Nr. 8
Donnerstag den 10. Januar 1929
Sette -
HANDEL UND WIRTSCHAFT
Des GieMsrrs - â-trserm 1922/28
Vergrößerung des Geschäflsumfangs. — Erschwerungen im Auslandsabsatz. — 130 000 Beschäftigte. Stärkere Anspannung der Bilanzen.
Siemens & Halske A.-G.
X Nachdem bereits vor kurzem die Abschluß- ziffern veröffentlicht worden sind, legt bie Gesellschaft nunmehr ihren Gcischäftsbericht für 1927.28 vor. Aus einem Reingewinn von 18.45 (i. V. 18,85) Mill. RM werden bekanntlich 14 (12) Prozent Dividende verteilt. Die Dividendenerhöhung wurde dadurch ermöglicht, daß in diesem Jahre der Sonderrücklage nur 2,5 gegen 5 Mill. RM i. V. überwiesen werden. Die Sondervücklage erhöht sich dadurch auf 10 Mill. RM.
Der Bericht führt aus, daß die Werke im allgemeinen reichlich beschäftigt gewesen seien. Geklagt wird über starken Rückgang der Aufträge der Reichspostoerwaltung. Diese Verminderung konnte auf anderen Gebieten größtenteils ausgeglichen werden. Der durch die Fabrikationsumstellung auftretende Raummangel veranlaßte die Gesellschaft, Neubauten in Angriff zu nehmen. Der Auslandsumsatz hat sich weiter entwickelt, legt aber trotz des Bestrebens, die Inlandspreise auch im Ausland zu xrzielen, in vielen Fällen Opfer auf.
Die Gesamtzahl der bei Siemens u. Halske, den Siemens-Schuckertwevken, sowie bei den von beiden kontrollierten Gesellschaften Beschäftigten hat sich von 110 000 auf 130 000 erhöht. Gehälter und Löhne betrugen 240 Mill. RM. Die gesetzlichen sozialen Leistungen pro Kopf haben sich um 11,5 Prozent erhöht, sie betrugen bei Sieme rs u. Halske allein 4,548 gegen 3,575 Mill. RM.
Der Bericht erwähnt dann weiter die Uebernahme der Fabrikation der Photomaton-Maschinen, worin bie Gesellschaft einen beträchtlichen Auftrag auszuführen hat. Lebhafter steigerte sich der Absatz in Rundfunkapparaten, das Geschäft mit privaten Kunden belebte sich namentlich in selbsttätigen Fernsprecheinrichtungen. In Fernsprechkabeln usw. ermöglichte es der Reparationsauftrag des Fernkabels Paris—Bordeaux, eine einigermaßen gleichmäßige Fabrikation aufrecht zu erhalten. Der Um-
satz in Meßgeräten hat sich weiter günstig wickelt. Weiter hat der Absatz der Wafferw ergougnisse eine erhebliche Steigerung erfa
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iren.
Fluggeugmotoren fanden namentlich auch im Äus- land steigende Nachfrage.
Die Geschäftslage des Wiener Werks hat eine Besserung erfahren. Die Gesellschaften, an denen Siemens u. Halske dauernd beteiligt sind, haben ein im ganzen verstärktes Ergebnis gebracht. Der Umsatz der Siemens-Reiniger-Veisa-G. m. b. H. weist eine Steigerung auf. Die Siemens-Dauunion war in steigendem Maße beschäftigt. Auch die Entwicklung bei Awietusch u. Co., Osram und Dele- funfen, wird als günstig bezeichnet.
12,568 (12,850) Mill. RM ausgewiesen. Neu ausgeworfen werden Neubauten mit 960 000 RM. Rohmaterialien stiegen von 8,095 auf 10,912, angefangen« und fertige Fabrikate, Anlagen in Bau von 23,239 auf 35,846 Mill. RM, Schuldner von 82,204 auf 104,491 Mill. RM. Auf der Passivseite hat sich die Dollaranleihe von 1925 infolge Tilgung von 9,111 auf 8,555 Mill. ermäßigt, dagegen wird die Dollavanleihe von 1926 infolge weiter eingezahlter Beträge von 28,866 auf 32,323 Mill. RM erhöht. Gläubiger sind weiter von 77,732 auf 86,726 Mill. gestiegen, dagegen weisen Anzahlungen einen Rückgang von 35,966 auf 31,774 Mill. RM auf. Ueber die beabsichtigte Kapitalerhöhung werden weitere Mitteilungen nicht gemacht.
Siemens- Schuckerl-Werke AG.
X Die Abschlußziffern, nach. denen aus einem Reingewinn von 16,560 (14,780) Mill. RM eine Dividende von 10 Prozent (9) verteilt wird, find bereits bekannt. In dem Geschäftsbericht führt die Gesellschaft aus, daß sie einen nicht unwesentlich gesteigerten Umsatz erzielt habe. Das Gewinn- ergebnis entspreche dieser Zunahme jedoch nur zum Teil. Der Steigerung auf der Saften) eite konnte und wollte die Verwaltung nicht durch ausreichende Preiserhöhungen folgen. Auch war die Beschäftigung nicht auf allen Arbeitsgebieten gleichmäßig günstig. Die Steigerung des Umsatzes wurde im Inland erzielt: der Auslandsumsatz machte jedoch auch weiterhin einen ansehnlichen Teil des Gesamtumsatzes aus. Der bisherige Anteil konnte zwar behauptet werden, jedoch nur unter Opfern.
Im Zentralanlagengeschäft überstieg der Bestellungseingang den des Vorjahres. Das Dampf- turbiuengeschäft war nicht voll befriedigend. Das Geschäft in rotierenden Umformern hat etwas abgenommen, das Kabelgeschäft war zufriedenstellend. Besonders lebhaft war das Geschäft in Schaltanlagen. Auch in den übrigen Geschäftszweigen erwähnt der Bericht im allgemeinen günstige Beschäftigung.
Die Bilanz zeigt eine ähnliche Entwicklung wie bei Siemens u. Halske. Bankguthaben gingen von 36,272 auf 27,556 und Wertpapiere von 27,377 auf 23,384 Mill. RM zurück. Wechselbestände stiegen von 9,304 auf 11,231 Mill. RM. „Dauernde Beteiligungen" blieben mit 17,843 (17,481) und Unternehmungen bzw. Beteiligungen an solchen mit 10,755 (11,343) ziemlich unverändert. Die Guthaben bei der Kundschaft stiegen von 55,208 auf 71,031, bei befreundeten Gesellschaften von 48,456 auf 54,126 und bei „Verschiedenen Schuldnern"
konnten, infolge der Emiffionsvorbereitungm mit plus IX Prozent, lebhafteres Interesse auf sich lenken. Im Einklang hiermit zogen Zellstoff Aschaffenburg 2% Prozent an. Am Elektromarkt waren die Kurserholungen sehr gering. Chadeaktien lagen etwas niedriger. Auch für I. G. Farben mit plus IX Prozent bestand etwas regere Nachfrage. Montanwerte sehr still, Phönix angeboten und IX Prozent schwächer. Rheinstahl dagegen ca. 1 Prozent gebessert. Am Automarkt waren Daimler knapp gehalten. Dt. Linoleum plus IX Prozent. Deutsche Erdöl, bei zeitweise vermehrter Nachfrage 2 Prozent höher. — Renten still. Anatolier etwas nachgebend.
Im Verlaufe konnten sich weitere Kurserholungen durchsetzen. Das Geschäft war jedoch sehr klein und beschränkte sich nur auf vereinzelte Werte. Lebhaftere Nachfrage bestand weiter für Otavi Minen (erneut plus IX Mk.) und für Zellstoff Waldhof weitere plus 2X Prozent. Siemens und Schuckert je plus IX Prozent.
Der Geldmarkt war weiter leicht mit 4X Prozent für Tagesgeld.
Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2075, gegen Pfunde 20,40X. London- Kabel 4,8496, Paris 124.02 Madrid 29,72 X, Mai- land 92,64 und Holland 1208 X.
An der Abendbö rse war das Geschäft still. Die Grundstimmung blieb freundlich, und die Mrs« konnten sich gegen den Berliner Schluß meist gut behaupten. Stahlverein und Otavi waren weiter etwas gefragt, im Kurs jedoch nur wenig verändert. Ferner erhielt sich für Waldhof die Nachfrage. Davon angeregt, zogen auch Zellstoff Aschaffenburg IX Prozent an I. G. Farben konnten weiter leicht anziehen. Elektrowerte blieben dagegen nur knapp gehalten. Auf Deckungskäufe der Spekulation waren Adlerwerke mit plus 3 Prozent etwas stärker erholt. Im übrigen waren die Kursveränderungen nur gering. Renten tagen fast geschäftslos, nur Mexikaner weiter etwas gefragt.
J. G. Farben 265, Aschaffenburger Zellstoff 210, AEG. 185X, Schuckert 255X, Siemens 421, Adlerwerke 64.
Gegen Schluß fetzten in Elektrowerten Deckungskäufe ein, die zu leichten Kursbesserungen führten. A. E. G. waren bevorzugt.
X Ueberzeichnung der 30 Mill. Sproz. Anleihe des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Berlin. Die 30 Mill. Sproz. Deutsche Kommunal-Gold- anleihe von 1928 ist lt. Berliner Drahtbericht überzeichnet worden. Während auf die gezeichneten Sperrstücke voraussichtlich eine volle Zuteilung erfolgen dürfte, können die Zeichnungen auf freie Stücke nur zum Teil befriedigt werden. Die Ueber- zeichnung beträgt, wie unsere Berliner Redaktion hört, etwa 10 Prozent.
X llmsahsteigerung bei Daimler-Benz. Die
der Deutschen Reichsbahng«sellschast 500 200 Güter- wagen gestellt worden gegen 652 700 in der entsprechenden Woche 1927 (4 Tage) und 843 200 in der Vorwoche 1927 (6 Tage). Für den Arbeitstag im Durchschnitt berechnet lauten die entsprechen-
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Ziffern 125 100, 130 500, 140 500.
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liche Veränderungen gegenüber dem Vorjahr auf unb zwar in der Richtung nach einer stärkeren Anspannung, augenscheinlich in Verbindung mit der Erweiterung der Produktion. Guthaben bei Banken gingen von 51,630 auf 27,482 und Wertpapiere von 50,445 auf 34,482 Mill. RM zurück, nach dem Bericht infolge Verwendung dieser Mittel für Pro
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duktive Zwecke. Dauernde Beteiligungen fit
97,331 auf 117,446 Mill. gestiegen. In erster Linie
im Zusammenhang mit der Gründung der „Vereinigte Eisenb ah nsignolwerke G. m. b. H." und der ^viemms-Waniwwerke A.-G.". Grundstücke werden mit 12,596 (14,304) Mill. RM, und Gebäude mit
28,065 (27,237) Mill.- RM, und Gebäude nach 1689 608 (1430 534) RM, Abschreibungen mit 35,452 <30,590) Mill. RM. Gläubiger stiegen von 117,284 auf 171,074 Mill. RM, insbesondere die Rembours- und Exportkredite von 4,438 auf 29,952, die langfristigen Kredite von 4,883 auf 15,155 und die Anzahlung der Kundschaft von 48,468 auf 62,051 Mill. RM. Das Anwachsen dieser Posten spiegelt den vergrößerten Geschäftsumfang wieder.
wesen ist. Der Gesamtjahresumsatz geht über den Umsatz des Vorjahres hinaus. Die Bankschulden, die im wesentlichen aus der Verbesserung der maschinellen Einrichtung entstanden sind und im Oktober
1928 mit 7 Mill. RM bekanntgegeben wurden, haben sich nicht verändert. Ueber bi
ias Ergebnis des
Kambttvsev OMEsVenvsmS Erhöhte Zinseinnahmen, ermäßigte Unkosten im Geschäftsjahr 1928. Gewinn- und Dividendenerhöhung.
17 Prozent auf sämtliche Vorkriegspfandbriefe günstiger sei, als wenn nur ein Teil, wenn auch mit einer höheren Quote abgefunden werde.
abgelaufenen Geschäftsjahres läßt sich erst nach Abschluß der im Gange befindlichen Inventurarbeiten ein Ueberblick gewinnen. Kapitaltransaktionen, über welche die Preise bei anderen Autofabriken berichten, haben wir nicht erwogen. Der Frühsahrs- kampagne sicht die Gesellschaft mit ihrem Tyven- programm, welches erhebliche Fortschritte bringt, vertrauensvoll entgegen.
X Gülerwanenskelluna der Reichsbahn. ^n der Woche vom 23. bis 29. 12. 1928 (4 Tage) sind bei
X Der Geschäftsbericht der Hypothekenbank Hamburg weist auf die erhebliche Ausdehnung des Geschäftes hin. Die Zinseinnahmen stiegen von 6,87 Mill. auf 10 Mill. RM, sonstige Einnahmen betrugen 0,85 (0.84) Mill. RM. Gleichzeitig ermäßigen sich die Unkosten von 1,72 Mill, auf 1,64 Mill. RM. Die Pfandbriefzinsen stiegen von 5,16 auf 8,07 Mill. RM. Der Reingewinn beträgt einschließlich Vortrag 1,21 (0,87) Mill. RM. Die Dividende auf 9 Mill. RM Aktienkapital ist von 8 auf 10 Prozent
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Frankfurt a. M., 9. Jan. Tendenz: behauptet. Nachdem in Vormittagsverkehr die Tendenz recht unsicher war, eröffnete die Börse selbst in freundlicherer Haltung. Vorliegende günstige Meldungen, wie z. B. die erheblich gesteigerten Spareinlagen in Preußen im letzten Jahre, die voraussichtliche Unterbringung der Preußenanleihe, unter Vermeidung des öffentlichen Marktes und das
erhöht. Der Reserve wurden 0,11 Mill RM zuge-' eintreffen einzelner Orders, aber nur für eine wiesen. Sie erhöht sich dadurch auf 2,5 Mill. RM.' geringe Anzahl von Papieren, gaben eine gewisse In der Bilanz stehen unter anderem zu Buche: i Anregung Auch verhalf der weiter sehr flüssige Kasse und Bankguthaben mit 8,63 (3,09), Wert- Geldmarkt zu einer gewissen Widerstandsfähigkeit. Papiere mit 0,59 (0,65), Goldhypotheken mit 161,14 Das Geschäft bewegte sich jedoch nach wie vor in (118,51), Debitoren betrugen 0,4 (0,66). Hynotheken-1 engsten Grenzen und konzentrierte sich nur auf be- Pfandbriefe beliefen sich auf 150,89 (107,69), Kre° [ vörzugte Werte. Auf der anderen Seite verstimmte ditoren betrugen 3,41 (2,39) Mill. RM. Der Bericht der schwache Verlaus der gestrigen Newyorker, — bringt weiter zum Ausdruck, daß das Institut sich! sowie der übrigen Ausland-börsen, so daß eine vom ausländischen Geschäft auch weiterhin fern gewisse Zurückhaltung unverkennbar blieb. Die gehalten habe. Die Zinseingänge seien befriedigend' Beteiligung des Publikums am Börsengeschäft war gewesen. Gleichzeitig wird eine zweite lcilaus- i sehr gering, nur wie schon erwähnt, wurden in ein- schüttung von 6 Prozent für Anfang 1929 ange- 'einen Werten von außenstehenden Kreisen kleinere kündigt.' Die Verwaltung verteidigt abermals die' Käufe vorgenommen. Gegenüber der gestrigen vom Hamburger Senat abgelehnte Gencralabfin- i Abendbörse waren zumeist Kurserholungen bis zu dung mit dem Bemerken, daß bei der Hypotheken- 2 Prozent festzustellen, es traten aber auch verein- bank in Hamburg sämtliche Vorkriegspfandbriefe! zell Kursrückgänge ein, die sich jedoch in engem an der Abfindung teilnehmen. Sie steht auf dcm fRahnien hielten. Lebhafter gefragt waren Otavi Standpunkte, daß eine Generalabfindung von > Minen mit plus ca. 1 Mk. Auch Zellstoff Waldhof
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