Dienstag den 22. Januar 1929
Sette 7
Nr. IS
HANDEL UND
WIRTSCHAFT
Svattktuvtev VSvse
Frankfurt a. M., 21. Jan. Tendenz: un- ffcher. Zu Beginn der neuen Woche eröffnete die I «Me wieder in unsicherer Haltung. Die neuen I Steuerbeschlüsse und die weitere schnelle Verschlech- ; lerung des Arbeitsmarktes im Reiche, riefen allgemein eine größere- Berunruhigung hervor. Die '-Spekulation bekundete große Zurückhaltung, im die Aaffsepartei weiter mit Leerabgaben an den Markt kam so daß erneute Kursrückgänge, bei der Ausnahmeunfähigkeit der Börse bis zu 4 Prozent ein- ' jmten. Die feste Newyorker Börse vom Samstag, ler sehr flüssige Geldmarkt und die endgültige Ernennung von Young und Morgan zu Mitgliedern se3 Sachverständigen-Ausschusses, konnten keine IAnregung bieten, da die schlechte Beteiligung der ' Bankkundschast und des Auslandes am Börsengeschäft, keine größeren Umsätze auskommen ließen. kDas Geschäft bewegte sich wie schon zum Schluß - der begangenen Woche in den allerengsten Gren- ' »n Von Kaliwerten waren Salzdetfurth bei star- S kem Angebot bis 7% Prozent schwächer. Aschers- - leben minus 3 Prozent und Westerregeln minus ^2 Prozent. Am Elektromarkt eröffneten Bergmann . 6% Licht und Kraft und Siemens je 3 Prozent : und' Schuckert 2 Prozent niedriger. AEG. dagegen knapp gehalten. Am Ehemiemarkt hielten sich ine IBrrluste in kleinerem Rahmen. I. G. Farben eröffneten 1% Prozent niedriger, doch zeigte sich hier für dieses Papier etwas Interesse, da eine Meldung, wonach eine Vergrößerung der Benzin- erzeugung vorgesehen ist, anregte. Holzverkohlung minus 14 Prozent. Einige Nachfrage bestand für Svèiiska plus 1 Prozent und für Zement Hcidel- i dem die gut behmiptet blieben. Auch am Montan- I markt traten erhebliche Verluste ein.' Rhein. Braun- I kohlen lagen 3 Prozent schwächer, trotz der ekhoh- hen Kohlenförderung im Ruhrbergbau in der zwei- |icn Januarwoche. Diese Tatsache konnte infolge der »egen Absatzschwierigkeiten eingelegten Feierschichten keinen Eindruck machen. Von Eisenwerken eröffneten Rheinstahl, trotz der festen Eiisenmarkte und der optimistischen Beurteilung der inte-r- Mtionalen Lage. Bis 4 Prozent schwächer lagen noch Zellstoff Waldhof und am Bankenmarkt Reichsbank. — Renten geschäftslos und schwacher. 5% Prozent niedriger.
Im Verlaufe konnte von einem Geschäft kaum ; mehr die Rede sein. Abgaben wurden nur noch m I chr geringem Umfange vorgenommen, doch traten infolge der Geschäftsstille weitere Kursrückgänge ein, die jedoch kaum 1 Prozent überschritten. Am Geldmarkt mit 4% Prozent unverändert leicht. Am Devisenmarkt lag die Mark international schwach. Man nannte Mark gegen Dollar 4.2087, gegen Pfunde 20 411. London-Kabel 4.8495, Paris 124.09%, Madrid 29.69, Hollar» 1209% und Mailand 92.02.
An der Abendbörse blieb die Stimmung lustlos und unsicher, und bei im allgemeinen gerin- I ger Umsatztätigkeit waren die Kurse gegen den Ber- i jiner Schluß meist knapp behauptet. Am Elektro- s Markt gaben AEG. und Schuckert weiter leicht
lmännischer Auffassung im Zweifel der Verkäufer die Disko itspescn zu tragen. Die Diskontspesen bilden in diesem Falle für den Verkäufer einen Ausgleich des ihn ohne Diskontierung treffenden Zins- uerluftes. Stellt die Annahme des Wechsels aber eine besondere, etwa nachträglich nach Abschluß des Kaufvertrages gewährte- Entgegenkommen des Verkäufers dar, so sind im Zweifel die Diskontspesen dem Käufer zur Last zu legen.
X Zellstosfabrik Waldhof A.-G., Mannheim. Es sollen Erwägungen über eine Dividenden,erhöhung auf 13 bis 14 Prozent (12) bestehen. Die Option auf den Verkauf der restlichen 1 Mill. RM Vor- ratsaktien läuft bis Juni und ist bisher von den englischen Freunden noch nicht ausgeübt worden.
X A. E. G. — Wieder 8 Prozent Dividende. Die Allgemeine Elektrizitäts-Gefellschaft A.-G., Berlin, schlägt wieder eine Dividende von 8 Prozent vor. Nach erhöhten Abschreibungen wird ein Reingewinn von 16.5 (12.3) Mill. RM ausgewiesen. Den Wohksahrtssmrichtungen sollen 2 Mill. RM zufließen. Das Berichtsjahr verzeichnet einen Umsatz von über 500 Mill. RM einschl. der Unternehmungen, deren Kapital vollständig in der Hand der Gesellschaft ist. Der Auftragsbestand beträgt 385 Mill. RM.
X Der Ruhrkohlenabsatz. Im Dezember zeigt der Gesamtabsatz des Rheinisch-Westfälischen Koh- lensydikates nach dem empfindlichen Rückgang des Vormonates eine beträchtliche Erhöhung. Der gesamte Absatz belief sich auf 8.88 (8.23 bzw. 9.81) Mill. To., d. h. täglich 380 084 To. (+ 42 255 To. oder 12,51%). Dagegen ist gegenüber Dezember 1927 noch immer ein arbeitstäglicher Rückgang von 19 999 To. oder 5 Prozent festzustellen. Der reine Syndikatsabsatz belief sich auf 6,15 (6.54) Mill. To., davon sind 3,35 (3,60) Mill. To. oder 37,78 (43,81) Prozent ins unbestrittene Gebiet gegangen.
X Rudolf Karstadt A.-G., Hamburg. Wie das Newyorker Bankhaus Dillon, Bead & Co. mitteilt, hat die Rudolph Karstadt A.-G. den gesamten noch ausstehenden Betrag ihrer ersten 7proz. amerikanischen Anleihe gekündigt und wird die Bonds am 1. April 1929 zu 101 Prozent einlösen. Von der ursprünglich 3 Mill, betragenden Anleihe sind jetzt noch 2 264 000 Dollar im Umlauf. Die Karstadt AG. hat sich bekanntlich die Mittel zur Tilgung ihrer ersten Auslands-Anleihe unlängst durch Aufnahme einer neuen, mit Aktienbezugsrechten ausgestatteten amerikanischen Anleihe in Höhe von 15 Mill. Dollar beschafft.
X Dürkopv-Werke A.-G., Bielefeld. Die Gsfell- schaft, deren finanzielles Entlaftungsbedürfnis bekannt ist (Bankjchulden am 31. Dez. 1927: RM 2,8 Mill., inzwischen um etwa RM 2 Mill, weiter er«
MA M ihre seit Hangern stillgelegte Fabrik in BeAm-Remickendorf an eine englische Gruppe Der« tauft, die dort die Schallplattenfabribation aufnch- men will. Der Kaufpreis für das etwa 12 000 Quadratmeter umfassende Gelände liegt über dem Buchwert und wird uns mit etwa RM 400 000 angegeben, wovon RM 300 000 bar gezahlt wurden.
Frankfurter Schlachtvieh markt.
Frankfurt a. IN., 21. Jan. Auftrieb 1435 Rinder (barunter 380 Ochsen, 50 Bullen, 590 Kühe 398 Färsen), 565 Kälber, 189 Schafe, 4762 Schweine Marktverlauf: Rinder schleppend, Ueberstand; Schweine ruhig, Ueberstand: Kälber und Schafe' ruh'g, ausverkauft. Preise für 1 Zentner Lebend- gewicht: Ochsen a) 1. 50—54. 2. 45—49, b) 1. 40 bis 44; Bullen: a) 49—52, b) 45—48; Kühe a) 41—44 b) 35—40, c) 30—34, b) 25—29; Färsen: a) 51—55’ b) 46—50, c) 40—45; Kälber: b) 70—74, c) 65__69 b) 58—64; Schafe a) 1. 52—56; Schweine: a) 73 bis 75, b) 74—76, c) 74—76, d) 74—76, e) 70—74, Sauen 60—66. Fleischgroßmarkt: a) Frisches Fleisch: Achsen- und Rindfleisch 1. 85—90, do. 2 80—85 Bullenfleisch 78—82, Kuhfleisch 2. 50—60 do 3 30—50, Kalbfleisch 1. 100—110, do. 2.90—100, Hammelfleisch 100—105, Schweinefleisch 1 90—95, b) Gefrierfleisch: Rindfleisch Vorderviertel zollfr. 52 verz 65, do. Hinteroicrtel zollfr. 58, verz. 76. Schleppend.
Mannheimer Produktenbörse.
Mannheim, 21. Jan. Infolge der weiter erhöhten Forderungen des Auslandes nahm die Bor,e einen festen Verlauf. In seeschwimmenden Weizen lagen Angebote in holländischen Gulden als Rotterdam per 100 Kg. vor: Manitoba 3 13.30, Manitoba 4 zu 12.80, Cansas 2 zu 12.95, Barusso 79 Kg 11.95, Rosafè 79 Kg. zu 12 hfl. — Im Wag- gongejchaft forderte man in RM per 100 Kg im md)t offiziellen Verkehr gegen 12% Uhr waggon- frei Mannheim: Weizen inländischen 24,25, auslän- bifdjen 26,50—28,50, Roggen inländischen 23 bis 23,25, Hafer inländischen 22,75—23,75, Braugerste, badische, hessische und württembergische 25,50 bis 26,25, pfälzische 26,50—27,25, Futtergerste 20,50 bis 22, Mais mit Sack 23,50, süddeutsches Weizenmehl, Spezial 33,50, süddeutsches Roggenmehl 29,75—31,50, Kleie 13,75, Biertreber 20,50—20 75 Reichsmark.
Amsterdamer Diamankmarkl.
X Amsterdam, 19. Jan. Die Zahl der fremden Kaufer war etwas größer. Die Mehrheit der Käufer war aber zurückhaltend. Allerdings waren auch Verkäufer sehr reserviert, sodaß der Umsatz zu
^ranktuvfpv aitrs^crW 21 Jan.'
6^„ Reich?anleihe v. 1927 Ablösungsschuld o. A.
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IK^etwas M, nen das Be-
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Anatolier 1 do. 11 .
m. A.
cesht abging, behauptet blieben. J. G. Farben n bei stillem Geschäft behauptet. Etwas schwä- . lagen Zellstoff Wald Hof. Sonst traten nen- ensmerte Kursveränderungen nicht ein. Renten ■l)ne Umsatz. J. G. Farben 25614, AEG. 175, Licht und Kraft 21314 ex. Bezug, Schuckert 231%, Rheinstahl 132%.
, X Der trägt die Diskonispesen bei wechieldis- ’onbierang? Die Fragen, wer im Warenhandel Lei Diskontierung von Wechseln die Diskontspesen ltsinjen, Provisio i, Stempel, Porto) zu tragen hat, läßt sich nicht allgemein beantworten, sondern hängt zunächst von der Vorfrage ab, ob die Annahme ober Hingabe de- Wechsels ein besonderes Entgegenkommen des Verkäufers oder des Käufers aarstellt. Wird bei Abschluß eines Kaufvertrages d>e Hingabe von Wechseln von vornherein vereinbar!, ohne über die Diskonispesen eine Abrede zu jassen, so hat, wie die Industrie- und Handelskammer in einem Gutachten ausführt, nach tauf«
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Deutsch, Vereinsbank. . D, Skonto-Gesellschaft . Dresdner Bank. . .
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241.
172
165.50
233.50
394.—
118.50
148.50
wünschen übrig ließ. Die besseren Genres tendierten im allgemeinen fest.
Am Rohmarkt lag für Fabrikatsartikel rege Nachfrage vor, während kleine Kappen vernachlässigt waren. 3m allgemeinen war die Tendenz sehr fest.
. * Antwerpen, 19. Jan. Am geschliffenen Markt hat dee Nachfrage zugenommen und wurden bessere Preise erzielt. Rohmarkt fest, obwohl viele Industriellen sich äußerst zurückhaltend zeigen.
Frankfurter Getreidebörse
~ vom 21. Jan. (Amtlich).
^e kg tn Goldmark:
1. Qualität Weizen 2.
Roggen (inländisch.,, fester ' Sommmaerste für Brauimecke . 2450
Hai« (inländischer) neue Ernte 23 50-23.76 Mais (gelb) neue Ernte . , 23.25-23.50
Werzenmebl ffübb. Spei aD 33.00—33.50 . (Niederrhein. Spezial) . 32.50-83.00
Roggenmehl, fester 30.25—31.00
Weizenklere . ... 13.85-14.00
23.75 ®m
23.25
Roggenkleie . .... 1450-1475 ,
Erbien, je nach Qual. k. Spcuezw. 35.00 - 62.00 , Linsen bo. **70.00— 110.00,
Heu, indd., gut, gef. trocken, neues 13.00—13.50 , Weizcn-u.Roggcnstr.,drahtgepreßt 4.50— 5.00 , '* gebündelt 4.00- 4.50 ,
Treber, aetrs-kzet . . 20,50—20.75 ,
Tendenz: fester.
Berliner Metall, nartt. iVom 21. Jan.)
Kupfer
Nov. . . Dez. . . Januar Februar März. April. . Mai .
Juni . . Juli . .
Blei
U
ti
Rov. . . De^ . . .
G
B
146.75
147.50
Januar .
43.75
44.75
116.75
147.
Februar .
44.25
44.50
146.50
.47.-
März. . .
44.25
14.50
146.50
147.50
April. . .
44.25
44.50
143.50
147.25
Mai . . .
44.25
44.50
146.50
147.25
Juni. . .
44.25
14.50
146.75
147,25
Juli . . . (Mk.
44.25
für 100
44.75 kg)
B
G 159__
Elektrolyt ....
Rohzink tFreiverk.) .
Ilngeschm. Zink . .
Aluminium ....
do. Barren .
Nickel . .
Antimon Rg.
Silber 900 i. 1 kg . .
i90.— 194.—
5).— 78-82 8/-88
Amtliche EinheitSkurse
Berlin-Frankfurt
a. M.
(Vom
21. Jan.l
Geld
■Brie:
-5>
Rew York , ,
. 4
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4 21
Holland ......
. 168
50
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Buenos-AireS ....
. 1
77,0
1 77,4
Brüssel . .....
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39
58 51
CbGstiania . . .
. 112
02
112 24
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. 112
11
112 33
Stodbolm.....
. 112
36
112 58
Helsingfor .....
. 10
57
lO 59
.Italien ......
. 21
99
22 03
London ..... .
. 20
38
20 41,9
Paris ......
. 16
42,5
16 46,5
Schweiz ......
. QO
83
SO 99
Svamcn ......
. 68
60
68 74
D .-Oesterreich ....
. 59
05 .
59 17,5
Prag . . . . .
. 12
43.6
12 45,6
Pengs .....
. 73
28
73 42
Japan......
. 1
90,8
1 91,2
Rio vc Janeiro . , .
. 0
50,0
0 50.2
Bulgarien .....
. 3
03,4
3 03,4
Belgrad . . . . .
37,8
7 39,2
Lissabon .....
18
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18 32
Danzig ....
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