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Ar. 22

Samstag den 26. Januar 1929

Sette «

HANDEL UND

WIRTSCHAFT

Keanrmvtev Vdvtze

Frankfurt a. HL 25. San. Tendenz abgeschwächt.

Auswärtsbewegung der Kurse an der gestrigen Abenöborsc tonnte sich zu Beginn de; offiziellen heutigen Marktes nicht fortfeßen. Es machte sich wieder eine größere Unsicherheit und Lustlosigkeit bemerkbar da einige vorliegende Wirtjchaftsmel- dunaen verstimmten und zur Zurückhaltung mahn- ten. So übten der schwache Schluß der gestrigen Newyorker Börse, der Wochenbericht des Instituts sür Ko ijunkturforschung, wonach die Beschäfti- auna bei der Jndllstrie im Dezember beträchtlich uiruckqegangen sei, einen stärkeren Druck aus. Das Geschäft bewegte sich in den allerengsten Ganzen und bei dem an den Markt kommenden Material das jedoch keinen größeren Umfang an- nahm waren infolge der Aufnahmeunlust der Spekulation gegenüber der gestrigen Abe.idbörse zumeist Verluste bis zu 3 Prozent festzustellen. Bei vereinzelten Werken, bewirkten größere Abgaben von außenher, Rückgänge, die diese Grenze sogar noch überschritten. Die bestehende Orderlosigkeit hatte am Elektromarkt für Siemens einen Verlust von 3 Prozent, bei Schlickert einen solchen von 3% Prozent zur Folge. Scheideanstalt blieben gut behauptet, Holzverkohlung so inte eine Kleinigkeit anziehen, während I. G. Farben auf eine Mel- bung, wonach bei der am 31. Jan. stattfindenden Aufsi'chtsratsitzung keineswegs die Erörterung einer Kapitalerhöhung zur Behandlung kommen würde, schwächer lagen. Montanwerke still und bis 1 Pro­zent niedriger. Harpener waren auf die Dividende- (ofigfeit stark angeboten und 4 Prozent schwächer. Auto werte bis 1"

Ka. Baruffo Fetmtar-Berschifsuna 12.05 und per März 12.10 hfl. cif Rotterdam. Am heutigen Tag« waren La-Plota-Weizen teilweise um 0.050.07% hfl billiger käuflich, während in nordamerikani­schen Weizen noch auf ihrem altèn, hohen Preis­niveau angeboten wurden. Roggen lag eben­falls sehr fest. Nr. 2 Western-Roggen auf Abla­dung per Februar ist zu 12.25, per März zu 12.35 und per April zu 12.45 hfl. cif Rotterdam ange­boten. Hafer verkchrte gleichfalls in fester Hal­tung, doch kamen in überseeischer War«, soweit uns bekannt, seine größeren Geschäft« zum Abschlusse. G e r st e hatte zienilich unveränderten Markt, lag aber im Einklang mit Brotgetreide und mit Mais ebenfalls fest. Für Donaugerste 64 65 Kg. schwer, seeschwmnmend, forderte man heute 11.05, per Januar 11.10, für 2a-Plâ -Gerste 62 Kg. per März, 10.85 und für 65 Kg. schwere Ware per März-Abladung 11.10 hfl. cif Rotterdam. Mais hatte sehr festen Markt, da aus Argentinien Mel­dungen über unzureichend« Niederschläge Vorlagen. La-Plata-Mais seeschwvmmend, ist heute zu 11.95,

somit in der Oberpfalz, wurden größere Mengen verkauft, wobei die Preis« zwischen 3545 RM Darürten. Für die kleinen Reste von alten Tabaken ist der Markt fest, während für Rippen kaum Rachfrag« besteht.

per Januar zu 12, per

per

__________ '% Prozent nachgebend. Barken uneinheitlich. Für Reichsbank machte sich auf Ge­rüchte aus Spekulationskreisen, wonach doch eine Erhöhung der Dividende vorgesehen sei, lebhaftere Nachfrage, mit plus 5 Prozent geltend. Renten still, Schutzgebiete etwas verlangt und geringfügig gebessert.

Im Verlaufe traten die anfangs verstimmen- den Nachrichten ganz in der Hintergrund, und vor Reichsbankanteilen ausgehend. die von Nuslands­seite stärker gesucht fein sollen, nahm die Börse ein freundlicheres Aussehen an. Das Geschäft konnte auch zeitweise lebhaftere Formen annehmen. Die anfänglichen Verluste wurden wieder attsge« glichen, teilweise sogar überschritten. 3m Vorder­gründe standen vor allem Reichsbank mit erneut plus 4 Prozent. Auch I. G. Farben und Elektro- wene waren reger gefragt und bi; 3 Prozent er­holt. Sonst fielen Kupferwerte und Stahlaktien -uf.

Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 454 Prozent unverändert leicht.

Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2087 54 gegen Pfunde 20.41. ßonbon» Sabel 4.8495, Paris 124.08, Madnd 29.69, Mai­land 92 68, Holland 12.09 54.

An der Abendbörse herrschte Zurückhal­tung bei geringer Geschäftstätigkeit. Die Kurse Carlen geaen den Berliner Schluß meist knapp be-

April neue Ernte zu 11.32%, per Mai zu 10.75 und Mixed-Mais seeichroimmend, zu 11.20 und per Januar-Abladung zu 11.2511.30 hfl. cif Mann­heim offeriert.

An unseren süddeutschen Märkten war die Stim­mung, im Einklang mit der Festigkeit am Welt­märkte sehr fest und am Montag, Dienstag und Mittwoch kamen ansehnliche Abschluss« zustande. Da die Offerten von Argentinien aber nicht im gleichen Maße, wie di« nordamerikaischen, hiTraus- gesetzt wurden, so stand man der Hausse heute mit einiger Skepsis gegenüber. Neben den Eis -Ab­schlüssen, wie im vorstehenden Bericht angeführt, kamen aber auch größere ®ef drifte in Iulands- weizen zustande. Man zahlte für cheinifchen Weizen per Februar-Abladung 24.25, für säch­sischen Weizen 77/78 Kg. per März-Verladung, 24.7525 RM cif Mannheim und für süddeutschen Weizen bis 24.50 RM per 100 Kg. franko Mann­heim. Roggen profitierte durch die Festtgkeit am Weizenmarkte und da auch das Angebot in In­landsware kleiner war, so konnte sich auch hier eine Preiserhöhung durchsetzen. Für Inlandsroggen werden 24 RM franko Mannheim gefordert, doch ist dieser Preis nicht zu erzielen und die Jntercis- fenun boten nicht mehr als bis 23.75, zu welchem Preise auch einige Waggons gehandelt worden sein sollen. Hafer liegt fest. Einzelne Waggon­ladungen in Inlandshnfer fanden, je nach Quali­tät, pl greifen von 2323.75 RM franko Mann­heim Aufnahme. In G e r st e hatt« Braugerste heim angeboren, während für prima pfälzische und dische, württembergische und fränkische Braugerste war zu 25 5025.75 RM cif und franko Mann­her mangeboten, während für prima pfälzische und rheinhessische Braugerste 26.2627 RM franko Mannheim gefordert werden. Futtergerste hatte im Einklang mit dem Maismarkt« festen Markt und Abschlüsse wurden darin, je nach Qualität, zu

X vom Einzelhandel. Di« Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels hielt eine Mitglieder­versammlung ab. Zu verschiedenen Gesetzentwürfen wurde Stellung genommen und der vorliegende Entwurf eines Steuervereinheitlichungsgesetzes abge- lehnt. Unter anderem wurde die Aufhebung der Steuerbefreiung der Konsumvereine und der Be­triebe der öffentlichen Hand verlangt und die ge­setzliche Beschränkung der Kündigung von Laden­mieten auf Fälle eines wichtigen Grundes zu for­dern. Die Geschäftsverbindung der Leonh. Tietz A. - G. und des Debewa-KLster-Michael-Konzerns hält die Hauptgemeinschaft für unvereinbar mit der vom gesamten Einzelhandel vertretenen Auffassung von der unlauteren Konkurrenz der Deweba. die sich zu Unrecht als eine Beamtenwirtschaftsorganisation bezeichne. In eingehender Ansprache wurde im An­schluß an einen Dorttag des Herrn Vizepräsident Hofmann-Bang, Frankfurt a. M., das Problem der Konsumfinanzierung und des Kundenkredits erörtert unter Berücksichtigung der neuesten Entwicklung die­ser Organisation in verschiedenen Städten des Deut­schen Reiches, namentlich in Königsberg in Preußen. Bei der Debatte kam zum Ausdruck, das eine Rege­lung nicht Aufgabe der Verbände sein könne .

X Auslandsaufträge auf deutsche Lokomotiven.

Von den südafrikanischen Eisenbahnverwaltun-

südafrikanischen Eisenbahnverwaltun- die Deutsi)e Beamtenbund-Korrespon-

gen sind, wie ... ____ .

hört, kürzlich 83 Lokomotiven an die deutsche Loko­

motiv-Jndustrle zum Bau vergeben worden. Es entfallen hiervon auf Krupp 20 Stück. Linke-Hof- mam 8 Stück, Henschel-Kassel 48 Stück, Hohenzol- lern 6 Stück und Schwartzkopff 4 Lokomotiven. Dieser Auftrag erfolgte unter schärfstem Wettbe­werb englischer, amerikanischer und italienischer Lokomotiv-Bauanstalten. Das deutsche Angebot lag etwa 25 v. H. unter den von den englischen Fabriken verlangten Dreisen. Unter scharfem Wett­bewerb zwischen deutschen und dänischen Lokomo- tivfabriken erhielt die Firma Henschel u. Sohn, G. m. b. H. Kaffel von derDänischen Staatseisen-

bahn-GeleMchaft" einen Auftrag auf Lieferung

5 mittleren Lokomotiven. Für die Maschinen

von

Weizen

^rattffttreer Getreidebörse

vom 25. ^an ^Amtlich).

sie 100 kg in Kolmar'-

1 Qualität

Roggen kinkändi'ch . fester . . Sommergerste kür Bran, wecke

24.00

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annherm greifbarer

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lutsche Erdöl Außerdem bestand für Montecatini f anziehendem Kurs einiges. Interesse. Sonst pren Kursverönderuvoen von Belang kaum zu trzeichnsn Aust im Verlaufe blieb das Geschäft : die festen Newyorker Anfangskurse konnten ithi anreaen. Anleihe ohne Umsatz. 3. G. Farben DA, AEG. 178%, Bergmann 221. Licht u. Kraft M, Schlickert 234, Siemens 401, Montecatini 64

Grive^de- und PvsduVtenbSske

Alannhelm, 24. Jan. Ungünstige Wetternach­richten aus Kanada und Meldungen über eine Ver­minderung der Anbaufläche von Winterweizen in den Vereinigten Staaten Nordamerikas, wirkten auf den Weltmarkt für Getreide befestigend. Hin- Zu kam noch, haß die sichtbaren Vorräte in den S. A eine Abnahine von etwa 334 Millionen Dushelz erlitten haben. Die abgelaufene Berichts­woche zeichnete sich infolgedessen durch lebhafte Geschäftstätigkeit aus. Führend in der Preisstei­gerung war Nn-damerika, während Argentinien nur zögernd mitging und Zuletzt die Gefolgschaft «n den Preiserhöhungen aufgab. Durch den Still­stand im Preisniveau an den argentinischen Ter­minbörsen konnte auch Nordamerika seine Preis­steigerung nicht weiter fortsetzen, und heute, am letzten Tage unserer Berichtswoche, ist das Gesclstift sozusagen vollkommen wieder zum Stidftanb ge­kommen. Das Hauptgeschäft hatte Nordamerika Su verbuchen. Man handelte in Weizen große Quantitäten Manitoba 4 Atlantic, per Januar- und Februar-Abladung mit 12.6512.90, desgl. 5 zu 11.7011.90, Manitoba 4 Pacific per Januar- und bow'ar-Abladung zu 12.5012.75 und desgl. 5 zu 11,60-11.85 hfl. per 100 Kg. cif Rotterdam. Da- eben fanden auch größere Umsätze in La-P1ata- ^etsen statt; man zahlte zuletzt für 79 Kg. Bahia- âncaperMärz-Vers chiffung 1212.50, für 79

knapp angeboten ist. Für in Mannheim disponib­len Mais wurde der Preis auf 23.7524 RM Brutto für Netto, einschließlich Sacken, waggonfrei Mannheim, in die Höhe gesetzt.

Futtermittel lagen bei guter Nachfrage weiter fest. Infolge des erhöhten Preisniveaus ist das Angebot aus zweiter Hand etwas reichlicher. Für feine Weizenklei« verlangt man heute 14 bis 14.25 RM, für Biertreber 20.2520.75, für Malz- keime 19.2519.75, Trockenschnitzel 15.5016, für Erdnußkuchen (lose) 2424.25 und für Raps­kuchen lose 19.5020.50 RM, Mes per 100 Kg. waggonfrei Mannheim.

Mehl profitierte durch die Festigkeit am Brot- getreidemarkt. Die Tendenz war fest und die Müh­len haben ihre Preise durchweg erhöht. Für süd­deutsches Weizenmehl, Spezial Null, stellt sich der heutige Großmühlenpreis aus 33.7534 und für süddeutsches Roggenmehl, je nach Fabrikat und Ausmahlung, auf 30.5032.50 RM waggonfrei Mühle. Für norddeutsches Roggenmehl zeigte sich in der Berichtswoche lebhaftes Interesse und man handelte 65prözentiges Roggenmehl zu 30 RM und Auszugsmehl zu 34 RM. Frachtparität Mann­heim. Die heutigen Forderungen für norddeutsches Roggenmehl bewegten sich zwischen 30.5030.75 und für Auszugsmehl zwischen 34.5034.75 RM Frachtparität Mannheim.

Hopfen hatten bei kleinen Zuftihren unver­änderten Markt. In Nürnberg zahlte man für Württemberger Hopfen 130140 RM und für Markbhopfen 115130 RM per Zentner.

Tabak. Während der Verichtswoche war der Verkauf der Tabake aus 1928er Ernte ' shr lebhaft Auf der Verkaufssitzung der Schneidetabake der Speyerer Gegend erzielten die Pflanzer außerge- mönhlich hohe Preise und zwar von ca. 6076 RM plus Zuschlägen. Auch im badischen Oberland,

Hasti (inlänbildieti nette Ernt« 28 5013.75 Mais (aelb) neue Ernie . . 3.50-24.00 Weizenm^' 'Hibh Svettall 33.5^34.00

, (Niederrhein. Spezial) . 83.W-t-3.50

Momnmehl. fester . 30.7531.35

Weizen klüe . n.oO-14.15

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Erbsen, *t nach Ottas, h Speilezw.

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£?eit, küdd., aut. gef. trocken, neues Weireff» n. Wnaaen'tr, drahtgepr. Treber, aetrocknet . . . Tendenz: stetig.

61» RcichSanleibc D. 1927 Ablösungsschuld o. A.

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X Güterwagenstevung bei der Reichsbahn. In der Woche vom 612. Januar (6 Tage) sind bei der deutschen Reichsbahngesellschaft 773 900 Güter­wagen gestellt worden gegen 827 700 in der ent­sprechenden Woche 1928 (6 Tage) und 628 900 in der Vorwoche (5 Tage). Für den Arbeitstag im Durchschnitt berechnet lauten die entsprechnden Zif­fern 129 000, 138 000, 125 800.

Berliner Mrtallmarkt. 'Vom 25. Za«.)

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