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Mkkwoch den 3> Juli 1929

Seite

HANDEL UND WIRTSCHAFT

Sterchsbankauswers

Zunahme des Goldbestandes.

X Nach dem Ausweis vom 29. Juni hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 621,4 (t. B. 728,4) auf 3288,4 (2710,4) Mill. RM erhöht. Im einzelnen sind die Bestände an Wechseln und Schecks um 415,9 (616,3) auf 2843,0 (2477,2) Mill. RM und die Bestände an Reichsschatzwechseln um 103 7 auf 158,1 Mill. RM und die Lombardbe- stän'de um 101,7 (111,1) aus 194,3 (138,3) Mill. RM angewachsen. An Reichsbanknoten und Rente"' bankscheinen zusammen sind 794,9 Mill. RM in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat der Umlauf an Reichsbanknoten um 769,9 (767,5) auf 4838,6 (4674,2) Mill. RM, derjenige an Rentenbank­scheinen um 25,0 (37,1) auf 460,3 (578,3) Mill. RM zugenommen. Demgemäß hat sich der Bestand der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 4,4 (2,3) Mill. RM vermindert. Die fremden Gelder zeigen mit 631,3 (525,2) Mill. RM eine Zunahme um 52,1 (12,5) Mill. RM.

Die Bestände an Gold und deckungsfähigen De­visen sind mit 2271,9 (2333,8) Mill. RM, also um 176,8 höher ausgewiesen. Im einzelnen haben die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 29,7 auf 360,5 (250,0) Mill. RM und die Goldbestände um 147,0 auf 1911,4 (2083,8) Mill. RM zugenommen. Die Deckung der Noten durch Gold allein betrug 39,5 Proz. (44,6) gegen 43,4 Prqz. (52,8) in der Vorwoche, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen 47,0 Proz. (49,9) gegen 51,5 Proz. (59,1).

Von den Abrechnungsstellen wurden im Juni abgerechnet 10146 (10 699) Mill. RM. Die Giro­umsätze betrugen in Einnahme und Ausgabe 58 084 (57 314) Mill. RM.

svankfuvtev Bdvse

Frankfurt a. M., 2. Juli. Tendenz: etwas - freundlicher. Im Vormittagsverkehr war die Börse i weiter durch große Unlust und fast völliger Stag­nation ausgeprägt. Zu Beginn des offiziellen Marktes nahm die Tendenz aber wieder ein etwas i freundlicheres Aussehen an; denn einige vorliegende Auslandsorders und besonders die Beteiligung der General Electric am Osram-Unternehmen regte an, i dies wirkte sich aber vor allen Dingen am Elektro­markt aus. Das Geschäft konnte aber auch heute wieder kein größeres Ausmaß annehmen, da die 5 Spekulation sehr zurückhaltend blieb und nur in i einigen Werten zu Jnteressenkäufen schritt. Der ' immer noch angespannte Geldmarkt, die weiteren Goldkäufe der Reichsbank und erneute Diskont- erhöhungsbefürchtungen verstimmten auf der

anderen "Seite und ließen keine regere Geschäfts­tätigkeit aufkommen. Aber trotzdem traten gegen- - über der gestrigen Abendbörse aus allen Marktge­bieten Besserungen durchschnittlich big ju 1% Proz. "ein. Etwas lebhaftere Umsatztätigkeit hatten L^Mtoattien auszuweiiMund, hier waren Swurens ; huit plus 4% Prozent führend. Schuckert gewannen | 3 Prozent und Licht u. Kraft 2 Prozent. AEG., i Felten und Gesfürel eröffneten nur eine Kleinig- ^it fester. Am Chemiemarkt waren die Umsätze vökNniâ_bcsonderer Bedeutung, doch gewannen I. !G. Farben ca. 1% Proz. Deutsche Erdöl gewannen 2 Prozent, doch muß hier der Dividendeabzug be­achtet werden. Auch am Montanmarkt war die Um­satztätigkeit vorübergehend etwas lebhafter, bei an­fänglichen Erholungen bis zu 1 Prozent. Am Kali­markt waren Westeregeln mit minus 4 Prozent stärker angeboten, doch wurden bald wieder Rück­läufe vorgenommen, so daß der anfängliche Verlust ausgeglichen und sogar noch um 1 Prozent über­schritten werden konnte. Die Tendenzgestaltung

war am Bankenmarkt nicht einheitlich; Berliner Handelsgesellschaft waren angeboten und büßten 1% Prozent ein, während für Reichsbankanteile einiges Interesse bestand, bei einer Erholung von 1% Prozent. Dresdner Bank und Commerzbank lagen knapp gehalten. Am Variablen Markt konn­ten Frankfurter Maschinen erneut 1 Prozent an­ziehen. Zellstoffpapiere nicht einheitlich; die Ver­änderungen blieben ganz gering. Bauunterneh­mungen bis 1 Prozent fester. Renten still. Schutz­gebiete leicht gedrückt. Die übrigen Renten eher etwas höher. Gefragt waren noch Dt. Linoleum mit plus 2% Prozent und Glanzstoff mit plus 3 Prozent.

Im Verlaufe blieb die Stimmung freundlich, doch ließ das eGfchäft viel zu 'wünschen übrig. Die Kurse erfuhren kaum eine Veränderung. Nur ein­zelne Spezialpapiere waren zeitweise noch etwas reger gesucht.

Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8% Prozent unverändert.

Am Devisenmarkt war die Lage nur wenig ver­ändert. Man nannte Mark gegen Dollar 4.1990, gegen Pfunde 20.352. London-Kabel 4.8485, Paris 123,95, Mailand 92.68, Madrid 33.85, Holland 12.07%.

An der Abendbörse war die Stimmung freundlich; auch konnte sich auf vereinzelte Deckungen der Kulisse in Spezialwerten eine etwas lebhaftere Geschäftstätigkeit entwickeln. Im Vor­dergründe standen Siemens mit plus 1% Prozent. Sonst konnten noch Dt. Linoleum, Licht und Kraft je 1 Prozent gewinnen. Auch für Glanzstoff mit plus 2 Proz. bestand etwas Nachfrage. Sonst waren nennenswerte Veränderungen gegenüber dem Ber­liner Schluß kaum zu verzeichnen. Nur Nordd. Lloyd und Dt. Erdöl lagen leicht gedrückt. Im Verlaufe zogen einzelne Papiere weiter um Bruch­teile eines Prozentes an. Renten still. Harpener 145, Mannesmann 122%, Otavi 70%, AEG. 195, Dt. Linoleum 316. J. G. Farben 237%, Schuckert 240, Siemens 395%, Nordd. Lloyd 113, Wald­hof 251.

Schutzgebiete..... 6/o Reichsanleihe v. 1927 Ablösungsschuld o. A. .

do.

m. A.

8% Pr. Centr.. Bod.- Pfandbr. 28 . . . .

8% Pr. Centr.-Komm,-

Obl. 28......

Anatolier I..... do. II.....

Bagdad I. . . . . .

do. II......

Zollturken.....

Schantungbahn . . .

Barmer Bank . . . .

Berliner HändelsgeseNsch.

Commerz- u. Privatbank Darmstadt, u. Nationalb. Deutsche Bank . . . . Deutsche Vereinsbank Diskonto-Gesellschaft . .

Dresdner Bank. . .

Metallbank . . . . ,

X Dunlop zur Reifenfabrikation bei Opel. Wir I richtlichen Vergleichsverfahren 40 Proz.. Den

berichteten von Plänen der Adam Opel A.-G., eins Passiven von 220 000 RM stehen Aktiven von

eigene Reilfensalbrik zu errichten. In der zugrunde­liegenden Meldung des WTB.-Handelsdienstes war mitgeteilt worden, Opel habe zuvor über An-

gliederung mit maßgeblichen deutschen Reifen- fabriken ohne Erfolg verhandelt, weil keines der besichtigten Werke dem modernsten Stande der Technik entsprochen habe. Demgegenüber ersucht die Deutsche Dunlop-Compagnie in Hanau festzu­stellen, daß ihre Werke nicht zu den besichtigten ge­hören, daß keinerlei Verhandlungen mit den Dun­lop-Werken geschwebt haben und solche auch voll­kommen aussichtslos sein würden. Die Dunlop- Werke besäßen so neuzeitliche Fabrikationseinrich- tungen, daß sie den Vergleich mit amerikanischen Reisensabriken nicht zu scheuen brauchen.

X Flzsabrik 21.-0, Fulda. Die GV. geneh­migte 5 Proz. (5) Dividende. Anschließend wurde die angekündigte Kapitalerhöhung zur Stärkung der Betriebsmittel und zum Ausbau des Unter­nehmens zunächst um 500 000 RM auf 1,5 Mill. RM beschlossen. Beabsichtigt ist eine Kapitalsver- doppelung. Ein Bezugsrecht dürfte prakttisch kaum in Frage kommen, da das AK. der Gesellschaft zu zirka 95 Proz. bei der Firma A. Mainz u. Co. (Rohwolle), Frankfurt a. M., liegt.

X Die Aufhebung der Ausfuhrverbote für Häute und Felle. Die internationalen Vereinbarun­gen von Genf vom 18. Juli 1928, durch die 18 Staaten untereinander die Aufhebung der Ausfuhr­verbote für Häute und Felle sowie für Knochen und Leimleder und ferner die Aufhebung der Be­schränkung der Ausfuhrabgaben auf diese Rohstoffe verabredet haben, find nunmehr auch vom Reichs­tag genehmigt worden. Die Ratifikationsurkunde ist bestimmungsgemäß vor dem 1. Juli in Genf hinterlegt. Vorausgesetzt, daß auch die anderen Staaten rechtzeitig ratifizieren, werden die Verein­barungen am 1. Oktober d. I. in Kraft treten. Bis­her steht fest, daß England, Belgien, die Türkei und Oesterreich ebenfalls ratifiziert haben.

X Zahlungseinstellung im Frankfurter Textil­handel. Die Süddeutsche Regenmäntelfabrik Louis Kahn, Frankfurt a. M., Kaiserstr. 74, bietet im ge-

FranKfurler Kursbericht (2. Juli).

5.15

87.25

50.75

10.25

97.50

94.50

19

20.25

7.50

216.- 183.50 274 170

156.75

161.75

MitteldeutfcheCreditbank

Reichsbank..... 328

Oesterr. Creditanstalt . 30.85

Westbank......99.1.0

Hapag.......121.25

Nordd. Lloyd . . . . Buderus...... Gelsenkirchen. . . . .

Harpener...... Ilse Bergbau . . , .

Klöckner . . . . .

Mannesmann . . . .

Mansfelder Bergbau . Oberbedarf . . . .

Oktavl Minen . . . Phönix..... .

Rhein. Braunkohlen . , Rheinstahl..... Riebeck Montan . . . Laurahütte . . . . .

Ver. <stahlwerke A.-G. Aschersleben. . . . Salzdetfurth. . . . , Westeregeln . . . . . Kleyer....... Brown, Boveri. . . . Daimler..... Frankf. Maschinenfabrik. Mag....... Voigt D Häffner . . . Metallges. Frankfurt a. M. Junghâus ...... Cement Heidelberg .

Hoch- und Tiefbau . .

111.75

74 137 75 141.85 213

121.50

136

71

96.50

125 50

70.

235.75

400.

5 . 138

57.-

46.75

121.50

220 127.25

70 138, 100

130 000 RM gegenüber.

X Reichraussicht für private Bausparkasse«. Der im Winter vom Reichsarbeitsministerium ausge­stellte Reserentenentwurf über die Bausparkassen ist, wie mitgeteilt wird, jetzt mit den beteiligten Reichs- und Länderressorts durchberaten worden. Der Entwurf sieht lt. Berliner Drahtbericht eine Reichsaufsicht vor, die sich auf die privaten Bau­sparkassen in ähnlicher Weise erstrecken soll wie die bereits bestehende Aussicht über die privaten Ver­sicherungsunternehmungen. Der Zweck ist, größt­mögliche Sicherheit bafür zu schassen, daß die Spar­beiträge nur bestimmungsgemäß verwandt und Verluste durch andere Verwendung oder durch un­wirtschaftliche Maßnahmen der Bausparkassen mög­lichst vermieden werden.

Frankfurter Getreidebörse

vom 2. Juli (Amtlich).

Je 100 kg in Goldmark:

Weizen 1. Qualität

Roggen (inländisch.), fester. . . Sommergerste für Brauzwecke . Hafer (inländischer) . . . . . Mais (gelb)........ Weizenmehl (südd. Spezial) . . (Niederrhein. Spezial)

Roggenmehl, fester . . . . . Weizenkleie . ......

Roggenkleis . ......

Tendenz: fest

25.00 6m

23.00

23.00 ,

23 00

21.50

36.25

35.56 ,

31.00-31.50 ,

11.25

12.50 ,

PH. Holzmann . . Wayß D Freitag . . Zellstoff Aschaffenburg Zellstoff Waldhos . . J. 6. Farben . « . Scheideanstalt . . Holzverkohlung. . . Dt. Erdöl .... Th. Goldschmidt . . Montecatini.... Rütgerswerke . . . A. E. G......

. 109.75 . 102.50 . 180.75 . 245.75 . 235 . 160 . 89.50 . 111.- , 74 . 54.50

. 86.50

. 192.25

Bergmann-Werke . . .

Ehade...... . 425

Licht und Kraft . . , 214.50 Elektrische Lieferungen 155 Felten © Guilleaume 132.25

Eesfürel . . . , Lahmeyer. . . , Lech.verkr. . , , Rhein. Elektr. . , Schuckert . . . . Siemens & Halske Mainkraftwerke. . Dt. Linoleum.. . Karstack . . . Svenska . . . , Südd. Zucker

Per. Elanzstoff. .

218.25 16 4 10\75 150 237.50 390

105.50 312

192.50 411

143.50 425

Berliner Metallmarkt. (Vom 2. Juli)

Kupfer

U

b

Blei

G

B

Mak

Mai . . .

Juni . ..

141.25

143.50

Juni. .

46.-

46.25

Juli . . .

142^0

143.50

Juli . . .

4625

46.50

August. .

142.50

143.50

August . .

46.25

46.50

Sept... .

143.25

143.75

Sevt. . . .

46.25

46.75

Oktober .

143.50

143.75

Oktober .

46 25

46.75

Novbr.. .

143.50

143.75

Novbr.. .

46.25

46.50

Dezbr. . .

143.50

144.-

Dezbr. . .

46.25

46.75

Amtliche EinheitSkurs« BerlinFrankfurt a. M. (Vom 2. Juli, Geld I Brie»

New Dori . Holland . . BuenoS-AireS Brüssel . . Christiania . Kopenhagen. Stockholm . Helsiugfor . Italien , . London . .

Paris . . ,

Schweiz , .

Spanien . . < D.-Oesterreich , Prag . . . . PengS . , Japan . . . Rio oe Janeiro Bulgarien . , Belgrad . . , Lissabon . . < Danzig

4

168

1

58

111

111

112

10

21

20

16

80

58

58

12

73

1

0

3

7

18

81

19 37 75 21

72 70 37 53

94 33

40 68

C4 96 41 08 86 49,6 03,2 36,6 73 32

4 168

1

58

111 111

112

10 21 20

16

80

58

59 12 73

1 0

3 7

18 81

20

71

76

83

94

92

59

55

98

37

84 16 OS

43

22

87

50 04

88,0

77

48

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