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Seife 4

Dienstag den 9. IuN 1929

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Leitte Lk-uidatko« des Veamte« -^onsttmveverns

3m Beamtenkonsumverein war, wie berichtet, in der vor einigen Tagen abgelegenen Generat- vcrsammlung der Antrag auf Liquidation gestellt worden. In der auf gestern abend einberufenen neuen Generalversammlung sollte darüber ab- gestimmt werden ob die Genossenschaft liquidieren sollte oder nicht. In der Zwischenzeit waren aber von der Gepag Handels-Gesellschaft Köln ein Angebot auf Pachtung des Geschäfts­betriebes der Genossenschaft eingegangen. Herr Landgerichtsrat Nebel steck, der die gestrige Generalversammlung leitete, machte die Versammel- ten damit bekannt, daß der Reichsverband der Kon­sumvereine in Köln einen Vorschlag unterbreitet bade, der die Möglichkeit eines Fortbestehens der Organisation in veränderter Form ermögliche. Die Gepag wollte die Verkaufsstellen pachten und das Warenlager der Hanauer Genossenschaft über­nehmen, so daß alle Verbindlichkeiten abgedeckt werden können. Die Geschäftsanteile werden ver­zinst, die Abschreibungen gedeckt und den Mitglie­dern beim Einkauf eine bestimmte Rückvergütung garantiert.

Die Ausführungen des Versammlungsleiters wurden noch unterstützt durch Darlegungen von Herrn Schmitz von der Gepag. Er führte aus, daß die Warenbestände 77 000 RM Wert hätten, denen Verbindlichkeiten in Höhe von 72 000 RM gsgen- üverstehen. Er warnte vor der Liquidation, da dabei leicht Verluste entstehen könnten und schilderte wie im Einzelnen die Uebernahme gedacht sei.

(Eine sehr lebhafte Diskussion wurde alsdann über das für und wider der Verpachtung geführt. Schließlich wurde aber beschlossen die Liquidation nicht vorzunehmen, ferner stimmte man mit großer Mehrheit dem Antrag zu, daß Vorstand und Auf­sichtsrat mit der Gepag verhandeln sollen wegen der Verpachtung.

Am Schluß der Versammlung wurde dann noch einer Verkleinerung des Vorstandes von 7 auf 5 und des Aufsichtsrates von 9 auf 5 zugestimmt. Der Vorstand setzt sich zusammen aus den Herren Kauf­bold, Schmidt und Klein und der Aufsichtsrat aus den Herren Dr. Nebesieck, Krause, Bührmann, Roß­bach, Neumann,

MaS kastei ein Sahe -Konkurse?

Das statistische Reichsamt hat zum erstenmal seit 1921 für das Jahr 1928 wieder eine Er­hebung darüber veranstaltet, welche Summen bei den in einem Jahre beendeten Konkursen ver­loren werden, Danach betrugen bei 6621 Kon- furfen die angemeldeten Verbindlichkeiten 380,6 Millionen Mark. Nach Abzug der Konkurskosten blieb eine Schuldenmasse von 340,4 Millionen Mk. Nur 22,2 Millionen Mark Forderungen waren als bevorrechtigt anerkannt. Von diesen 22,2 Millionen Mark konnten 53.3 Prozent aus der Teilungsmasse von insgesamt 82,1 Millionen Mark gedeckt wer­den, von den nicht bevorrechtigten dagegen nur 10,8 Prozent. Bei 2791 zu Ende geführten Ver­gleichsverfahren rührten 254 zum Konkurs. Bei den durchgeführten 2012 Vergleichsverfahren, bei denen Schulden und erlassene _ Be­träge festzustellen waren, betrug die Schuld- mmme 168.2 Millionen Mark; davon wurden 66,4 Millionen Mark, also mehr als ein Drittel, erlassen, während der Rest gedeckt werden konnte.

* Silberne Hochzeit. Ihre Silberhochzeit feiern heute Herr August Weichselgärtner und Frau geb. Gutgesell, Leimenstr. 2.

* Seinen 86. Geburtstag feiert heute Herr Markus H a ck im St.. Elisabethenheim.

* Rheinfahrt der Oberrealschule. Cs geschah dieses Jahr zum ersten Male, daß die O.-R. mit allen Klassen zusammen und mit Eltern und Ver­wandten einen gemeinsamen Ausflug unternahm. Als Ziel war der immer wieder anziehende Rhein gewählt, und damit war die Wahl zweifellos gut getroffen. Ist doch der Rhein ein Ausflugsort,, wie geschaffen für eine größere Gesellschaft; denn 1. bietet er an landschaftlicher Schönheit soviel wie kaum ein anderer Teil unseres deutschen Vaterlan­

des, und zweitens ist er leicht durch allerlei Ver­kehrsmittel zu erreichen. Hinzu kommt, daß die Fahrt in so umsichtiger Weise, wie dies durch Herrn Dr. Rock geschehen war, vorbereitet war. Mit Son­derzug ging es um 7.15 Uhr vom Hauptbahnhof ab nach Kastel, von wo die Fahrt mit dem Dampfer Mainz" weiter ging. Sanft glitt der Dampfer unter der gewaltigen Hindenburgbrücke hindurch, vorbei an den vielen schönen Städtchen und Dör­fern, die sich dem Beschauer in immer neuen Schön­heiten zeigten. Noch schöner wurde das Bild, als der Dampfer bei Rüdesheim in das Engtal einfuhr. Hoch oben von bewaldeter Höhe grüßte das Nieder- walddenkmal herunter, schon lange mit allen Fern­gläsern an Bord gesucht. Dann ging es vorbei an Bingen mit dem sagenumwobenen Mäuseturm, vor­bei an den vielen Burgen, wie Ehrenfels, Rhein­stein, Sooneck. Vorbei an Caub mit der denkwürdi­gen Pfalz. Endlich, nach etwa 3ftünbiger Fahrt, kam Oberwesel, das Ziel des Ausfluges, in Sicht. Schön längst war der Durst durch den Anblick der rebenbewachsenen Hänge erregt worden; und so begab sich denn Alt und Jung in das liebliche Städtchen, um den Körper auf seine Kosten kommen zu lassen. Nach 3stündigem Aufenthalt wurde die Heimreise angetreten. Es war schon dunkel, als wir in Kastel landeten; und Mainz erschien am jen­seitigen Ufer in wunderbarem Lichterglanz. Man darf sagen, daß die Fahrt allen Teilnehmern stets im Gedächtnis bleiben wird, und wir hoffen, daß dieser erste Ausflug nicht der letzte bleiben wird.

* Sonderzug nach Jnlerlaken-Jungfrau. Allen Teilnehmern der vorjährigen Jungfrau-Reise mit Königs Sonderzug sind noch die herrlichen Bilder der Schweizer Bergriesen und Seen in angenehm­ster Erinnerung. Auch in diesem Jahr vom 20. bis 25. Juli findet dieselbe außerordentlich billige Reise wieder statt. Prospekte und Karten sind bei Königs Buchhandlung zu lösen. Siehe Näheres im An­zeigenteil.

* Ziffern von der preußischen Schutzpolizei. In Preußen entfallen auf einen Polizeibeamten im Durchschnitt 464 Einwohner. Bei dieser Berech­nung ist die Landjägerei noch nicht berücksichtigt. Außerdem ist inzwischen die Zahl der tatsächlich vorhandenen kommunalen Polizeibeamten aus 12 000 festgestellt worden. Es sind heute einschließ­lich der Landjägerei und der weiblichen Polizei rund 76 000 staatliche Polizeibeamte vorhanden. Unter Einrechnung der tatsächlich vorhandenen Zahl der kommunalen Polizeibeamten mit rund 12 000 entfallen somit auf die gesamte Einwohner­zahl von 38 045 450 Einwohner im ganzen 88 000 Polizeibeamte, mithin 432 Einwohner auf einen Polizeibeamten. Hierzu ist zu beachten, daß selbst­verständlich in den ländlichen Gegenden und klei­neren Städten mit kommunaler Polizei der orts­übliche Bedarf sehr viel geringer ist als in den ver­staatlichten Polizeibezirken mit ihren meist sehr schwierigen Verkehrsoerhältnissen, größerer Krimi­nalität und stärkeren politischen Gegensätzen. Der ortspolizeiliche Bedarf wird daher in der Regel für Die Gemeinden mit verstaatlichter Polizei, insbe­sondere in den verkehrsreichen Orten, sehr viel höher festzusetzen sein als 1:432. Tatsächlich fin­det die Verwendung der staatlichen Polizeibeamten, nachdem eine gewisse Festigkeit der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse "eingetreten ist, fast nur noch im ortspolizeilichen Interesse statt. Im Ka­lenderjahr 1928 sind nur 4942 Schutzpolizeibeamte in zusommen 286 Fällen 24 Stunden oder länger außerhalb ihres Polizeibezirks eingesetzt worden.

* Hygiene des Sandhaufens! Der Landesaus­schuß für hygienische Volksbelehrunq in Preußen veröffentlichte soeben eine jetzt zur Sommerzeit recht passende Betrachtungen über die Hygiene des Sandhaufens. Wer beobachtet, so heißt es darin, wie die kleineren und auch die größeren Kinder alles um sich her vergessen, wenn ihnen zu ihrem Spiel ein Sandhaufen zur Verfügung steht, der wird nichts unversucht lassen wollen, dem Kinde diese idealen Spielbedingungen zu schaffen. Stadt­verwaltungen, Gartenvereinen, Baugesellschasten usw. erwächst daher die Pflicht, durch die Anlage von Sandhaufen die durch das Formsnspiel mit Sand stark angeregte harmonische Ausbildung un­serer Kinder zu fördern. Freilich muß bei der An­lage der Sandspielplätze mit Vorbedacht verfahren werden. Eine der allerwichtigsten Fragen scheint die

Hygienische zu sein. Erste Vorbedingung ist, daß der Sandhaufen mit einem stabilen Holzrahmen um­geben ist. Trotzdem ist die Möglichkeit der Verun­reinigung groß. Nach den Erfahrungen ist es leider nicht unnötig, an die Vernunft und die Einsicht der Besitzer von Hunden zu appellieren. Zudem ist der Sandspielplatz der natürlichen Verunreinigung ständig ausgelicfert. Es ist festgestellt worden,"daß sich auf solchen Sandhaufen Myriaden von Mikro­ben befanden. Wenn diese wohl auch größtenteils unschädlich sein mögen, so ist doch unbedingt nötig, daß von allen Seiten der Hygiene des Sand- hausens die größte Aufmerksamkeit gewidmet wird. Mittel dazu werden sich genügend finden lassen. Der beste Wächter ist das Publikum selbst.

* Lin schwerer Motorradunfall trua sich gestern vormittag kurz vor %8 Uhr auf der Landstraße RückingenHanau einige hundert Meter oberhalb der Wegeabzweigung nach Langendiebach zu. Ein aus letzterem Orte staurmender Motorradfahrer rutschte beim U-ebecholen von Radfahrern in vollem Tempo vom Fahrdamm ab, überschlug sich dabei mit feiner Maschine und stürzte mit dem Kopse heftig auf die Schienen der Kleinbahn auf. In besinnungslosem Zustande mußte der Verunglückte vom Sanitätsauto in ein Hanauer Krankenhaus verbracht werden, wo neben weiteren Verletzun­gen im Gesicht und am Kopfe ein Schädelibruch feftgestellt wurde.

* Gestohlen wurden: 1. Ein Herrenfahrrad Marke Starkenburg Nr. 142 489, schwarz. Rahmen und Felgen, engl. Lenkstange, kleine runde Glocke, schwarze Griffe, Torpedofreilauf. 2. Ein Herren­fahrrad Marke Dolomit Nr. 38 695, schw. Rahm. u. Felgen, engl. Lenkstange, kleine, runde Glocke. 3. Ein Herrenfahrrad Marke ABF. Nummer unbe­kannt, schwarzer Rahmen, deutsche Lenkstange mit schwarzen Griffen, schwarze Felgen mit weißen Streifen und Goldfassung, Freilauf NSU. 4. Ein Herrenfahrrad Marke Borussia. Nummer unbe­kannt, schwarzer Rahmen, braune Felgen, rote Be­reisung, hochgebogene Lenkstange. Sachdienliche Mitteilung nimmt das Krim.-Kommissariat ent­gegen.

* Gestohlen wurden: 1. Ein Herrenfahrrad Marke Frischauf, schwarzer Rahmen mit Gold- streifen, gelbe Felgen mit schwarzen Streifen, rote Bereifung, Torpedofreilauf; 2. Ein Herrenfahrrad Marke Opel Nr. 1814 510, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen mit blauen Streifen, hintere Decke überlegt. Sachdienliche M-ittellungen nimmt das 'Krim.-Kommissariat entgegen.

* Eigentümer gesucht! Sichergestellt wurden die Herrenfahrräder Marke Hasso Nr. 1836 und Marke NSU. Nr. 546 491. Die Eigentümer können ihr Eigentumsrecht bei dem Krim.-Kommissariat gel­tend machen.

* Freibank. Verkauf am Mittwoch, 10. Juli, 7%9 Uhr. Rind- und Schweinefleisch, Breis pro Pfd. 50 bzw. 80 Pfg. Höchstgewicht 6 Pfd.

WeiterberiEt

Nachdem sich die Druckgegensätze über Mittel­europa sehr verschärft haben, beginnt nunmehr ein Auffüllen der Zyklone, das gleichzeitig von einem Vorstoß des atlantischen Hochs begleitet wird. Da­durch wird die herrschende Nordwestströmung in eine mehr westliche verwandelt, und bei zeitweiliger Aufheiterung wird es etwas wärmer. Eine durch­greifende Besserung der Wetterlage ist aber erst für

schaft. Samstag abend marschierte der fsstgebendft Verein, »am Vereinslokale unter Borantritt besl Trommlerkorps der vereinigten Feuerwehr, deck Turnerschaft, der Dechcr'schen Kapelle durch dirs Straßen des Ortes nach dem Festplatzc zur Lm-- denau. Hier entwickelte sich bald ein buntes Trei- ben. Sechs junge Radfahrer derMövio" erfreuten die Besucher durch einen Sunftreigenj Die anwesenden Orts - Gesangvereine wehss eiferten mit Vorträgen des deutschen Liodez. s Fräulein Angela Decher, Lehrerin der hiesiges Töchterschule, erntete mit ihren vier vorgeisährten [ Geestländer Volkstänzen: 1. Jägerquadrille,!

2. Windmüller, 3. die schöne Wulka und 4. Achter- k rüm reichen und wohlverdienten Beifall. Di-s Musiksätze hatte Herr Decker selbst ausgeführt. - Am Sonntag morgen fand in der 8 Uhr-Messe in I der St. Pauluskirche die kirchliche Weihe her i Fahne statt. Die Singgemeinschast verherrlichte den Gottesdienst durch Chöre und musikalische Darbiok kungen. Gegen % 2 Uhr mittags erfolgte an der I Hanauer Landstraße die Aufstellung des Festzug-s,; der sich gegen 2 Uhr in Bewegung setzte und ein s farbenprächtiges Bild bot. Auf dem Festplatze ent ; bot zunächst der Vorsitzende Herr Karl Neu-l mann, allen Besuchern herzlichen Willkomm-gruß. Dann ergriff Herr Jos. Börge das Wort zur s Festrede:Dreiundzwanzig Jahre sind heute neu - flossen, seitdem sich in unserem sangesfrohen Groß. I anheim ein kleines Häuflein für das gemeinsame Lied begeisterter Menschen zu einem Chor zu- r sammeNsanden. Die Gründung vollzog sich unter ben f damaligen Ortsgeistlichen Herrn Pfarrer von Jage­mann. Bon den Gründern sind heute noch all» tätig, die Herren Lehrer Decher, Simon Rauch, Aug. Rauch und Gordfr. Kämmerer. Im Weltkriege I starben den Heldentod die Herren Emil Neumann, i Anton Ejeigel und Karl Rauch, deren Andenken immer nur mit Ehren, im Verein genannt wird. Die Leitung des Chors liegt seit Gründung in den bewährten Händen des Herrn Lehrer Decher. 130 Mitglieder, die mit Leib und Seele für das Wohl der Singgemeinschaft einstehen, marschieren heute unter seinem Banner. Was hat sie zusammen- geführt? Einzig und allein die Macht des Ge­sanges. Vor allem das deutsche Volkslied, das ben unerschöpflichen Empfindungsreichtum der Seele wiederfpiegelt. Mit einem Hoch aufs deutsche Lied, schloß Redner feine Ausführungen. An die Festrede reihte sich der Weiheakt, der sich in den üblichen Formen vollzog. Fräulein Bemhaner sprach dabei den Prolog, und der PatenvereinEintracht" er- freute durch den Chor:Das ist der Tag des Herrn". Nun enthüllte ^Fr!. Andres die Fahne. Nach Enthüllung der Fahne, übermittelten eine ganze Reihe von Vereinen und Sönperf duften dem festgebenden Verein ihre Glückwünsche und Ge­schenke. Fahnenschleifen, Fahnennägel und Di­plome. Den Abschluß bildete ein wohlgelungenes Volksfest.

Ostheim, 9. Juli. Seinen 84. Geburtstag feiert morgen Herr Wilhelm Werth.

Marköbel, 9. Juli. Hohes Alter. Ihren 84, Geburtstag feiert morgen Mittwoch, 10. Juli, Frm Marie Kail in g Wwe., die älteste Einwohnerin des Ortes.

später zu erwarten.

Vorhersage bis Dienstag

abend: Zunächst noch ziemlich bewölkt, nur ganz geringe Schauerneigung, später einsetzende Auf­heiterung, etwas wärmer, lebhafte westliche Winde. Vorhersage bis Mittwoch abend: Nach vorüber­gehender erneuter Abkühlung wieder einsetzende Besserung.

Landkvsis Kanau.

Sahnenweibe der Sinagemein- iwaft «ESe-tta*

Großauheim, 8. Juli. Fahnenweihe der Singgemei nschastCäcilia". Trotz der zweifelhaften Witterung nahm die Bannerweihe des genannten Vereins den denkbar besten Verlauf unter stärkster Beteiligung der gesamten Einwohner-

Ämseh««s

Groß-Sleinheim, 8. Juli. Gemeinde« ratsbericht. In der letzten Sitzung wurde be­schlossen: Betreffs Ankauf von Koks für die Schulen wird der Bürgermeister beauftragt, Offerten ein» zuholen und den Bedarf für den Winter anzukaufen. Dem Gastwirt Joseph Kaiser wird auf seinen An­trag die Konzessionerweiterung genehmigt. Der Schluß der Feldgemarkung wird wie im Vorjahre

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Luihèv

Ein Film der deutschen Reformation von Hans Ryser.

Nicht ein Film der deutschen Reformation schlechterdings ist es, den die Cob-Film-GmbH. Berlin unter der Regie von Hans Ryser und der technischen Oberleitung von Uwe Jens Krafft mit dem unvergleichlichen Darsteller Eugen Klöpfer in der Titelrolle geschaffen hat, sondern der Film der deutschen Reformation. Ein nicht zu überbietendes Meisterwerk der Darstellerkunst, sein ziseliert bis ins kleinste Detail, sämtliche Möglich­keiten der Filmtechnik erschöpfend, sich ballend von Szene zu Szene zu einem wuchtigen Ganzen. Fein kontrastiert die Gegensätze, mitreißend in ihrer Be­wegung der Massenszenen, unvergleichlich die Cha­rakterisierung der handelnden Hauptpersonen. In ihrer Wucht und Eindringlichkeit sich ständig stei­gernde Szenenbilder, chronologisch aneinanderge­reiht der Lebenslauf des großen Reformators, sein Durchringen bis zur Krönung seines Werkes.

Eugen Klöpfer als Titelträger zur Seite eine erlesene Schor berufener Filmschauspieler, die das Filmwerk erst zu einem in jeder Hinsicht vollende­ten machen. Ein Loos als Melanchthon, ein Vallen- tin als Karlstadt, ein Ledebur als Sickingen, ein Kostner als Hutten, ein H. K. Müller als Karl V., um nur einige herauszuheben. Mit dieser Besetzung muhte ein Film entstehen, den man mit Recht zu den größten Deutschlands rechnen darf.

Was die Handlung betrifft, so dürfte sich ein näheres Eingehen auf sie erübrigen. Ist doch Luthers Lebenswerk einem jeden von uns in Fleisch und Mut übergegangen, jede einzelne Etappe seines Lebens jum Allgemeingut geworden. Damit soll aber nicht ganz an der Handlung vor­beigegangen sein, die Höhepunkt auf Höhepunkt ausweist. Klöpfer hat hier eine Meisterleistung vollbracht, hat uns mitgehen lassen den schweren Weg Martin Luthers zum Reichstag nach Worms, hat uns in unüberbietbarer Eindringlichkeit die vor- ongegangenen schweren inneren Kämpfe des gro­ßen Reformators veranschaulicht, sein Ueberwinden und Freimachen, die Krönung seines Werkes. Die Berufung Luthers, der Weg von Rom zu Christus, der Sieg des Glaubens, so bezeichnen sich drei Ab­teilungen des gewaltigen Werkes, das mehr als 20

welthistorische Stätten des großen Geschehens vor unseren Augen erstehen läßt. In diesen drei Bezeichnungen liegt der ganze Inhalt des groß­artigen Werkes, das man gesehen haben muß, um sich einen rechten Begriff von seiner mächtigen Wirkung zu machen.

Vhoiosvavbie duvch die GchSdeSdeEe

wie stellt die moderne Medizin Hirnschäden fest?

Für die moderne Chirurgie sind die Röntgen­aufnahmen ein unentbehrliches Hilfsmittel. Nur liefern die Strahlen gerade von den Weichteilen des Körpers meist unscharfe Bilder, so daß sich die einzelnen Organe im Röntgenbilde nicht genügend voneinander abheben. Auch verdecken die starken Schatten der Knochen alles, was hinter oder zwi­schen ihnen liegt. Man suchte Hilfsmittel und fand sie für Magen- und Darmaufnahmen z. B. im Wismutbrei, den man dem Patienten eingibt. Das Wismut ist undurchlässig für Röntgenstrahlen, daher erhält man von den Organen, die mit Wismut angefüllt sind, einen deutlichen Schatten'auf dem Röntgenschirme.

Aber ein sehr wichtiges Organ konnte man auf diese Weise nicht untersuchen, nämlich das Gehirn. Es liegt ja eingebettet zwischen den Schädelknochen, deren Schatten im Röntgenbilde alles andere über­decken. Der medizinischen Wissenschaft mußte aber besonders daran gelegen sein, auch Gehirnaufnah­men zu erhalten, denn zur Erkennung von Gehirn­schwülsten und ihrem Sitz konnten sie von über­ragender Bedeutung werden. Man kann zwar aus verschiedenen Anzeichen oder aus der Art gewisser Ausfallserscheinungen auf eine Geschwulst und ihren Sitz im Gehirn schließen, doch sehr oft kann man aus ihnen allein keine bestimmten Schlüsse ziehen.

Nun hat Dr. Egas Moniz, Professor der Neuro- togie an der medizinischen Universität zu Lissabon, ein Mittel gefunden, das im Gehirn ähnlich wirkt wie der Wismutbrei im Magen. Seine Erfindung beruht auf der Beobachtung, daß sich die Hirn­arterien verschieben, sobald Geschwulstbildungen im Gehirn auftreten. Wenn es also gelang, den Ver­lauf der Arterien zu verfolgen, so war das Pro­

blem der Geschwulstbestimmung gelöst. Er fand auch die Substanz, die, in die Hirnarterien einge­führt, noch stärkere Schatten im Röntgenbilde wirft als die Schädelknochen. Es ist eine Lösung von Rubidium und Natriumjadatum.

Nach vielen Voroersuchen an Hunden und Men­schenleichen ging man daran, dieHirnschrist" beim lebenben Menschen anzuwenden. Das Serum wird in die Halsschlagader eingeführt und durch die Adern ins Gehirn geleitet. Ihr Verlauf wird da­durch im Röntgenbilde sichtbar und krankhafte Ab­weichungen können festgestellt und danach der Sitz der Geschwulst bestimmt werden.

Bisher wurde das Verfahren bei 40 Personen in der Lissaboner Klinik angewendet. In jedem Falle hat die Gehirnschwulst und ihre Lage ein­wandfrei festgestellt werden können. Der Hirn­chirurgie ist also ein neues bedeutendes Hilfsmittel in die Hand gegeben worden. Man hat sogar schon bei der bloßen Einspritzung, die sich immer als ungefährlich herausgestellt hat, in einigen Fällen Besserungen erzielt.

o Tätlicher Angriff auf einen Musikkritiker. Auf dem Tonkünstlerfest in Duisburg ereignete sich ein tätlicher Angriff auf einen Musikkritiker. Der Kö­nigsberger Generalmusikdirektor Hermann Scher­chen versetzte in einem Duisburger Lokal dem Musikkritiker derRheinisch-Westfälischen Zeitung" Friedrich Wilhelm Herzog einen Faustschlag ins Gesicht und beschimpfte außerdem den Angegrisfe- nen. Herzog wurde dabei die Brille zerschlagen und das Gesicht verletzt. Nach derRheinisch-West- sälischen Zeitung" soll es sich um einen Racheakt Scherchons handeln, der sich kürzlich durch eine Kritik Herzogs beleidigt gefühlt und Klage gegen ihn angestrengt hatte. Diese Klage wurde vom Amtsgericht Berlin-Mitte als unbegründet kosten, pflichtig abgewiesen. Der Vorfall, der sich im Kreise zahlreicher Musikkritiker aus dem Reiche zutrug, St größte Empörung hervorgerusen. Der Verband uskkkritiker e. V. hat sich des Falles bereits an­genommen.

o Line 10 000 Jahre alle Siedlung in Dänemark entdeckt. Bei Ausgrabungen in Lundy Moor auf Seeland, der größten und wichtigsten Insel des Königreiches Dänemark, entdeckte der dänische Ar­chäologe Walther eine prähistorische Siedlung, die aus den Jahren 8000 bis 10 000 v. Christi stammt.

Er fand große Mengen von Knochen verschiedener Säugetiere und Vögel sowie Fischskelette, daneben aus Hirschgeweihen hergestellte Aexte, Harpunen und Messer aus Knochen, und Aexte, Speere und Bogen aus Stein. Die Siedlung liegt auf einem kleinen Eiland in einem prähistorischen See, der aus der Zeit stammt, als Seeland mit dem Fest' land durch Südschweden und Norddeutschland i'1 Verbindung stand.

o Entdeckung einer Handschrift Wolframs von Eschenbach. Aus Wasserburg am Inn wird ein be­deutsamer Handschriftenfund gemeldet. Der dortige Stadtarchivar entdeckte in sieben Pergamentcin- bänden Bruchstücke einer mittelalterlichen Hand­schrist. Bei näherer Untersuchung ergab sich, daß es sich hier um Teile aus demWillehalm" von Wolfram v. Eschenbach handelt. Es ist dies das dritte große Epos des fränkischen Dichters, das er um 1215 herum in Anlehnung an das französische Heldenlied von derBataille dÄliscans" gefdjric* ben hat.

Angriff auf das Radiummonopol

o In der Absicht, das Radiummonopol 311 brechen, hat das frühere Mitglied der amerika­nischen Handelsakmmer Anthony Marcus große Gebiete im früheren Deutsch-Südwestafrika käuM erworben. Das Land enthält große Mengen hoch­wertiger Pechblende, aus der "Radium gcwannG werden kann. Marcus, der kürzlich aus SUdajruo nach Newyork zurückgekehrt ist, erklärt, daß die von ihm zum Zwecke der Radiumerzeugung gegründete Gesellschaft das RMum zu einem Preise zu An­käufen gedenke, der sich nur wenig über die Ge­stehungskosten stellen werde. Diese Herstellung-' kosten dürsten nach seiner Schätzung den Betrag von 26 000 Mark je Gramm nicht übersteigen, wäh­rend der von der belgischen MonopalnerwaltitNg festgesetzte Preis 280 000 Mark je Gramm beträgt. Es gibt nach feiner Meinung keine Entschuldigung für Die ungeheuerliche Preisfestsetzung der b« gischen Erzeuger; handle es sich doch um eine Stoff, der bei der Heilung des Krebses eine s wichtige Rolle spiele. Marcus verweist bet der Ge­legenheit auf einen als Autorität geltenden amc>>' konischen Sachverständigen, der behauptet hat, da» dank der kürzlich geglückten Entdeckung eines deut­schen Chemikers es durchaus praktisch möglich Is - aus der Pechblende Radium zu einem angemessenen Preise zu gewinnen.