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Jtt.__

HANDEl UND

Frâg den 11. 3anoar 1929

WIRTSCHAFT

Starker GewtnnrüEgaus bei ^rupp

Mieder keine Dividende

y Nach dem Jahresbericht der Friedrich Krupp A.-G., Essen-R-, für 1927/28 hat die Firma von den Vereinigten Stahlwerken 500 Kuxe der Gewerkschaft Emscher-Lippe erworben und ist da- mit in den alleinigen Besitz dieser Kohlenzeche ge- langt. Ferner hat sie einen Aktienblock, der Nord­deutschen Hülle übernommen. über deren Aktien­mehrheit sie jetzt verfügt. Auf den Zechen sind zahl­reiche Verbesserungen vorgenommen worden; hier Erweiterung der elektrischen Anlage, neue Kessel­anlage und neue Kokerei; dort neue Separation und Erweiterung der Maschinenhalle; an dritter Stelle neues Kraftwerk u. a. Auf der Friedrich-Alsred- - Hütte wurde u. a. eine Gruppe von Koksöfen fast völlig erneuert, zwei Hochöfen umgebaut, eine große Schweißanlage errichtet. Bei der Gußstahl­fabrik Essen ist das neue Hochofen werk so weit ge­diehen, daß der erste Ofen voraussichtlich im Febr. angeblasen werden kann; die Hafenanlagen sind fertig; der Mischer in dem Martinwerke steht vor der Vollendung. Der Erweiterungsbau des Schmiedepreßwerkes ist nahezu beendigt. Aus die­sen und den sonstigen Bauten und Anschaffungen erklärt sich die Zunahme der Werkanlagen.

Durch diese Erwerbungen und Neuanlagen, welche aber keine Expansion, sondern nur Intensi­vierung der Produktion bereiften, ist die Lei­stungsfähigkeit gestiegen. Die Bctei'iounq der Krupp- 8 schen Zechen beim Kohlensyndikat beträgt nun 11,4 Mill. T. Kohlen (6.9 Drozent d»r Gesamt­beteiligung). 3 Mill. T. Koks (8,36 Proz.) und 295 350 T. Briketts (3,69 Brozent). Die Produktion

an Roheisen betrug 1,36 Mill. T., an Robstcehl 1.72

I Mill. T. und an Walzwerksfabrikaten 1,26 Mill. T., x womit die letzte Fried ensproduk- tion übertroffen ist.

Das wirtschaftliche Ergebnis hat allerdings die- 6 fer erhöhten Arbeit nicht entsprochen. Die Absatz- W Verhältnisse haben sich im Laufe des Geschäfts- I jahres verschlechtert. Die steigenden Lasten haben das Mißverhältnis zwischen Selbstkosten u. Erlösen I verschärft. Man hat rationalisiert, unter Auiwen- 8 dung großer Mittel, aber die aufgewend-ten Kapi- I talien verzinsen sich nur in un-ulänalicher Weise. 1 Einschließlich Vortrag hat das Geschäftsjahr (alles I in Mill. RM) 44,72 (49,37) ergeben. Steuern er­

forderten 14,02 (12,37). Für Wohlfahrtsausgaben wurden 17,25 (14,08) aufgewendet. Verschiedene Ausgaben machen 6,44 (9,86) aus. Der Rein­gewinn beläuft fid)' auf 7.01 (13,03). Daraus sollen wieder 3 Mill, als freiwillige Fürsorge für die Pensionäre der Firma abgezweigt werden. Eine Dividende gelangt demnach wieder nicht zur Ver­teilung.

Die Bilanz schließt mit 449,05 (419,19) ab. Die große Mehrzahl der einzelnen Bilanzpositio­nen zeigt nur relativ mäßige Veränderungen. Diese Veränderungen besagen, daß die Firma ihre Produktionskapazität und Verdienstmöglichkeit ver­mehrt und eine gesteigerte Geschäftstätigkeit gehabt hat, dazu aber einen Teil ihrer flüssigen Mittel verwendete. Die flüssigen Mittel sind also ihrer na­türlichen Bestimmung zugeführt worden Die Fir­ma hat schon im vorigen Jahre mit der Aus­führung lange geplanter Verbesserungen und Neu­bauten in den Betrieben begonnen. Dieses Bau­programm wurde in dem letzten Geschäftsjahr mit Energie weitergeführt. Auf der Aktivseite erscheinen Volksanlagen mit 199.26 (174.0). Dabei sind Ab­schreibungen mit 10.73 (9.5) vorweg abgesetzt. Be­teiligungen sind auf 51.46 (40.12) gestiegen, Tochter­gesellschaften mit 25,6 unverändert. Das Bankgut­haben hat sich auf 12.92 (42 21) vermindert, während Schuldner auf 61.40 (58.72) und Guthaben bei Tochtergesellschaften auf 25.83 (6.59) stiegen. Auf der Passivseite tauchl neu mit 9,0 ein Werkserhal­tungskonto auf: es ist aus dem Reingewinne des vorjährigen Geschäftsjahres erwachsen. Anzahlungen sind auf 12,81 (8.79), Gläubiger auf 34,91 (26 75) und Banken auf 14.01 (2.39) gestiegen. Anleihen betragen 85.76 (86.42).

Die Zahl der Werksangehörigen einschließlich der Tochterunternehmungen betrug am 30. Septem­ber 1928 69 989 (66 327). Bei den angeschossenen Werken u. Handelsunternehmungen waren weitere 22 400 (19 500) Personen beschäftigt.

Im neuen Jahre hat sich der Beschäftigungsgrad noch ungünstiger entwickelt. Durch die Aussperrung sind dem Unternehmen erhebliche Verluste erwach­sen Es ist nicht zu iibertfeben, ob bei der Derschl-"h- terung der allgemeinen Wirtschaftslage ein Aus­gleich in den Erträgnissen gesunden werden kann.

Zahlungen auf Einkommen-, Köpperschafts- und Um­satzsteuer starke Ansprüche an den Geldmarkt heran­treten, deren Wirkung man erst abwarten möchte.

Svankfuvtev Nbvie

X Frankfurt a. 7N., 10. Jan. Tendenz: freund­lich. Auch heute zeigte die Börje einen freundlichen Grundton, doch kann von einem Geschäft kaum die Rede sein, da der Order«! ngang bei den Banken nach wie vor sehr gering blieb. Die Spekulation zeigte eine gewisse Zuversicht und schrill in bevor- zugten Werten zu Deckungen, da günstig lautende Momente eine Anregung boten. Die feste gestrige Newyorker Börse, hervorgerufen durch den ver­hältnismäßig leichten Geldmarkt wurde mit Befrie­digung ausgenommen. Auch die günstigen Geldver­hältnisse des hiesigen Marktes und das starte An­steigen der Spareinlagen im Reiche, fanden eine vorteilhafte Beurteilung. Oie weiter gesteigerte Ar- beitstosigkell,. wenn auch in langsamerem Tempo, mahnten dagegen auf der ankeren Seite zur Vor­sicht. Das Geschäft beschränkte sich durchweg nur auf favorisierte Werte, die gegenüber der gestrigen Abendbörse bis zu 3 Prozent anziehen konnten. Im Vordergründe des Interesses standen vor allem Bergmann mit plus 3% Prozent. Chadeaktien konnten 3 Mk. gewinnen. Schuckert lagen weitere 1% Prozent erhöht, während Siemens gut behaup­tet blieben. Am Chemiemarkt waren I. G. Farben vernachlässigt und es kam erst sehr spät eine amt­liche Notiz zustande. Am Montanmarkt regten die günstigen Abschlüsse bei verschiedenen Gesellschaften immer noch an. Im Vordergründe standen, bei vermehrter Nachfrage Rheinische Braunkohlen mit plus 3 Prozent Klöckner lagen 2% Prozent er­holt. Bei Otavi Minen übte die Produktionssteige­rung einen günstigen Einfluß aus (plus % Pro­zent). Banken uneinheitlich. Reichsbank plus 1 Prozent. Dresdner Dank etwas niedriger. Höher lagen noch Dt. Linoleum plus 2 Proz., Aschaffen­burger Zellstoff und Waldhof je plus 1 Prozent. Für Daimler bestand weiter regere Nachfrage, da eine Meldung, wonach eine Kapitwltransaktion nicht in Frage kommt und der nicht unbefriebioenbe Geschäftsgang d'âs Werkes, anregte. Die Rsn- tenmärkte waren fast ohne Geschäft von Auslän­dern waren Insten etwas fester. ^m Verlaufe blieb die Tendenz freundlich, die Umsätze beschenkten sich iedoch gu? ein Minimum. J. G. Farben waren weiter vernach'ässiat und etwas schwächer. Gefragt und erneut bis 1 Brovnt Häber war^n Mannes­mann. Bhänir und Dt Ltna^eum AEG. auf Peali kationen etwas ««Woff. Am Geldmarkt erfuhr Tage- mit 5% Prozent eine Versteifung. Am

Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2050 gegen Pfunde 20.39. London-Kabel 4.8514, Paris 124.07, Madrid 29.71, Mailand 92.64, Holland 12 08.

An der Abendbörse bewegte sich die Ge­schäftstätigkeit in sehr engen Grenzen. Di« Ten­denz war jedoch im allgemeinen gut behauptet, da u) u.g -< lâuoen gegen Schluß de heutigen Mittagsverkehrs etwas Deckungsneigung bestand. Die Kursveränderungen gegen den Berliner Schluß blieben meist gering I. G. Farben waren nur knapp gehalten. Etwas lebhafter gefragt und zirka 2 Prozent fester waren Schiffahrtswerte auf das Neu- und Ausbauprogramm der Hapag Wei­terhin konnten Kali Salzdetfurth auf die Kapital­erhöhungsbeschlüsse der Generalversammlungen des Salzdetfurthkonzerns 2% Prozent anziehen. Die Rentenmärkte lagen still. J. G. Farben 264, AEG. 184%, Bergmann 232%, Licht und Kraft 247, Siemens 419, Hapag 139%, Nordd. Lloyd 134, Salzdetfurth 532.

Frankfurter Schlachlviehmarktbericht.

Frankfurt a.' M., 10. Jan. Der Auftrieb des heutigen Nebenmarktes bestand aus 176 Rindern, 1153 Kälbern, 345 Schafen und 370 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des Nebenmarktes der vergangenen Woche waren 133 Kälber. 180 Schafe mehr angetrieben, während 944 Schweine weniger zum Verkauf standen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Kälber B 7176, C 6570, D 5964, Schafe A1 5054, B 4549, Schweine B 7478, C 7679, D 7679. E 7075 Im Vergleich zu den Notierungen des letzten Haupt­marktes waren Kälber und Schweine je 1 Mark und Schafe bis 2 Mark teurer. Marktverkauf: Schweine, ruhig, ausverkauft: Kälber und Schafe rege, geräumt; Fleiichqroßmarkt: Ochsenfleisch 1. 8590, 2. 8085, Bullenfleisch 7883, Kuhfleisch 2. 5060/2. 3050 Kalbfleisch 2. 90100 Ham­melfleisch 95100, Schweinefleisch 1. 9095, Ge­frierfleisch, Rindfleisch, Vorderviertel: 52, verzollt 65, Hinterviertel 58 bzw. 66.

X Fusion Henschel Maffei. Die Aufsichts- rotssitzung der Henschel u. Sohn A.-G. in Kassel vom 9. Januar hat beschlossen, die Eingliederung der I. A. M^ü in München in den Henfchel-Kon- »ern in d-" Weile durch-m führen, daß für die nomi­nal acht M-ll RM Aktien 3.2 Mill. RM nominal ci<-riiirh>r-9Wt»rt in Mansch a^aieftan werden. Das da- - I enin-id-rtichs Batet Henschel-Aktien wird non der Hsnl^l-Derwaltung G. m. b. H. zur Verfügung gestellt.

vorlSufis no«h keine Diskont- entttvetsvn«

verspäteter Reichsbankausweis.

| X Wie mir von gut unterrichteter Seite erfah­

uu9wt<|ts, uic, wie uuu^, ________ __nuar zu er- Yorker

matten war, verzögert. Der Status steht in der .Reichsbank noch zur Beratung und dürfte wahr­scheinlich erst zur Veröffentlichung für Freitag abend freigegeben werden. Man rechnet zwar all­gemein mit einer starken Entlastung, jedoch ersah-

ren wir weiterhin aus Großbankkreisen, daß eine Askontentscheidung in den nächsten Tagen kaum zu ermatten sei. Eine Einberufung des Zentralaus- Ichuffes bei der Reichsbank fei bisher nicht erfolgt. Die Reichsbank wolle erst die Entwicklung der gegenwärtig recht undurchsichtigen Lage am New- horker Geldmarkt abworten.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhänge ist, haß der Dollar nicht nur gegen die Reichsmark son­dern auch international gegenwärtig sehr fest ist, was zur Folge hat, daß vermehrte Rückzahlungen am fälligen amerikanischen Geldern einsetzen. An aer Börse gibt man als Grund für die Dollarsestig- keit nicht nur die verhältnismäßig hohen Newyorker Zinssätze, sondern auch Befürchtungen wegen einer Erhöhung des Diskontsatzes bei den Federal- Refervebanken an. Sollte die Entwicklung dahin

gehen, so dürsten die Hoffnungen auf eine Diskont­ermäßigung bei der Reichsbank allerdings bis auf weiteres endgültig begraben sein. Andererseits ist es jedoch denkbar, daß bei einer wieder starken Er­leichterung des Newyorker Geldmarktes durch eine

erabjegung Pes deutschen Bankzinses die New- Lagè eine Stützung erfährt.

Sehr viel hängt natürlich für die Diskontent- 'cheidung der Reichsbank auch davon ab, daß die in­ländischen Anleihepläne eine Eindämmung erfahren und nicht zu einer vorzeitigen Belastung des Mark-

tes führen. Don der Preußenanleibe ist man an­scheinend gewillt, bei einer etwaigen Emission ieden- 'alls nur einen sehr kleinen Teil am offenen Markte 'elbft zu beaeben. Ueber die Verhandlungen zwischen dem preußjtchen Finanzminister und dem Reichs­finanzminister am Donnerstag vormittag verlautet neuerdings, daß man von einer allgemeinen Auf­legung der preußilchen Anleihe Abstand nehmen will und statt dessen durch Begebung von kurz­fristigen preußischen Schatzanweisungen die notwen­digen Mittel für Preußen in Höhe von rund 100 Mill. RM flüssig zu machen gedenkt. Im übrigen soll die preußische Staatsbank bereit sein, vor der Preußenanleihe den Anleihewünschen einiger Kom­munen. wie z. B. auch Dresden, den Vortritt zu lassen. Ein anderer wesentlicher Gesichtspunkt für die Diskontpolitik der Reichsbank ist ferner, daß durch die am 10. und 15. Januar fälligen Voraus-

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6 . Reickikanleibr v 1927

87 30

arvenn

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Harfner ....

do. Waldbof . .

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lnatober i ...

Mannesmann ....

129.75

r. G. Farben . . .

262 25

do. U......

"anäselder Bergbau. .

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^berbedark ...

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ontfirfen. . . , .

^"ön'k . . .

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95 -

Lckantungbabn ....

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Mhem. Braunkohlen . .

Rütgerswerke ....

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Adio......

tbeinüabl .

'I. G, G......

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Barmer Bank ... erhner 5 anbel?ae?enfd)

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Üiebeck Montan . .

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Burahntt- . .

69

Thade . . .

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96.50

247.50

r ormstädt. u. Nanonalb.

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BcherSieben ....

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cutdie Bau'

173.1

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F llen & Guilleaume . .

145.50

Deutsch Dcremkbank. .

104.50

üeäercgelu .....

ßesfürel .....

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D>dl^nto»Ges!ll>chast ,

167 25

tleyer ....

63.50

Labmeyer .....

180

Lrervner Bant

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Daimler . .....

67.75

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119.75

UittaDbanf . . .

Mitteldeutsche Creditbanl

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26.25

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6 >.25

schucken ....

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Ul tag

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ersten. Creditanstalt. .

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Borgt & Häffner

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