern würde. Es ist jedoch anzunehmen, daß hinter den Kulissen der Haager Konferenz lebhafter Handel um Vorteile und Kompensationen statt­finden wird, ein Handel, der den Doung-Plan bestehen lassen könnte. Daß in beiden Fällen Deutschland der alleinige Leidtragende sein wird, ist offenkundig.

Ueber den Verlauf und Ausgang der Haager Konferenz zu prophezeien, ist eine un­dankbare und müßige Beschäftigung. Etwas Geduld und wir werden alles genau wissen. Nur eins ist schon jetzt zu sagen: Welche Er­gebnisse die Haager Konferenz auch haben mag diese Konferenz bedeutet die wichtigste Etappe, die die europäische Geschichte der Nach­kriegszeit bis jetzt durchzumachen hatte.

Verlauf desRoteu Tages"

(Fortsetzung von Seite 1) siebten Handzetteln zurrevolutionären Massen- Mobilisierung" auf gerufen hatte, zeigt« sich im Münchner «traßenbild am 1. August nichts Auf­fälliges. Auch von Arbeitseinstellungen war nir­gends etwas zu bemerken. Nach einer Umfrage bei 12 Großfirmen, vor allem des Baugewerbes, ist die Arbeiterschaft heute wie auch sonst zur Arbeit an­getreten. Die Polizei hat alle Vorbereitungen ge-. troffen, um etwaige Demonstrationen nach Schluß der Arbeit in den Betrieben durch energisches Ein­greifen zu unterbinden.

DkekoutttttttttftrschettDemou fieationen in Hamburg

Hamburg, 1. Aug. In Hamburg, wo die Kom­munisten trotz des bestehenden Demonstrationsver­botes bis zuletzt zu Massendemonstrationen oufge- Torbert hatte, ist der heutige Tag im allgemeinen, abgesehen von kleinen Zwischenfällen, bis 8 Uhr abends ruhig verlaufen. In der Hafengegend wurde versucht, gegen 5 Uhr an zwei Stellen Züge zu bil­den. Ein Zug von rund 100 Teilnehmern an den Landungsbrücken wurde leicht aufgelöst.. Bei der Auflösung des zweiten Zuges von etwa 700 Per­sonen wurden einige Beamte tätlich angegriffen; die Beamten gaben drei Schüsse ab. Ein Demonstrant erhielt einen Oberschenkelschuß.

Zusammenstöße zwischen ^ommnniften u. Kationar- soziallfien

Nürnberg, 1. Aug. Die Kommunisten hatten heute abend zu einer Antikriegskundgebung auf dem Hall-Platz aufgerufen. Die Nürnberger Polizei halte jedoch umfassende Maßnahmen getroffen und formte die sich awammelnben Trupps der Kom­munisten mühelos zerstreuen. Die Kommunisten zogen io bann in kleineren und größeren Scharen in die Nähe des Hauptquartiers der Nation als ozia-

-frischen Arbeiterpartei, die in.

Herk.ses Velodrom MMmemMën zwischen Nationaltszialisteu und Kommunisten, bei denen ein Nationalsozialist durch einen Messerstich ernstlich verletzt wurde. Er mußt« in ein Kranken­haus üb er geführt werden. Die Polizei oerhaftet« drei Kommunisten.

Vevhaftnnsen in Vavis

Paris, 1. Aug. Der rote Tag ist in Paris bis Heme o6enb vollkommen ruhig verlausen. Im Laufe des Tages wurden 78 Verhaftungen wegen Aul- forderung zur Arbeitsniederlegung und über 500 Verhaftungen wegen verschiedener Vergehen vor­genommen. Eine größere Streikbewegung macht« sich nur in den Autowerken von Citroen bemerk­bar, wo 4300 Arbeiter unb Angestellte die Arbeit niederlegten. Zu Unruhen ist es ober auch hier nicht gekommen. Di« Stadt zeigt ihr gewohntes Bild. Lediglich in der Umgebung der Place de la Rëpublique hat eine größere Anzahl von Kauf­leuten ihrs Läden den ganzen Tag über geschloffen gehalten. Auch aus der Provinz werden bis zur Stunde keine ernstlichen Unruhen gemeldet.

30 000 Exemplare derhumanste" beschlag­nahmt

Die Polizei hat noch die vergangene Nacht dazu benutzt, die kommun 'fti-che Kundgebung unmöglich zu machen. Gegen 2 Uhr früh erschienen in der Druckerei derHumanste", dem Organ der Kom­munistisch«» Partei, Beamte der Polizeipröfektur und beschlagnahmten die bereits gedruckten 30 000 Exemplar« des Blattes, die Anweisungen für die Teilnehmer an den Demonstrationen enthielten. Die Beamten stellten die Druckerei unter polizeiliche Be­wachung. Im Verlauf des gestrigen Abends wur­den in Paris etwa 40 Kommunistenführer verhaf­tet. Beim Morgengrauen werden die Fabriken, öffentlichen Gebäude und strategischen Punkte von der Polizei besetzt werden.

Ausland feierte

Sowno. 1. Aug. Nach Meldungen aus Moskau wurde unter zahlreicher Beteiligung kommunisti­scher Verbände und Abordnungen der Roten Armee der Rot« Tag in Moskau und Leningrad gefeiert. Im allgemeinen verlieren die Kundgebungen im Zeichen des russisch-chinesischen Streitfalles.

^omntnnMenvevhaftnnseu tu âowuo

Sowno, 1. Aug. In der Nacht zum 1. August entdeckt« die Poliezi eine geheime Versammlung von Kommunisten. 26 Teilnehmer darunter einige Führer, wurden f eff genommen. Unter den Festgenowmenen befand sich kein Li­tauer. Um jeden Versuch von Ansammlungen im Voraus zu vereiteln, wurden 29 Verdächtige ver­haftet.

Sevha«d;u«s rwUche« Kutzlaud u. Sh na seftchevS?

Köln, 1. Aug. Rach einem Telegramm des Berichterstatters derKöln. Zkg." in Schanghai sind die Verhandlungen zwischen Sowjetrußland und China endgültig gesichert. Die gegenwärtigen Vorbesprechungen in Mandfchuli betreffen folgende Punkte: Festsetzung der Zeit und des Orts der offiziellen Verhandlungen; Einstellung der mili­tärischen Handlungen im Grenzgebiet; Festsetzung, daß das Abkommen von 1924 die Grundlage der Verhandlungen bilden soll sowie als dringendsten Punkt die baldige Wiederaufnahme des transfibiri- scheu Durchgangsverkehrs, dessen Unterbrechung im ganzen Osten aufs fchwerstc empfunden wird. Die Stimmung in chinesischen Kreisen sei durchaus optimistisch. /

An London Leine ânudsebuusen

London, 1. Aug. Dis 16 Uhr hatte in London noch keine fommuniftifche Kunbgebung stattge- funien. ,

Svevation an VorncavS vollzogen

Paris, 1. Aug. Poincarë ist heute vormittag in einer Privatklinik operiert worden. Die Operation ist, wie mitgeteilt wird, glatt verlaufen und das

1 Befinden des Patienten zufriedenstellend.

Abbruch der russisch-britischen Veebandtunsen

Moskau, 1. Aug. Die russisch-britischen Verhandlungen sind, wie die Telegraphen- agentur der Sowjetunion mitteilt, abgebrochen worden, weil Staatssekretär Henderson sich geweigert habe, die diplomatischen Beziehungen wieder aufzunehmen, bevor die strittigen Fragen über die gegenseitigen Forderungen gelöst seien.

Die Telegraphenagentur der Sowjetunion ist ermächtigt, über die Verhandlungen mitzuteilen: Dowgalewski erklärte, die Anweisung der Sowjet- regierung laute, die Verhandlungen ausschließlich über die Form der weiteren Besprechungen der Streitfragen zu führen. Sie halte es für notwendig, bis dahin die sofortige Ernennung von Gesandten vorzunehmen. Henderson bezeichnete in seiner Ant­wort die sofortige Wiederaufnahme der diplomati­schen Beziehungen mit aller Entschiedenheit als unmöglich und schlug vor, eine Sowjetdelegation nach London zu entsenden. Am 31. Juli überreichte Dowgalewski dem Staatssekretär die Antwort des Außenkommisfariats. in der betont wird, daß die Sowjetregierung alles zur Erleichterung der An­näherung zwischen der Sowjetunion und England getan habe. Die Erklärung Hendersons zeige jedoch, daß die britische Regierung keine direkte Wieder­aufnahme der Beziehungen wolle, sonst würde sie nicht als Vorbedingung für die Wiederaufnahme normaler Beziehungen die Lösung von so schwie­rigen Fragen stellen, wie es die gegenseitigen For­derungen und Gegenforderungen sind. Die Rote der britischen Regierung vom 17. Juli verlangt erneute, besondere Erwägung. Daher ist das Außen- kommissarial gezwungen, die Weisungen des Prä­sidiums des Exekutivkomitees der Sowjetunion ein- zuholen, dessen nächste Vollsitzung die neuen Vor­schläge der britischen Regierung prüfen wird. Bot­schafter Dowgalewski ist nach Ueberreichung seiner Antwort nach Paris zurückgekehrt.

Das britische r^ommnnran« über die Nesvvechnnsen mH DowsalewsSr

London, 1. Aug. Ein heute von Foreign Office ausgegebenes Kommunique stellt fest, daß die B e- prechungen, die am 29. Juli in London zwi- chen dem Staatssekretär des Auswärtigen Hender- on und dem Pariser Vertreter der Sowjetunion

Haasee rKonkevenz l^

Amsterdam, 1. Ang. Wie der Haager par- lanuMkarifche Redakteur desAlgemeen handels­blad" berichtet, hat die niederländische Regierung von den betreffenden ausländischen Regierungen die Mitteilung erhalten, daß der offizielle Rame

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wählt worden, weil man sich unter den Konferenz- mächten im Hinblick auf den Umstand, daß die Franzosen die Räumungsfrage nicht mit den Re­parationsfragen verquicken wollten, während um- gekehrt die Deutschen gerad? hierauf den größten Wert legten, über einen konkreteren Ramen nicht

habe einigen können.

Leitte ewige AonivoAe

Kabinettssitzung über die Haager Konserenz und die Vertretung des Kanzlers

Berlin, 1. Aug. In der Kabinettssitzung, die

für

morgen nachmittag angesetzt ist, soll auch die Frage der Stellvertretung des Kanzlers geregelt werden. Das Befinden des Reichskanzlers Müller belfert sich, ober an eine Rückkehr ins Amt ist vor Oktober nicht zu denken. Wie mir hören, beabsichtigt man indessen nicht,

für den Kanzler formell einen Stellvertreter zu ernennen.

Das würde bedeuten, daß alle Rechte und Funktio­nen des Kanzlers auf diesen Stellvertreter über­gehen. Man wird sich also damit helfen, daß der Kanzler als auf Zeit beurlaubt gilt und daß ihn während dieser Frist der dienstälteste Minister zu vertreten hat. Das ist Dr. Stresemann. Da aber der Reichsaußenminister fidf jetzt nach dem Haag begibt, wird die Vertretung auf ein anderes Mitglied des Kabinetts übergehen, das in Berlin bleibt.

Im übrigen wird sich, wie das hier schon gesagt wurde, diese erste Kabinettssitzung nach den Ferien mit den Vorbereitungen, oder wenn man lieber will, mit den Richtlinien für den Haag beschäftigen. DieVoss. Ztg." meint:

Zwischen dem Reichspräsidenten und der Reichs- regierung bestünde Uebereinstimmung, daß

Dowgalewski über die Wiederaufnahme der diplo­matischen Beziehungen zwischen Großbritannien und Rußland wieder ausgenommen wurden, vor­läufig nicht fortgesetzt werden. Dowga­lewski sei heute früh nach Paris zurückgekehrt. In dem Kommunique wird darauf hingewiesen, daß Henderson in seiner ursprünglichen Einladung an die Sowjetunion sich klar dahin ausgesprochen habe, daß die britische Regierung zu einer Erörterung über das schnellste Verfahren zur Regelung der schwebenden Fragen einschließlich der Frage der Schulden und der Propaganda bereit sei. Obwohl die Antwort der Sowjetregierung auf diese Ein­ladung zweideutig gewesen sei, habe man angenom­men, daß die Sowjetregierung Dowgalewski er­mächtigt habe, über das Verfahren zur Regierung

der wichtigsten Fragen nach Maßgabe der Henderson vorgeschlagcnen Richtlinien zu handeln.

Dowgalewski habe aufgrund der von seiner

von ver-

Re-

gierung erhaltenen Instruktionen erwidert, daß nach Ansicht seiner Regierung das beste Verfahren in der sofortigen Ernennung der beiderseitigen Bot­schafter bestehe, daß die Sowjetregierung zur Zeit die Vorschläge Hendersons nicht annehmen könne und sie der nächsten Sitzung des Präsidiums des Zentralexekutivkomitees unterbreiten müsse. Das Kommunique fügt hinzu, daß die britische Regie­rung nach wie vor an dem Wunsche zur Wiederauf­nahme normaler Beziehungen mit der Sowjetregie­rung festhalte und davon Kenntnis nehme, daß die Sowjetregierung die neuen Vorschäge der britischen Regierung erwägen werde.

DowsâwM hat Sonett verlassen

Paris, 2. Aug. Der Sowjetbotschafter Dowga­lewski ist gestern abend aus London wieder nach Paris zurückgekehrt.

irgendwelche Konzessionen in der Frage der Rheinlandkontrolle nicht gemacht werden könn­ten. Deutschland sei lediglich bereit, über eine Kommission zu verhandeln, deren Befugnisse bis zum Ablauf der Bejetzungsfrist. also bis

gation Berlin verlaßen.

Botschafter von Hoesch her Veland

Paris, 2. Aug. Botschafter von Hoesch hatte heute nachmittag eine abschließende Unterredung mit Ministerpräsident Briand, die, wie die vorher­gehenden Besprechungen, der bevorstehenden Kon­ferenz gewidmet war.

rnullolittk über den Sounsvlan

Rom, 1. Aug. Unter dem Vorsitz Mussolinis fand im Palazzo Chigi eine Sitzung zur endgül­tigen Prüfung des Aoungplanes statt. Mussolini gab zuerst eine kurze Darlegung der Haltung der italienischen Regieuung in dieser Frage und er­klärte weiter: Es ist unmöglich, über den Poung- plan ein absolutes Urteil auszusprechen. Man muß in relativer Weise darüber urteilen, indem man die Tatsachen, die der Ausarbeitung des Planes Dorangingen, sowie die darin enthaltenen Lösungen berücksichtigt und die Lage in Erwägung zieht, die er regeln soll. Dieser Plan stellt offensichtlich eine Kompromißlösung dar, die auf gegenseiti­gen Zugeständnissen beruht. Wie seine Urheber zu verstehen gaben, sind alle Teile des Planes unter­einander eng verbunden. Jeder Teil würde ohne den anderen nicht bestehen können. Die italienische Regierung hat bei der Prüfung des Planes diese Tatsachen berücksichtigt und ist bereit, ihn als un­teilbares Ganzes anzunehmen, wenn die anderen Regierungen das gleiche tun, um in dieser Weise /bas Werk des wirtschaftlichen und! politischen Wi«- deraufbaus Europas zu erleichtern.

pvoreß Monvov vevtast

Eine neue Anklage angeblich wegen Urkunden­fälschung

Berlin, 1. Aug. Die heute in Moabit an gesetzte Verhandlung gegen die Komtesse Monroy wegen Iuwelendiebstahls bei ihrer Tante, der Gräfin Hernrersberg, mußte vertagt werden, da inzwischen eine neue Klage gegen Helga Monroy eingegan­gen ist.

Eint gewaltige Menge non Zuhörern, viel mehr, als im Zuhörerroum Platz finden konnten, drängte sich vor den Eingängen. Der Beginn der Verhandlung verzögerte sich. Die Angeklagte, Kom­tesse Monroy, erschien erst eine halbe Stunde nach Sitzunasbeginn mit ihrem Verteidiger, Rechtsan­walt Dr Frey, im Saal. Sie ist von kleiner Figur, blaß und schmächtig. Mit dem Diener Abraham und anderen Zeugen wurde dann die Gräfin Hermers­berg, in den Saal gerufen, die einen auffallend jugendlichen Eindruck macht.

' Bei der Eröffnung der Sitzung erklärte der Vorsitzende, Landegrichtsdirektor Krüger, daß erst heute beim Gericht gegen die Angeklagte eine neue Anklage eingegangen sei, die mit der vor­liegenden Sache Zusammenhänge. Es wäre vielleicht zweckmäßig, diese neue Sache mit der vorliegenden Anklage zusammen zu verhandeln. Das sei aber

nur möglich, wenn nicht auf Einhaltung der Friste, bestanden werde.

Staatsanwaltschaftsrat Dr. Schmidt erklärt die Anklagebehörde würde nicht auf Einhaltung Fristen bestehen. Verteidiger Dr. Frey erklärte- Ich lege gleichfalls großes Gewicht auf «in« gC) meinfame Verhandlung, da die aus der neuen An­klage zu ziehenden Schlüsse sicherlich günstig für die Angeklagte sein werden." Auf Einhaltung her Fristen für die neue Sache könne die Verteidigung aber nicht verzichten.

Nach kurzer Beratung des Gerichts verkündet Landgerichtsdirektor Krüger den Beschluß, die Sache zu vertagen. Das Gericht halte eine g^ meinfame Verhandlung der vorliegenden Sache mit der neuen Anklage für notwendig. Da bi? Ver­teidigung auf Einhaltung der Fristen bestehe, sei die Vertagung unvermeidlich. Damit schließt die Verhandlung.

Obwohl weder vom Vorsitzenden noch von dem Anklagevertreter etwas über den Inhalt der neuen Anklage gesagt wurde, verlautete im Gerichtss«!, daß es sich um eine Anklage wegen Urkunden­fälschung handele. Komtesse Monroy soll versucht haben, sich einen Bankkredit dadurch zu verschaffen, daß sie einen von ihr gefälschten Brief des Fürsten Hohenlohe vorlegt«, in dem die Rede von einer Erbschaft ist.

Zum Bombenanschlag i; Lüneburg.

Lüneburg, 1. Aug. Zum Bombenanschlag das Haus des Rechtsanwalts Dr. Strauß wird noch gemeldet, daß die Bombe nicht im Keller, sondern

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im Kellerfenster niedergelegt worden war. Im Keller selbst wurden furchtbare Verwüstungen an. gerichtet und auch die Vorderfront des Hauses ! Por wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Sämtliche : Fensterscheiben wurden zertrümmert; im Vor- -

garten ist ein tiefes, kraterähnliches Loch entstan­den. Auch die Nachbarhäuser sind erheblich in Mit­leidenschaft gezogen worden. Selbst in einer Ent­fernung von über 100 Metern wurden viele Fenster­scheiben zertrümmert. Auch die Höllenmaschine, mit der das zweite Attentat gegen die Landkranken- lasse versucht wurde, wurde in einer kleinen Mar- garinekiste gefunden. Der Uhrzeiger dieser Höllen­maschine hatte sich festgehakt. Hierdurch wurde die Explosion verhindert. Der Bevölkerung hat sich > eine große Erregung bemächtigt. Personen sind nicht verletzt worden. Der Regierungspräsident von Lüneburg hat für die Aufklärung der Spreng­stoffattentate und die Ergreifung der Täter 1000 Mark Belohnung ausgesetzt.

Roch ein Bombenanschlag in Lüneburg

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Lüneburg. 1. Aug. Außer dem Bombenanschlag , --, auf das Hous eines Rechtsanwalts Dr. Strauß ist Rügen noch ein zweiter Anschlag, und zwar auf die hiè- ' '""" sige Landeskrankenkasse, verübt worden. Hier mar die Bombe mit einer auf %1 Uhr gestellten Uhr versehen und ebenfalls im Keller niedergeleast Glücklicherweise kam jedoch infolge Versagens W Zünders die Bombe nicht zur Explosion. BeoM der Kriminalpolizei aus Harburg-Wilhelmsbü«^. ,. weilen bereits am Tatort. ^H.-W

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Die Suche nach Dr. Bombe. HW

Rheinsberg, 1. Aug. Auch heute früh hat st EK" Kriminätkommistnr"BusdR-f'w-,fderuIW berg aus auf den Weg gemacht, um gemeinjar ^> Waldarbeitern und Pfadfindern die letzte S> des Weges von Adamswalde nach Neu-Glo abzusuchen. Bis mittags lag kein positives Ergc vor. Gestern hat die Berliner Mordkommis in der Wohnung des Landgerichtsdirektors h Schöneberg Nachforschungen angestellt, um «k:i

vielleicht in den Briefschaften oder Aufzeichnun « 4 des Vermißten irgendwelche Anhaltspunkte für jp mysteriöses Verschwinden zu finden. Aus den AG Zeichnungen und Briefschaften Dr. Bombes geht | aber in keiner Weise hervor, daß er etwa mit her - Absicht eines Selbstmordes seine Reise angetreten haben könnte.

Die Hastbeschwerde der Frau Neumann wf» warfen

Derlau, 1. Aug. In der Mordsache Rosen hat die Strafkammer gestern die Haftbefchwerde der Angeschuldigten Neumann verworfen, weil dringen­der Tat- und Fluchtverdacht nach wie vor bestehe.

Verhaftung eines Münchner Pfarre« ,

München, 1. Aug. Seit Wochen hat das hiesige Kommunistenblatt Anschuldigungen gegen den Stadtpfarrer Wackerl in München-GiesiNg erhoben, der kurz vorher dadurch von sich reden machte, daß er das Vorgehen gegen einen Buchhändler wegen Auslegens anstößiger Bücher veranlaßte. Jetzt wird bekannt, daß hie kirchliche Behörde den Geistlichen seines Amtes enthoben und ihn in ein Priester- korrektionshaus eingewiesen hat, daß er aber dort auf Anordnung der Staatsanwaltschaft verhaftet und ins Untersuchungsgefängnis eingeliefert wor­den ist. Es wird ihm zur Last gelegt, Gelder im Betrag von etwa 80 000 Mark unterschlagen und den Rechnungsabschluß eines vom Vinzenziusver- ein geführten Henns gefälscht zu haben.

Eine Auslandsreise Ulih?

Kallowitz, 1. Aug. Trotzdem gegen das Urteil im Ulitz-Prozeß Berufung eingelegt ist, hat bt« Staatsanwaltschaft Ulitz die Erlaubnis erteilt, zuw Zweck einer Badekur eine Reise ins Ausland ZU unternehmen.

Großfeuer im Hafen von Neapel

Rom, 1. Aug. Die Blätter berichten von einem großen Brand, der im Freihafen von Neapel gestern nacht ausgebrochen ist. Der Brand brach in großen Lagerräumen aus, in denen, wie verlautet, größere Mengen Paraffin, wahrscheinlich mich Teer uns Benzin aufgestapelt -waren. Der Scha>dsn wird aul anderthalb Millivnen Lire geschätzt. Die ür* sache des Feuers konnte noch nicht feftgefteUt wer­den; man nimmt an, daß es sich um Kurzschluß handelte. Mit großer Mühe konnte die Feuerwed den Brand auf seinen Herd beschränken. Ein tlr-, Better und ein Feuerwehrmann erlitten Rauchver­giftungen.

Einsturz eines Baugerüst«

Berlin, 2. Aug. In der Pappelstraße zu Berns- dars, einem südlichen Vororte von Chemnitz, wuroe ein zehn Meter hohes Baugerüst von einem ^^^^ stoß umgefegt. Drei Arbeiter wurden von den cherabstürzenden Balken getroffen. Einer von ihnen war sofort tot; der zweite hat lebensgefährliche, der dritte leichtere Verletzung«» erlitten.