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Dienstag den 29. Zannar 1929
Sâ '
HANDEL UND
WIRTSCHAFT
Kva«F»«mev Börse
y Franksurl a. M^ 28. Jan. Tendenz ab- aeschwächt. Zu Beginn der neuen Woche machte sich infolge des heutigen Prämienerklärungstages ebne große Zurückhaltung bemerkbar. Die Spekulation kam verschiedentlich mit Prämienware an den Markt so daß Rückgänge gegenüber den Sams- tagsschlußkursen bis zu 4 Proz. eintraten. Das Angebot war im allgemeinen nicht besonders groß, doch führten schon geringe Abgaben zu diesen Abschlägen. Der schwache Verlaus der Newyorker Börse vom Samstag, die Gesamtaussperrung in den sächsisch-thüringischen Webereien und die tu folge Absatzmangels eingeführten Feierschichten im Ruhrbergbau, drückten auf die Stimmung, und hatten vor allem diese Abschwächung zur Folge. Im Verlause nahmen die Ultimoglattstellungen weiter größeres Ausmaß an, so daß bei verschiedenen Werten ganz erhebliche Kurseinbrüche eintraten. Der verhältnismäßig leichte Geldmarkt konnte auf der anderen Seite keine Anregung bieten. Besonders stark angeboten und schwach lagen am Elektromarkt Bergmann mit minus 6 Proz., Licht u. Kraft und Schlickert mit je minus 4% Proz. Bei Semens ging der Verlust nur bis 3 Proz., da hier die Dividewdenerhöhung auf 14 Proz. eine gewisse Anregung bot Dt. Linoleum hatten einen Verlust von 7 Proz. zu verzeichnen. I. G. Farben und Scheideanstalt verloren je 3 Proz. Holzverkohung blieben gut behauptet. Am Mon- . tanmartt gingen die Verluste kaum über 1/ Proz. hinaus. Für Kupferwerte bestand einige Nachfrage, was auf die Erhöhung der Kupferpreise in Amerika zurückzuführen ist. Schiffahrtswerte bis ca. 2 Proz. niedriger. Von Bankwerte verloren Reichsbank 5ü Proz. und Berliner Handelsgesellschaft 3% Proz. Einiges Interesse bestand dagegen noch für Zellstoff Aschaffenburg, Montecatini und Karstadt, die eine Kleinigkeit gebessert waren. Renten still.
Nach den ersten Kursen blieb die Tendenz schwach, die Abgaben wurden geringer, so daß die Kurse meist behauptet blieben, oder nur noch ganz geringe Rückgänge zu verzeichnen hatten. Das Geschäft war sehr klein und nur für Montanaktien machte sich weitere Nachfrage geltend, die verschie- bentlid) etwas gewinnen konnten. Angebliche Rheinische Käufe haben hier zur Geschäftsbelebung gesührt. Es wurden meistens nur noch Abschlüsse per Ultimo Februar vorgenommen.
Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 4 Prozent unverändert. Geld über Ultimo 7/ bis 8% Proz.
Am Devisenmarkt nannte man- Mark gegen Dollar 4.2097%, gegen Pfunde 20.406. London- Kabel 4.8490, Paris 124.06, Madrid 29.69, Mailand 92.64, Holland 12.09%.
An der Abendbörse war das Geschäft außerordentlich still. Da jedoch keine neuen Angaben vorgenommen wurden, waren die Kurse, die per Ultimo Februar gelten, was bei einem Vergleich gegen den Berliner Schluß berücksichtigt werden muß. im allgemeinen gut behauptet. Die aus Meevyark gemeldete festere AnfangstenLenz bot eine
Waldhof konnten sich auf einige Deckungskäufe etwas erholen. Renten lagen umsatzlos.
I G. Farben 259, Aschersleben 280, Westeregeln 286, A. E. G. 176/«, Licht u. Kraft 217, Siemens 398, Zellstoff Waldhof 267.
X Aus dem Drown Boveri-Konzern. Bereits in der Generalversammlung der schweizerischen Brown Btroerte u. Cie. A.-G., Baden (Schweiz), war eine Gründung einer Holdinggesellschaft in Aussicht gestellt worden. Die Gründung ist dadurch erfolgt, daß die Elektrizitätsgesellschaft Alioth, Basel, ihr Kapital um 6 auf 12 Mill. Fr. verdoppelt und ihre Firma in Holding Brown Boverie u. Cie, A.-G., Basel umändert. Den Aktionären von BBC. steht ein Bezugsrecht auf die neuen Aktien zu.
X Reue Sprozenlige Leipziger Skadkanleihe. Ein Bankenkonsortium wird 10 Mill. RM 8pro- zentige, ab 1935 kündbare Anleihe zu 93% Prozent zur Zeichnung auflegen.
X Fusion in der Waggonbau-Industrie. Während bisher schon non den Bereinigten Westdeutschen Waggonfabriken, Köln, und der Waggonfabrik Gebr. Castell G m b H., Mainz-Mombach, das Auslandsgeschäft gemeinsam bearbeitet und ausgeführt wurde, soll nunmehr auch das Jnlands- geschäft künftig gemeinsam geregelt werden. Die bestehende J.-G. soll durch eine völlige Fusion beider Gesellschaften abgelöst werden, wobei die Waggonfabriken die ausnehmende Gesellschaft sein wird. Z. Zt. wird ein größerer Auftrag der Reichsbahn in V-Zugwagen dritter Klasse neuester Konstruktion
für das erste und zweite Halbjahr 1929 in Mainz
ausgeführt.
Frankfurter Schlachlviehmarkk.
X Frankfurt a. Main, 28. Januar, trieb: 1300 Rinder (darunter 279 Ochsen, 42
Auf Bul-
len, 599 Kühe, 380 Färsen). 498 Kälber, 129 Schafe 5100 Schweine. Marktoerlauf: Rinder ruhig, Schweine schleppend, Ueb erstand: Kälber u. Schafe ruhig, geräumt. Preise: für 1 Zentner Lebendgewicht: Ochsen: a) 1, 52—55, 2.47—51, b) 1. 41—46;
Bullen: a) 51—53, b) 47—50; Kühe: a) 41—45, b) 36—40, c) 31—35, d) 25—30; Färsen: a) 52—56, j) 47—51, c) 42-46; Kälber: c) 70-75, b) 65-69, c) 58—64; Schweine: a) 72—74, b) 72—74, c) 73—75, d) 73—75, e) 70—73. — Fleischgroßmarkt: a) Frisches Fleis h :Ochsen und Rindfleisch 1 88—93, do. 2 80-86, Bullenfleisch 76-82. Kuhfleisch 2 50—60, do. 3 35—50, Kalbfleisch 2 85—100, Hammelfleisch 95—102, Schweinefleisch 1 90—95; b) Gefrierfleisch: Rindfleisch, Dorderviertel zollfr. 52, verz. 65, Hinterviertel 58 bzw. 76 RM. Geschäfts, gang ruhig.
Je Weizen Roggen
Frankfurter «etreidebSrse
vom 28. Jan. (Amtlich).
109 kg w Goldmark'
I Qnalitât
..... (inländisch , fester . . Sommergerste für Brauzwecke . Hake> sinländischer) neue Ernte Mais (gelb) neue Ernte . . Weizenmeb' 'lüdd Seenot'
, tniederrhein. Spezials
Roqaenmehl. fester Weizenkleie
24.00
23.50
24 50
23 75— 4.00
3.50 3 75
33.50—34.25 83.25-83.75 31.00—31.50
14.25
Roggenkleie........ 15 CO
Erbsen, ie nach Qual. J. Speilezw. 35.00—62.00 .
Linsen do. 70.00—1 tO.OO,
Heu, südd., gut, gei. trocken, neues 13.00—13. 0 .
Weizen» ii. Roggeystr., drah'aepr 4.50 5.00 .
gebündelt 4.00— 4.50
Treber, aetrocknet
Tendenz: behauptet.
. . 20.50-20.73 .
Berliner Metallmartt. (Vom
Kupfer
Nov. . . .
Dez. . .
Januar Februar . März April. . .
Mai Juni . . Juli . . .
^ronhhirter ^ursbertd) 28 Jan. >
4
28. Jan.)
6",« Rcichsanleihe b. 1927 Ablösungsschuld o. A.
do. m. A. .
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erlittet Handelsaeiellsch Commerz» u. Privatbank Darmstadt, u. Nationalb.
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Heften. Creditanstalt .
West ban. . . . , .
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9. Februar
„Unter dem ilequator“
Schützenklub 26 Hanau |
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Volkskonzert
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S Saales) auf den 88. Februar verlegt worden.
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zum Humus gegen die KrlegssGhuldlllge
In diesem Jahre jä^rt sich zum 10. Male der Tag der Unterzeichnung des uns auf gezwungenen Vertrags von Versailles. Aufgebaut auf der Lüge von der Alleinschuld Deutschlands und seiner Verbündeten am Weltkriege hat der Vertrag von Versailles seit zehn Jahren Schmach, Leid und Not über unser Volk und Vaterland gebracht. Niemals hat das deutsche Volk diese Schuld anerkannt. Am 29. August 1924 hat die deutsche Reichsregierung das erzwungene Schuldbekenntnis in aller Feierlichkeit widerrufe^ und erklärt, die im Versailler Vertrag getroffene Feststellung, Deutschland habe den Weltkrieg durch seinen Angriff entfesselt, widerspreche den Tatsachen der Geschichte.
Das deutsche Volk, das reinen Herzens zur Verteidigung des Vaterlandes in den Krieg gezogen ist, empfindet die Schmach des Versailler Schuldspruches als tiefe Ehrverletzung unserer Nation.
Die Kriegsschuldlüge muß aus dem Volks ganzen heraus bekämpft werden. Sie ist keine Parteiangelegenheit, sondern der Kampf gegen sie ist Lebensnotwendigkeit für jeden Deutschen, ob hoch oder niedrig, arm oder reich, sofern er nur eine Ehre im Leibe hat und den Willen trägt, seinen Kindern wieder den Weg zu freier Arbeit und Zufriedenheit zu ebnen.
Wir rufen
alle deutschen Männer und Frauen aus Hanau und Umgegend
auf, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln für Wahrheit und Ehre gegen die Kriegsschuldlüge zu kämpfen und sich
am Sonntag dan 3. Fehr. 1929, nachmittags 4 Uhr
in dem großen Saale der „Centralhalle“ in Hanau zu einer Massenkundgebung einzufinden. Nehmt daran teil, Mann für Mann, mit euren Frauen, Kindern und Freunden!
Han au.den 28. Januar 1929.
Der Kreiskriegerverband