Nr. S4
Lienstag de» 23. April 1929
Selke 11
HANDEL UND
WODESCHAn
Dev deutsche Außenhandel
38 Mill. RM Einfuhrüberschuß im März
X Die Einfuhr im reinen Warenverkehr beträgt iin Monat März 1929 1022 (im Febr. 1017) Mill. M die Ausfuhr einschl. der Reparatipnssachlie- ,Zungen 984 (973) Mill. RM. Der Einsuhrüber- M beläuft sich somit auf 38 Mill. RM gegen 44 M. RM im Februar. Auf die Reparationssach- lieferungen entfallen wie um Vormonat 52 Mill.
Die geringe Steigerung der Einfuhr von Roh- -«en und halbfertigen Waren bildet einen teil-
stossen . ----- .. --
Krisen Ausgleich für den starken Rückgang der Einfuhr im Vormonat. Bemerkenswert ist, dâß die Einfuhr von Baumwolle weiter abgenommen hat. 3m ganzen liegt die Einfuhr von Rohstoffen und halbfertigen Waren um etwa 78 Mill. RM unter imenigen im März 1928 und um rund 24 Mill. W unter der Einfuhr im März 1927.
In der Ausfuhr ist eine Steigerung im wesentlichen nur bei Rohstoffen eingetreten, während bei Sterfigmaren erneut ein geringer Rückgang einge- ireten ist. Die Ausfuhr ist 95 Mill. RM niedriger als im März des Vorjahres und etwa 41 Mill.
M geringer als im Monatsdurchschnitt 1928.
Me Drskonisvase
Dor der Pariser Entscheidung keine Diskonterhöhung der Reichsbank?
I X Nach dem kurzen Aufenthalt des ReichSbcmk- Mibanten Dr. Schacht in Berlin gilt es nunmehr Ms sehr wahrscheinlich, daß die Reichsbank eine Diskonterhöhung nicht vor einer Entscheidung in ßaris vornehmen wird. Wie wir erfahren, haben lie Gold- und Devisenäbgaben seit dem Stichtag leg letzten ReichLbanèausweises ungefähr im selben Imfang ongchalten. Da es die Reichsbank nicht daraufankommen taffen wird, schließlich vor einem Sold- und Devisenbestand zu stehen, der, dem Suchstaben des Bankgesetzes entsprechend, noch ge- vde für eine 40prozentige Notendeckung reicht, io sürde, wie wir von gut unterrichteter Seit« hören, ei einem verstärkten Anhalten der Dollarnachfrage ine Diskonterhöhung jedoch nicht mehr lange auf ich warten lassen.
âarMuvtev VSvle
! X Frankfurt a. W., 22. April. Die Hoffnungen ms eine Wsiterführung der Pariser Verhandlungen I Erstarkten sich immer mehr und man war zu Be- |inn der neuen Woche wieder zuversichtlicher ge- j ümmt. Das Geschäft nahm jedoch kein größeres Musmaß an, da die Spekulation äußerst reserviert Md abwartend war. Das Augenmerk richtete sich Muptsächlich aus die auf morgen vertagte Voll- , Wung. Auslandorder waren bei der immer noch ^ungeklärten Lage ebenfalls kaum vorhanden, doch hadjte sich eine Besserung des Kursniveaus hm- der optimistischeren Beurteilung bemerkbar.
Kabel 485,23, Paris 124,22, Mailand 92,67, Madrid 33,15 schwach und Holland 1208%. Zum Schluß trat, vom Farbenmarkt ausgehend, wieder ein Kurseinbruch ein (I. G. Farben verloren 3% Proz.), dem sich die anderen Märkte anschlossen.
An der Abendbörse herrschte im Hinblick auf die morgige entscheidende Sitzung der Sachverständigen die stärkste Zurückhaltung, und das Geschäft war minimal. Die Kurse blieben im allgemeinen aber gut behauptet. Die Veränderungen gegen den Berliner Schluß waren gering. I. G. Farben konnten sich auf kleine Deckungskäufe leicht erholen, ebenso Rheinstahl. Renten lagen still. Rheinstahl 117, Reichsbank 303, AEG. 166%, I. G. Farben 241%, Dt. Linoleum 340, Steinens 374.
ländischen 24.75, ausländischen 25.50—27.50, Roggen inländischen 23.75—24, Hafer inländischen 23 50—24.50, ausländischen 22.50—23.50, Braugerste badische und württemdergische 24.75—25, pfälzische Gerste 25.25—25.75, Futtergerste 20 bis 22, Mais m. S. 22.75-23, südd. Weizenmehl, Spezial Rull 33.50—33.25, südd. Roggenmehl 30.25—32.50, Weizenkleie 13.50 und für Biertreber mit Sack 20.75—21.25.
Vertreten waren 12 Aktionäre mit 3.30 (von 3.60) Mill. St.-A. und 4 Aktionäre mit RM 29 680 (von 32 000) V.-A.
Frankfurter Getreidebörse
vom 22. April (Amtlich).
Sü»lachtvlebma«kt
Frankfurt a. M.. 22. April. Auftrieb: 1445 Rinder (darunter 327 Ochsen, 67 Bullen, 635 Kühe, 391 Färsen), 561 Kälber, 64 Schafe, 4903 Schweine. Marktoerlayf: Rinder ruhig, Ueberstand; Schweine schleppend, geringer Ueberstand; Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft. Preise für 1 Zentner Lebendgewicht: Ochsen: a) 1. 58—61, 2. 53—57, b) 1. 46 bis 52; Bullen: a) 53—55, b) 48—52; Kühe: a) 44 bis 48, b) 40-43, c) 35—39, d) 30—34; Färsen: a) 58-61, b) 53—57, c) 48—52; Kälber: b) 72 bis 76, c) 68—71, d) 58—67; Schweine: a) 73 bis 75, b) 73—76, c) 74—77, d) 74—76, e) 70—74 Mk. — Fleischgrotzmarkt: a) Frisches Fleisch: Ochsen- und Rindfleisch 1. 90—98, do. 2. 80—90, Bullen- fleisch 80—88, Kuhfleisch 2. 50—70, do. 3. 40—50, Kalbfleisch 1. 105—115, do. 2. 95—105, Schweinefleisch 1. 90—100; b) Gefrierfleisch: Rindfleisch, Vorderviertel zollfrei 56, Hinterviertel zollfrei 62 Mark Geschäftsgang: schleppend. — Der auf den Himmelfahrtstag, 9. Mai, fallende Markt wird auf Mittwoch. 8. Mai, und der auf Pfingstmontag, 20. Mai, fallende Markt auf Dienstag, 21. Mai, verlegt.
Getvelde- und vvoduktenbSrse
X Mannheim, 22. April. Bei ziemlich unveränderten Forderungen verkehrte die Börse bei kleinem Geschäft in ruhiger Haltung. In seeschtvim- merobern Weizen lagen Angebote vor in holl. Gulden per 100 Kilo cif Rotterdam: Manitoba 3 zu 12.60, in Manitoba 4 zu 12, 12%, in Australwei- zen zu 12.50, in Cansas 2 zu 12.20, in Barusso, 79 Kilo, zu 11.30 und in Rosäfs, 79 Kilo, zu 11.35. Im Waggongefchäft verlangte man im nichtoffiziellen Verkehr gegen 12.30 Uhr in RM per 100 Kilogramm, waggonfrei Mannheim: Weizen in«
X Rudolf Karstadt A.-G., Hamburg. Die ao. G.-V. genehmigte die Kapitalerhöhung von 70 auf 80 Mill. RM, die wegen der Fusion mit der Lindemann u. Co. A.-G. erforderlich ist, und zwar mit der Einschränkung, daß der Beschluß erst dann in Kraft treten joll, wenn die Verhandlungen mit den amerikanischen Anleihegebern von Lindemann zu einer Verständigung sühren. Diese Einschränkung ist erforderlich, da dem amerikanischen Anleihekon- sortium der Karstadt A.-G. das Vorrecht für den amerikanischen Markt zusteht. Die Verwaltung hofft, daß eine Verständigung mit den beiden amerikanischen Konsortien ohne Schwierigkeiten erreichbar ist. Es wurde noch mitgeteilt, daß gemäß dem bekannten Regionalabkommen mit Leonhard Tietz die beiden Lindemann-Häuser in Breslau und Frankfurt a. M. voraussichtlich an Leonhard Tietz übergeben werden. — Ueber die Geschäftslage wurde mitgeteilt, daß der Abschluß nicht unbefriedigend sei. Die Dividende werde wahrscheinlich die vorjährige sein (12 Prozent). Das laufende Geschäftsjahr verzeichne trotz der Ungunst der Zeiten eine kleine Erhöhung der Abrechnungssumme. Das Geschäft habe durch den strengen Winter und die frühzeitigen Festtage zu Ostern und Pfingsten außerordentlich gelitten. Die Epa-Häuser ließ- günstige Ergebnisse erwarten. Außer den n Frankreich abgeschlossenen Vereinbarungen bezüg lich Einrichtungen von Epa-Häusern ständen Verhandlungen mit anderen fremdstaatlichsn Unternehmungen bevor. Es würden noch verschiedene Verhandlungen auf Uebernahme des gesamten Einkaufs für ausländische Gesellschaften geführt, so daß noch mancher Zuwachs zu erwarten sei.
X Dyckerhoff & Widmann A.-G., Wiesbaden. Die Bilanzsitzung findet am 2. Mai statt. Für 1928 ist mit einer Dioidendenerhähung voraussichtlich auf 8 Prozent (6) zu rechnen. Auch im neuen Geschäfts- jähre sei der Auftragsbestand gut: Neben größeren Jnlandsaufträgen sind in letzter Zeit auch nennenswerte Reparationsaufträge eingegangen.
X Frankfurter Hof A. G. Die G.-V. gench- migte ohne Erörterung den bekannten Abschluß und damit 5 (7) Prozent Dividende für die St.-A.
Frankfurter Kursbericht (22. April).
Je 100 kg in Goldmark:
Weizen 1. Qualität
Roggrn (inländisch.), fester. , . Sommergerste für Erauzmecke . Hafer «inlândischerj .....
28.75 ®m.
22.75
24.00
...... 24.00
Mai» (gelb)........ 22.50 - 22.75 ,
Wiizcirmehl (südd. Spezial) . . 33.00-33.25 ,
(Niederrhein Spezial) 32.50—32.75 ,
Roggenmehl, fester..... 30.50—31.25 ,
Weizenkleie . . . . , . 13.40
Roggenklii» . ..... 14.25
Erbsen, je nach Qual., f. Speisezw. 33.00 - 50 00 .
Sinsen do. 50.00—115.00,
Seu, |übb„ gut, gei. trocken . . 13.50-li.OO Weizen- u. Roggenstr., drahtgepr. 5.25— 5.50 gebündelt 4.80- 5.00
Treber, getrocknet...... 20.75
Tendenz: lustlos.
Berliner Metallmarkt. (Vom
22. iSptU)
Kupfer
Blei
U
B
U
B
März.
—
—
März. .
April. . .
145—
148—
April. . .
47
48.50
Mai
146..
148—
Mai . . .
47.75
48—
Funi . .
146.50
147.50
Juni.
48
48.25
'uli . . .
146.50
1i7.50
Juli . . .
47.75
48.25
Huauft . .
146.50
147.75
August .
47.75
48.50
Sept.. .
146.50
147/0
Eevt. . . .
47.75
48.25
Oktober .
147—
147.50
Oktober .
48—
48.59
(Mk.
für 1«
kg)
G
B
Elektrolyt
171.50
liohzrnk «Freiverk.)
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ilngeschm. Zink .
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Nickel . .
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Silber 900
f. 1 kg . .
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Amtliche EinyeitSkurs«
Berlin - Frankfurt
a. M.
(Vom 22. April,
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3
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40,7
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Strantoorfflii für Berlog und Orutfertl: Pent >at) für Sen Mattienenen ®ef«mhnk>lt: Richard Knirsch Mr Mnylgei und Neklamin: Ar. Si ed« nd ü hner aNr in Sanaa. SeMfleiWSnid ler meist nido*»ud)6ru8erei Sanau. z»mPnkä>anschIuß Xr. 3954. 3957. 395S. — paMcha» trat#tun e. M. Xr 76 659.
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304.50
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94.50
18—
19—
130—
130—
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6240a
A. Löbenstein, Hainstrabe 3.
6 .
Uche bestand am Elektromarkt Schlickert mit US 4% unb für Siemens mit plus 3% Proz. Die Bilgen Werte dieses Marktes lagen bis zu 1 % rezent gebessert. Nur Chadeaktien leicht gedrückt, was gefragter waren am Kalimarkt Westeregeln it plus 4 Mk. Am Chemiemarkt konnten 3. G. arben zur ersten Notiz 2 Proz. und Dt. Erdöl 1% roz. gewinnen. Montanwerte ohne besonderes eschäft, für Rheinische Braunkohlen macht« sich Jt plus 5% Proz. etwas stärkere Nachfrage auf e gesteigerte Kahlenfördeerung und des wieder lügen Ausfalles jeglicher Feierschichten bemerk- r. Rheinstahl leicht gedrückt. Bauunternehmun- n etwas gefragt und bis 1% Proz. fester. Schiff- hrtswerte uneinheitlich, Hapag vernachlässigt, ordd. Lloyd bis 1 Proz. anziehend. Banken fast ne Gelckäft, zumeist bis 1% Proz. gebessert, nur wer Bank angeboten und 1% Proz. schwächer, rftabt plus 3 Proz. Renten still und wenig verort. Im Verlaufe kamen Umsätze kaum noch stande. Einzelne Abgaben drückten auf das Siirs« s?üu, und es traten Rückgänge ein, die aber kaum Proz. erreichten. .Nur Siemens verloren 3 Proz.
Geldmarkt war Tagesgeld mit 5 Prozent un« ranbert. Am Devisenmarkt nannte man Mark egt Sollar 4,2175, gegen Pfunde 20,473, London-
8 % Pr. (Tentr. • Vod P andbr. 28 . . .
6«/, Pr. Ccntr.-Komni
Obl. 28.....
Anatolier I . . . . do. II ... .
Bagdad I. . . . .
do. ....
Zolltürken .... Schantungbahn . . tidta......
armer Bank .... Berliner Handelsgesellsch. Commerz- u. Privatbank Darm äbt. u. Nationalb Deutsche Bank . . .
Deutfche Bereinsbank Diskonto-Gesellschaft . Dresdner Bank. . .
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Mannesmann . . . Mansfelder Bergbau Oberbedarf . . . Oktavi Minen . . Phönix. . . . Rhein. Braunkohlen . Rheinstahl . . . . Riebeck Montan . . Lanrahütte . . .
Ver. Stahlwerke A.-G. Aschersleben. . . . Salzdetfurth. . . . Westeregeln . . . . Kleyer ..... Brown, Boveri. . . Daimler . . . Neckarsulmer . . .
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128. -
93—
118.-
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242—
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93—
86.10
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88.75
168.
. 451—
. 211.25
164.50
. 226 — . 163.25 . 113.50 , 160.- . 2 6— . 375.25 . 115—
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Hanau, den 17. April 1929.
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