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Dienstag den 12. Mkrz 1929

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keinem Zweifel, daß Poincare gezwungen ist, um den Bestand seiner Regierung schwer zu kämpfen und daß er nach Ostern weiter das Ziel schärfster parlamentarischer Angriffe sein wird.

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»Die vveuMcheu PvovZme« werden Lândev^

(Fortsetzung von Seite 1) Von besonderem Interesse sind noch die fotgen-

Schlllßbemerkungen des Berichts-

Für die Rückwirkung dieser Vorschläge auf die übrigen. Lander ergibt sich die Frage, ob außer den beiden vorgeschlagenen Hauprformen für die Orga- nration der Länder noch Zwischenformen empfoh­len werden sollen. Die Derfasier haben auf eine nähere Erörterung hierüber zunächst verzichtet, da bisse Frage zu ichr mit der Zuständigkeitsoerteilung verbunden ist. eie sind sich aber einig, daß es nicht .ausgeschlossen sein sollte, einem hinreichend großen Lande alter Art, das weder die Oraanisattonsform nach 1. Nr. 1 (b. f. die preußischen Länder) anneh- mem noch in der den alten Säubern gelassenen Organisationsform beharren will, u. U. eine Zwi- chenform zu gestatten, oder bei der Neubildung eines Landes eine solche Zwischenform zu wählen. Für diesen Fall müßten besondere Vorschläge ge­macht werden, die sich in den Rahmen der Gesamt- organifation einpapen. In allen Fällen, wo die Zuitändigkeitsverteilung mit derjenigen bei den Ländern "nach 1. Nr. 1 übe reich nimmt, sollte jedoch möglichst auch die Organisationsform dieser Län­der' Anwendung finden.

Die Hansestädte könnten ohne Mcksicht darauf, ob sie nach territorialer Umgliederung . erster Unterausschuß) und Abgrenzung der Zustän­digkeiten (Referat 1) als solche die Eigens d>a-ft be­sonderer Länder haben sollten, für chre Stadtver­waltung die besondere Organisation (Senat, Bürg­schaft) und auch künftig eine gewisse Selbstbestim­mung über diese Organisation, sowie als etäbte stimmen im Reichsrat behalten.

Die DeMnnssvovlase im Reichstag

Hilferding hält an seinen Sfeuerootfd) lägen fest.

Berlin, 11, März. Der Reichsfinanzminister hat beben dem Reichstag drei Deckungsvorlagen zum Haushalt für 1929 zugehen lassen. Sie bestehen aus einer Aenderung des Biersteuergesetzes, einer Aen- brung des Brânntweinmonopolgefetzes unb einer Aenderung des Erbschaftssteuergesetzes. Die wei­teren Deckungsvorschläge der Regierung betreffen den einmaligen Zuschlag zur Vermögenssteuer im Lerrage von 104 Millionen und die Kürzung der Hebermeifungen an Einkommen-, Körperschafts- ; nb Umsatzsteuer an Länder und Gemeinden im Betrage von 120 Millionen. Diese beiden Deckungs- oe^hHg- sind im Haushaltsgesetz selbst enthalten, das dem Reichstag zusammen mit dem Hau

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isS dem Reichstag noch drei weitere Steuer­veränderungen vorgelegt worden, und zwar eine oveile zur Einkommensteuer, eine zur Dermögis- keuer und eine zur Wechselstell er. Der Reichrat hat bekanntlich den sechs Vorlagen zugestimmt. Nur bei der Aenderung des Einkommensteuerge- 'etzes hat er die vorgeschlagene Senkung des Tarifs für die mittleren Einkommen und die Abrundung abgelehnt. Die Reichregierung hält auch in diesen Punkten an ihrer ursprünglichen Vorlage fest. Diese sämtlichen Steuergesetze stehen gemeinsam mit dem Reichshaushaltsplan und dem Haushalts- gesetz bereits zur ersten Lesung auf der Tages­ordnung der nächsten Rèichstogssitzung, die am Donnerstag stattfindet.

lieber die weitere parlamentarisch« Behandlung des Etats macht dieGermania" folgende An­gaben: Der Reichstag beginnt am Donnerstag feine Arbeit mit den Etatsvorlagen und zwar mit dem . lachrrags-Etat für 1928 und dem Etat für 1929. Am Freitag wird in die Debatte auch noch der Not-Etat für die drei nächsten Monate eingeschoben werden. Unmittelbar anschließend wird der Etat dann auch den Haushaltungsausschuß beschäftigen. Da ihm andere dringendere gesetzgeberische Auf­gaben nicht oorliègen, wird der Reichstag voraus- fichtlich bald wieder schließen und in die Oster­ferien gehen.

âttètdsebtttts des &mm>f- ausschusses gegen Zensur

Berlin, 11. März. Die im Kampfausschuß gegen Zensur vereinigten 18 kulturellen A erbände veranstalteren heute abend im Her- rsnhms eine Kundgebung, die einen außerordent- nch zahlreichen Besuch aufwies. Reichsmini- H er Severing, der den Vorsitz führte, betonte einleitend, daß diese Manuestation schon vor dem Lerdot des Lampeischen StückesGiftgas über Berlin" geplant gewesen fei. Als sich am Anfang feiner Ausführungen starke Gegenkundgebungsn bemerkbar machten, erklärte Severing, daß er von seinem Hausrecht Gebrauch machen und gegen die­jenigen vorgehen würde, die es auf Störungen ab- griehen hätten. Er habe den Vorsitz nicht ohne Be­denken angenommen, denn im Landwg sei ja die bekannte Enrichließung gefaßt worden, durch die die preußische Regierung die Reichsregierung zum Vorgehen gegen Auswüchse im Theaterwesen ver- anlassen soll. Aber ich bin, fuhr Severing fort, nicht nur Minister, sondern auch Staatsbürger, und es handelt sich nicht nur um den politischen Kampf

einen geifti;

gegen einen Akt der Gesetzgebung, sondern um einen geistigen Kampf, den jeder in seinem persön­lichen 'Gesellschaftskreis führen sollte. Die @efafjr,

und für ab

dereinführung

bi der dem Reichstag durch eine Entschließung des Preußischen Landtages angesonnene Akt der Ge-i-tzgebung verwirklicht werden könnte, ist jetzt eßbare Zeit nicht groß, denn die Wie- , mg der genfer würde eine Aenderung der Reichsverfaffung bedingen, und die dazu erfor- bbcfie qualifizierte Mehrheit wird sich, mensch­lichem Ermeisen nach, nicht finden. Aber es gilt, den Geist, ober den Ungeist zu bekämpfen, aus dem solche Forderungen geboren werden. (Lebhafter B bb.)

Severing gab die Versicherung ab, daß ein Lensurgesetz nicht ergehen werd«, f o-

Um das Älrbeiiszett- absommen

Tagung des Sevwalinngsvais des Avbettsamis

Gens, 11. März. Die Revision des Washing­toner Abkommens über den Achtstundentag, die seit Anfang vorigen Jahres auf englisch: Initiative wiederholt den Derwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes befaßt hat, bildet in seiner heute vor­mittag begonnen 43. Tagung wieder den Haupt­gegenstand der Tagesordnung.

Die Sitzung begann sofort mit der Begründung der nunmehr vorliegenden englischen Reoisionsvor- schläge durch den englischen Arbeitsminister Steel Maillands. Es handle sich bei den englischen Vor­schlägen nicht um eine Generalrevision bes Washing­toner Abkommens, sondern nur um eine partielle -Revision. Er führt verschiedene Lücken an, die nach englischer Austastung im Washingtoner Abkommen vorhanden seien und den Grund für die bisherig: Nichtratistzierung durch England bildeten. Insbe­sondere beanstandete er die mangelnde Defi- rtienntg von Arbeitszeit, Arbeitsstunde, Arbeits­woche," ferner der Fülle höherer Gewalt in denen die 48 Stundenwoche ausnahmsweise über­schritten werden könne, der Ueberstunden und Aus­nahmefälle. Eine nach den jetzigen englischen An­regungen revidierte Washingtoner Konventton könnte von England alsdann sofort ratifiziert werden.

Reichsarbeiksminister Wissest

erklärte: Auch Deutschland ist daran interessiert, daß das Abkonrmen in allen ratifizierenden Ländern gleichartig ausgelegt und mit der gleichen Strenge durchgeführt wird. Fast alle Fragen, die die eng­lische Regierung neuerdings aufgeworfen hat, sind bereits Gegenstand der Londoner Besprechungen im Jahre 1926 gewesen, und in fast allen diesen Fra­gen ist es damals gelungen, eine übereinstimmende Meinung festzulegen. Deutschland ist der Ansicht, daß die dadurch erzielte praktische Sicherheit einer einheitlichen Auslegung eine ausreichende Grund­lage für die Ratifizierung abgeben könnte. Wäre es nicht zweckmäßig, zunächst einmal das Uebereinkom­men in seiner bisherigen Fassung zu ratifizieren und die sicher erstrebenswerte weitere Verbesserung der Entwicklung anheim zu stellen? Um der Ge­fährdung, die sich für die allgemeine Ratifikation des Achtttundenabkommens aus der Ablehnung der englischen Reoisionsanträge ergeben würde, oorzu- beugen, regte Reichsarbeitsminnter Wiffell an, den

lange er im Amte f«i. Er verlas dann ein längeres schreiben Gerhart Hauptmanns, der sich gleichfalls gegen jede Zensur und gegen jede Knebe­lung der Geistesfreiheir ausspricht, sodann sprachen gegen die Zensur der Dichter Fritz v. Unruh, staatsrninurer a. D. Dr. Wlstfgang'Hèine, bei des-

Reichstunstwart Dr. Redsloh und Heinrich Mann.

Zum Schluß der Kundgebung verlas nach Aus­führungen weiterer Redner Dr. Ludwig- Fulda eine Entschließung, in der der Kampfaus- ichuß gegen die Zensur jede kulturwidrige Absicht, die freie Entwicklung der Künste und des Geistes durch Wiedereinführung eines auch nur verschleier­ten Zsm'ursystems zu hemmen, ablchnt und sich in Permanenz erklärt.

Die Entschließung wurde fast einstimmig ange­nommen. Mit einem Schlußwort des Vorsitzenden, in dem er betonte, daß der Kampf gegen die Zen­sur auch ein Stück Dolkserziehung bedeute und auf lange Sicht ausgenommen werden müsse, wurde die Kuègebung beendet.

Die GtvafauivSse im Sektes - Hvozeß

Steffin, 11. März. Nachdem zu Beginn der heutigen Sitzung im Heines-Prozeß der Vorsitzende den Tod des Angeklagten Bergfeld mitgeteilt hatte, der heute vormittag einem Schlaganfall er­legen ist, wurde als letzter Zeuge General o. Weber vernommen. Er erklärte, daß das Wehr­kreiskommando wegen eventueller Bereitstellung von Grenzschutztruppen sich mit den Arbeiskom- maibos besaßt habe. Er glaube auch, daß die ein­zelnen Formationen, zu denen auch die Roßbacher gehörten, den Eindruck gehabt haben, daß sie für den Fall^von Schwierigkeiten wieder verwendet werden. Solange die Roßbacher in Mecklenburg ihm unterstellt waren bis zu dem Augenblick, wo sie in Mecklenburg aufgelöst wurden, habe er sie als eine ihm unterstellte Truppe angesehen. Auf eine Frage der Verteidigung erklärte General o. Weber, daß seiner Ansicht nach die Roßbacher nicht der Militärgerichtsbarkeit unterstanden.

Nach Schluß der Beweisaufnahme begann so­dann der Oberstaatsanwalt Saß fein Plädoyer. Er bedauerte den Tod des Angeklagten Bergseld, dessen Unschuld die diesmalige Beweisaufnahme ergeben habe Auch der Angeklagte Bandemer fei freizusprechen. Bei Heines liege vorsätzliche Tö­tung vor,, während der Angeklagte Ottow Bei­hilfe geleistet habe. Der Obeifttaatsarwalt bean­tragte gegen den Angeklagten Heines wegen Mordes die Todesstrafe, bat jedoch, von einer Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte Abstand nehmen zu wollen, gegen den Angeklagten Ottow wegen Beihilfe vier Jahre Zuchthaus und gegen die Angeklagten Gräbel, Bär, Voigt und Krüger je drei Jahre Zuchthaus wegen Beihilfe. Der Angeklagte Bandemer sei freizusprechen. Er bat, die Untersuchungshaft anzurechnen, und be­antragte die Aufhebung des Haftbefehls gegen alle Angeklagten mit Ausnahme von Heines. Er richtete übrigens die Bitte an das Gericht, daß dieses von sich aus ein Gnadengesuch an die höyere Instanz befürworten möge.

Die ^beeile dev deutschen Dewsatton von Gen-

Gens, 11. März. Reichsminister Dr. Stresemann ist heute abend kurz vor 22 Uhr nach San Remo abgereist, wo er Dienstag nachmittag gegen 13.30 Uhr eintrirft. Zum Abschied hatten sich zahlreiche

in London erzielten Auslegungen des Abkommens in ein Zusatzabkommen oder auch in das Washing­toner Abkommen selbst aufzunehmen, um damit die von England gewünschten schärferen Begriffsbe­stimmungen in allen wichtigen Punkten festzulegen.

Nach Reichsarbeitsminister Wisiell teilte der deutsche Unternehmervertreter Geheimrat Vogel mit, daß die gesamten im Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes vertretenen Unter­nehmergruppen die englische Anregung insgesamt unterstützen.

Der französische Arbeitsminister Loucheur wies auf den gefährlichen Eindruck hin, den ein Weiterleiten der englischen Anregungen auf die ge­samte Arbeiterschaft machen müßte. Schließlich trat er für eine Aufnahme des Londoner Protokolls in das Washingtoner Aukommen ein, sofern damit die Sicherheit für die Ratifizierung durch England gegeben sei. Dadurch, daß das Londoner Protokoll Gesetzeskraft erhielte, würde den Einwänden des englischen Arbeitsministers genügend Rechnung ge­tragen.

Nach der heutigen ersten Aussprache liegen die Dinge so, daß sich die Meinungen auf vier Grup­pen verteilen. Der englische Arbeitsminister hält an dem Standpunkt seiner Regierung fest, daß eine Nachprüfung aller wesentlichen Punkte des Ab­kommens (ausgenommen der Grundsatz der acht­stündigen oder 48stündigen Arbeitszeit) nötig sei, bevor" die englische Regierung ratifizieren lassen kann. Die Vertreter der übrigen Regierungen haben sich dem Vorschlag des Reichsarbeitsmini­ster sWissell der mit bemerkenswertem Geschick und ausgezeichneter Sachkunde in die Führung der Aussprache eingriff angeschlossen, daß sich die Nachprüfung darauf beschränken soll, die in der Londoner Konferenz der Arbeitsminister Englands, Frankreichs, Belgiens, Italiens und Deutschlands im Jahre 1926 erzielte Uebereinstimmung in der Auslegung gewißer Punkte des Abkommens in ein Protokoll aufzunehmen und entweder dem Ab­kommen unmittelbar ober als Zusatz einzugliedern. Die Arbeitgebergruppe ist geschlossen für die Unter­stützung des englischen Vorschlags, die Arbeitneh­mergruppe ist ebenso geschlossen für die Ablehnung dieses Vorschlags.

deutsche Studenten eingefunden, ferner Vertreter der deutschen unb ausländischen Presse, einige Herren der deutschen Delegation, die noch an Kom- missionsjitzungen teilnehmen, darunter Ministerial­direktor Dr. Gauß, und der deutsche Pressereferent des Völkerbundsjekretariates Dr. Beer. Einige

Staatssekretär v. Schubert

die iicfrefje na erlin wo "ftT Dienstag nachmittag mit dem fahrplanmäßigen Zuge wieder eintreffen.

Nach dem Abschluß der Ratstagung hatte Reichsminister Dr. Stresemann am gestrigen Sonntag noch eine länge re Unterredung mit Reichsarbeitsminister Dr. Wisfell, und am heutigen Nachmittag erhielt er noch den Besuch des Prä­sidenten Ser Genfer Kantonsregierung.

Die Not dev Meinen und kleinsten

Ein« vom Berliner Magistrat in den Schulen ungestillte Untersuchung über die gewerbliche Be­schäftigung von Schulkindern hat das Ergebnis ge­habt, daß 7895 gewerblich tätige Schulkinder in einem Jahr festgestellt wurden. Davon waren im Widerspruch mit den Bestimmungen des Kinder- schutzgesetzes 394 Kinder vor Schulanfang, 633 Kinder über 4 Stunden täglich, 119 Kinder über 6 Stunden täglich und 1153 Kinder mit Sonntags­arbeit beschäftigt. Alle diese gewerblich tätigen Kinder wurden ärztlich untersucht, dabei wurden bei 1347 Kindern nachteilige Folgen ihrer gewerb­lichen Arbeit festgestellt. Der Magistrat hat nun beschlossen, durch die Fürsorge dahin zu wirken, daß Schulkinder eine gewerbliche Tätigkeit überhaupt nicht mehr ausüben.

3mfammettf(6Itt6 dev land- wivischafiU ^vsanißaironen

Hagen (Westfalen), 11. März. Die Beauftragten der landwirtschaftlichen Verbände von Rheinland und Westfalen (Bauernvereine und Landbünde) be- ichlossen heute hier vorbehaltlich der Genehmigung der zuständigen Organe: 1. in jeder der beiden Pro­vinzen schließen sich Bauernverein und Landbund sofort zu einer provinziellen Einheitsorganisation Mammen, 2. die Spitzenverbände in Berlin wer- den aufgefordert, sich alsbald zu einer Einheits­organisation zu verschmelzen, 3. sollte bis zum 1. Oktober 1929 die geforderte Reichsorganisation nicht ms Leben getreten sein, so richten beide Provin- zialeinheitsorganisationen an alle agrarpolitischen Bereinigungen Deutschlands die Aufforderung, mit ihnen zwecks Gründung einer Reichseinheitsorga mation in Verbindung zu treten.

Medevlage dev mexikanisch. Aufftändischen

Mexiko, 11. März. Die Vorhut der von General Calles befehligten Regierungsarmee hat den Trup­pen der Aufständischen unter General Urbalejo bei Samitas eine Niederlage zugesügt, die in hiesigen degierungskreisen mit großer Freude begrüßt wurde. Offiziös wird dazu noch mtigeteilt, daß die Truppen Urbalejos selbst gegen ihren Führer Par. tei ergriffen hätten, sobald sie erfuhren, daß Urba- leio nicht auf feiten der Regierung, sondern für die Sache der Aufständischen kämpfte. Der größte Teil der Truppen ist zur Regierungsarmee überge- gangen, während Urbalejo mit einer persönlichen Bedeckung von kaum dreißig Mann entflohen ist Nach bei der Regierung eingelaufenen Mitteilungen fahren die Regierungstruppen mit der Säuberung

der Provinz Vera Cruz fort. Der dortige Führer des Ausstandes, General Aguirre, soll bereit sein sich zu ergeben, wenn ihm freies Geleit zum Er­lassen des Landes bewilligt wird. Die Regierung ist jedoch nicht geneigt, den Führern des Aufstandes etwas anderes zuzugeben als den Prozeß vor dem Kriegsgericht. Der einzige Umstand zugunsten der Sache der Aufständischen ist, daß sich der südliche Teil von Nieder-Kalifornien neuerdings den Rebel­len angeschlosien hat.

Dauevndev Än-enibalt TvotzKS ist der Tüvke» ?

Konstantinopel, 11. März. Wie das hiesige Bür» der Asiociadet Preß von nichtoffizieller Seite er­fährt, ist die türkische Regierung bereit, Trotzki die Erlaubnis zu dauerndem Aufenthalt in der Türkei zu gewähren, falls ihm andere Länder die Einreiseerlaubnis verweigern.

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Spanien

Madrid, 11. März. Die im Streik befindlichen Studenten veranstalteten heute vor dem Kriegs­ministerium und vor dem Palast Primo de Riveras regierungsfeindliche Kundgebungen. Sie wurden von der Polizei auseinandergetrieben, wobei einige Studenten leichte Verletzungen erlitten.

Madrid, 12. März. In einer der Presse zu- gegangenen Erklärung teilt die Regierung mit, daß die Studentenunruhen auch den ganzen gestrigen Tag anhielten, wenn auch in geringerem Umfang als am Samstag, da gestern eine große Anzahl Studenten den Vorlesungen beiwohnte, namentlich der medizinischen Fakultät. Die Regierungs­erklärung teilt weiter mit, daß die Studenten wieder an der Wohnung Primo de Riveras demon­strierten. Die zum Schutz der Studenten, die den Vorlesungen beiwohnen wollten, ergriffenen Maß­nahmen werden auch morgen aufrecht erhalten wer­den, jedoch werden diejenigen Vorlesungen, zu denen gestern kein Student erschienen ist, geschlos­sen. Die Erklärung schließt mit der Aufforderung an die Studenten zur Ruhe und Besonnenheit.

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Rach Meldungen aus Frankfurt a. M. wurde gestern der notarielle Vertrag über den Verkauf von 80 Prozent des 60 Millionen Mark betragen­den Aktienkapitals der Opelwerke A.G. in Rüssels­heim a. M. an die General Motors abgeschlossen.

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Der Preis für diese 80 Prozent ist 125 Millionen Mark. Es ist ein Vertrag auf 8 Jahre geschlossen, , welcher, wenn er nicht zwei Jahre zuvor von ein« !

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Jahre verlängert. Bei Kündigung des Verttac haben die Opelwerke die 80 Prozent des Vectra, zurückzunehmen und den jetzt ausbedungenen Pr^ zuzüglich 25 Prozent zu erlegen. 3m Direktorium ; bleiben Wilhelm v. Opel und Dr. Fritz v. Dp die beiden persönlichen Gründer der Opelwec

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Mord in Berlin-Lichlenbera /

Berlin, 11. März. In einer Laube der Kolonie Heinrichshof nahe der Bornihskraße in Lichtenberg wurde heute vormiklaa gegen 11 Uhr die Leiche einer etwa 29 Jochre alten Frau gesunden. Die Mordkommission stellt am Tatort nähere Ermitt­lungen an. Allem Anschein nach handelt es sich um einen Mord.

Berlin, 11. März. Die Ermittlungen der Mord­kommission der Kriminalizei in der Laubenkolonie in Lichtenberg haben ergeben, daß die tot aufge­funden« Frau, die 27 Jahre alte Gertrud Krüger, anscheinend nach erbittertem Kamps durch wuchtige Hiebe mit einem stumpfen Werkzeug niedergeschla­gen und getötet worden ist. Die Wohnlaube weist auf Decke und Fußboden zahlreiche Blutspuren auf. Möbel und Schubkästen sind durchgewuh» worden. Der Ehemann der Ermordeten, der auf seiner Arbeitsstätte befand, wurde von Krimi­nalbeamten geholt, um sestzustellen, ob etwas und was geraubt worden ist. Außerdem wohnte m» dem Ehepaar noch zusammen der Brud«r des Krüger, der zurzeit arbeitslos ist und heute fru? , wegging, um sich seine Unterstützung zu holen. Er konnte bisher noch nicht angetroffen werden- Frau Krüger, die fast ganz ongezogen war, M heute früh anschetiend in dem Augenblick ange­fallen worden, als sie das Frühstück zurechtmache« wollte.

Berlin, 11. März. Der Mord an der Kolonisten' frau Sophie Krüger in Lichtenberg ist aufgeklärt. Als Täter wurde der Bruder des Laubenbesitzers, der Pferdeknecht Paul Krüger, ein v«rwachstnel Mensch, festgestellt. Er wurde nachmittags vef' haftet und auf das Polizeipräsidium gebracht. man dort an feiner Unterwäsche Blutflecken ent­deckte, gab er sein anfängliches Leugnen auf chN legte ein Geständnis ab. Er bestreitet jedoch eine« Mord und will in Notwehr gehandelt haben. Seine Schwägerin habe aus einer geringfügigen Ver­anlassung einen hysterischen Anfall erlitten und mit einem Brotmesser auf ihn eingedrungen. der Abwehr habe er sie mit einer Bierflasche nieder geschlagen und sie so lange gewürgt, bis sie tot w«

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Revolte im Erziehungsheim Lindenhof.

Berlin, 11. März. Im Erziehungsheim Linden­hof brach gestern abend gegen ^10 Uhr eine volle aus. 16 Zögling« hatten sich in ihrem Sao emgeschlossen, an den Türen Barrikaden aufg*^; sämtliche Einrichtungsgegenstände und Fensteriw , den zertrümmert und durch die Fensteröffnung den Hof geworfen. Erst dem herbeigerufenen Ue^ sallkommando war es möglich, die Ruhe mtcDejn herzustellen. Fünf Zöglinge, die als Haupttüter Frage kommen, wurden ins Polizeipräsidium ® geführt. Der Grund der Revolte ist noch nicht gestellt.

Der Magistrat teilt hierzu mit: Die Unte suchung hat ergeben, daß die Jungen auch nicht o. geringste Klage über Behandlung, Essen und Arve» ongeben konnten, daß es sich vielmehr um eine außen hineingetragene Unruhe handele, bte/b einigen krankhaften Jungen ausgenommen, aus °, anderen Übergriff. Die 200 übrigen Zöglinge hielten sich durchaus ruhig.