Nr. 176
Dienstag den 30. Juli 1929
Seite 7
MÂMBEl »NB
vobtscbimt
FvanSfuvtev Börse
Frankfurt a. M., 29. Juli. Tendenz: schwä-
Nach der zweitägigen Unterbrechung des Lör- ienaeschäftes mar die Unternehmungslust wieder Oberst gering. Doch sah anfangs die Tendenz nicht unfreundlich aus, da die Kabinsitsgründung in Frankreich eher günstig beurteilt wurde. Nur be- lürchtet man ein erneutes Hinausschieben der auf den 6. August festgesetzten Verhandlungen der Re- aierungen. Zum offiziellen Beginn machte sich aber plötzlich eine merkliche Abschwächung bemerkbar. Vereinzelte nachteilige Momente traten jetzt stärker hervor. So mahnten vor allem die neuen großen Gèlüabfliisse der Bank von England, die schwache Newyorker Börse vom Samstag und der Rückgang der Ruhrkohlenförderung zur Zurückhaltung. Aber auch die Rede Snowdens im Unterhause stimmte luftlos. Das Geschäft beschränkte sich daher in engstem Rahmen. Die Beteilligung außenstehender Kreise mar wieder gering, und die Spekulation schritt, da auch infolge des bevorstehenden Zahltages Geld gesuchter war, zu Abgaben. Gegenüber den Schlußkursen vom Freitag traten durchschnittlich ..... " von 1 bis zu 2 Prozent ein. Stärker
LNanttbelmev Vvoduktenbövfe
X Mannheim, 29. Juli. Die Forderungen des Auslandes sind zwar evhöht, doch vevkehvte di« Börse in ruhiger thaltung mangels Konfumnach- fvags. Im nichtoffiziellen Verkehr nannte man gegen 12% Uhr in RM pro 100 Kilo waggonfrei Miannheim: Weizen hierländisch mit 28%, ausländisch mit 29 A—33; Roggen hierländisch 22% bis 23, ausländisch mit 26; Hafer inländisch 23% bis 24, ausländisch 23%—24%; Futtergerst« mit 21—22; Mais m. S. 22%; südd. Weizenmehl Spezial Null mit 42, südd. Weizenauszugsmehl mit 46; südd. W«izenbrotm«hl mit 34; südd, Roggenmehl mit 30%—34%, Kleie mit 11—11%, Biertreber m. S. mit 18—19%.*
Rückgänge ) angeboten ; minus 3% I Sonst lag f eröffneten ) markt war
waren am Elektromarkt Siemens mit Prozent. AEG. büßten % Prozent ein. dieser Markt verödet. I. G. Farben 1% Prozent schwächer. Am Montan-
ebenfalls sie Geschäftstätigkeit minimal, i Phönix verloren 2 Prozent und Der. Stahlwerk« 12% Prozent. Am Kalimarkt waren Salzdetfurth I mit minus 4 Prozent stark angeboten, die nicht
I mehr so günstigen Absatzzisfern verstimmten. Gut I behauptet lagen Adlerwerke und Metallgesellschaft. I Einiges Interesse bestand von internationalen Wer- i ten für Montecatim. — Renten still.
Im Verlaufe bestand weiter größere Geschäfts- > unlust; die Kurse gaben durchweg erneut bis zu [1 Prozent nach.
Am Geldmarkt war Tagesgeld 8% Prozent.
Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.1940, gegen Pfunde 20 363. London-Kabel 4.8540, Paris 123.76, Mailand 92.76, Madrid
;33.25, Holland 12.09%.
Die Abendbörse war geschäftslos. Farbenindustrie 225 Prozent. Im freien Markte nannte man: Am. Enka 42% G., Am. Bemberg 62% G., Am. Glanzstoff 44—45 Doll, pro shar«. Besondere Bewegungen und Vorgänge: Der Einheitsmarkt der Industriewerte, der weiter stark vernachlässigt ist, war schwach. Schöfferhof büßten 6 Proz. ein (294), Zellstoff Memel n. P. 4 Proz. (141), und einige Werte ca. 1 Proz. Für Münchener Lichtspielkunst ilmelka kam heute mit 67 Proz. wieder eine Notiz Äitftanbe, gegenüber dem schon einige Zeit zurück- i liegenden letzten Kurs von 75 Prozent. Erneut am f geboten waren Voltohm, der kleine angebotene Beitrag wurde nicht ausgenommen. Taxe ca. 53 (57) ltzwzent. Moenus Maschinen wurden mit 30 (33) .niedriger taxiert. Höher waren n. P. Stroh- »ry Ä. Dresden 199 (193)/ ferner Hilpert 101 % (98)
Ämfterdamev Diamantmarkt
Wochenbericht unseres Sonderberichterstatters)
Amsterdam, 27. Juli. Es ging wieder wendiger lebhaft zu. Sogar Fantzafle wurde wsudgsr als während der letzten Woche begehrt. Baguettes ab 10 per Karat und größer, kleine Magife und Em«- rauden waren unterzubringen; von weiterer Steige- lvung der Preise war aber keine Rede mehr. Rosen lagen sehr still. Odinäre Melees waren schwierig zu verkaufen. Auch am Rahmarkt herrschte Stille/
Antwerpen, den 27. Juli. Trotz der großen Zahl ^ausländischer Interessenten war der Umsatz gering. Der rUsstsch-chinesische Konflikt wirkte hemmend auf die Kauflust. Mehrere Preise bröckelten etwas ab; nur blauwsiße Baguettes prima Qualität waren bequem unterzubringen, obwohl auch für diesen Artikel am leichter Prsisrückfall zu boabachtem war. Auch EmerauÄsn stellten sich etwas nlödrigor. In runden Artikeln ging wenig um. Melee, Ach-tkant und Kleinbvillant lagen flau. Die Lage am Rohmarkt list wenig geändert. Für Famitafie geeignetes Material lag sehr fest. Spaltzel wurde ständig gehandelt. Common Goods tendierten gleichfalls fest, obwohl Käufer große Zurückhaltung zeigten.
Aus Süd-Afrika wird gemeldet, daß Cape- artikel z. Zt. schwierig zu verkaufen sind. Die Namaqualond-Diamanten haben noch immer ihren Einfluß, obwohl dieses Material teurer als früher offeriert wird. Die Elisabethfelder sind als öffent- Musbeutmugsgäet proklamiert; sie enthalten 20 000 Claimes, wovon bereits 6000 gewährt worden
finit).
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X Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 24. 3uli 1929. Die auf den Stichtag des 24. Juli berechnete amtliche . Großhandels!Indexziffer des Statistischen Reichsamtes tft mit 137,6 gegenüber der Vorwoche (138,2) um 0.4 v. H. zurückgegangen. Von den Haupdgvuippen hat die Indexziffer für Agrarstoffe um 1.4 v. H. aulf 131,5 (133,3) und die Indexziffer für Kolonialwaren um 0.4 v. H. auf 129,1 (129,6) nachgegeben. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist um 0,2 v. H.
auf 131,5 (131,3) leicht gestiegen, während diejenige für industrielle Fertigwaren mit 157,3 gegenüber der Vorwoche unverändert geblieben ist.
X Mitteldeutsche Häuteauktton. Am 31. Juli kommt in Kassel das Hessische Gesälle zum Ausgebot, und zwar 29 500 Kalbfelle, 150 Fresserfelle, 22 600 Großviehhäute, 400 Roßhäute, 8900 Schaffelle.
X Preußische Staaisfinanzen. Vom April bis Juni betrugen im ordentlichen Haushalt die Einnahmen 510,6 und die Ausgaben 517,8 Mill. RM. Mithin ergibt sich eine Mehrausgabe von 7,2 Mill. RM. Die Einnahmen im außerordentlichen Haushalt betrugen 12,5 und die Ausgaben 21,8 Mill. RM. Mithin ergeben sich Mehrausgaben von 9,3 Mill. RM. Es bleibt ein Bestand von 181,0 Mill. RM. Die schwebende Schuld Ende Juni 1929 betrug 78,6 Mill. RM.
' X Bayerische Aktien-Bierbrauerei, Aschaffenburg. Di« Verwaltung beantragt ein« Kapitalerhöhung von 1,5 auf 2 Mill. RM. Die jungen Aktien sollen für das laufende Jahr voll dividendeberechtigt sein und den bisherigen Aktionären 3:1 zu 110 Prozent angeboten werden. Gleichzeitig soll die Stückelung im Sinne der Durchführungsverordnung geändert werden .dergestalt, daß vier Aktien â 150 RM litt drei Aktien â 200 RM umgeftellt werden.
X Steigende Genossenschafts-Einlagen. Im April sind die reinen Spareinlagen von 1108 (1106), also dem überwiegenden Teil der städtischen Genossenschaftsbanken, von 872 auf 908 Mill. RM gestiegen. Die Geschäftsgelder betragen 1224 gegenüber 1103 Mill. RM Ende Februar. Von den Spareinlagen entfallen auf die Kündigungsgelder 742 (711) Mill. RM und auf die täglich fälligen Spareinlagen 165 (161) Mill. RM. Mithin liegt eine stärkere Steigerung 8«r Kündigungseinlagen vor. Auf den Durchschnitt berechnet, entfallen auf eine Genossenschaft 1 105 000 (1071 500).
X Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft A.G., Darmstadt. Die Stadtoerordnetenfitzung von Essen beschloß, den im Jahre 1938 ablaufenden Kon- zesfiomsvertrag her Stadt mit der Süddeutschen um weiter« 20 Jahre zu verlängern. Die Berilängerung der Konzession ist, wie mihgeteW wurde, schon jetzt mobwendig, weil tre Süddeutsche eine größere Aus- laudsan'leihe aufnehmen will, deren Ziusmdivnft mrr sichergestellt ist, wenn er sich auf eine mehrere Jahrzehnte umfassende Vertragsdauer stützen kann. Das an der Süddeutschen beteiligte RWE. wird dieser bei der Ausländsanleihe behWich fein.
X 3. G. Farbenindustri« A.-G., Frankfurt a. TR. Bei dem Höchster Werk kommen nach Bereiubarung mit den in Frage kommenden Instanzen (Betriebsrat und Regierung) in den nächsten Wochen etwa 500 Mann zur Entlassung. Dias« Maßnahme ist durch di« im Laufe des letzten Jahres erfolgte Um- stellmxg im Werk bedingt. Die Entlassungen erfolgen stufenweise mit je 50 Mann wöchentlich. Die ersten 50 Mann wurden arm letzten Samstag entlassen. Wie die Direktion des Wsrkes auf Anfrage
mitterlt, wird es bei ömseßender Besserung der Wirtschaftslage voraussichtlich >bsi wbitsm nicht erforderlich sein, alle 500 Entlassungen vorzunehmen.
X Ermäßigung der Stahlexportpreise. Der Stahlwerksverband hat seine Notierungen für die Hauptprodukte Stabeisen und Träger abermals ermäßigt' Stabeisen notierte pro Tonne fob Seehäfen 5,14,0 Lstr. gegen 5,15,0 Lstr. in der Vorwoche und Träger 5,4,0 bis 5,5,0 Lstr. gegen 5,4,6 bis 5,5,6 Lstr. Die Exportpreise für Bleche bleiben dagegen unverändert. Das deutsche Angebot t|t relativ zu schwach, weil die Preise interesselos sind.
Berliner Metallmarkt. (Vom 29. JuU)
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Mai . . .
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Novbr.. .
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Dezbr. . .
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(Mk.
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Elektrolyt
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Rohzink (Frewerk.)
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Ungeschm. Zink
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Aluminium
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Barren
• •
194,-
Nickel. .
350.-
Antimon Ra. -
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Silber 900 f. 1 kg . .
• •
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Frankfurter Getreidebörse vom 29. Juli (Amtlich).
Je 100 kg ui Goldmark:
Weizen 1. Qualität
Roggen (inländisch.), fester. . . Sommergerste für Brauzwecke . Hafer (inländischer! . . . . . Mais (gelb)........ Weizenmehl (südd. Spezial) . .
(Niederrhein. Spezial)
Roggenmehl, fester . . . . .
Weizenkleie . . . . . . . .
Roggenkleis . . . . . .
27.50 Gm
22.25 ,
23.00 .
23 00 ,
22.50 .
42.25 .
42.25 ,
30,50-31.75 ,
11.-
12.50
Erbsen, je nach Qual., f. Speisezw. 33.00 - 50 00
Linsen do. 40.00-110.00
Heu, südd., gut, gei. trotten . . Weizen- u. Roggenstr., drahtgepr. gebündelt Terber, getrocknet......
Tendenz: ruhig
10.50
5.00
4.50
18.00-19,00
Frankfurie ursbericht (29. Juli)
Amtliche EinüeitSkurse
Berlin—Frankfurt a. M. (Vom 29. Juli
» IN den letzten Tagen gefragten Klein Schanz- ■01% (96%) Proz. Am Rentenmarkt waren Mroz. 1874er Nordwestbahn Exekutionsftückc (2.55) Proz. etwas höher gesucht. Ohne Mhme von Stadtanleihen blieben 8proz. Main- 'v. 1926 und 10proz. Mannheimer v. 1925.
Schutzgebiete . . . . 6 Ojo Reichsanleihe v. 1927 Abiöfungsfchuld o. A. .
do.
m. 91.
-â'L,
<Mtatbtt>febm<wei
, Frankfurt a. 2N., 29. Juli. Auftrieb: 832 Rinder Darunter 145 Ochsen, 58 Bullen, 432 Kühe, 186 Pich«), 440 Kälber, 42 Schafe, 2780 Schweine. Marktvcrlauf: In allen Viehgattungen reges ®e= “lüft, geräumt. Preise für 1 Zentner Lebendgewicht: Ochsen al) 62—65, 2) 56—61, b) 50—55; Lullen a) 55-59, b) 50—54; Kühe a) 51—54, b)
—50, 38—44; Färsen a) 62—66, b) 56-61, c) 50 ™ 55; Kälber b) 7 6—80, c) 70—75, d) 65—69; Schweine b) 93—95, c) 93—95, ü) 9.3—95) 90—93. KPchgroßmarkt a) Frisches Fleisch: Ochsen- und
eisch 1 95—105, da. 2 85—95, Bullensleisch 88 ''»94, Kuhfleisch 2 50—65, da. 3 40—50; Kalb. »2 100—115; Schweinefleisch 1 110—115; b) .chnesieisch: Rindfleisch, Vorderviertel zollfrei 56, interniertet zollfrei 65 RM. Geschäftsgang des neifchgroßmarktes: lebhaft.
8% Pr. Centr. ° Bod.»
Psandbr. 23 . . . . 8% Pr. Centr.-Komm.-
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do. II..... Bagdad I......
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Metallbank ..... MitteldeutscheCreditbank Reichsbank ..... Oesterr. Creditanstalt . Westbank ...... Hapag . . . . .
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87.25
9.65
51.10
97.50
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7.75
7.75
7.85
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