Sitte C
FreUag den S. Februar 1929
Nr. 33
Schaibi mit Lisemrevn
Berlin, 6. Febr. Eine lOOföpftge Zigeuner- bande, die, von Kassel kommend, mit einer Truppe von 25 Bären in ganz Kurhessen aus den Dörfern die Bären zur Schau tanzen ließ, war durch die vuäa.teirde Kaire, die ihr ein Ueber nachten in den Scheunen unmöglich machte, gezwungen worden, sich mit Gewalt bei den Bauern einzulogieren. Gestern abend erschien die Bande vor einer Wald- wirtschaft am Eingang des Ortes Gambach. Der Wirr verweigerte den Zigeunern den Eintritt in seine Räume, was die Wm der Leute auf das äußerste steigerte. Arff Befehl des Häuptlings zogen die Männer Dolche und Revolver aus den Taschen und begannen, das Wirtshaus, worin der Wirt und seine Familie sich mittlerweile verdarri- laüiert harten, zu stürmen. Währeich die Bewohner in verzweifelter Notwehr aus den Luken des ersten Stockes schossen, gelang es der Horde in das Haus eiiizudringen, die Insassen gefangen zu nehmen und gefesselt in einen Keller zu stecken. In wahnsinniger Erbitterung schlugen nun die „Sieger* alles kurz und klein." Als Bewohner aus dem Ort und Gendarmerie zu Hiife eilen wollten, wurden die völlig ou-oehungerten tobenden Bären der Bande vor den Toren des Gasthauses angebunden, so daß den Besreieru ein Näherkommen unmöglich gemacht worden war. Ent als aus Marburg das Ueber» rallkommando der schupo alarmiert wurde, konnten nach hartem Kampfe mit den wilden Bestien die Zigeuner, die sich in einem lähmenden Alkoholrausch im Innern des Hauses befanden, fest genommen und in Ketten gefesselt abtransportiert werden.
Gefabve« des LVelikvieges und ihre Seebittttus
Don Oberregierungsrat Dr. DogusatBerlin
Obwohl es zwischen den Kulturnationen bereits n frühester Zeit einen Personen- und Warenver- ehr gegeben hat. konnte von einem eigentlichen Weltverkehr erst die Rede sein, als die Erfindung 2c- Kompasses sowie die Erweiterung der bereits vorhandenen Verkehrswege die Schiffe von der Aüüe unabhängig machten und die Dampfkraft als ideales Mittel zur Fortbewegung zur Verfügung stand.
Waren die Dortelle, welche der von da an schnell fortschreitende, großzügige Ausbau der Der- kehrsmöglichkeiten den durch den Welwerkehr verbundenen Ländern brachte, von ganz außerordentlicher Bedeutung, so stiegen in gleichem Maße die Nachteile. welche sich aus der immer enger werdenden Verbindung der Kontinente ergaben und ergeben mußten. Sehen wir von wirSchafttichsn Schädigungen ab, so war es vor allem, die Weiterver- breitung der sogenannten Derkehrsseuchen, die mit dem Aufstieg des Weltverkehrs der Menschheit zum ungeahnten Verhängnis wurde.
Wenn die hierher gehörigen Krankheiten auch nicht sehr zahlreich sind — es handelt sich in der Hauptsache um Eholera, Fleckfieber, Gelbfieber, Influenza, Pest und Pocken —, so bedeutete ihr Zug durch die Welt doch stets den Untergang ungezählter Menschenleben.
Von diesen Geißeln der Menschheit haben sich namentlich zwei einen sehr gefürchteten Namen gemacht: die Pest und die Cholera. Sie waren deshalb auch der Anlaß, daß die am Weltverkehr be- rerligten Länder sich in Verhandlungen über gemeinsame Abwehrmaßnahmen zusammenfanden.
Die Einschleppung vornehmlich dieser beiden Krankheiten zu verhindern, hat man auf verschiedene Weise versucht. Entweder wurden die Landesgrenzen gegen allen Verkehr aus Gebieten, in denen eine oder die anders dieser Seuchen herrschte, abgesperrt, oder die aus solchen Gebieten kommenden Personen mußten sich eine Zeitlang unter Ab- 'chiutz von dem freien Verkehr aus ihre Gesundheit beobachten lassen, ehe sie die Grenze des zu schützenden Landes überschreiten durften. Endlich wurde die Einführung derjenigen Waren, von denen man eine Verschleppung der Krankheitskeime befürchtete, verboten oder erst nach Desinfektion zugetanen. Meistens ist inbes mit all diesen, als Belästigung schwer empfundenen Maßregeln der beabsichtigte Zweck nicht erreicht worden.
Um den Weltverkehr gegen überflüssige und schädliche Vorsichtsmaßnahmen zu schützen, hat man von der Wille des vorigen Jahrhunderts an durch Staatsoerträge diejenige oberste Grenze feftzusetzen versucht, die bei Verkehrsbeschränkungen nicht über- chritten werden soll, innerhalb deren aber jeder Staat die Seuche nabwehr nach seinem Ermeßen regeln darf. Die Verhandlungen über solche sogenannten Sanuäts-Uebereinkünfte fanden unb finden noch auf den Internationalen Sanitäts-Konferenzen statt, die mit amüichen Delegierten aller Äu'turftaaten beschickt werden.
Von den im Laufe der Zeit g^chloffenen Sa- nitäts-Uebereinkünsten war die von Paris betreffend Maßregeln gegen Pest, Cholera und Gelbfieber vom 3. Dezember 1903 besonders bedeutungsvoll, weil sie zur Gründung des Internationalen Gejur^heitsamtes zu Paris führte. Dieses Gesundheitsamt sollte als Sammel- und Auskunftstelle für alle die Seuchenausbrüchs in den verschiedensten Ländern berührenden Angelegenheiten dienen und zugleich als meiturn» fastende sanitäre Aufsichtsbehörde wirken. Die Ergebnüst feiner Arbeiten sollte das Gesundheitsamt in amtlichen Berichten niederlegen und diese den Dertragsstaoten ziffenden.
Ztw vavSsev RevavairottSkottkevettr
ReichsbaakprSsident Dr. Schacht und Owen Sauna (Amerika)
werden sich am Samstag im Festsaal der Bank von Frankreich als gute Freunde begrüßen. Schon anläßlich der letzten Berliner Besprechung der beiden berühmten Finanzmänner, haben sich neben der vielen fachlichen Meinungsverschiedenheiten auch viele gemeinsame Oebantengänge gezeigt.
Die letzte Internationale Samtäts-Uebereinkunft kam auf einer vom Mai bis Juni 1926 wieder in Paris abgehaltenen Sanitäts-Konferenz zustande. Sie bewirkte nach vielen Richtungen eine Erweiterung der Aufgaben des vorerwähnten Gesundheitsamtes. Diese wurde für alle Vertragsstoaten zur Vermittlungsstelle in dem erheblich verbesserten Seuchennachrichtendienst und damit als internationales Bindeglied der Uebereinkunft anerkannt. Insbesondere soll es auch Schwierigkeiten, die sich bei der Durchführung von Maßnahmen gelegentlich zwischen den Bertragsstaaten ergeben, zum Ausgleich bringen.
Gegenüber der großen Zahl von Bestimmungen, die bezüglich des Schiffsverkehrs in den Sanitäts- Uebereinkünften getroffen werden, hat in diesen der Eisenbahn-Verkehr wesentlich weniger Berücksichtigung erfahren. Dies erklärt sich wohl unschwer aus der Tatsache, daß die Uebertragungsgefahr von Krankheitskeimen durch Eisenbahnwagen, soweit der Personenverkehr in Frage kommt, nicht sehr groß ist. Es erscheint nicht zweifelhaft, daß bei der Weiteroerbreitung ansteckender Menschenkrank- Heiten der Mensch selbst oder lebende tierische Zwischenträger von weit höherer Bedeutung sind als tote Gegenstände.
In jüngster Zeit hat neben Schiff und Eisenbahn bas Flugzeug Bedeutung für die Verbreitung von Seuchen erlangt Die letzte Sanitäts-Ueber-
Möglichkeit der Ausbreitung von übertragbaren Krankheiten ein. Bei der ständig wachsenden Benutzung von Flugzeugen im Fernverkehr wird dieser Angelegenheit bald größere Beachtung geschenkt werden müssen. Mindestens sollten soweit wie möglich diesbezügliche behördliche Anordnungen verhindern, daß Passagiere aus einem verseuchten Gebiet im Flugzeug nach anderen Ländern gebracht werden, bevor diese über die in dem Herkunftslands herrschende Seuche unterrichtet sind.
Mes in allem genommen kann man wohl sagen, daß nach unserer gegenwärtigen epèmiolo- Mschen Kenntnis genügend" Vorsorge getroffen ist, um den gesundheitlichen Gefahren, welche der Weltverkehr nun einmal mit sich bringt, zu begegnen. Wo in dieser Hinsicht noch Lücken bestehen, werden die wissenschaftliche Forschung und die Wachsamkeit der zuständigen Behörden nach wie vor bemüht sein, äe notwendigen Ergänzungen zu schaffen.
Unsere ZeN M seichmaâ'os
Die eine Mode für alle ist schuld daran. — Was unseren Geschmack verdirbt. — Für die großen Geldbeutel das Beste, für die kleinen die wohlfeile unb geschmacklose Nachahmung. — Dinge, die „etwas vorstellen" sollen. — Eines schickt sich nicht für alle.
Wie schwer werden es einst, nach dem Unter» Sang der modernen Kultur, unsere Nachkommen aben, unsere Zeit zu begreifen und uns gerecht zu werden! Mit leichtem Gruseln werden sie von uns erzählen: „Ihr Dasein war Wunder auf Wunder. Auf dem Mond, auf der Sonne, auf den Sternen kannten sie sich aus, wie der Bauer auf seiner Scholle. Ueber das Wellmeer hinweg, von einem Kontinent zum anderen, plauderten sie mit einander wie Nachbarn über den Gartenzaun. Sie hieben Erdtelle entzwei, durchlöcherten Gebirge, aus Holz mochten sie Seide, aus Luft Dünger, aus Dreck silberglänzendes Metall. Die Allmutter Natur machten sie zu ihrer Allmagd, und für das Wort „Unmöglichkeit" hatten sie nur ein milleidiges Lächeln. Nur etwas ging über ihre Kraft: das Einfache und Selbftoerftänblitfje. Oder gibt es etwas Selbstverständlicheres als eines Dinges sinn
genehme Form? Was immer an solchen Farmen ein altes Kulturvolk hinterlassen hat, das ist selbst in feinem Ruin den Nachkommen noch eine Augenweide. Wie steht es aber mit dem Erbe, das unsere Zeit hinterläßt; wie wird die Nachwell über unseren Geschmack urteilen? In einem Buch, das aus Nachdenken geboren ist unb zum Nachdenken reizt, W. van Vlotens „Vom Geschmack", erschienen im Delphin-Verlag zu München, wird unserer Zeit ein Spiegel vorgehalten. Das zurückgeworfene Bild ist nicht freundlich, aber scharf und klar. „Nichts gibt es umsonst binieben"! Die Welt will im Gleichgewicht bleiben. Jeder Ueberschuß wird mit einem Mangel bezahlt. Noch nie, seit die Erde um die Sonne freist, hat sie jemals Geschöpfe gezeugt, auch nur im entferntesten uns ebenbürtig an kolossaler Erfinderkraft im Praktisch-Zweckmäßigen, aber nie auch Geschöpfe selbst nur von Weiten: uns vergleichbar an impotentem Schönheitssinn. Vor den Ausgeburten unseres Hirn erzittert die Natur. Mit dem Urteil unserer Sinne aber machen wir uns lächerlich. Uns, den Verstandsmenschen bis ins Mark hinein, ist vor lauter Fragen nach dem Warum, Wieso und Wozu das alte Erbgut der Menschen abhandengekormnen: die Weisheit des Unbewußten. Zu dieser verscherzten kosmischen Weisheit gehört das Gefühl für Harmonie, gehört also auch der Sinn für das Harmonische des ziollisierten Alltags, nämlich der gute Geschmack. Genau beleben, ist unser schlechter Geschmack die unabänber» Tkch"notw endkgë "Koqü è nz von alldem, waschen besonderen Charakter und die noch nie dagewesene Größe unserer Zell ausmacht.
Alle den Menschen zum Uebermenschen machenden Erfindungen und Einrichtungen sind schuld daran: die Wälder von Fabrikschloten am Rande der Großstädte, das Summen der elektrischen Zentralen bei Tag und bei Nacht, die Buchdruckerpresse, bas Kino, das Telephon, das Radio, die Millionen Kilometer Eisenbahnschienen rund um den Erdball . . . All das hat schuld an unserer Geschmacklosigkeit. Denn diese ganz märchenhaften- Mittel zu unerhörter Lebenssteigerung haben unser von Natur so bescheiden bemessenes Ich um sein Ebenmaß gebracht und es mehr und mehr ins Phantastisch-Ungeheuerliche verzerrt. Wie soll solch ein unnatürliches Gemengsel von Ohnmacht unb Allmacht, wie wir es sind, noch einen natürlichen Sinn für das harmonisch Zusammengehörige haben? Früher hatte jeder Stand sein eigenes Lebensideal und seine eigene Lebenshaltung. Der Patrizier kleidete sich anders und hatte eine andere Ausrüstung als der Bauer und Handwerker. Das Lebensinventar eines jeden Standes war seinen Bedürfnissen unb Umständen angemessen. Jeder einzelne wurzelte fest in seiner Tradition und wollte nichts anderes fein und scheinen, als er war. Dank dieser charaktervollen Bescheidenheit bot das Dasein nach außen hin ein Bild von reich abgestufter Zweckangemessenheit. Die Schranken der Stände fielen, und von nun an heißt es nicht mehr: Jedem das Seine, sondern: Jedem bas Gleiche, jedem das Beste, jedem das Vornehmste. Die Lebenshaltung und die Ausrüstung der obersten Kreise ist für alle anderen Kreise maßgebend geworden. Warum sollen wir den Leuten dieses harmlose Vergnügen nicht gönnen? Warum? Weil dieses harmlose Vergnügen uns die Zioilisa- tionswelt verpowert und uns ihren Anblick verleidet. Eine Bäuerin ober eine Handwerkerstochter in ihrer besonderen Tracht waren etwas Ganzes und Echtes in ihrer Art unb konnten sich .getrost neben der Patrizierin in ihrem Staat sehen'lassen. Aber wie soll ein Kleid, das in der raffinierten Eleganz feiner Linie einem zarten Luxusgeschöpf angemessen ist, einem Mädchen aus dem Volke wohl anstehen? Und wie soll solch ein Mädchen mit feinen paar Mark Tagelohn sich ein Kleid anschaf-
sen können, das in feiner Ausführung ein paQC hundert Mark kostet? Bestensfalls kann es sich Q1(5 ' billigen Konfektionsgeschäften den Nachklatsch eines feinen Kostüms, eine Massenware von schlechten, i Schnitt und elender Machart erstehen; ein Kleid, das von weitem tut, als sei es fein, modisch und elegant. War früher das Festkleid der Bäuerin ebenso vollkommen in seiner Art und von so echter Qualität wie das Kleid der Dame, so ist heute nur noch dieses Damenkleid von erster Qualität, die Frauenkleidung der minderbemittelten Schicht jedoch in ihrer dummen und aussichtslosen Nachäffung der kostbaren Damenrobe zur eleganten ; Schäbigkeit und damit zur Geschmacklosigkeit verurteilt. Und wie mit der Kleidung, so verhält es sich mit der ganzen Zivilisationsausrüstung btt mittleren und unteren Klassen. Diese wollen in ihrem Hausrat schon längst nicht mehr etwas Echtes, charaktervoll den Verhältnissen Angepaßtes besitzen. Der Buchhalter nimmt sich die Ausstattung seines Bureauchefs zum Vorbild und der Bureauchef diejenige des Direktors. Aber weil nun einmal ein kleinerer Geldbeutel nicht so weit reicht wie ein großer, muß der Minderbemittelte Dinge kaufen, dis nicht kostbar und vornehm sind, sondern Dings' die kostbar und vornehm scheinen. Das höchste ßob' das einem Ausstattungsgegenstande bezeugt werden kann, lautet bezeichnenderweise: „Er stellt etwas oor." Das heißt soviel wie: Er versteht sich darauf ein I für ein U vorzumachen. Er kostet 100 Mark und sieht so aus, als ob er 200 Mark kostete. Er ist vierter Qualität und täuscht erste Qualität vor. Von hundert Wohnungseinrichtungen sind fünfundsiebzig auf den Schein gearbeitet. Sie haben etwas Vornehmtuerisches, wenn nicht gar etwas schäbig Ausgeputztes an sich. Sie find geschmacklos.
Gewiß, der demokratische Grundsatz: einem jeden genau das gleiche Anrecht auf das Beste, hört sich wunderschön an. Nur schade, daß dieser Wahlspruch, ins Tatsächliche übersetzt, nicht viel anders heißt als: dem Reichen das Beste, der großen Masse aber — und das ist heute die überwältigende Mehrheit des Volkes — die hundswohlfeile und geschmacklose Nachahmung dieses Besten. Unb wie können vier Fünftel eines Volkes an quolitätlosen. auf den Schein gearbeiteten Dingen Gefallen finden, ohne daß nicht das Geschmackniveau der Tonangebenden darunter litte? Im ständigen Anblick all der Ge- ichmacklosigkeiten auf der Straße, in den Schaufenstern, in den öffentlichen Lokalen, stumpfen sich schließlich auch urteilsfähigere Sinne ab. Wer noch auf ganz anderen Wegen gelangen wir zu einer Verschlechterung des Geschmackes. Mögen sich die Männer der oberen Stände mit der Notwendigkeit eines Gesetzes für alle abgefunden haben, niemals geben sich ihre Frauen mit der einen Tracht für alle zufrieden. Ihre beleidigte Eitelkeit holt sich eben anderswo Hilfe... bei der Mode. Auch früher gab es schon Moden; denn Abwechselungen liebt der Mensch schon von jeher. Aber die früheren Moden kamen, um zu verweilen, die heutigen kommen, um zu gehen. Dieses eilige Tempo der Mode schafft die von den oberen Zehntausend «r? wünschte Distanz zwischen Vornehm und Gering Denn je kürzer die Moden dauern, umso meâ Aussicht haben die Reichen, jeweils die allerneuestem Moden für sich allein zu haben; ihre Bankguthabens halten die wilde Jagd hinter der Mode her besser?, aus, als die schmäleren Mittel der äßenigerbegüter»
kauften Kleider auch austragen; die . Reichest» können ihre kaum getragene Garderobe beiseite- legen, sobald eine allerneueste Mode auf den PlEEH tritt. Der Leidtragende bei dieser Hetzjagd ist gute Geschmack. Für kein Stück unseres Sultu^ 1 inventars ist der Schatz an natürlichen und M j gleich ansprechenden Formen unerschöpflich. Wenn ! trotzdem die Mode Saison für Saison mit etwas Z Neuem aufwarten soll, so wird sie kaum anders können, als diesen Zug nach dem Neuen mit weither gesuchten und sinnlos extravaganten Formen zu befriedigen. Alles Extravagante aber balanziert auf einer Nadelspitze. Dank einem ausgesuchten Aufwand von raffinierter Eleganz mag es pikant und effektvoll wirken, das Extravagante jedoch in der schäbigen Volksausgabe ist das Abgeschmackteste vom Abgeschmackten.
Seltsame Muftis
Der zum Tode verurteilte Bienenschwarm. — »Abscheuliche Untat“ eines Hahns. — Der Rattenprozeh
von Autun. — Die Sau auf dem Schofsot.
Der grundlegende Gedanke des § 51 unseres Strafgesetzbuches, wonach dem Täter eine strafbare Handlung unter gewissen Voraussetzungen nicht zu- Serechnet wird, ist erst eine Errungenschaft der neueren Zeit. Früher war man in dieser Hinsicht weniger human; hatte jemand einem andern einen Schaden an Leib, Leben oder Eigentum zugefügt, jo wurde er dafür zur Verantwortung gezogen, einerlei, ob ihn ein Verschulden traf oder nicht. Dies ging so weit, daß selbst Tiere, ja leblose Gegenstände bestraft wurden. Die Einzelheiten man»
Unser uns gesagt, sprach der GeschiMsMhrer
man weiß allgemein, daß Naumann die beste Kernseife macht. Mr führen billigere Sorten nur für solche, die lediglich den augenblicklichen Vorteil ehen und später durch vorzeitigen Wäscheoerschleih chwer geschädigt werden. Naumann's weiße Kerneife „Extrafeine Qualität" wird immer mehr verlangt. Das Gute setzt sich stets durch.
Während der
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