Nr.162
Samstag de» 13. Zull 1929
Seife 19
HANDEL WWW
WODTSCHAET
svankkuvtev Börse
X Frankfurt a. 211., 12. Juli. Tendenz lustlos. Zum Wochenschluß war die Börse wieder von einer größeren Lustlosigkeit und Zurückhaltung beherrscht. Anregungen lagen kaum vor, und der feste gestrige Schluß der Newyorker Börse, die weitere Abnahme der Arbeitslosigkeit im Reiche, sowie die immerhin flüssigen Geldmarktoerhält- nisse, die durch ziemlich starken Zufluß von Aus- landsgeldern hervorgerufen wurden, fanden nur geringe Beachtung, da die sonst zur Geschäftsbelebung beitragenden Orders wieder fast vollkommen fehlten. Das Geschäft bewegte sich in den engsten Grenzen. Gegenüber der gestrigen Abendbörse war die Kursgestaltung keine einheitliche; die Verluste und Gewinne hielten sich in bescheidenen Rahmen. Nur für Montanwerte bestand einiges Interesse. Rheinstahl, Klöckner, Buderus und Gelsenkirchen lagen leicht gebessert, während Mannesmann und Phönix, letztere traten gestern abend besonders hervor, auf Gewinnmitnahmen eher angeboten waren. Sehr stark gedrückt eröffneten Salzdetfurth mit minus 4% Prozent, Elektrowerte waren bei meist gut behaupteten Kursen anfangs etwas gesucht. Nur AEG. büßten 1 Prozent und Siemens 2 Prozent ein. Banken leicht nochgebend. Trotz der günstigen Ausführungen in der gestrigen GV. der Glanzstoffgesellschaft waren heute Glanzstoffaktien angeboten und 1 Prozent niedriger. Von Chemiewerten eröffneten I. G. Farben 1 Prozent schwächer, während Deutsche Erdöl wieder etwas hervortraten und M Prozent gewinnen konnten. Auf feste Londoner Notiz konnten Svdnska bei regerem Geschäft 5 Mark anziehen. — Renten still. Schutzgebiete leicht gedrückt, Abl. o. Option etwas gebessert. Von Ausländern Macedonier gesucht und ca. 1 Prozent höher.
Auch im Verlaufe war das Geschäft belanglose. Abgaben bewirkten ein allgemeines Nachgeben um ca. 1. Prozent für fast alle" Werte Reichsbank büßten insgesamt 5 Prozent ein.
Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8 Prozent unverändert.
Am Devisenmarkt lag das Pfund international schwach. Man nannte Mark gegen Dollar 4.1978, gegen Pfunde 20.368. London-Kabel 4.8505, Paris 123.90, Mailand 92.76, Madrid 33.45, Holland 12.07s °.
X Eine Verteuerung des Hypothekenzinses, die allerdings einige Wochen zurückliegt und darum vielleicht bereits überholt ist durch die inzwischen eingetretene Entspannung am Kreditmärkte, die aber allem Anschein nach angesichts bes' unbefriedigenden Kursstandes der Pfandbriefe vorläufig noch in Geltung bleibt, ist natürlich aus mancherlei Berichten der letzten Monate (Restriktionszeit usw.) schon bekannt. Aber es liegt jetzt gewissermaßen eine Approbation des neuen Zustandes vor insofern, als eine der großen Sparkassen, die mit ansehnlichen Beträgen in den HypothekeNmarki ihres Bereichs einzugreifen pflegen, nämlich die
interessierter Kreise wir die Auskunftei auf eine breitere Grundlage gestellt, um ihre Leistungsfähigkeit den gesteigerten Ansprüchen anzupassen.
X Die Hypothekenbank-Fusion beschlossen. In der GV. der Preußischen Hypotheken-Actien-Bank und der Preußischen Pfandbrief-Bank wurde die Fusion und die Kapitalerhöhung der Pfandbrief- Bank um 4 auf 25 Mill. RM beschlossen. Bekanntlich erhalten die Aktionäre der Hypothekenbank für je 400 RM je 300 RM Pfandbriefbank-Aktien. Es ist Vorsorge getroffen worden, daß die Aktionäre auf Wunsch sofort lieferbare Aktien erhalten. Die frühere Großaktionärgvuppe (Schwedentrust) wird in Zukunft über etwa 25 Prozent hinausgehenden Betrag an Aktien wieder zur Verfügung stellen, wofür sie 7prozenige steuerfreie Goldpfandbriefe zum Kurse von 96 Prozent erhält, wobei für die Hypothekenbank-Aktien ein Kurs van 180 Prozent zugrunde gelegt worden ist. Auf Wunsch können auch die Aktionäre von diesem Angebot Gebrauch machen. Die Verwaltung bezeichnete dies als nicht besonders vorteilhaft, da man beim börsenmäßigen Umtausch Pfandbriefe mit höherer Rendite erhalten könnte.
X hessen-Nassauische Gas A.-G., Frankfurt a. w.-höchst. — Fusion mit der Hessen-Nassauischen Installation A.-G. Die GV. der Hess.-Nass. Gas A.-G. genehmigte die Wiedervereinigung mit der Hess.-Nass. Jnstallations A.-G., die sich 1923 selbständig gemocht hatte. An der Jnstallationsgesell- schaft ist die Stadt Frankfurt a. M. als Hauptaktionärin beteiligt. Nach dem Fustonsvertraq werden^ die Aktien der Jnstallabionsgesellschaft von Hessen-Gas zki pari umgetauscht und sind ab 1. Juli 1929 dividendenberechtigt. Außerdem können auf je nom. RM 2000 Aktien der Installations-Ges. nom. RM 1000 Aktien der Hessen-Ggs bei Zahlung von RM 500 bezogen werden, die ab 1. Januar 1929 dividendenberechtigt sind. Dadurch erhält die Stadt Frankfurt eine qualifizierte Minderheit. Außerdem ist bekanntlich neuerdings der Bezirksoerband Wiesbaden mit einem Aktienpaket von RM 250 000, dessen Bezugskurs bis heute nHht bekannt gegeben wurde, an Hessen-Gas beteiligt. Hauptaktionärin bleibt jedoch nach wie vor die Thüringische Gasgesellschaft. Um deren Vormachtstellung zu erhalten, wird das A.-K. von Hessen-Gas nicht nur um den Betrag, der zur Uebernahme der Installations-Ges. (A.-K. 384 000) notwendig ist, erhöht, sondern um etwas mehr von RM 5,21 Mill, auf RM 6 Mill. Die Anstellungsverträge des Vorstandes der Jnstal- tastans-Ges. werden nicht übernommen. In den A.-R. wurde nach einstimmiger Genehmigung der Dividende von 7 Proz. neu gewählt Landeshauptmann Lutsch-Wiesbaden und Stadtrat Asch-Frank- furt a. M. — Die G.-V. der Hessen-Nassauischen Jnstallations A.-G. genehmigte den Abschluß (RM 52 238 Verlust) und beschloß ebenfalls einstimmig die Fusion knit der Hessen-Nassauischen Gas A.-G.
X Rebenstand im Reich. Nach den Ermittlungen von Anfang Juli haben sich die Aussichten durch die warme Witterung verbessert. Allerdings sind die Berichte aus den einzelnen Teilen des Reiches ..MH LieMich unterschiedlich. Bei Zugrundelegung
ein Jahr völliger Reorganisation gewesen. Durch die mit der F. Butzke—Bernhard Joseph A.-G., Berlin, eingeoangene Jnt.-Gem. habe die Gesellschaft den Betrieb (Serienfabrikation) vorteilhaft ausnutzen können. Verschärfter Wettbewerb habe sich besonders in der zweiten Jahreshälfte ungünstig ausgewirkt. Zum ersten Male seit der Sanierung verteilt die Gesellschaft lt. G.-B.-Beschluß nach RM 24352 (18852) Absrcheibungen aus RM 20816 (578) Reingewinn die bereits angekündigte Dividende von 5 Proz. auf RM 40'0 000 A.-K. Vorgetragen werden RM 816. Die Bialnz verzeichnet bei RM 40 000 Reserve Verbindlichkeiten mit RM 792 742 (417 141), andererseits Außenstände mit RM 375 147 (373 268) und Warenvorräte mit RM 685 005 (302 805). RM 424 400 (417 031), Grundstücke und »Gebäude sind mit RM 239 140 (245 500) Hypotheken belastet. Zum laufenden Geschäftsjahr wurde bemerkt, daß die ungewöhnliche Frostperiode im Zusammenhang mit fast völliger Stagnation der Bautätigkeit den Absatz geschädigt habe. Für die nächsten Wochen sei der Auftragsbestand gesichert. Mit zunehmender Belebung am Baumarkt dürfte sich auch die Lage der Armaturenindustrie bessern. Eine Voraussage über das Ergebnis ließe sich jedoch nicht machen.
Berliner Metallmartr. (Vom 12. Juin
Kupfer
U
b
9 lei
G
B
Mai . . .
—
Mai . . .
Juni . . .
138.—
141.-
Juni.
44.-
45,25
Juli . . .
139.25
139.75
Juli . . .
44 —
45 —
August. .
140.50
141-
August. .
45.—
4\25
Sept.. . .
140.50
141.-
Sept. . . .
45.—
45.50
Oktober .
t a 0.50
141.—
Oktober .
45 —
45.50
Novbr.. .
140.50
141.75
Novbr..
45.25
45 50
De^r. . .
140.75
111.75
Dezbr. . .
45.25
45 50
(Mk. für 100 kg)
Elektrolyt . . .
Rohzink (Freiverk.) ilngcschm. Zink . Aluminium. . .
do. Barren
Nickel. .
Antimon Rg. . .
Silber 900 f. 1 kg
Schutzgebiete. . . . . 6 °! o Reichsanleihe v. 1927 Ablösungsschuld o. A. .
do.
m. A.
8 % Pr. Centr. - Bod.- Psandbr. 28 . . . .
8°/o Pr. Centr.-Komm,-
Obl. 28......
Anatolier I .... .
do.
II
Weizen
Frankfurter Getreidebörse
vom 12. Juli (Amtlich).
Je 100 kg in Goldmark:
1. Qualität
Roggen (inländisch.), fester. . . Sommergerste für Brauzwecke . Hafer (inländischer)..... Mais (gelb)........ Weizenmehl (südd. Spezial) . . sniederrhein. Spezial)
Roggenmehl, fester . . . . . Weizenkleie ....... Roggenkleis . ......
Tendenz: ruhig
26.25 Gm
23.50 ,
23.00 ,
23 50 ,
21.75 ' ,
38.75 ,
38.75
31.00—32 00 ,
12.00
13.00
Stintliche Einheitskurse
Berlin—Frankfurt a. M. (Vom 12 Juli-"
G 170.75
190.—
194.—
350.—
65-69
71—73
B
Ärie:
Geld
New Dork . . ...
4
19
4
20
Holland . . .....
168
43
168
77
Buenos-NireS.....
1
75
1
76
Brüssel . ..... .
58
28
58
40
Christiania . ...
111
75
111
97
Kopenhagen..... ,
111
72
111
94
Stockholm ......
112
42
112
64
velsingfor......
10
54
10
56
Italien . . . ...
21
94
21
98
London ...... .
20
34
20
38
Paris..... .
16
41
16
45
Schweiz ...... .
80
66
80
82
Spanien . ......
60
82
60
94
D.-Oesterreich .... .
59
(2
d9j
15
Prag........
12
41
12
43
Pengö . . ... ...
73
10
73
24
Japan .......
1
91
1
91
Rio oe Janeiro ....
0
49,6
0
50
Bulgarien ..... .
3
U3,2
3
03
Belgrad.......
7
36,3
7
37,7
Lissabon ... . . , .
18
75
18
79
Danzig ......
81
35
81
51
Frankfurter Kursbericht (12. Juli).
5.20
87.25 10- 50.80
97.50
5929: 9,08 Mill. RM) in aller Form ihren Zinssatz für neue Hypotheken von 8^ auf 9 Prozent erhöht hat, und zwar mit der Erhöhung des Spar- «inlage-nzinsfußes von 5 auf 6 Prozent, demnach Dom 1. Mai 1928 ab. Bisher hatte sich die Kasse seit September 1927, also seit weit über einem Jahre an £en Satz von 8% Prozent gebunden. (Vorher war er 7% Prozent). Unverändert auf % Prozent ist der einmalige Verwaltungskosten- beitrag bei voller Auszahlung des Darlehns geblieben.
X Auskunftei W. Schimmelpfeng G. m. b. H. Die seit 1872 bestehende Auskunftei Schimmelpfeng in Berlin und ihre Auslandsorganisationen sind unter Mitwirkung eines Konsortiums in eine 6. m. b. H. unter obigem Namen umgewandelt worden. Durch Beteiligung am Auskunstswesen
von 2 — gut, 3 — mittel, 4 = gering wird der Stand folgendermaßen zensiert: Preußen 2,8 (Anfang Juni 3,0), Bayern 2,5 (3,4), Württemberg 3,2 (3,1), Baden 2,5 (2,7), Hessen 2,9 (3,5). Der Reichs- durchschnitt wird mit 2,7 angegeben gegen 3,2 Anfang Juni 1929 und Anfang Juli 1928. In Bayern stehen die Stöcke in voller Blüte, in der Pfalz zeigen die Reben je nach Lage und Sorten teils vollen Behang, teils geringen Ansatz. In Franken erwartet man keinen befriedigenden Mengenausfall. Württemberg klagt über Schädlinge. Baden kann noch keine übersichtliche Beurteilung abgeben; lin den wichtigeren Gegenden Süd- und Mittelbadens werden die Aussichten meist nicht ungünstig beurteilt. Hessen bezeichnet den Rsbenstand als mittel.
X Frankfurter Armaturenfabrik A.-G. — Wiederaufnahme der Dividendenzahlung. Nach dem. erst in der G.-B. vorgelegten Geschäftsbericht sei 1928
Bagdad I. . . . . .
Zolltürken..... Schantungbahn. . . . Adla .... . . . ' armer Bank . . . . Berliner Handelsgesevsch. Commerz- u. Privatbank Darm/. übt. u. Nationalb. Deutsche Bank . . . . Deutsche Vereinsbank . Diskonto-Gesellschaft . . Dresdner Bank. . .
Metallbank..... Mitte.deytscheCreditbank Reichsbank..... Oesterr. Creditanstalt . Westbank......
Sapag . .
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409.—
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