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Seife r

Donnerstag den 14. Februar 1929

_____________________________Nr. 38

ratsame bestimmt Ne politischen Parteien, die Be­völkerung des Saargebiekes vor einem Besuch nicht nur der französischen Schulen, sondern auch der fakultativen französischen Unterrichte« zu warnen".

Die Ä6«e

GrüBwü« che zur Ltttiev- reLchnmts des Sevivages r« Rom

Berlin, 13. Febr. Der Re ichspräs ident und die Reichsregierung haben dem päpst- l'chen Nuntius und dem italienischen Botschafter in Berlin ihre Glückwün'che anläßlich der Unterzeich­nung des Vertrages über die römische Frage aus­gesprochen.

Die Botschafter v. Neurath und o. Bergen sind angewiesen worden, ihre Mückwünlche sowcchl bei der Kurie wie bei der italienischen Regierung aus- zusprechen, Dr. o. Bergen auch im Namen der preußischen Regierung.

Berlin. 13. Febr. Der Reichspräsident klar an Seine Heiligkeit den Papst anläßlich der Wiederkehr seines Krönungstages nachstehendes Telegramm gerichtet: »Eure Heiligkeit bitte ich. zum Krönungsfeste meine aufrichtigsten und wärm­sten Glückwünsche entgegenzunehmen.'

Der Papst hat darauf wie folgt geantwortet: -Eurer Ercellenz gütiges Gedenken und innige Glückwünsche erwidern wir mit den herzlichsten Segenswünsche für Ihre Person und das ganze deutsche Volk.'

SaMan und ^^Mim^

London, 13. Febr. In Beantwortung einer An­trags erklärte Chamberlain heute im Unter­haus. es sei ihm keinerlei offizielle Mitteilung darüber zugegangen, daß der neue vatikanische Staat beabsichtige, sich um die Mitgliedschaft beim Völkerbund zu bewerben. Es sei inrolgedefien auch verfrüht, eine Erklärung über den Standpunkt der britischen Regierung in einer so hypothetischen Frage abzugeben Ein Mitglied des Hauses richtete an den Staatssekretär die Frage ob nicht zu ver­stehen gegeben worden sei daß der Papst keine Verbindung mit dem Völkerbund suche. Chamber­lain erwiderte, soviel er wisse, treffe dies aller­dings zu.

Die Diffevettze« ht dev de«ttche« Tssemrnduftä

Bersin, 13. Febr. Der Hauptvorstand des Deut­schen Tertllarbèiterverbandes hatte für heute nach­mittag Pressevertreter zu einer Besprechung übr die zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern schwe­benden Differenzen geladen. Ueber die gegenwär­tige Lage wurde n. a. mitgeteilt. daß von dem be- üehenden Konflikt in der thüringisch-sächsischen Textilindustrie etwa 35 000 Arbeiter und von dem becorftehenben im Niederlousitzer Gebiet etwa 30 000 Arbeiter betroffen würden, während die Durchführung der Aussperrung im rechtsrheinischen Gebiet eine noch größere Zahl von Arbeitnehmern in Mitleidenschaft ziehen würden. Während die Arbeitnehmer an dem gesetzlichen Schlichtungswesen t?ft?"hnlten entschlossen sind, wollen die Arbeitgeber die Entschridung über die Streitfragen einem freien Schiedsgericht übertragen sehen.

Die TsxRavbettev zuv Sev- siünd^gung beveit

Der Arbeitgeberverband der Deutschen Textil- inbüftrie e. D hatte unter dem 6. Februar den ^rrllarbeilcrgewerkichaften unterbreitet, alle in bet Textilindustrie schwebenden Auseinandersetzun­gen auf friedlichem Wege beizulegen und deshalb 'mtliche zur Ze>t schwebenden Tarifstreitigkeiten Mem zentralen Schiedsgerihr zur endgültigen gleichzeitigen Entscheidung zu übertragen. Die drei Spitzenverüände der deutschen Textilarbeiter haben gestern dem Arbeitgeberverband mitgeteilt, daß sie bereit seien, seinen Vorschlag arzunehmen, sämt­liche Zarifftreirigfeifen einem neutralen Schieds­gerichtsverfahren zu unterbreiten. Dieser Schieds- gericht soll sich nach den Vorschlägen der Gewerk- 1 gasten aus drei Schiedsrichtern zusammensetzen. Den Vorsitzenden soll aber der Reichsarbeitsmini» fter ernennen Die beiden Parteien sottet je einen Beisitzer ernennen. Die Gewerkschaften schlagen ferner vor daß falls der Versuch des Schiedsgerich­tes, eine Einigung herbeizuführen, mißlinge, das Schiedsgericht einen Spruch fällen solle. Sei dieser Spruch einstimmig, so solle er für b^be Parteien als verbindlich gelten. Sei er mit Mehrheit zu­llandegekommen, so sollen die Parteien innerhalb 24 Stunden übee An rahme oder Ablehnung des Spruches sich entscheiden. Auf Auftrag der anneh­menden Partei solle die zuständige amllicbe Stelle eine Entscheidung über die Verbindlichkeit des Spruches fällen.

Bereits am Frestag soll eine kleine Kommission mit den Arbeitgeberverbänden alle Einzelheiten des einzuleitenden Verfahrens besprechen.

Giai iM 6ss« d^e Sr«- fchMd «q des büuevUche^ G^unddeiZtzes

Berlin. 13 Febr. Auf eine Anfrage aus Krei­sen der Deutschen Volkspartei, die eine amtliche Feststellung des Grades der bäuerlichen Den'chul- dung und der Verschuldung des Großgrundbesitzes anregt, hat nach dem Amtl. Preuß. Pressedienst der preuß-lche Minister für Landwirtschaft geant­wortet, daß eme solche Statist k eine wertvolle Er- gänzuno der Unterlagen zur Beurteiluna der Lage der Landwirtschaft bedeuten würde, daß aber die Era-bnifle der vorlieo-nden Unterfuchung-m zur Aufst-Uunq einer SM fff nicht avsreichen. Ob eine neue Umfraa» mit Rücksicht auf bie hoben Kosten und mst Rücksicht darauf, daß das Ergebnis einer solchen EnrütUung erst nach geraumer Zeit, w der es vorsusffcku-ch öberhoU fein würd- vorl'egen kann, zw-ckmäßig erscheine le* wr Zeit Gegenstand von Lechandlungen mit dem Reiche.

3^n S^l ve

N^ '« and - Beseè^^a

End« IHR waren 10 Jahre seit der Besetzung der Rheinlands durch fremde Truppen verstossen. DerRheinische Beobachter' bringt aus diesem Anlaß im Januarheft eine Reihe von Kundgebun-

LauHamer Zugang des Froste«.

Berlin, 14. Febr. Allem Anschein nach hat Deutschland de« Höhepunkt de» Frojtwetters nun- mehr überschritten. Auch die Wetterbeobachtungen der vergangenen Nacht zeigten ein Abwanderu der âaltlustmassen Wenn auch stellenweise noch sehr hohe Temperaturen gemessen worden sind, so ist doch überall ein wenn auch geringer Rückgang der Frostes zu verzeichnen.

Notstandsmaßnahmen der Stabt Berlin.

Berlin, 13. Febr. Der Magistrat stimmte der Bewilligung einer Sonderkohlenrate für laufend unterstützte Erwerbslose und andere Minderbemit­telte in Höhe von einer Monatsrate zu. Ferner beschließt der Magistrat zwecks Ersparung von Heizmaterial vom Freitag bei 15. ds. Mts. ab, bis Donnerstag dcn 21. ds. Mts., einschließlich sämtliche Schulen zu schließen. Die Schulverwal­tung wird beauftragt, in eng bevölkerten Teilen der Stad! dafür zu sorgen, daß einzelne Schulen, gut durchheizt. als Aufenthalt für die Schulkinder dienen können Es sollen ferner von sofort ab, ebenfalls bis Donnerstag den 21. ds Mts. ein» schließlich, die Schwimm-, Wannen- und medizini­schen Bäder geschlossen werden Die Brausebäder sind offen zu halten. Die Reihsbahnverwaltung soll ersucht werden, durch Einlegung besonderer Kohlenzüge zu ermäßigtem Tarif die Kohlenheran- schoffurg zu erleichtern.

Breslau, 13. Febr. Die städtischen Schulen, in benen mit Koks geheizt wird, werden heute zum letzten Male geheizt. Don dieser Maßregel, die sich zunächst auf acht Tage erstrecken soll, werden mehr als die Hälfte aller Schulgebäude betroffen. Ueber» dies herrscht in Breslau eine gewisse Kohlen- und Kaksknappbeit infolge des Ausbleibens der Trans­porte aus Oberschlesien, das durch eine Stockung im Eisenbahnbetrieb verursacht ist. Dazu kommt, daß in Oberschlesien gegenwärtig infolge der Kälte 45 Prozent der Belegschaft nicht arbeitet. Die Breslauer Straßenbahugesellschaft hat wegen zahl­reicher Frosterkrankungen ihrer Beamten den Be­trieb einschränken müssen.

Dortmund, 13. Febr. Infolge des starken Auf­tretens der Grippe hat sich die Schulverwallung in Dortmund nach Benehmen mit dem Gesundheits­amt veranlaßt gesehen, die Schließung sämtlicher Volks- und Mittelschulen für die Zeit vom 14. bis einschließlich 23. Februar 1929 anzuordnen.

Stuttgart. 13. Febr. Da infolge der starken Käste der tägliche Gasverbrauch die tägliche Er­zeugung erheblich übersteigt, und auch die tägliche (Erzeugung von Koks den Bedarf nicht mehr zu decken vermaa, sind bis einickließsich Montag, den K. Februar die Schulen geschloffen worden.

Der Walchensee zuqefroren.

Der Wassermangel im bayrischen Gebirge wird ganz besonders im Chiemseeland allmählich zur Katastrophe. Saft alle Elektrizitätswerke stehen still. Zum ersten Mole seit 15 Jahren ist der Walchen­see zugeftoren.

Cln Unfall der »Schierwig-Holslein'.

Berlin, 13. Febr. Die' LinienschiffeS ch 5» w i g - H o l st c - n' und »Elsa ß" liefen heute früh um 6.30 Uhr wieder aus. Bei Ostwind herrschte Schneefall, das Wetter war etwas milder, infolge» dessen aber unsichtig. Um 10.30 Uhr wurde auf ordöstlichem Kurs der DampferPlanet" ge« sichtet, der ohne Lebensmittel und Kohlen festliegt. Die Suche gilt vor allen Dingen fünf Schiffen, die

gen und Aufsätzen, die sich mit den brennenben politischen und wirtschaftlichen Fragen der Rheip- lande befassen. Der demokratische Reichstags­abgeordnete Erkelenz schreibt nach einem Rück­blick auf eigene Erlebnisse in hen ersten kritischen Nach-riegssahren,daß die Bestrebungen auf irgendwelchen Anschluß an Frankreich gewisser­maßen aus politischen Naturgesetzen heraus zum Scheitern verurteilt sind. Auch das größte politische Unglück, auch der denkbar größte Mangel an poli­tischer Erziehung kann eine solche Umkehrung der politischen Naturgesetze nicht herbeiführen. Insofern waren die Bestrebungen der Separatisten und der Franzosen von vornherein mm Scheitern verurteilt. Trotzdem, daß wir diese Giststosse auch innerlich überwunden haben, daß mir sie überwunden haben "nter so schmierigen fixeren ümitcmhen kRubr- hefefwnrO ist ein gewaktioer Sieg für den na» tionalen ©Hansen tmb ist ein gemaTfiger Sieg des rheinifchen Volkes. Diel»» Sien ist bannest werwoll 'ür den. der in feigem Augenblick an diesem End- -ree*>nis aetmiMt hat

Der S:«i Ht bemannen. Es ist ein Sieg von meUaeichichttirfer Bedeutung Denn das abaetrevnte ^b-!"land wär« ein nener Balkan in Europa, eine Quelle '««abfeWarer iv^erna^anake» Wirren a»mör» hen Aber na-b feMf her S4isuHtrich unser dieser Entmi^'-na, Das ist der ^»'in d-- P»ink"na au« ^en befehlen G-b!<>!en, Dif» Bek-iki-na ehemaf* eebe»«h+ als ein umher nofifiieher 94r>~<f<wfnnf pack' '^e,n'*c^rh mi'b iebt m'* von ^ro--preick, nur noch als s-andeks, u--b Arckvck^n-obk-es spe hi- Me- wwiiij besonderer Vorteile freh-mWef K« söno-r Sir B-'nbnno«trnnnim am cPheine bl-'b»n um so «nenrlle^r m»rhew hle M^ck»»-i-fnNaeN biete« tUfebf« m bentl-b-n eVfetf*^ fein. W-r eg ant mit sfumn« m«i**f m-h h« g'rifunen fv*fh*nff r.-rttn-c,,^ imb ^* c-u !-des Schachergeschost mit diesen Truppen

Drs Hiwé^tm e^^enbabN- tttt^Ue

Von unterrichteter Seite wird uns geschrieben: Wieder haben wir in Deutschland ganz kurz hinter­einander zwei schwere Eisenbahnunfölle zu ver­zeichnen, die durch das Vorbesfahren an auf -Halt" stehenden Signatmasten entstanden sind. Was nutzen uns alle sonstigen Sicherheitsmaß­nahmen für b'e richtige Loos d-r Fahrstraßen, was die gute UntevhÄtung des Oberbaues, was die Ver- Härtung her Fahrzeuge, wenn immer wieder alles durch Nichtbeachtung der Hauptsianale illusorisch wird. Was nutzen der Deffentlichteit und dem reisenden Publikum die Hinweise, daßein Ver­schulden des Lokomotivführers vorliegt und daß bei 600 Millionen Zugkilometer und insgesamt 1,8

WZedev ein Lusrusamme«. ftoS

bisher von Flugzeugen nicht gefunden werden könn- ten und deren Schicksal unbekannt ist Die heute eingesetzten Flieger tonten nicht weit genug nor» stoßen. Um 10.45 Uhr wurde der DampferI l seruß" und der SchlepperHeros" gesichtet, die in schwerstem Eis südlich Kjels-Nor festsitzen. Die fünf unbekannten Dampfer liegen wahrscheinlich, wie der DampferThyffen" meldet, im Langeland- B e l t bei Albuflak.

Am Nachmittag wurde das Linienschiff S ch l e s w i g - H o l st e i n" südlich der dänischen Küste von einem Unfall betroffen. Bei den Be­mühungen. den deutschen DampferAugust Thyssen" zu befreien, wurde das Kriegsschiff, als es oorüber» gehend selbst im Eise festigst gegen %4 Uhr nach­mittags von demAugust Ihnsfen* achtern ge­rammt. Der Anker desAugust Thyffen" drang in bie Backbordleite des Heck derSchleswig-Holstein" und riß die Bordwand oberhalb der Wasserlinie auf. mobei auch her Damnfer selber beschädigt wurde. Das Linienlch'ff versucht, den Schaden an Ort und Stelle notdürftig zu reparieren.

Ungeheurer Schneefall in Ungarn.

Budapest, 13 Febr. Seit heute nachmittag herrscht im ganzen Lande ganz ungeheures Schnee­treiben bei einer Temperatur bis zu minus 12 Grad eine Höhe von 30 bis 40 Zentimeter, in der Provinz bis 50 und 60 Zentimeter. Der Eisenbahn­verkehr auf mehreren Linien der Staatsbahnen und der Südbahi besonders in Transdanubien, mußte gänzlich eingestellt werden. Die Züge, welche noch im Verkehr sind treffen mit mehrstündigen Verspätungen an ihrem Bestimmungsort ein, von wo sie jedoch die Weiterfahrt nicht fortsetzen kön­nen Die meisten Auslandszüge sind heute noch nicht eingetroffen. Der Riviera-Expreß, welcher heute um 11.25 Uhr vormittags aus Nizza abge­gangen ist ist in Martonvasar steife tgeblieben und dürfte heute nicht mehr eintreffen. Der Triester Schnellzug liegt an der südslawischen Grenze im Schnee vergraben.

In Budapest beginnt sich Kohlenmangel zu zeigen. Die Lebensmittelzufuhren werden täglich pärlicher Statt 50 bis 60 Wagen treffen kaum 38 täglich ein Die Preise schnellen in die Höhe. Hier wurden heute vier Wagaois Kohlen an Arme ver­teilt. Die Leute standen die ganze Nacht über vor den Kohlenlagern, und es kam bei der Verteilung zu erbitterten Kämpfen, so daß die Polizei ein­greifen mußte.

Aus Siebenbürgen werden Temperaturen bis minus 33 Grad Celsius gemeldet. In die Vor­städte von Klausenburg sind gestern ganze Rudel Wölfe «inaedrunaen, welche in mehreren Stallun­gen das Vieh überfielet. Die Bauern konnten die Wölfe erst nach erbitterten Kämpfen vertreiben.

35 Grad Kälte im Thurgau.

Genf, 13. Febr. Die Kältewelle hat sich in der Schweiz weiter ausgebreitet Die Temperaturen haben fast überall 2022 Grad unter Null erreicht. In den meisten Wintersportplätzen der Schweiz sind die Temperaturen von 1520 auf 20-^25 Grad gesunken. Die strengste" Kalte herrscht Im Thurgau, wo in Kappel 35 Grad unter Null festgestellt wur­den. Bern hatte in den Mittagsstunden 24, Zürich 23, Klosters 24 und St. Moritz 22 Grad. In den Süd-Alpen hat im Laufe des Tages wieder starker Schneefall eingesetzt. In Genf sind wilde Schwäne im Eise eingefroren.

3 Personen schwer, 32 lelchl verlegt

Wien, 13. Febr. Der verspätet um 9.50 Ufa vom Wiener Weskbahnhof abgefahrene V-Zug zz ist bei dem Bahnhof Tulluerbach-Pretzbaum um 10.10 Uhr auf den Arlberg-Exprehzug 129 aus bis. her unbekannter Ursache aufgefahren. (Einige Waggons des Expreßzuges wurden beschädigt. Der Verkehr wird eingleisig aufrecht erhalten.

Wien, 13. Febr. Zu dem Zusammenstoß des V-Zuges mit dem Arlberg-Expreß wird noch ge­meldet: Der Arlberg-Expreß, der heute früh Wien verlassen hat, mußte wegen eines Defektes der Lokomotive bei der Einfahrt in die Station Tull- nerbach-Pretzbaum stehen bleiben. Der V-Zug Wien-Ostende, der dem Expreßzug in einem Ab­stand von 40 Minuten folgte, überfuhr das auf Halt gestellte Einfahrtssignal und fuhr in den stehen» den Ctpreßzuq hinein. Bei diesem Zusammenstoß wurden die beiden letzten Waggons des Expreß- zuges sowie der Schlafwagen und die Lokoniotive des V-Zuges beschädigt. Insgesamt wurden hierbei 20 Personen leicht und eine Person schwer ver­letzt. Die Mehrzahl der Verunglückten letzt sich aus Passagieren des Cxpreßznaes zusammen Soweit bisher bekannt, befindet sich unter den Verletzten fein Deutscher. Das Unglück ist verhältnismäßig glimvflich abgelaufen weil der Lokomotivführer des Schnellzuges bie Geschwindigkeit herabgeminbert hatte, so daß es ihm möalicb war, schnell zu brem­sen. Er erreichte dies dadurch, daß der..v-Zug eine Geschwindigkeit von nur 20 Kilometer hatte.

Wien, 13. Febr. Wie die Blätter melden, sind bei dem Heukinen Zusammenstoß des V-Zuges 55 mit dem Arlberg-Expreß drei Personen schwer und 32 leicht verletzt worden. Unter den Verletzten befindet sich die Gattin des früheren Generaldirektors der Oesterreichiscken Bundesbahnen, Vkafchap. Auch das Personal der Speisewagens erlist tum Teil leichtere Verletzungen, Unter den Schwerverletzten befinden sich keine Ausländer.

Faschingsabend mit Ueberraschungen.

Berlin, 13. Febr. Auf ungewöhnliche Weise be­stohlen wurden die Gäste einer Pension im Westen, in der vor kurzem unter dem Namen Pillon ein 35 bis 40 Jahre alter Mann abgeftieaen war, dem eine gewandten Umgangsformen rasch eine unge­wöhnliche Beliebtheit verschafften. Sein Vorschlag, für die Gäste der Pension auf allgemeine Unkosten n einun gemüt'-cben Lokal einen Faschingsball zu veranstalten, fand deshalb auch -allgemeinen Beifall. Wähend aber die Gäste im Lokal versammelt waren, 'uhr der Fr»mbe mit einem wuto vor her Pension vor und plünderte in aller Ruhe die Zimmer der "h-mm ^-"ffonsbewohner aus, worauf er unbe­helligt verschwand.

Sich selbst geblendet.

Berlin, 13. Febr. Vom Schöffengericht-Mitte wurde heute der 28jährige Schleifer Edmund Kuß, der in 18 Fällen Lehrlingen und Schülern in raf­finierter Weise ihre Fahrräder abgeschwindelt hatte, unter Versagung mildernder Umft5n.be zu zwei Jah­ren und einem Monat ren Ehrverlust verurteilt. Der Angeklagte bat NN Untersuchungsgefängnis sich mit einm Kopierstift die Netzhaut beider Augen verletzt und nach er- fo'gter ärztlicher Behandluirg den Verband abge­rissen und sich dieselbe Verletzung noch einmal zu­gefügt, so daß er zur Zeit völlig blind ist. Als Grund gab Kuß an, daß er wegen Krankheit und wegen seiner Zuchthausvergangenheit (eben«über» brüffig war und Selbstmord habe verüben wollen.

Schwerer Betriebsunfall in einem Slicksloffwerk ^

Halle, 13. Febr Auf dem Stickstoffwerk Pie­steritz der Bayrischen Stickstoffwerke sind gestern die Arbeiter Michalski aus Beuthen und Wegner aus Dessau bei Reinigungsarbeiten an einem Sessel aus noch nicht geklärter Ursache betäubt worden. Don der Rettungsmannschaft, die die Bewußtlosen nur tot bergen konnte, erkrankten fünf Arbeiter, die in das Paul-Gerhardt-Stift nach Wittenberg über- geführt wurden.

In der Schule von einem Wikschüler erschaffen.

Hamburg, 13 Febr DemHamburger Echo' zufolge erschoß in Altona heute vormittag in einer Knaöenmittelschule der Schüler Gosck aus der vierten Klasse fernen Schulkameraden May mit ehern Tesching. Die Schüler waren infolge des Vorfalles so aufgeregt daß der Unterricht ge­schlossen werden mußte. Ob Fahrlässigkeit vorliegt, muß bie Untersuchung ergeben.

Fünffache Bluttat und Selbstmord.

Hindenburg, 13. Febr. Heute nachmittag drang hier, wie derOberschlesische Wanderer" berichtet, der schon feit längerer Zeit mit feiner Ehefrau in Scheidung lebende 33 Jahre alte Arbeitslose Wons in die Wohnung des Nachbars, in her sich feine Frau aufhielt, ein und feuerte acht Schöffe auf bie ahnungslosen Anwesenden ab. Seine Frau und vier weitere Personen wurden schwer verletzt. Mt dem letzten Schuß tötete dann der Täter sich selbst Die fünf Schwerverletzten wurden ins Krankenhaus gebracht, und man befürchtet daß einige nicht mst dem Leben davonkommen werden.

Brandkalaskrovhe in einem pommerschen Dorf.

Im Dorfe Bulchhorst bei Lauenburg in Pom­mern brach Feuer aus das sich, da infolge der großen Kälte das Wasser in den Spritzen gefror, sehr schnell ausbreitete. Es wurden die Wohn­häuser von Pier Gehöften fomie ein großes Wirt­schaftsgebäude eingeöfchert. Auf einem Gehöft fiel der gesamte Viehbestand, auf einem anderen die ganze Ernte dem Feuer zvm Opfer.

Gasvergiftung.

Bemberg, 14. Febr. Tot aufgefunden wurden in ihrer Wohnung die 50jährige Witwe des Maschinen­heizers Weißkopf und deren 29jährige Tochter Bar­bara. Der Tot war durch Gasvergiftung erfolgt: da bie Gasleitung intakt war, wird vermutet, daß das Gas von außen her infolge Rohrbruchs in bie Wohnung gedrungen ist.

(Ein Messerheld.

Rohr bei Meininaen, 14. Febr. Gestern gegen 3 Uhr kam es eines Mädchens wegen zwischen vier jungen Burschen zu einer Schlägerei, habet ver­letzte ein Bursche namens Heim einen anderen so schwer, daß dieser feinen V"rletzungen erfag. Zwei weitere Leute erhielten Glich« in hen Arm und e" -»sckenkel. Der Täter wurde verhaftet.

Milliarden Signalbeobachtungen durchschnittlich nur 20 fehlerhafte Beobachtungen im Jahre gegen 40 vor dem Kriege zu verzeichnen sind". Alle diese Beschwichtigungsversuche können doch über die Tat­sache nicht hinwegtäuschen, daß trotz jahrelanger Hinweise der Öffentlichkeit auf Vorrichtungen zur Zugbeeinflussung, welche solche Unfälle mit ihren durchweg schweren Folgen fast sicher ausschließen, diese Anregungen nicht beachtet worden sind. Wenn die Reichsbahn jetzt anführt, daß sie von ihrem 53 000 Sim. umfassenden Streckennetz 29 000 Klm. mit Zugbeeinslussungsvorrichtunpen versehen hat, so gesteht sie damit doch nur ein, daß auch sie solche Einrichtungen für zweckmäßig hält, ihren Ausbau aber unverständlicherweise feit Jahren verzögert hat. Wiederholt ist von der Reichsbahngeselischafi insbesondere angesichts der zahlreichen und schwe­ren Unfälle der letzten Jahre erklärt worden, daß die Betriebssicherhrit allem anderen vorgehen müsse utb daß für ihre Erhaltung Mittel bereit» stehen müßten. Die Oeffentlichkeit ist leicht geneigt, solche Zusicberungen als Taten zu nehmen, bis ein neues Unglück blitzartig den schweren Zwie- fpatt zwischen Worten und Taten der Reicksbahn beleuchtet. Es hat wenig Sinn, wenn bie Reichs­bahngesellschaft versucht, durch die Geschwindig­keit ihrer Dementis jede öffentliche Erörterung zu unterbinden, wobei das Urteil über die Schulb­frage zuweffen voreilig vorwegggnommen wird. Die deutsche OeffenUichkeit hat das Recht zu for­dern, daß bie Reichsbahnqesellschaft sich nicht dar­auf beschräikt. sondern durch praktische Arbeiten bie Betriebssicherheit auf ihren Bahnen gewähr­leistet.

MMsMMev AttWIas auf ds« vvSKdenien vs« 9euez«e'a-

Newyork, 13. Febr. Ein Drahtbericht der Associated Preß aus der unwest der venezue­lanischen Grenze gelegenen kolumbischen Stadt San Josè de Cucute besagt, daß auf den Präsi­denten von Venezuela, Gomez, ein Anschlag ver­übt wurde, der jedoch mißglückte. Während sich Präsident Gomoz mit einigen Begleitern auf einer Automobilfahrt in der Nähe von Maraeai, einer un. weit Caracas gelegenen Stadt, befand, wurden von sehe Männern, die in einem zweiten Automobil ge. folgt waren. Schüsse auf den Präsidenten abge» geben, die jedoch ihr Ziel verfehlten. Die Begleiter des Präsidenten erwiderten das Feuer und töteten alle sechs Angreifer. Der Präsident und feine Be­gleiter blieben unverletzt.