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Nr. 61

Aus dem GevichiLsaa»

heftetet für Versichcrungszeikschriften gesucht . .

Wie Pilze aus der Erde geschossen sind nach dem Kriege Hunderte von Bersicherungszeitschris- tcn und aus dem Inseratenteil vieler Tageszeitun­gen schreit cs Tag für Tag förmlich nach tüchtigen Provisionsvertretern für derartige Verlage. Glän­zende Versprechungen hinsichtlich ihnen winkender Verdienftmöglichkeiten werden den sich auf die ver­lockenden Inserate Meldenden versprochen und die große Arbeits- und Stellenlosigkeit unserer Tage tut ihr übriges, um daß große Heer der Provisi­onsvertreter noch ständig steigest zu lassen. Aber schon bald kommt die Ernüchterung und mit ihr bas ganze Elend des Provisionsöcrtreterstandes. Die in Aussicht gestellten hohen Verdienste blei­ben aus, Abschlüsse sind nur schwer zu tätigen, die eigenen Mittel sind aufgebraucht, man gerät mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt. Schwere Urkun­denfälschung und Zechprellerei heißen die beiden Delikte, und der Anfang vom Ende bei so manchem mit den besten Vorsätzen hinausgezogenen Pro­visionsvertreter. Die Gerichte wissen ein Lied da­von zu singen, denn derartige Fälle haben sich in letzter Zeit in höchst bedenklichem Maße gehäuft und werfen vielfach auch ein recht eigenartiges Licht auf die Auftraggeber der schuldig gewor­denen Provisionsvertreter. Zu dem großen Heere gehörte auch ein 29jähriger Reisender aus Dort­mund, der wegen verschiedener im Berufe began­gener Betrügereien und Urkundenfälschung seit über 4 Monaten in Untersuchungshaft sitzt. Drei gegen ihn laufende Strafsachen wegen Zechprelle­rei in Zwickau, Fritzlar und Hildburghausen haben bereits ihre Erledigung gefunden, wegen dreier weiterer Fälle mußte er sich gestern vor dem hiesi­gen Schöffengericht verantworten. Im Juli hatte er mit einem gleichfalls mitangeklagten Kollegen aus Aschaffenburg in Hanau gearbeiet, bei dieser Gelegenheit Bestellscheine gefälscht und eit junges Mädchen, dessen Bekanntschaft die beiden Angeklag­ten hier gemacht hatten, dazu bestimmt, weitere Scheine mit gefälschten Unterschriften von Bestellern zu versehen. Das gleiche Manöver mi eigenhändig gefälschten Bestellscheinen hatte er schon früher in Saalfeld ausgeführt und in einem weiteren Falle einen Gastwirt aus Dalherda (Rhön) um 19 Mk. Kost und Logis geprellt. Unter Einbeziehung der Fritzlarer Strafe wurde der Angeklagte gestern zu

rMllwoH den 13. März 1929

Seife 5

3 Monaten 1 Tag Gefängnis verurteilt, welche Strafe als durch die Untersuchungshaft verbüßt . gilt. Das Mädchen wurde wegen Beihilfe zu 1 Woche Gefängnis verurteilt; erbiet aber angesichts ; ihrer bisherigen einwandfreien Führung drei­jährige Bewährungsfrist gegen Zahlung einer Geldbuße von 20 Mark. Das Verfahren geger den dritten, zur Verhandlung nicht erschienenen An- E geklagten wurde abgetrennt und Haftbefehl erlassen.

Angeblich soll sich dieser auf dem Wege zur Frem- , in der er bereits früher 5 Jahre diente,

' E -angeocicy denlegion, , d befinde

Kamboystraße nicht sofort verringert und kaum

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Es ist sache, daß sahrer ihr

Auto contra Motorrad.

eine gerichts- und polizerbekannte Tat- dis überwiegende Mehrzahl der Kraft- Tempo eingangs der Stadt auf der

T^iner sich an die oorgeschriebene Höchstgeschwindig- ksstsgrenzc von 30 Kilometer in bebauten Orts-

landete, noch im letzten Moment scharf herumge­rissen, auf dem Bürgersteig unib prallte dabei leicht gegen die Mauer. Der Gang der Beweisaufnahme ließ erkennen, daß lediglich das verbotswidrig schnelle Führen des Autolenkers Schuld an . dem glücklicherweise noch recht glimpflich verlaufenen Unfall trug. Der schuldige Kraftfahrer wurde zu 150 Mark Geldstrafe verurteilt.

Früh gescheitert. .....

Bereits mit 13 Jahren- machte ein 28jähriger Monteur aus Bubenhofen (Kreis Kaufbeuren) erst­malig Bekanntschaft mit dem Gefängnis, die er im Laufe der späteren Jahre noch neunzshmnal wie­derholte. Als unehelichem Kinde einer leidenden Mutter blühte ihm eine traurige Jugend. Bereits mit 12 Jahren kam er zu einem Mühlenbesitzer in Dienst, beging dort aus Anstiftung eines Knech­tes den ersten Diebstahl und mußte dafür auf. 14 Tage ins Gefängnis. Von diesem Tage ab ging es immer weiter abwärts mit ihm und mit 15 Jahren hatte er bereits mehrere Monate Gefäng­nis hinter sich. Im Jahre 1917 versuchte er unter falscher Altersangabe als Freiwilliger in den Heeresdienst einzutreten. Man kam hinter feinen Schwindel und wenig später finden wir den un­glücklich jungen Menschen in einer Erziehungs­anstalt wieder. Bitters Worte hatte er gestern für diese, .vollkommen verdorben will er aus ihr in das Leben hinausgtereten fein. Hinter Gefängnis­mauern brachte er einen großen Teil feiner weite­ren Jugendjahre zu, bis er als 20jähriger in die französische Fremdenlegion ging, aus der -r nach vierjähriger Dienstzeit mit einer Rente von zur­zeit 240 Papierfranks jährlich für eine erlittene Dienstbeschädigung entlassen wurde. In Süddeutsch­land wieder angelangt, begann sein altes Leben von neuem, das Leben eines frühzeitig Gescheiter­sten. Zuletzt wohnte er hier in Hanau, war als Vertreter für eine Frankfurter Radio, irma tätig. Ein Borführungsapparat wurde ihm überlassen, mit dessen Hilfe er Käufer werben sollte. In Groß­auheim täuschte er vier Anwohnern vor, sie könn­ten Apparate leihweise überlassen bekommen und kassierte bei jedem 5 Mark als Leihgebühr ein. Die fälschlich angefertigten Leihverträge änderte er dann wieder in ordnungsgemäße Kaufverträge um und zeigte sie seiner Auftraggeberfirma als solche vor. Eines Tages erschien er auch bei einer hiesi­gen Bank und erschwindelte sich unter Verpfändung seiner angeblich 240 Goldfranks betragenden fran­zösischen Heeresrente 100 Mark. Wenig später er­schien er wieder mit einem gefälschten Schreiben der Spar- und Darlchnskasse in Gengen (Allgäu), laut dem er die Ueberweisung seines angeblich vor­handenen Guthabens in Höhe von 6300 Mark an die Hanauer Bank angeordnst hatte. Angesichts dieserTatsache" erhielt er ein weiteres Darlehen in Höhe von 50 Bstark. In Großauheim war er sodann noch einem Gastwirt 34 Mark für Kost und Logis schuldig geblieben und in Hanau hatte er unter falschen Angaben für 7.50 Mk. Waren bei einem Elekrotechniker geholt. In beiden Fällen er­folgte jedoch Freispruch, da dem Angeklagten eine betrügerische Absicht nicht einwandfrei nachzuweisen war. Wegen zweier Geldbörsendiebstähle, die er zum Nachteil zweier in feiner Begleitung befind­licher Mädchen in einer hiesigen Gastwirtschaft be­gangen haben sollte, wurde er trotz dringenden

tenwerber 4 Bestellscheine, für die er 8 Mark Pro- telstädtcn war nach dem Statistischen Reichsamt der Vision bezog. Das Gericht sah übereinstimmend mit dem Vertreter der Anklage mit Recht den Fall mit

milden Augen an und erkannte auf 1 Monat Ge- ängnis, der gegen Zahlung einer Buße vor 30 Mark inzwischen hat der Angeklagte Arbeit ge­funden aus 3 Jahre bedingt ausgesetzt wird.

Reinzugang an Wohngebäuden mit 30 261 um 12 Prozent größer als im Vorjahre, wo der Reinzu­

Verdachtes gleichfalls freigesprochen. Für seine üb-

Es

* Bevölkcrungsvorgang im wurden 51 Kinder lebend (8

Monat Februar, unehelich) und 3 starben 69 Per-

eheliche Kinder tot geboren. Es , fönen und zwar infolge Tuberkulose 5, Krebs 2, Gohirnschlag 6, Altersschwäche 14, Lungenentzün­dung 11, Lungenentzündung nach Grippe 8, durch Selbstmord 2. Unter einem Jahr starben 7 Kinder.

* Der vaterländische Frauenvcxein vom Roten Kreuz für den Landkreis Hanau, hält seins dies­jährige Migliederversammlung am Mittwoch, 20. März, nachmittags 2^ Uhr, im GasthausIum goldenen Löwen" ab. Siehe auch Inserat.

* von der Dunlop. Von der Deutschen Dunlop Gummi-Compagnie A.-G. wird uns mitgeteilt, daß die Herren Herbert Proctor und Dr. Hans v. Gartzen durch Beschluß des Aufsichtsrates zu stellvertretenden Vorstandsmitgliedern der Firma ernannt worden sind.

* Die hohe Landesschule entläßt am 19. März ds. Js. die letzten Gymnastal-Abiturienten. Die Entlassungsfeier findet deshalb in größerem Rah- men statt (siehe Anzeige in der heutigen Nummer). Herr Direktor Dr. Gaede wird überDie Hohe Landesschule als humanistisches Gymnasium im 19. Jahrhundert" sprechen. Die Elternschaft und früheren Schüler, sowie die Freunde und Gönner der Anstalt seien auch an dieser Stelle auf die an sie gerichtete Einladung aufmerksam gemacht.

* Wahlfreier Lakcinunkerrichl an den Oberreal­schulen. Die Erfahrung hat ergeben, daß die Lehr­aufgaben, wie sie für den wahlfreien lateinischen Unterricht an den Oberrealschulen vorgesehen sind, in der Obersekunda mit zwei Wochenstunden schwer­lich erreicht werden können. Der preußische Kultus­minister hat daher angeordnet, daß für den wahl­freien Lateinunterricht an den Oberrealschulen in der Obersekunda statt der bisherigen zwei, von Ostern 1929 an drei Wochenstunden anzusetzen sind. Eine Neureglung der Ergänzungsprüfung im Latei­nischen bleibt vorbehalten.

* Müssen Schulkinder an der verfafsungsseisr keilnehmen? Ein höherer Beamter hatte seine Kinder an der Verfassungsfeier in der Schule in Freien­walde am 11. August 1928 nicht teilnehmen lassen, weil nach seiner Auffassung die Regierungsverord­nung vom 27. August 1924 zu weit ginge und er verhüten wolle, daß feine Kinder parteipolitisch be­einflußt würden. Das Amtsgericht bestrafte den Verstoß gegen die Regierungsverordnung mit einer Geldstrafe. Die Revision beim Kammergericht be­gründete der Verurteilte nach Mitteilung der Deut­schen Beamtenbund-Korrespondenz damit, daß er ebenso berechtigt sei, seine Kinder von der Ver­fassungsfeier fernzuhalten, wie ein Jude seine Kin­der vom christlichen Religionsunterricht fernhalten dürfe. Der 1. Strafsenat des Kammergerichts wies die Revision als unbegründet zurück und be­stätigte die Bestrafung, indem er ausführte: Am

Wie erforderlich dies aber ist, zumal WjUn «MU er 1 Iahx 3,Mgnate Kefäng- ^jH ^erfaHun^eier j^ |u bere.i-, das WWW zwischen 12 und 1 Uhr bei ms und drei Jahre Ehrverlust, ne '

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stark gesteigertem Straßenverkehr, beweist ein I gestern zur Verhandlung angéftanbener Fall von «fahrlässiger Körperverletzung. Um die genannte É Tageszeit kam am 21. Juli v. I. der Fahrmeister I eines großen Mannheimer Industrieunternehmens f mit einem von ihm gesteuerten schweren Personen­kraftwagen aus Richtung Langenselbold in einem derart schnellen Tempo, daß er gegenüber dem IPark-Restaurant" einen Motorfahrer faßte, der k gerade nach dem Eingangstor der ehem. E. R. II k Kaserne einbiegen wollte. Der Zusammenstoß, bei I bem der Motorradfahrer Verletzungen an den Un= I terschenkeln und am Arme davontrug, während I seine auf dem Soziussitze mitfahrende Frau mit I einigen Prellungen davonkam, erfolgte, obwohl I die Beifahrerin dem entgegenkommenden Auto das I Zeichen zum Einbiegen gegeben hatte. Das Auto

I aufzuweifen hatte. Das Programm umfaßte nur « gut klingende Namen, wie Shun, Hiller, Mozart,

Carl Maria v. Weber, M. Neumann, Frz. Schu- ; bert und Rich. Wagner.

I In Nr. 1 der Vortragsordnung begegneten wir 1 dem in allen Sängerkreisen Deutschlands so gern gesungenen Russischen Vesperchor. Hierbei konnte Umap schon die hohe Schule und vornehme Ve- M Handlung der Stimmen des Vereins erkennen. Man fang mit hoher Weihe und so hinterließ das Lied einen tiefen Eindruck.

., ---- .....,.. _.,_____,., nachdem er im

September v. I. wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug vom hiesiger Schöffen­gericht nur 3 Monate Gefängnis erhalten da ein falsches Strasauszugsregister nur eine strafe aufwies.

Aus Hof

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Mit Nr. 2, der Hütte von Kaun, war den Sän- gern mit Bezug auf Treffähigkeit ein schweres Problem gestellt. Dies zu lösen ließ beim Vortrag mit der in Betrachr kommenden schweren Jnto- Nation hier und da einen kleinen Wunsch offen. U Jedoch wußten sich die Sänger über die mit allen U Mitteln der Kunst erschwerten Intervalle z. gut U hinweg zu bringen, aus diesem Grunde heraus Uwar das Werk mit dem wunderschön wiederge- W gebeneu ppp. mit einem guten Ende gekrönt.

, Nr. 4. Kaiser Friedrich III. Letzte Begegnung W mit König Oskar von Schweden 13. Juni' 1888. Ballade von Theod. Fontane, Musik v. Mathieu Neumann, des kürzlich verstorbenen Düsseldorfer U Meisters. Der Vortrag dieses Werkes bedeutete für die Veranstaltung ein großes Ereignis. Dieses Kunstwerk wurde in seinen ganzen Umriffen so M vorzüglich wiedergegeben, daß man seine Helle M Freude daran haben konnte. Auch berührte die 8 n^e**' ^e von Anfang bis zum Ende gut

gehalten wurde, sehr angenehm. Ich erinnere nur *11 beiden viertaktischen Motive, mit den Wor- »aufrecht noch einmal der sterbende Mann". I Momente, die bezüglich der außer-

iübermätlyTmM ^ ^r äußerst

^6»6 Glanznummer konnte man das von Mr. Elassen für Männerchor so wunderschön arrangierte, berühmte Wiegenlied von Mozart und von Earl Maria von und â.be Ehöre waren ryt'hmisch

breiom«? 11-11 ^ ^ vorzüglich interpretiert, daß wir Ä cinmnI gehört hätten. - Die

Siih?r ^ entfiel °uf Herrn Eduard lich ff^'r^ u^m1113 $anau- Sie war recht glück- und »Mr Ä» Genugtuung zu begrüßen, in ihm f er schonen lyrisch-weichen Stimme einen

preußische Schulplichtgesetz vom 15. Dezember 1927

hatte, Vor-

in Geltung gewesen, die Regierungsschulverordnung vom 27. August 1924 komme nicht mehr in Be-

gang in den Großstädten größer war als in den Mittelstädten. Nach einer Zusammenstellung des preußischen Wohlfahrtsministcriums wurden 1928 in sämtlichen Gemeinden Preußens etwa 185 500 Wohnungen ohne Umbauten gegenüber 176 000 Wohnungen im Vorjahre fertiggestellt. Auf Grund der preußischen Angaben und des Ergebnisses der monatlichen Ermittlungen in sämtlichen Groß- und Mittelstädten kann man schätzungsweise annehmen, daß der gesamte Reinzugang an Wohnungen im Deutschen Reich sich 1928 auf etwa 300 000 belaufen dürfte. Damit ist nicht nur der laufende Bedarf, sondern auch ein Teil des Fehlbedarfs gedeckt wor­den. Ein Ergebnis, das man für 1928 nicht erwar­tet hatte.

* Beginn der Rheinfchiffahrk am 29. März. Auch in diesem Jahr beginnt der Dampferverkehr der Köln-Düsseldorfer Rheindampfschiffahrt einige Tage vor Ostern, am Karfreitag, den 29. März. Auf der Mittelrheinstrecke von Köln bis Mainz und von Mainz bis Köln verkehrt täglich ein durchgehender Schnelldampfer ( 7 Uhr ab Köln, 9.30 Uhr ab Mainz). Von Koblenz fährt täglich 10.15 Uhr ein Personendampfer zu Berg bis Mainz, von Bingen täglich 7 Uhr zu Tal bis Koblenz, von Mainz täglich 18.15 Uhr bis Bingen. Außerdem verkehrt Sonn- und Feiertags eh Schiff 10 Uhr ab Köln nach allen Stationen bis Rolandseck, das dann Zwischenfahrten auf der Siebengebirgsstrecke bis Bonn und zurück bis Remagen ausführt, von wo es 17.35 Uhr nach Köln zurückfährt. Ein ähnlicher Lokalverkehr findet Sonn- und Feiertags zwischen Mainz und- mannshaulen statt (ab Mainz 8.10 und 14.30 Uhr, ab Aßmannshausen 11 und 17.10 Uhr).

* Lichlbildervorlrag. Der Iungdeutsche Orden, dessen letzter politischer LichtbildervortragRothen­burg ab der Tauber ein Denkmal deutscher Volksgemeinschaft" noch in bester Erinnerung steht, veranstaltet am Donnerstag, 14. d. Mts., abends 8.30 Uhr, im Saale der Hohen Landes­schule wiederum einen solchen Abend. An Hand zahlreicher Lichtbilder wird das ThemaDeutsch­lands Grenzen Deutschlands Schicksal" behandelt. Die Not der Grenzlande und die Notwendigkeit der Beseiiigung des sogenanntenpolnischen Korri­dors" und der Schaffung einesGroßdeutschland" wird eingehend geschildert. In einem weiteren Vortrag wird über die gegenwärtig im Mittel­punkt des Interesses stehende Frage einer evtl. Aenderung des Pfarrsisystems gesprochen. Die Vorträge werden umrahmt von Darbietungen der Kapelle der hiesigen musikalischen Vereinigung. Es steht also ein sehr interessanter Abend bevor. Der Eintrittspreis beträgt Mk..50 zuzüglich Mark .10 Steuer. Karten sind im Vorverkauf beim Verkehrsversin zu. haben. Siehe auch das Inserat in der Samstag-Nummer.

* Bezirkstag des GDA. Der Gewerkschaftsbund der Angestellten veranstaltet Sonntag den 17. März in Soden-Salmünster eine Bezirkstagung. Den ge­schäftlichen Verhandlungen voraus geht eine Be­sichtigung der Sehenswürdigkeiten von Bad Soden und des neuen Sprudel. Die geschäftlichen Verhand­lungen sehen vor einen Aortrag des Eaugejchgils- führers des GDA., Herrn Geßner-Frankfurt a. M., überDie neuen Denkschriften über die versiche­rungstechnische Grundlage der Angestelltenverfiche- rung und ihr weiterer Ausbau". Ueber die wirt­schaftlichen Einrichtungen des GDA. wird Herr Grabosch-Frankfurt a. M. und über die Vertrags­bestimmungen der Behördenangestellte Herr Schleinitz-Frankfurt a. M. sprechen.

* Preußische Klaisenloltcrie. Am 27. Ziehungstag wurden u. a. folgende Nummern gezogen (ohne Gewähr): 7294, 70 910, 70 918, 70 929, 79 716, 89 166, 90 383, 110 317, 143 000, 164 540, 164 544, 244 336, 381320.

* Die Restauration Wolfgang veranstaltet, wie aus der gestrigen Anzeige ersichtlich war, am Sams­tag, 16. März, abends 8% Uhr einen Haushalt. Für Omribusverbindung ab 8.15 Uhr Marktplatz ist gesorgt.

tracht. Nach § 7 des erwähnten Gesetzes haben Eltern und sorgepflichtige Personen dafür zu sor­gen, daß die schulpflichtigen Kinder die Schule regelmäßig besuchen und an ihren Veranstaltungen teilnehmen. Die Eltern verwirkten Strafe, wenn schulpflichtige Kinder den Unterricht in der Schule ohne genügenden Grund versäumen oder an ihren Veranstaltungen nicht teilnehmen. Es sei ohne Be­deutung, ob der Verfassungstag ein gesetzlich aner­kannter freier Tag sei oder nicht. Die Verur- j teilung des Angeklagten, der schuldhaft gehandelt

Arbeitslosigkeit und unglückliche häusliche hältnifse die Ehe ist inzwischen geschieden ließen einen 25jährigen Arbeiter von hier im ver­gangenen Jahre einen Selbstmordversuch verüben, an dessen Folgen er längere Zeit im Krankenhaus lag. Mittellos staid er nach seiner Entlassung wie­der auf der Straße und suchte sich seinen Lebens-, - , , , , , ,

unterhalt als Provisionsvertreter für Versiche- habe, sei ohne Rechtsirrtum ergangen und müsse rungszeitschriften zu verdienen. Abonnenten waren aufrechterhalten werden.

Ber-

rar, seine Not stieg täglich und in der Berzweif- r . ...__' ____. .. "^

lung fälschte er wie leider nur allzuviele Abonnen- nungen gebaut. In 92 berichtenden Groß- und Mit­

echten wahreii Schubert-Interpreten gefunden zu haben. Der Sänger fang Nr. 3 des 'Programms Gebet von Hiller, 5a Ihr Bild, 5b Frühlings­traum, 5c Frühlingsglaube, mit viel Schubertfcher Wärme und Gemütstiefe und wurde den Inten­tionen der beiden Komponisten voll und ganz ge­recht. Prächtige und gut verständliche Textaus­sprache sowie die vornehme Färbung der Vokale berührten sehr angenehm. Auch ließ die schnfuchts- ocUe wehmütige Tonbildung in Nr. 5a Ihr Bild von Schubert, keinen Wunsch offen. Ferner ließ sich Herr Schreiber in 2 Wagner-Lieder hören. Nr. 8a Träume, Nr. 8b, Siegmunds Liebeslied aus der Walküre. Auch diese zwei Vorträge ge­langen dem Sänger in Intonation der Höhen- und Tlefenlagen recht gut. Jedoch dürfte die Wieder­gabe dieser beiden Wagner-Werke noch mehr bra- matische Ausdrucksmittel und Größe in der Stimme erfahren. Dies zu erreichen, wäre für den jugendlichen, so sehr talentierten Sänger im Un­terricht eines Gesangs-Pädagogen nicht schwer. Die Zugabe, Gesang Weylas von Hugo Wolf, wurde van der Kritik und bem Publikum recht anorken- nend und dankbar ausgenommen.

Unsere einheimische Pianistin Frl. Erna Walz, Weise ^^ ^ Hrer, Aufgabe in hochkünstlerischcr

Der äußerst begabte Dirigent, Herr Chor- meister Karl Kemmerer, Schüler des Herrn Musik­direktor und Komponisten Karl Kern zu Frank- surt, stand von Anfang bis Ende über seinem 53 Langer zählenden stattlichen Chor und führte durch seine große Ruhe und Besonnenheit verbun- de.n mit einem ausgezeichneten musikalischen Ohr, seine Getreuen über alle Klippen hinweg.

Der Verein und fein tüchtiger Dirigent dürfen mit Freude und Genugduung auf den schönen Er- falg zurückblicken und sich, was die Leistungen an- u'ngcn, ohne Ueberhebung unseren besseren deutschen Atännergesangvereinen als würdiges Glied anreiben. Brodt.

Fraucnknappheit aus der Robinsoninsel.

Robinsoninsel? Gibt cs denn so etwas? wird mancher überrascht fragen. Es läßt sich nicht be- streiten, daß der Matrose Alexander Selkirk, der in Defoes Roman als Robinson erscheint, tatsäch-

* 3m Jahre 1928 wurden etwa 300 000 Woh-

lich auf der so oft genannten einsamen Insel im Weltmeer gelebt hat, die unter dem amtlichen Namen Mas a tierra heute zu der südamerikani- toen Republik Chile gehö...... "

Juan Fernandez-Inseln, L. _____ .... ____________

vor dem südamerikanischen Festlande auf der Breite von Valparaiso liegen. Eine von ihnen, San Juan Bautista, ist der Ort des Untergangs des kleinen Kreuzers Dresden gewesen, der hier am 14. März 1915 nach erfolgreicher Beteiligung am Kreuzer­kriege versank.

irt. Sie ist ein Glied der die etwa 600 Kilometer

Abonnement eine letzte Wiederholung des entzücken­den LustspielsDie Frau, die jeder sucht" von Lud­wig Hirschfeld statt. Samstag Gastspiel Katharina Reichert Dom Düsseldorfer Schauspielhaus.

Dsv deujfGs BüchevbEM

Mas a tierra, die größte der Inseln, hat nicht nur Robinson beherbergt, sondern war auch einmal Mittelpunkt einer chilenischen Verbannungs- und Strafkolonie. Heute ist sie freies Wohnland. Die neueste chilenische Volkszählung hat auf ihr 124 Männer und 93 Frauen ermittelt. Das scheint für eine Robinsoninsel sehr viel zu sein, ist aber doch sehr wenig: denn die Insel umfaßt 95 Quadrat­kilometer, ist also ebenso schwach bevölkert wie die unermeßlichen Ebenen und Waldgebiete Sibiriens. Sie gehört aber auch, wie der Hebersdfu6 von 31 Männern über die Frauen erweist, zu den gar nicht so seltenen Wohngebieten der Erde mit Männer- Uberschuß. Die Heiratschance auf der Robinsoninsel wird aber doch nicht noch ein zweites Mal auf der Erde vorhanden sein. Wäre dieses Zahlenverhültnis zwischen Männern und Frauen in Deutschland gegeben, _ dann müßten unseren 32 Millionen Flauen über 41 Millionen Männer gegenüber­stehen; es gibt in Deutschland aber nur etwa 30 Millionen Männer.

o Stadtthealer. Aus dem Thcatevbüro wird uns geschrieben: Als 25. Vorstellung im Mittwoch- Abonnement wird heute abend 7'4 UhrDie lustige Witwe". Operette in 3 Akten von Franz Lehar wiederholt. Vielseitigen Wünschen zufolge ge­langt morgen Donnerstag, abends 8 Uhr, und zwar mit verstärktem Chor und Orchester nochmals die OperDer Schmuck der Madonna" von Wolf- Ferrari Zur Ausführung. Die Eintrittspreise sind auf 80 Pfg., 1.80 und 2 Mk. ermäßigt. In Anbe­tracht der kleinen Preise weisen wir ganz besonders auf diese.Vorstellung hin, da eine nochmalige Wie­derholung infolge technischer Schwierigkeiten nicht mehr erfolgen kann. Kommenden Freitag, abend, 8 Uhr, findet als 25. Vorstellung im Freitag-

zeigt sich täglich im Schmuck von SO neuen Blättern. Denn 80 neue Werke erscheinen jeden Tag auf dem deutschen Büchermarkt. Sie sind verschiedenen Inhalts, aber alle sind sie aus demselben deutschen Geiste.