Nr. 86
Samstag den 13. April 1929
Seife 23
MAMISEIL ym WSBISCHAFIF
Sie vevornSbank - Kanarr s. G. m. v. K.
— hielt, wie schon kurz berichtet, am Donnerstag im 1 £ Hotel „Riesen" ihre ordentliche Generalversamm- . jung ab. Aus dem erstatteten Geschäftsbericht
I geben wir folgende Einzelheiten wieder: Durch Ge- f Wohnung neuer Kredite im Gesamtbeträge von I annA)«rnâ> RM 200 000.— und durch Diskontierung ; I von 12 803 Stück Wechseln und Schecks im Betrage i I von rund 3% Millionen Reichsmark glauben wir
I onssre Aufgabe als Bank des Mittelstandes im i Interesse der heimischen Wirtschaft auch im ab» i gelaufenen Jahre voll und ganz erfüllt zu haben. I Alle Kredite werden von der Verwaltung mit der ). äußersten Vorsicht und unter Beobachtung der ! I Grundsätze für unsere Liquidität hinausgegeben. Am I 3 Dezember 1928 standen 407 Kredite aus, die
I roie folgt gedeckt sind: 47,2 Prozent durch hypothe- I karische Sicherheit, 21,6 Prozent durch Hinterlegung I I börsengängiger Wertpapiere und Sparbücher, 26,6 Prozent durch Bürgschaften, 4,6 Prozent durch I sonstige Sicherheiten. Die Mehrzahl der ausstehen- - den Kredite bewegte sich unter RM 1000.—. Bei ' sämtlichen Krediten von RM 10 000.— aufwärts !t h jft hi? Sicherheit entweder durch Hypotheken oder - durch Wertpapiere bzw. Sparbücher bestellt. Der Umsatz auf einer Seite des Hauptbuches hat sich von f 83 auf 40 Millionen gehoben. An dem Mehrumsatz ■ ist der Kassenverkehr mit % Million, der Kontokorrentoerkehr mit 1% Millionen, der Verkehr mit ■ den Banken mit 3% Millionen und der Wechsel- l verkehr mit 1)4 Millionen beteiligt. Außer des be» teils eingangs des Berichtes erwähnten Ankaufes md: von 12803 Stück Wechseln und Schecks im Betrage von 3% Millionen Mark haben wir für unsere I Zentralinstitute in 1928 insgesamt 17763 Abschnitte in Höhe von 5 Millionen eingezogen. Der Umsatz auf Wechsel- und Devisen-Konto belief sich somit _ I im Jahre 1928 auf über 30000 Abschnitte im Se» ■i jamtbctrage von 8% Millionen Reichsmark. Die : Giraverbindlichkeiten aus begebenen Wechseln und > Devisen betrugen am Jahresschluß RM 190 952.49. ; Trotz größter Werbetätigkeit haben die Gefchäfts- : guthaben leider nur eine Erhöhung von RM 17 000.— erfahren. Eine größere, Anzahl unserer ; Mitglieder, namentlich die ivähreno der Jnflations- j jahre eingetretenen, ist infolge der wirtschaftlichen ILnge außerstande, Einzahlungen auf ihren Ge- schäjtsantci) zu leisten. Wir haben ihnen deshalb den Austritt nahe gelegt, auf welchen Umstand das freiwillige Ausscheiden von 66 Mitgliedern zum weitaus größten Teile zurückzuführen ist.
Ende 1928 gehörten unserer Genossenschaft an: 783 Mitglieder mit 953 Anteilen. Die Spareinlagen und Depositen haben sich um 35 Prozent, die täg- : lichen Gelder um etwa 12 Prozent vermehrt; die fremden Gelder belaufen sich Ende 1928 auf RM 826 000.—, gegen RM 644 000.— Ende 1927. Da- ^^t ist die in der Generalversammlung vom 30. U 'rz 1925 auf RM 1 000 000.— festgesetzte Grenze, zu welcher die Genossenschaft Anleihen und
men haben, auch die Fabrikatpreise entsprechend ge» senkt haben.
Im Zusammenhang mit der offiziellen Kupfer» Preis-Ermäßigung des Internationalen Kupferkartells setzt die Vereinigung für die deutsche Elek- trolitkupfer-Notiz am Freitag ihren Preis auf 183,75 herab, nachdem er am Donnerstag bereits auf 194,25 ermäßigt worden war.
Glanzstoff lagen je 2 Prozent niedriger. Im Verlaufe bröckelten die Kurse bei stillem Geschäft meist weiter etwas ab. Neubesitzanleihe waren leicht abgeschwächt, ausländische Renten geschäftslos.
I. G. Farben 250 %, Bergmann 225, Schuckert 242%, Siemens 392%, Zellstoff Waldhof 270%, Mansfelder 135 bis auf 137 erholt; Dt. Linoleum 352, Glanzstoff 456.
3653.
erne wurden in 1928 weiter, lbfindung bedürftiger' Sparein-
B ger entnommen. Der Reingewinn beträgt R87 Mark (im Vorjahr 15143.26 Mark), der ilgt verteilt wird: Verteilung einer Dividende ; Prozent (im Vorjahr 7 Prozent) 9453.70 Ueberweisung an die Spezialreserve 2000 Vergütung an den Aussichtsrat 1000 Mark, eibung an Mobilien 500 Mark und Vortrag zue Rechnung 3086.17 Mark.
Die Kreditgenossenschaften des Deutschen Genossen- ffschattsverbandes, dem bekanntlich auch wir an» ^gehören, haben sich im abgelaufenen Jahre weiter Vehr günstig entwickelt, wie die nachstehenden wenigen Zahlen bekunden: (Die eingeklammerlen ; Zahlen sind die des Vorjahres.)
M Dem im Jahre 1859 gegründeten Deutschen ®e» nossenschaftsverband gehören 32 (30) Unteroerbände 4 m>t 3611 (3450) Kreditgenossenschaften und rund
1,3 (1,3) Atillionen Mitgliedern an, darunter 1380 städtische Kreditgenossenschaften mit rund einer Million Mitgliedern. Don rund 1300 (1100) berichtenden Kreditgenossenschaften betragen die eigenen Mittel über 235 (188) Millionen und die anvertrauten fremden Gelder 1200 (826) Millionen, der Mmsatz rund 33 (25) Milliarden Reichsmark. Diese ' Zahlen beweisen aufs neue, daß die Kreditgenossenschaften eine beachtenswerte Stellung im Wirt- schn-t-lebcn Deutschlands einnehmen.
Dsv Vvs!S5tu«r am âuv5evmarkt
W Ermässigung des Karkellpreises auf 19% Lenls.
fe . X Nachdem am freien Markt die Kupferpreise , seit langem einen Rückgang zu verzeichnen hatten, entschloß sich nach einem Newyorker Funkspruch das ^ amerikanische Kupferkartell dazu, auch seine offi» zicllc Notiz herabzusetzen. Entsprechend der schon in «roff befindlichen Preisnotierung für den ameri» konischen Binnenmarkt beträgt ab 12. April auch W "er Kupferpreis cif europäische Häfen 19% Cents. S Der bisherige Preis stellte sich bekanntlich auf 243/R K Eents. Das Kartell hat damit in seiner Preispolitik \ wieder Anschluß an den offenen Markt gefunden, « ba ohnehin die verbrauchenden Werke, soweit sie zu
den rückläufigen Preisen Eindeckungen vorgenom-
SvaEuvtev Btzshe
Frankfurt a. M., 12. April. T e n d è n z : lustlos. . Im heutigen Vormittagsverkehr machte sich infolge günstiger Nachrichten eine Beruhigung bemerkbar. Die Tendenz zeigte ein freundliches Aussehen, da der etwas entspannte internationale Geldmarkt, die festere Newyorker Börse von gestern, die in den Hintergrund getretenen Diskonterhöhungsbefürchtungen der Bank von England und der Reichsbank mit Befriedigung ausgenommen wurden. Die Situation der Pariser Reparationsverhandlungen mahnte aber auf der anderen Seite zur Zurückhaltung und zu Beginn des offiziellen Verkehrs machte sich wieder eine größere Lustlosigkeit, zumal auch kaum Orders vorlagen, bemerkbar. Die Spekulation schritt zu Abgaben und es traten gegenüber der gestrigen Abendbörse zumeist Verluste bis zu 2 Prozent ein. Das Geschäft bewegte sich . in den allerengsten Grenzen und wickelte sich zumeist in der Schranke ab. Ausländische Kaufaufträge waren ebenfalls kaum vorhanden, so daß die Anregung von dieser Seite, wovon, die Börse in der letzten Zeit eine starke Stütze erfahren hat, wegfiel. Bei einer gewissen Widerstandsfähigkeit, die von einigen Spezialbewegungen hervorgerufen wurde, ging jedoch später eine Beruhigung aus, so daß sich das Kursniveau nach den ersten Kursen wieder leicht heben konnte. Elektroaktien büßten bis zu 1% Prozent ein. Auch Zellstoff Waldhof waren heute angeboten und bis zu 1% Prozent schwächer. J. G. Farben mit minus % Prozent knapp gehalten. Etwas vermehrtes Interesse bestand für Mannesmann mit plus 2% Prozent, für Gelsenkirchen und Harpener mit je plus 1% und vor allem von Kaliaktien für Salzdetfurth mit plus 3 Prozent. Aschersleben und Westeregeln dagegen bei knapp behaupteten Kursen vernachlässigt. Autowerte weiter eine Kleinigkeit anziehend. Kupferwerte trotz der weiter etwas höheren Londoner Kupfermeldungen angeboten und bis 1% Prozent nachgebend. Nur Berliner l)an» delsgesellschaft bei einigen Umsätzen 1% Prozent fester. Don internationalen Werten bestand noch für Svenska mit plus 3 Mark lebhaftere Nachfrage. Renten fast ohne Umsatz. Deutsche Anleihen uneinheitlich.
Im Verlaufe kam weiteres Angebot heraus und die vorübergehend kleinen Besserungen wurden bis zu 1% Prozent gegen Anfang unterschritten. Un» günstige Meldungen bzw. Gerüchte beeinflußten die Stimmuna nachteilia. und die Tendenz war un»
X Konkurs der holex-Schokoladewerke A.-G., Bad Homburg. Beim Vergleichstermin vor dem Amtsgericht Bad Homburg konnten die Gläubiger nicht zu einer Einigung kommen, so daß der Vorsitzende die sofortige Eröffnung des Konkursverfahrens über die Gesellschaft beschloß. Gegen die Eröffnung des Konkursverfahrens stimmten Gläubiger mit Forderungen über 2000 Mk. Zum Konkursverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Wolff bestimmt.
X Der Chrysler-Abschluß. Die Chrysler-Corporation, die im vorigen Sommer durch Uebernahme der Dodge Broth. Inc. an die dritte Stelle unter den amerikanischen Automobilfabysten rückte — allerdings mit beträchtlichem Abstand hinter General Motors und Ford — berichtet für 1928 von einem Umsatz von 360 399 (i. B. 192 083) Wagen. Unter Einbeziehung des Absatzes von Dodge in der ersten Jahreshälfte ergäbe sich ein Gesamtumsatz von 444 762 (342 284) Wagen und Doll. 344 (272) Mill. Der Reingewinn von Doll. 30.99 (19.48) Mill, ist infolge der Fusion mit dem vorjährigen nicht ohne weiteres vergleichbar. Bis zur Fusion murb^ auf das damalige Kapital Doll. 3.98 per Share er» zielt, seitdem auf das jetzige Doll. 4.38, zusammen also Doll. 8.36 gegen Doll. 6.55 im ganzen Vorjahr auf das seinerzeitige Kapital. In 1928 wurden Doll. 25.40 Mill. 8proz. V.-A. zurückgezahlt und das Stammkapital durch Bezugsrecht und Uebernahme von Dodge erhöht auf 4 407 475 (2 712 080) Stück Aktien ohne Nennwert (gestriger Newyorker Kurs Doll. 91% je Stück). Zu Buch steht dieses Kapital mit Doll. 72.34 (56.18) Mill, und daneben ein Surplus von Doll. 48.23 (28.98) Mill. Neu begeben wurden im Zusammenhang mit der Fusion 5- und 6proz. Notes und Bonds, so daß jetzt in der Bilanz (alles in Mill. Solls die langfristigen Schulden mit 59.94 (1.17) erscheinen und daneben 32.67 (13.50) kurzfristige. Andererseits stiegen die flüssigen Mittel auf 53.27 (32.64), Debitoren, Wechsel usw. auf 12.26 (5.16) und die Vorräte auf 44.99 (17.85) sowie Anlagen auf 83.70 (22.25)), denen 13.68 (4.07) Abschreibungsfonds gegenüberstehen. Der Goodwill ist unv. mit Doll. 25 Mill, aktiviert. Im laufenden Jahr fei der Absatz bis jetzt um 13.7 Proz. höher als i. D.
X Hirsch Kupfer über den Preiseinbruch am Kupfermarkt. In der Generalversmnmlung der Hirsch Kupfer- und Mesfingwerke A.-G. in Berlin äusserte sich der Vorstand auch über die Kupfer-
tret
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'ben, der für mindestens vier bis fünf Monate Beschäftigung gewähre.
X Die Lebensmitteleinsuhr. Nach den Ermittelungen des Statistischen Reichsamts betrug die Einfuhr von Getreide, Butter und Käse im März und in dem Zeitraum Januar bis März 1929: Weizen 1,04 Mill. Dz. im Werte von 21,97 Mikl. RM bzw. 3,8 Mill. Dz. im Werte von 81,82 Mill. RM, Gerste zur Viehfütterung 0,68 Mill. Dz. im Werte von 12,33 Mill. RM bzw. 2,99 Mill. DK im Werte von 1,14 Mill. RM bzw. 0,28 Mill. Dz.
im im im
Werte von 6,51 Mill. RM, Butter 93 079 Dz.
Werte von 32,61 Mill. RM bzw. 332 120 Dz.
Werte von 119,33 Mill. RM., Käse 49 670 Dz.
im Werte von 8,78 Mill. RM bzw. 135 026 Dz. im Werte von 23,53 Mill. RM. •
X Rorddculsechr Lloyd A.G., Bremen. Der Norddeutsche Lloyd hat von der Deutschen Dampf- schiffahrtsgesellschaft „Hansa" die Mehrheit des Aktienkapitals der Dampfschiffahrtsgesellschaft „Neptun" übernommen.
X Barmer Bankverein, Hinsberg, Fischer & Comp., S. G. a. A., Düsseldorf. Die G.-V. genehmigte 10 Proz. (10) Dividende. Ueber das laufende Jahr äußerte sich die Verwaltung dahin, daß die bisher vorliegenden Ziffern eine befriedigende Wei- tcrentwickelung erkennen lassen.
Weizen
Frankfurter Getreidebörse
vom 12. April (Amtlich).
Je 100 kg in Goldmari:
Roggen (inländisch.), fester. Sommergerste für ^rauzwccke Hafer nnländijcher) . . .
1. Qualität 23.75-24.03 Gm
23.00
24.C0
24.25
23.00
Mais (gelb)......
Weizenmehl (südd. Spezial) . . 33.00—33.50 sniederihem Spezial) 32.50—33 00
Roagenmehl, fester ...... 3t >.00—31.00 ” ’ " 13.65-13 75
14.75
Weizentleie ..... .
Roggenkleie.......
Tendenz: geschäftslos.
Berliner Metallinarkt. <Vom
Kupfer
12. April)
Blei
Mär,.
April. .
Akai . . Juni . . Juli ... Au ruft . Sept.. . Oktober
158.-
158. -
158.-
178.50
158.50
15 VO 158.75
161- :6<l— 16 '.- 159.50 159.50 159.— 159.-
März.
April. .
Mai . .
Funi .
Juli . . August Sevt. . . Oktober
47.- 47-
47.— 47.25
47 25
I 47.25
48.75
47.50
47.50
47.75
47.75
47.75
47,25 1 47.75
Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2168, gègen Pfunde 20.462. London-Kabel 4.8545, Paris 124.25, Mailand 92.85, Madrid 32.65, Holland 12.09%.
An der Abend börse setzten sich auf den meisten Marktgebieten die Kursrückgänge fort, da die Spekulatton, die die Situation in Paris ungünstig beurteilte, zu neuen Abgaben schritt. Stärker angeboten waren vor allem Eleftrowerte, van denen AEG., Bèrgmann, Licht u. Kraft, Schuckert und Sieinens 1—3 Prozent einbüßten. I. G. Farben verloren 1% Prozent, Dt. Linoleum und
loten. Den Metallwalzwerkèn und insbesondere auch der Messingindustrio sei es jedoch möglich ge» wSsen, ihren Bedarf rechtzeitig bei etwa 22 oder sogar 20 Cents zu decken. Die Konsumenten in U. S. A. hätten jedoch wesentlich höher gekauft. Es sei anzunahmen, daß die Marktlage in einiger Zeit eine Klärung erfahre. — Die Vorsymmlung genehmigte 9 (l>) Prozent Dividende. Neu in den Anfsichtsrat gewähilt wurde infolge des mit der AEG. getroffenen Arbeitsabkommons Direktor Elfes (AEG.). Die Beschäftigung der Gesellschaft im neuen Jahre sei durchaus den Eiwartungen enffprechend. Es fei ein Auftragsbestand oorhan-
Frankfurler Kursbericht (12. Avril).
6 •/o Reichsanleihe v. 1927 . 87.25 Ablösungsschuld o. A. . 1 2.5g
do. m. A. . 53.90
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8°/o Pr. Lentr.-Komm.»
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Metallbank ..... —
Mitteldeutsche Creditbank 191.50 Reichsbant.....316.50
Oesterr. Creditanstalt . 35. io Westbanl......103.—
Sapag....... —
Rordd. Lloyd .... 114.50
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Gelsenkirchen.....139.75
Harpener...... —
Ilie Bergbau .... 213.—
Klöckner..... 106,75
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HOF 1. Bayern *525