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Montag den 1. Juli 1929

7er. 151

SchadenevsatzvMcht dev Gbefvau

Wenn die Ehefrau den Vermögenslosen Ehe­mann in ihrem Geschäft ohne Barvergütung be­schäftigt, um ihn dadurch vor feinen Gläubigern zu Mitzen, so verstößt sie gegen die guten Sitten, indem sie dazu mithilft, den Anteil anderer Unter- haltsberechtigter an dem wirklichen oder möglichen und von ihrem Mann« zu verlangenden Arbeits­einkommen zu verkürzen. - Nach einer in Nr. 20 der Juristischen Wochenschrift abgedruckten Ent-/ scheidung hat das Oberlandesgericht Düsseldorf von: 28. Dezember 1928 (1 U. 224/28) die beklagte Ehe­frau dem Anträge des Klägers gemäß verurteilt. In den Urteilsgründen ist ausgeführt, daß die Be­klagte mit ihrem Ehemann gemeinsame Sache ge­macht habe, um auf diese Weise des Klägers Unter­haltsansprüche gegen den Ehemann der Beklagten zu vereiteln. Der Ehemann sei verpflichtet, nach besten Kräften zu arbeiten und zu verdienen, um seiner Unterhaltspflicht gegenüber dem Kläger zu genügen. Er verletze seine Unterhaltspflicht, wenn er in dem Geschäft seiner Ehefrau seine Arbeits­kraft nicht voll ausnutze oder sich feine Dienste nicht gleich hoch bejahten lasse, wie er sie bei voller Ar­beitsleistung von anderen Arbeitgebern bezahlt er­halten könnte. Da die Beklagte sich an ber. Unter* yaltsverletzung gegenüber dem Kläger mitschuldig gemacht habe, haste sie in diesem nach §8 826, 830 BGB. auf Ersatz des ihm entstandenen Schadens.

Gshöbie eiecMh&S^ tauige dev stavken Katte

3m ersten Wertefahr 1929 war nach den Fest­stellungen des Preußischen Statistischen Landes- amtes die Heiratssrequenz in den preußischen Groß­städten recht groß. Wenn auch die durchschnittliche Heiratszrffer mit 7,7 Prozent etwas hinter der des ersten Vierteljahres 1928 7,9 zurückblieb, über­ragte sie doch den im gleichen^Zeitraum der voran­gegangenen Jahre erreichten Stand (1927:6,8, 1926: 6,6 Prozent. Hamborn stand mit einer Heirats­ziffer von 9,7 Prozent an erster und Gleiwitz mit einer solchen von 5 Prozent an letzer Stelle. Die Geburtenzahlen haben leider wieder einen Rück­gang erfahren. Die mittlere Geburtenziffer ist von 18,8 Prozent im ersten Vierteljahr 1928 auf 18,1 zurückgegangen. Die höchsten Geburtenziffern hatten wieder Städte mit starker Bergarbeiter-Bevölke­rung. Hamborn stand mit 26,6 Prozent an erster Stelle. Die geringste Geburtenziffer zeigte abermals Berlin, wo mit einem erneuten Rückgang die Zahl der Geburten von 11 auf 10,6 Prozent gesunken ist. Außerordentlich hoch war die Sterblichkeit des Berichtsolertckljahrs. Dre durchschnittliche Sterbe­ziffer stieg nämlid) von 13,5 Prozent im gleichen Zeitraum des Vorjahres auf 18,1 Prozent. Dies ist offenbar auf die ungewöhnlich starke Kälte zu­rückzuführen, die der letzte Winter gebracht hat, zumÄ besonders häufig Grippe und Lungenent­zündung als Todesursache, vornehmlich im Feb­ruar, dem kältesten Monat, auftraten. In diesem Monat erhöhte sich die durchschnittliche Stevbe- ziffer der Großstädte auf 23,7 Prozent. Barmen erreichte sogar 35,4 Prozent. Ungünstiger lag auch die Säuglingssterblichkeit mit einer durchschnitt­lichen ier von 11,7 Prozent gegen 11 Pro- 1928. Von den Groß- O/S. mit 16 Prozent die hdrfAd sowie Frankfurt a. M. mit 6,3 unb 6,8 Prozent die niedrigste Sterblichkeit. Als Folge der hohen Sterblichkeit und des Ge- burtenrüSgangs ergab sich im Berichtvierteljahr bei 20 von insgesamt 34 Großstädten ein Uebermiegen der Gestorbenen über die Geborenen, während im ersten Vierteljahr 1928 nur vier Städte einen Sterbeüberjchuß hatten. Die höchste Sterbe-Ueber- schußziffer des Quartals zeigte Barmen mit minus 8,3 Prozent. In Berlin belief sich der Sterbeüber- schuß auf 6901 Personen und war höher als der des ganzen Jahres 1928. Die Großstädte, die Gebur­tenüberschuß hatten, sind fast ausschließlich solche der Bergbaugebiete.

SahnSvzie und GvfaWaMn

Der Verband kaufmännischer Berufsiranken- kassen teilt mit: Das bisherige Verhalten des

Reichsverbandes der Zahnärzte Deutschlands läßt erkennen, daß er nicht gewillt ist, die vom Verband kaufmännischer Berufskrankenkassen für notwendig gehaltenen Voraussetzungen für neue Vertragsver­handlungen anzunohmen. Jnfolgedesfen würden Ver­handlungen ohne Ergebnis bleiben und lediglich zur Verlängerung des bisherigen Kampfes führen. Der Perband kaufmännischer Berufskrankenkassen sieht daher keine Möglichkeit, einer Anregung des Reichsaufsichtsamtes für Prioatvcrsicherung zu folgen, in Vertragsverhandlungei, cinjutrltten. Der Verband wird die ausreichende zahnärztliche Versorgung der Mitglieder aller Verbandskassen ohne Vertrag mit dem Reichsverband der Zahn­ärzte in geeigneter Weise sicherstellen.

GekSbvIkche pflanzen

Vom Landesausschuh für hygienische Volksbe- lehrung wird geschrieben: Sommersonne und Ferienzeit locken Jund und Alt hinaus ins Freie zu Wanderungen durch Feld und Au. Die Freude an der Natur teilt sich dabei auch den Kindern mit, und im kindlichen Ueberschwang sind sie oft geneigt, nicht nur allerlei Blumen zu pflücken, sondern auch ihre Stengel oder Blätter in den Mund zu nehmen. Eine solche Unsitte, deren sich gelegentlich auch Erwachsene schuldig machen, kann inbeffen für die Gesundheit recht erhebliche Nach­teile haben; denn nicht jede Blume, die auf dem Felde oder im Walde wächst, ist frei von Gift­stoffen. Am bekanntesten ist die Giftigkeit des Gold­regens, durch den, besonders bei Kindern, schwere Vergiftungserscheinungen ausgelöst werden können. In ähnlicher Weise wirkt die Tollkirche, die speziell im Walde häufig mit anderen Früchten verwech- elt und von Kindern ahnungslos verzehrt wird. Die schlimme Giftwirkung des Schierlings ist unter anderem auch aus der Geschichte bekannt. Finger­hut und Maiglöckchen enthalten ein in der Medi­zin verwandtes Herzgift, das bei unvernünftigem Indenmundnehmen der betreffenden Pflanzen gleichfalls erhebliche Erkrankungen auslösen sann. Als Zierpflanze erfreut sich die Primel allgemeiner Beliebtheit. Soweit es sich dabei um unsere ein­heimischen, gelben Primeln handelt, besteht dabei keine Gefahr, wohl aber ist die japanische und chinesische Primel, die meist in Töpfen gezogen wird, als Giftpflanze zu betrachten. In den an der Unterseite der grünen Blätter sitzenden Drüsen­haaren der japanischen Primel befindet sich ein Giftstoff, der schon bei der bloßen Berührung mit der Hand, etwa beim Abbrechen der Blätter, aus­tritt und meist nach Stunden, aber selbst noch nach Tagen Rötung und Schwellung der Haut, Blasen­bildung, ja schließlich Fieber und ernste Krankheit verursachen kann. Auch Augen und Naseschleimhaut Sie beim Riechen an dieser Blume mit den Gift- toffen in Berührung kommen, können dabei er= Iranfen. Es ist deshalb notwendig, vor jeder Be­rührung mit der japanischen farbigen Primel sich in Acht zu nehmen und ganz allgemein Spazier­gänger und Kinder davor zu warnen, Pflanzen, die ihnen nicht genau bekannt sind, zu pflücken oder gar in den Mund zu nehmen.

* vom Elekkrozweckverband Mitteldeutschland.

Bam Verband wird uns mitgeteilt: Der Elektro- .ziweckverbcmd Mitteldeutschland trat am 28. ds. Mts. im l>es Kgfjel e r Stä nd eh aufs s zu einer ^^^^^^^^^^^^^^mm^^^^ zusammen, verabschiedete den Geschäftsbericht, die Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnuuig für das abgelaufens Geschäftsjahr, ergänzte den Vorstand durch Wahl des Herrn Oberbürgermeister Dr. Stadler-Kassels und Landrat Klapp-Corbach und verlängerte einstimmig die Mandatsdauer des VerbaNdsvovstchers, feines Stellvertreters und der Vorstandsmitglieder ätzungsmäßig auf weitere sechs Jahre. Die Ver­sammlung trat nach einem ausführlichen Vortrage des Verbandsvorstehers in eine Erörterung der vorliegenden Zusammenschkußpläne ein, beschloß einstimmig deren weitere Bearbeitung und nahm davon Kenntnis, daß eine auf Grund der Beratun- en von Vorstand und Unterausschüssen aufgebaute Denkschrift in Vorbereitung sei, in der die verschie­denen Möglichkeiten eines geeigneten Zusammen­schlusses behandelt werden. Nach Ablauf der fom-

merlichen Urlaubszeit fall Wie Frage alsbald wie­der ausgenommen werden, um bis zum Eintritt des Herbstes eine Entscheidung über die zu treffenden Maßnahmen herbeiguführen.

* Eigentümer gesucht. Sichergestellt wurden ein Herrenfahrad Marke Rotac Nr. 11 500, schw. Rah­men und Felgen, engl. Lenkstange und ein Herren­fahrrad Marke Styx Nr. 218 434, schw. Rahmen und Felgen, deutsche Lenkstange, mit Bersicherungs- markeEarotus" Radschutz-Frankfurt. Die Eigen­tümer können sich bei dem hiesigen Kriminal-Kom­missariat melden.

* Das Doppelquarketl 1920 O. Hanau errang in Hainstadt auf dem Gesangswettstreit den 1. Preis, 1. Ehrenpreis, Höchsten Ehrenpreis und Di­rigentenpreis.

* Haftung für Kraftsahrzeugunfälle. Für Kraft­fahrzeugunfälle haftet grundsätzlich nach dem Kraftfahrzeuggesetz der sogenannte Halter des Fahrzeuges und neben ihm, wenn ein Verschulden vorliegt, auch der Führer des Kraftwagens. Als Halter des Fahrzeuges ist dabei vor allen Dingen der Eigentümer des Wagens zu betrachten. Die Entwicklung unseres Wirtschaftslebes bringt es nun vielfach mit sich, daß Kraftwagen von dem Eigentümer auf längere ober kürzere Zeit ver­mietet werden. Für den von einem Unfall betrof­fenen ist daher von Bedeutung, daß er weiß, an wen er sich bezüglich seiner Schadensersatzan­sprüche zu halten hat. Gilt als zum Ersatz Ver­pflichteter der Eigetümer oder der Mieter des Kraftwagens alsHalter" desselben? Nach den ständigen Rechtssprechungen des Reichsgerichts ist der Halter eines Kraftwagens derjenige der ihn für eigene Rechnung in Gebrauch hat und die Ver­fügungsgewalt darüber besitzt, bis ein solcher Ge­brauch voraussetzt. Das Eigentum am Wagen ist zwar nicht unbedingt entscheidend, aber von wesent­licher Bedeutung. Für eigene Rechnung hat der­jenige ein Fahrzeug in Gebrauch, der die Nutzun­gen zieht und die Kosten bestreitet. Das wird auch bei Mietverträgen im allgemeinen der Eigentümer des Wagens und nicht der Mieter des Wagens fein. Dem Eigentümer steht meist durch den Mieter die Verfügungsgewalt über den Wagen zu, denn er zieht die Nutzungen aus ihm in Gestalt der Miete und trägt meist auch Versicherungsprämien und Kraftfahrzeugsteuer, also ist er haftenderHal­ter" des Kraftwagens.

* Wollten Sie Ihr Radio im Sommer abmel­den? Es ist eine bekannte Tatsache, daß mit begin­nendem Sommer viele Rundfunkteilnehmer mit dem Gedanken umgehen, ihre Radioanlage für

einige Monate abzumelden, weil sie dadurch zu sparen glauben, und weil ihnen der Rundfunk bei gutem Wetter nicht mehr zum täglichen Zeit­vertreib dient. Diese Ueberlegung schließt manchen Irrtum in sich. Nur verhältnismäßig

wenigen

Hörern wird es vergönnt sein, längere Sommer-

reifen zu machen oder die Freistunden der schö­nen Jahreszeit regelmäßig außer dem Hause zu verbringen. Auf jeden Fall aber wird durch die Abmeldung eine nennenswerte Ersparnis nicht er­zielt werden. Die Bedingungen schreiben nämlich vor, daß bei Abmeldung einer Rundfunkanlage Luftleiter und Crüanschlüsse zu entfernen sind. Es fragt sich, ob nicht in sehr vielen Fällen das Ab­bauen und Wiederanbringen des Lichtleiters, der Erdungsanfchlüffe, Zuführungen usw. nicht kost­spieliger wird als die Weiterzahlung der Rundfunk­gebühren. Dazu kommt noch bei Röhrengeräten der große Nachteil, daß Sammler, die monatelang nicht geladen und entladen werden, in sachverstän­dige Pflege gegeben werden müssen. Auch hierdurch entstehen Kosten, so daß alles in allem eine Ab­meldung für die kurze Sommerzeit keinerlei Er­sparnis^ bringt.

* Die Entfernung eines Gewitters kann man annähernd berechnen, wenn man die Anzahl der Sekunden, welche zwischen dem Leuchten des Blitzes und dem Rollen des Donners verstrichen sind, mit 333 multipliziert. Das Produkt ergibt in Meter die ungefähre Entfernung des Gewitters. Die Berechnung beruht darauf, daß das Licht, das vom Blitz ausgeht, unser Auge in so kurzer Zeit erreicht, daß wir sie gar nicht in Rechnung zu ziehen brauchen, während der entstandene Schall in der Sekunde nur 333 Meter zurücklegt.

* Marburger Schloßest. Das alljährlich Anfang Juli zu Marburg an der Lahn ftattfinben.be Schloßfest wurde auf Sonntag 7. Juli festgesetzt. Aus dem ganzen Hessentand werden die alten, schönen Volkstrachten zu einer Trachtenschau vereint, die in einer Vorführung alter Volkstänze gipfelt. Im vorigen Jahre war das Schloßfest von etwa 10 000 Menschen besucht. Man geht kaum fehl in der Annahme, daß das Schloßsest auch in diesem Jahre seine Anziehungskraft erweisen wird, zumal die Festspiele an diesem Tage mit Goldonis entzückendem LustspielDiener zweier Herren" be­endet werden.

jUeiSesdevkGS

Der Abbau des nach Mitteleuropa hereinragen­den Hochdruckrückens ist fast vollendet, so daß über ganz Europa eine sehr gleichförmige Luftdruckver­teilung eingetreten ist. Infolgedessen ist es zur Ausbildung zahlreicher Teiltiefs gekommen. Von Frankreich her dringt kühlere Westluft nach Deutsch­land vor, so daß bei anhaltender gleichförmiger Luftdruckverteilung mit nur zeitweise aufheitcrnder und zu Niederschlägen, meist in gewittriger Form neigender Witterung gerechnet werden kann. Vor­hersage bis Montag abend: Zeitweise aufheiternd, noch überwiegend bewölkt, zu Niederschlägen nei­gend, mäßig warm, veränderliche Winde. Witte­rungsaussichten für Dienstag: Fortdauer des be­stehenden Witterungscharakters.

â«rs G«lnSa»re«.

)( Bernbach, 1. Juli. Die 50 Jahrfeier des hei- | mischen GesangvereinsHarmonie" wurde für den | Ort Bernbach und darüber hinaus für das gesamte I Freigericht, ein Tag von großer Bedeutung. Bern- 1 bach hatte zu Ehren des Festes, das am gestrigen 1 Sonntag neben den am Wettsingen teilnehmenden Vereinen Hunderte von Sangesfreunden zusam- - menführte, einen reichen Flaggen- und Blunien- t schmuck angelegt. Der Samstagabend gab dem Fest | einen würdigen Auftakt in einem stimmungsvollen L Kommers, der durch einen großen Fackelzug und t ein Freudenfeuer auf dem Wmgcrtsberg eingeleitet wurde und die Ehrung der Gründer und Jubilare : des Vereins brachte. Von den Gründern des Ver. j eins leben noch vier: F. Aul, Joh. Trageser 1., H. r Trageser 4., und Jakob Aul 1.; Th. Huth 1. kann : auf eine Ivjührige, ununterbrochene Zugehörigkeit f zum Festverein zurückblicken. Für eine 25jährige s Zugehörigkeit zum Verein wurden drei Mitglieder | geehrt. Am Sonntagmorgen fand an zwei t Plätzen das Wertungssingen statt, an dem insge- z samt 17 Vereine teilnahmen und das unter der | Wertung bekannter Kritiker einen guten Verlauf $ nahm. Mittags bewegte sich ein sehr stattlicher, ij durch einen Herold einßeleiteten und viele schöne Festwagen führender Festzug durch den Ort nach g dem Festplatz. Hier wickelte sich sodann der Festakt f ab. Der GesangvereinTeutonia"-Bernbach fang | den Begrüßungschor, her Festpräsident, Karl Franz p hielt die Begrüßungsansprache, und anschließend : der Schirmherr der Veranstaltung, Herr Landrat P Delius-Gelnhausen, die Festrede, in der er beson- | ders die Beziehungen Bernbachs und des Freige­richtes zum deutschen Sangestum würdigte und al«^_ Anerkennung der Preußischen Skaatsvegiorung,/» dem Jubilarverein eine Plakette mit dem Bildnis B C. F. Zelters, der vor 120 Jahren die ersteLie- ? dertafel" begründete, als höchste Auszeichnung D überreichte. Frl. Emma Iffland und Josefine Aul . sprachen mit bester Betonung das Fest und den Jubilarverein ehrende Prologe. Alsdann trat das Volksfest in seine Rechte und ließ manchen guten Chor über den schöngelegenen Festplatz erschallen. W Gegen Abend fand die Preisverteilung und hatte H folgende Ergebnisse: Klasse 1 : 1. und Dirigenten- H preis GesangvereinSängsrlust" Somborn; 2. GD. I

Moslei's SUMM Mi Seftaurolion , Mittagstisch zu Mk. 1.- v.12-2 Uhr. Tei. Hanau 3591 I meldet: Wasserwärme 18 Grad Celsius LuftwSrme 19 Grad Celsius

LNodevne âvsbsbekâmKfung

terte energische Gegenmaßnahmen.

In

Deutschland befaßt sich damit das Zentral­komitee zur Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheiten", dessen Generalsekre­tär Geheimrat Ferdinand Blumenthal zu­gleich Direktor des BerlinerInstituts für Krebsforschung" ist. In einer Unterredung mit dem Mitarbeiter der Allg. Ztg. Chemnitz gab Geheimrat Blumenthal ein Bild der

Pläne und Arbeiten zur Bekämpfung dieser Krankheit.

Allmonatlich kommen im Durchschnitt etwa 180 neue Patienten in unser Institut: sie werden meistens von ihren Aerzten hergeschickt, damit wir die gestellte Diagnose bestätigen und Vorschläge wegen der Behandlung machen. Es ist erschreckend, in fast jeder Sprechstunde auch Jugendliche zu fin­den, die früher überhaupt nicht zu uns kamen. Eine Erklärung dafür zu geben, ist noch nicht möglich. Aber es hat sich herausgestellt, daß der Krebs immer mehr den Charakter einer ausgesprochenen Alterskrankheit verliert, und daß die jugendlichen Formen auffällig zpnehmen. Von den genannten 180 Patienten konnten wir im letzten Monat bei 80 tatsächlich Krebs feststellen, also bei einer verhältnis­mäßig großen Zahl. Es ist bezeichnend, daß nur der Tinste Teil dieser Hilfesuchenden auf eigene Jni- tiatioe kommt, also da sie nicht in ärztlicher Be- w11118 morsn erst in einem weit fortge- Ichrittenen Stadium ihrer Krankheit. Die Kranken, s ." müssen, beraten wir dann bei oer Wahl eines geigneten Chirurgen, wir selbst operieren nicht. sondern behandeln nur mit Bestrah- ung. Ein Teil unierer eigenen Patienten wird in den uns zur Verfügung stehenden Baracken untergebracht, die anderen kommen täglich zur Be­strahlung Zu diesem Zweck sind wir mit dm mo­dernsten Apparaten der Tiefenstrahlentherapie aus- ger iglet. Zu unserer Verfügung haben wir über ein Gramm Radium und Mesothorium, also bei der^heuiigen Lage schon eine recht beträchtliche

Man hat neuerdings in Deutschland die Kom­bination von Radium- und Röntgenbestrahlung

und Elektrokoagulation sowie das sogenannte Spicken der Geschwülste mit feinsten Nadeln, die Thorium X enthalten, recht befriedigend angewandt bei allen jenen Geschwülsten, die anatomisch so ge­lagert sind, daß wir sie mit der strahlenden Materie genügend erreichen können. In solchen Fällen wur­den zahlreiche Heilungen erzielt, während beim Krebs anderer, namentlich innerer Organe, mit die­ser Methode noch keine so günstigen Aussichten be­stehen. Bewährt hat sich ferner die Bestrahlung nach der Operation, um das Auftreten von Rück­fällen zu verhüten.

Bei alledem ist es heute eine feststehende Tat­sache, daß die Diagnose Krebs keineswegs ein Todesurteil zu bedeuten braucht, wie alle Laien es glauben. Dies kann nicht oft genug wiederholt wer­den. Und es muß immer wieder betont werden, daß Operation, Elektrokoagulation und Strahlenbehand­lung, wenn sie frühzeitig und richtig angewandt werden, einen großen Teil der Patienten retten. Es muss die Hauptaufgabe einer sozialhygenifchen Für­sorge werden, die Massen über die ersten Anzeichen des Krebses aufzuklären und nachlässige Kranke zu veranlassen, den Arzt aufzusuchen. Diese Auf­gabe hat ihre Schwierigkeiten, müßte aber bei einiger organisatorischer Geschicklichkeit zu erreichen, jein. Wir haben selbst damit den Anfang gemacht und zwei Fürsorgerinnen eingestellt, die sich erstens während des Krankenhausaufenthaltes der Patien­ten um deren häusliche Angelegenheiten kümmern und ihnen in persönlichen Schwierigkeiten mit Rat unb Tat zur Seite stehen, zweitens aber die wich­tige Aus-gabe haben, dafür zu sorgen, daß die Patienten sich immer wieder regelmäßig zur Be­handlung einstellon. Viele Glauben nämlich, daß sie schon ganz gesund sind, wenn nach der Strahlen­behandlung Die Geschwülste verschwunden sind. Die Folge davon ist dann, daß sie nach einiger Zeit einen Rückfall erleiden und sich nun erst in elendem Zustand wieder einstellen. Es muß also jemand da fein, der die nachlässigen Patienten in ihren Wohnungen aufsucht, ihnen die Wichtigkeit der Behandlung vor Augen führt und sie veranlaßt, wieder zur regelrechten Behandlung zu kommen.

Man spricht so viel davon, daß mir Radium in so großen Mengen besitzen müßten, wie sie Länder wie Schweden, Frankreich, Belgien be­sitzen. Das wäre sicherlich wünschenswert, obwohl es noch gar nicht einmal fcstgestellt ist, ob es tat«

sächlich allein an der großen Menge des Radiums liegt, wenn gute Ergebnisse erzielt werden. Sicher spielt die Kunst der Anwendung und der Kom­bination mit anderen Hilfsmitteln eine große Rolle.

Worauf ruhl nun das krebserreaende Prinzip in der Krebszelle?

Das ist die Frage, die uns alle zurzeit am stärksten beschäftigt, die Frage, die in den Kern des gesamten Krebsproblems trifft. Ist die Krebs­zelle einfach eine ganz normale, aber frei gewor­dene Zelle, eine Zelle also, die keine Hemmungen kennt und gesetzlos zu wuchern beginnt, aus dem Gefüge des Zellenstaates rebellisch ausbrechend, oder ist sie eine veränderte Zelle? Das Letztge­nannte scheint sich heute immer mehr zu bestätigen, wodurch diese Veränderungen hervorgerufen wer­den: durch chemische Substanzen (wie Teer, Pa­raffin, Anilin), durch Verbrennungen, chronische Entzündungen: in anderen wieder sind es Para­siten (Trichinen, Echinokokken) oder Bakterien, die den ersten Anstoß geben zur krankhaften Verände­rung der Zelle. Die verschiedensten Reize, belobte oder unbelebte, können Krebs erzeugen, aber es gibt nicht ein ultramikrostopisches ober sonstwie geeignetes Lebewesen, das im menschlichen Körper sitzt und dort ausschließlich die Aufgabe bat, Krebs zu erzeugen. Von solchen Vorstellungen haben mir uns längst freigemacht. Krebs ist nicht infektiös im Sinne einer Infektionskrankheit und Krebs ist nicht vererblich höchstens kann eine krebsartige Anlage vererbt werden.

Mannheim erhält Promokionsrechl.

Der alte Wunsch der Mannheimer Handelshoch­schule, das Pramotionsrecht verleihen zu dürfen, soll nunmehr in Erfüllung gehen. Am Jahrestag der Hochschulen, am 12. Juli, wird eine Verleihung des Promotionsrechts von der badischen Regierung öffentlich verkündigt werden. Damit sind die Mann­heimer Hochschulen ebenbürdig unter die Hoch, schulen eingereiht, die das Recht jetzt schon besitzen.

0 Ein Kleinod unter den Bibeln. Eine Bibel, die als die kostbarste der Welt angesprachen wird, soll bei Christ versteigert werden. Sie gehört der russischen Prinzessin Paley, die sie mit anderen

Schätzen aus dem Zarenpalast von Zarskoje-Selo I nach England gebracht hat. Eine der Decken der rf Bibel, die 12 Zentimeter breit und 18 Zentimeter : I hoch ist, ist reich mit Diamanten und Smaragden ausgelegt. In einer Ecke befindet sich ein aus Ru- ' binen ausgeführtes Monogramm mit dem Buch- 1 staben A, während die andere Ecke ein Kreuz aus E erlesenen Diamanten zeigt. Der Verschluß ist aus 1 Saphiren gebildet und der Titel aus dünnen Gold- A blättchen zusammengesetzt.

o Der Thealcrprozcß der Stabs Würzburg. In ' der Klage der durch den Beschluß des Stadtrats, j den Theaterbetrieb auf das Schauspiel zu beschrän- I ken, betroffenen Theatermitglicder gegen die Stadt- gemeinde Würzburg wurde gestern vom Landes- Lj arbeitsgericht das Endurteil verkündet. Danach^ wurde das Urteil der ersten Instanz, durch die S die Klage abgewiesen war, ausgehoben und die | Stadt zur Zahlung von Entschädigungen an die abgebauten und noch nicht anderweitig unterge­kommenen 65 Theatermitglieder in der Gesamthvhc von 57 849 Mk. verpflichtet. Das Gericht erachtete K den Einspruch der Theaterleute gegen die ihnen A verspätet mitgeteilte Kündigung als gerechtfertigt. W Es erblickte in der Kündigung eine unbillige Härte. y Stadttheater wie dein Würzburger Weiterbetrieb für ein Spieljahr schon werden.

Einem könne der zugemutet

Theater- Spielpläne.

1. Juli, I

Fcankfurier Opernhaus. Montag,

19.30 Uhr:Die Fledermaus". Dienstag, 2., I

19.30 Uhr:Das Mädchen aus dem goldenen ß Westen". Mittwoch, 3 19.30 Uhr:Pulcinella". I

Hierauf:Der Jahrmarkt von Sorotschintzi". Don­nerstag, 4., 20 Uhr: Cavalleria rufticana". Hierauf: Der Bajazzo." Freitag, 5., 19 Uhr:Die Jüdin". Samstag, 6., 19.30 Uhr:Die Zauberflötc". Sonn­tag, 7., 19.30 Uhr:Carmen".

Frankfurter Schauspielhaus. Montag, 1. Juli, 20 Uhr:Katharina KnieR Dienstag, 2., 20 Uhr: Der Mann der feinen Name änderte". Mittwoch, 3., 20 Uhr:Wilhelm Tell". Donnerstag, 4 20 Uhr:Wilhelm Dell". Freitag, 5., 20 Uhr:Der Mann der feinen Namen änderte". Samstag, 6., 20 Uhr:Kater Lampe". Sonntag, 7., 20 UW .Katharina Kni«".