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Nr. 35

Montag den 11. Februar 1929

Seife 7

CAMBII UND WIRTSCHAFT

GâlachivreÄmavVt

We unsere Leser bereits aus unserer letzten Donnerstag-Ausgabe ersehen haben, finit wir dazu übergegangen, jeweils schon am Markttage einen Bo rbericht über den Auftrieb und die Preise zu bringen. Dieser Bericht stützt sich auf Jnforma- üoiien, die unserem Frankfurter Korrespondenzbüro gegeben werden. Den amtlichen Bericht lassen wir am nächsten Tage folgen. Diese Neuerung wird bei unseren Lesern, insbesondere in den Kreisen der Landwirtschaft bestimmt Anklang finden.

(Vorbericht).

X Frankfurt a. M., 11. Fcbr. Der Auftrieb -nw heutigen Markt bestand aus 1266 Stück Rind Diel, darunter 322 Ochsen, 72 Bullen, 512 Kühen, gN Färsen, 533 Kälbern, 98 Schafen und 4622 Schweinen.

Marktverkauf: Rindvieh: gut, ausverkauft. Schweine: ruhig, geringer Ueberstand. Kälber: langsam. Schafe: ruhig.

Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen: a) 5356. a2) 4952, b) 4448, Bullen ,) 50-52 b) 4649, Kühe a) 4145, b) 36-40, c) 31-35, d 2630, Färsen: a) 5357, b) 4852, c) 43-47, Kälber: a) 7073, b) 6568, d 60-64. Schafe: nicht notiert, Schweine: a) 7174, b) 72 bis 75, c) 72-75, d) 7274, e) 6770, f) und g) nicht notiert.

irikaner, dabei seine Hand im Spiele haben wird. Iso liegt es nahe, daß man auf deutscher Seite einen Zusammenschluß der Kräfte anstrebt Viel­leicht wird also das jüngst gegebene Beispiel Nach­ahmer finden.

Bei der Konzentrationsbewegung kommen un- mittelbare finanzielle Gründe wohl nicht so sehr in Betracht. Wenn auch nicht alle Banken einen ebenso günstigen Jahresbericht veröffentlichen können wie die Reichsbank, so haben sie doch über eine schlechte Geshäftslage nicht zu klagen. Die Lage der Reichsbank ist jedenfalls außerordent­lich günstig Man braucht nur darauf hinzuwsi- fen, daß der Goldbestand der Reichsbank im ver­gangenen Jahre um 864 Millionen Mark zuge­nommen hat und in derselben Zeit der Devisen­bestand von 55 Millionen auf 472 Millionen ge­stiegen ist. Leider ist aber dieser günstige Stand der Reichsbank in keiner Weise ein Spiegelbild der wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse in Deutschland. Es gibt eine Reihe von deutschen Städten, die gegenüber der Vorkriegszeit ihr Ver-

i, bte gegenüber der Vorkriegszeit ihr Ver- erheblich gesteigert haben, jedenfalls ein be-

9MMWW MochenÄverrKcht

(Son unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.)

X Nach dem Beispiel der Industrie scheint sich jetzt auch im Bankgewerbe eine Bewegung zu ent= m'iieln. die darauf hirausläuft, den Betrieb durch Zusammenschluß möglichst zu rationalisieren. So ist zwischen der Commerz- und Privat-Bank und der Mitteldeutschen Creditbank eine Fusion zu- sündegekommen. Der Zusammenschluß dieser bei­den Snititure mag seinen besonderen Grund haben. Offenbar soll er bezwecken, die Geschäfte der bei­den Barken mehr als bisher in Berlin zu konzen- terieren. Man neigt aber doch auch zu der Ansicht, kg die Fusion nicht ab ein Einzelfall zu betrach­ten ist, sondern daß man in ihr den ersten Schritt zu einer Konzentration der Kräfte sehen darf, die im gesamten Bankgewerbe angestrebt wird. Vielleicht richtet sich der Blick dabei schon auf den Versuch einer Reparationsregclung. Kommt die Sachver- stindigenkonferenz zu einem positiven Ergebnis, so «den die Barken unter allen Umständen zu tun Wommen. Da Morgan, der kapitalkräftige Ame-

mögen erheblich gesteigert haben, jedenfalls ein be­deutendes Vâmögen ihr eigen nennen können, während es gleichzeitig ihren Einwohnern finan­ziell und wirtschaftlich zum großen Teil sehr schlecht geht. Aehnlich ist es auch mit der Reichsbank, die ja durch den Dawe-plan unmittelbar in den Dienst unserer jährlichen Tributzahlungen gestellt wor­den ist und die Doi dieser Beteiligung recht an­sehnliche finanzielle Vorteile hat. Der Reichsbank­direktor Schacht hat sich in der Generalversammlung der Reichsbank selbst mit Worten des Bedauerns über diese Tatsache geäußert, daß die Reichsbank durch ein Gesetz gebunden sei, das nicht einer unabhängigen deutschen Gesetzgebung seine Ent­stehung verdanke. Die Reichsbank ist durch dieses Gesetz unter anderem auch in bezug auf die Gewinnverteilung gebunden. Sie muß Reserven anhäufen, die man besser wohl der pro­duktiven deutschen Wirtschaft zuführen könne. Der Reichsbankpräsident hat es sogar als unmöglich be­zeichnet. diese Bestimmungen des Gesetzes zu er­füllen. Bei alledem wird man aber doch in der überaus günstigen Lage der Reichsbank ein erfreu­liches Zeichen sehen dürfen. Die Reichsbank ist finanztechnisch gesehen die festeste Stütze unserer Währung und aus ihrem Bericht geht mit voller Sicherheit das Eine hervor, daß unsere Währung irgendwelche Erschütterung nicht zu befürchten

Üetzgebung seine Ent-

Reichsbank ist

wesentlicher Umschwung eintreten wird. Die ab­sinkende Konjunktur hält an und infolgedessen wird der Geldmarkt weniger in Anspruch genommen. Es ist bezeichnend, daß nach dem Abschluß der Gold- diskcnt-Vonl die zur Unterstützung der Ausfuhr dienenden Kredite immer weniger in Anspruch ge­nommen worden sind. Unzweifelhaft kommt in die­sem Umstande die Verschlechterung der deutschen Wirtschaftslage zum Ausdruck. Bezeichnend ist es auch, daß die Börse im Vergleich zu der Geld- marktflüssigkeit und zu der günstigen Lage der Banken so sehr darniederliegt. Die Börse hat ein­mal in der Zeit der auflebenden Konjunktur Zei­ten großer Illusionen durchgemacht. Man setzte in bte Entwickelung große Hoffnungen und Erwar­tungen. Die Effektenbewertung ging weit über das zulässige Maß hinaus. Der unabänderliche Rück­schlag ist nicht ausgeblieben. Die Kurse sind zu­rückgegangen und haben sich dem wirklichen Effek­tenwert immer mehr angenähert. Es ist aber zwei­felhaft, ob dieser Zustand der vernünftigen Be­wertung heute schon auf der ganzen Linie erreicht ist. Deshalb ist es wohl auch unangebracht, wenn man die Banken ausfordert, an der Börse zu inter­venieren, um wieder Leben in das Börsengeschäft zu bringen und das weitere Abgleiten der Kurse zu verhüten. Eine künstliche Belebung der Börse könnte nur von ungünstigen Folgen begleitet sein. Die Börse ist eben sehr stark von dem Stand und vor den Aussichten der deutschen Wirtschaft abhängig. Man kann nicht erwarten, daß sie floriert, solange in dem Dividendenspiegel noch nicht einmal der Durchschnittssatz von Prozent erreicht worden ist.

Der Arbeitsmarkt hat einer weitere Berschleh- terung durchgemacht. Wie es scheint, hat sich in­dessen dar Tempo, in dem die Arbeitslosigkeit zu­nimmt, etwas verlangsamt. Es ist möglich, daß sich die Belebung der Konjunktur durch das Früh- jahrsgeschäft in den nächster Wochen etwas bemerk­bar machen und die Zunahme der Arbeitslosigkeit etwas eindämmen wird. Von einer Wendung zum Bessern kann aber in der Wirtschafts- und Arbeits- lage noch nicht die Rede sein.

Ammoniak Mk. 0.87, im Kalkammon DADD Mk. 0.92.

Für Februar sind die Preise für 1 Kg. Stickstoff im Schwefelsauren Ammoniak, Leunasalpeter BASF (Ammonsulfatsalpeter), Montansalpeter DAVV (Ammonsulfatsalpeter), Kalkammonsalpeter JG, Kaliammonsalpeter BASF und Harnstoff BASF Mk. 0.95, Kalkstickstoff Mk. 0.88, Salzsäu­ren Ammoniak Mk. 0.88, Kalkammon DAVV Mk. 0.93.

Im Natronsalpeter kostet das Kg. Stickstoff Mk. 1.23, im Kalksalpeter Mk. 1.13. Der Preis für Kalksalpeter versteht sich einschließlich neuem 100 Kg.-Spezialsack. Von Nitrophoska JG I kosten die 100 Kg. Ware bis auf weiteres Mk. 26., von Nitrophoska JG II Mk. 24.50, von Nitrophoska JG III Mk. 26..

Alle Preise verstehen fid) für Bezug in ganzen Wagenladungen.

Die durch die Tariferhöhung der Reichsbahn am 1. Oktober 1928 eingetretene Erhöhung der Frach­ten der Stickstoffdüngemittel wird wie folgt in Rechnung gestellt:

bei den nach Stickstoffgehalt berechneten Dünge­mitteln mit einem Durchschnittssatz von 0.45 Pfg. für das Kg. Stickstoff und

bei den Nitrophoskasorten mit einem Durch­schnittssatz von 16.5 Pfennig für 100 Kg. Ware.

Entgegen anders lautenden Mitteilungen ist festzustellen, daß in Natronsalpeter und Kalksal­peter sowohl für prompten Anruf als auch für später ausreichende Mengen zur Verfügung stehen, Im Ausland war der Absatz befriedigend.

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i|e b, Liter 1.10 Mk., h« Liter 0.60 Mr 100 »ramm 0.25 Mk. 1162a

Erstklassiges Fabrikat. Nur

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braucht.

Einer weiteren Herabsetzung des Diskantes ist der Zentralausschuß der Reichsbank durchaus ab­geneigt Er ist der Ansicht, daß die große Geld- flüssigkeit in Deutschland nur eine vorübergehende Erscheinung sei und daß sich bald eine Versteifung bemerkbar machen werde. Ob die Flüssigkeit weiter so anhalten wird, wie sie im Januar war, ist aller­dings zweifelhaft. Aber es deuten doch keine An­zeichen darauf hin, daß in absehbarer Zeit ein

Mv GLkeSftokkmavkt im Sannav

X Berlin, 8. Febr. Nach dem Bericht des Stick­stoff-Syndikats hielt im Monat Januar die rege Nachfrage nach Stickstoff an. Erzeugung und Ver­sand verliefen ohne Störung, wenn auch die Schneeverhältnisse stellenweise die Abfuhr der Ware von der Bahn erschwerten.

Der Preis für 1 Kg. Stickstoff im Sckwefelsauren Ammoniak, Leunasalpeter BASF (Ammonfulfat- salpeter), Montansalpeter DAVV (Ammonsulfat­salpeter). Kalkammonsalpeter JG, Kaliammonsal­peter BASF uid Harnstoff BASF betrug im Januar Mk 0,94, im Kalkstickstoff und Salzsauren

Amsterdamer Diamankmarkt.

Wochenbericht unseres Sonderberichterstatters.

X Amsterdam. 9. Febr. Die Kauflust war er­neut befriedigend, zumal jetzt für alle Sorten Interesse gezeigt wurde. Die Nachfrage konzen­trierte sich wieder auf prima weiße sizes. Große Steine und große Fantasie blieben favorit. Auch für Melee lag jedoch ständig Kauflust vor: nament­lich Bürgerqualität wurde begehrt. Auch zweite Sorte Klcinbrillant wurde stärdig gehandelt; Rosen ruhig. Am Rohmarkt herrschte eine freundliche Stimmung. Pkima Qualität sehr fest. 'Fantasie­modelle lebhaft begehrt, obwohl die Preise hierfür nicht anzogen. Prima Rohmaterial feiner Farbe bleibt knapp und ist daher teuer. Rund ab 4 Gr. und größer gleichfalls sehr begehrt.

Antwerpen. Ordinäre Artikel namentlich billige Achtkant, werden zu anziehenden Preisen aus dem Markt genommen. Für große Brillanten, große urd Mittel-Fantasie, 2 Gr. und 4 Gr., sowie Kleinbrillant, liegt ständig Nachfrage vor. Am Roh- mârkt ist die Tendenz sehr fest. Prima Kappen ka­men auf höheres Niveau und gelten zur Zeit als sehr teuer. Die finanziellen Schwierigkeiten einiger Händler hatten keinen deprimierenden Einfluß.

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,2 Bilanzbencht

3. Entlastung

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Die Satiresbifang liegt ab 11. -. M s. während ver Geschäftsstunden in der Bank zur Einsicht auf. Die Spar- und Kontogegenbücher sind zwecks Gutschrift der

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®übinßen den 8 Februar 1029.

Ab heute bis einschließlich Mittwoch den 13. Februar 1929

Ab heute bis einschließlich Mittwoch den 13. Februar 1929

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Ein Film in sieoen Akten, gewidmet den größten Kämpfern der Zeit,

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8üt[llid)e lNentbammer, Abteilung Forstamt.

Den vielen Wünschen entsprechend, recht bald den Hauptdarsteller aus Hölle der Heimatlosen sowie die Haup darsielhrin aus Opfer zu bringen, haben wir uns entschlossen den neuesten Großfilm llllHllltZUsLBlllS

auf den Spielplan zu nehmen. In diesem zehnaktigen Licht- und Schatten­bild aus Wiens goldener und eiserner Zeit, sp eien Norman Kerry und Mary Philbin die Hauptrolle. BEIPROGRAMM: LE H RF ILM

= CENTRAI-THEÄTER

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