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Nr. 168

Samstag den 20. Zull 1929

Seite 19

HAmiD. WWW Wil mir SC HAH

OrvtstbaMche wochenübevsrcht

(Bon unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.)

Neue Skeuerplänc. Das Veto der wirtschaft. Die Kennzeichen der wirtschaftlichen Lage. Vor­übergehende Belebung oder Konjunklurbesserung? _ Die Waggonbestellungen der Reichsbahn. Ausdehnung des Kreditkaufs?

Bei der Beurteilung der deutschen Wirtschafts­lage ist jede tendenziöse Einschränkung unserer Leistungsmöglichkeit heute mehr denn je vom Uebel. Dies gilt nicht nur für das Ausland, sondern auch ebenso für inländische Werturteile. Wer noch mehr Steuern aus der deutschen Volkswirtschaft heraus- zièhcn, wer ihr noch höhere Löhne und noch grö­ßere soziale Lasten ausbürden will, der hat natür­lich ein Interesse daran, unsere wirtschaftlichen Schultern als besonders stark zu schildern. Zu einer solchen Auffassung n.eigt man offenbar im Reichs- smanzministerium, in dem neue Steuerpläne ge­schmiedet werden. Es ist bekannt, daß man dort die Abstriche an dem blütenreichen Steuerbukett nie verschmerzen konnte. Jetzt will man offenbar durch die Vorlegung eines Nachtragsetats auf steuerliche Nachforderungen vorbereiten, die. in den nächsten Haushaltsplan eingefügt werden sollen. Vom Standpunkt der deutschen Volkswirtschaft aus wird man nicht frühzeitig genug gegen solche Pläne Ein­spruch erheben können. Die Deutsche Wirtschaft hat allen Anspruch darauf, nicht nur von den bisheri' gen Reparationsverpflichtungen (Jndustrieobligatio- nen), sondern auch von den Steuern entlastet wer­den, um die der Haushaltsplan nach dem neuen Reparationsschema etwa gekürzt werden kann. Für neue Steuern ist in der künftigen Wirtschaftsrech­nung nicht der geringste Platz.

Kreise, die falsch verstandene Arbeiterinteressen vertreten, meinen, der Optimismus ihrer wirtschaft­lichen . Auffassung habe sich gelohnt, mit anderen Worten: Die Lohnbewegung könne in dem bisheri­gen Maße weitergchen. Demgegenüber tefttn man sich darauf berufen, daß auf dem Internationalen Handelskammerkongreß der englische Industrielle,

den, daß die Waggostbauinbustrie für ein halbes Jahr lohnende Beschäftigung hat. Das wirtschaft­liche Kernproblem, die Belebung der deutschen Produktion, hat auch vielfach wieder zur Aus­rollung der Frage geführt, ob sich der Absatz nicht durch Organisierung des Kaufes auf Kredit ver­mehren lasse. Aehnliche Bestrebungen sind bereits früher einmal aufgetaucht, in der Geschäftswelt aber an vielen Stellen auf Widerstand gestoßen. Es wird neuerdings darauf hingewiesen, daß der or­ganisierte Kreditkauf in den Vereinigten Staaten 30 Prozent des Gesamtumsatzes ausmache, in Deutschland aber nur 2 Prozent. Dabei wird man berücksichtigen müssen, daß in den Vereinigten Staaten die Wirtschaftsverhältnisse äußerst stabil sind und deshalb die Investierung ungeheuerer Summen in dem Abzahlungsgeschäft gestatten. In Deutschland wird man mit diesem Verkaufssystem nach wie vor sehr vorsichtig sein müssen.

Svankkuvtev NSvle

X Frankfurt a. M.. 19. Juli. Tendenz: Ge­schäftslos. Zum Wochenschluß war die Unterneh­mungslust infolge des weiteren Ausbleibens der Aufträge und besonderer Anregungen weiter sehr gering. Die erneute Eekdmarktverflüssigung in Newyork fand kaum Beachtung. Die Tendenz war ausgesprochen lustlos und neigte zur Schwäche, da die Kulisse Abgabeneigung bekundete. Der Konflikt zwischen Rußland und China eine Entspannung war bis jetzt noch nicht cingctrctcn legte der Börse eine größere Zurückhaltung auf. Bei klein­stem Geschäft traten gegenüber der gestrigen Abend­börse zumeist Rückgänge bis zu 1% Prozent ein. Stärker angeboten maren am Elektromarkt Gcs- fürel mit minus 2% Prozent. Bergmann verloren 1% Prozent und Siemens 1 Prozent. Eine be­achtenswerte Festigkeit hatten dagegen weiter AEG. aufzuweisen. Dieses Papier gewann bei an­haltendem Auslandsintcresse zirka 1. Prozent. In J. G. Farben setzten sich am Chemiemarkt die

Tauschoperationcn fort, bei einem weiteren Ver­lust von 1% Prozent. Auch am Montanmarkt

Lord Melchett, vor optimistischen Erwartungen an- lust von 1% Prozent. 1----,... -------------

gcsichts der weltwirtschaftlichen Aufgabe Deutsch-' schrumpfte die Umsatztätigkeit stark ein, Mansfel-

lands nachdrücklich gewarnt hat. Er ist der rich­tigen Ausfassung, daß Deutschland seine Repara- tivnsschulden nur mit Waren bezahlen kann. Wo aber eröffnet sich nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge wohl eine Möglichkeit für diese Zah- lungsmethode? Es wird darauf hingewiesen, daß in der letzten Zeit in einigen Industriezweigen der Auslandsabsatz tatsächlich gestiegen fei. Man betont namentlich, daß nach dem Geschäftsbericht der Ver­einigten Stahlwerke über das Geschäftsquartal April bis Juni d. J. der Anteil des Auslandsab­satzes an dem Gesamtumsatz weiter von 36 auf 39 Prozent gestiegen sei. Mit diesem Hinweis wird nicht viel bewiesen. Der Arsslandsabfatz ist für die deutsche Stahlproduktion rein gewinnbringendes ft Geschäft. Aber davon abgesehen, hab Deutschland

: außerordentliches Gebiet zurückzuerobern, wenn N-Euch nur den e

Will. Mukfchland war im Jahre 1913 an der Mahlerzeugung der wichtigsten europäischen Eisen Miahber mit 50 Prozent beteiligt, im vorigen Jahre nur 'noch mit 37 Prozent. Deutschlands Stellung iffgetabe auf dem Gebiete der Stahlerzeugung sehr Usiark geschwächt worden. Nichts wäre also verkehr- J ter, als aus einer kleinen Steigerung des Aus- I landsabsatzes voreilige Schlüsse zu ziehen.

k - HJyi übrigen sollte man bei der Beurteilung der «irtschaftlichen Lage nicht diesen oder jenen Glanz­punkt berausgreifen, also etwa darauf verweisen, daß Glanzstaff in verflossenem Monat mcngen- wts wertmäßig wahre Rekordziffern erreicht habe. Lieser Gradmesser ist leider für die deutsche Wirt­schaft nicht beweiskräftig. Mit größerem Recht kann man wohl darauf verweisen, daß wir mit rund 720 000 Erwerbslosen den Stand der gleichen Pyrjährszeit um rund 110 000 Arbeitslose über- *ressen. Aus diesem Grunde ist es auch nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitslosenversiche- , rung sehr zweifelhaft, ob der aufsteigende bergbau- i bebe Arbeitsmarkt und die wachsende Roheisen- und Stahlerzeugung Anzeichen eines beginnenden Aufstiegs sind. Es besteht vielmehr aller Anlaß zu der Annahme, daß der geringe Aufschwung dem Einfluß des Saisongeschäfts zuzuschreiben ist und daß die wachsenden Ziffern der Roheisen- und Bohstahlerzeugung die natürliche Folge des Av- deits- und Produktionsausfalls sind, der durch den Arbeitskampf im westlichen Eifengebiet entstanden sst. Diese Auffassung kommt auch in dem Viertel- lahresbericht der Arbeitsgemeinschaft der Ruhr- Handelskammern zum Ausdruck. Außerordentlich

; Zeichnend für die wirtschaftliche Lage ist der Umstand, daß die Beschäftigungskurve der Bau- i Ortschaft ihren Höhepunkt bereits zu überschritten P^en scheint. Die Bautätigkeit fängt in einer Zeit, '" der sie sich am regsten entfalten sollte, bereits zu Hecken an, wie die Wirtschaftsberichte aus zahl- reiefjen Gebieten Deutschlands deutlich erkennen taffen. Der Grund liegt in der Finanz- und Ka- kckalnot des Baugewerbes. Nach fachmännischer Ansicht sollte man den allgemein üblichen 8prozen- ugev Pfandbrieftyp auf 9 Prozent heraussetzen, u!n für das deutsche Baugeschäft ausländisches Ka- ! zu gewinnen. Der Vorschlag beweist am be- han, wie die Dinge in einem Lande stehen, das auch auch dem neuen Zahlungsscheina im Jahre ,"kchschnittlich 2 Milliarden Mark an das Aus- abführen soll.

.. Auf dieselben Schwierigkeiten deutet die- Rolle, die Reichsbahn als Auftraggeberin für die Putsche Wirtschaft spielt. Sie ist für die Belebung Kr deutschen Produktion stets von der größten ^oeutung gewesen. In den letzten Jahren ist aber I Pft der ganze Ertrag der Reichsbahn für Repnra- | Auszahlungen in Anspruch genommen worden ! "nd die Judustric hatte bäs Zusehen. Jetzt ist end-

V nach langen Verhandlungen ein Kredit für ?flgonbefteUung zustandegekommen. Die Reichs- Ppbn, die für den Kredit selbst haftet, hat indessen P'e Verzinsung nur bis zu einer Höhe von 6,9 Pro- «nt übernehmen können. Den Rest tragen die Fa- . ^uen, die die Bestellungen erhalten. Auf die Ka- rsml- und Produkiionsschwierigkeiten Deutschlands «Hit diese Kreditopcration das denkbar schärfste l^t. Immerhin ist auf diese Weise erreicht mor«

der gaben 254 Prozent, Mannesmann 1% Pro-

zent, Rheinstahl 1)4 Proz. und Gelsenkirchen 1)4 Prozent nach. Stahlverein blieben dagegen ver­hältnismäßig gut gehalten. Salzdetfurth eröffneten gut behauptet, während Westeregeln 2% Prozent -einbüßten. Die Aufwärtsbewegung am Schiffahrts­markt konnte sich hinsichtlich der allgemein un­günstigen Verfassung ebenfalls nicht fortsetzen. Nordd. Lloyd verloren 1)4 Prozent. Angeboten waren noch Glanzstoff und Dt. Linoleum, die je 2% Proz. verloren. Etwas gebessert waren Wayß u. Freytag und am Automarkt Daimler. Am Ban­kenmarkt war die Umsatztätigkeit klein bei Kurs­einbußen bis zu 1 Prozent, nur Danatbank waren stärker angeboten mit minus 3)4 Prozent. Ren­ten still. Deutsche und Ausländer etwas niedriger. 3m Verlaufe wurde die Stimmung auf einige Deckungen wieder etwas freundlich, bei Befierun

Rotterdam offeriert. Mais lag ebenfalls fest und stieg an der Chicagoer Börse per Juli um 8%, per September um 8% und Dezember um 6 Cents. Die Offerten waren dementsprechend erhöht und stellten sich heute für La Plata-Mais seeschwim­mend, auf 11.2011, und auf Abladung aus 10.80 hfl. cif Rotterdam.

An unseren süddeutschen Produktenmärkten war die Tendenz für Weizen außerordentlich fest, und die Preise erfuhren unter dem Einfluß der starken Hausse an den überseeischen Getreidemärkten, eine bedeutende Steigerung. Norddeutscher Weizen 76/77 Kg. schwer, per Sepember lieferbar, war zu 28.50 RM angeboten, doch waren hierfür keine Käufer zu finden, da sich unsere Mühlen passiv ver­hielten. Für in Mannheim disponiblen Auslands­weizen verlangte man heute 3034.50 RM (i. Vorw. 27.5030 RM. Roggen ist trotz der stark erhöhten amerikanischen Forderungen bei uns nicht im gleichen Maße gestiegen, da man in Anbetracht des guten Wetters mit einer vorzüglichen Roggen­ernte in Deutschland rechnet. Die Preise für hier­ländischen Roggen bewegten sich heute zwischen 23.2523.75 RM, franko Mannheim, doch sollen einzelne Waggons auch zu 23 RM franko Mann­heim erhältlich sein. Für Auslandsroggen verlangt man heute 26 RM (i. Vorw. 25.25 RM) waggon- frei Mannheim. Hafer lag ebenfalls fest, doch sind die Preise im Vergleich zur Vorwoche nur wenig verändert. Jnlandshafer in Mannheim disponibel, wurde heute mit 23.5024 RM (i. Vorw. 23.2524) und Auslandshafer mit 22.75 bis 24 (i. Vorw. 22.5023.50) RM waggonfrei Mannheim notiert. In Gerste lag Braugerste ruhig und ohne Notiz. Mit dem Schnitt der dies­jährigen Serftenernte dürfte in unserer Gegend An­fang der nächsten Woche begonnen werden. Voraus­gesetzt, daß das Wetter während der Einbringung der Ernte günstig ist, rechnet man mit einer quali­tativen guten Ernte, während dieselbe der Menge nach hinter der Vorjahrsernte zurückbleiben dürfte. Futtergerste ist etwas gefragter und wurde heute mit 2122 (i. V. 2121.50) RM waggonfrei Mann­heim notiert. Mais zog aus der starken Steigerung der Preise am Brotgetreidemarkte ebenfalls Nutzen, doch sind die Käufer zu den erhöhten Preisen im Einkauf vorsichtig. Für gelben La- Plata-sNais, in Mannheim greifbar, verlangte man heute 23.2523.50 (i. V. 22.2522.50) RM einschließlich Säcken, frei Waggon Mannheim.

, Futtermittel. Die große Hausse am Weizen- markte hat sich an dem Futtermittelmarkte weniger ausgewirkt. Der Konsum ist mit dem Einkauf sehr zurückhaltend. Für spätere Lieferung, haben die Preise indeß eine wesentliche Erhöhung erfahren, besonders Futtermehle und ölhaltige Futtermittel. Für Weizenfuttermehl, sofort lieferbar, verlangt man 12,75, per September-Dezember 14.5014.75, für feine Weizenkleie, prompt 1111.25, per Sep­tember-Dezember 12.5012.75, für grobe Weizen­kleie, prompt, 1212.25, per September-Dezember 13.5013.75 und für mittelgrobe Weizenkleie .WM* schrot auf 20.5021, Malzkeime 1617.50, Trocken­schnitzel 13.5014, Erdnußkuchen 21.2521.50, Rapskuchen 18.5018.75 und Dielasie futtér 11.25 bis 11.75 RM waggonsrei Mannheim.

Hopfen. Am Hopfenmarkte liegt die Tendenz bei kleinen Umsätzen ruhig. Am Nürnberger Haupt­markte zahlte man zuletzt für geringen Markthop- fcn 5560, für geringen Hallertauer Hopfen 75 bis 80, für mittleren Hallertauer 105110 und für prima Hallertauer 120125 RM per Zentner.

Mehl hatte in Uebereinstimmung mit her Festig­keit am Brotgetreidemarkte sehr festen Markt und zwar besonders für Weizenmehl, dos seit unserem letzten Bericht eine Steigerung um 3 NM per 100 Kg. erfahren hat. Für süddeutsches Weizenmehl, Spezial Jiull, stellt sich der Großmühlenpreis heute auf 41.50 (i. V. 38,50) RM, doch ist die zweite Hand unter diesem Mühlenpreis als Ab- geberin am Markte. Für süddeutsches Roggenmehl, 7060prozentige Ausmahlung, stellt sich der Groß- müblenpreis auf 32.5035 RM waggonfrei Mühle.

Tabak hatte bei unveränderten Preisen behaup­teten Markt. Die Witterungsverhältnisfe für die Entwicklung der neuen Ernte sind günstig, doch wären Regenfälle erwünscht.

Frage kommen nur deutsche Firmen, die sich über­wiegend mit dem Export solcher Waren befassen, bei deren Herstellung ein möglichst hohes Maß deutscher Arbeitskraft verwandt wird. Der Kredit ist mit 2 Proz. über dem jeweiligen Reichsbankdiskont­satz, z. Zt. also mit '9% Proz. mindestens jedoch mit 8)4 Prozent, zu verzinsen. Für liquidations- und ausgleichgeschädigte Firmen kann auf Antrag eine Zinsverbilligung um bis zu 3 Proz bewilligt wer­den, doch darf der. Zinssatz nicht unter 6)4 Proz. sinken. Anträge sind bis 30. September d. J. bei der Reichskreditgesellschaft einzureichen. Der Antrag­steller hat die Industrie- und Handelskammer seines Bezirks und gegebenenfalls den betreffenden Be- rufsverband zu ersuchen, unmittelbar der Reichs- kreditgesellfchaft eine Aeußerung darüber ernzusen- den, ob seine Firma vertrauenswürdig ist. Für die Aktion steht bekanntlich nur ein bestimmter Betrag $ur Verfügung.

X Fahrrad- und Motorradbau. Eine Rationali­sierung im Krastradbau wird im Kreise der Ver­bindungen Aer Dresdner Bank angestrebt: .Wande­rer-Chemnitz gibt sein Kraftradgeschäft an Der. Fahrzeug Neckarsulm ab und konzentriert sich offen­bar noch weiter auf den Autobau, der schon bisher den Hauptteil des Umsatzes geliefert hat. Für die NSU.-Gefellfchaft, die etwa dreimal soviel Kraft­räder absetzte wie Wanderer, bedeutet das eine Er­leichterung der Konkurrenz, eine Ausbreitung des Vertreternetzes und somit wohl eine eigene Pro­duktionszunahme mit Sclbstkostenoerbilligung. Was dagegen Wanderer als Aequivalent empfängt, ist noch nicht bekannt. Bei Wanderer verbleibt neben dem Automobil-, Schreibmaschinen- und Werkzeug­maschinenbau einstweilen noch das Trctradgeschäst. Es ist aber die Frage, ob die befreundete Bank die auch zu mehreren Fahrradfabriken in ähnlich engen Beziehungen steht, nicht auch auf diesem Gebiete energischer zu Zusammenschlüssen raten wird. In den letzten Jahren hat die deutsche Fahrradindustrie zu mehreren Malen ein Rückgang des Absatzes zu spüren bekommen, der nicht nur mit Witterungs­oder Saisonerscheinungen erklärt werden konnte. Die Bemühungen der industriellen Organisationen um eine Einschränkung der Ueberkapazität und um strikte Innehaltung vorgeschriebener Preise haben nur zu Teilerfolgen geführt. Jetzt wäre der Zeit­punkt (Beendigung des Frühjahrsgeschästs) mit den üblichen saisonalen Arbeiterentlassungen, nicht un­günstig für einen neuen Versuch. Ob es sich um die Werke in Brandenburg handelt (Corona, Brennabor) oder um die im Maingebiet überall tritt im Fahrradbau eine unbefriedigende Lage zutage.

X Unoeränderke französische Eisenpreise. Die französischen Eisen-verbände ließen lt. Pariser Drahtmekdung die bestehenden Pveissätze für alle Stovten unverändert.

X Wayß & Freytag A.-G., Franksurk a. TU. Die Hafenverwaltung von Dünkirchen bat mit den Fir» men Saintrapt u. Drice, Paris, Polensky u. Zoll» ner, Berlin. rankfnrt.a.

für Tagesgeld mit 7 Prozent erneut etwas ge= bessert. Am Devisenmarkt nannte man Mark ge­gen Dollar 4.1942, gegen Pfunde 20.3425. London- Kabel 4.8500, Paris 123.81, Mailand 92.75, Mad­rid 33.32, Holland 12.08%.

Die Abendbörse war fast vollkommen ge­schäftslos, da angesichts der politischen Situation und der bevorstehenden zweitätgigen Unterbrechung des Verkehrs stärkste Zurückhaltung geübt wurde. Die Kurse waren gegen den Berliner Schluß meist knapp behauptet. Leicht gedrückt lagen J. G. Far­ben und Metallgesellschaft. Andererseits waren Schuckert und Waldhof geringfügig gebessert. Ren­ten. still. Zarpener 147)-, Stahlverein 114, AEG. 198, J. G. Farben 227)4, Metallgesellschaft 124)4, Schuckert 229^4, Waldhof 240.

Getreide- und VvoduStenmStkte

X Mannheim, 18. Juli. Infolge der Nach­richten aus Kanada, wonach in den Präriepro­vinzen die Ernte durch das Anhalten der trockenen heißen Witterung gefährdet fein soll, haben die Kurse an den überseeischen Wcizenmärkten in den letzten 8 Tagen eine Stigerung erfahren, wie wir sie wohl seit Jahrzehnten nicht erreicht haben dürften. An der Chicagoer Börse stieg Weizen per Juli um 23%, per September um 23% und per Dezember um 23 Cents.; noch größer waren die Steigerung in Winnipeg, die per Juli 33%, per Oktober 29% und per Dezember 28 Cents, betru­gen. Die Umsätze waren an den überseeischen Märkten außerordentlich groß, während man bei uns sich im Einkauf Zurückhaltung auferlegte. Im Laufe der letzten acht Tage handelte man am hiesigen Platze La Plata-Weizen zu 12.2513 hsl., während man für Härdwinter 2, neue Ernte, sogar 13.50 bis 13.75 hsl. per 100 Kg. cif Rotterdam zahlte. Für 79 Kg. Bahia sceschwimmend, verlangte man heute 13.3513.40, per Juli-Abladung 13.40, per August 13.50, für Hardwinter 2 per Juli bis erste Hälfte 21uguft 14.20 hfl. cif Rotterdam, doch liegen zweithändige Offerten vor, die sich etwa um 0.25 bis 0.30 hfl. unter den vorerwähnten Preisen be­wegen. Auch Roggen lag sehr fest und hat eine bedeutende Preissteigerung gegenüber der Vorwoche zu verzeichnen. An der Chicagoer Börse gewannen die Roggenpreise per Juli um 18%, per Sep­tember um 17% und per Dezember um 18% Cents. Noch größer waren sie am Winnipeger Märkte, wo Juli 21% und Oktobrr 22)4 Cents, gewannen. Für Western-Roggen 2, seeschwimmend und Juli-Abladung fordert man heute 11.30 und für La Plata-Roggen 74/75 Kg. per August-Ver­schiffung 11.25 hfl. cif Rotterdam, ©erste hatte behaupteten Markt. Für La Plata-Gerste 62 Kg. per August verlangte man heute 10.55, für 65 Kg. schwere Ware 10.70 und für Donau-Gerste 61/62 Kg. August-Septembcr-Verschiffung 10.30 hfl. cif Rotterdam. H a f c r hatte in Uebereinstimmung mit Brotgetreide festen Markt und die Kurse an der Chicagoer Getreidebörse zeigen Steigerungen um 4%5% Cents, La Plnta-faq-Haser 46/47 Kg. per Augustverschiffung war heute zu 9.75, Kanada feeb oats per Juli zu 11.2511.30 und Plata-Hafer 51/52 Kg. per August-Abladung zu 10 hfl. cif

X Staatliche Erporksörberunq. 2. Prozent über Reichsbankdiskont. Gemäß früheren Ankündi­gungen ergehen nunmehr nähere Bestimmungen über die zehnjährigen Kredite an Exporteure mit Unterstützung des Reiches. Es sollen solche Firmen berücksichtigt werden, die durch diese Kredite den Export in erhöhtem Maße fördern können. 3n-

Schutzgebiete . . . . 6 »jo Reichsanleihe v. 1927 Ablösungsschuld o. A. .

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8 % Pr. Centr. - Bod.» Pfandbr. 28 . . .

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Anatolier I . . » . . ko. II.....

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Zolltürken . . . . . Schantungbahn. . . . 2lbla.......

1 armer Bank . . . . BerlinerHandelsgeseNsch. Commerz- u. Privatbank Darmnädt. u. Nationalb.

Deutsche Bank . . .

Deutsche Vereinsbank Diskonto-Gesellschaft. . Dresdner Bank .

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^emngHe-P Hafens sowie' für die frrffung ______ Schleuse abgeschlossen. Die Kosten dieser Arbeiten betragen rund 220 Millionen Franken. Die drei Firmen sind an diesen Arbeiten zuje einem Dittel beteiligt. Der Vertrag bedarf jedoch, noch der Ge­nehmigung durch die Rcparationskoenmisston.

«mttiAc Einheitskurse

BerlinFrankfurt a. M. (Vom 18. Iuli>

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D.-Oesterreich .....

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Ilse Bergbau . . . .

Klöckner . . . . . .

Mannesmann . . .

Mansfelder Bergbau Oberbedarf , . . .

Oktavi Minen . . , Phönix..... -

Rhein. Braunkohlen . , Rheinstahl..... Riebeck Montan . . , Laurahütte . . . . . Ber. Stahlwerke A.-G. Aschersleben . . . . . Salzdetfurth. . . . , Westeregeln..... Kleyer....... Brown, Boveri. . . . Daimler . . .

Franks. Maschinenfabrik. Diiag....... Voigt a Häffner ... Metallges. Frankfurt a. At. Junghaus . . , . Cement Heidelberg . . Hoch» und Tiefbau . .

. 117.25 . 78-

. 139.50 . 150.50 . 211. . 113. . 122.25 . 134 25 . 92.50 . 68.25

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Ph. Holzmann. . Wayß D Freitag . « . ZeUtzoff Aschaffenburg Zellstoff Waidhof. . , I. G. Farben . . . . Scheideanstalt . . . Holzveriohlung. . . Dt. Erdöl . . . , . Th. Goldschmidt . . . Diontecatini . . . . . Rütgerswerke . . . . A. E. G....... Bergmann-Werke , . . Ehade ...... Licht und Kraft . . . Elektrische Lieferungen . Fetten L Guilleaume . Gesfürel...... Lahmeycr . . . , . . Lech werke...... Rhein. Elektr. . , . . Schuckert...... Siemens & Halske . . Ria inkrastwerke. . . . Dt. Linoleum. . . . . Karstadt . . . . . Svenska ......

134.25 Südd. Zucker

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