Mittwoch den 27. März 1929
HÂINim OM© WIRTSCHÄfl
DleMonatSbNanre« der Banken
Weitere Geschäflsausdehnung
y Die vorliegenden Monatsbilanzen der Banken j für Ende Februar lassen eine weitere stetige Ent- ' mickluna erkennen. Allerdings ist bei Vergleich mit ■ früheren Bilanzstichtagen ein Unterschied zu machen ! -wi chen den letzten Monatsbilanzen vom Ende > November 1928 und den Jahresbilanzen vom 31. - Dezember 1928. Bei letzteren spielten naturgemäß : die Liquiditätsrllcksichten eine besonders große Rolle Dementsprechend sind die Liquiditäten zweiten Ranges, also einschließlich der Warenvorschüsse, gegenüber den Jahresbilanzen meistens verschlechtert wahrend ein Vergleich mit Ende November 1928 überwiegend Aufbesserungen zeigt. Die jetzigen Liquiditäten ergeben sich aus der Tabelle.
Für die Gesamtheit der deutschen Kreditbanken liegen die Jahresabschlüsse noch nicht gesammelt vor, so daß sich Vergleiche mit den Jahresbilanzen nur bei den Großbanken ziehen lassen. Hierbei ist ganz besonders zu berücksichtigen, daß die Mitteldeutsche Creditbank wider Erwarten von der Vor- ilegung einer Monatsbilanz per Ende Februar be- sreit worden ist, nachdem dieses Institut bekanntlich nach der Fusion mit der Commerzbank bereits keine Jahresbilanz für 1928 veröffentlicht hat. Im übrigen ist die Zahl der Banken, die Monatsbilanzen veröffentlichen, insofern unverändert geblieben, als ! zwar die Landesbank Westsachsen A.-G. in Plauen und die Getreidekreditbank A.-G. hinsugekommen sind, während die fusionsweise von der Commerz- lbank aufgenommene Braunschweigische Bank und Kreditanstalt in Braunschweig als auch die Ber- sgisch-Märkische Jndustriebank in Barmen keine Monatsbilanzen mehr veröffentlichen.
Was die Kreditoren anbelangt, so sind sie bei sämtlichen Kreditbanken von 12 840 Mill. RM Ende November 1928 auf 13 419 Mill. RM (ausschließlich Mitteldeutsche) Ende Februar 1929 ge- nticgen. Die entsprechenden Zahlen für die Großbanken lauten 9776 (einschließlich 225 Mill. RM Mitteldeutsche) bzw. 10185 (ausschließlich Mittel- Deutsche) Mill. RM. In beiden Fällen sind per Wilde Februar mindestens 250 Mill. RM Kreditosten von der Mitteldeutschen Creditbank Hinzuzu- pechnen, so daß bei allen Kreditbanken zusammen sie Zunahme im letzten Vierteljahr 800 Mill. RM ibersteigt. Bei den Großbanken allein beträgt die Zunahme unter Einschluß der mitteldeutschen Krentoren etwa 650 Mill. RM im letzten Vierteljahr.
Der Zuwachs der fremden Gelder hat sich im Vergleich zu Ende November ziemlich gleichmäßig ins Warenvorschüsse und Wechsel verteilt während Debitoren etwas in Rückstand gekommen sind. Die öergleichè der Großbankbilanzen mit ihren Jahres- nlanzen zeigen allerdings auch schon eine gewisse Stabilität der Warenvorschüsse so daß also bei den Mroßbanken im Januar und Februar der Gläu- Hgerzuwachs überwiegend dem Wechseldebitoren- f»to zugute kam. Die ersten Liquiditäten, also Kasse, und auch Nostroguthaben sind Uüö Mhrpar zurüMegauaeir,. Die Ber-. i Mieren Rückzahlungen von ausländischen Krediten ,.MMünden sein, die in der Zeit derstuuMergehon- W Vâstiqstgkett M?"Vorwuyast anerkannt wurden. ■ Sei den 17 Girozentralen ist die starke Er- dhung der Kreditoren um rund 134 Mill. RM kworzüheben, wobei allerdings wesentlicher ist, ch sich die Liquidität deswegen beträchtlich erhöht et, weil besonders die Nostroguthaben um mehr ls 159 Mill. RM zugenommen haben, was auf M interimistische Anlage der hereingenommenen elitibiger bei den deutschen Kreditinstituten schließen läßt, allerdings haben auch Wechsel und Debilen aus der Vermehrung, der Kreditoren im Beroch zu Ende November 1928 Nutzen gezogen.
KvankkuvSsv Börse
. Frankfurt a. M., 26. März. Tendenz': un- wheitlich. Auch heute war zu Beginn der Börse ^ Stimmung lustlos, da Orders von irgend einer reite kaum vorlagen. Der schwache Verlauf der chugen Newyorker Börse sowie der hohe Geldsatz
von 14 Prozent am dortigen Matze, in dessen Zusammenhang erneute Befürchtungen einer Diskonterhöhung in Amerika auftauchten, verstimmten, und mahnten zur Zurückhaltung. Der Grundton der Börse zeigte jedoch eine gewisse Widerstandsfähigkeit und die Kursrückgänge blieben gegenüber der gestrigen Abendbörse sehr klein. Das Geschäft war äußerst gering, doch entschloß sich die Kulisse auf dem ermäßigten Niveau, zumal, auch noch einige Orders engetroffen sein sollen, zu einzelnen Deckun- gen zu schreiten. Die Tatsache führt bei vereinzelten Werten zu Besserungen. So konnten vor allem, Kaliwerte bei etwas lebhafterer Nachfrage bis 6 Prozent gewinnen. Die gesteigerte Kaliabsatzschätzung für den Monat März gab eine gewisse Anregung und veranlaßte zu Rückkäufen. Aschersleben plus 3 Prozent, Westeregeln plus VA Proz. und Salzdetfurth plus 6 Prozent. Der Elektro markt war ohne besonderes Geschäft. Schuckert und Siemens gut behauptet, während AEG. und Felten bis 114 Prozent niedriger eröffneten. Für Ehade bestand dagegen Lebhafteres Interesse bei einer abermaligen Besserung von 4 M. Montanwerke bis zu 2 Prozent niedriger. Nur Kupferwerte knapp gehalten. Am Ehemiemarkt lagen J. G. Farben 1% Prozent niedriger, Holzverkohlung behauptet. Schiffahrtswerte bis 114 Prozent schwächer. Bei Hapag muß der Dividendenabzug berücksichtigt werden. Glanzstoff auf die geplante geringere Zusammenarbeit .mit Enka kursmäßta etwas höher aber ohne besonderen Umsatz. Banken geteilt. Commerzbank und Diskontogesellschast bis 1 Prozent niedriger, Metallbank 1 Prozent höher. Von internationalen Werten kam in Svenska weiteres Angebot heraus und der Kurs büßte erneut 5 M. ein. — Renten still aber behauptet.
Im Verlaufe machte sich eine allgemeine Geschäftsbelebung bemerkbar. Eintreffende Auslands- okders gaben eine Anregung und die Tendenz erfuhr eine Befestigung. Bei lebhafterer Nachfrage nach Spezialwerten traten sprunghafte Steigerungen von größerem Ausmaße ein. Im Vordergründe standen Dt. Linoleum auf die angeblich beabsichtigte Interessengemeinschaft verschiedener Firmen dieser Branche die gegen Anfang 10 Prozent gewinnen konnten. Auch Siemens und Rhein. Braunkohlen, die bis 5 Prozent gewannen, waren lebhafter begehrt. Im Zusammenhang hiermit zogen auch Schuckert 314 Prozent an. Ganzstoff notierten abermals 7 Prozent höher. Auch für Daimler mit plus 3 Prozent bestand infolge des Grundstückverkaufes lebhafteres Interesse. Die Nebenmärkte waren nur wenig beachtet, doch konnten kleinere Gewinne festgestellt werden.
Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5% Proz. unverändert.
Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2157, gegen Pfunde 20.4615. London-Kabel 4.8540, Paris 124.20, Mailand 92.75, Madrid 31.95 und Holland 1211.
An der Abendbörse setzte sich die Aufwärts- bwegung der Kurse an den meisten Märkten fort, und das Geschäft war ziemlich lebhaft. Aus dem Auslande sollen neue Orders vorgelegen haben, und auch die Spekulation schritt zu weiteren Käufen. Kaliwerte blieben weiter bevorzugt; Aschersleben konnten erneut 5% Prozent und Westeregeln 3 Prozent anziehen. Auch Elektrowerte waren wieder lebhafter gefragt. AEG., Schuckert und Siemens lagen je 1 Prozent höhpr, während Bergmann und Chadeaktien nur knapp behauptet blieben. Interesse bestand außerdem für I. G. Farben, Dt. Linoleum und Mannesmann bei Kursbesserungen bis VA Prozent gegen den Beniner Schluß. Ferner zogen Autoaktien weiter an. Kleyer eröfs- gen bis VA Prozent höher und stiegen im Verlauf um weitere VA Prozent. Stark erhöht waren noch Zellstoff Waldhof mit plus 5% Prozent. Renten lagen still.
Aschersleben 24114, AEG. 17914, Siemens 404, J. G. Farben 25514, Dt. Linoleum 358, Mannesmann 11614, Dresdener Bank 17314, Adlerwerke 60, Zellstoff Waldhof 271%. * .
X Deutsche Dank. Die G.-D. genehmigte mit 558 701 gegen 317 Stimmen 10 (10) Prozent Dividende, nachdem der Antrag des Angestelltenvertreters Marx, aus den Freigabegeldern 3 Mill. RM als Sonderzuwendung an die Beamten zu verteilen gegen 317 Stimmen und ein weiterer Antrag auf Erhöhung der Dividende um 2 Prozent gegen 264 obgelehnt worden war. Dir. Wassermann erklärte, den Ziffern über den Umsatz mit 225 Mrd. RM wären noch 72 Mrd. RM zuzuschlagen, die 1928 auf einem Ausgleichskonto kompensiert worden finb. Die Bank habe bei 240 Mill. RM Eigenmitteln 2663 Mill. RM Gläubiger. Diese würden eine absolute Sicherheit nur dann für gegeben halten, wenn ansehnliche stille Reserven, die sich ständig vermehren würden, so daß sie auch in Krisenzeiten nicht erschöpft werden könnten, vorhanden seien. Die Sicherheit und das Vertrauen des Einlegers sei wichtiger als eine Steigerung der Dividende. Die Freigabebeträge erhöhten den Substanzwert des Vermögens nicht. Für den verteilungsfähigen Gewinn könne daher nur in Frage
Frankfurter Kursbericht (26. März).
kommen, wieviel den offenen Reserven zuzuweffen sei und wieviel als stille Reserven belassen werden soll. Ueber das laufende Jahr wurde mitgeteilt, daß sich die Umsätze um 9% Prozent erhöht haben und sich infolgedessen die Erträgnisse normal gestalten würden. — Die Fusion mit der Osnabrücker Bank wurde einstimmig genehmigt.
Frankfurter Getrerdebörs« vom 26. März (Amtlich). Je 100 kg in Goldmark:
Weizen 1. Qualität 23.75—24.00 Cm
Roggen (inländisch.), fester... 23 25 ,
Sommergerste für rrauzwecke . 24.00 ,
Hafer (inländischer) ..... 24.25—24.50 Mair (gelb)...... . 23.50 ,
Weizenmehl (südd. Spezial) . . 33.00—33.75 „ (Niederrhein. Spezial) 32.75—33.25 ,
Roggenmehl, fester ..... 30.25—31.50
Weizenklcie ........ 11.00—14.10 ,
Roggenkleis ........ 15,25 „
Tendenz: ruhig.
Berliner Metallmarkt. (Vom 26. März)
Kupfer
Februar , März. . . April. . . Mai . . . Juni . . . Juli . . . August. . Sept... .
Alec
G
L
Februar.
0
B
189.-
192.-
März. . .
54.-
57.—
190-
192—
April.. .
53.—
58.75
190.50
192.25
Mai . ..
53.25
54.50
191—
192.50
Juni. . .
53.50
54.50
191.50
192.-
Juli . . .
54—
55.—
191.50
193.—
August. .
54 —
55.50
19.-.-
193.50
Sept. .. .
54.75
55.25
(Mk.
für IOC
1 kg)
228.50
Elektrolyt . . . . ;
Rohzink (Freiverk.) .;. Ungeschm. Zink . ...
Älummcum. . . »-." do. Barren . /
Nickel . .... .
Antimon Rg......
Silber 900 f. 1 kg . <
190.— 194,—
350— 83.83 77—79
Amtliche Einheitskurse
Berlin—Frankfurt a. M. (Vom 26, März)
Gew
Brief
6 ’/o Reichsanleihe v. 1927 Ablösungsschuld o. A. .
do. m. A. .
9 % Pr. Centr. - Bod.- Psandbr. 28 . . . .
8% Pr. Centr.-Komm.- Obl.^8. . . . . .
Anatolier I . . . . .
do. II . . . . .
Bagdad I. . . » . «
do. II. . . . . .
Zolltürken . . . «
Schantungbahn. . . ,
Adka.......
2 armer Bank . . . .
BerlinerHandelsgesellsch. Commerz- u. Privatbank Darmstadt. u. Nationalb. Deutsche Bank . . . . Deutsche Vereinsbank . Diskonto-Gesellschaft . . Dresdner Bank. . . . Metallbank.....
87.40
12.40
53.75
98.—
19.50
20.25
10.40
140.69
143.50
197.75
283.75
175.-
10 >— 166.50
171—
135.—
MitteldeutfcheCreditbank 187—
Reichsbank.....321.50
Oesterr. Creditanstalt . 34.40
Westbank ......102. -
Hapag.......120.25
Nordd. Lloyd .... 115.—
Buderus . . Gelsenkirchen. Harpener . . Ilse Bergbau Klöckner . . Mannesmann Mansse Oberbodar Oktavi Minen Phönix...
Rhein. Braunkohlen . , Rheinstahl . . . . < Riebeck Montan , . , Laurahiitte..... Ber. Stahlwerke A.-G. .
Aschersleben. . . . .
Salzdetfurth. . . . <
Westeregeln . , . . ,
Kleyer....... Brown, Boveri. . . « Daimler ...... Neckarsulmer . . . . Franks. Maschinenfabrik. Miag.......
Boigt D Häffner . . . Metallges.Frankfurt a. M. Junghaus...... Cement Heidelberg . . Hoch- und Tiefbau . .
77 — 129.50 137.50 218.-
Ph. Holzmann . . . Waytz D Freitag . . Zellstoff Aschaffenburg Zellstoff Waldhof . . J. G. Farben . . . Scheideanstalt , . .
128—
129—
188.25
265—
250.75
170.-
110.75
70.50
300.
123.
65.50
92.59
235.-
55.50
151.25
60.75
21.10
61.-
213.-
72—
144.75
99.50
Th. Goldschmidt . . Montecatini.... Rütgerswerke , . . A. E. G...... Bergmann-Werke . . Ehade ...... Licht und Kraft . . Elektrische Lieferungen Felten & Guilleaume Gesfürel . . . . . Lahmeyer..... Lechwerk« ..... Rhein. Elektr. . . . Schuckert ..... Siemens & Halske . Mainkraftwerke. . . Dt. Linoleum. . . . Spinnerei Hammersen Karstack ..... Svenska ..... Südd. Zucker
90—
62—
92.50
176.50
224—
170.—
, 168.-
. 238.-
* 398.—
. 117.—
. 352.50
224.ro
427.50
147.25
New Dork . .
Holland . .
Buenos-Aires , Brüssel . . . Christiania .
Kopenhagen. . Stockholm . . öclsingjor . . esttuien » • « London . . . Paris. . . . Schweiz , . , Spanien . . . D.-Oesterreich , Prag . . . < Pengö . . , Japan . . , Rio De Janeiro Bulgarien . . Belgrad . . , Lissabon . * < Danzig . . <
4
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49 .59 05
44
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47,5 36
83,9
49,8 04,1 39,5 85
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