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Nr. 163

Monkag den 15. JuN 1929

Seite 7

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HANDEL UND WIRTSCHAFT

Mannbermev VvoduAsnSSLfe

Mannheim, 11. Juli. Von den überseeischen geireidemärkten wurden fast die ganze Woche hin- feste Tendenzberichte und höhere Kurse ge- 5 drahtet.. Die Aufwärtsbewegung wurde mit ungiin- i «igelt Erntenachrichten begründet. Nach dem Acker- baubürobericht der landwirtschaftlichen Abteilung - Washington schätzt man den Ertrag des Winter- Icizens bei einer Anbaufläche von 39 835 000 äcres aus 582 Mill. Bushels, für Hartweizen in 4 Ä Agaten bei einer Anbaufläche von 5 357 000 Acres , jUf 58 Mill, und für Sommerweizen bei einer An- "fläche von 15 514 000 Acres auf 193 Milliosten Iafhels. Im Vergleich zum Schlußbericht vom Jahre 1928, in welchem die Eefamtweizensrnte 903 I Wich Bushels betrug, blieb die Gcsamternte- - Schätzung um rund 70 Mill, zurück. Nach einem . jäute aus Ottawa bekanntgegebenen Bericht über die Ernte in Kanada wird die Kondition der Haupt- Halmfrüchte, gemessen an dem Durchschnittsstand der letzten 10 Jahre, für Frühjahrsweizen auf V8 Prozent (i. V. 103 Prozent), Winterweizen 100 ; Prozent (92 Prozent), Hafer 92 Prozent (101 Pro- - jcnt), Gerste 92 Proz. (102 Proz.) und Rogen 91 H Proz. (93 Proz.) angegeben. Die Umsätze im i Weizengeschäst cif Rotterdam hielten sich in engsten Grenzen, da die Interessenten ihren Bedarf in Ware, die noch vor der Zollerhöhung die Grenze passiert hatte, gedeckt hatten. Die zweite Hand hat einige früher gekaufte Kontrakte wieder nach dem Auslande zurückverkauft. Der kanadische Farmer-

- pool hat seine Weizenofferten, die man gestern [d)on als um 0,50 hfl. zu teuer bezeichnete, um wei- Itre 0.10 hfl. cif Rotterdam erhöht. Man begründet j lies damit, daß die Leitung des kanadischen Pools

, . sehr pessimistisch für den Ausfall der diesjährigen

; Ernte sei. Man verlangte heute per Juli-Abladung , für Manitoba 1 15, für 2 14.70, für 3 14.30, für 4

, 13.90, für 5 12.65, für 6 11.30, für Hardwinter 2

, ; Suli-Verschiffung 12.60, für 79 Kg. Bahia, see- t schwimmend, 12.15, desgl. Juli 12.20, desgl. August . 12.27%, für 79 Kg. Barusso seeschwimmend, 11.90, 1 für desgl. Juli 12, und für desgl. August 12.15 hfl. I i cif Rotterdam. Roggen lag im Einklang mit 1 Weizen fest. Die Preise vom Auslande wurden auch

I für diesen Artikel infolge der ungünstigen Ernte- mchrichten weiter erhöht. Für Western-Roggen 2 j sceschwimmend und Juli-Abladung, forderte man heute 10.70 hfl. cif Rotterdam. In G e r st e blieb das Gcschäst klein. Die heutigen Forderungen

! stellten sich für Kanada-Western 4 per Juli auf i 10.25, für Plata-Gerste, 62 Kg. Juli-August auf 6 10.20, für 65 Kg. schwere Ware auf 10.35 und für 1 Marokko-Gerste per Juli-Verschisfung auf 9.25 hfl. 1 tif Rotterdam. Sehr fest lag auch Mais bei wei- * ' erhöhten Forderungen. Für seeschwimmenden

Plata-Mais fordert man heute 10.75 und per Juli- und August-Abladung 10.50 hfl. per 100 Kg. cif Rotterdam..

An unseren süddeutschen Märkten war die Stimmung, angeregt durch die Haussebewegung an den überseeischen Märkten, fest. Der Bericht über den Saatenstand in Deutschland, wonach die Saaten im allgemeinen eine günstige Entwicklung ausweisen, blieb unbeachtet. In Weizen wurde rhein­schwimmender Manitoba 3 zu 14.50 und Manitob" 5 zu 13 hfl. cif Mannheim, plus alten Zollsatz ge­handelt. Für hier greifbaren Auslandsweizen forderte man 27.5030 RM waggonsrei Mann­heim. In Jnlandsweizen fommt kaum mehr An­gebot heraus. Für einzelne Waggons süddeutscher Weizen werden nunmehr Preise verlangt, die die Mühlen nicht bewilligen. Mitteldeutscher Weizen aus neuer Ernte per August-September, Wasser- verladung, ist zu 27 RM cif Mannheim angeboten, während sich die Preise bei Waggonverladung auf 27.5027.75 RM franko Mannheim stellen. Roggen lag fest bei weiter erhöhten Preisen. Für hierländischen Roggen verlangte man heute 24, und für hier greifbaren Auslandsroggen 2525.25 RM waggonfrei Mannheim. Hafer lag bei kleinen Umsätzen gut behauptet. Für Jnlandshafer stellte sich die heutige Notiz auf 23.2524 und für Aus- landshafer auf 22.5023.50 RM waggonfrei Mann­heim. Am Gerste nmarkte liegt Brauware ruhig. Angebote in Brauware liegen nicht vor. Hinsicht­lich der kommenden Ernte werden die Aussichten für Braugerste aus unserer Gegend als gut bezeichnet und man rechnet, günstiges Wetter vorausgesetzt, mit einer sehr schönen diesjährigen Qualität, Futter­gerste blieb zu 2121.50 RM waggonfrei Mann­heim erhältlich. Mais lag sehr fest, angeregt durch die Festigkeit der überseeischen Maismärkte. Für La Plata-Mais, hier disponibel, forderte man heute 22.2522.50 RM einschließlich Säcken, waggonfrei Mannheim.

Futtermittel hatten stetigen Markt. Die Preise konnten sich im allgemeinen gut behaupten, doch hat die Kauflust in der legten Woche etwas nachgelassen. Man forderte heute per 100 Kg. waggonfrei Mannheim, folgende Preise: Weizen­futtermehl, sofort lieferbar, 12.50, per September- Dezember 14.50, feine Weizenkleie prompt 12, September-Dezember 12.50, grobe Weizenkleie prompt 12.50, September-Dezember 13.50 und für mittelgrobe Weizenkleie prompt 12.25, für spätere Lieferung 13 RM. Diese Forderungen der Mühlen werden aber von der zweiten Hand um 0.250.50 RM unterboten. Biertreber 17.5018.75, Soya- schrot 20.5021, Malzkeime 1617.50, Trocken­schnitzel 13.5014, Erdnußkuchen 2121.50, Raps­kuchen 18.2518.75 und Melassefutter 1111.75 RM waggonfrei Mannheim.

Mehl. Auch in dieser Woche war der Abruf in Mehl aus früheren Kontrakten recht lebhaft, während neue Abschlüsse, soweit uns bekannt, nicht getätigt wurden. Die Mühlen haben ihre Preise seit unserem letzten Bericht für Weizenmehl um 1. Mk. per 100 Kg. erhöht und verlangen heute für süddeutsches Weizenmehl, Spezial Null, 38.50, Auszugsmehl 42.50, Weizenbrotmehl 30.50 und für süddeutsches Roggenmehl 7060prozentige Aus­mahlung 32.5035 RM, waggonfrei Mühle.

Hopfen hat äußerst ruhigen Markt. Für prima Markt- und Gebirgshopfen zahlte man zu­letzt in Nürnberg 7585 und für Hallertauer Hopfe" 110120 RM per Zentner. Die Berichte, die aus einigen Gegenden vorlagen und Schäden durch Un­wetter meldeten, blieben auf die Marktlage ohne

Tabak hatte unveränderten Markt. Abgesehen von einigen Schadenmeldungen, verursacht durch Hagelschlag, macht das Wachstum der Tabak- pflanzen weiter gute Fortschritte.

Amstevdamev DiamanimaeSt

(Wochenbericht unseres Sonderberichterstatters.)

X Amsterdam, 12. Juli. Die Lage am geschliffe­nen Markt ist unverändert. Fantasie stand noch im Mittelpunkt des Interesses. Für blauweiße Emerauden 3 Karat und größere lag zunehmende Nachfrage vor; prima Senaten wurden ständig gefragt, jedoch konnten die Preise kaum behaupten. Große Maguisen waren, gleichfalls unterzubringen. Die Zahl der fremden Käufer war befriedigend. Am Rohmarkt waren namentlich Senalmodelle ge­fragt, sonst herrschte Ferienstille.

X Antwerpen, 12. Juli. Baguettes waren etwas in Mitleidenschaft gezogen. Runde Melees guter- und Bürgerqualität und Kleinbrillanten von 30 bis 40 per Karat waren dagegen mehr gefragt. Auch Achtkant zog etwas größeres Interesse. Am Rohmarkt lag erneut befriedigende Kauflust für Fantasiematerial vor. Spaltzel tendierte sehr fest.

meldet, daß sensationelle Meldungen in der Tages­presse bezüglich der Baisse am Diamantmarkt, an­geblich von einer Pariser Agentur stammend, die Nachfrage für Diamanten für Anlagezwecke be­deutend verringert haben; weder seitens des Lon­doner Syndikates, noch von der Continentalen In­dustrie wurden diese Sensationsmeldungen de­mentiert.

X <6 tife Kohlenkonfunklur. In der Gewerken- oersanimlung der Gewerkschasten Diergardt-Mewis- sen 1 bis 4 teilte die Verwaltung lt. Essener Draht- vericht mit, daß sich die Absatzlage im laufenden Geschäftsjahr gehoben habe. Der Ende Januar vorhandene Bestand von 31 500 To. im Werte von Reichsmark 1.06 Mill, konnte voll abgesetzt werden. Zur Zoit seien keine Lagerbestände vorhanden. Auf Anfrage, ob in diesem Jahr eine Ausbeute zu er­warten sei, wollte sich die Verwaltung nicht bin­dend äußern. Es sei im .ersten Halbjahr ein Roh­überschuß von RM 1,3 Mill, erzielt worden, wovon noch die Abschreibungen abzuziehen sein würden. Man wolle sich erst nach Ablauf des ganzen Ge­schäftsjahres darüber schlüssig werden, welche Mittel evtl, zu einer Ausbeute verwendet werden könnten. Durch die Zusarmnenfafsung der Schacht­anlagen der Diergardt und Mewiffen hätten sich be­reits erhebliche Vorteile ergeben u. a. auch bei dem Grubenbrand auf Diergardt IIP am 9. Dez. v. I., da der Ausfall auf den anderen Anlagen voll ge­deckt werden konnte, so daß der Gesellschaft kein Auftrag entgangen ist. Die Rationalisierung werde

X Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Dom 30. Juni bis 4. Juli wurden 2 379 426 Tonnen Kohlen gefördert gegen 2 344 944 Tonnen in der vorher­gehenden Woche. Die Kokserzeugung stellte sich auf 642 781 (634 921) Tonnen, die Preßkohlenher- stellung auf 70 453 (66 545) Tonnen. Die arbeits­tägliche Kohlenförderung betrug 396 571 (407 816) Tonnen, die tägliche Kokserzeugung 91 826 (90 703) Tonnen, die arbeitstägliche Pretzkohlenherstellung 11742 (11573) Tonnen.

Common Goods lagen träge, Kappen sehr

still.

Die diesjährigen Ferien finden vom 11. bis 18. Au­gust statt; die geplante Verlängerung wird nicht durchgeführt.

Sius Newyork wird gemeldet: Die Nachfrage für Diamanten ist entschieden geringer als im Vor­jahre. Namentlich die Nachfrage nach Ringdiaman- ten ist kleiner geworden. In den Großstädten nimmt die Nachfrage für Diamanten für Kleider- garnierung zu. Keystone meldet aus Chicago, daß dort die Aussichten günstig beurteilt werden; auch in Boston ist die Nachfrage für Diamanten für Trauringe wieder im Zunehmen begriffen.

Von anderer Seite wird uns aus Newyork ge-

SchlackrtviehmavSt

(Vorbericht)

Frankfurt a. M., 15. Juli. Auftrieb: 1491- Rin­der, darunter 337 Ochsen, 110 Bullen, 612 Kühe, 417 Färsen: ferner 591 Kälber, 58 Schafe, 3968 Schweine. Preise: Ochsen al) 6063, a2) 5559, 6) 50-54, Bullen a) 5-559, b) 5054, Kühe a) 4953, b) 4348, c) 3642, d) 2535, Färsen a) 6063, b)'5559, c) 5054, Kälber b) 7781, c) 7276, ds 6070, Schweine b) 8486, e) 84 bis 87, d) 8588, e) 8285. Marktverlauf: Rin­der ruhig, Ueberstand, Schweine still, etwas Ueber- stand, Kälber etwas reger, ausverkauft.

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