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Dienstag den 23. Iuli 1929

7kr. 170

der Kammer verursachen. Dessen Ausgang wird dann auch für das Schicksal des Kabinetts .Poincarè entscheidend sein.

Das Seüttben des Reichskanzlers

(Fortsetzung von Seite 1)

bauerte 20 Minuten. Gallensteine wurden nicht tumgefunben, vielmehr liegt lediglich eine Infektion der Gallenblase vor. Infolgedessen mar eine Be- »titigung der Gallenblase nicht erforderlich. Die Aerzte beschränken sich lediglich auf Oeffnung des Abszesses, um den Krankhecksstoffen einen Abfluß zu verschaffen.

Reichskanzler Hermann Müller

Die Wünsche des KelchsveSfidenien

Berlin, 22. Juli. Staatssekretär Meißner

hat

lautB. 3 " im Auftrage des Reichspräsidenten v. Hindenburg dem Kanzler telegraphisch die besten W ü n s ch e Hindenburgs für einen günsti­gen Verlauf der Krankheit und für eine möglichst baldige Genesung ausgesprochen.

Ebenso hat Reichswehrminister Gröner Namen des Kabinetts dem Kanzler

im d i e tele-

Wünsche der Reichsregierung graphisch übermittelt.

^ewbeefow übev bie Sevslechs- und SefifteSiuttsskornnüMott

London. 22. Iuli. In Beantwortung von An­fragen im Unterhaus«, ob England sich für oder «gen den frangotUthen Plan der Festitellungs- und Vergleichskommisfion im Rheinland festgelegk habe, antwortete Henderson, Großbritannien sei ebenso wie Frankreich, Deutschland, Italien und Iopan durch die im letzten September in Genf gefaßten Beschlüsse an den Grundsatz der Einsetzung dieser Kommission gebunden. Die Zusammensetzung, die Ziele und bie Dauer der Kommission sollen noch Gegenstand be­sonderer Verhandlungen fein. In diesen Punkten seien di« Regierungen nicht gebunden und hätten auch nicht die Absicht, sich zu binden, bis die Kon­ferenz zusammengelrelen sei. Wenn in einer der An­fragen angedeutèt wurde, daß es sich um eine inferat fierten Kontrollkommission handele, so fei dies ein Irrtum, da Deutschland in ihr mit den gleichen Rechten vertreten sein soll, wie die anderen Mächte. Das Mitglied der Arbeiterpartei Wedgwood fragte, ob der Staats­sekretär des Aeutzeren damit andeuten wolle, daß, England genau so wie Deutschland an die Kommission gebunden sei. Stehe cs nun angesichts der Tatsache, daß die deutsche Regierung jetzt offen­bar ihre Ansicht in dieser Frage geändert habe, der britischen Regierung genau so frei, wie der deutschen, ihre Ansicht zu ändern? Henderson ant­wortete. er wisse nichts von einer Meinungsände­rung. Auf die Frage Wedgwoods ob Henderson nichts von den Ausführungen Stresemanns in der letzten Woche wisse, erfolgte keine Antwort. In Beant­wortung der Frage, ob seit Sep^mber verhond- langen über bie angebeuteten Einzelheiten statt­gefunden hätten, erklärte Henderson, davon sei ihm nichts bekannt.

® n Schritt Briands beim Völkerbund

Die Sepfemb*rtagung soll verschoben werden.

Paris, 22. Juli. Nach einer Genfer Meldung desNew Dort Herold" soll das französische Au­ßenamt bei dem Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, einen Schritt unternommen haben, um sich darüber zu informieren, ob aus­nahmsweise eine Verschiebung der für den Monat September angesetzten Vollversammlung des Völ­kerbundes oorgenommen werden könnte. Das fran­zösische Außenomt-handelte, wie das B'att hervor- hebk, auf den besonderen Wunsch Briands, dessen Ansicht es fei, daß die langwierigen Verhandlun­gen der internationalen Konferenz bis in die Sep­tembertage hinein dauern könnten. Außerdem sei es nach Briands Ueberzeugung besser, wenn in der Vollversammlung des Völkerbundes das Ergebnis der internationalen Konferenz vorliegen würde. Die Anregung des französischen. Außenministers gehe dahin: Verschiebung der für den 5. August an ge­setzten Konferenz auf den 4. September und Be­ginn der Vollversammlung des Völkerbundes am 4. Oktober.

Ueber die Antwort Sir Eric Drummonds teilt New Hork Herold" mit, daß der Generalsekretär versprachen habe, die Angelegenheit sofort zu prü. fen. Gewisse Anzeichen liegen vor, so schreibt das Blatt, daß Mittel und Wege gefunden werden könnten, um den Vorschlag der französischen Diplo­matie zu berücksichtigen.

Bee ««tt-vror-S

Berlin, 23. Juli. Heute beginnt in Kattowitz der Prozeß gegen den bekannten Führer der deutschen Minderheit Ostobcrschlesiens Ulitz. Die ganze Vorge-

Bee ««MM-AtnesttEe

-tronsti«

Gitte weite Kote Ghinas an -Moskau

Nanking, 22. Iuli. wie verlautet, hat das Ministerium des Auswärtigen eine weitere Note an die Sowfelrcgicrunq abgefatibf. in der von neuem dem Wunsch der chinesischen Regierung Ausdruck verliehen wird, die Eisenbahnsrage in friedlichen Verhandlungen beizuleacn.

Das chinesische Außenministerium hat ferner gesonderte Noten an die Signatarmächte des Kel­logg-Paktes gesandt. in denen dargelegt wird, daß China zwar feine Rechte verteidigen wolle, aber nicht die Absicht habe, einen Krieg mit Rußland zu beginnen. In den Noten an die Signatarmâchle wird im besonderen daraus hingewirsen. daß es die Sowjetregierung sei, die die Offensive an der chine­sischen Grenze begonnen und dadurch den Geist des Kellogg-Paktes verletzt habe.

Washington, 22. Juli. Die chinesische Antwort wurde dem Staatssekretär Stimson durch den chine­sischen Gesandten übergeben. Dieser erklärte nach­her, daß China seine Verpflichtungen auf dem Kcllogg-Pakt vollkommen zu erfüllen beabsichtige, yerner erklärte er, daß Nanking versuche, in der yrage der ostchinesijchcn Eisenbahn direkte Bcr- janülungen mit Moskau aufzunehmen und zu die- 'cm Zwecks den chinesischen Gesandten in Finnland beordert hätte, zwecks Besprechung dieser Angele­genheit nach Moskau zu kommen, die unterbroche­nen Verbindungen hätten ihn jedoch bis jetzt daran gehindert, Moskau zu erreichen.

Gin Kundßcheeiben Dichians ^atttheks an feine

Generale und Goldaien

Peking, 22. Juli. Die Lage zwischen Rußland und China ist noch immer undurchsichtig. Die Be­richte, daß die russischen Truppen die mandschuri- ichcn Grenzstädte Mandschuli und PogvanÄschnafa besetzt haben, werden jetzt dsmentiovt. Ein Be­richt, wonach die Russen bei einem Angriff gegen Truppen des Generals Tfchang Hfü-linng am Samstag Gfftgafe verwendet hätten, i^ äußerst unwahrscheinlich und bedarf auf jeden Fall noch der Bestätigung.

General Dichiang Kai-fchek hat in einem Rund­schreiben an die Generale und Soldaten erklärt, » die Zentralregi-srung sich nicht demütigen las­en werde.Wir wünschen keinen Krieg gegen Rußland", erklärte Oschiang Kai-schek,aber wir müssen unser Recht verteidigen. Wenn mir uns in dem Kampf gegen den roten Imperialismus nicht einigen, so muß unser Land und unser Volk zu

schichte des Prozesses zeigt, daß es sich um eine

rung gegen das Deutschtum in Polen handelt. Auf abenteuerliche Art hat man versucht, gegen Ulitz Material herbeizuschaffen, sogar vor einem Ein­bruch in das deutsche Generalkonsulat in Kattowitz ist der polnische Nachrichtendienst nicht zurück- geschreckt. Die polnischen Behörden haben in den gestohlenen Akten nichts für Ulitz Belastendes ent­decken können, denn tatsächlich gibt es keinerlei Konspiration", an der Ulitz beteiligt wäre. Um Ulitz doch unschädlich zu machen, bedienen sich die polnischen Beörden eines ganz offensichtlich ge­fälschten Striststückes. Auf einem Bogen des Deutfch-Oberfchlefischen Volksbundes soll Ulitz für einen polnischen Deserteur eine Bescheinigung aus­gestellt haben, die ihm das Fortkommen in Deutsch­land erleichtern sollte.

DieseBescheinigung" ist so plump gefälscht, daß es für den polnischen Nachrichtendienst eigentlich eine blamable Sache ist. Die Bescheinigung« hat folgenden Wortlaut:Hiermit bestätigen mir, daß Herr Viktor Bialucha, geb. 903, ^Mitglied unseres Vereins ist. Er ist deutsch gesinnt und hier mili­tärpflichtig, und deswegen muß er nach Deutschland flüchten. der Vorstand, Ulitz". der pp. Bia­lucha soll also im Jahre 903 geboren sein. Damit haben sich schon die Fälscher als Nationalpolen ent­hüllt denn diese Abkürzungsweise ist ein Charak­teristikum der polnischen Sprache.

Der dsuftchstämmige Ulitz hätte fâstverstänidltch 1903 gesagt, und der hochgebildete Mtz hätte nie ein Schriftstück mit derartigen orthographischen und stilistischen Fehlern, wie sie in der Bescheinigung enthalten sind, unterschrieben. DieBescheinigung" trägt das Datum vom 15. Juni 1925, «damals aber wurden, wie der Bolksbund muhmeisen kann, nicht mehr die Kopfblätter verwandt, auf denen die Be­scheinigung geschrieben ist. Weiter ist lfestzuhalten, daß Eiotticha bereits am 11. Oktober 1924 in Neiße zugegogen ist, mithin konnte im Juni 1925 wohl nicht mehr gut bescheinigt werden, daß er nach Deutschland flüchtenmuß", sondern höch­stens, daß er flüchtenmußte". Zu allem kommt die psychologische Unmöglichkeit, daß ein verant­wortlicher Führer der Minderheit in dieser Form di« Hand zur Verletzung der Militärpflicht bietet.

Wäre es kein politischer Prozeß, elingeleitet in der Absicht, einen aufrechten deutschen Mann zu verderben, so müßte Ulitz selbstverständlich srei- gesprochM und der polnische Nachrichtendienst an den Pranger gestellt menben. So aber tut man gut, sich jeder Prognose zu enthalten und die ©ntroief» hing llb.zuwarien. Mit Wirkung vom 1. Januar d 3s. hat Pstsudski die Unabsetzbarkeit der pol- mii<hen Richter auf geh oben. Der polnische Justiz­minister kann richterliche Beamte nach freiem Er­messen aus andere Posten oder in den Ruhestand versehen. In Genf hat Zateski die Publizität des Gerichtsverfahrens zugesichert. Wenn sie wirklich gewährleistet wird, kann die öffentliche Meinung der Welt die Kattowitzer Richter kontrollieren und sich selbst ein Urteil bilden.

Gtinnes-VvoreA

Berlin, 22. Juli. Im Stinnes-Prozeß erhielt zu Beginn der heutigen Sitzung, nachdem Ober­staatsanwalt Dr. Dtuvin aus formellen Gründen erklärt hatte, daß er die Strafanträge voll aufrecht- i erhalte, Staatsanwaltschaftsrat Dr. Berliner das - Wort zu seiner Erwiderung. Was die Bemerkung

Grunde gehen. Die Sowjetregierung hat ihr Ulti­matum an China gerichtet in der Annahme, daß die Nankingregierung nicht in der Lage fein werde, sich zu verteidigen. Hierin aber hat sich Rußland getäuscht. Mögen sich alle Soldaten mit mir ver­einigen, um den roten Imperialismus zu bekämp- fen und den Abschluß unserer revolutionären Be­wegung zu erreichen, nämlich die endgültige Besei­tigung der ungleichen Verträge."

LAna stimmt dem amevw. GMedssevlthtsvovrMag zu

Die Antwort^der chinesischen Regierung auf die Anregung des Staatsiekretärs Stimfon, den chine­sisch-russischen Konflikt einem Schiedsgericht zu unterbreiten, ist hier eingetroffen. In dieser Ant­wort erklärt sich die chinesische Regierung bereit, den Streitfall einem Schiedsgericht zu übergeben.

Älslehttutts b. ÄsvmtttMnssvsVsZMasss dttvth bie ä-wäsiunwn

Moskau, 22. Iuli. Das Außenkommisfariat der Sowjetunion veröffentlicht das folgende ßom- muniqué:

Die französische Regierung hat der Sowjetregie­rung ihre Vermittlung zur friedlichen Beilegung des Konsliktes zwischen Sowjetrußland und China an- geboten. Der Vorschlag wurde von Briand dem Pariser Botschafter der Sowjetunion Dowgalewski gemacht und von dem französischen Botschafter in Moskau Hcrbelte in einer Unterredung mit Karachan dem stellvertretenden Kommisfar für auswärtige An­gelegenheiten, wiederholt, karachan gab im Romen der Sowjetregierung dem französischen Botschafter Herbette die folgende Antwort: Die Sowjetregierung weiß den Vorschlag des Ministers des Acußeren Frankreichs wohl zu würdigen. Die Sowjetregierung muß jedoch feststellen, daß dieser Vorschlag gegenstandslos ist, und zwar infolge der Weigerung der chinesischen Regie­rung, den von ihr verletzten Rechts- zuskând wiederherzustellen, was gemäß der Rote der Sowjetregierung vom 13. dieses Monats die unbedingte Voraussetzung einer fried­lichen Beilegung des Konfliktes ist. Was die Frage der Möglichkeit weiterer Verwicklungen betrifft, so muß die Sowjetregierung erklären, daß niemand mehr um die Erhaltung des Friedens besorgt ist als die Sowjetregierung, die mit allen Kräften den Frieden erstrebt. Es ist kein Grund vorhanden, daran zu zweifeln, daß die Sowjetunion eine Schuhwehr des Friedens war und bleibe^ wird.

Dr. Alsberg, für die Dauer des Sdiwnes-Prozesses ' ÄWW wordE am

lange, so habe Alsberg befrei nicht barauf hinge- miesen, daß viel von dem, was er hier den Beam­ten als Verstöße gegen die Strafp roze ßordn ung ndrwlrft, non angesehenen Kommentatoren der Stvafprozeßordnung als durchaus zuläfsig bezeich­net w-srde. Staiatsanwalffchaiftsvat Dr. ^Berliner wandte sich weiter dagegen, daß bei der Vorunter­suchung, wie Dr. Atsbèug . 6 chauptet halbe, mittel­alterliche 3nq ui fitton sm etij oben angewandt wur­den. Es liege ihm absolut fern, zu bestreiften, daß geringfügige Verstöße gegen die Strafprozeßord­nung vwrgekommen sein können. Entscheidend aber sei, daß bliese Meinem Verestöße ohne Einfluß auf die Wahrhc'itsfiindbung geblieben sind. Der Sta-ats- emmatt wandte sich dann im einzelnen den Aus­führungen: bezüglich des Angeklagten Stinnes zu. Im Laufe der Voruntersuchung und der Haupt- verhanidlung habe er nicht weniger als viermal mit den Angaben über den Zeitpunkt bes Eintretens seiner BösgläubigkM gewechselt. Das könne man bestimmt nicht zu seinen ©fünften auslegen. Der Staatsanwalt fetzte sich weiter noch mit einer Reihe non meisteren Bemerkungen Dr. Alsbergs aus- ein-andcr und wies sie mit näherer Begründung als unzutreffend, schief oder unrichtig zurück. Dann wandte er sich dem Plädoyer des Rechtsanwaftes Dr. Ehlert für den Angeklagten v. Watdozv zu.

Die Revision gegen das Todesurteil im Prozeß Dr. Richter.

Vonn, 22. Juli. Die bisher über die Revisions­gründe im Prozeß Dr. Richter verbreiteten Mel­dungen entsprechen nicht den Tatsachen. Erst am Freitag ist Dr. Richter das Todesurteil zugestellt worden, das 61 Schreibmajchinenseiten umfaßt. Jetzt erst ergibt sich für Dr. Richter die Möglich­keit, innerhalb einer Woche Revision gegen den Urteilspruch in Leipzig anzumelden. Die Höhe der Prozeßkosten steht noch nicht genau fest, dürfte aber ungefähr 25 000 Mark betragen. Dr. Richter befindet sich mit mehreren Untersuchungsgefangc- ncn in einer Gemeinschaftszelle.

Aufspürung von Mädchenhändlern.

Kattowitz, 21. Juni. Im Mai dieses Jahres ge­lang es der Kattowitzer Kriminalpolizei, einer gut organisierten Mädchenhändlerbandc auf die Spur zu kommen, welche auch Militärpflichtige zur Flucht nach dem Auslande, insbesondere nach Deutschland, verhalf. Damals gelang es, mehrere Mitglieder der Bande, darunter ihren Organisator, einen War­schauer Kaufmann Feldbaum, zu verhaften. Weitere Ermittlungen unter Mitwirkung der deutschen Kri­minalpolizeit führten nunmehr zu einem großen Schlag gegen die Mädchenhändlerbande. Es konn­ten 28 Mitglieder verhaftet werden, die so gut wie überführt sind Weitere Verhaftungen stehen noch bevor. Auf Grund des bei den Verhafteten Vor­gefundenen Materials gelang es, in Liegnitz und Dortmund Zwei Transporte von jungen Mädchen festzuhalten.

Mord und Selbstmord auf einem Dampfer im Bremer Hafen.

Bremen, 22. Juli. An Borid des im Freihafen II Gegenden' holla ndffchen DampfersGamma" er­schlug ein als Oberheizer angeheuerter Chinese im Streit einen auf dem gleichen Schiff tätigen Lands­

mann mit einem Beil. Nach dem Mond sprang der Täter ins Hafenbecken und ertrank.

Großseuer 33 Häuser zerstört.

Trient. 22. Juli. Ein heftiger Brand hat in der Ortschaft Vigo Rendena 33 Häuser mit allem Hausgerät zerstört. Ungefähr 400 Personen sind obdachlos geworden.

Schweres Bergwerksunglück in Malacca.

Singapore, 22. Juli. In einem Zinnbergwerk in Papan in der Provinz Perak erfolgte ein' Ein­sturz, durch den 23 chinesische Bergleute getötet wurden. Alle Bemühungen, die Verschütteten zu bergen, blieben erfolglos.

109 Personen infolge eines Brandes obdachlos

Innsbruck, 22 Juli. In Matsch im Winschgau in Südtirol brach ein Brand aus, dem infolge der grasten Trockenheit eine ganze Häuserreihe zum Opfer fiel. 18 Familien mit 109 Personen sind obdachlos. Der Gesamtschaden beträgt 1 Million Lire.

Eisenbahnunfall aus dem Düsseldorfer Hauptbahnhof

Elberfeld, 22. Juli. Bahnamtlich wird mitge­teilt: In der vergangenen Nacht gegen 12 Uhr fuhr im Bahnhof Düsseldorf-Hauptbahnhof der nach Köln fahrende Personenzug 268 dem nach Neuß ausfahrenden Zug 1846 in die Flanke. Hierbei ent­gleisten vom ersten Zuge die Vorspann,zuglokomo- tioe, der Postwagen, der Packwagen und zwei Personenwagen dritter Klasse. Acht Reisende er­litten Hautabschürfungen. Der Heizer des Zuges 1846 wurde durch eine Fußverstauchung leicht ver­letzt. Die Ursache des Unfalles ist nach den bis­herigen Erhebungen, die noch nicht abgeschlossen sind, anscheinend auf eine Störung der elektrischen Weiche zurückzuführen.

Drei Personen im Bodensee ertrunken.

Konstanz, 23. Juli. In der näheren Umgebung sind am Sonntag drei Personen im Bodensee « trunken. Bei dem Landungsmanöver eines Baden- seedampfers stürzte ein junger SchiffsKedienfteter in den See und konnte trotz sofortiger Hilfe nicht mehr gerettet werden. Im städtischen Schwimmbad ertrank ein Oberrealschüler aus Berlin, und am Klausenhorn ertrank ein junger Fabrikantensohn aus Rottweil.

Blitzschlag in einen Schasstall. 500 Schafe verbrannt.

Samtens auf Rügen, 22. Juli. Am Sonntag- nachmittag gingen über Vorpommern Gewitter nie­der, die sich besonders aus Rügen in ihrer ganzen Stärke entluden. Ein Blitzschlag entzündete auf den Rittergut Unrow des Rittmeisters a. D. Heidbor« den Schafstall, von wo die Flammen auf am Scheune übersprangen und auch diese in Brand setzten. Beide Gebäude brannten vollständig nieder In den Stall waren bei Ausbruch des Gewitters 500 Schafe eingetrieben worden, die sämtlich in Up Flammen umtarnen. Ein drittel der gesamten .f)cV ernte ist mitnerbrannt sowie eine AnzahlMndwiM

Zwei Berliner Paddler in der Müritz erkrunkeF"!

Schwerin, 22. Juli. Die 23- und 17jährigen B l der horst aus Berlin-Charlottenburg waren am 1 Juli mit der Bahn von Berlin nach Waren in MM lenburg gefahren und wollten von dort aus mH ihrem Paddelboot die Müritz überqueren. Ach Sonntag wurde ihr Boot am Ufer gefunden. Von den beiden Brüdern fehlt jede Spur.

Start des deutschen Dornier-wal in Island. I - Rcykjawik, 22. Juli. Das deutsche Dornier-Wal Flugboot D 1422, das von Sylt nach feianb geD' gen war, ist heute früh 9.50 Uhr nach der Faroer- Insel gestartet.

Letzte Teleseamtne. AmesWa zuv Nâvdkahvt bet? Seemen*

Rewyork, 23. Iuli. Die Morgenblätter be­richten an hervorragender Stelle über die Lan­dung derBremen". Sie heben die Rekordzeit vo» 4 Tagen. 17 Stunden, 42 Minuten gegenüber dck Mauritania" hervor und feiern überhaupt du Fahrt derBremen als ein epochkmache«' des Ereignis in der Schiffahrt»' g e f ch i ch t e. Sie veröffentlichen viele Abbildu»' gen und Beschreibungen des Schiffes und technischen Reuerungen, sowie seiner Bequem» feiten. Ein hervorragender Vertreter der englische Schiffahrk erklärte, der Rekord derUlauritanin fei in ehrlicher und redlicher Weise geschlagen wat' den. Die Deutschen hätten eine großartige LeiftuG mit einem wunderbaren Schiff erzielt. Als Sportsmänner hatten die englischen Schiffahw' Interessenten in Washington zur Befichigung Dampfers eingeladen. In Brooflin wurde Bremen" auch von Vertretern der Broofl» Handelskammer und anderer Organisation^ empfangen. Unter den Zuschauermèngen erb­ten laufe Ausrufe der Bewunderung, als prachtvolle Schiff in Sicht Die Passagiere der Bremen äußerten sich seh/ 1 geistert und anerkennend über die Fahrt. Sie klärten, Seekrankheit wäre ihnen unbekannt IT wesen und bemerkenswert fei es, daß die Masch'ue die in Tatbol in Vollkraft gesetzt worden seien, en auf der Höhe von Firc Island etwas gestoppt w°' den seien, um das Postflugzeug abzulassen, Abflug sich in glattester Weise vollzogen habe. . Präsident des Norddeutschen Lloyd Heineken der Direktor Glaessel erklärten den Vertretern " , Washington, daß sie mit der Fahrt der in jeder Hinsicht sehr zufrieden seien, Dtrek Glaessel fünfte ae die Weser-Werft:Es erP uns mit größter Freude, mitteilen zu können, " nicht nur die schon während der Probefahrt fen Erwartungen erfüllt, sondern übertroffen ' Polizeidirektor Groverwhalen, der Führer städtischen Lmpsangskomitees bestieg die Brei und besichtigte das Schiff unter Führung des fibenfen Heineken, in dessen Begleitung sich ., neral-Konsul von Lewinsky, Konsul Dr. Heuser Direktor Schengel befanden.