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Dienstag den 2. April 1929

Nr. 76

Mark abliefern und auf alle Ansprüche an seine ehemaligen Kriegsverbündeten verzich­ten müssen. Dieser letzte Derlustposten, der na­türlich auch unseren Kriegsgegnern zugute gekommen ist, beläuft sich auf 8,6 Milliarden Mark. Dies ergibt allein schon eine Vor­leistung Deutschlands im Gesamtbeträge von 20,7 Milliarden Mark. Damit ist aber die Rechnung noch längst nicht abgeschlossen. Deutschland hat bekanntlich seine ganze Han­delsflotte und zahlreiche Binnenschiffe an die Kriegsgegner abliefern müssen. Der Wert die­ser Tributleistung ist mit 5,9 Milliarden Mark nicht zu gering angesetzt. Der Betrag der deut­schen Vorleistung erhöht sich dadurch auf 26,6 Milliarden Mark. Unsere Kriegsgegner haben aber nicht nur deutsches Privateigentum be­schlagnahmt und geraubt, sondern auch das gesamte Reichs- u. Staatseigentum, dessen sie in Dcutschand und im 21uslanb habhaft werden konnte. Diese Werte belaufen sich auf min­destens 5,5 Milliarden Mark. Dabei sind weder die deutschen Kolonien, noch Elsaß-Lothringen oder Eupen-Malmedy in die Rechnung mit ein­bezogen. Die deutschen Vorleistungen steigen also, auch wenn man Milliardenverluste un­berücksichtigt läßt, auf rund 32 Milliarden Mark. Dazu kommen die geraubten Saar­gruben mit einem Wert von rund 1 Milliarde Mark, nicht militärische Rücklaßgüter in dem Räumungsgebiet an der Westfront im Werte von 1,8 Milliarden, sowie Eisenbahn- und Wagenmaterial, das den Gegnern nach- den Waffenstillstandsbedingungen in die Hände fiel im Mindestbetrage von 1,6 Milliarden Mark, io daß sich die Summe der deutschen Vor­leistungen auf mindestens 36,4 Milliarden Mark erhöht. Auch damit ist die Rechnung noch nicht abgeschlossen. Deutschland hat, um nur einige Posten zu nennen, vor dem Abschluß des Dawes-Vertrages sogenannte Reparations­kohle und Koks im Betrage von mindstens 2,4 Milliarden Mark an die Gegner abgeliefert. Es hat ferner bis zum Ablauf des Jahres 1922 den Gegnern einen Betrag von rund 1,7 Milliarden Mark in Devisen gezahlt. Da­neben laufen noch eine ganze Reihe kleinerer Posten. Zieht man nur die beiden genannten in Betracht, so ergibt sich eine weitere Summe von 4,1 Milliarden Mark, so daß der Gesamt­betrag der deutschen Vorleistungen auf min­destens 40.5 Milliarden Mark ansteigt.

Wir find davon überzeugt, daß die deutschen Sachverständigen in ihren Darlegungen über den Stand der deutschen Wirtschaft diese Ziffern genannt haben. Denn es ist selbst­verständlich, daß ein derartiger Verlust die Kraft unserer Wirtschaft sehr stark geschwächt hat und deshalb namhaft gemacht werden mu . Man hat aber bisher noch nicht die

‘ eilt, daß bei der Endabrech- nyfff "bréfe I Milliarden Mark deüPchèr Vorleistungen unbedingt mit eingefetzt werden müssen. Es ist noch Zeit dies nachzuholen.

Dv. Schacht übev de« Bevrau- dev Sachvevsta«- drgettkott-eve«r

Paris, 1. April. Reichsbankpräsident D r. S Pacht hat, da private Aeußerungen von ihm in der ausländischen Presse mißverstanden wie- dergegeben worden zu sein scheinen, den Pariser Vertreter des WTB. zu folgender Erklärung über seine Auffassung von dem bisherigen Verlauf der Konferenz ermächtigt:

Die Pariser Besprechungen innerhalb der Re­parationskonferenz haben sich bisher in durchaus freundlichem Geiste bewegt. Bedeutung des Ge- genftanbes, nämlich die finanzielle Regelung inter­nationaler Beziehungen, auf Jahrzehnte und da­mit die endgültige Liquidierung des Krieges, lassen jedoch noch manche Schwierigkeiten erwar­ten und eine längere Dauer der Verhandlungen voraussehen. Bei dem allseits vorhandenen guten Willen bei der Verständigung und zur Aufbring­ung der notwendigen Geduld bei den schwierigen Verhandlungen besteht jedoch die Hoffnung auf einen erfolgreichen Verlauf der Konferenz durch­aus weiter.

Sstevsabe dev ^«deubuvs- spettde

Bersin, 30. März. Die vom Reichspräsiden­ten aus den ihm zu seinem 80. Geburtstag dar- g«brachten Mitteln errichtete Stiftung Hinden­burg-Spende zahlte bestimmungsgemäß zu Ostern wiederum 425 000 Mark an kinderreiche Krieger- witmen und Kriegsbeschädigte aus.

Deutsche Devteidigev werden zugelasse«

Koblenz, 30. März. Wie vom Reichskommissar !ür die be etzien Gebiete in Koblenz mitgeteilt wird, hat die Rheinlandkommn'sion ihm soeben als Ant­wort auf feine wiederholten Vorstellungen mit- geieilt, daß nach einer neuen Verordnung des französischen Kriegsministers die deutschen An­geklagten vor den französischen Militärgerichten itribunaug militaires) im besetzten Gebiet sich von fetzt ab wieder ebenso wie früher durch einen deut­schen Rechtsanwalt verteidigen lassen können. Diese Regelung gilt solange, bis das diese Frage behan­delnde Gesetz von der französischen Kammer an­genommen sein wird. 4

Botschafter; Sevvttk t

Paris, 1. April. Am ersten Osterfeiertag, nach­mittags 5 Uhr, ist der amerikanische Botschafter in Paris, S) et ritt, im Alter von 75 Jahren einem Herzschlag erlegen.

Herrick, der erst kürzlich eine schwere Krankheit überstanden hatte, war bereits seit einigen Tagen erneut leidend, hatte aber trotzdem an der Bei­setzung des Marschalls Foch teilgenommen. Am Samstag trat eine Verschlechterung seines Zu-

standes ein, die ihn zwang, sich ins Bett zu legen. Am Sonntagnachmittag erlag er dann einem Herz­schlag. ,

Myron T. Herrick mürbe am 9. Oktober 1854 in Huntttngton (Ohio) geboren. In Cleveland studierte er Rechtswissenschaft, war dort von 1878 bis 1886 Rechtsanwalt, wandte sich dann dem Geschäftsleben zu, vor allem dem Bankwesen, und wurde 1894 Präsident der Sparbank von Cleveland. Oeffent- liche Aemter lehnt« er zunächst ab. 1903 bis 1906 war er Gouverneur von Ohio. 1912 wurde er zuin erstenmal, 1921 zum zweitenmal Botschafter in Paris. Nach dem Kriege, zwischen feiner Diplo- matentätigfeit, war er Direktor der amerikanischen Trust-Company und Vizepräsident des amerika­nischen Bankierverbandes. Er gehörte also nicht zu den Berufsdiplomaten, sondern, wie häufig in Amerika, zu den Millionären, die mit ihrer Gekd- macht ihres Landes zu präsentieren haben.

Ueberführung der Leiche Herricks nach Amerika.

Paris, 1. April. Für den verstorbenen Bot­schafter der Vereinigten Staaten, Myron T. Herrick, findet am Donnerstag vormittag in Paris eine Totenfeier statt, bei der Ministerpräsident Poincarè im Namen der Regierung sprechen wird. Die sterbliche Hülle des Botschafters wird auf einem französischen Kreuzer nach den Ver­einigten Staaten überführt werden.

öfe Kattuns des Grafen Tisza bei Änsbvnch des

LVelikvieses

Budapest, 29. März. Die Osternummer der „Revue Magyar Szenle" bringt einen Artikel des ehemaligen ungarischen Ministers des Aeußeren Dr. Gratz über die Haltung des Grafen Stephan Tisza bei Ausbruch des Weltkrieges. Er veröffentlicht zwei vertrauliche Aktenstücke. Die Dokumente waren einem Memorandum beigefügt, daß der damalige ungarische Ministerpräsident Graf Tisza Ende 1918 dem König unterbreiten wollte, und das den Ideen- gang einer Erklärung enthielt, die Tisza mit Ge­nehmigung des Königs vor dem Abgeordnetenhause abgeben wollte, um die Behauptung zu widerlegen, daß er für den Ausbruch des Krieges verantwort­lich fei. Infolge der sich überstürzenden (Ereignisse konnte Tisza diese Erklärung nicht mehr abgeben. In dem nunmehr veröffentlichten Memorandum weist Graf Tisza anhand von zwei vertraulichen Aktenstücken darauf hin, daß sein Bestreben von Anfang an darauf gerichtet war, den Krieg, wenn irgend möglich, zu vermeiden. Er habe dagegen Stellung genommen, daß an Serbien sofort ein Ultimatum gerichtet wurde und habe dem Ultima­tum erst zugestimmt, nachdem er sich davon über­zeugt hatte, daß die Mitschuld serbischer Behörden an der Ermordung des Thronfolgers Franz Ferdi­nand erwiesen war. Gleichzeitig habe er Bürgschaf­ten dafür erzwungen, daß die Länder der Oester­reich-Ungarischen Monarchie keine Gebietsteile von Serbien annektieren würden.

Die Seer-Mse in Ehwa

Eine Mitteilung der Gesandtschaft in Berlin.

Berlin, 1. April. In Anbetracht der Ungenauig- keiten, die ein Teil der in der deutschen Presse er­schienenen Nachrichten über die jüngsten Creignisse in China zeigt, liegt der chinesischen Gesandtschaft in Berlin daran, folgendes festzustellen:

Nach Telegrammen, die der chinesischen Gesandt­schaft in Berlin zugegangen sind, hat sich die Nationalregierung zur Aufrechterhaltung der nationalen Einheit und Autorität entschlossen, Waffengewalt anzuwenden, um die un­gehorsamen und aufsässigen Ortskommandeure zu unterwerfen. Es ist aber die Absicht der Regierung, die militärischen Operationen in möglichst begrenz­tem Umfange durchzuführen. Dieser Entschluß der Nationalregierung wird von der gesamten Nation gutgeheißen. Gelöbnisse der Treue sind aus allen Teilen des Landes eingelaufen, darunter solche von den Generälen Feng Uü-siang, T s ch a n g Hsueliang, Den Shi- sHan usw. Die Nationalregierung ift Herr der Lage. Die Generäle Liou-Tscheh, Kommandeur der 1. Division, Tschu-Peiteh, Gouverneur der Provinz Kaingsi, und Han - Fuchu, Gouverneur der Provinz Honan, sind zu Leitern der militäri­schen Operationen ernannt worden unter dem Ober­befehl des Präsidenten Dchiang Kaischek.

Li Sung-jen, Paichung-shi und Li Tschai-sum sind ihrer Posten enthoben worden und Li Tschai-sum ist in Nanking fest genommen worden in Uebereinstimmung mit dem Entschluß des Kongresses, der nach der Wahl der Mitglieder der Zentralexekutiv- und Auftichtskomitees bis zum 28. März verlängert wurde.

Äman Willah beginni dir S-senftve aus âabul

London, 1. April. Wie „Daily Expreß" aus Kal­kutta meldet, befindet sich Aman Ullah mit 30 000 Mann, die mit russischen Gewehren und russischer Munition ausgerüstet seien, im Vormarsch auf Ka­bul. Habib Ullah bereite sich, obwohl seine Streit­kräfte sich ständig vermindern, auf eine Verteidi­gung der Hauptstadt vor. Nach einer Meldung des gleichen Blattes aus Karachi werden in Indien mi­litärische Vorsichtsmaßregeln ergriffen. Aller Ur­laub ist gesperrt und die in der Nähe der Grenze befindlichen Truppen werden in Bereitschaft ge­halten.

Nach einer „Daily Telegraph"-Meldung aus Allahabad verbessern sich Aman Ullahs Aussichten, seitdem die Stämme von Kabul und Khel erklärt haben, daß nur er den Thron innehaben dürfe.

Schwede Kämpfe in Mexiko

New York, 1. April. Associated Preß meldet Mexiko-Stadt: Zwischen starken Streitkräften Bundestruppen und der Aufständischen tobt

aus der feit

6,30 Uhr morgens ein Kampf um Jiminez. General Calles sendet von seinem Hauptquartier in Ber- mojillo fortlaufend Berichte mit Einzelheiten über den Verlauf des Kampfes. Sein letzter Bericht vom Nachmittag besagt, die Bundestrup- p e n hätten, obwohl sie auf starken Widerstand stießen, die Oberhand. Die Kampffront be­trage zwei Meilen. Der Hauptkampf finde eine

Meile südlich von Jiminez statt. Der linke Flügel der feindlichen Truppen sei bereits in die Stadt zurückgedrängt, wo es zu einem Straßenkampf gekommen fft. In dem Bericht des General Calles heißt es weiter: Die Bundesartillerie eröffnete den Kampf mit einer Beschießung der feindlichen Schützengräben, worauf die Infanterie zum An­griff vorging und mehrere Haciendas eroberte. Mittags maren_bie Verbindungen der Aufständi­schen nach der Stadt Chihuahua und nach Parral abgeschnitten. Aus beiden Seiten nehmen Flug­zeuge an dem Kampfe teil. Ein gefangen genom­mener Hauptmann der Aufständischen gab an, daß sich die Streitkräfte der Aufständischen auf 5000 Mann beliefen.

Gleichzeitig mit diesen Berichten ist in der Stadt Mexiko eine Nachricht von General Carde­nas, dem Kommandeur der Bundestruppen an der Pacificküche, eingetroffen, daß er die Aufftändi- schen zurückgedrängt und sich in schnellem Vor­marsch auf die Festung der Aufständischen La Cruz im Staate Sinaloa befindet.

rNexiko, 2. April. Die Stadt Limon in Sinaola die von etwa 1000 Aufständischen besetzt war, wurde nach mehrstündigen Gefechten von Regie- ryngstruppen genommen. In Jiminez, wo, wie bereits gemeldet, eine Schlacht im Gange ist, ist es gestern abend den Regierungstrnppen gelun­gen, den Bahnhof und Nordteil der Stadt zu be­setzen.

vvrm Lavor von SiimMett verzichtet endsüMs

Prinz Earol von Rumänien verzichkek endgültig?

Paris, 31. März. Nach einer Meldung aus Bukarest soll Königin Maria mitgeteilt haben, ihr Sohn Carol, mit dem sie dieser Tage eine Unter­redung hatte, verzichte endgültig auf den Thron.

Das Raösel von Zannowitz vov dev LÄMus

Hirschberg, 1. April. Vor den Feiertagen er­folgte im Zusammenhang mit der Jannowitzer -Lluttat eine dreistündige Vernehmung des Stob bergschen Eutsverwalters, Direktor Gombert. Die Mordkommission erklärte hiernach, daß sie jetzt ein gutes Stück vorwärts gekomen sei, und daß sie nunmehr auf dem Standpunkt stehe, daß Direktor Gombert derjenige sei, dem sich Graf Christian in der Mordnacht anoertraut habe. Es schalte dem­nach der Superintendent Quast als Vertrauens­person aus. Quast bestreitet auch, vom Grafen Christian ins Vertrauen gezogen worden zu sein. Kurz nach der Mordtat hat nämlich Graf Christian zu Direktor Gombert in Gegenwart der Gräfin Antonie bekannt, daß er im Mordzimmer gewesen sei und plötzlich einen großen Feuerschein und Flammen gesehen habe. Dann sei er hinausgestürzt und habe die Besinnung verloren. Er will aber noch das Gefühl gehabt haben, daß ihn jemand an der Gurgel würgte. Dies wird jedoch als Phan­tasie erklärt. Doch habe er dabei ausgerufen: Was habe ich jetzt angerichtet! Direktor Gombert infor­mierte die Kriminalisten auch über die finanzielle

den hat'

Eindruck, daß das Gut gar nicht so schlimm ver- chuldet ist, wie bisher angenommen wurde. Di- :ettor Gombert erklärte ferner, daß die Familien­angehörigen der Familie zu Stolberg zum Mysti- chen neigten.

Graf Christian hat bei seiner letzten Vernehmung zugegeben, daß er die hintere Tür des Vlordzim- seers geöffnet habe, ehe der Schuß fiel. Darin wird ein schweres Belastungsmoment gesehen, da es den Schluß auf Vorliegen eines Mordes zuläßt.

Hirschberg, 1. April. Wie die Mordkommission heute abend bekannt gibt, sind bei der heutigen Ver­nehmung des Grafen Christian Friedrich zu Stol­berg neue belastende Momente nicht zutage getreten. Auf der anderen Seite haben die Vernehmungen Ausklärung über Widersprüche und über Punkte, die bisher überhaupt vom Grafen Christian Fried­rich mitgeteilt worden sind, gebracht. Die Einzel­heiten bedürfen noch der Nachprüfung. Nach der Ansicht der Uniersuchungskommission wäre Graf Christian Friedrich von niemanden des Mordes angeklagt worden, wenn er nicht sich selbst durch eine Widersprüche und Ausreden angeklagt hätte.

Kvakiwasen- und Moisv- vadunkStte

Lörrach, 1. April. Ein mit acht Personen besetz­ter Kraftwagen aus Nehr rannte in der vergange­nen Nqcht auf der stark abfallenden Straße nach Husel gegen einen Baum. Einer der Fahvgäste er­litt einen Schädelbruch, der feinen Tod herbei­führte. Sämtliche anderen, mit Ausnahme des Wagenführers, wurden schwer verletzt.

Genf, 1. April. Ein von Nyon nach Trassier fahrender Genfer Kraftwagen stürzte an einer Straßenkreuzung eine Böschung hinunter. Von den fünf Insassen wurde eine Dame so schwer verletzt, daß sie bald darauf starb. Die vier andern trugen weniger schwere Verletzungen davon.

Paris, 2. April. Am zweiten Osterseiertag ist ein Autobus bei Bucaramanga ins Gleiten ge­kommen und einen Abgrund hina'ogestürzt. 8 der Insassen wurden getötet und 12 schwer verletzt.

Bingen, 1. April. Am heutigen Ostermontag hatten sich vier junge Leute aus Ockenheim bei Bingen und Obermürlen, Kreis Friedberg, mit zwei Motorrädern nach Trechtingshausen begeben. Auf der Rückfahrt bemerkte zwischen Büdesheim und Dromersheim der Führer des ersten Fahr­zeugs plötzlich, daß das Hinterrad stillstand, und im' selben Augenblick schleuderte auch das Fahr­zeug. Etwa fünf Meter rückwärts lag der Sozius- fahrer tot auf der Landstraße. Das 100 Meter da­hinterkommende zweite Motorrad bremste infolge des Unfalls fohr stark und überschlug sich. Hierbei wurde der Fahrer leicht am Kopf verletzt. Vermut­lich ist das Unglück dadurch entstanden, daß der Soziusfahrer, der sich zum erstenmal auf einem Motorrad befand, mit den Füßen in das Hinter- rab kam. Diese Annahme wird dadurch noch be­stärkt, daß an feinen Schuhen beide Absätze fehl­ten.

Reims, 1. April. Zwei Teilnehmer an der Oster­fahrt des Dsu-tfchen Automobilklubs nach Frank­reich, nämlich die Motorradfahrer Max Thomas und August Burghard aus Pirmasens/ find mit dem Kraftwagen eines Landwirts zufammenge-

Zum Anschluß Walde«- an VvouSen

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Ein Eedenktaler zum Tage der Vereinigung |[r Waldecks mit Preußen

Zur Feier der Vereinigung Waldecks mit W ßen ist von der Berliner Münze ein Dreimackstiib 01 geprägt worden, das auf der Vorderseite bass w Waldecksche Wappen, auf der Rückseite den Reite adler zeigt. 1 g

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stoßen. Beide Motorradfahrer wurden schwer » letzt.

Prof. Bruno Möhring gestorben.

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Der Berliner Architekt Bruno Möhring Pi: Ji 66. Lebensjahre gestorben. Seinen Ruf hat er: besonders durch feine Arbeiten für die deutsche L M teilung auf der Pariser Weltausstellung im 1900 und für die vier Jahre später abgehâ 'm Ausstellung in St. Louis begründet. Die B« Rheinbrücke, die Moselbrücke Traben-Trarbach u sind seine bedeutendsten Schöpfungen. Auch te Kg Bahnhof der Schwebebahn Elberfeld hat er ent iV warfen. Ii(

Familiendrama. »i

Wagenführer Willi Köhler seine zwei Jahre AteM Ehefrau erschossen und sich dann selbst mit zweM Schüssen so schwer verletzt, daß an seinem AuUM kommen gezweifelt werden muh. Dem blutigeRM Auftritt war ein aus ganz geringfügiger UtMlB entstandener Streit vorausgegangen, da Köhler Kino gehen wollte, die Frau aber sich gegen nach ihrer Ansicht überflüssige Ausgabe sträubte. 8'H ■bi

Eine ganze Jatnilie durch Gas getötet

Berlin, 1. April. In der Nacht zum ersten 3^4 ^ tag ist in Berlin-Weißensee der 42jährige Arbeit« Wilhelm Mundt mit seiner Frau und seiner lW rigen Tochter durch ausströmendes Gas gctotei worden. Das Unglück wurde erst entdeckt, als Seien tagsgäste am Nachmittag gegen 4 Uhr keinen 6® laß in die Wohnung fanden, obwohl man sie ouf' drücklich eingeladen hatte. Sie benachrichtigten d« Polizei, die die Wohnung ausbrechen ließ. Samt lichc Gashähne in der Wohnung waren orbnung» mäßig geschlossen, jedoch hat anscheinend M Gummischlauch des Gaskochers sich unter den Druck des Gases gelöst.

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Raubmord bei Liegnitz.

Liegnitz, 2. April. Am 1. April wurde Walde bei Schöndorf (Kreis Bunzlau) der jährige Hausierer Walter aus Heiligensee ermob bet und beraubt aufgefunben. Als der Tät« kommt der Arbeiter Paul Heider aus Schöndors« Frage, der mit dem Ermordeten abends zuvor11 einer Wirtschaft des Ortes gesehen worden war Der Täter wurde verhaftet und legte nah anfäng lichem Leugnen ein Geständnis ab.

Waldbrand im Allgäu. .

Pfronten (Allgäu), 2. April. Am Ostermantoi brach im Walde bei Pfronten unweit des Berg Hotels Falkenstein ein Brand aus, der sofort grW Ausdehnung erfuhr und bis zum Hochwald 11 nächster Nähe des Hotels Übergriff. Die Feutt wehr von Frankenstein und Fils dämmten längerer Arbeit den Brand ein. Als Brandursaak kommt ein achtlos weggeworfener Zigaretten [tummel in Frage.

Einbruch in ein Breslauer Goldwarengeschäft

Breslau, 1. April. In der Nacht zuin Dflcf fonntag wurde in ein Goldwarengeschäft in Kupferschmiedestraße durch das 40 Zentimeter staN Kellergewölbe ein Einbruch verübt. Die Diebe er beuteten für etwa 27 000 Mk. Goldsachen. Laden war während der ganzen Nacht von °ro Lampen erleuchtet, so daß vorübergehende ten ihn übersehen konnten. Insgesamt sind 600 Uhren gestohlen. Von den Tätern fehlt Spur.

Für 3 Millionen Juwelen geraubt

Brüssel, 29. März. Einer Brüsseler Sm»^ firma sind gestern abend durch einen kecken streich Juwelen von 3 Milionen geraubt ward«» Der Täter, bei allein gewesen zu sein scheu schnitt, als nach Geschäftsschluß die Angestellten o Firma mit dem Wegräumen der Ladenvorräts ° schäftigt waren, die Leitung der elektrischen leuchtungsanlage durch und benutzte die Dunkely um sich des Koffers zu bemächtigen, ht hem " Wertsachen gepackt worden waren, um sie » Nacht in den Tresor des Geschäftes einzuschlleße».