Nr. 175
Montag den 29. Juli 1929
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Art skandalöse Mißbrauch der amerikanischen Ehe- aesehe. — heiraten in zwei Minuten. — Schnellste , Eheschließung in 57 Städten. — Schlepper zum Standesamt.
Wie und in welchem Ausmaß in den Vereinigten Staaten die Gesetze über die Eheschließung miß- । h^M werden, läßt eine Umfrage erkennen, di« | Mchmond und Hall mit Hilfe eines Stabes ge= I übler Mitarbeiter in 96 Städten und 30 Staaten I 6er Unten gestellt haben. Erschreckliche Einzelheiten . fjtib dabei ans Tageslicht gekommen. Alle diese i Metze stammen aus der Wildwestzeit und so sehen I «c in der Praxis auch aus. Besonders schlimm ist । e5 hei den Kinderheiraten, wenn die Frau sechzehn l gehre oder noch jünger ist. 700 000 Eheleute sind i in den Vereinigten Staaten entweder selbst te jung f verheiratet oder Partner einer so jungen Person. ; Ja 11 Staaten dürfen sogar schon Zwölfjährig« f heiraten. Katastrophen können da nicht Esbleiben, i wenn die Frau an ihrer Gesundheit Schaden I leidet, wenn es an den nötigen Mitteln f»hlt, oder [ MM der Mann zu alt ist. Eine so blutjunge Frau E heiratete — mit der Einwilligung ihrer Eltern! — I brachte ein Kind zur Welt, das ganze zwei Pfund j wog und bald darauf starb, worauf der Mann die I Frau sofort verließ. Auf dem Hoiratsmarkt von I JMm wurde eine Elfjährige im wahrsten Sinne - des Wortes an den Mann gebracht. Die Ehe dauert« l natürlich nicht lange. Es gibt Eltern, di« Vierzehn - I jährige mit Gewalt zur Heirat zwingen. Der Vater i eines 15jährigen Mädchens und eine Neunund- ; pierzigjähriger wurden auf 30 Tage sing «sperrt, weil sie für 100 Dollars ein Hsiratsgsschäft hatten
I abschliehen wollen.
Zur Erlangung einer Heiratserlaubnis braucht man nur 15 Minuten. Es braucht nur der Verlobte I zu erscheinen; manchmal tut es auch ein schriftliches I Gesuch. Die Ausstellung eines Passes ist mit i größeren Mühen verbunden. Da die Sdandcsbe- s amten völlig von der Gunst der Wähler abhängen, I erleichtern sie, um sich recht beliebt zu machen, die I Formalitäten und machen daraus ein Nebsngefchäst. ! Sie geben gelegentlich sogar leere Vordrucke zum I Seibstausfüllen und kontrollieren keine Altersan- I gäbe auf ihre Richtigkeit, selbst wenn dringender l Verdacht vorliegt. Kaliforniens bekanntester Blaubart gestand, er habe von seinen 21 Frauen allein vier in der Stadt Dacoma geheiratet und gleichzeitig mit ihnen gelebt. Es fehlt natürlich nicht an Standesbeamten, die es ernster mit ihren Vorschriften nehmen.
57 Städte der Vereinigten Staaten haben die „Schnellheirat ohne lästige Fragen zu einer Spezialität ausgbildet." „Heiraten in zwei Minuten" verspricht ein Bureau, ein anderes inseriert in den Slraßenbohnwagen, ein drittes benutzt Rsklame- lüschbläter mit dem Taxi:
Wenn sie nach X kommen, versäumen sie nicht, die Heiratsbüros in der Hauptstraße zu besuchen! Sie sind dort zu jeder Zeit willkommen! Besichtigen Sie das berühmte Hufeisen und die Glocke, unter denen schon lOOOO Paare getraut worden sind! Versäumen sie nicht dies« einzigartige Gelegenheit!
Kommen solche Paar« in die Stadt, so werden sie gleich nm Bahnhof von Chauffeuren oder anderen 1 Schleppern in die richtige Schmiede geführt. Die 6 vwMstoimmer einer Stadt mit Heiratsmarkt R . Hk sogar für die Dortsite einer Heirat in ihren
Aum vStserhafien ÄevWwrnden d. LaudsevrchisdrvMovs Vombe
Das Fontane-Haus in Mu-Globfow, wo Bombe zuletzt gesehen wurde. Links: Landgerichtsdirektor Bombe. Rechts: Sein zurllckgelaffener Koffer.
kunsthistorische Forschung: III". 19.20 bis 19.40: „Kunstgeschichten", Vortrag. 19.40—20.05: Englische Literaturproben. 20.05—20.15 Englischer Sprachunterricht. 20.15: Nach Stuttgart, Köln: Rundfunk- Kompositionen des Baden-Badener Musikseftes. 22.30: Von Stuttgart Loewe-Balladen.
Dienstag, den 30. Juli.
6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 13.30: Schallplattenkonzert: Aus Opern. 15.15—15.45: Stunde der Jugend. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.15—18: Nach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18—18.30: Lesestunde. 18.30—18.45: Von Kassel: Vortrag. 18.45 ‘Ms 19.15: Von Kassel: „Dichter, grauen und Kinder in Rußland". 19.15—19.35: „Die deutsche Rundfunkpresse". 19.35—19.55: Esperanto-Unterricht. Ab 20.15: „Drei Alltagskomödien" von Georg Courte- Nne. Anschließend: Klavierkonzert.
Nevekne. Ssviammlunse«.
Turngemeinde 1837 Hanau. Heut« abend 9 Uhr Turnausschußsitzung.
Turn- u. Sportvereinigung 1860 e. V. (IBanber- abteilung). Ginzeichnungsliste zur Wolfsschluchtwanderung am 4. August 1929 liegt bis zum 1. Aug. im Deutschen Schützen auf. Fahrpreis für Erwachsene 4.40 RM, Jugendliche 3.30 RM. Abfahrt 5.50 Uhr Hanau-Haupt.
Gesangverein Fröhlichkeit. Morgen abend Zusammenkunft im Goldenen Herz.
âchtdevKessvbevHWsstttts aus eMssr amevikaer. GLadi
Aus Angst vor einer Maffenlynchung
Wie aus Newyork gemeldet wird, ist die ganze Negerbevölkerung der Stadt North Platta im nord- amerikanischen Unionstaat Nebraska vor der weißen Bevölkerung geflüchtet, weil sie befürchten mußte, daß diese ein Massaker unter den schwarzen Stadtgenossen anrichten werde. Gin Neger hatte bei seiner Verhaftung, die wegen eines Diebstahls erfolgte, einen Polizisten erschossen. Darauf rottete sich die weiße Bevölkerung zusammen und machte Miene, das Gefängnis zu stürmen, wo der Polizistenmörder untergebracht war, um diesen zu lynchen. Da die lokale Polizeimacht sich zu schwach fühlte, den Häftling zu schützen, ließ sie ihn einfach laufen. Darüber gerieten die Weißen von North Platta erst, recht in Wut. Es traten Agitatoren auf, welche die Leute aufhetzten, ins Stadtviertel der Schwarzen zu ziehen und alle Farbigen umzubringen. Die Haltung der Weißen wurde so bedrohlich, daß die gesamte Neger- bevölkerung es Vorzug, nachts eiligst die Stadt Ml verlassen. Am nächsten Morgen drangen die Weißen in die Häuser der Schwarzen, räumten deren armseliges Movilar auf die Straße und versteiger-
Moderne Regenmacher.
Ein eigenartiger Versuch, auf künstliche Weise Regen zu erzeugen, ist unlängst in Hongkong vorgenommen worden. Um der anhaltenden Trockenheit und Dürre, von der gegenwärtig dieses Gebiet heim- gesucht ist, ein Ende zu bereiten, stieg eine Anzahl englischer Militärflugzeuge beim Herannahen einer Wolkenbank auf, durchbrach diese und streute dann von oben über 100 Pfund pulverisiertes Deotim auf die Wolken hinab. Wie man bisher annahm, sollte durch diese Bestreuung eine stärkere Kondensation infolge der abkühlenden Wirkung des Deolins auf die Wolken bewirkt und dadurch ein Regenfall her- bsigeführt werden. Leider versagte aber in der Praxis die Wirkung des Deolin, so daß die herrschende Wassernot nicht durch diese modernen Regenmacher behoben werden konnte.
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(Vorbericht)
Frankfurt a. 2TI., 29. Juli. Auftrieb 832 Rinder, darunter 145 Ochsen, 58 Bullen, 432 Kühe, 186 Färsen; ferner 420 Kälber, 42 Schafe, 2780 Schweine. Preise: Ochsen al) 61—64, a2) 56—60, b) 50—55, Süllen a) 56—60, b) 51—55, Kühe a) 50—54, b) 43—48, c) 37—43, d) 26—36. Färsen: a) 61—64, b) 56—60, c) 51—55. Kälber: b) 76—80, 71—75, d) 60—70. Schweine: a) 90—93, b) 91—94, 91—94, d) 91—94, e) 89—92. Marktverlauf: Schweine flott, ausoerkauft; Kälber, Schafe und Rinder lebhaft, geräumt.
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Montag, den 29. 3uli.
6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 12.30: Schallplattenkonzert: Die Kleinkunstbühne, 15.15—15.45: Stunde der Jugend. 16.15—18: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.40—19: Vortrag. 19—19.20:
Amtliche Nekarmtmachunseu.
Es ist beabsichtigt die Wegeparzelle. Nr. 101, Kartenblatt 15 vom Ausgang auf den Landweg Nr. 19 in einer Länge von 59 Meter bis zur Grundstücksgrenze des Landwirts Konrad Bender 9. ein- zuziehen.
Dieses Vorhaben wird gemäß § 57 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 mit der Aufforderung bekannt gemacht,' Einsprüche hiergegen innerhalb 4 Wochen zur Vermeidung des Ausschlusses bei der unterzeichneten Wegepolizeibohörde anzubringen.
Hüttengssäß, den 29. Juli 1929
Die Wegcpolizeibehörde.
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Für die Reise
»Ich war am ganzen Leibe mit steckten
behaftet, welche mich durch das ewige Jucken Tag und Nacht peinigten. Nach dem Lesen Ihrer Drucksache war mein erster Weg zur Apotheke, natürlich nur in dem Ecdankèu, eine Mark zu verschenken; aber es kam anders. Nach einer Einreibung von kaum 14 Tagen mit „Fucker'a Pntont»Medizina!-8eifs" waren meine Flechte» OTllftänMg verschwunden. Deshalb lasse ich es mir nicht nehmen, Ihnen 1000 mal Dank zu sagen, denn „Fucker's Patcnt-Medlrinal-Scise" ist nicht Mk. I.üv, sondern Mk. Hundert wert. G. Mastling." b Etck. 60 Pfg. Ö5%ig), Nik. 1.- (25%ig) u. Mk. 1.50 (35 %ig, stärkste Form). Dazu „Fuckooh-kreme" (è 35, 50, 75 und 100 Pfg.) In allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien erhältlich.
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-In der Nacht vom 26. Juli entschlief nach kurzer Krankheit unser lieber Bruder und Schwager
August Schaffrath
im 55. Lobensjahre.
Hanau-K., Juli 1929.
Sie ftouernäen ZinlerMebeoen
Elise Schaffrath
Marie Lautenschläger, geb. Schaffrath Lugen Lautenschläger Liesel Elsässer.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 30. Juli, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Kesselstädter Friedhofes aus statt.
Sportklub „Eiche 01“ Kanau
Allen Mitgliedern die traurige Nachricht, daß am Freitag, 26. Juli 1929, unser unvergeßlicher Sport Kollege und Wohltäter
Ehrenmitglied
August Schaffrath
sanft entschlafen ist. Der Verstorbene hat zu Lebzeiten hem Sportklub Eiche 01 unvergleichliche Dienste geleistet. Mit allen Fasern seines Herzens hat er sich in den Dienst unserer edlen Sache gestellt.
Sein Name lebt in unseren Reihen fort.
(fcljte feinem Andenken.
Der Vorstand.
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Gestern abend hat der himmlische Vater unsere geliebte, nimmermüde Mutter
Auguste Döll geb. Vaupel
Wwe. des Gewerbeoberlehres Eduard Döll
nach schwerem Leiden, das sie mit großer Geduld trug im 62. Lebensjahre sanft heimgerufen.
Seligenthal b. Schmalkalden den 26. Juli 1929
Erich Döll, Pfarrer
Irmhilt Döll geb. Israël
Die Beerdigung findet am 30. Juli um 11 Uhr in Hanau von der Friedhofskapelle aus statt. Etwaige Blumenspenden bittet man bei Beerdigungsanstalt Friedrich Biermann, Hanau Nördstr. 71, abzugeben
Konkursversahren.
Ueber das Vermöge» der Firma H. Schulz, Inh. Otto Schulz, Friscurgeschäfi in Hanau, Krämerstratze
ist heute am 25. Juli 1929, um 13 Uhr,
das Konkursverfahren eröffnet worden.
Der Rechtsanwalt Dr. Eberhard in Hanau ist zum Konkursverwalter ernannt.
Offener Arrest und Anzeigepflicht, sowie Termin zur Anmeldung bis zum 20. August 1929, erste Gläubtgerversammlung ant Mittwoch den 14. August 1929 um 9 Uhr Prüsunqsiermtn am Mittwoch den 28 August 1929 um 10 Uhr, vor dem Amtsgericht, Abt. 4 in Hanau, Stußallee 17, Zimmer 21
Hanau den 25. Juli 1929
Das Amtsgericht, Abt, 4
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