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Dienstag den 12. März 1929
Nr. 60
druckt werden. Die Anschrift kann in der ganzen Breite des Fensters erscheinen. Für den Aufbrauch der Briefumschläge usw., die über das zulässige Maß mit Angaben bedruckt sind, war eine Frist von 2H Jahren — laufend vom 1. April 1926 bis 30. September 1928 — gewährt worden. Da sich aber in Versenderkreisen immer noch erhebliche Bestände solcher unzulässigen Briefumschläge befinden, ist die Aufbrauchsfrist nochmals bis zum 31. Dezember 1929 verlängert worden. Mit einer Verlängerung der Aufbranchfrist über diesen Festpunkt hinaus ist nicht zu rechnen. Nach diesem Zeitpunkt müssen Briefmnschläge, die den Postord- mmgsbestimmungen nicht genügen, von der Post- deföiderung ausgeschlosien werden.
* Wiedereröffnung des Rhein-Wain- Donau- Schiffsverkehrs. Die großen Schiffahrtsgesellschaften teilen in Kürze durch Rundschreiben ihrer Kundschaft mit, daß die Güterannahme für den Schsi'sverkehr wieder eröffnet ist. Sie rechnen mit der Wiedereröffnung des Schiffsverkehrs auf dem Rhein für die nächsten Tags, auf dem Main in 8 bis 10 Tagen. Die überall noch unter einer ziemlich starten Eisdecke liegenden Häfen sollen, um weitere Schädigung des Fischbestandes zu vermeiden, nicht durch Sprengung sondern durch Preßluft- msisel dem Verkehr geöffnet werden. In gut unterrichteten Kreisen rechnet man mit einer starken Nachfrage nach Schiffsraum und infolgedessen einer wesentlichen Steigerung der Frachten. Der Bedarf der Industrie an Rohprodukten konnte während der Frostzeit durch die Reichsbahn nur zu einem Teil bewältigt werden, so daß die Wiedereröffnung der Schiffahrt auf die allgemeine Arbeitsmarktlage einen günstigen Einfluß haben dürfte.
• Don den Apotheken hat Sonntags- bzw Nachtdienst von heute abend 7 Uhr bis nächsten Samstag abend 7 Uhr die Engelapotheke.
Der übliche Kaffee und Kuchen fehlte natürlich auch nicht. Das Begrüßungswort des Ortspfarrers für den Abend und für den Verein, stand unter dem Verheißungswvrt: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein!" (1. Mos. 12, 1—3). So mögen denn diese beiden Vereine, in denen Frauen aller Stände in schwesterlicher Verbundenheit vereinigt sind, auch fernerhin sich für unsere Gemeinde segensreich entfalten!
LVettevdevickt
Der Lustdruckanstieg über West- und Mitteleuropa setzt sich weiter fort. Es kann daher mit Auffüllung der nach Mitteldeutschland vorgedrungenen Tiefdruckstörungen bei uns mit vielfach heiterer Witterung gerechnet werden. Die nächtlichen Temperaturen halten sich immer noch in der Nähe des Gefrierpunktes. — Vorhersage bis Dienstag abend: Vielfach neblig, sonst bewölkt bis heiter, trocken tagsüber mild, michts stellenweise leichter Frost, schwache verândersiche Winde. — Witterungsaussichten für Mittwoch: Zunehmende Aufheiterung, sonst wenig Aenderung.
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Gelnbauien,
Landkreis Kasan.
hüiiengesätz, 11. März. Das Fest der fit deinen Hochzeit feiern Mittwoch, 13. Mä
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die Eheleute Johannes Habermann 14. und Frau Margaretha geb. Boos, Altwiedermußer- straße 4.
Hüttengcfätz, 11. März. Am Sonntag abend, 3. März uniMim Mittwoch abend, 6. März feierten rüe beiden Frauenvereine hiesigen Kirchenfpiels (Reuwiedermuß und Hüttengesäß) ihre Jahres- festchen. In Neuwiedermuß nahm der Saal „Zum deutschen Haus", die ortsansästigen Mitglieder und viele Gäste von auswärtigen Gemeinden auf. Im Mittelpunkt der Sarbietunge'i stand ein volkstüm- üches, aber sehr ernstes Stück: „Wenn du noch eine Mutter hast". Es war im Grunds eine veranschaulichte Predigt, von der die Zuschauer tief ergriffen wurden. Es gebührt den Mitwirkenden, alles lokale Kräfte, ungeteilte Anerkennung. — Die Umrahmung durch Lieder, christlich-religiösen Jn- halts, wurde, durch die beiden Frauenchöre des Oris und von hier, aufs Harmonischste ausgeführt, was dann. in zwanglosem Beisammensein mit Kuchen und Kaffee, sich fortsetzte. Noch manches Lied wurde angestimml und in froher Erhebung trennte man sich in vorgeschrittener Stunde. — Ein Be-
)( Gelnhausen, 11. März. Die Kreisbauernschaft Gelnhausen e. V. hielt hier am Montag unter der Leitung ihres Vorsitzenden, Altbürgermeister schmidt-Obersotzbach, im Zipfschen Saale eine kommunalpolitische Führertagung für Bürgermeister, Gemeindevertreter und Landwirte ab. Als hauptreferent sprach der 2. Vorsitzende des Kurhess. Landbundes, Bürgermeister und M. d. R. Lind- Niederissigheim (Kr. Hanau) über das Thema „Rechte und Befugnisse der Kreis- und Gemeinde- vertreter" und behandelte diese außerordentlich umfangreiche und wissenswerte Materie auf Grund einer jahrzehntelangen Praxis in sachlicher, umfassender und alle wesentliche Einzelheiten streifender Weise. Mit Recht führte er aus, daß man in unseren Tagen den Fragen ber_fommunalen Verwaltung viel zu wenig Interesse entgegenbringe und es unbedingt an der Zeit sei. daß in dieser Hinsicht vom Bürgertum und den Mittelstandsschichten andere Wege begangen mürben. Seine Darlegungen gelten zunäM der Frage der Länderver- roattung und ihrer Umgestaltung,- weiterhin der von den Gemeinden, sowie dem Kreise (aus Umlagen der Gemeinden) zu tragenden „Bezirksfürsorge". Dann ging er zur Behandlung des Schulwesens über und betonte, daß man das diesbezügliche Gesetz aus dem Jahre 1908 so umgestaltet hab«, daß der Vater Staat nur das mindere Teil der Lasten trage. Während in Hessen die Schulen als Staatseinrichtung anerkannt seien, gingen bei uns Unterhaltung der Schulen, Neuanschaffung von Lehrmitteln usw. zu Lasten der Gemeinden, nur bei Neubauten gebe der Staat % Zuschuß, für den er auch noch Hauszinssteuer fordere. Weiterhin wandte sich der Referent der Unterhaltung der Kommunalwege zu, erörtete die Möglichkeiten der Einwirkung auf die Gemeinden- und Kreishaushalte und gab schließlich Richtlinien für die Ausstellung des Gemeinde-Etats. Gleichfalls wußte er den Aufgabenkreis der Kreis- und Gemeindenvertreter, sowie der Bürgermeister in einer sachitchen, klärenden Form
an die rührigen Veranstalter des schönen Abends. Der Abend des 8. März sah dann im Saale des Gasthauses Arndt, hier, den Hüttengesâßer Frauenver- ein, vereint mit den Mitgliedern des gemischten Chores, und vielen anderen Freunden, auch von auswärts, verlammest, daß er sich fast als zu klein erwies. Der Verlauf der Feier gestaltete sich hier etwas anders. Im Mittelpunkt des burten Programms stand eine Lichtbilderoorsührung aus Paul G^ardts Leben, Leiden und Siebern. Die schönen Bilder wirkten seelisch erhebend, zumal
^^*>*W^; Di^demMo-t-age folgende Aussprache war eine sehr rege unb retmes/ daß die Ausführungen des Redners in jeder Beziehung auf guten Boden fielen.
)( Reuenhatzlau, 11. März. Am Sonntag abend veranstaltete die hiesige Schule im Saale „Zum deutschen Haus" ihren diesjährigen Elternabend. Nachdem die Oberstufe das Lied: „Das ist der Tag des Herrn" vorgetragen hatte, begrüßte Herr Hauptlehrer Herrmann die Erschienenen im Namen des Lehrerkollegiums und der Schüler und
dabei auch einzelne Proben seiner Lieder von der Vollversammlung gesungen wurden. Durch Anregungen musiräli'cher Art (Klavier, Cello und
gab feiner Freude über den zahlreichen Besuch Ausdruck. Er betonte, daß dies ein Beweis sei, daß die Elternschaft Anteil nehme am Wirken und Schaffen der «chule und für die Lehrer ein An
Violine), und die gut oorgetragenen Lieder der sporn zu neuer Arbeit. Schüler der Oberstufe beiden Chöre, 'richt zu vergessen die schönen Duette trugen nun inhaltsreiche Gedichte vor. Herr Üeh- von zwei Schulmädchen, flogen die Abendstunden rer Klein ergriff sodann das Wort zu einem Licht- nur so dahin, daß selbst die älteren Frauen bis bitberuortrage und kam von den Worten ausge- in die erste Stunde des neuen Tages aushielten. Hend: „Lerne dein Vaterland kennen und du wirst
es lieben" auf den Wert der Schulausflüge zu sprechen. Er bat die Eltern, ihre Kinder nicht aus unbegründeter Angst zurückzuhalten und schilderte dann die letztjährige dreitägige Rheinreise der hiesigen Schule. Herrliche Bilder wurden gezeigt. All die Städte und Burgen, die im Verlaufe der Steife berührt wurden, zogen von Erläuterungen des Herrn Klein begleitet vorüber und als größte Uebermschung bezeichnete er den Empfang am Bahnhof durch den heimischen Musikoeroin. Nach einer kurzen Pause wurde die Feier durch die Lieder^ „Stimmt an mit hellem, hohen Klang" und „Zu «Straßburg auf der Schanz" fortgesetzt. Es wechselten dann die Darbietungen der einzelnen Klassen ab. Den grüßen Beifall erzielten die Kleinsten, die in ihrer ungezwungenen, natürlichen Art einige Gedichte und Lieder szenisch darstellten. Die oberen Klassen brachten mehrere, meist heitere Gedichte zum Vortrag und erfreuten die Anwesenden durch die Aufführung des Märchenspieles: „Hänsel und Gretel". Erwähnt sei ferner noch der Zither-Vortrag einer Schülerin. Mit dem Liede: „Ei was bin ich für ein lust'ger Bua" schloß das äußerst reichhaltige Programm.
einmal durchgesährt werden. Man müsse einen festen Plan ausstellen, nach dem alle erforderlichen Bauten auf einen Zeitraum von 10 Jahren verteilt' werden müßten, da man sonst der finanziell«! Schwierigkeiten nicht Herr werden könne. Die jetzt« 1 Synode, die 17 Gemeinden umfaßt, wird nach dei' Eingemeindung Bockenheims um neun Gemeiâ» auf 26 erhöht werden und es wird im Juni eine außerordentliche Tagung notwendig werden, um den Ergänzungshaushalt zu verabschieden. In bet Beratung kam zum Ausdruck, daß zurzeit empfind, sicher Mangel an Stadtvikarcn herrsche und deß auch mindestens zwei neue Gemeinden, eine im Dornbusch und eine im Kuhwaldviertel, nötig feien. Pfarrer Oberschmidt berichtete dann über eine ganz« Reihe von Vorlagen, die die Verhältnisse der Orga-^ nisten, Küster, Geineindeaushelfer usw. regeln sollen. Sie wurden ausnahmslos nach kurzer Ds
«rekS Süddrse«.
t Düdelsheim, 11. März. In hiesiger Gemarkung war die Schneeschmelze so heftig, daß an den Nachmittagen am vorigen Freitag und Samstag verschiedene Ortsstraßen überflutet wurden. Das Wasser kam so rasch, daß es in verschiedene Keller eindrang und die hiesige freiwillige Feuerwehr eingreisen mußte. Auch die großen Eisschollen auf dem Seemenbach in der Nähe der Hochsteinschen Mühle brachte die Feuerwehr zum Abtteiben. Bei dieser Arbeit mußte ein Feuerwehrmann ein unfreiwilliges Bad nehmen.
t Rommelhausen, 10. März. Am kommenden Sonntag, 17. März, hält die hiesige Ortsgruppe des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen im Saale des Adam Hensel, abends um 8 Uhr, einen Theaterabend ab. Zur Aufführung gelangt das bekannte Drama „Dis Waffen nieder!" von Hans Engler, entnommen aus dem weltberühmten und preisgekrönten Roman von Berta von Suttner. Den Anfang und den Schluß des Abends bilden die von vier Schulmädchen dem Dheatevakt anpassend vovgetragenen Prologe und Epiloge. Gleichfalls werden die hiesigen Gesangvereine durch einige Liedervorträqe den Wend verschönern helfen. An der Aufführung des Dramas selbst sind 14 Personen beteiligt. — Der hiesige Ge- 'elligkeitsverein hält am nächsten Sonntag einen Theaterabend ab. Durch Beweise der Leistungsfähigkeit des Vereins dürfte ein zahlreicher Besuch erwarkt werden.
batte, in der man sich gegen eine allzu starke SW waltungs-Schematisierung wandte, an die Seht einigten Ausschüsse weitergeleitet. Interessant wurde die Debatte, wie übrigens auch jedesmal in der Landeskirchenversamlung, als die liturgisch, Frage aufgeworfen wurde. Bei der Beratung btr: Unterstützung des kirchenmusikalischen Ausschusses» machte Pfarrer Veit die Anregung, daß man nicht nur die Musik fördern solle, sondern auch zur lebung und Vertiefung des Gottesdienstes Werkes
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Evangelisch-lutherische Siadksynode
: Montag vormittag trat die evangelisch-lutherische Stadtsynode zu ihrer diesjährigen Tagung zujammen. Die zur Bearbeitung vorliegende Tages
der religiösen Plastik heranziehen soll. Dem widersprach Pfarrer Bornemann mit der Begründung, daß viele Gläubige einem derartigen Ritus fein Verständnis entgegenbringen würden und sich de- durch eher abgestoßen als angezogen fühlten. Auch Kirchenrat Drommershausen machte ähnliche Bk- denken geltend, während der Fachmann für Kirchenmusik, Wallau, den Vorschlag als durchaus ernst 31 nehmend bezeichnete. Man einigte sich schließlich darauf, die Angelegenheit in den Ausschüssen weiterzuberaten. — Die nächste Vollsitzung findet am Donnerstag statt.
Kleine Frankfurter Rundschau
: Die Grippeerkrankungen sind in Frankfurt ganz erheblich zurückgegangen. Infolgedessen ist es möglich gewesen, die in Schulen eingerichteten Hilsskrankenhäuser zu schließen. — Der neue Frankfurter Polizeipräsident Steinberg ist heute vormittag vom Regierungspräsidenten Ehrler in sein Amt eingeführt worden. Der Regierungspräsident Ehrler gedachte in feiner Ansprache des verstorbenen Palt- a zeipräsidenten Zimmermann und begrüßte z neuen Polizeipräsidenten, der sich in feinen fe& 5 hörigen Wirkungskreisen stets das Vertrauen ber| g Bevölkerung erworben habe. Präsident Steinberg i dankte für die Worte des RegierungspräsidentrnU und gelobte, daß er sich dieses Vertrauen auch i« Wz der Frankfurter Bürgerschaft zu erwerben ho'!(M b Namens der Beamtenschaft wurde der neue 6 vom Regierungsrat Dr. Fohr begrüßt. — ütKi langjährige Vorsteher der Frankfurter Stadtvemi-M 1 netenoerfammlung; Heinrich Hopf, ist an den ^’ W , gen einer Darmoperation gestorben. Hopf, bette» 1 sozialdemokratischen Partei angehörte, erfreute R W ? in weiten Kreisen der Bürgerschaft allgemein Wertschätzung. — In der vergangenen Kadjt W ' hier der Kaufmann Anton Mayer aus ßimburc^® | Verlauf einer Schlägerei erstochen worden. - . g der Mainzer Landstraße entstand in der' letzt j
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haben werden. Die heutige Vollsitzung beschränkte sich, wie üblich, auf die Kenntnisnahme der Anträge und Vorlagen und deren Ueberweisung an die verschiedenen Ausschüsse. Zum Vorsitzenden wurde während der neuen dreijährigen Legislaturperiode wieder Pfarrer Pauly gewählt, während Dr. Bach- feld, Stadtverordneter Nagel und Pfarrer Oberschmidt als Beisitzer gewählt wurden. Den Haushaltsplan legte der Synodale Nagel vor,der dabei betonte, daß die Finanzlage der Synode als gespannt bezeichnet werden müsse. Größte Sparsamkeit sei daher dringend notwendig. Der Voranschlag schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 1874 664 Mk. ab, einschließlich aufzunehmender Darlehen in Höhe von 120 000 Mk. Nagel stellte fest, daß man unter keinen Umständen von dem jetzigen Satze von 12% Kirchensteuern abgehen könne. Die umfangreichen Baupläne der Gemeinden könnten nicht alle auf
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lauf der Kraftwagenführer eine schwon letzung und einen Beinbruch davontrug, jungen Leute entwendete dem Verletzten eine'M'Mr börse mit 75 Mk. Inhalt. Der Räuber wurde hsiW^ genommen. — In der SteinkohlenbrikettfablS
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fühlen, so sollten sie sich doch keineswegs verleiten lassen, die Kinder in diesem Sinne zn beeinflussen. Damit machen sie den Schulanfang und alles, was damit zusaimnenhangt, für sich und für die Kleinen nur schwieriger und unangenehmer; sie erschweren es namentlich den Kindern, sich in die neuen Verhältnisse einauleben und Zutrauen zu den Lehrpersonen zu fassen. Wie oft kann man es 3. B. hören, wie die Mutter vielleicht in begrsis- sichem Unwillen über eine Unart dem Kinde sagt: „Na, wenn Du zur Schule kommet! Du wirst ja sehen, wie's Dir da geht! Der Lehrer fackelt nicht lange, der schlägt gleich zu!" Und Ashnliches. Durch solche Bemerkungen werden in den Kindern ganz ungerechtfertigte Angstgessühl« geweckt, die dem Lehrer und dem kleinen Abc-Schützen das Sichmiteinandereinleben unnötig erschweren Ein Gegenstück dazu sind aber auch die Eltern, die ihrem Kinde von Anfang an einprägen, sich „ja nichts gefallen zu lassen" und die bei jeder etwa einmal nötig gewordenen Bestrafung (die durchaus nicht etwa eine körperliche Züchtigung zu sein braucht) voller Empörum beschwerdeiührend zum Lehrer eilen und blindlings ihres Kindes Partei nehmen. Das kommt leider "viel häufiaer vor, als man denken sollte, und gewöhnlich pflegen diese Art Eltern dann zu Haute trium-phierend zu bemerken: „Dem Center (oder der Lehrerin) habe ich aber ordentlich Beicheid ge-'agt!" Woher soll da dem Kinde das Gefühl für die Autorität des Lehrers kommen, ohne die es doch in der Schule nun einmal nicht geht, und machen solche Eltern ihrem Kinde das Leben in der Schule nicht unnütz schwer, dadurch, daß sie es zu einer gewissen Widersetzlichkeit anhal. ten, mit der es dann ganz natürlicherweise doch nicht durchkommt und durchkommen darf, wohl aber in allerlei Konflikte und Schwierigreiten dadurch gerät?
Wan sollte sich übrigens auch davor Men, Kri- tik irgendwelcher Art an den Lehrern vor den Ohren der Kinder zu üben. Die Entwicklung unseres Schulwesens hat es 3. B. mit sich gebracht, daß vieles bei den Unterrichtsrnsthoden usw. anders gehandhabt wird, als wir es zu unserer Zeit gewohnt waren. Weiss, was die Kinder nun nament. sich aus dem AMngsuntericht zu Hause berichten, kommt deshalb den Eltern merkwürdig und vielleicht unverständlich vor, und sie geben ihrem Be- fremben im Beisein der Kinder Ausdruck. Dadurch aber bringen sie sie nur zu leicht in einen Zwie
Ättsev Mnd als Ave-Schütze Gedanken zum Schulanfang.
„Der Unterricht für die éemamänger beginnt am so und sovietten". Wie oft kann man diese. Nachricht jetzt in den Zeitungen Isen, unb mit gemischten Gefühlen betrachten die Väter und Mütter, namentlid) aber die letzteren diese bedeu- tu^svolle kleine Notiz! Jo, nun dauert es nicht mehr lange, und dann werden auch Illchen und Lottchen, Kurt und Hans, oder wie die kleinen Abc-Schützen heißen, den folgem'chweren ersten Weg zur Schule antreten müssen! Das ist für die Kinder meistens leichter als für die Eltern, und NWnche Mutter wird sich eines gewissen Effer- mchtsempfindsns dabei nicht erwehren können. So lange, diese ersten, unvergeßlich schönen sechs Jahre hindurch, gehörte ihr das Kind allein oder doch fast allein; sie kannte und teilte jedes feiner Erlebnisse und war die unumstrittene Hauptperson seiner kleinen Welt. Das wird nun anders; di« Schule nimmt einen großen Teil des kindlichen Denkens in Anspruch, und es ist ganz natürlich und unvermeidbar, daß die Mutter dadurch ettvas in den Hintergrund gerät. Aber noch etwas anderes bedrückt sie: Wie wird es ihrem Liebling in der neuen Umgebung ergehen? Niemand, so meint sie, kennt doch ihr Kind so gut, wie sie, und niemand kann es auch so gut mit ihm meinen, wie fiel Wird der Lehrer, die Lehrerin Hänschen oderJls- chen auch richtig zu behandeln verstehen? Und nun erst die Kameraden oder Kameradinnen, wie wird es mit diesen werden! Die Mutter kann nicht mehr beständig über ihrem Kleinod wachen und helfend einoreifen — mit dem ersten Schultage ist zum Test menig-ttens — das Kind ihrer ObM entwachsen, ein selbständiger kleiner Mensch, auf fein eigenes Können und Vermögen angewiesen, der sich selber in seiner neuen Welt zur-chistnden und durchsetzen muß. Kein Wunder, daß die Mütter deshalb dem Schulanmng meist mit weit größerem Bangen entgrgemshen, als die kleinen Abc- Schützen selber, die von etwa kommenden Sorgen und Nöten noch nichts wissen und von all dem Neuen, das ihrer wartet, magisch angezogen werden!
Ist nun aber dieses Empfinden der Eltern unb Mutter wohl begrerlid) und Fann man ihnen ihre Sorgen und Bedenken in mancher Beziehung nad)»
spalt, und nicht selten entsteht aus solcher verständnislosen Kritik an einem vielleicht gerade von den Kindern sehr geliebten Erzieher der Anfang einer Entfremdung zwischen Eltern und Kindern, unter der beide Teile später bitter leiden. Wenn die Eltern Grund zu Bedenken, Zweifeln und Beschwerden über den Unterricht oder über irgendwelche Maßnahmen des Lehrers zu haben glauben, da ist es immer das Richtigste, sich mit dem Lehrer direkt in Verbindung zu setzen. Jeder vernünftig denkende Lehrer, der seinen Beruf liebt, hat selber das größte Interesse daran, sich mit den Eltern der ihm annertrauten Kinder zu verständigen und mit ihnen gemeinsam zu arbeiten. Die meisten Schulen haben bestimmte Sprechstunden für die Eltern, auch die vielerorts regelmäßig abgehaltenen Elternabende dienen diesem Zweck der beiderseitigen Verständigung, und darüber hinaus sind die Lehrer und Lehrerinnen stets gerne zur Einzeldurchsprache nach Uebereinkunst bereit, soweit es ihre Zeit irgend erlaubt.
Nun noch ein Wort über die Schularbeiten und über di« körperliche Pflege des Lernansängers. Im allgemeinen geht die Tendenz der Schule namentlich im Ansang durchaus dahin, den Kin- deren so wenig Hausaufgaben wie möglich aufzu- bürden und den Unterricht so zu gestalten, daß der Lernstoff in den Stunden genügend geübt und durchgearbeitet wird. Wo es aber doch Schularbeiten gibt, da sollte die Mutter darauf achten, daß diese möglichst noch bei Tageslicht, jedenfalls aber in Ruhe und nicht spät abends oder gar am anderen Morgen in Eile vor dem Schulbeginn gemacht werden. Die „Hilfe" bei den Schularbeiten darf nicht darin bestehen, daß die Mutter die Aufgaben für das Kind erledigt, denn dadurch versieht sie es, bildlich gesprochen, mit Krücken und hindert es am Sslberdenken und Selbständigwerden. Die Mutter beschränke sich auf die Aussicht, achte darauf, daß die Schularbeiten pünktlich, gewissenhaft und sauber gemacht werden. Damit hilft sie dem Kinde besser, als mit „Versagen" und „Nachhelfen".
Die Kost des Schulkindes fei abwechslungsreich, leicht verdaulich und frei von scharfen Gewürzen. Wenig Fleisch, viel Gemüse und Obst; Milch und andere vitaminhaltige Nahrungsmittel sollten nicht helfen. Man zwinge aber das Kind nicht »u vermehrter Nahrungsaufnahme, wenn es, wie das namentlich bei zarten und sensitiven Kindern bis
weilen in den ersten Schulrvochen vorkow^ weniger Appetit zeigt. Gute Dienste leistet in M chen Fällen ein vor dem Einnehmen der WW eingüschobenes Ruhestündchen, evtl. eine Stunde Schlaf mit gelöster Kleidung auf dem W bett ober Sosa. Ausreichender Schlaf ist überhast etwas, was die Kinder gerade in der ersten W; zeit mit ihrer Fülle neuer Eindrücke und jr' Beanspruchung der Nerven dringend benötig Darum gehört unser kleiner Abc-Schütze abeB, zeitig ins Bett! Auch empfiehlt es sich, die linder morgens früh genug zu wecken, damit sich ohne Haft und Aufregung ankleiden und Ruhe das erste Frühstück einnehmen können.
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der
Prof. Dr. Paul Ehrlich ^ berühmte Entdecker des Heilmittels »P ü fan", wurde vor 75 Jahren am 14. März 3 Strehlen (Schlesien) geboren. Von 1899 /
feinem am 20. August 1915 erfolgten Tode ' ^ Direktor des Instituts für experimentelle in Frankfurt a. M. Ehrlich war Mitbegrün° r Serumtherapie in der Medizin und erhie», 1908 den medizinischen Nobelpreis. 1910,c er das Lues-Heilmittel „Salvarsan •